8 Gründe, warum Brettspiele ein tolles Hobby sind

Veröffentlicht: 14. September 2021

2199 Worte- 8.9 Minuten Lesezeit- 0 Kommentare-
Brettspiele als Hobby

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 14. September 2021

Aktualisiert: 15. September 2021

0 Kommentare

2199 Worte- 8.9 Minuten Lesezeit- 0 Kommentare-

Ende letzten Jahres haben wir uns das erste Brettspiel, nach vielen Jahren gekauft. Und seitdem spielen wir regelmäßig, kaufen immer wieder neue Spiele und unsere Wunschliste wird nicht kürzer. Neben dem eigentlichen Spielen haben wir uns mal überlegt, was uns an den Spielen und der eigentlichen Spielerei so fasziniert.

Am Ende geben wir Euch noch eine Liste unserer aktuellen Lieblingsspiele aus unserem Spieleregal. Diese Spiele landen immer wieder auf unserem Spieltisch, weil sie einfach klasse sind und viel Spaß machen.

8 Gründe, warum Brettspiele ein tolles Hobby sind

Eine gute Zeit zu zweit haben

Bei uns war die Corona-Pandemie der Grund, wieder mit dem Spielen zu beginnen. Gerade im letzten Winter, wo das Wetter mies war und man nicht viel unternehmen konnte, waren die Spiele die Rettung vor einem kompletten Koller. Die Spiele boten uns eine tolle Möglichkeit, zusammen eine schöne Zeit zu verbringen, ohne einfach nur stumpf vor dem Rechner zu sitzen oder vor dem Fernseher.

Über den Sommer ist die Anzahl der gespielten Spiele natürlich ein wenig in den Keller gegangen. Logisch, denn wir haben in der Zeit auch viele andere Dinge gemacht. Schöne Radtouren, Zoobesuche, Essen gehen, mit Freunden oder Familie treffen, da blieb weniger Zeit für einen Spieletag oder Spieleabend. Seit ein paar Wochen spielen wir aber wieder öfters. Die Tage werden kürzer, man kann nicht mehr bis 22 Uhr auf dem Rad sitzen, also geht es am Abend an den Spieletisch.

Dadurch, dass in unserem Umfeld nur geimpfte Menschen sind, war auch der erste gemeinsame Spieletag mit Freunden möglich. Eine tolle Sache endlich mal unsere liebsten Spiele auch zu dritt oder viert spielen zu können.

Exit Game für einen schönen Abend

Exit Game für einen schönen Abend

Reale Welt mal für ein paar Stunden ausschalten

Wir können beim Spielen die reale Welt, mit all ihren Sorgen, Nöten und Problemen für ein paar Stunden komplett ausblenden und vergessen. Diese ganzen Nachrichten über die Pandemie, die Kriege und andere schlimme Dinge, die auf der Welt passieren, sind dann einfach mal vergessen.

Natürlich gelingt uns das auch, wenn wir andere Dinge unternehmen. Radtouren, Zoobesuch, essen gehen, Treffen mit anderen Menschen, auch dabei können wir abschalten. Aber so ein Spieleabend ist auf jeden Fall die gemütlichste Variante von allen.

In fremde Welten abtauchen

Bei einigen Spielen tauchen wir richtig in eine andere Welt ein. Das Ende des Spiels ist dann wie ein nach Hause kommen. Mehr oder weniger irre, ist aber wirklich so.

Nach einer Partie Gloomhaven wünscht man sich eigentlich die Rüstung auszuziehen. Nach einem Ausflug in die Welt vom Gaja Project zwickt der Raumanzug. Und nach einer Rund Pandemic freut man sich auf eine Welt ohne Viren – ok, das klappt im Moment nur bedingt.

Und wir haben noch mehr Spiele, wo man wunderbar in eine fremde Welt abtauchen kann. Mit ein wenig Fantasie verbringt man so eben einen Abend auf einem fremden Kontinent, in einem Dschungel, auf einer Insel oder im Weltraum auf fremden Planeten.

Regeln anpassen, wenn sie gar nicht passen

Generell halten wir uns an die Spielregeln. In ganz wenige Fällen haben wir aber festgestellt, dass diese nicht funktionieren (oder wir zu blöd dafür sind).

Ein Beispiel ist das wunderbare Harry Potter Spiel Kampf um Hogwarts. Das Grundspiel war schon schwer, in den letzten Runden, aber immer noch ausgewogen und machbar. Mit der Erweiterung Monsterbox wurde es aber irgendwann unmöglich, noch ein Spiel zu gewinnen. Naja, unmöglich nicht, aber wenn man für einen Sieg 10 oder mehr Anläufe braucht und man oft schon nach der Hälfte der Aufgaben am Ende ist, dann macht es einfach keinen Spaß mehr.

Da haben wir dann die Regeln ein wenig modifiziert. Da es sich um ein Deckbuilding-Spiel handelt, wo man sich ein gutes Kartendeck zusammenstellen muss um seine Aufgaben im Spiel zu bestehen, haben wir die Auswahl der Karten reduziert. Es gab unzählige Karten (rund 40 Stück), welche in den unteren Leveln wunderbar funktionieren, später aber einfach nur das eigene Kartendeck zumüllen. Diese haben wir aus dem Spiel genommen. Dadurch ist auch die Gesamtmasse der Karten reduziert worden. Jetzt ist es immer noch kniffelig, ein gutes Deck auf die Hand zu bekommen, aber es ist machbar. Vorher hatte man aufgrund der Regeln oft nur Karten aus Level 1 und 2 auf der Hand und musste damit Monster aus Level 7 besiegen. Das kann nicht funktionieren. Durch diese kleine Regeländerung von uns, sind nun auch die hohen Level machbar, auch wenn es immer noch schwierig ist.

Das war bisher nur bei diesem einen Spiel nötig. Aber wir würden uns nicht scheuen, ein Spiel welches nicht ausgewogen ist, selbst ein klein wenig zu modifizieren.

Miteinander Rätsel lösen bei Time.Mashine

Miteinander Rätsel lösen bei Time.Mashine

Miteinander oder gegeneinander – beides macht Spaß

Es gibt eigentlich zwei große Spielearten, so als Überbegriffe. Kooperative Spiele und kompetitive Spiele.

Kompetitive Spiele kennt jeder. Alle Spieler spielen gegeneinander, jeder versucht für sich, das Spiel am Ende zu gewinnen. Also ganz normal, wie bei MauMau, Mensch Ärgere Dich nicht oder Monopoly.

Bei kooperativen Spielen ist das anders, hier spielen die Spieler am Tisch miteinander und versuchen die Aufgaben im Spiel gemeinsam zu lösen.

Wir haben inzwischen zahlreiche Spiele aus beiden Bereichen ausprobiert. Und, uns gefallen beide Spielarten sehr gut. Bei den kooperativen Spielen ist oft die Kommunikation sehr wichtig und man muss zusammen eine Taktik festlegen, wie man die anstehen Aufgaben löst. Das macht uns Spaß und hat am Ende eines Spiels auch schon zu High-Five-Reaktionen geführt, wenn man so eben und ganz knapp gemeinsam gewonnen hat.

Genau so mögen wir es aber, gegeneinander zu spielen. Einerseits kommt da der Ehrgeiz durch, gegen den Anderen gewinnen. Teilweise geht das aber auch weiter, man kann so seine Arsch-Mentalität ein wenig ausleben, wenn Spielzüge oder Taktiken des Gegners bewusst zerstört werden. Und ja, das können wir beide gut. Wichtig ist nur, dass man so nur mit Menschen spielt, die einem entweder vollkommen egal sind oder wo man weiß, dass das nun keine Folgen im realen Leben haben wird.

Ein Beispiel dafür ist übrigens Carcassonne. Da gibt es drei Arten von Spielzügen, die möglich sind. Der Erste bringt Dir einen Vorteil, der Zweite schadet dem Gegner und der Dritte, der beste Zug von allen, bringt Dir einen Vorteil und schadet Deinem Gegner. Und wir beide lieben Variante 3. Daher sind Carcassonne-Spiele bei uns oft Schlachten, obwohl es sich eigentlich um ein friedliches Spiel handelt.

Neue Spiele ausprobieren

Wenn hier ein neues Spiel eintrifft, freuen wir uns wie kleine Kinder auf das Öffnen der Schachtel. Dieses Gefühl sich zum ersten Mal durch die Spielfiguren zu stöbern, die Papp-Plättchen auszustanzen, alles zu sortieren, die Anleitung gemeinsam zu lesen und dabei das erste Probespiel zu machen, ist einfach unglaublich schön.

Ok, manchmal dauert das auch ein wenig länger. Bei Gloomhaven haben wir rund 4 Stunden lang das neue Spielmaterial sortiert. Aber auch das hat Spaß gemacht.

Viele verschiedene Genres entdecken

Vor einem Jahr hätten wir nicht gedacht, dass es so viele verschiedene Genres beim Spielen gibt. Noch weniger hätten wir gedacht, dass so viele davon etwas für uns sind.

Familienspiele, Kartenspiele, Expertenspiele, Kennerspiele, Dungeon Crawler, Legacy-Spiele, Strategiespiele, Exit-Spiele, Eurogames, 4X-Spiele (eXploration, eXpansion, eXploitation und eXtermination), Deck-Building

Und das waren jetzt die Genres, welche sich in unserem Spieleregal befinden, es gibt noch einige mehr davon. Von den meisten haben wir vorher noch nie was gehört oder erst beim Lesen der Anleitung erfahren, dass wir gerade ein Expertenspiel spielen. Wow.

Wir haben allerdings kein Lieblings-Genre für uns gefunden. Uns machen alle Spiele Spaß, mit denen wir uns die Zeit vertreiben können und wir Freude beim Spielen haben. Am Ende ist es uns egal, ob es ein einfaches Familienspiel ist oder ein Deck-Building-Dungeon-Crawler-Mix, wie das schon angesprochene Gloomhaven.

Vorfreude auf neue Spiele

Vor dem Kauf eines neuen Spiels steht aber die Vorfreude. Entweder darauf, dass ein Spiel endlich im Handel auftaucht oder darauf, dass unsere Spielkasse wieder Nachschub zulässt.

Um auf den Geschmack für ein neues Spiel zu kommen, schwören wir inzwischen auf Youtube. Wir schauen uns stundenlang Vorstellungen von neuen und auch älteren Spielen an. Dabei haben wir zwei Lieblingskanäle für uns entdeckt. Das ist einmal der Kanal von Hunter&Friends und der Kanal vom SpieleBlog. Warum diese beiden Kanäle? Nun, wir haben gemerkt, dass wir einen ähnlichen Geschmack haben, wie die Menschen hinter diesen Kanälen. Es ist bis heute nicht einmal vorgekommen, dass wir Spiele gekauft haben, welche von dort empfohlen wurden und diese uns nicht gefallen haben.

Beide Kanäle nutzen wir auch, um vor dem ersten Spiel schon die Regeln zu einem Spiel zu lernen, welche dort ebenfalls erklärt werden. Das muss nicht bei jedem Spiel unbedingt sein. Aber bei etwas komplexeren Spielen, mit vielen Regeln, ergibt das wirklich Sinn. Zuletzt hatten wir das bei Terra Mystica und Gaia Project. Bei denen waren wir sehr dankbar, dass die Regeln in verschiedenen Videos mal auseinandergedröselt und wirklich ausführlich erklärt wurden. Wir hätten sonst vermutlich viel länger für den Einstieg in diese Spiele gebraucht.

Terra Mystica

Terra Mystica

Unsere aktuellen Lieblingsspiele

Alle Spiele, die wir haben, sind toll. Wir hatten ein, zwei Ausnahmen, mit denen wir nicht klar kamen, die haben wir aber wieder verkauft. Einige Spiele aber schaffen es, immer wieder auf unserem Spieltisch zu landen. Aktuell sind das bei uns:

  • Carcassonne mit Erweiterungen
    Ok, es ist noch relativ neu in unserer aktuellen Sammlung. Wir lassen es trotzdem mal als Lieblingsspiel durchgehen, weil wir das vor vielen Jahren schon mit viel Begeisterung gespielt haben. Das Spiel ist natürlich ein Klassiker, wo man gegeneinander Städte bauen muss und dabei versuchen kann (und sollte, hehehe) dem Gegner das Leben ein wenig schwer zu machen. Wir spielen das Spiel mit aktuell 6 Erweiterungen aus der Big-Box.
  • Terra Mystica mit Erweiterungen
    Bei Terra Mystica muss man eines von 14 Völkern (20 inkl. Erweiterung) auf einem Gebiet ausbreiten und dafür aber die vorhandenen Lebensräume erst umformen. Dabei gilt es ein Gleichgewicht zwischen Nachbarschaft und freien Gebieten zu finden. Die Regeln sind am Anfang ein wenig kniffelig, da empfiehlt es sich mal einen Blick in eine Video-Anleitung bei Youtube zu werden. Das Spiel ist aber so dermaßen ausgewogen, dass es jedes Mal wie ein neues Spiel ist. Das eine starke Volk oder die eine perfekte Taktik gibt es nicht.
  • Gaia Project
    Kurz gesagt ist Gaia Project Terra Mystica im Weltraum. Das Spielprinzip ist grundsätzlich ähnlich. Aber, es ist auch kein einfach Erweiterung von Terra Mystica. Für den Einstieg mussten wir auch hier mal ein, zwei Videos schauen, denn die Regeln sind doch kräftig erweitert bzw. geändert worden. Die Ausgewogenheit und die Spannung sind aber auf jeden Fall beibehalten worden, eher noch ein Stück verbessert.
  • Tavernen im tiefen Thal mit Erweiterung
    Die Tavernen sind ein Spiel, welches wir seit letzten Jahr wirklich immer wieder mal spielen. Neue Motivation und Spielevarianten kamen mit der kürzlich erschienenen Erweiterung „Zimmer frei“ dazu. Wenn wir zu zweit spielen, dann sind alle Module aus dem Grundspiel und der Erweiterung im Einsatz. Wenn wir Gäste haben, die das Spiel nicht kennen, nehmen wir einige Module raus. Ein Einsteiger würde sonst von den Regeln erschlagen. Wenn ihr selbst einsteigt, dann startet erst mit dem Grundspiel und spielt das so lange, mit allen Modulen, bis ihr diese im  Schlaf beherrscht. Erst dann lohnt sich die Erweiterung.
  • Flügelschlag mit Erweiterungen
    Flügelschlag ist unser „Zwischendurch“-Spiel. Es ist schnell aufgebaut, eine Partie dauert keine Ewigkeiten und man muss gar nicht sooo viel nachdenken. Trotzdem ist jedes Spiel anders, auch hier gibt es nicht die eine Super-Taktik, um ein Spiel zu gewinnen. Am Ende geht es darum, so viele Vogelarten wie möglich in verschiedene Lebensräume anzusiedeln.
  • Pandemic – Grundspiel mit Erweiterungen
    Nachdem wir die Legacy-Serie von Pandemic komplett durchgespielt hatten, wollten wir auf keinen Fall mehr auf dieses Spiel verzichten. Wir haben uns also noch das Grundspiel mit einigen Erweiterungen gekauft und versuche dort nun die Welt vor den bösen Viren zu retten. Wir spielen es nicht unbedingt jede Woche, aber es landet schon regelmäßig mal auf dem Tisch. Kleiner Tipp, wenn es Euch zu leicht oder zu langweilig wird: Lost die Charaktere vor dem Spiel aus und spielt mit dem, was ihr bekommt. Das macht es wieder spannend.

Aktuell auf dem Weg zu uns ist das Spiel „Die Ruinen von Arnak“. Da freuen wir uns schon sehr drauf. Ganz oben auf unserer Wunschliste stehen „The 7th Continent“ und „Dune: Imperium“.  Diese werden wir uns auf jeden Fall in diesem Herbst kaufen.

Im Moment hinken wir ein wenig hinterher, unsere liebsten Spiele hier in einem eigenen Bericht vorzustellen. Dafür werden wir im Winter aber sicherlich wieder Zeit finden. Dann gibt es zu den neueren Spielen auch wieder ein paar mehr Informationen.

Das waren unsere Gründe, warum wir Brettspiele so mögen und unsere aktuellen Lieblingsspiele. Habt Ihr auch noch Gründe, warum ihr so gerne spielt? Dann lasst uns gerne einen Kommentar hier.

Vielen Dank für Deinen Besuch

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Schau auch mal in die anderen Themenbereiche auf dem Blog:

ReisenUSA-Reisen • Ruhrgebiet & NRWE-BikeZoosFotografieTierfotografieFlugzeugfotografieSpieleckeGequatsche

Weitere  Beiträge aus dieser Kategorie

Schreibe einen Kommentar