Bildbearbeitung im Urlaub – schnell, einfach und effektiv

Veröffentlicht: 04. Juli 2014

1181 Worte- 5.2 Minuten Lesezeit- 21 Kommentare-

Bildbearbeitung im Urlaub – schnell, einfach und effektiv

Veröffentlicht: 04. Juli 2014

1181 Worte- 5.2 Minuten Lesezeit- 21 Kommentare-
Bildbearbeitung im Urlaub - schnell, einfach und effektiv

Als Reiseblogger will man ja live aus dem Urlaub seine Bilder in den Reiseberichten präsentieren. Aber auch als „normaler“ Urlauber will man in der heutigen Zeit ja gerne mal das ein oder andere Foto nach Hause verschicken, sei es per Mail oder per Facebook. Also kommt man nicht umhin, seine Bilder ein wenig zu bearbeiten.

Gerade wenn man die Bilder in der Kamera als „digitales Negativ“, also im so genannten RAW-Format, speichert muss man die Dateien zwingend bearbeiten. Wenn die Bilder direkt als JPG aus der Kamera kommen, sollten die Fotos zumindest begradigt und verkleinert werden. Durch die hohen Auflösungen der modernen Kameras ist die Dateigröße viel zu groß für die Darstellung im Internet.

Jetzt will man im Urlaub natürlich nicht stundenlang vor dem Rechner sitzen und Bilder bearbeiten. Es soll doch möglichst Schnell, einfach und effektiv gehen. Um dies zu ermöglichen nutze ich seit vielen Jahren die Software Lightroom von Adobe, wo ich mir einen Workflow angewöhnt habe um die Urlaubsbilder recht flott für den Blog fertig zu haben. Diesen Workflow möchte ich euch hier gerne zeigen.

Importieren und Umbenennen der Bilddateien

Das kann, je nach Menge der Bilder und Geschwindigkeit der Speicherkarte, der zeitaufwändigste Schritt des ganzen Workflow sein. Ich erstelle dazu einen neuen Ordner in meinem Bilderordner und lasse dann per Lightroom die Bilder von der Speicherkarte dort hin importieren.

Die Zeit des Imports nutze ich dazu, bereits mit dem Text für den Tagesbericht auf unserem Blog zu beginnen.

So eine Ordnerstruktur kann z.B. so aussehen, wie auf dem Screenshot aus dem letzten Urlaub:

Ordnerliste in Lightroom

Ordnerliste in Lightroom

Nach dem Import der Fotos werden dann die Dateien umbenannt. Ich benutze dafür eine benutzerdefinierte Einstellung in Lightroom, welche aus einem frei wählbaren Namen besteht, wo dann noch der Dateiname der Originaldatei angehängt wird.

Einstellung für das Umbenennen der Dateien

Einstellung für das Umbenennen der Dateien

Auswahl der Bilder

Im nächsten Schritt sichte ich dann die Bilder und wähle die Fotos aus, welche ich auf dem Blog zeigen möchte. Ich setzte mir dabei immer eine Obergrenze, denn 50 Bilder möchte ich einem Reisebericht eigentlich keiner sehen. Im Schnitt komme ich mit 10 bis 15 Fotos gut hin.

Die Bilder werden in Lightroom markiert, ich nutze dazu die Farbmarkierung, und anschließend wird der Filter auf diese Farbe gesetzt. Im folgenden Beispiel habe ich 5 Bilder von den 303 Fotos des Tages rot markiert und den Filter entsprechend eingestellt.

Ausgewählte Bilder in Lightroom

Ausgewählte Bilder in Lightroom

Standardeinstellungen auf alle Bilder anwenden

Im Laufe der Jahre und nach der Erfahrung von ein paar tausend Urlaubsbildern habe ich für die Entwicklung im Urlaub ein paar Standardwerte raus gefunden, womit 95% der Bilder ausreichend bearbeitet sind. Dies bezieht sich auf die Darstellung im Reiseblog oder sonst wo im Internet. Für das Erstellen eines Fotobuches oder eine Dia-Show ist der Aufwand für jedes einzelne Bild größer. Aber hier geht es ja um das schnelle, effektive Bearbeiten der Bilder.

Ich gehe nun hin, und wende diese Standardeinstellungen auf eines der ausgewählten Bilder an. Ich zeige meine Einstellungen nun hier, diese sind aber abhängig von der Kamera, dem Objektiv und einigen anderen Faktoren. Daher sind meine Einstellungen wirklich nur als grobe Vorlage anzusehen.

Bei den Grundeinstellungen korrigiere ich die Belichtung um 0,30 nach oben, die Klarheit setze ich auf +45 und die Dynamik auf +20. Das sind die Werte, die ich bei meiner Nikon D90 nehme. Bei der D300 sehen die ein wenig anders aus.

Änderungen an den Grundeinstellungen

Änderungen an den Grundeinstellungen

Im Bereich Details lege ich die Schärfe auf einen Wert um die 80 – Radius 0,8 – Details 35 – Maskierung 70. Sollten im späteren Verlauf einige Bilder dadurch überschärft sein, können diese Werte bei der Einzelbearbeitung der Bilder noch korrigiert werden. Dazu aber später mehr.

Die Rauschreduzierung wende ich ebenfalls erst später an, und nur bei Bildern mit mehr als ISO 800.

Änderungen an den Bilddetails

Änderungen an den Bilddetails

Bei den Objektivkorrekturen setze ich die Haken wie auf dem folgenden Screenshot um die chromatischen Aberrationen zu entfernen und die Profilkorrekturen zu aktivieren.

Einstellungen Objektivkorrekturen

Einstellungen Objektivkorrekturen

Das Häkchen bei den Profilkorrekturen bewirkt, dass das passende Profil für das Objektiv eingesetzt wird und somit z.B. Verzerrungen und Schattierungen entfernt werden.

Objektivprofil

Objektivprofil

Und nun kommt der große Moment… ich lasse diese Einstellungen auf alle markierten Bilder synchronisieren. Wählt dazu alle markierten Bilder aus, achtet aber da drauf, dass das Bild mit den vorgenommenen Änderungen noch aktiv und im Fokus ist, und klickt dann auf Synchronisieren.

Synchronisieren anklicken

Synchronisieren anklicken

Im folgenden Dialogfenster könnt ihr nun auswählen, welche Einstellungen auf die Bilder verteilt werden sollen. Die Häkchen setzten wir dann bei den eben geänderten Parametern:

Einstellungen für die Synchronisation

Einstellungen für die Synchronisation

Nach dem Ausführen der Synchronisation sind alle vorgenommen Änderungen auf alle Bilder angewendet worden.

Nachbearbeitung der Einzelbilder

Nun muss man nur noch ein paar Kleinigkeiten an den Einzelbildern ändern. Bei mir sind das folgende Punkte:

  • gerade drehen
  • Schnitt
  • ggf. Sensorflecken entfernen
  • Schwarz- und Weißwerte korrigieren
  • Höhen und Tiefen anpassen
  • ggf. noch ein wenig an der Farbdynamik anpassen.

Sollte ein Bild durch die Standardeinstellungen ein wenig überschärft sein, so kann man nun noch ein wenig die Werte der Schärfekorrektur verändern. Das gleiche gilt für die Rauschentfernung.

Exportieren der Bilder

Nun müssen die Bilder nur noch als jpg-Dateien exportiert werden, damit ich diese dann auf den Blog hoch laden kann. Dazu habe ich mir einen Export-Preset erstellt mit den folgenden Werten:

  • Export in einen bestimmten Ordner
  • keine Dateiumbenennung, das haben wir ja bereits gemacht
  • Dateityp JPEG
  • Qualität 60
  • Farbraum sRGB
  • Bildgröße – lange Kante auf 1000 Pixel – Auflösung 72
  • kein Schärfen
  • Wasserzeichen (wenn man das möchte)

Die Qualität vom 60 bei den Einstellungen reicht für eine Darstellung im Internet vollkommen aus. Bei diesen Werten kommen am Ende Bilddateien raus, die so um die 200 Kilobyte groß sind.

Vor den Upload auf den Blog lasse ich die Bilder noch durch ein kleines Programm, mit dem Namen ImageOptim, laufen. Dabei werden alle noch mal alle überflüssigen Elemente aus den Dateien entfernt, ohne dabei die Bildqualität zu beeinflussen. Die Größenänderungen der Dateien könnt ihr auf dem Screenshot erkennen:

Bilder mit ImageOptim verkleinert

Bilder mit ImageOptim verkleinert

Zusammenfassung

Wenn man diesen Workflow zum ersten mal sieht denkt man kaum, dass das so richtig schnell gehen kann. Nun, nach ein paar Jahren und ein wenig Übung brauche ich dafür etwa 15-20 Minuten, nach dem Importieren der Bilder.

Und wie gesagt, das ist der Arbeitsworkflow auf Reisen. Mir ist klar, das man aus Lightroom viel mehr raus holen kann, auch die Schärfung der Bilder wird hier nur grob eingesetzt. Eine Bearbeitung für ein Fotobuch oder eine Bildschirmpräsentation ist wesentlich aufwändiger, wie schon geschrieben. Allerdings wende ich auch dabei die Standardeinstellungen am Anfang an und verteile die dann auf alle Bilder. Nur die Nachbearbeitung der Einzelbilder ist dann deutlich ausgeprägter

Wie bearbeitet ihr eure Bilder auf Reisen? Welche Programme setzt ihr ein, habe ihr auch feste Workflows? Schreibt das gerne als Kommentar hier rein, man lernt ja gerne dazu!

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Kommentare zu diesem Beitrag

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21 Kommentare
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4. Juli 2014 13:00

echt super Methode, sollte ich mir auch mal angewöhnen! bei mir dauert das meistens immer sehr lange und ich bearbeite jedes Bild individuell ;)
liebe Grüße Sandi

4. Juli 2014 15:29

So weit habe ich mich noch nicht mit Lightroom beschäftigt auf Reisen. Leider habe ich „nur“ einen MacMini und ein 6 Jahre altes Laptop mit kaputtem Akku. So fotografiere ich in RAW+JPG, für meinen Blog nutze ich Unterwegs dann die JPG Bilder. Erst zuhause entwickele ich dann die RAW Bilder.
Machst du denn bei der Grundsätzlichen Einstellung Unterschiede zu den Objektiven? Meine Festbrennweite muss ich mehr Helligkeit geben als meinem 18-105 Objektiv.

Daniel
5. Juli 2014 3:26

Mittlerweile machen die meisten ja die Fotos mit dem Smartphones, es gibt wirklich schon sehr gute Apps mit denen man wirklich schöne Bilder machen kann, deshalb ist es mit dem Urlaub Fotos meist nur noch mit dem Smartphone eine Arbeit.

Aber trotzdem danke für den Beitrag.

Rainer
6. Juli 2014 11:23

Servus Thomas,

ist schon sehr interessant, da haben wir fast den selben Workflow. Das Schärfen mache ich allerdings am heimischen Computer. Da ich ja nur nicht mit Festbrennweiten fotografiere muss ich die Objektivkorrektur immer manuel machen, da ich ständig das Objektiv wechsele. Generell mache ich mittlerweile fast alles mit Lightroom.

lg
Rainer

Rainer
6. Juli 2014 13:08

Servus,

wenn ich unterwegs bin und schnell ein paar Bilder irgendwo hoch laden möchte, dann setze ich beim exportieren immer das Häkchen für Nachschärfen. Das geht einfach schneller. Nur wenn ich Bilder drucken lasse, mache ich es nach Deiner Methode, weil es einfach genauer und besser ist.

lg
Rainer

PS: Generell würde mich es mal interessieren, wie es so mit Deiner „Offlinepräsenz“ aussieht. Wäre mal eine Idee für einen Blogeintrag.

Rainer
  Thomas Jansen
6. Juli 2014 13:25

Bei mir war es jahrelang so, dass ich meine Bilder lediglich z.B. auf FlickR, Fc usw. veröffentlicht habe. Ansonsten lagen die Bilder dann auf der Festplatte rum. Eher durch Zufall hing dann mal ein Bild von mir in der Arbeit an der Wand. Da wir ja recht viel Publikumsverkehr haben, sind viele vor dem Bild stehen geblieben und wollten wissen, wo und wie das gemacht wurde. Jetzt versuche ich mehr Bilder von mir außerhalb des Internets zu verbreiten. Sprich: Ich lasse jetzt häufiger Bilder drucken. Dann suche ich auf Flohmärkten nach ausgefallenen, passenden Rahmen und versuche die Bilder so „richtig“ an Wänden aufzuhängen. Da stecke ich noch ein wenig in den Kinderschuhen, Ziel ist aber Anfang nächsten Jahres über mein nächstes Fotoprojekt ein kleine Ausstellung in meiner Gemeinde zu machen. Neben der Ausstellung soll es dann noch ein Buch darüber geben. Das ist auch der Grund warum derzeit wenig neue Bilder bringe, da ich das alles noch ein wenig planen muss und mit Leuten sprechen muss.

LG Rainer

6. Juli 2014 22:37

Toll, danke für den Beitrag – das hilft mir, endlich mal etwas Struktur in den Bildbearbeitungsprozess zu bekommen. Blöderweise erkennt Lightroom meine Kamera nicht, deshalb geht die Objektivkorrektur nicht. Aber ohne Lightroom möchte ich auch nicht mehr arbeiten. :-))

  Thomas Jansen
6. Juli 2014 23:36

Ich hatte eher vermutet, das die Kamera „zu neu“ ist und LR sie deshalb (noch) nicht erkennt. Hab die Olympus E-P5. Weißt du vllt. wo man Infos dazu findet?
Danke! Mandy

  Thomas Jansen
7. Juli 2014 7:45

Danke für den Link, Thomas! Inzwischen hab ich den „Haken“ gefunden – ich muss die Kameraprofile für die Objektive manuell hinzufügen. Seltsam umständlich, aber hat funktioniert. :)

Petra Mayer
24. April 2016 19:42

Vielen Dank Thomas, ich bin eine „blutige“ Lightroom Anfängerin. Und Dein Beitrag hat mir sehr geholfen. Ich habe bei meiner letzten Reise das erste Mal in RAW fotografiert. Ich war völlig frustriert mit der Bildqualität. Jetzt habe ich doch wieder etwas Hoffnung, dass ich noch etwas Brillanz in meine Bilder bekomme. Dank Deiner wertvollen Tipps hast Du mir auch die Scheu vor Lightroom genommen. Ich hatte bislang eher mehr Spaß am Aufnehmen von Bildern, als dass ich mich noch der Bearbeitung widmen wollte. Danke dass Du Dein Wissen mit uns teilst.

Umzugxxx XXX
27. November 2018 16:45

Vielen Dank! Ich mochte wirklich

XXX XXXXX XXXXXX
Regenxxxxxxx 3, xxxx XXXXXX, Switzerland
+41 XX XX XX XX