Perfekte Zoofoto

7 Merkmale für das perfekte Zoofoto

Veröffentlicht: 6. Juli 2020

Aktualisiert: 25. Oktober 2020

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Autor: Thomas Jansen

Gelegentlich werden wir gefragt, wie für uns das perfekte Zoofoto aussieht. Nun, ganz kurz gesagt wäre das: Wenn man nicht erkennt, dass es in einem Zoo gemacht wurde. Aber das allein reicht doch noch nicht aus. Daher haben wir noch ein paar Punkte mehr zusammengestellt, die ein Zoofoto für uns perfekt machen.

Das perfekte Zoofoto – sieben Merkmale

Am Ende haben wir sieben Merkmalen zusammen bekommen, welche ein Zoofoto für uns perfekt machen. Nur ganz selten gelingt es, alle Merkmale in einem Foto zu vereinen. Aber wenn 3-4 der genannten Eigenschaften in einem Foto zusammenkommen, dann ist es schon ein sehr, sehr gutes Zoofoto.

Fokus auf den Augen

Bei Tierfotos extrem wichtig: Den Fokus, also die Schärfe des Fotos, auf die Augen legen. Das wird umso schwieriger, desto kleiner das fotografierte Tier ist. Denn mit zunehmender Brennweite verringert sich die Schärfentiefe im Foto und es wird immer schwieriger, den Fokus genau auf die Augen zu bekommen.

Ganz tricky wird es dann, wenn man mit Makro-Objektiven oder Makro-Linsen arbeitet. Je nach Situation beträgt die Schärfeebene dann nur noch Millimeter.

Auch bei Tieren in (schneller) Bewegung ist es oft schwierig, den Fokus genau auf das Auge zu bekommen.

Mit ein wenig Übung ist das aber alles machbar. Um die Schärfentiefe im Foto zu erhöhen kann an der Kamera auch die Blende geschlossen werden. Bei guten, ausreichendem Licht ist das eine Möglichkeit, die Trefferquote zu erhöhen.

Ein weiterer Tipp ist es, den Fokuspunkt manuell zu setzen und die Entscheidung nicht der Automatik der Kamera zu überlassen. Diese wird vermutlich einen anderen Punkt wählen und nicht unbedingt das Auge. Ganz neue Systeme erkennen auch Tieraugen, diese könnte man nutzen, wenn die eigene Kamera das unterstützt. Den Modus zur Erkennung von menschlichen Augen funktioniert nur bei sehr wenigen Tieren.

Der Wächter!

Hier liegt das Auge im Fokus und die Schärfentiefe ist ausreichend, um auch den ganzen Kopf und den Körper scharf darzustellen.

Auch hier sitzt der Fokus auf dem Auge. Man sieht aber deutlich, dass die Schärfeebene in dem Bild nur sehr klein ist.

Insektenfotos Spaziergang Bismarckturm

Bei diesem Makro erkennt man, dass die Beine schon außerhalb der Schärfeebene liegen. Und das sind wirklich nur ein oder zwei Millimeter Spielraum.

Auf Augenhöhe oder einer anderen, spannenden Perspektive fotografieren

Uns gefallen Tierfotos, welche auf Augenhöhe mit den Tieren aufgenommen wurden generell gut. Sehr schön ist es auch, ein Tier mal von unten nach oben zu fotografieren. Alles ist besser als die übliche „Draufsicht“, die wir Menschen normal auf kleinere Tiere haben.

Leider ist das im Zoo nicht immer möglich. Oft sind die Aussichtspunkte an den Gehegen extra erhöht gebaut, um eine bessere Übersicht zu bekommen. Dann hat sich das mit der Augenhöhe meistens erledigt.

Aber gerade bei Tieren, die gerne in den Gehegen klettern, ist es dann doch möglich, Fotos zu machen, die nicht von oben herab wirken.

Zoo Krefeld 06-2020

Auf Augenhöhe mit dem Schneeleoparden, welcher auf einem Ast im Gehege saß.

Zoo Apenheul 06-2019,

Yep, für so ein Foto muss man mal in die Hocke oder sich auf den Boden legen. Sieht für Umstehende komisch aus, aber anschliessend finden die die Fotos klasse.

Platz 11 - Zoo Duisburg

Tiere die gerne klettern lassen sich wunderbar von unten nach oben fotografieren.

Schöner Hintergrund und Bokeh

Bokeh? So nennt man es, wenn das Motiv (also das Tier) schön scharf im Bild ist und der Hintergrund unscharf ist. Man sagt auch, das Motiv ist vor dem Hintergrund freigestellt. Diese Unschärfe ist dann das Bokeh. Je nach eingesetztem Objektiv und Brennweite ist das unterschiedlich gestaltet. Am besten bekommt man das hin, wenn man ein Tier mit langer Brennweite fotografiert und der Hintergrund weit hinter dem Tier liegt. Mehr technisches dazu findet ihr in unserem Beitrag über den Zusammenhang zwischen Blende, Brennweite und Tiefenschärfe.

Ein schöner, ruhiger Hintergrund, welche noch in einem tollen Bokeh erscheint, ist für jedes Tierfoto eine tolle Sache. Jetzt ist das mit dem Hintergrund im Zoo nur manchmal so eine Sache. Zäune, Gitter und Mauern sind selbst mit Bokeh nicht unbedingt der Renner. Oft sitzen die Tiere auch zu nah am Hintergrund um den Bokeh-Effekt zu ermöglichen.

Auch bei Makro-Aufnahmen ist der Bokeh-Effekt einfach zu erreichen, weil die Schärfeebene sehr gering ist.

Achtet beim Fotografieren mal darauf, dass das Tier nicht direkt vor einem Baumstamm oder einer Mauer sitzt. Je weiter der Hintergrund entfernt ist, deste besser klappt das mit dem Bokeh. Oft reicht es aus, mal ein paar Meter zur Seite zu gehen und dann einen schöneren Hintergrund zu haben.

Bokeh Beispiel 1

Hier saß die Löwendame auf einem Baumstamm, recht weit oben. Das Bokeh bilden die herbstlichen Bäume, welche gut 50-60 Meter hinter dem Gehege standen.

blog-2019-01-05-terrazoo-107

Bei sehr dunklen Hintergründen ist es auch möglich, die Tiere komplett vor einem fast schwarzen Hintergrund freizustellen.

Platz 5 - Schweinsaffe im Zoo Osnabrück

Wenn das Tier weit genug von der Wand im Hintergrund entfernt sitzt und es keine andere Möglichkeit gibt, kann man auch die Wand im Bokeh ansehnlich gestalten.

Besondere Situationen, Action oder Mimiken

Tierfotos, welche die Tiere in Action zeigen, in besonderen Situationen oder „Mimiken“ sind für uns immer ein Highlight. Jajaja, Tiere haben keine bewusste Mimik. Trotzdem können sie gelegentlich lustige Gesichtsausdrücke produzieren.

Dazu zwei Tipps. Wenn ihr Tiere in Bewegung festhalten wollt, sei es beim Laufen oder beim Kämpfen, muss zwingend mit einer sehr kurzen Belichtungszeit gearbeitet werden. 1/1000 Sekunde oder