Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2019 um 18:13

Als Reiseblogger will man ja live aus dem Urlaub seine Bilder in den Reiseberichten präsentieren. Aber auch als „normaler“ Urlauber will man in der heutigen Zeit ja gerne mal das ein oder andere Foto nach Hause verschicken, sei es per Mail oder per Facebook. Also kommt man nicht umhin, seine Bilder ein wenig zu bearbeiten.

Gerade wenn man die Bilder in der Kamera als „digitales Negativ“, also im so genannten RAW-Format, speichert muss man die Dateien zwingend bearbeiten. Wenn die Bilder direkt als JPG aus der Kamera kommen, sollten die Fotos zumindest begradigt und verkleinert werden. Durch die hohen Auflösungen der modernen Kameras ist die Dateigröße viel zu groß für die Darstellung im Internet.

Jetzt will man im Urlaub natürlich nicht stundenlang vor dem Rechner sitzen und Bilder bearbeiten. Es soll doch möglichst Schnell, einfach und effektiv gehen. Um dies zu ermöglichen nutze ich seit vielen Jahren die Software Lightroom von Adobe, wo ich mir einen Workflow angewöhnt habe um die Urlaubsbilder recht flott für den Blog fertig zu haben. Diesen Workflow möchte ich euch hier gerne zeigen.

Importieren und Umbenennen der Bilddateien

Das kann, je nach Menge der Bilder und Geschwindigkeit der Speicherkarte, der zeitaufwändigste Schritt des ganzen Workflow sein. Ich erstelle dazu einen neuen Ordner in meinem Bilderordner und lasse dann per Lightroom die Bilder von der Speicherkarte dort hin importieren.

Die Zeit des Imports nutze ich dazu, bereits mit dem Text für den Tagesbericht auf unserem Blog zu beginnen.

So eine Ordnerstruktur kann z.B. so aussehen, wie auf dem Screenshot aus dem letzten Urlaub:

Ordnerliste in Lightroom

Ordnerliste in Lightroom

Nach dem Import der Fotos werden dann die Dateien umbenannt. Ich benutze dafür eine benutzerdefinierte Einstellung in Lightroom, welche aus einem frei wählbaren Namen besteht, wo dann noch der Dateiname der Originaldatei angehängt wird.

Einstellung für das Umbenennen der Dateien

Einstellung für das Umbenennen der Dateien

Auswahl der Bilder

Im nächsten Schritt sichte ich dann die Bilder und wähle die Fotos aus, welche ich auf dem Blog zeigen möchte. Ich setzte mir dabei immer eine Obergrenze, denn 50 Bilder möchte ich einem Reisebericht eigentlich keiner sehen. Im Schnitt komme ich mit 10 bis 15 Fotos gut hin.

Die Bilder werden in Lightroom markiert, ich nutze dazu die Farbmarkierung, und anschließend wird der Filter auf diese Farbe gesetzt. Im folgenden Beispiel habe ich 5 Bilder von den 303 Fotos des Tages rot markiert und den Filter entsprechend eingestellt.

Ausgewählte Bilder in Lightroom

Ausgewählte Bilder in Lightroom

Standardeinstellungen auf alle Bilder anwenden

Im Laufe der Jahre und nach der Erfahrung von ein paar tausend Urlaubsbildern habe ich für die Entwicklung im Urlaub ein paar Standardwerte raus gefunden, womit 95% der Bilder ausreichend bearbeitet sind. Dies bezieht sich auf die Darstellung im Reiseblog oder sonst wo im Internet. Für das Erstellen eines Fotobuches oder eine Dia-Show ist der Aufwand für jedes einzelne Bild größer. Aber hier geht es ja um das schnelle, effektive Bearbeiten der Bilder.

Ich gehe nun hin, und wende diese Standardeinstellungen auf eines der ausgewählten Bilder an. Ich zeige meine Einstellungen nun hier, diese sind aber abhängig von der Kamera, dem Objektiv und einigen anderen Faktoren. Daher sind meine Einstellungen wirklich nur als grobe Vorlage anzusehen.

Bei den Grundeinstellungen korrigiere ich die Belichtung um 0,30 nach oben, die Klarheit setze ich auf +45 und die Dynamik auf +20. Das sind die Werte, die ich bei meiner Nikon D90 nehme. Bei der D300 sehen die ein wenig anders aus.

Änderungen an den Grundeinstellungen

Änderungen an den Grundeinstellungen

Im Bereich Details lege ich die Schärfe auf einen Wert um die 80 – Radius 0,8 – Details 35 – Maskierung 70. Sollten im späteren Verlauf einige Bilder dadurch überschärft sein, können diese Werte bei der Einzelbearbeitung der Bilder noch korrigiert werden. Dazu aber später mehr.

Die Rauschreduzierung wende ich ebenfalls erst später an, und nur bei Bildern mit mehr als ISO 800.

Änderungen an den Bilddetails

Änderungen an den Bilddetails

Bei den Objektivkorrekturen setze ich die Haken wie auf dem folgenden Screenshot um die chromatischen Aberrationen zu entfernen und die Profilkorrekturen zu aktivieren.

Einstellungen Objektivkorrekturen

Einstellungen Objektivkorrekturen

Das Häkchen bei den Profilkorrekturen bewirkt, dass das passende Profil für das Objektiv eingesetzt wird und somit z.B. Verzerrungen und Schattierungen entfernt werden.

Objektivprofil

Objektivprofil

Und nun kommt der große Moment… ich lasse diese Einstellungen auf alle markierten Bilder synchronisieren. Wählt dazu alle markierten Bilder aus, achtet aber da drauf, dass das Bild mit den vorgenommenen Änderungen noch aktiv und im Fokus ist, und klickt dann auf Synchronisieren.

Synchronisieren anklicken

Synchronisieren anklicken

Im folgenden Dialogfenster könnt ihr nun auswählen, welche Einstellungen auf die Bilder verteilt werden sollen. Die Häkchen setzten wir dann bei den eben geänderten Parametern:

Einstellungen für die Synchronisation

Einstellungen für die Synchronisation

Nach dem Ausführen der Synchronisation sind alle vorgenommen Änderungen auf alle Bilder angewendet worden.

Nachbearbeitung der Einzelbilder

Nun muss man nur noch ein paar Kleinigkeiten an den Einzelbildern ändern. Bei mir sind das folgende Punkte:

  • gerade drehen
  • Schnitt
  • ggf. Sensorflecken entfernen
  • Schwarz- und Weißwerte korrigieren
  • Höhen und Tiefen anpassen
  • ggf. noch ein wenig an der Farbdynamik anpassen.

Sollte ein Bild durch die Standardeinstellungen ein wenig überschärft sein, so kann man nun noch ein wenig die Werte der Schärfekorrektur verändern. Das gleiche gilt für die Rauschentfernung.

Exportieren der Bilder

Nun müssen die Bilder nur noch als jpg-Dateien exportiert werden, damit ich diese dann auf den Blog hoch laden kann. Dazu habe ich mir einen Export-Preset erstellt mit den folgenden Werten:

  • Export in einen bestimmten Ordner
  • keine Dateiumbenennung, das haben wir ja bereits gemacht
  • Dateityp JPEG
  • Qualität 60
  • Farbraum sRGB
  • Bildgröße – lange Kante auf 1000 Pixel – Auflösung 72
  • kein Schärfen
  • Wasserzeichen (wenn man das möchte)

Die Qualität vom 60 bei den Einstellungen reicht für eine Darstellung im Internet vollkommen aus. Bei diesen Werten kommen am Ende Bilddateien raus, die so um die 200 Kilobyte groß sind.

Vor den Upload auf den Blog lasse ich die Bilder noch durch ein kleines Programm, mit dem Namen ImageOptim, laufen. Dabei werden alle noch mal alle überflüssigen Elemente aus den Dateien entfernt, ohne dabei die Bildqualität zu beeinflussen. Die Größenänderungen der Dateien könnt ihr auf dem Screenshot erkennen:

Bilder mit ImageOptim verkleinert

Bilder mit ImageOptim verkleinert

Zusammenfassung

Wenn man diesen Workflow zum ersten mal sieht denkt man kaum, dass das so richtig schnell gehen kann. Nun, nach ein paar Jahren und ein wenig Übung brauche ich dafür etwa 15-20 Minuten, nach dem Importieren der Bilder.

Und wie gesagt, das ist der Arbeitsworkflow auf Reisen. Mir ist klar, das man aus Lightroom viel mehr raus holen kann, auch die Schärfung der Bilder wird hier nur grob eingesetzt. Eine Bearbeitung für ein Fotobuch oder eine Bildschirmpräsentation ist wesentlich aufwändiger, wie schon geschrieben. Allerdings wende ich auch dabei die Standardeinstellungen am Anfang an und verteile die dann auf alle Bilder. Nur die Nachbearbeitung der Einzelbilder ist dann deutlich ausgeprägter

Wie bearbeitet ihr eure Bilder auf Reisen? Welche Programme setzt ihr ein, habe ihr auch feste Workflows? Schreibt das gerne als Kommentar hier rein, man lernt ja gerne dazu!

Fotografie Schule für Reisefotos

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen