Bloggen und Technik

Aus dem Leben eines Foren Admin – Warum tue ich mir das eigentlich an?

DUS-Spotter.de im neuen Design

Hallo erst mal! Ich weiß nicht, ob ihr wißt, neben diesem Blog hier besitze ich noch zwei Foren, welche ich mit wunderbaren Leuten zusammen leite. Beide Foren sind Hobbyforen im Bereich Flugzeugfotografie. Flugzeugspotter (seit 2008) spricht dabei überregional Luftfahrtenthusiasten im deutschsprachigen Raum an, DUS-Spotter (seit 2011) ist dagegen ein lokales Forum für die Freunde und Spotter des Flughafens Düsseldorf.

Das Flugzeugspotterforum ist seinerzeit aus einer Gemeinschaft von Flugzeugfotografen in der Fotocommunity entstanden. Man wollte eine eigene, überregionale Plattform zum Austausch von Bildern und Informationen haben. Aus diesem Kreis setzt sich auch heute noch das Team zusammen, welches das Forum leitet.

DUS-Spotter.de wurde 2011 ins Leben gerufen, als das alte DUS-Forum seinen Betrieb einstellte. Wir haben dann einen kompletten Neustart unter neuem Namen gemacht, denn das alte Forum hatte einen etwas *hüstel* bescheidenen Ruf in der Spotterszene.

Im nachfolgenden Text möchte ich mal einige Dinge erklären und klarstellen, die uns als Team oft vorgeworfen werden. Das ist aber kein „Mimimi“-Beitrag, so viel vorweg. Die Arbeit in den Foren macht Spaß und die positiven Dinge überwiegen bei weitem.

Foren oder doch Social Media

DUS-Spotter.de im neuen Design
DUS-Spotter.de

Generell kann man heute auch mal den Sinn von Foren in Frage stellen. Es gibt doch Facebook, Google+ um sich auszutauschen, es gibt doch FlickR um seine Bilder zu zeigen und noch viele andere Möglichkeiten. Das ist erst mal richtig, aber ein Forum bietet diese Dinge alle auf einmal. Ich sehe alle Berichte von allen Usern gebündelt auf einer Plattform. Und versucht mal, einen Beitrag von User XY von vor ungefähr 5 Monaten bei Facebook zu finden… viel Spaß dabei!

Die meisten Foren kommen, gegenüber den Social Medias, dann allerdings ein wenig altbacken rüber. Da werden plötzlich Dinge von einem verlangt, die macht man doch bei Facebook und Co. auch nicht. Begrüßung? Tschüß sagen am Ende? Großbuchstaben verwenden, oder gar ganze Wörter schreiben – fürchterlich! Bei Twitter geht das doch auch alles ohne diesen Unsinn. Damit kommen wir dann aber zum nächsten Punkt.

Das geschriebene Wort – eine Geschichte voller Missverständnisse

Neue Ansicht von Flugzeugspotter.de
Flugzeugspotter.de

Das geschriebene Wort ist vielleicht die beste Erfindung der Menschheit, auch wenn im Laufe der Jahrtausende schon eine Menge Unsinn niedergeschrieben wurde. Aber es bietet uns die Möglichkeit, heute mehr denn je, unsere Meinung, unsere Erfahrung mit unzähligen Menschen auf der Welt zu teilen.

Nur eines können die Worte auch heute noch nicht, zumindest nicht ohne Probleme. Emotionen übermitteln, die man beim schreiben der Worte empfindet, vor allem in (hitzigen) Diskussionen über ein Thema. Es fehlt oft einfach die Gestik im Gesicht des Gegenübers, die man bei einem persönlichen Gespräch hat.

Diese Tatsache führt immer wieder zu Problemen, in allen Foren die ich kenne, nicht nur in den beiden oben genannten. Einer schreibt  mal Klartext zu einem Thema, vielleicht mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Empfänger fühlt sich dann hochgradig angepißt, weil er eben das Lächeln nicht sehen kann und schon nimmt das Drama seinen Lauf. Das gleiche passiert oft, wenn Ironie oder Sarkasmus ins Spiel kommen. Es gibt halt Menschen, die haben dafür keinen Sensor. Das ist im real Life meistens nicht schlimm, man kann es direkt erklären oder klarstellen. Im schriftlichen Umgang führt es oft genug zu Problemen.

Emoticons bzw. Smileys können da eine Menge abpuffern, aber auch nur begrenzt. Ja, es gibt sogar Leute, welche die Benutzung dieser Hilfsmittel als neumodisches Teufelswerk verurteilen.

Regeln in Foren – Der Umgang miteinander

Netiquette DUS-Spotter
Netiquette DUS-Spotter

Um einen vernünftigen Umgang miteinander zu gewährleisten sind somit Regeln in Foren unabkömmlich. Und alle Foren, in denen ich aktiv bin, ob als User oder als Admin, haben solche Regeln. Zum einem gibt es ja die so genannte Netiquette. Diese wurde schon zu Zeiten des Usenet erfunden.

Exkurs Usenet – für die jüngeren Leser eine Erklärung. Das Usenet war eine Art Diskussionsforum zu Zeiten, als man noch den Telefonhörer auf ein Gerät legen mußte (Akustikkoppler) um in das Internet zu kommen. Und das kostete pro Minute oder pro Kilo(!)Byte Geld, viel Geld, sehr viel Geld. *seufz*

Die erste Regeln in den Netiquetten der Welt lautet immer: „Vergiss niemals, das auf der anderen Seite ein Mensch sitzt“

Aufbauend auf diese Regeln, ergibt sich eigentlich der Rest.

Verschärfte Regeln in Foren – Manchmal notwendig

Als wir damals das erste Forum ins Leben gerufen haben, sind wie da sehr blauäugig an die Sache heran gegangen. Jeder durfte sich registrieren und los legen. Das war ein Fehler. Nun kommt es natürlich auf das Userpotential im Forum an. Es mag Foren geben, wo das funktioniert, bei anderen geht das nicht. Wir haben damals die Regeln ein wenig verschärft, mit folgenden Maßnahmen.

  • Angabe der persönlichen Daten ist Pflicht
    Bei der Registrierung mußten der komplette Name, die Adresse und der Wohnort mit angegeben werden. Damit sollte die Anonymität ein wenig genommen werden.
  • Begrüßung und Abschied sind Pflicht in einem Beitrag
    Es ist im schriftlichen Miteinander ein Ausdruck der Höflichkeit, seinen gegenüber zu begrüßen und sich zu verabschieden.
  • Vorstellung ist Pflicht
    Jeder User muß sich nach der Registrierung im Forum vorstellen. Erst danach erfolgt die Freischaltung für alle Funktionen des Boards.
  • Urheberrechtsverstöße werden gnadenlos behandelt
    Was wir schon an geklauten Bildern, kompletten Zeitungsartikeln und was weiß ich alles hatten. Meistens waren sich die User gar keiner Schuld bewußt. Nur es besteht nun mal ein Unterschied zwischen dem Teilen von Inhalten bei Facebook und dem Einbinden eines fremden Contents in ein Forum.

Die beiden ersten Vorgaben haben wir mittlerweile wieder gelockert. Es reicht bei der Registrierung die Angabe des realen Vornamen. Diesen halten wir aber für wichtig, wenn ich jemanden in einer Diskussion anspreche, dann sage ich lieber „Stefan“ als „SuperRambo3812“. Ich bin da vielleicht altmodisch, ok, aber so ist das nun mal.

Bei der Begrüßung legen wir Wert darauf, das neue Themen damit begonnen werden. Wenn in einem Threadverlauf dann darauf verzichtet wird, ist das in Ordnung.

Wo es nichts zu lockern gibt, ist bei den Urheberdingen. Ich sehe immer wieder Foren, die das Thema wohl sehr relaxed angehen. Das bekommen wir auch öfters vorgehalten. Nur, diese Forenbetreiber findet  man irgendwann in Rechtsforen wieder, wo sie dann rumweinen, wenn die Abmahnung auf dem Tisch liegt. Ich finde die momentane Situation mit den Urheberrechten in Deutschland, und vor allem die daraus resultierende Abmahnpraxis fürchterlich. Nur, so lange die Situation so ist, wird da gnadenlos durch gegriffen. Das geht in unseren Foren, im mehrfachen Wiederholungsfall, sogar bis zum Ausschluß des Users. Alternativ müßte man da sonst rund um die Uhr hinterher moderieren.

Das sind aber auch schon alle „besonderen“ Regeln, welche wir in unseren Foren haben, natürlich neben der Netiquette.

Anmelden – ja oder nein – eine digitale Entscheidung

Als potentieller User bekommt man diese Regeln bei der Registrierung zu lesen. Eigentlich gibt es an dieser Stelle doch nur noch zwei Möglichkeiten.

  1. Ja, ich akzeptiere diese Regeln und nehme an dem Forum teil.
  2. Nein, ich finde die Regeln doof, ich gehe weg.

Soweit zur Theorie. In der Praxis sieht das dann oft ganz anders aus, dazu aber später mehr, bei den Usertypen.

Das Forenteam – Einigkeit macht Stark

DUS-Spotter-Team
DUS-Spotter-Team

Die ganzen, schönen Regeln nutzen nix, wenn man die nur auf die Seite schreibt ohne die auch umzusetzen. Ein Großteil der User hält sich in der Regel auch da dran. Dem restlichen kleinen Teil muß man schon mal einen netten Hinweis geben. Wir machen das z.B. mit einer Standardmail zur Beitragsgestaltung, wo User darauf hin gewiesen werden und auch noch mal die Links zu den Stellen in den Regeln bekommen.

Was man aber dringend braucht ist ein starkes Team aus Admins und Moderatoren, welche auf einer Wellenlänge zusammen arbeiten. Nach außen muß unbedingt eine einheitliche Linie gefahren werden. Intern wird auch mal diskutiert, werden Regeln in Frage gestellt oder über „Verfehlungen“ von Usern gestritten. Nur, nach außen gilt es als Einheit auf zu treten.

Wie findet man nun diese guten Teammitglieder. Nun, das ist  nicht ganz einfach. Am besten ist es immer noch, wenn man die Leute auch im real Life bereits kennt und weiß, wie die ticken. Aber auch im Forenalltag erkennt man immer wieder mal User, welche sich durch einen besonders sachlichen Umgang in Streitthemen hervor tun. Diese kann man dann einfach mal als „Testmoderator“ einbinden. Bisher lag ich damit noch nie daneben.

Ganz wichtig für eine funktionierende Moderation ist es, dass die Kommunikation der Teammitglieder untereinander perfekt funktioniert. Alle müssen immer den gleichen Stand haben, sonst gibt es große Probleme! Dies ist aber in den beiden genannten Foren perfekt organisiert.

Die Moderation des Forums – Ein Drahtseilakt

Diskussionsbereich DUS-Forum
Diskussionsbereich DUS-Forum

Dieses Team muß nun das Forum moderieren. Hört sich einfach an, ist es aber oft nicht. Lauf Definition soll ein Moderator „ein Gespräch lenken oder lenkend in eine Kommunikation eingreifen“. Nun, so weit – so gut.

Die einfachste Tätigkeit in einem Forum ist hier noch die Überwachung auf doppelte Beiträge, die zusammen geführt werden müssen oder das Verschieben von Beiträgen in die richtigen Forenbereiche.

Kritisch wird es, wenn es Diskussionen gibt, welche zu eskalieren drohen oder bereits explodiert sind. Da ist erst mal Fingerspitzengefühl gefragt. Man muß versuchen, die Diskussion wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Oft funktioniert das, ab und zu ist es aber nicht mehr möglich. Dann bleibt einem nur noch die Möglichkeit, das Thema zu schließen und damit die Diskussion zu beenden, welche sich ja ab einem bestimmten Punkt meistens eh nur noch im Kreis dreht.

Diesen Fall habe ich in den letzten 6 Jahren bereits einige Male erlebt. Meistens war dann, mit der Schließung des Themas auch Ruhe.

Es gibt aber Fälle, wo es dann in einem anderen Thema weiter geht, oder hinter den Kulissen mit Privaten Nachrichten usw. Hier ist dann auch irgendwann ein Punkt erreicht, wo man mal auf den Tisch hauen muß. Diese Aufgabe habe bisher meist ich, als Administrator übernommen. Zum Glück gab es diesen Punkt nur sehr selten… einige User der Foren werden sich aber bestimmt erinnern und sind vielleicht immer noch erschrocken. Sorry dafür.

Das Problem ist, das einem in solchen Fällen meistens Zensur vorgeworfen wird oder gar die Verletzung des Grundrechtes auf freie Meinungsäußerung. Dabei liegt es uns fern, auch nur eine Diskussion zu unterdrücken, so sie denn zum Thema des Forums paßt. Aber die Art und Weise der Debatte liegt uns schon am Herzen. Und wenn da gewisse Spielregeln nicht beachtet werden, es anfängt persönlich oder beleidigend zu werden, dann muß vom Team eingeschritten werden. Punkt!

Die Usertypen

Im Laufe der Jahre, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es verschiedene Usertypen im einem Forum gibt. Diese möchte ich hier mal auflisten – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Unsichtbaren

Das sind meist die Gäste im Forum, also nicht registrierte User. Dazu kommen in unserem Forum noch die User, welche sich zwar anmelden aber nie eine Vorstellung schreiben. Diese lesen mit, können nicht antworten. Somit machen sie natürlich auch keine Probleme. Die inaktiven User, also die ohne Vorstellung, löschen wir einmal im halben Jahr raus. Es ist zwar schön für die Forenstatistik, wenn man viele User vorzeigen kann. Nur bringen einem diese User im Forenleben mal gar nichts.

Die Stillen

Die „stillen“ User melden sich an, schreiben auch eine Vorstellung und noch ein oder zwei Beiträge und das war es dann. Sie sind oft regelmäßig im Forum angemeldet, lesen aber nur. Ich habe persönlich mit solchen Usern überhaupt kein Problem. In vielen Fachforen bin ich selber genau so ein User. Ich kann teilweise selber nicht viel zu den Themen beitragen, konsumiere aber sehr gerne das dort angebotene Wissen. Aus Sicht eines Moderators ist dieser Usertyp in der Regel sehr unproblematisch.

Die Normalen

Hier reden wir über gut 80-90% der User, die angemeldet sind und am Forenleben teilnehmen. Manche schreiben täglich, andere wöchentlich, wieder andere einmal im Jahr. Diese Gruppe unterteilt sich noch in „Nehmer“ und „Geber“, so nenne ich die jetzt mal. Die einen liefern Content, wie Bilder oder Wortbeiträge, die anderen konsumieren diesen Inhalt, kommentieren aber auch oder stellen Fragen. Für das Forenteam sind die normalen User der Alltag. Da werden mal Beiträge doppelt erstellt, stehen im falschen Themenbereich oder es kommen Fragen zur Bedienung des Forums. Hier und da muß man mal eingreifen, weil die Beitragsgestaltung ein wenig spärlich ist – alles also Kleinigkeiten, die absolut menschlich und normal sind. Hier kommt es ab und zu vor, das auch mal die bereits angesprochene Standardmail bzgl. der Beitragsgestaltung verschickt wird. 95% der Angeschriebenen reagieren da sehr verständnisvoll drauf und achten anschließend da drauf.

Eine Besonderheit haben wir noch in den genannten Foren: In Fotoforen hat man oft noch das Problem, das gerade Anfänger Bilder zeigen, die vielleicht nicht den Anforderungen an so ein Forum genügen. Wir versuchen hier aber, zusammen mit den erfahrenen Usern, diesen Leuten zu vernünftigen Ergebnissen zu verhelfen. Das klappt eigentlich immer, bei dem Einen früher, bei dem Anderen schon mal etwas später. Hier muß man manchmal die „Qualitätsfanatiker“ ein wenig bremsen und diese bitten, einfach mal Fünfe gerade sein zu lassen.

Die stillen, tiefen Wasser

Eigentlich gehören diese User in eine der zwei zuvor beschriebenen Gruppe. Sie sind unauffällig, nett, nehmen am Forenleben teil und alles ist gut. Aber ein Beitrag, manchmal nur ein Spruch, und die eskalieren komplett. Da sitzt man dann kopfschüttelnd vor dem Monitor.

Nun, jeder hat mal einen schlechten Tag und bekommt dann noch was in den falschen Hals. Daher ist das meisten ein korrigierbarer Ausbruch. Die meisten User dieses Typs bekommt man wieder eingefangen und es wird dann alles wieder gut. So soll das dann auch sein!

Die Ignoranten

In einigen wenigen Fällen werden unsere Hinweise aber geflissentlich ignoriert. Das kann dann schnell nervig werden. So lange es nur um die Beitragsgestaltung geht, kann man noch mit der Methode „steter Tropfen höhlt den Stein“ arbeiten und ab und zu mal drauf hinweisen.

Anders sieht es aber bei einem wiederholten Urheberverstoß aus. Da muß man dann durchgreifen und sich in letzter Konsequenz von dem User trennen. Alleine schon, um den Geldbeutel des Forenbesitzers zu schonen. Ein einzelner Verstoß kann man vorkommen, das ist keine Frage. Gerade in der heutigen Zeit ist bei erschreckend vielen Leuten nur wenig Unrechtsbewusstsein vorhanden, gerade wenn es um Bilder geht. Da wird dann argumentiert, das die Bilder ja öffentlich im Internet stehen und man solle da nicht so einen Aufriß drum machen.   An so einem Punkt muß man dann abwägen, will man den User dann mit durch ziehen und ein „kalkulierbares“ Risiko am Bein haben oder trennt man sich besser.

Die Akzeptierer

Dann gibt es noch einen kleinen Teil User, welche die Regeln des Forums wohl akzeptieren aber nur zähneknirschend. Da kommen dann ab und zu mal Spitzen gegen die Regeln, oder es werden Diskussionen darüber angefangen. In den meisten Fällen reagiert dann aber ein Teil der anderen User schon, um man muß da als Mod/Admin gar nicht großartig eingreifen.

Die Rebellen

Dieser Usertyp kommt, zum Glück, nur sehr selten vor. Bei der digitalen Fragestellung, ob ich die Regeln akzeptiere oder dem Forum fern bleibe, hat er eine dritte Variante erschaffen. Er registriert sich trotz der „doofen“ Regeln im Forum und ignoriert diese vom ersten Tag an. Aufforderungen, diese Regeln doch bitte einzuhalten werden entweder völlig ignoriert oder es werden die Regeln direkt als solche in Frage gestellt.

So lange dies noch im Background des Forums passiert, also im persönlichen Kontakt zu dem Moderatoren, ist das alles nur nervig aber nicht weiter schlimm. Das wird es erst, wenn diese Diskussion öffentlich im Forum geschieht. Man kann dann versuchen, die Debatte wieder in den Background zu ziehen, was aber meistens an dieser Stelle nicht mehr gelingt. Zumindest sollte man dann aber dafür sorgen, dass die entbrannte und meist schon eskalierte Diskussion nicht in einem öffentlichen Bereich des Forums statt findet, welcher auch für Gäste und Besucher einsehbar ist.

Leider ist so eine foren-interne Grundsatzdiskussion meist keine schöne Sache. Es eskaliert meistens sehr schnell und heftig, wird persönlich und oft auch beleidigend. Wenn man dann als Admin/Moderator, bei aller auferlegter Sachlichkeit, auch mal Klartext schreibt, wird einem meist vorgeworfen, dass man genau das als Admin/Moderator nicht dürfe… Dies geschieht auch ungeachtet der Dinge, die man sich als Team dort vorher anhören durfte und was einem vor den Kopf geworfen wurde. Wenn man dann hin geht, die Diskussion beendet, weil sie sich nur noch im Kreis dreht oder so weit unter der Gürtellinie angekommen ist, das es peinlich wird, sieht man sich oft mit der Argumentationskeule „Meinungsfreiheit“ konfrontiert. Alle Hinweise darauf, das man selber ja jede Meinung zu läßt, wenn sie denn mit einem gewissen Grundniveau geäußert wird, wird einem im Mund umgedreht – wie eigentlich alle Argumente die man selber dort vorbringt.

An dieser Stelle, oder auch schon früher springen einem meistens und Gott sei gedankt, bereits zahlreiche normale User zur Seite, die einen unterstützen. Das wird dann auch sehr dankend angenommen. Aber trotzdem bleibt einem meist nichts anderes über, als das Thema zu schließen und meistens muß auch der „Rebell“ aus dem Forum entfernt werden.

Mein Ratschlag ist hier meistens: Mache doch mal DEIN Forum, mit DEINEN Regeln. Wenn es funktioniert, dann bin ich der Erste, welcher den Hut zieht und das akzeptiert. Nur, das ist mit Aufwand, Geld und Arbeit verbunden… also ein wenig mehr als das Besserwissern – es ist bis heute nicht passiert!

Diese extreme Form habe ich aber in den 6 Jahren erst drei- oder viermal erlebt. Und ganz ehrlich, das muß ich auch nicht öfters haben. Vor allem, in Foren, wo ein um ein Hobby geht, will man seine Freizeit mit Freude und Spaß verbringen.

Die externen Kritiker

Der letzte Usertyp ist eigentlich gar kein User des Forums. Es sind vielmehr Leute, die mal gehört haben – vom Schwager der Freundin, dessen Bekannter, welcher einen Schäferhund beim Nachbarn in Pflege hat, dass das Forum und die Regeln dort total bekloppt sind. Dies passiert meist, und bei jeder aufkommenden Möglichkeit, in anderen Foren oder über die Social Media Kanäle.

Dies ist aber ein Punkt, wo man selber nicht viel machen kann. Ich biete den Leuten dann immer an, sie sollen doch einfach mal am Forum teilnehmen um sich eine eigene Meinung zu bilden. Bezeichnenderweise ist bis heute keiner der Kandidaten auf das Angebot eingegangen. Daher bleibt nur die alte Usenet-Weisheit: „Don’t feed the Trolls!“

Fazit

Wenn man das jetzt alles so liest, kommt man zu der Frage aus dem Titel des Beitrages hier!

Warum tue ich mir das eigentlich an?

Nun, die hier geschilderten Fälle und Problemusertypen sind die Ausnahme. Auch wenn die in dem Moment, wo es eskaliert, wirklich an den Nerven sägen, so ist doch der größte Teil des Forenlebens durchaus positiv.

Die vielen, guten Beiträge, welche viele Informationen enthalten die auch für mich als Forenbetreiber wertvoll sind – da habe ich Freude dran.

Und ich habe über die Foren bereits so viele tolle Menschen auch im real Life kennenlernen dürfen, das möchte ich nicht missen. Nun, das könnte ich auch alles in Foren anderer Leute haben, aber wenn die nun mal keiner macht…

Gerade wenn man die Leute dann mal persönlich kennen lernt, weil man zusammen auf Fototour ist, ist auch so mancher User, welcher einem im Forum noch „suspekt“ rüber kommt, plötzlich ein ganz patenter Kerl. Natürlich kann man nicht mit allen und jedem dicke Freundschaft schließen, man kann aber sehr wohl den meisten Leuten mit der nötigen Portion Respekt gegenüber treten, auch im geschriebenen Wort.

Auch die Tatsache, das viele User einem im persönlichen Gespräch oder in privaten Mitteilungen versichern, wie toll sie das Forum finden und wie gut der Ton dort ist, der gepflegt wird, lassen einen hoffen, doch irgendwie was richtig zu machen, genauso wie die steigenden Userzahlen und Beitragszahlen.

Bei all diesen Dingen darf man aber eine wichtige Sache nicht vergessen: Das „Kapital“ des Forums sind die aktiven User. Denn ohne die kann ein Forum nicht funktionieren und die Teammitglieder hätten viel Zeit. Aber, das will ja auch keiner. Nur, man kann es niemals allen Recht machen. Sind die Regeln zu streng, dann wird von einigen genörgelt – lockert man die Regeln ein wenig, verlassen plötzlich altgediente User das Forum, weil es ihnen zu flippig und jugendlich wird. Irgendwo dazwischen liegt dann wohl die gesuchte Linie!

Weitere Artikel von Bloggern zum Thema Foren:

So, und nun, Feuer frei. Es darf gerne kommentiert werden und diskutiert werden, aber haltet euch an die Regeln!

Danke für das Lesen des Beitrages!
Wir zwei beiden im Arches NationalparkÜber einen Kommentar würden wir uns riesig freuen! Ihr dürft den Beitrag auch sehr gerne über Eure Social Media Kanäle teilen. Beides zaubert uns immer ein Lächeln ins Gesicht.

Neu hier im Blog? Dann schau doch mal wer wir sind oder was wir auf diesem Blog anbieten.

Ganz besonders ans Herz legen möchte wir die Reiseberichte unserer Rundreisen, unsere Reisetipps und die Fototipps für schönere Urlaubsbilder. 

Sucht ihr noch ein passendes Weihnachtsgeschenk? Unsere USA-Kalender sind jetzt im Handel erhältlich. Schaut doch mal auf unsere Kalenderseite.

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Über den Autor

Thomas Jansen

Thomas, 68er Jahrgang, aus dem schönen Mülheim an der Ruhr im Ruhrpott. Zusammen mit der besten Ehefrau der Welt auf Reisen. Und sonst?
Arbeiten // Fotografieren // Bloggen // Spotten // Slotten // Lesen

13 Kommentare

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  • Hallo Thomas!

    Super Artikel und ein guter Einblick in den Alltag eines Foren-Admins. An dieser Stelle ein großes Dankeschön für Deine Arbeit und die Deiner Mitstreiter (Co-Admins, Mods, etc.).
    Ich bin selber in den beiden Foren, die von Dir erstellt wurden, angemeldet und genieße es dort unterwegs zu sein.

    Viele Grüße

    Kai

  • Hier braucht es nur die Regeln des gesunden Menschenverstandes… das reicht hier! 😉

    Das mit CommentLuv ist ja merkwürdig. Ich gehe mal auf Fehlersuche. Im Moment läuft das allerdings noch als Test, ich weiß noch nicht, ob ich das so lasse.

    LG Thomas

  • Hallo

    Ich finde dein Forum interessant. Ich habe 5 Jahre am Frankfurter Flughafen gearbeitet und habe sehr viele und schöne Bilder von Flugzeugen gesamellt.

    Grüße

  • Hallo Thomas,

    sehr schöner Artikel. Freue mich, dass ich Dich inspirieren konnte.
    Ich denke nicht, dass social media den (aktiven) Foren so bald den Rang ablaufen kann.
    Ich habe über Foren auch schon einige nette Menschen kennen gelernt, aus denen auch richtige Freundschaften entstanden sind.

    Wünsche Dir weiterhin viel Spaß mit Deinen Boards

    LG Hans

  • Haha… ja die Foren-Nutzer sind einfach ein ganz spezieller Typ Mensch. Bin zwar nicht wie du Administrator eines Forums, bin aber in etlichen registriert und kann daher ganz gut verstehen, auf was du dich beziehst.

    Vergessen in der Auflistung hast du vielleicht noch den Spammer. Meldet sich an, um irgendeinen Mist zu posten!

  • Sehr ausführlicher Artikel! Hat mich erstmals hinter die Kulissen eines Foren-Administrators schauen lassen. Ist ja saumäßig Arbeit! 🙂 Aber lohnt sich eigentlich für die ganze Internetgemeinschaft, weil man oft die besten Antworten auf eine gegoogelte Frage in Forenbeiträgen findet. Hier ein Lob an jeden Foren-Admin/Moderator! Auch an dich Thomas, alle Achtung!

    Sonnige Grüße aus Bielefeld
    Daniel

    • Naja, das mit der Arbeit ist gar nicht soooo viel, wenn, ja wenn man ein gutes Team hat. Dann verteilt sich das auf mehrere Schultern und ist recht überschaubar.

      Nur ganz ohne Aufwand geht es natürlich nicht. In dem Artikel ist ja auch noch gar keine Rede von der technischen Seite. Design erstellen, Software installieren, regelmäßig Updates einspielen, usw…, das kommt ja auch noch dazu.

      Mir macht das aber alles Spaß und somit investiere ich gerne meine Zeit da rein.

      LG Thomas

  • Hallo Thomas,

    auch auf diesem Wege noch einmal Danke für deinen tollen Kommentar zu meinem Blog-Beitrag „Macht ein Forum eigentlich noch Sinn in der heutigen Zeit ?“.

    Da du ja auf deinen eigenen Blog-Artikel hingewiesen hast ( Super Hinweis außerdem ), musste ich gleich deinen Beitrag lesen und ganz klar schreiben:
    Ein absolut toller Beitrag.
    Besonders die detailierte Darstellung der unterschiedlchen Usertypen ist dir aus meiner Sicht hervorragend gelungen.

    Ich selber betreibe seit letzten Jahr für meine Internetseite Weihnachts-Lichter.de ein entsprechendes Forum, welches sich um das Weihnachtsbeleuchtung kümmert.
    Da es sich hierbei, in logischer Konsequenz, um ein saisonales Forum handelt habe ich bei diesem Forum noch nicht so viele Erfahrungen sammeln dürfen.

    Bis vor kurzem habe ich noch das deutsche Forum für die Blogsoftware Dotclear mit einer weiteren Person zusammen geführt. Jedoch haben wir uns aus gewissen Gründen dazu entschieden dies Forum einzustellen.
    Wir hatten leider aufgrund der eingesetzten Foren-Software sehr sehr stark mit Spammern zu kämpfen und konnten leider die Beiträge auf eine andere Forensoftware nicht migrieren. So blieb uns nur die Schließung.

    • Jo, das mit den Spammern ist in Foren auch noch so eine Baustelle. Als Forensoftware setze ich die Lösung von Woltlab ein. Und die neueste Version fängt Spammer super ab und es kommt im Forum keiner mehr an. Nur, es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis die Spammer da einen Weg finden. Mit der alten Software hatten wir so zwischen 15 und 20 Spammer pro Woche. Nur, durch unsere Technik, das neue User sich erst vorstellen müssen, bevor sie Zugriff auf das Forum bekommen, konnten die nur im Vorstellungsbereich was posten – und das war überschaubar – trotzdem aber nervig.

      Ich werde jetzt mal Deinen Artikel, und den vom Hans, oben noch verlinken.

      LG Thomas

  • Hallo Thomas,

    auch wenn dein Artikel schon etwas alt ist, wollte ich dir nicht vorenthalten, dass ich ihn sehr interessiert gelesen habe.

    Ich habe mich 1 zu 1 in deinen Schilderungen wiedererkannt.

    Selbst betreibe ich ohne Unterbrechungen 10 Jahre ein Zeichnen Forum in dem es leider das ein oder andere Mal auch rund ging.

    Die schönen Zeiten und das gute Feedback, das man aber oft bekommt, entschädigen für all die schlaflosen Nächte, die man doch manches Mal hatte (nicht nur wegen nerviger User, sondern auch wegen der Technik).

    Abgesehen davon, dass ich kaum jemanden im Reallife treffen konnte, da alle viel zu weit weg wohnen (habe Mitglieder, die über ganz Deutschland verteilt sind, Österreich, Schweiz und sogar Spanien).

    Der echte Kontakt kommt dann aber durch Grußkarten und Ähnliches zustande. 🙂

    Gruß Steffi

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