Zuletzt aktualisiert am 7. Februar 2019 um 13:11

Unser erster Besuch in Siam Reap und dem Areal von Angkor, dem riesigen archäologischen Park mit dem bekannten Tempel Angkor Wat hat uns mit Eindrücken erschlagen. Aus vielen Reiseberichten ahnten wir schon, dass uns etwas Gewaltiges erwartet. Aber die Realität hat uns mehrfach die Sprache geraubt. Die schiere Größe des Areals, die unzähligen großen und kleinen Tempelanlagen, die Vorstellung das hier mal über 1 Millionen Menschen gelebt haben – einfach irre.

Die Eindrücke waren so zahlreich, dass wir beschlossen haben einen Zweiteiler aus unserem Reisebericht zu machen. In diesem ersten Teil zeigen wir Euch die Anlagen von Ankor Thom, Ta Prohm und Prasat Kravan. Den berühmten Angkor Wat zeigen wir dann in einem zweiten Bericht. Dazu möchten wir Euch noch den weltbesten TukTuk-Fahrer von Siam Reap vorstellen.

Bora – The best TukTuk-Driver, ever!

Boro - unser Fahrer in zwei Tagen Angkor

Bora – unser Fahrer in zwei Tagen Angkor

Bevor wir Euch in die tollen, antiken Tempel in Angkor entführen möchten wir Euch unseren TukTuk-Fahrer Bora vorstellen. Bora hat uns zwei Tage durch die Anlagen des archäologischen Parks gefahren. Dabei hat er uns eine Menge über die historischen Anlagen erzählt, über die Geschichte der verschiedenen Anlagen und die Bedeutung von vielen Symbolen, Statuen, Bauwerken und eine Menge mehr.

Aber es kam auch das aktuelle, teilweise schwierige Leben in Kambodscha nicht zu kurz. Sei es seine Kindheit, wo sein Opa ihn und seine Geschwister in einem Erdloch vor den Kriegsparteien versteckt hat. Oder die schönen und auch schwierigen Seiten des Lebens in Kambodscha.

Bora spricht fließend englisch, ist super zuverlässig, hat viele tolle Tipps auf Lager, hat eine Menge Humor und – am allerwichtigsten – das Herz am richtigen Fleck. Und mit Kaltgetränken versorgt er einen ebenso wie mit eisgekühlten, feuchten Tüchern, die absolut beste Idee von ihm.

Daher können wir ihn guten Gewissens und ganz ohne finanzielle Zuwendung als TukTuk-Fahrer empfehlen. Und da Bora richtig geschäftstüchtig ist, empfiehlt es sich, ihn vorab zu buchen. Das haben wir auch gemacht, auf Empfehlung einer Kambodscha-Gruppe bei Facebook. Ihr findet Bora über sein Facebook-Profil und seit ein paar Tagen auch über eine tolle Facebook-Seite. Wenn ihr dann mit ihm unterwegs seid, grüßt ihn ganz lieb von uns.

Auf in die Tempel, im TukTuk von Bora

Nun aber rein mit Euch ins Boras TukTuk und kommt mit uns auf eine Tour durch den Archäologischen Park Angkor.

Archäologischer Park Angkor

Angkor, dabei denken viele an den bekanntesten Palast/Tempel, eben Angkor Wat. Aber, Angkor Wat ist nur ein kleiner Teil der Region Angkor, das ehemalige Herrschaftszentrum des Khmerreiches. Auf einer Fläche von etwa 1000 km² findet man zahlreiche Tempel, Paläste, große und kleine Ruinen, mal mehr und mal weniger gut erhalten oder restauriert.

In seiner Blütezeit, etwa in den Jahren 850-1200 lebten in der Region bis zu einer Million Menschen. Seit 1992 steht Angkor Wat auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Um die Anlage besuchen zu können, müssen die Besucher vorab in einem riesigen, neu gebauten Besucherzentrum Eintrittskarten für die Anlage kaufen. Wir haben und dabei für ein 3-Tages-Ticket entschieden, welches stolze 62 US$ kostet. Aber, wir haben es nicht bereut und den Preis keine Sekunde als unangemessen empfunden, auch wenn er gerade erst verdoppelt wurde. Die schiere Größe der Anlage, der Aufwand das alles zu bewirtschaften kostet eine Menge Geld. Allerdings wird wohl, typisch Kambodscha, ein wesentlicher Teil des Geldes in Taschen fließen, die nicht zum Erhalt der Anlage beitragen. 

Vom Besucherzentrum aus ging es dann direkt zum ersten Highlight, der Anlage Angkor Thom.

Angkor Thom – Große Hauptstadt

Angkor Thom gehört zu den „neueren“ Orten im Angkor Areal. Erst im 12. Jahrhundert wurde der Ort als neue Hauptstadt des Angkor Reiches gegründet. In die komplett von einer Mauer eingeschlossenen Stadt kommt man durch 4 alte Stadttore, welche mittig in den jeweils 3 Kilometer langen Seitenwänden liegen.

Südtor nach Angkor Thom

Südtor nach Angkor Thom

Statuen an den Toren nach Angkor Thom

Statuen an den Toren nach Angkor Thom

Südtor nach Angkor Thom

Südtor nach Angkor Thom

Bayon Tempel im Angkor Thom

Mitten in Angkor Thom liegt der riesige Tempelberg Bayon (früher mal Madhyadri-Tempel genannt). Der Tempel ist ein buddhistischer Tempel, obwohl bei dem Khmer im 12./13. Jahrhundert durchaus auch der Hinduismus eine große Rolle spielte. Da der Erbauer, Jayavarman VII., selbst war Anhänger des Buddhismus war, wurde der Tempel Buddha geweiht.

Der Tempel selber ist riesig groß, wir sind da fast 2 Stunden durch gelaufen. Man kann über Treppen auch die verschiedenen Ebenen des Tempels erkunden und findet in vielen Kammern aktive Gebetsorte, teilweise in dunklen, etwas gruseligen Räumen. Vorteil von den Innenräumen ist es aber, dass es dort ein wenig kühler ist.

Bayon Tempel

Bayon Tempel

Oberster Turm des Bayon Tempel

Oberster Turm des Bayon Tempel

Zentraler Turm des Bayon Tempel

Zentraler Turm des Bayon Tempel

Nebengebäude des Bayon

Nebengebäude des Bayon

Gebetsraum im Bayon Tempel

Gebetsraum im Bayon Tempel

Wenn ihr selber die Angkor Anlagen mal besucht, achtet mal auf die vielen kleinen Details an den gigantischen Bauwerken. Unglaublich mit wie viel Mühe und mit welche Detailverliebtheit dort Reliefs eingearbeitet wurden. Diese erzählen oft viele kleine Geschichten aus der damaligen Zeit.

Terrace of Elephants im Angkor Thom

Nördlich vom Bayon Tempel stößt man nach einem kurzen Spaziergang auf die Terrasse der Elefanten. Die über mehrere Plattformen gehende, 350 Meter lange Terrasse ist verziert mit Elefanten und einer großen Elefantenjagd, dadurch kam es zu dem Namen.

Terrace of Elephants

Terrace of Elephants

Elefantenstatuen

Elefantenstatuen

Phimeanakas Tempel im Angkor Thom

Von der Terrasse der Elefanten führt in westlicher Richtung ein Weg Richtung Phimeanakas Tempel. Dieser pyramidenförmige Tempel ist rund 12 Meter hoch und ist über eine Brücke/Steg zu erreichen. In der Regenzeit kann das Gelände rund um den Steg durchaus mal unter Wasser stehen. Bei unserem Besuch suchten wir dort aber vergeblich nach Wasser.

Steh zum Phimeanakas Tempel

Steh zum Phimeanakas Tempel

Phimeanakas Tempel

Phimeanakas Tempel

Ruine auf dem Weg zum Phimeanakas Tempel

Ruine auf dem Weg zum Phimeanakas Tempel

Auf einem Parkplatz nördlich der Terrasse der Elefanten trafen wir dann unseren Bora wieder und es stand erstmal eine kleine Pause mit kalten Getränken und eisgekühlten Tüchern an. Die Temperaturen waren wirklich grenzwertig, für uns Europäer, die innerlich ja noch auf Winter eingestellt waren. 

Wir freuten uns auch über jedes Stück, welches wir bei Bora im TukTuk fahren konnten. Der Fahrtwind war wirklich angenehm und erfrischend. Und zum Glück ging es auf der nächsten Etappe ein klein wenig weiter weg. Ziel war der Ta Prohm, östlich von Angkor Thom gelegen und eine richtige Berühmtheit.

Ta Prohm – Auch Tomb Raider Tempel genannt

Richtig berühmt wurde der Ta Prohm Tempel durch den Film Tomb Raider, in dem Lara Croft einige wilde Kampfszenen in der Anlage hatte. Aber auch abgesehen von Hollywood ist der Tempel wohl einer der Bekanntesten in der Angkor Welt.

Grund dafür ist der verfallene Zustand der Anlage und den Bäumen, die scheinbar aus den Steinen und Gebäuden zu wachsen scheinen. Als die Restauratoren und Architekten der Neuzeit begannen die Anlagen von Angkor zu restaurieren wurde beschlossen einen der Tempel in dem Zustand zu lassen, wie er gefunden wurde. Die Wahl fiel dabei auf den Ta Prohm, wo bis heute die riesigen Würgefeigen auf den Gemäuern wachsen.

Bauliche Veränderungen wurden nur zur Absicherung der Besucher durchgeführt. So sind teilweise Durchgänge oder Außenwände gegen Einsturz abgesichert. 

Für uns war das mit Abstand der beeindruckendste Tempel auf unseren Besuch in Angkor. Dummerweise auch von tausenden von anderen Besuchern. Mit ein wenig Geschick und Geduld sind uns aber einige Aufnahmen gelungen, wo man die Touristenmassen nicht auf Anhieb erkennt.

Westliches Tor nach Ta Prohm

Westliches Tor nach Ta Prohm

Für Besucher von Ta Prohm ist es noch wichtig zu wissen, dass Teile des Tempels immer noch als Kloster dienen. Daher trifft man hier sehr viele Mönche und gelegentlich zieht der monotone Gesang von Mönchen durch die Anlage. Ein absoluter Gänsehaut-Moment, wo einem das Pipi in den Augen steht.

Mönch am Ta Prohm

Mönch am Ta Prohm – abseits des Trubels

Wir lassen Euch nun mal kurz mit den Bildern aus diesem sensationellen Tempel alleine – geniesst ein wenig die Eindrücke, bestaunt die alten Gebäude und die riesigen Bäume, deren Wurzeln sich auf den Steinen ausbreiten.

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Ta Prohm

Sensationell, oder? Und damit ihr mal einen kleinen Eindruck bekommt, wie es dort menschenmäßig aussieht, noch folgendes Bild:

Menschenmengen im Ta Prohm

Menschenmengen im Ta Prohm

Und auf dem Bild geht es noch. Kleiner Tipp, wenn ihr da unterwegs seid, habt einfach Geduld wenn ihr Fotos machen wollt. Viele Besucher sind da in großen Gruppen unterwegs, besonders asiatische Besucher. Die strömen generell als Herde durch die Anlagen und folgen ihrem Guide, der irgendein Stofftier hoch hält. Aber, genauso wie sie als Gruppe in so einem Tempel einfallen, verschwinden die auch wieder, wenn der Teddy am Galgen die Anlage verlässt. Das ist dann der Moment zum fotografieren, bevor das nächste Stofftier am Stiel die Anlage betritt.

Wir haben uns übrigens gefragt, wenn der Stofftierträger mal verschwindet – was passiert dann? Vermutlich streifen die Gruppen dann völlig verstört durch die Anlage und suchen ein neues Stofftier am Galgen. Aber, wir schweifen vom Thema ab… 

Wir zeigen lieber noch schöne Bilder aus Ta Prohm.

Bäume auf dem Dach in Ta Prohm

Bäume auf dem Dach in Ta Prohm

Bäume auf dem Dach in Ta Prohm

Bäume auf dem Dach in Ta Prohm

Tempel Ta Prohm

Tempel Ta Prohm

Tempel Ta Prohm

Tempel Ta Prohm

Wie ihr an dem Licht auf den letzten Bildern sehen könnt, war es inzwischen Nachmittag geworden. Und unsere Füße schrieen Feierabend – und das mit Nachdruck.

Nachdem wir auf dem Markt an der Ostseite von Ta Prohm unseren lieben Bora wiedergefunden hatten, einigten wir uns darauf Feierabend zu machen. Bora bestand aber darauf uns auf dem Weg noch einen kleinen Tempel zu zeigen, wo man auch nicht mehr viel laufen mussten. *seufz* Also gut, mach mal – sagten wir.

Prasat Kravan – Ein Hindu-Tempel in Angkor

Somit war die letzte Station des Tages der Prasat Kravan Tempel. Ein, Gott sei Dank, sehr kleiner hinduistischer Tempel, welcher dem Hindu-Gott Vishnu geweiht war. Und ganz ehrlich, Danke Bora, denn die kleine Anlage war in dem letzten Licht wirklich ein Hingucker.

Prasat Kravan Tempel

Prasat Kravan Tempel

Fazit unseres ersten Tages in Angkor

Für uns endete dann der erste Tag in der Welt von Angkor, mit einem Kopf voller Eindrücke, die alles übertroffen haben was wir uns vorgestellt hatten. Dabei hatten wir den berühmten Angkor Wat überhaupt noch nicht gesehen. Die schiere Größe von Angkor muss man selber erleben, das ist einfach schwer zu erklären. Auch wenn man sagt, dass Angkor größer als das heutige New York ist, kann man es sich nur schwer vorstellen. 

Für den nächsten Tag verabredeten wir uns mit Bora bereits um 4 Uhr am Morgen. Er würde uns so früh am Hotel abholen, damit wir den Sonnenaufgang am Angkor Wat aus der ersten Reihe sehen konnten. Dass das eine gute Idee und keine Minute zu früh war wird aber ein zweiter Teil unseres Reiseberichtes sein. Neben Angkor Wat haben wir uns noch eine Schule für mittellose Kinder angesehen, die von einem tollen Belgier geleitet und finanziert wird. Dazu aber später mehr.

Weitere Reiseberichte rund um Angkor und Siam Reap

Das war unser erster Teilbericht von unserem Ausflug nach Angkor. Wir hoffen die Informationen, unsere Geschichte und die Bilder gefallen Euch ein klein wenig. Über Kommentare, Fragen, Korrekturen (wenn wir mal wieder Unsinn verstanden haben) sind sehr gerne gelesen. Und natürlich wollen wir von Euch wissen, welches Foto euch am besten gefällt, das hat ja inzwischen Tradition hier.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

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Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

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