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Die meisten Kameras bieten euch verschiedene Belichtungsprogramme an. Was diese machen, welchen Sinn die haben und wann man welches Programm sinnvoll einsetzen kann, das möchten wir euch in diesem Artikel erklären.

Beschäftigt euch am besten vor einer geplanten Reise mit den verschiedenen Programmen, experimentiert damit zu Hause einfach mal ein wenig rum.

Belichtungsprogramme – was ist das eigentlich?

Vielleicht habt ihr an eurer Kamera bereits ein Einstellrad entdeckt oder einen Menüpunkt, wo man verschiedene Programme auswählen kann wie „Auto“, „A“, „S“, „M“ oder „P“? Das sind die so genannten Belichtungsprogramme, welche ich euch im einzelnen erklären möchte.

Einstellrad Belichtungsprogramme

Einstellrad Belichtungsprogramme

Diese vier Programme werden von fast jeder Kamera angeboten. Sie reichen eigentlich aus, um jede fotografische Anforderung zu bewältigen.

Zusätzlich bieten viele Kameras noch weitere vollautomatische Einstellungen wie „Portrait“, „Sport“, „Makro“, „Landschaft“, „Sonnenuntergang“, „Nachtaufnahmen“ usw. an. Diese sind auf den Wahlschaltern oft mit Symbolen dargestellt oder z.B. als „Szenenprogramme“ im Menü angeboten.

Dabei werden die Kameraeinstellungen für die jeweilige Situation angepasst. Je nach Kamera funktionieren diese Einstellungen mehr oder weniger gut. Probiert diese ruhig mal aus und schaut, ob euch die Ergebnisse zusagen.

Die manuellen Möglichkeiten der Bildgestaltung sind dabei aber oft extrem eingeschränkt, weil eben die Kamera die meisten Einstellungen mehr oder weniger sinnvoll vorgibt.

Bei den nachfolgenden Belichtungsprogrammen habt ihr meist mehr Möglichkeiten manuell in die Bildgestaltung einzugreifen.

Belichtungsprogramm

Belichtungsprogramm „Auto“

Das Belichtungsprogramm „Auto“ ist eigentlich der Vollautomatikmodus der Kamera.

Dabei bewertet die Kamera die Lichtsituation der Szene, wählt selbstständig ISO, Blende, Belichtungszeit und schaltet nach eigenem Ermessen den Blitz ein.

Der Fotograf hat bei diesem Modus keinen Einfluss auf die Einstellungen und muss sich auf das Programm der Kamera verlassen.

Einsatzmöglichkeit: Schnappschüsse ohne Nachdenken sind damit möglich. Je nach Kamera gelingen diese mehr oder weniger gut. Manchmal beobachtet man aber merkwürdige Phänomene. Wenn ihr Leute seht, die am helligen Tag eine Landschaft fotografieren und dies mit Blitz machen, dann geht davon aus, das sie diese Einstellung nutzen. Auch die berühmten Blitzlichter in Fußballstadien werden vom Automatikmodus produziert. Übrigens, die meisten Smartphone Kameras nutzen genau diesen Modus.

Belichtungsprogramm

Belichtungsprogramm „P“

„P“ steht in diesem Fall für Programmierbare Automatik.

Es handelt sich hierbei auch im einen vollautomatischen Modus. Allerdings hat man im Vergleich zum „Auto“-Programm ein paar weitere und nützliche Möglichkeiten, die Aufnahme zu beeinflussen. So kann man z.B. den Blitz manuell steuern oder z.B. die ISO Zahl vorgeben (oder nach oben begrenzen). Die Kamera errechnet dann die passenden Werte der restlichen Einstellungen, so das am Ende ein vernünftiges Bild dabei raus kommt.

Einsatzmöglichkeit: Ebenso wie „Auto“ ist der „P“-Modus für Schnappschüsse gedacht, wenn man nicht lange Nachdenken will oder kann. Wir selber nutzen diesen Modus, wenn wir zum Beispiel aus dem fahrenden Auto Bilder machen. Dabei hat man oft keine Zeit um Einstellungen vorzunehmen, aber einen Blitz will man auch nicht einsetzen.

Belichtungspragramm

Belichtungsprogramm „A“

„A“ steht für Aperture Priority – auf deutsch Blendenpriorität. Einige Hersteller, wie z.B. Canon, bezeichnen dieses Belichtungsprogramm mit dem Kürzel AV.

Bei diesem Programm könnt ihr die gewünschte Blende vorgeben. Die Kamera errechnet dann die passende Belichtungszeit dazu.

Dieser Modus wird gerne eingesetzt um manuell die Schärfentiefe des Bildes zu bestimmen. Denn je kleiner der eingestellte Blendenwert ist, desto offener ist die Blende und um so kleiner wird der Schärfebereich des Bildes.

Die Gefahr bei diesem Modus ist es, dass die Belichtungszeiten in einen Bereich kommen, wo die Bilder verwackeln würden. Daher sollte man immer ein Auge auf die Belichtungszeit haben, den die Kamera in diesem Modus wählt. Wird diese zu lang ist der Einsatz einen Statives oder eines Blitzes notwending. Oder man erhöht die ISO-Zahl um die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen (Vorsicht: Rauschen).

Einsatzmöglichkeit: Diese sind recht vielfältig. Seien es Architekturaufnahmen, Makros, Tabletops, Stilleben, Portraits aber auch Landschaftsaufnahmen.

Belichtungsprogramm

Belichtungsprogramm „S“

„S“ steht hierbei für Shutter Priority – also Zeitprioriät. Auch hier nutzen einige andere Hersteller ein anders Kürzel und zwar „TV“.

Ihr stellt hierbei die gewünschte Belichtungszeit ein. Die Kamera wählt dann die dazu passende Blendeneinstellung aus.

Hierbei könnt ihr bestimmen wie z.B. Bewegungen im Bild festgehalten werden. Lange Belichtungszeiten führen dabei zu verwischten und (gewollt) unscharfen Abbildungen von bewegten Motiven, sehr kurze Belichtungszeiten frieren dagegen die Bewegungen ein.

Einsatzmöglichkeit: Sehr oft wird dieser Modus in der Sportfotografie eingesetzt. Durch kurze Belichtungszeiten werden die Bewegungen von Fußballern z.B. knackscharf eingefroren. Beim Motorsport neigt man zu etwas längeren Belichtungszeiten. Dabei zieht man die Kamera mit dem Fahrzeug mit, in der gleichen Geschwindigkeit. Das Auto selber ist dann scharf, aber die Räder unscharf – sieht dann toll aus – braucht aber eine Menge Übung.

In der Natur kann man diesen Modus nehmen um z.B. einen Wasserfall verschieden zu fotografieren. Lange Belichtungszeiten führen hier zu einer „verschwommenen“ Aufnahme des Wasserfalls, kurze Belichtungen frieren dagegen sogar die einzelnen Wassertropfen dort ein.

Das kann man am besten mal an einem Beispiel zeigen:

Beim linken Bild war die Belichtungszeit 1/250 Sekunde, im rechten Bild nur 1/25 Sekunde – also 10 mal so lang. Den Effekt kann man gut sehen, im rechten Bild „fliesst“ das Wasser währen die Bewegungen im linken Bild eingefroren sind.

Belichtungsprogramm

Belichtungsprogramm „M“

„M“ ist eigentlich kein Belichtungsporgramm, im eigentlichen Sinne. Denn hier bestimmt ihr als Fotograf alle Einstellungen an der Kamera selber. Ihr müsst dabei die Blende selber wählen, dazu eine passende ISO Zahl und Belichtungszeit.

Dieser Modus ist nicht geeignet, um „mal eben“ einen Schnappschuss zu machen. Es sei denn, man hat wirklich viel Erfahrung und Übung – aber selbst dann wird oft die Seit knapp.

Einsatzmöglichkeit: Ich selber nutze diesen Modus gerne bei Nachtaufnahmen. Ich stelle dann die ISO so klein wie möglich ein, wähle eine Blende und spiele dann mit der Belichtungszeit rum, bis mir das Ergebnis gefällt.

Fazit

Die verschiedenen Belichtungsprogrammen bieten euch für jede Situation eine Lösung an. Gerade am Anfang neigt man dazu, sich auf die Vollautomatiken von „Auto“ oder „P“ zu verlassen, ist auch in Ordnung. Achtet dabei aber mal auf die Einstellungen, welche die Kamera wählt und versucht zu verstehen, warum diese Werte gewählt werden. Dabei kann man eine Menge lernen.

Ich mache das heute auch noch ab und zu, wenn ich unsicher bin. Ich schaue mir dann mal an, was würde die Kamera im P-Modus wählen und überlege dann, ob das für mein Foto zum gewünschten Resultat führen würde. Meistens liegt die Kamera dabei gar nicht so schlecht, denn die Berechnungsprogramme sind schon recht weit entwickelt worden.

Wie macht ihr das? Welchen Modus nutzt ihr an euren Kameras? Habt ihr einen Lieblingsmodus für bestimmte Situationen? Einfach einen Kommentar hier hinterlassen, ich lerne ja auch immer noch gerne dazu!

Bilderquellen: By Graphic by: Althepal Derivative work: Mehdi CC-BY-SA-2.5, via Wikimedia Commons

Habt ihr noch Fragen oder Anmerkungen zu den verschiedenen Belichtungsprogrammen? Dann schreibt doch einfach einen Kommentar.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Fotoschule – Tipps und Tricks für schönere Urlaubsfotos. Wenn ihr mehr zu dem Thema lesen wollt, so schaut mal auf der Startseite unserer Fotografie Schule vorbei.

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