Cruise America – Wohnmobil-Drama in 3 Akten

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Cruise America – Wohnmobil-Drama in 3 Akten

Von |2018-10-12T10:38:12+00:0001.05.2018|Rund ums Reisen|15 Kommentare

Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2018 um 10:38

Cruise America – der große Wohnmobil-Anbieter aus den USA. Für uns war dieser Anbieter bisher ein Garant für einfache Wohnmobile, zu einem günstigen Preis, mit guten Angeboten über deutsche Veranstalter. Wir haben oft schlechte Rückmeldungen im Netz gelesen, die wir selber nicht nachvollziehen konnten, daher haben wir vor ein paar Jahren auch einen lobenden Artikel über Cruise America geschrieben. Doch auch unserer letzten Reise, haben wir dann die geballte Ladung an negativen Erfahrungen selber zu spüren bekommen. Die ersten Tage unserer Reise waren katastrophal. Am Ende wurde zwar alles gut, trotzdem müssen wir so etwas in der kostbarsten Zeit des Jahres nicht haben. Wir haben auch positive Erfahrungen gemacht. Unsere Reiseveranstalter oder eine Mitarbeiterin bei Cruise America – aber der Reihe nach.

Wer billig bucht…

Eines vorneweg, bevor hier der ein oder andere Schlaumeier mit „Wer billig bucht, bekommt billig“ in den Raum wirft. Uns ist bewusst, dass Cruise America kein Premium-Edel-Anbieter ist. Wir können damit leben, wenn die Ausstattung eher spartanisch ist – mehr brauchen wir im Urlaub nicht. Wir können auch damit leben, wenn es hier und da mal klappert, eine Schublade nicht funktioniert, kein Fernseher an Bord ist (brauchen wir ebenfalls nicht) oder die Wohnräume ein wenig abgenutzt sind. Damit haben wir keinen Stress und das war uns auch vorher bewusst. Wir waren ja nicht das erste Mal mit Cruise America unterwegs.

Und zum Thema billig noch eine weitere Anmerkung. Ein Truck-Camper für 10 Tage, für 937 EUR, 10 Monate vor der Reise gebucht, ist alles andere als „billig“.

Weiter wäre dieser Artikel hier nicht entstanden, wenn es nur die technischen Mängel gewesen wären. Wohnmobile sind Technik und diese kann mal kaputt gehen. Hier nervte nur die Anhäufung von technischen Problem. Richtig genervt hat und aber die Art und Weise, mit der man als Kunde behandelt wird. Eine Sache, die wir so in den USA garnicht erwarten, eher von einer deutschen Behörde. Richtig ernst genommen fühlen wir uns nur von einer einzigen Mitarbeiterin von Cruise America. Der Rest überraschte uns mit hanebüchenen Erklärungsversuchen oder an Unverschämtheit grenzenden Aussagen.

Und wir sind weit davon entfernt, dauermotzende Krauts zu sein – das wurde uns nun ernsthaft in einer Facebook-Gruppe vorgehalten. Wer diesen Blog hier verfolgt, wird nur selten bis garnicht irgendwelche Mecker-Beiträge von unseren Reisen finden. Wir haben keine hohen Ansprüche, können auch mit Unannehmlichkeiten leben und diese mit Humor wegstecken und sind allgemein schnell zu begeistern. Irgendwo ist aber eine Grenze, wo auch bei uns mal Schluß mit Lustig ist. Daher ist dieser Vorwurf vollkommen an den Haaren herbei gezogen.

Akt 1 – Der gebuchte Truck-Camper T17

Cruise America Truck Camper T17

Gebucht war ein Truck-Camper, Typ T17, ab/bis Las Vegas für 10 Tage. Diesen haben wir am 17. April am Mittag in Las Vegas übernommen. Die Einweisung in das Fahrzeug war gewohnt flott, wohl auch dem großen Andrang an diesem Tage in der Übergabestation geschuldet.

Das Fahrzeug war mit rund 30.000 Meilen auf dem Tacho recht neu, kein Wunder bei einem recht neuen Modelltyp in der Angebotspalette. Das war für uns auch ein Grund, diesen Truck-Camper zu mieten. Weitere Gründe waren die Möglichkeit, auch mal irgendwo einen Parkplatz finden zu können, wo man mit einem großen Wohnmobil vergeblich sucht, mal auf einem Seitenstreifen anhalten zu können oder Loops zu fahren, welche für große und lange Fahrzeuge gesperrt sind.

Das Raumangebot im T17 ist natürlich bescheiden, aber auch das war uns bewusst und stellte kein Problem dar. Mit ein wenig Kreativität beim Einräumen haben wir alle Dinge untergebracht. 

Wasser im Innenraum der Fahrerkabine

Wir haben dann mit dem Truck-Camper unseren Mietwagen zurück zum Flughafen Las Vegas gebracht und sind zu unserem ersten Campground in Boulder City gefahren, zum Glück nur rund 30 Meilen von Henderson entfernt. In diesem Vorort von Las Vegas ist die Vermietstation von Cruise America. Auf dem Weg dorthin lief immer mehr Wasser in den Fußraum von Fahrer und Beifahrer. Auf der Beifahrerseite war es besonders heftig, da standen bis zu 2 cm Wasser am Boden. Je nachdem ob man bergauf oder bergab gefahren ist, war es mal mehr oder weniger Wasser. Also war klar, das hat sich irgendwo gesammelt und läuft in den Innenraum ab. Zum Glück lief das Wasser aber nicht in den Fußraum der Rückbank, denn dort lagen unsere Koffer.

Sauberkeit ist keine Hexerei

Uns war in den letzten Jahren schon klar geworden, dass das mit der Sauberkeit der übernommenen Wohnmobile von Cruise America so eine Sache ist. Daher haben wir uns angewöhnt, da einmal durchzuwischen, wenn wir einen Camper dort übernehmen. Aber was uns dieses Mal erwartete war echt eine Unverschämtheit. 

Lecker Pflaster

 

Beim Beziehen des Bettes haben wir natürlich die Matratze angehoben. Und uns traf fast der Schlag. Wir wollen im Detail nicht unbedingt wissen, was da alles drunter lag, wir haben das einfach mit Handschuhen und Desinfektionstüchern weg gemacht. Das Highlight war aber sicherlich das verblutete Pflaster eines Vormieters, dem wir hiermit noch gute Genesung wünschen.

Die Heizung mit zwei Zuständen – Sauna oder Gefrierschrank

Nachdem wir geputzt hatten und die restlichen Dinge verstaut hatten, war uns nach schlafen gehen. Da in der Nacht in Boulder 2 Grad Außentemperatur angesagt waren, stellten wir natürlich die Heizung im Wohnmobil an. Diese hatte ein analoges Steuerteil, wo man grob eine gewünschte Temperatur einstellen kann. Diese Technik kannten wir schon aus anderen Wohnmobilen, wo sie bisher immer gut funktioniert hat. 

Die Heizung im T17 kannte aber nur zwei Zustände. An – und man hatte nach recht kurzer Zeit eine Saune mit über 30 Grad in dem Wohnmobil mit dem kleinen Innenraum. Oder man schaltete sie aus und das nicht isolierte Wohnmobil kühlte nach rund 20-30 Minuten zu einem Gefrierschrank aus, bei den herrschenden Außentemperaturen. Eine automatische Abschaltung der Heizung, bei erreichen der gewünschten Temperatur fand nicht statt.

Nun dachten wir erst, wir machen was falsch, kann ja auch vorkommen. Also haben wir uns das große User-Manual geschnappt, was in jedem Cruise America Wohnmobil zu finden ist. Nur, dort tauchte der Truck Camper überhaupt nicht auf und das Heizungsmodell ebenfalls nicht.

Die Traveler’s Assitance Hotline 

Da uns das Handbuch auch nicht weiter brachte, entschlossen wir uns, die Traveler’s Assitance Hotline anzurufen. Dort war auch am Abend um 22 Uhr, nach einigem Warten, noch jemand zu erreichen. So viel zum Positiven des Telefonates.

Natürlich ist die Hotline in Amerika, bei einem amerikanischen Unternehmen, auf englisch. Wir erwarten nichts anderes, wenn wir in einem fremden Land zu Gast sind. Aber, einem im Laufe des Gespräches vorzuhalten, dass es wohl sprachliche Probleme gibt, ist dann schon unverschämt. Natürlich sind wir nicht in der Lage, komplexe technische Probleme auf englisch zu schildern. Dann erwarte ich aber, dass die Mitarbeiter einer Hotline, die einen großen Teil Kunden aus dem deutschsprachigen Raum hat, solche Probleme mit einfachen Worten zu identifizieren.

Und man kann auch nicht behaupten, der Mann hätte unser Heizungsproblem nicht verstanden. Dazu war seine Hilfestellung geradezu genial. Wir sollten die Heizung einschalten bis es warm genug ist. Dann sollten wir die ausschalten und wenn es dann wieder zu kalt wird, die Heizung wieder einschalten. (sic!)

Auf unsere Nachfrage, ob er meine wir haben Nachts nichts besseres zu tun als ständig zwischen Bett und Heizungsregler zu pendeln, kam plötzlich das Sprachproblem auf. Wir haben uns echt gefragt, ob der uns verkohlen will.

Wir haben dem Mann dann gesagt, dass wir am nächsten Morgen zurück zu Cruise America in Las Vegas fahren um das vor Ort zu klären. Er bat dann um einen weiteren Anruf am Morgen um zu klären ob ein Techniker für uns Zeit hätte. Ähm, nee iss klar. Wir haben ihm dann gesagt, er kann gerne morgens in Las Vegas anrufen und dafür sorgen, dass ein Techniker Zeit hat – wir sind gegen 9 Uhr auf jeden Fall dort.

Weitere Kleinigkeiten

Weitere Kleinigkeiten, die für uns eigentlich kein Grund für eine Reklamation gewesen wären, waren auch noch vorhanden:

  • Der Trinkwasserschlauch war undicht, hatte ein lustiges kleines Loch. Das hätten wir normal mit ein wenig Klebeband repariert oder einfach einen neuen Schlauch gekauft. 
  • Der Stöpsel für die Spüle in der Küche fehlte. Ärgerlich aber auch kein Problem, dann spült man halt in einem Topf.

Diese beiden Dinge nur zur Ergänzung der Mängelliste. Den Spülenstöpsel sollte man eigentlich bei der Übernahme kontrollieren, das haben wir selber auch vergessen.

Eine Nacht im Hotel

Müde, wechselweise durchgefroren oder gekocht, entschlossen wir uns dann, die Nacht besser in einem Hotel zu verbringen. Auf die Wanderstunde zwischen Bett und Heizungsregler hatten wir nun wirklich keine Lust. Also suchten wir uns im Internet ein Hotel in Henderson, in der Nähe der Cruise America Station, um da am nächsten Morgen direkt um 9 Uhr auf der Matte zu stehen.

Gegen 1 Uhr in der Nacht erreichten wir dann auch das Hotel, wo wir noch ein nettes Zimmer bekommen haben und den Rest der Nacht bei angenehmen und stabilen Temperaturen schlafen konnten.

Der Umtausch des Truck Campers

Pünktlich zur Geschäftsöffnung standen wir dann um 9 Uhr morgens bei Cruise America in Henderson, Las Vegas, auf der Matte. Die Mitarbeiterin, die auch die Übergabe am Tag vorher mit uns gemacht hat, war ein wenig verdutzt uns wieder zu sehen. Nachdem wir ihr die Probleme mit der Heizung und dem Wasser geschildert haben, rief sie direkt nach einem Techniker. Dieser kam auch flott und ging mit uns zum Truck-Camper.

Zu dem Problem mit dem Wasser im Fußraum meinte er nur lapidar, das sei vollkommen normal, wenn das Auto gewaschen wurde, dann könne noch 4-5 Tage lang Wasser einlaufen. Wirklich – das hat er wirklich gesagt.

Wir haben, wenn wir in den USA unterwegs sind einen Running Gag. Immer wenn etwas technisches nicht funktioniert sagen wir, die waren niemals auf dem Mond.

Jetzt sind wir aber sicher, alle Unklarheiten sind beseitigt. Es ist normal, dass nach dem Waschen eines Autos 4-5 Tage Wasser in den Fußraum läuft – die waren wirklich niemals auf dem Mond, never ever! Zumindest nicht mit trockenen Füßen, da die Raumkapsel sicherlich vor dem Flug nochmal gewaschen wurde. Der Spruch ist uns auch gegenüber des Technikers raus gerutscht, als er uns erklärte, dass das mit dem Wasser normal sei. „You where never on the moon“ – das war ein Reflex, der musste raus. Aber die Amis haben es nicht so mit Sarkasmus. Er hat uns nur fragend angeschaut.

Wir sind dann weiter zum nächsten Problempunkt Heizung. Und als uns auch der Techniker sagte, wir müssten die Nachts immer nach Bedarf ein- bzw. ausschalten ist uns dezent die Hutschnur explodiert. Da war wirklich Schluß mit lustig. Das merkte auch der Techniker, den wir dann einfach stehen liessen und die Dame am Counter. Der war es auch sichtlich unangenehm als wir mit leicht geschwollenen Halsadern unseren Frust vor den anderen Kunden äußerten. Diese rief dann den Manager der Station.

Der Manager kam dann nach 5 Minuten recht flott zu uns. Zum Thema Wasser meinte auch er, das sei normal (Augenrollen unsererseits) und das mit der Heizung wäre nicht schön. Er meinte dazu, die würden das neue Modell, also den Truck Camper, noch testen. Hm, das können wir ja gerne machen aber nicht auf Kosten unseres Urlaubs. Als wir ihm dann noch die Fotos vom Zustand des Wohnmobils in Sachen Sauberkeit zeigten, wurde er aber sehr kooperativ. Das hat ihn dann auch ein wenig schockiert. 

Wir einigten uns dann auf ein Fahrzeugtausch. Er versuchte dann uns den Tausch auf ein C19 Modell, als Upgrade zu verkaufen. Den Wind haben wir ihm aber schnell aus den Segeln genommen. Denn wenn wir das gebucht hätten, hätten wir nur rund 60% des Mietpreises zahlen müssen. Wir wollten aber einfach nur da weg kommen, mit einem ordentlichen Wohnmobil und daher stimmten wir dann erstmal zu.

Der neue Camper wurde uns dann auch nach rund 30 Minuten hin gestellt und wir konnten unsere Sachen umräumen und endlich gegen 11 Uhr die Station in Richtung Süden verlassen – auf dem Weg zum Joshua Tree Nationalpark.

Die Übernachtung in dem Hotel wollte uns der Stationsmanager übrigens nicht erstatten, das hat er nicht eingesehen. Man hätte ja die eine Nacht mit den Unannehmlichkeiten leben können – klar, ist ja nur unser Urlaub. Immerhin hat er uns aber die Benzinrechnung erstattet, denn wir hatten den T17 ja bereits voll getankt.

Akt 2 – Der „Upgrade“ C19 Camper

Cruise America Camper C19

Der „neue“ C19 Camper war schon ein wenig betagter, wir haben auf dem Weg zum Joshua Tree die 100.000 Meilen damit geknackt. Er hatte im Innenraum einige Macken und Gebrauchsspuren – damit konnten wir aber leben. Immerhin hatten wir trockene Füße und die Heizung funktionierte in den kommenden zwei Nächten tadellos.

Nur mit dem Frischwasser-System gab es ein kleines Problem. Wenn das Fahrzeug am Wasseranschluss auf dem Campground angeschlossen war, lief irgendwann der Frischwassertank über. Da gab es wohl eine undichte Stelle zwischen den beiden Systemen. Da hätten wir aber mit leben können.

Am zweiten Morgen wurde es aber Zeit, die Abwässer zu dumpen – also die Abwassertanks zu entleeren. Der erste Stutzer überkam uns, als wir den Schlauch aus der Lagervorrichtung zogen, der war doch arg kurz. Da muss mal jemand ein Stück abgeschnitten haben. Er passte aber so eben, um bis zum Anschluss auf dem Stellplatz zu kommen.

Um den Schlauch am Wohnmobil anschliessen zu können, muss eine Schutzkappe am Anschluss entfernt werden. Dies machte Thomas und war danach wunderbar im Abwasser gebadet. Offensichtlich schloss das Schwarzwasser-Ventil nicht, so dass sich die Abwässer aus der Toilette dort hinter der Kappe sammelten. Durch die Toiletten-Chemie ist das Abwasser nicht mehr als solches zu erkennen und auch der Geruch hat nichts mit Fäkalien zu tun. Trotzdem war das eine wirklich ekelhafte Erfahrung.

Und es war klar, dass wir mit dem Wohnmobil so nicht weiter fahren können, wenn wir die Toilette weiter benutzen wollen. 

Zum Glück im Unglück standen wir in der Nähe von Phoenix, da wir eigentlich auf den Apache Trail wollten. 

Bereits bei den Ärgernissen mit dem Truck Camper hatten wir auch Kontakt mit unserem Vermieter, CU-Camper aus Hamburg, aufgenommen. Diese haben uns mit allen Möglichkeiten unterstützt. Nachdem Thomas das Abwasser über die Arme gelaufen ist, war dann der Punkt erreicht, wo wir in Hamburg angerufen haben und uns von dort zusätzliche Hilfe angefordert haben. Aus Hamburg hat Frau Kobell von CU-Camper, die inzwischen auch ordentlich verärgert war, ebenfalls Kontakt mit Cruise America aufgenommen und dort ein wenig Druck gemacht. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an das Team von CU-Camper für die tolle Unterstützung und die Aufmunterungen – das haben wir in dem Moment wirklich gebraucht.

Der zweite Wohnmobil-Tausch in Phoenix

In Phoenix befindet sich die große USA-Zentrale von Cruise America, wo wir dann gegen 10 Uhr aufschlugen. Da wir durch Zufall auf einem Campground standen, der nur 20 Minuten von Cruise America entfernt war, waren wir auch dort am frühen Morgen angekommen. Und wir wurden dort schon erwartet, dank der Initiative von CU-Camper.

Wir waren inzwischen an einem Punkt angekommen, dass wir am liebsten den Camper dort abgegeben hätten, uns einen Mietwagen genommen und die Tour mit Hotels fortgesetzt hätten. Nur da gab es ein Problem, unsere Koffer standen in Las Vegas, da wir diese im C19 nicht lagern konnten. Also war das auch keine sinnvolle Option.

In Phoenix hatten wir dann aber zum ersten Mal das Gefühl, dass uns bei Cruise America wirklich jemand ernst nimmt. Die Rental Supervisorin dort ist Karin, eine Deutsche. Somit gab es endlich mal keine Sprachbarriere. Und spätestens als bei Melanie die Nerven blank lagen und die ersten Tränen flossen, wurde man aktiv. Dies war immerhin die Reise zu Melanies 50. Geburtstag und die haben wir uns so nicht vorgestellt. Wir hatten andere Pläne als eine Reise von einer Vermietstation von Cruise America zur nächsten zu machen.

Am Ende bot man uns einen recht neuen C25 als Alternative an. Ein zuerst angedachter anderer C19 wollte man uns dann doch nicht geben, der hatte auch schon sein Alter und man hatte wohl selbst bei Cruise America Bedenken uns dieses Fahrzeug zu geben.

Am Ende akzeptierten wir den Tausch auf den C25, was blieb uns denn auch anderes über. Und wieder packten wir all unsere Sachen von einem Wohnmobil in ein anderes um. Das macht übrigens nicht wirklich Spaß, auch beim zweiten Mal nicht.

Karin war auch noch so nett und die Übernachtung im Hotel, wegen der Probleme mit dem T17, zu erstatten. Da war das plötzlich kein Problem, was in Las Vegas für nicht notwendig angesehen wurde

Akt 3 – Der C25 Camper

Cruise America Camper C25

Man mag es nun kaum glauben, mit dem C25 war alles in Ordnung, also fast. Die Anzeige des Füllstandes des Frischwassertanks funktionierte nicht und natürlich fehlte mal wieder der Stöpsel für die Küchenspüle (wer klaut die eigentlich?). Damit konnten wir aber leben.

Nur hatten wir jetzt ein Wohnmobil, was wir eigentlich bewusst nicht haben wollten. Es war groß, geräumig, und hat deutlich mehr Sprit verbraucht als der ursprünglich gebuchte Truck Camper. Mal abgesehen davon, dass auch der C25 in der Miete deutlich billiger gewesen wäre, als der T17.

Aber wir waren erstmal froh, ein Wohnmobil zu haben, was technisch so weit in Ordnung war, dass wir endlich unseren Urlaub geniessen konnten.

Rückgabe in Las Vegas

Bei der Rückgabe in Las Vegas war man dann erstaunt, dass wir inzwischen mit dem dritten Wohnmobil vorfuhren. Eine der Damen dort erdreistete sich dann noch uns zu Beglückwünschen, dass wir es bis zum C25 gebracht hätten, also ein größeres Wohnmobil als gebucht. Das war dann die größte Unverschämtheit, die wir uns von Cruise America bieten lassen mussten. Die Kollegin, die daneben stand, griff auch sofort ein und übernahm dann das Gespräch mit uns (was auch besser so war).

Nachdem wir die Geschichte nochmals komplett erzählt haben, hat sie uns immerhin 3 Tagessätze des Mietpreises erstattet, also rund 140 Dollar. Die Differenz zu dem eigentlich günstigeren Mietpreis des C19 bzw. des C25 gleicht das nicht aus, auch nicht den Ärger den wir in den ersten 4 Tagen unserer Reise hatten. Aber irgendwie hatten wir auch die Nase voll und wollten einfach nur weg da.

Fazit – Cruise America – Never again

Für uns steht nach dieser Erfahrung fest, das war es – das Ende der Beziehung zwischen Cruise America und uns. Wir wollten viele Schauergeschichten, die man im Netz liest, nie so recht glauben. Aber jetzt haben wir am eigenen Leib erfahren, wie es dort auch laufen kann. 

Für uns ist der Urlaub die kostbarste Zeit des Jahres. Wer uns kennt weiß, dass wir sehr fleissig arbeiten um uns unsere Reisen leisten zu können. Und dann möchten wir einfach eine gute Zeit haben und uns nicht über solche Dinge ärgern müssen. Und wenn dann Probleme auftauchen, Wohnmobile sind Maschinen wo mal was kaputt gehen kann, dann möchten wir wenigstens ernst genommen werden. Blöde Sprüche von Hotline-Mitarbeitern, Technikern oder anderen Mitarbeitern müssen wir uns einfach nicht geben.

Auch haben wir keine Lust, als Kunden neue Modelle als Versuchskaninchen zu testen. Vielleicht sollte Cruise America erstmal die eigenen Mitarbeiter mit den neuen Modellen auf die Reise schicken um Probleme zu entdecken. Alternativ könnte man das vorher kommunizieren und preislich attraktiv anbieten, dann kann man sich als Kunde überlegen ob man seinen Urlaub als Testperson verbringen möchte.

Klarstellung: Wir haben für diese Reise weder eine Kooperation mit Cruise America oder mit CU-Camper. Wir haben die Reise ganz regulär, als normale Kunden, über CU-Camper gebucht und bezahlt. Und bei CU-Camper möchten wir uns nochmals für die Hilfe bei den Problemen bedanken.

Das waren sie also, unsere neuesten Erfahrungen mit Cruise America. Am Ende hatten wir doch noch einen schönen Urlaub, wenn man die ersten 4 Tage mit dem Wohnmobil mal ausklammert, die einfach nur nervig waren. Die Berichte von den schönen Momenten und Orten der Reisen folgen dann auch in den nächsten Tagen und Wochen – hier mussten wir uns erstmal den Frust von der Seele schreiben und diese Erfahrung verarbeiten. Wir sind ja eigentlich schnell zufrieden zu stellen, daher gibt es auch recht wenige Beiträge hier auf dem Blog, wo wir uns wirklich negativ über etwas auslassen. Dieser Erfahrung nun hat aber mehrere Fässer zum überlaufen gebracht.

15 Kommentare

  1. Sandra 1. Mai 2018 um 12:06 Uhr - Antworten

    Hallo Ihr Beiden,

    ohweia. Das tut mir leid. Und – Melanie – alles Gute nächträglich zum Geburtstag!!!

    Das klingt ja gar nicht gut und wir können es gut nachvollziehen, da wir auch gern mit Camper unterwegs sind. Spannend wäre zu wissen, was Ihr nun empfehlt – wenn dieser Anbieter flachfällt.

    Lg Sandra

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:58 Uhr - Antworten

      Hi Sandra,

      tja, was soll man raten. Ehrlich? Ich weiß es nicht. Viel gutes hört man sicherlich von Roadbear, aber auch da haben wir schon negative Dinge gehört aber nicht in der Masse.

      LG Thomas

  2. Rüdiger von Fölkersamb 1. Mai 2018 um 13:59 Uhr - Antworten

    Dann hat sich seit fast 30 Jahren nichts bei Cruise America geändert. Wir machten mit zwei Familien und zwei Mototorhomes die gleichen Erfahrungen in 1989. Werkstattbesuche wegen Schäden an Getriebe, Benzineinspritzung und Elektronik nacheinander – schließlich regnete es dann noch durch die Fensterrahmen: Kommentar Hotline „drive to the next garage and sleep there“……..Facit: never Cruise America again

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:56 Uhr - Antworten

      Hi Rüdiger,

      der Tipp mit „schlaft doch in einer Garage“ – das war bestimmt der gleiche Hotline-Mitarbeiter, den wir an der Strippe hatten.

      LG Thomas

  3. Rainer 1. Mai 2018 um 20:43 Uhr - Antworten

    Servus zusammen,

    ich persönlich musste einmal den Mietwagen zweimal innerhalb von zwei Tagen tauschen. Auto, Motorrad oder Wohnmobil, es kann immer mal was sein. Im Urlaub ist es natürlich besonders nervig wenn das Gefährt ärger macht.

    Was mich bei eurem Artikel verwundert ist die Tatsachen dass das Verhalten von Cruise America so gar nicht Amy-Like ist. Normal wird ja da der Service groß geschrieben!

    Hauptsache am Ende ist alles gut geworden und ihr hattet ein paar tolle Tage!

    Grüße aus MUC
    Rainer

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:55 Uhr - Antworten

      Hi Rainer,

      das technische, das war ärgerlich aber wir hätten es akzeptieren können. Technik kann mal kaputt gehen, keine Frage. Was uns aber maßlos enttäuscht hat, dass wir uns teilweise vorkamen, wie bei einer deutschen Behörde.

      LG Thomas

  4. Sylvi 2. Mai 2018 um 0:10 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas, Hallo Melli – herzlichen Glückwunsch noch zum Geburtstag – da sind wir ja fast ein Jahrgang :-),

    ich hoffe für Euch, dass der Resturlaub die Ärgernisse ein wenig relativiert hat. Ich fühle mit Euch, weil – wie ihr ja schon treffend geschrieben habt – der Urlaub die kostbarste Zeit im Jahr ist. Da spart man dafür, freut sich monatelang darauf und dann sowas! Ich denke, Ähnliches kann auch in Hotels oder Ferienwohnungen passieren. Dagegen waren bei mir ein kläffender Hund jeden Morgen um 07.00 Uhr in der Nachbarferienwohnung oder eine fehlende i-net-Verbindung trotz vollmundiger Ankündigung auf der Buchungswebseite ja wirklich Peanuts. ;-) Hier kann man immer noch sagen „es gibt Schlimmeres“, aber bei Eurem Dilemma ist das wohl kaum möglich.
    Der nächste Urlaub wird bestimmt besser und ich wünsche Euch – auch wenn man diesen Urlaub nicht mehr „reparieren“ kann -, dass der nächste um ein Vielfaches schöner und entspannter sein wird.

    Lieben mitfühlenden Gruß
    Sylvi

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:53 Uhr - Antworten

      Hi Sylvi,

      ja, der restliche Urlaub hat für vieles entschädigt. Das liegt aber auch unserer Art mit sowas umzugehen. Melli war zwischendurch sehr geknickt – aber bei sowas bauen wir uns gegenseitig prima auf, dann wird gefightet und auch wieder gelacht. Und erstaunlicherweise haben wir in diesem Urlaub sehr viel gelacht, wenn auch oft aus Verzweiflung oder Sarkasmus.

      LG Thomas

  5. Andreas 2. Mai 2018 um 9:36 Uhr - Antworten

    Gruselig, einfach nur gruselig. Ich hab ja bisher noch nie ein Wohnmobil gemietet, nirgendwo auf dem Planeten. Und wenn ich das hier so lese wird es wohl auch in Zukunft immer ’nur‘ eine Mietwagenreise drüben in den USA oder anderswo werden. Wobei ich auch da schon ein oder zwei Mal auf die Nase gefallen bin, das kann einem ja immer iwie passieren. Aber die hier erwähnten Dreistigkeiten einiger Mitarbeiter sind einfach ein völliges No-Go, das geht mal so gar nicht. Zum Glück war wenigstens die zweite Urlaubshälfte noch halbwegs normal wenn man das so rausliest – ich hab es ja auch bei fbook ein wenig an Hand der Wasserstandsmeldungen verfolgt. Glückwunsch nachträglich an Melli zum Geburtstag an dieser Stelle noch einmal. Und danke für den offenen Bericht mit auch mal weniger schönen Erfahrungen. Auch so etwas ist wichtig zu lesen.

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:50 Uhr - Antworten

      Hi Andreas,

      wenn wir mal was negatives erleben, dann schreiben wir auch darüber. Das Reisebloggerleben ist ja nicht nur rosarot in Pastellfarben. Zum Glück haben wir aber selten Anlass für so einen Bericht.

      Aber trotzdem wurden wir schon als „typisch deutsche Motzkis“ bezeichnet. *seufz*

      LG Thomas

  6. Ellen & Udo 2. Mai 2018 um 13:40 Uhr - Antworten

    Au Mann, das war ja eine echtvgruselige Cruise America Erfahrung. Wundern tut’s uns, wie einige andere hier, allerdings auch nicht. Auch wir (ich, Udo), habe mit CA schlechte Erfahrung gemacht – das ist allerdings schon viele Jahre her. Defektes Auto, Zwangsaufenthalt und am Ende noch Mitarbeiter in Los Angeles, denen das grad mal völlig egal war. Da half nur noch, ein echt großes Fass aufzumachen. Trotzdem blieb der Ärger. Und hielt an, so dass WoMos für uns keinesfalls in Frage kommen, auch wenn so eine Fahrt, wenn denn alles klappt, sehr sehr schön sein kann. Zumindest auf den bekannten und oft befahrenen Routen im Westen. Leider wird es dort immer voller, Campgrounds muss man an den „Highlights“ sicher lange voraus buchen. Dabei kann ich mich an Zeiten erinnern, da waren die CGs nicht mal voll am Abend. Das hat sich leider geändert inzwischen. Bleibt also nur der Mietwagen, am besten SUV, damit man den Teer auch mal verlassen kann. Denn DORT finden sich auch heute noch wenig oder gar nicht frequentierte Strecken. Ist halt etwas mühsamer zu fahren. Und klappt nicht immer, wenn das Wetter nicht mitspielt. Trotzdem haben wir damit gute Erfahrungen gemacht – man ist einfach beweglicher und bekommt mehr zu sehen. Vielleicht wird’s bei Euch ja doch mal ein schnuckeliger Nostalgie Trip über die gesamte 66? ;-) . Wär doch was …

    • Thomas Jansen 2. Mai 2018 um 17:49 Uhr - Antworten

      Hallo Ihr beiden,

      das mit den Campgrounds ist uns dieses Jahr auch negativ aufgefallen. Am Joshua Tree war um 15 Uhr an einen Stellplatz nicht mehr zu denken, alle Campgrounds waren voll. Das Gleiche halt für den Grand Canyon, wo auch der Campground am Desert View voll war – das ist uns noch nie passiert. Und unser geliebter X-Ten-Campground, direkt südlich von Tussayan, war noch nicht geöffnet. Also haben wir in Williams einen Stellplatz genommen, denn den Preis für den privaten Platz in Tussayan wollten wir nicht bezahlen und der Flintstone-Campground auf halben Weg nach Williams – der ist nun wirklich nicht schön.

      Unsere Idee war ja, den Truck-Camper zu buchen, um eben auch mal Ecken zu erreichen, die man mit den großen RVs nur schwer oder garnicht erreicht. Nur das hat uns Cruise America ja grandios versaut.

      Und wir sind dieses Mal ein großes Stück Route 66 gefahren, von Ash Fork bis Needles – wunderschön. Bericht folgt ja noch.

      LG Thomas

  7. Marcus 2. Mai 2018 um 19:44 Uhr - Antworten

    Das muss Euch wohl so um den 15. April herum passiert sein – schätze ich mal. Sag ich nur rückläufiger Merkur.

    Aber schon krass, was einem bei einer Mietwagenfirma alles passieren kann.

    PS: die Checkbox würde ich wieder rausnehmen. Dieser Fachanwalt für IT-Recht hält sie für überflüssig und schätzt sie sogar als ‚gefährlich‘ ein, da sie zum Bumerang werden könnte: https://www.datenschutz-guru.de/braucht-mein-kontaktformular-jetzt-eine-checkbox/

  8. Lukas 3. Mai 2018 um 21:29 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,
    ein spannender und interessanter Bericht!
    Leider auch so ein bisschen das Zùnglein an der Waage mich gegen CA für unsere Reise nächstes Jahr zu entscheiden!
    Leider scheinen sie der einzige Verleiher im Südwesten zu sein, der Truck Camper im Angebot hat! Fraserway ist ja nur im Norden.. oder weißt Du da etwas anderes?
    LG
    Lukas

    • Thomas Jansen 4. Mai 2018 um 9:41 Uhr - Antworten

      Hi Lukas,

      leider kenne ich auch keinen anderen Anbieter mit Truck-Campern im Südwesten. Die sind halt in den USA nicht so verbreitet wie in Kanada.

      LG Thomas

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