Zuletzt aktualisiert am 17. Dezember 2018 um 9:35

Bangkok – was haben wir mit dieser riesigen Stadt gefremdelt. Auf unseren letzten Reisen hat es uns nur zum Flughafen und einzelnen Hotels für eine Nacht vor der Abreise oder nach der Einreise in die Stadt gebracht. Unsere Eindrücke waren da eher mäßig. Voll, laut, stickige Luft, irgendwie nicht unser Ding. Auch unser diesjähriger Trip startete mit einer einzelnen Übernachtung in Bangkok. In einem zentral gelegenen Hotel haben wir eine Nacht verbracht, bevor uns mehrere Taxifahrer zum Bahnhof brachte, einer alleine schaffte die Herausforderung nicht, um nach Kanchanaburi zu flüchten.

Die Eindrücke von Bangkok waren auch bei diesem Kurzaufenthalt nicht dazu angetan, uns auf die Stadt zu freuen. So überlegten wir auf unserer Reise ständig, ob wir uns Bangkok wirklich antun wollen, am Ende der Reise. Wir schmiedeten schon Pläne zur Küste zu fahren, statt in die riesige Metropole. Am Ende war das aber alles nur halbgar – und wir beschlossen uns einfach mal offenen Herzens auf die Stadt einzulassen und ihr eine faire Chance zu geben. Und am Ende haben wir es nicht bereut. Bangkok wird wohl niemals unsere Lieblingsstadt werden, aber so schlimm wie wir es befürchtet haben, war es dann nicht.

Ein gutes Hotel ist eine Grundlage

Freunde von uns hatten uns den Tipp gegeben, ein Hotel direkt am Fluß, dem Chao Phraya, zu nehmen. Auf diesem kann man mit Booten viele der wichtigen Punkte in der Stadt ganz unkompliziert erreichen. Wir hatten uns somit vor der Reise für das Baan Wanglang Riverside Hotel (** Booking) entschieden.

Baan Wanglang Riverside Hotel

Baan Wanglang Riverside Hotel

In dem schönen Hotel hatten wir eines der drei Zimmer, mit Balkon und Blick direkt auf den Fluss. Das Hotel liegt am westlichen Ufer des Chao Phraya, eingebettet in den riesigen Baan Wanglang Markt und nur 5 Gehminuten von gleichnamigen Anleger der Schnellboote entfernt. Der Königspalast liegt schräg gegenüber und kann mit einer Fähre erreicht werden. Wie sind am frühen Nachmittag angekommen, angereist per Flieger und Taxi aus Kambodscha, und haben erstmal einen Streifzug über den riesigen Markt gemacht und dabei die vielen Eindrücke (und leckeren Gerüche) genossen.

Nach dem Streifzug über den tollen Markt waren wir aber platt und haben den restlichen Nachmittag einfach auf unserem Balkon genossen. Dabei war es wirklich spannend, das wahnsinnige Treiben auf dem Chao Phraya River zu beobachten. Nach dem Abendessen im hoteleigenen, sehr guten Restaurant haben wir den Tag dann in der hoteleigenen kleinen Rooftop-Bar ausklingen lassen

Das Hotel war schon eine sehr gute Wahl. Die Lage war ideal um mit den Schnellbooten überall hin zu kommen, der Markt sorgte tagsüber für richtig viel Leben rund um das Hotel. Umso ruhiger wurde es am Abend, wenn der Markt geschlossen wurde. Fußläufig waren außerdem noch einige sehr gute Restaurants zu erreichen. Also, von uns einen Daumen nach oben für das Baan Wanglang Resort. Wenn ihr dort wohnen wollt, dann schaut eines der drei Balkon-Zimmer zu bekommen – der Ausblick ist den Mehrpreis wert.

Der erste Tag – das traditionelle Touristenprogramm

Für den ersten Tag in Bangkok haben wir uns für das traditionelle Touristenprogramm entschieden. Königspalast mit dem Wat Phra Kaeo Tempel, Wat Arun und natürlich den riesigen liegenden Buddha am Wat Pho. 

Mit der Fähre ging es also rüber zum Wat Phra Kaeo Tempel, der zum Komplex des großes Palastes gehört. Der große Palast selber war wegen der anhaltenden Trauerfeiern um den verstorbenen König für Besucher gesperrt. Aber alleine die riesige Tempelanlage ist mehr als einen Besuch wert. 

Wat Phra Kaeo Tempel und der Große Palast

Auf dem Weg vom Anleger haben wir dann auch Bekanntschaft mit den TukTuk-Fahrern gemacht, die uns erzählen wollten, dass der Palast und der Tempel geschlossen sind und wir doch lieber mit ihnen (oder einem Verwandten) eine „tolle Tour nur für Euch“ machen sollen. Gut, dass wir vorab über solche Tricks gelesen hatten, also haben wir freundlich Danke gesagt und sind weiter zum Wat Phra Kaeo Tempel gegangen – der natürlich geöffnet hatte.

Nicht nur Touristen marschieren zum Großen Palast

Nicht nur Touristen marschieren zum Großen Palast

Wer keine Menschemassen mag, der ist da aber falsch aufgehoben. Abertausende Touristen aus der ganzen Welt, gepaart mit vielen Einheimischen strömen ab dem frühen Morgen zum Großen Palast. In der Anlage verlaufen sich die Massen ein wenig. Trotzdem war es teilweise wirklich schwierig in Ruhe Fotos zu machen. Wir haben uns teilweise in etwas abgelegenere Bereiche der Anlage geflüchtet und haben uns viele kleine Details angeschaut, an denen die vielen Gruppen einfach vorbei marschierten.

Vom Großen Palast konnten wir nur ein Foto von außen machen. Nach dem Tod des Königs Bhumibol dauerten die Trauerfeierlichkeiten ab. Nur Trauergruppen konnten bestimmte Bereiche des Großen Palastes betreten und da wollten wir als  Touristen nun wirklich nicht störend rein platzen. Einige Touris hatten da weniger ein Problem mit und versuchten dreist in die Feierlichkeiten zu marschieren um dort auch noch Fotos zu machen.

Der Große Palast

Der Große Palast

Die Anlage rund um den Tempel und den Palast war wirklich sehr beeindruckend. Die Menschenmassen muss man einfach ausblenden, auch das Verhalten von vielen anderen Touristen, sonst wird es mit dem Geniessen wirklich schwierig. 

Wat Arun

Mit dem Schnellboot ging es nur eine Haltestelle weiter zum Wat Arun. Und hier hatten wir richtig Glück. Der zentrale Turm war wunderschön in ein Baugerüst verpackt. *grummel* Nunja, dann müssen wir da halt nochmal wiederkommen, es hilft ja nichts. Die kleinen Nebentürme und die kleinen Gebetshäuser rund um den Wat Arun waren aber umso schöner anzusehen.

Wat Arun

Wat Arun

Wat Pho und der liegende Buddha

Wieder eine Haltestelle weiter auf dem Chao Phraya River erwartete uns die letzte Station der Big 3 Touristenpunkte von Bangkok, der riesige liegende Buddha und der dahinter liegende Wat Pho Tempel. Dieser Tempel hat uns im Bangkok am besten gefallen. Das mag auch daran gelegen haben, dass die meisten Menschenmassen sich nur für den liegenden Buddha interessiert haben und den dahinter liegenden Tempelkomplex ignoriert haben. Hier war es angenehm leer, im Vergleich zum Wat Arun und Wat Phra Kaeo Tempel.

Der Wat Pho liegt südlich im Großen Palast in der historischen Altstadt von Bangkok. Sein offizielle Name lautet übrigens Wat Phra Chettuphon Wimon Mangkhalaram Ratchaworamahawihan – das kann nur kein Mensch aussprechen. Die Gründungszeit liegt irgendwo im 17. Jahrhundert, so genau weiß man das nicht. Auf jeden Fall ist der Tempel heute noch aktiv. Überall trifft man auf betende Mönche oder auf Unterrichtsgruppen, die unter freien Himmel stattfinden.

Natürlich haben wir uns auch den großen liegenden Buddha angeschaut. Hier herrschte allerdings eine Art Herdentrieb durch die Halle rund um die Buddha-Figur. Die unglaubliche Größe ist aber schon sehr beeindruckend, sollte man auf jeden Fall einmal gesehen haben.

Liegender Buddha

Liegender Buddha

Nach den drei Stationen waren wir dann auch durch, vor Allem durchgeschwitzt. Es war drückend heiß an dem Tag in Bangkok. Also ging es zum Ausklang des Tages zurück ins Hotel, nicht ohne nochmal über den schönen Markt an unserem Hotel geschlendert zu sein.

Der zweite Tag – Ab auf die Insel Ko Kret!

Ja, in Bangkok gibt es eine Insel. Es handelt sich dabei um die Flußinsel Ko Kret, die irgendwann um 1722 entstanden ist. Durch Kanalarbeiten für die Schifffahrt ist das Stück Land vom restlichen Festland abgeschnitten worden. Die Insel bot lange einem Volksstamm aus Myanmar Heimat, den Mon. Diese verdienten ihren Lebensunterhalt dort mit verschiedenen Handwerksarbeiten. Noch heute findet man auf der Insel zahlreiche, kleine, sehr hübsche Töpfereien. Aber auch 6 tolle Tempel und zahlreiche Künstlergalerien belohnen den Besucher der kleinen Insel mit schönen Eindrücken.

Der Weg nach Koh Kret war eigentlich recht einfach. Mit dem Schnellboot (rote, gelbe oder grüne Linie) geht es nach Norden bis zur Endstation Nonthaburi (Pibul 3). Von dort ging es mit dem TukTuk weiter nach Wat Klang Kret, noch weiter im Norden. Die TukTuk-Fahrt dauerte ca. 20 Minuten. Am Wat Klang Kret findet man dann eine Minifähre, die einen nach Ko Kret übersetzt.

Supermarkt und Ticketschalter für die Fähre nach Ko Kret

Supermarkt und Ticketschalter für die Fähre nach Ko Kret

Die Fähre nach Ko Kret

Die Fähre nach Ko Kret

Auf der Insel Ko Kret gibt es einen Rundweg, der einen einmal um die ganze Insel führt. Diesen etwa 7 Kilometer langen Weg kann man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Autos sind auf der kleinen Insel verboten. Wir haben uns für das Fahrrad entschieden, die man dort an jeder Ecke für rund 30 Baht pro Tag leihen kann. Ok, die Gefährte waren ein klein wenig abenteuerlich aber es hat richtig Spaß gemacht. Nur einen etwa 1 Kilometer langen Abschnitt muss man die Räder schieben, da sich der Weg durch einen engen Markt windet.

Nach unserem ersten Tag im Herzen von Bangkok war der Tag auf der kleinen Insel Ko Kret eine willkommene Abwechslung. Besonders der „hintere“ Teil der Insel ist wunderbar ruhig. Man radelt durch kleine Dörfchen oder durch kleine, dschungelähnliche Wälder. Auch kulinarisch wurde wieder einiges geboten, wobei wir darauf verzichtet haben, die lokalen Frösche zu probieren.

Am späten Nachmittag haben wir die Räder wieder abgegeben und sind mit dem Schnellboot wieder zu unserem Hotel gefahren.

Fazit – Bangkok ist doch nicht soooo schlecht

Ok, Bangkok ist immer noch voll, laut, stickig – aber es hat auch seinen Charme, wenn man sich auf die Stadt einlässt. Es wird wohl niemals unsere Lieblingsstadt sein und werden und wir waren froh, die Stadt dann am dritten Tag verlassen zu können. Wir hatten dort aber eine tolle Zeit, dieser Schmelztiegel einer asiatischen Metropole, das hat schon seinen Reiz. Wir können das garnicht so richtig erklären, vielleicht sind es die vielen, fremden aber sympathischen Eindrücke. Das scheinbare Chaos überall, auch auf den Schnellbooten, was aber irgendwie dann doch perfekt funktioniert. Ein ganz klein wenig haben wir uns doch in die Stadt verliebt.

Für uns steht auf jeden Fall fest, wir kommen wieder. Bangkok ist nunmal ein idealer Ort um verschiedene Reisen in Südostasien zu starten. Und in dem Zuge kommen wir gerne immer wieder mal für 2-3 Tage in die Stadt, die noch so viel mehr zu bieten hat. Wir haben unsere Zeit in Bangkok, trotz aller vorherigen Bedenken, auf jeden Fall nicht bereut.

Kennt Ihr Bangkok? Wie ist Eure Meinung zu dieser wahnsinnigen Stadt? Liebt ihr Bangkok oder eher nicht? Fragen über Fragen. Natürlich auch die Frage, ob Euch unser kleiner Bericht gefallen hat? Über einen Kommentar mit Euren Antworten würden wir uns sehr freuen.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Unsere Themenbereiche auf dem Blog:

Reisen • Fotografie • Tierfotografie
FlugzeugfotografieDampfenBloggen und Leben

Fotografie Schule

Fotografie Schule für Reisefotos

Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Mehr über uns erfahren…

Melanie und Thomas auf Reisen