Corona – Maskenpflicht kommt und schon geht das Nörgeln los.

Veröffentlicht: 23. April 2020

2375 Worte- 9.5 Minuten Lesezeit- 12 Kommentare-
Corona Maskenpflicht

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 23. April 2020

Aktualisiert: 15. Januar 2021

12 Kommentare

2375 Worte- 9.5 Minuten Lesezeit- 12 Kommentare-

Mit Bremen hat nun auch das letzte Bundesland beschlossen, spätestens ab kommender Woche eine Maskenpflicht einzuführen. Diese wichtige Maßnahme bereitet aber einigen Mitmenschen nun offensichtlich auch wieder Sorgen und Nöte. Wenn man so durch die Kommentarspalten der Nachrichten scrollt, bekommt man vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma.

Was spricht für eine Maskenpflicht?

Direkt vorab, es muss keine medizinische Maske getragen werden. Es reicht vollkommen aus, Mund und Nase mit irgendwas zu bedecken, wenn man in Geschäften, öffentlichen Gebäuden, im ÖPNV unterwegs ist. Halt überall dort, wo mehrere Menschen zusammenkommen.

Dafür reichen selbst genähte Stoffmasken vollkommen aus, zur Not tut es auch ein Schal oder ein Schlauchschal, den man sich über Mund und Nase zieht. Wenn gar nichts zu finden ist, bindet man sich halt ein T-Shirt vor das Gesicht.

Egal was vor Mund und Nase ist, es geht darum, die Verbreitung der eigenen Tröpfchen, welche beim Sprechen, Niesen und Husten entstehen, zu minimieren. Es geht also nicht um den eigenen Schutz, sondern um den Schutz andere Menschen vor sich selber.

Unter diesen Gesichtspunkten müsste man nun davon ausgehen, dass diese Maßnahme schon aus Respekt den anderen Menschen gegenüber, angenommen wird. Im Vergleich zu den anderen bereits bestehenden Maßnahmen schränken einen die Masken auch nicht in seinen Rechten ein. Im Gegenteil könnten die Masken sogar ein Weg sein, ein Bausteinchen, um andere Maßnahmen wieder ein wenig zu lockern.

Offensichtlich haben aber viele Menschen ein Problem damit, etwas unbequemes zu tun, um andere Menschen vor sich selber zu schützen. Das ist ein Zustand, den wir geradezu erschreckend finden. Da wird dramatisiert, als wenn die Masken uns die Freiheit rauben und uns nach einer Stunde ins Grab bringen würden. Wissenschaftlich seriöse Aussagen dazu werden infrage gestellt, ohne auch nur den Hauch einer Vorbildung in dem Thema zu haben. Da werden Beiträge geteilt, deren Inhalt die Schädlichkeit oder die Unwirksamkeit der Masken beweisen sollen. Schaut man dann in die Beiträge, dann steht da oft das Gegenteil drinnen. Sowas passiert, wenn man nur die Überschrift liest.

Wenn es nur einige wenige Stimmen wären, könnte man noch drüber schmunzeln. Was da teilweise geschrieben wird, ist dermaßen skurril, dass es fast lustig wäre. Sieht man dann aber die Anzahl der kritischen Stimmen und dass es durchaus gebildete Menschen sind, dann vergeht uns das Lachen.

Da gibt es Fachleute, die jahrelang studiert haben, in der Wissenschaft anerkannte Experten sind, unzählige Fachpublikationen veröffentlicht haben, die uns durch die Krise führen und leiten. Nur, die werden dann von Karl-Günter auf Youtube infrage gestellt, der mal an einem medizinischen Buchladen vorbeigelaufen ist. Das wäre nicht weiter schlimm, Karl-Günter kann glauben was er will. Aber er bekommt riesigen Zuspruch, wird zitiert, verlinkt, Hosianna. Und diese Mitmenschen bezeichnen sich dann als „Denkende“ und „Aufgewachte“, weil sie lieber Karl-Günter glauben als irgendwelchen, dahergelaufenen Wissenschaftlern.

Scrollt man durch die Kommentare bei Pressemeldungen oder bei den Ämtern der Städte, findet man plötzlich viele „Argumente“ gegen diese Masken. Und da wir hier auf dem Blog ja gerne über Dinge schreiben, die uns bewegen, muss das jetzt mal raus. Wir befürchten aber, die die es lesen sollten, werden es nicht lesen oder nicht verstehen (wollen). Denn wir sind ja auch nur System-Lemminge und Schlafschafe!!!11!drölf!

„Argumente“ gegen die Maskenpflicht

Diese „Argumente“ sind teilweise so hanebüchen, dass wir die hier mal sammeln und kommentieren. Uns ist klar, dass es sich dabei um eine laute Minderheit handelt, wie so oft im Netz.

Der Staat befielt, also sollen sie zahlen!

Klingt logisch, oder? Wenn der Staat oder das Land das Tragen eines Mundschutzes befielt, dann soll er auch die Bevölkerung damit versorgen. Prima, dann bekommen wir demnächst alle Anziehsachen vom Staat, denn wir dürfen auch nicht nackt rumlaufen. Merkt ihr selber, oder?

Dann können wir auch direkt Schutzanzüge anziehen und Kopftuch auch noch!

Nein, denn Covid-19 wird über Tröpfcheninfektion übertragen. Nicht über das offene Tragen von Haaren oder durch Sekrete auf dem Körper. Und ja, das stand da ernsthaft, sonst wäre das nicht hier in die Liste gekommen.

Gibt es die dann überall am Eingang zu kaufen? Sonst bringt das doch nichts!

Ja, das kann sogar passieren. In anderen Ländern ist es durchaus üblich, dass man Masken an Eingängen von Supermärkten und anderen Geschäften kaufen kann. Und wenn das nicht so ist, dann siehe oben bei „soll der Staat bezahlen“. Ein wenig Eigenverantwortung liegt auch immer noch beim Bürger.

Ich habe nur gestrickte Schals, die helfen aber nicht.

Pro-Tipp: Schal zweimal um den Hals wickeln, dann ein T-Shirt oder ein Stück Küchenrolle (oder das gebunkerte Toilettenpapier) dazwischen stecken. Fertig!

Alltagsmasken helfen sagt Virologe A, helfen nicht B und C

Kinders, wenn ihr den Fachleuten schon zuhört (was prinzipiell sehr löblich ist), dann hört doch richtig zu. Die Alltagsmasken schützen nicht gegen eine Infektion, sie helfen aber dabei, die Verbreitung von eigenen Tröpfchen zu verhindern. Das sind natürlich zwei Aussagen, die je nach (auseinandergerissenem Kontext) verwirren können.

Da freuen sich dann Amazon! Bravo! Ich mache diesen Wahnsinn nicht mit…

Hm, wir haben inzwischen einige Masken hier zu Hause. Keine Einzige davon kommt von Amazon. Wir haben die einfach von Freunden bekommen, welche diese Masken selber nähen. Das Netz ist auch voll von Angeboten, Abseits der großen Anbieter, wo man gute Masken zu fairen Preisen bekommt.

Ich renne doch nicht bei 30° mit Maske rum!

Das ist jetzt wirklich die Abteilung Mimimi. Natürlich ist das sicherlich nicht angenehm aber doch im Sinne der Allgemeinheit akzeptabel. Außerdem braucht man die Masken draußen nicht zu tragen.

Voll scheiße!

Das musste hier mit rein. Das mit Abstand beste Argument, so nett ausformuliert, gegen die Maskenpflicht. *seufz*

Wer Vorerkrankungen hat oder sich damit wohler fühlt bitte…

Das sind die Menschen, die es einfach nicht kapieren (wollen). Die Masken, von allen getragen, schützen eben die Menschen aus den Risikogruppen, nicht umgekehrt!

Aber das Vermummungsverbot…

Ihr denkt jetzt, WTF? Aber ganz ehrlich, das liest man wirklich als „Argument“.

Masken sind doch gefährlich. Das sagt sogar eine Doktorarbeit!!elfeins!

Wenn die Masken angeblich so gefährlich sind, wie überleben dann die ganzen Menschen, welche damit täglich stundenlang rumlaufen müssen. Chirurgen, OP-Personal, Mitarbeiter auf Infektions-Stationen, Menschen in der Lebensmittelindustrie und noch in ganz vielen anderen Bereichen.

Ja, es gibt tatsächlich eine Doktorarbeit zu dem Thema. Dort steht auch drinnen, dass es durchaus Potenzial zur Optimierung der medizinischen Masken gibt. Es steht aber auch da drinnen, dass eine reale Gefahr nicht gegeben ist. Wie so oft werden aber wieder nur Teile aus der Studie zitiert und komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Mehr zu dieser Doktorarbeit findet ihr bei Mimikama.

Wie soll ich denn mit Maske in die Ellebogenbeuge niesen?

Öhm, so wie ohne Maske? Offensichtlich scheint aber die Maske bei einigen Mitmenschen die Bewegungsfreiheit von Kopf, Hals und Armen einzuschränken, sodass es wohl zu einem Problem wird.

Schutzmaske im Zoo tragen? Ohne mich!

Prima Einstellung. Denn erstens sind dann mehr Plätze für Menschen frei, die mit Maske in den Zoo wollen. Und zweitens erspart uns es uns, dass Du uns Deinen Atem ins Gesicht pustest.

Die Mundschutzpflicht soll uns alle weich kochen für kommende Zwangsimpfung!

ALUHÜTE – frische Aluhüte, heute für nur noch drölf Euro.

Wenn es nicht Leute geben würde, die allen Ernstes so argumentieren und dafür auch noch Zustimmung bekommen, könnte man glatt drüber lachen. Aber wir Schlafschafe müssen ja alle noch aufwachen!

Die Maske bedeckt die Mimik, ein wertvoller Bestandteil der Kommunikation

Stimmt. Und das ist beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen wahnsinnig wichtig. Hier werden ständig emotionale und tiefgründige Gespräche geführt, wo die Mimik wichtig sein kann. Himmel hilf.

Erst hieß es Masken nützen nichts, jetzt sollen wir alle eine tragen

Willkommen in der Welt der Wissenschaft. Wir haben es mit einem recht neuen Virus zu tun. Führende Wissenschaftler auf der ganzen Welt erforschen diesen gerade. Seine Wirkung auf den Menschen, die Ausbreitung, Medikamente und Impfungen – um all das kümmern sich gerade sehr intelligente Menschen und Fachleute auf dem Gebiet. Bei so einem neuen Virus bleibt es nicht aus, dass dort jeden Tag neue Erkenntnisse zusammen kommen. Dazu tauschen sich die Wissenschaftler weltweit untereinander aus. Dabei passiert es nun mal, dass die neuen Erkenntnisse neue Maßnahmen erfordern, welche man vor ein paar Tagen, Wochen so noch nicht gesehen hat. Und dann ist es gut, wenn diese Wissenschaftler die neuen Erkenntnisse weitergeben und die Maßnahmen angepasst werden. Das dann als Dummheit oder Unwissenheit zu bezeichnen, ist schon hart an der Realität vorbei.

Echte Bedanken – Was muss beim Tragen von Masken beachtet werden?

Natürlich gibt es auch echte Bedenken oder Dinge, welche beim Tragen einer Maske beachtet werden müssen.

Masken dürfen keine falsche Sicherheit vortäuschen.

Es ist unheimlich wichtig, sich immer wieder klar zu machen, dass Masken nicht (!) vor eine Infektion schützen. Somit sollten die anderen Regeln, besonders die Abstandsregelung, weiter strikt eingehalten werden.

Auch sollte man weiter nicht mit den Fingern im Gesicht rumpatschen, wenn man die Maske trägt.

Hier sehen wir persönlich auch die größte Gefahr bei der Maskenpflicht. Nicht wenige Menschen meinen nun, durch das Tragen einer Maske ist man plötzlich immun gegen die Krankheit. Wir denken, hier ist noch ein ordentliches Stück Aufklärungsarbeit nötig.

Masken müssen richtig benutzt werden.

Wenn die Maske aufgesetzt ist, sollte da nicht ständig dran herum gezupft werden. Denn die Außenseite der Maske gilt als potenziell verseucht. Beim Abnehmen der Maske nicht an die Außenseite packen. Die Maske am besten über die Gummibänder abnehmen.

Nach dem Ablegen sollten die Stoffmasken kein zweites Mal benutzt werden. Vor einer weiteren Benutzung müssen die gewaschen werden, bei mindestens 60°. Nach dem Waschen müssen die Masken komplett (!) trocknen.

Sollte man mehrere öffentliche Gebäude nacheinander betreten, ist es besser, die Maske aufzulassen als sie ab- und wieder aufzusetzen. Ideal wäre allerdings der Gebrauch von mehreren Masken, für diesen Zweck.

Masken nicht zu lange tragen

Die Masken sollten nicht zu lange getragen werden. Sobald eine Maske durchfeuchtet ist, sollte sie abgenommen oder gewechselt werden. Die Feuchtigkeit verringert den Schutz für andere.

Die Luft zwischen Maske und Mund/Nase ist mit der Zeit verbraucht. Es findet dort kein optimaler Luftaustausch statt. Daher sollte die Maske nicht zu lange getragen werden.

Brille beschlägt beim Tragen der Maske

Das ist wirklich ein Problem, gerade bei den einfachen Behelfsmasken. Schaut einfach, dass die Maske im oberen Bereich dicht anliegt und dort keine Luft entweichen kann. Am besten geht das mit Masken, welche oben einen Draht eingearbeitet haben. Mit diesem Draht kann die Maske an die Form des Gesichts und der Nase angepasst werden.

Wenn das nicht geht, die Maske keinen Draht hat, kann es auch helfen, die Brille einfach ein wenig Richtung Nasenspitze zu verschieben um das Beschlagen zu vermeiden.#

Ihr bekommt keine Luft durch die Maske? Dann probiert eine andere.

Es kann durchaus sein, dass einige selbst genähte Stoffmasken zu dicht sind. Dann probiert einfach mal eine Andere aus. Wir haben hier auch zwei Masken, durch die bekommen wir nur wenig Luft, das ist extrem unangenehm. Bei anderen Masken besteht dieses Problem nicht.

Weitere Tipps rund um die Mund-Nasen-Maske

Hier gibt es ein paar Tipps, wie man einen Mundschutz selber basteln kann:

Tipps zum richtigen Umgang mit der Maske:

Und noch was richtig wissenschaftliches zum Thema Masken:

Masken müssen erst noch Akzeptanz gewinnen

Wir halten das Tragen von Schutzmasken für einen wichtigen Baustein, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen. Vielleicht ist auch ein Reisen, in eingeschränktem Rahmen, mit Masken möglich? Nein, Masken allein reichen nicht aus, nein Masken schützen nicht vor einer eigenen Infektion, nein Masken rotten das Virus nicht aus und nein Masken sind kein Freifahrtschein für ein Leben, wie vor der Krise.

Trotzdem sind Masken wunderbar dafür geeignet, andere Menschen vor einer Infektion mit dem Virus ein wenig zu schützen, wenn wir es (vielleicht unbewusst) selbst im Körper haben und durch die Gegend verteilen. Davon abgesehen, bereits vor der Corona-Krise fanden wir Masken, zum Schutz für die Mitmenschen, eine gute Idee.

In vielen asiatischen Ländern ist das Tragen von Masken eine Selbstverständlichkeit, wenn man beispielsweise erkältet ist. Das hat dort was mit Respekt und Höflichkeit gegenüber seinen Mitmenschen zu tun. Im Gegensatz zu uns, wird man aber dort auch nicht angesehen, als hätte man den Verstand verloren, wenn man mit Maske durch die Gegend läuft. Das besser sich gerade hier, so langsam gehören Masken um täglichen Bild, wenn man unterwegs ist. Es kann aber durchaus noch passieren, dass man doof angesehen wird oder einen dummen Spruch bekommt. Das muss eindeutig noch besser werden.

Allgemein sieht man aktuell, dass viele Mitmenschen lieber jammern, über alles und jeden, über jede Maßnahme. Statt froh zu sein, in einem Land zu leben, wo wir gemeinsam (!) den Mist ganz gut im Griff haben, nein, es wird gezetert bis sich die Balken biegen.

Wie sieht es bei Euch aus? Habt ihr schon Masken? Tragt ihr die schon? Schreibt uns gerne einen Kommentar.

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12 Kommentare

  1. Martin 23. April 2020 um 13:33 - Antworten

    Prima Artikel, damit ist eigentlich fast alles gesagt. Ich sehe das genauso.

    Meine Frau arbeitet im ServiceCenter einer großen deutschen Stadt und darf sich da manchmal telefonisch mit ziemlich renitenten Mitbürgern rumärgern. Sei es – wie Du angesprochen hast – „Ich soll einen Schal benutzen?! Bei DEN Temperaturen?!?“, „Die Dinger nützen doch gar nichts, hat das RKI gesagt!“ (ja, am Anfang vielleicht mal) oder „Da bildet sich viel zu viel CO2 drunter, das ist voll ungesund, das mach‘ ich nicht!“ (wie können Chirurgen bloß eine mehrstündige Operation überstehen, ohne ohnmächtig zu werden?).

    Maske an, Abstand halten, in die Ellenbeuge niesen/husten, immer schön Hände waschen, fertig! Was manche Mitbürger da für Verschwörungstheorien haben, ist echt nicht mehr feierlich.

    Kontraproduktiv sind aber auch Aussagen aus berufenem Munde, die das Gegenteil von dem behaupten, was offiziell kommuniziert wird. Könnte maximal verwirren, wenn man die Zusammenhänge sowieso schon nicht verstanden hat. Finde ich im Übrigen deshalb auch voll daneben, wenn der „Weltärztepräsident“ solche in meinen Augen grob fahrlässigen Aussagen macht und zur ohnehin teilweise schon vorhandenen Verunsicherung beiträgt.

    • Thomas Jansen 23. April 2020 um 13:49 - Antworten

      Hi Martin,

      da stellt sich mir immer die Frage, warum solche Menschen wie Montgomery das machen? Der Mann ist Radiologe, also Fotograf mit anatomischen Kenntnissen. Nein, als Mediziner hat er natürlich eine Qualifikation, keine Frage. Dazu seit Jahren in der Lobbyarbeit tätig, erst mal Chef des Marburger Bundes, jetzt als Weltärztepräsident. Kann der nicht einfach die Klappe halten und Menschen, die wirklich Ahnung von der Materie haben, das Reden überlassen? Allerdings war er auch als Chef des Marburger Bundes immer für einen Spruch gut und stand damals schon gerne vor der Kamera.

      Aber im Moment muss ja jeder seinen Senf dazu geben. Das Recht hat natürlich jeder, man muss es aber nicht gut finden.

      LG Thomas

  2. juergen 23. April 2020 um 18:58 - Antworten

    Guter und ausgewogener Artikel. Danke!
    Als Einzelhändler sehe ich ein Problem in der praktischen Umsetzung. Wir sind halt den ganzen Tag „im Handel“ und es ist kaum möglich, die gesamte Zeit nasswerdende Behelfsmasken zu tragen – auch wenn man ein paar zum wechseln hat. Am feuchten Tuch hin- und herkratzende Lippen sind dann zusätzlich nur Einfallstor für Herpes und Co. – auch wenn das kaum einer wagt anzusprechen. Nimmt man die Maske öfter hoch und runter, taugt sie in Abwägung zum Schmierinfektionsrisiko der Finger leider auch nicht.
    …und dann ist da noch das “ Abstandsproblem“: Wir machen die praktische Erfahrung, dass sich Menschen mit Maske scheinbar sicherer fühlen und uns zu nahe treten.

    Das nur mal so aus der Praxis zu den theoretischen Gedanken – auch wenn ich sie grundsätzlich genauso sehe.
    Ein Dilemma.

    • Thomas Jansen 24. April 2020 um 7:57 - Antworten

      Hallo Jürgen,

      in der täglichen Praxis, in einem Geschäft, kann ich diese Probleme mehr als nachvollziehen. Besonders das Verhalten der Kunden, welche sich mit Maske unanfreifbar halten, sehe ich als großes Problem. Auch dafür ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit notwendig.

      LG Thomas

  3. Lotta 23. April 2020 um 20:46 - Antworten

    Masken gehören in erster Linie in medizinische Einrichtungen. Wenn überhaupt, dann macht es noch am ehesten Sinn, wenn Menschen Masken tragen, die erkältet sind, aber die sollten grundsätzlich besser zu Hause bleiben. Für alle anderen reicht eine vernünftige Händehygiene und ein gewisser Abstand. Durch Masken kommt es jetzt sehr viel mehr dazu, dass sich Menschen ständig ins Gesicht fassen, weil Masken rutschen oder drücken oder man nicht richtig Luft bekommt.

    Es ist richtig, in asiatischen Ländern ist das Tragen von Masken üblich. In asiatischen Ländern ist es in erster Linie aber auch üblich, das zu machen, was die Obrigkeit für richtig hält. In asiatischen Ländern ist es auch üblich, den Nachbarn für seine „Vergehen“ oder das Nichteinhalten von Gesetzen anzuschwärzen.

    Ich denke schon, dass ein Herr Montgomery um einiges mehr berechtigt ist, seinen „Senf“ dazuzugeben als irgendwer, der nicht Medizin studiert hat. Aber ich gebe dir recht…es geben viel zu viele ihren Senf dazu, die von der Materie keine Ahnung haben.

    Herzliche Grüße.

    • Martin 23. April 2020 um 23:58 - Antworten

      Hi Lotta, ich denke schon, dass eine Gesichtsmaske ein weiterer Baustein ist, die Infektionsgefahr zu verringern, sofern sie vernünftig getragen wird. Sie soll – und das wurde immer klar gesagt – niemals alle anderen Maßnahmen untergraben oder ersetzen. Wenn manch einer das so sieht, hat er/die das irgendwie nicht verstanden.

      Nun ist der Mensch natürlich ein unvernünftiges Wesen, deshalb schließe ich nicht aus, dass so mancher denkt „och, dann bin ich safe und brauche mich um Abstand nicht mehr zu kümmern“. Was natürlich grundfalsch ist. Aber auch das muss vehement vermittelt werden: dass der Gesichtsschutz nur eine zusätzliche Maßnahme ist, um das Infektionsrisiko durch den Träger weiter zu minimieren.

      Und was den Herrn Montgomery betrifft: auch wenn er Mediziner ist, sollte er in diesen schwer begreifbaren Zeiten nicht noch weiter zur Verunsicherung beitragen und einfach mal schweigen…zumal das Gesagte nicht hilfreich ist. Gerade in Zeiten maximaler Unsicherheit sollte alles getan werden, um die Zahl R weiterhin unterhalb von 1 zu halten.

    • Thomas Jansen 24. April 2020 um 8:08 - Antworten

      Moin Lotta,

      stimmt, medizinische Masken gehören in medizinische Einrichtungen. Von diesen Masken ist aber nicht die Rede.

      Und ja, Leute, die erkältet sind sollten ganz zu Hause bleiben. Aber auch um die geht es nicht. Es geht um uns alle, die vielleicht unbemerkt oder ohne Sympthome infiziert sind, draußen rum rennen und somit potenziell ansteckend. Auch mit dem Einwand, dass sich die Menschen vermehrt ins Gesicht packen, ist richtig. Das steht aber auch alles so im obigen Artikel.

      Bei den Asiaten ging es mir nur um das Tragen von Masken. Und das geschieht da drüben schon sehr lange freiwillig, dafür gibt es keinen Zwang, zumindest vor Corona. Der Rest, die Obrigkeitshörigkeit, war hier gar nicht Thema. Wobei es uns ab und zu auch mal gut zu Gesicht stehen würde, auf „die da oben“ zu hören, besonders in Krisenzeiten. Dabei sollte Kritik erlaubt sein, keine Frage.

      Zu Herrn Montgomery sage ich nichts mehr, dazu habe ich meine Meinung. Die ist schon viele Jahre alt, hat wenig bis nichts mit Corona zu tun, und wird jetzt nur noch gefestigt. Natürlich hat er das Recht, seine Meinung zu äußern, so wie jeder andere Mensch auch. Aber ein Medizinstudium ist kein Garant dafür, ernst genommen zu werden. Es gibt aktuell sehr viele kluge Menschen, sogar ganz ohne Studium, die vernünftige Dinge äußern. Und das ist gut so.

      LG Thomas

  4. Michael 23. April 2020 um 21:12 - Antworten

    Hallo, ich akzeptiere die Maskenpflicht und gewöhe mich bestimmt auch daran, also kein Grund zu nörgeln. Aber wer keinen Freundeskreis hat, der nähen kann und selbst auch nicht mal eine Nadel (geschweige Stoffreste) im Haus hat, der muß halt bestellen. Ich warte jetzt seit Ostermontag auf die Lieferung, die sich angekündigt hat. Aus der Apotheke habe ich zumindest schon mal eine Einwegmaske. Ein Fleece Schal scheidet aus, darunter habe ich kaum mehr Luft bekommen. Außerdem muß ich als Heuschnupfenpatient zeitweise die Maske im 3 Min. Takt abziehen, um die Nase zu putzen. Alles kein Gegenargument, aber eine Herausforderung. Ach ja Brillenträger … aber das erwähntet ihr ja schon.

    • Thomas Jansen 24. April 2020 um 8:10 - Antworten

      Hi Michael,

      das mit dem Heuschnupfen ist natürlich ein riesiges Problem. Da hätte ich auch keine kluge Idee. Vermutlich wären Einwegmasken hier ein guter Weg, nur sind die aktuell so gut wie nicht zu bekommen. Eine Stoffmaske ständig runter und wieder rauf zu ziehen ist auf jeden Fall mehr als Kontraproduktiv.

      LG Thomas

  5. Lisa 24. April 2020 um 7:59 - Antworten

    Hallo Thomas,

    Wir haben in Österreich schon länger Maskenpflicht in Geschäften und es klappt ganz gut. Die Argumente kenne ich aber auch alle und bei uns gibt es ähnliche Nörgler.

    Ich persönlich finde es nicht weiter schlimm und auch sinnvoll unter Leuten. Habe mir für kleines Geld welche nähen lassen mit den Logos vom Blog und meiner anderen Firma versehen lassen und laufe jetzt quasi als mein eigener Werbeträger :-)

    Liebe Grüße

    Lisa

    • Thomas Jansen 24. April 2020 um 8:14 - Antworten

      Hi Lisa,

      über diesen Weg, von Freunden, haben wir auch Masken bekommen. Schön mit den Minions drauf, die gab es nirgendwo zu kaufen. Die Idee mit dem Bloglogo ist gut.

      Wer selber solche Masken haben will, und diese nicht selber fertigen kann/will, schaue mal bei den verschiedenen Fotodurck-Anbietern. Ich will jetzt keine Werbung hier machen. Aber viele Fotodruckdienste bieten aktuell auch Masken an, mit beliebigen und eigenen Motiven.

      LG Thomas

  6. Markus 26. April 2020 um 12:12 - Antworten

    Im Moment können wir noch froh sein das wir überhaupt noch einigermaßen raus können. Meiner Meinung nach sind die Lockerungen viel zu früh gekommen und es wird zum Sommer hin alles noch schlimmer. Wir können nur abwarten was passieren wird. Bis dahin, bleibt Gesund.

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