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Das Histogramm ist ein sehr gutes Hilfsmittel um die Belichtung von Fotos an der Kamera zu kontrollieren. Ihr habt dieses Diagramm vielleicht schon mal am Display eurer Kamera gesehen und euch gefragt, was um alles in der Welt das sein soll.

Welche Informationen euch diese grafische Darstellung liefert, möchten wir euch in diesem Beitrag erklären.

Was ist das Histogramm?

Definition: Ein Histogramm ist eine graphische Darstellung der Häufigkeitsverteilung metrisch skalierter Merkmale. Bezogen auf die Fotografie bedeutet das, die Verteilung von Grauanteilen im Bild – von dunkel bis hell.

Wie kann man ein Histogramm lesen?

Histogramm lesen - von Links (schwarz) nach Rechts (weiß)

Histogramm lesen – von links (schwarz) nach rechts (weiß)

Das Histogramm wird von links nach rechts gelesen – von schwarz nach weiß. Die Höhe des Diagramms zeigt an, wie oft ein Grauton im Bild vorhanden ist. Je höher ein Balken ist, desto öfters kommt der Wert im Bild vor.

Wieso eigentlich Grauton, man macht doch Farbbilder? Nun, einfach erklärt, es werden die Helligkeitsanteile im Bild dargestellt, welche für die Beurteilung der Belichtung wichtig sind. Es gibt auch Histogramme, die wirklich die einzelnen Farbkanäle anzeigen. Damit kann man dann noch die Verteilung der Farben im Bild beurteilen. Das sieht dann so aus.

Histogramm mit Farbkanälen

Histogramm mit Farbkanälen

Aber, auch wenn euch die Kamera ein solches Histogramm anzeigt ist die graue Fläche im Vordergrund wichtig für die Beurteilung der Belichtung.

Das Histogramm kann man noch in 5 Teilbereiche aufteilen.

Bereiche

Bereiche

Diese Bezeichnungen findet ihr auch oft in Fotobearbeitungsprogrammen wie Lightroom. Wenn ihr dort per Schieberegler den Bereich Lichter korrigiert, dann verändert ihr das Histogramm des Bildes also im rechten Bereich.

Um an der Kamera das Histogramm sehen zu können, schaut einfach mal die verschiedenen Ansichtsmodi der Kamera durch. Einige Kameras zeigen das Histogramm auch schon bei der Aufnahme im Sucher an. Das ist natürlich ganz besonders praktisch, da man direkt sehen kann, ob die Belichtungswerte der Kamera richtig eingestellt sind.

Beispiele für verschiedene Histogramme

Wir möchten euch nun einfach ein paar Beispielbilder, zusammen mit ihrem Histogramm zeigen, um euch zu erklären, worauf ihr achten solltet.

Richtig belichtete Bilder

Beispiel 01: Normal belichtetes Bild

Beispiel 1: Normal belichtetes Bild – dunklere Variante

Hier seht ihr ein Bild mit eingeblendetem Histogramm. Die Balken im Diagramm sind gleichmäßig über die gesamte Breite verteilt, stapeln sich nicht an den Rändern und berühren auch nicht den oberen Rand. Der Schwerpunkt liegt im linken Bereich, also im Dunklen. Das erklärt sich bei dem Bild durch die großen Schattenflächen und und die dunklen Bäume.

Beispiel 02: Belichtung mit gleichmäßiger Verteilung

Beispiel 2: Belichtung mit gleichmäßiger Verteilung

Bei diesem Beispiel ist das Histogramm gleichmäßig verteilt. Einzelne Spitzen, wie in dem Beispiel, sind kein Fehler und auch kein Problem. Es bedeutet nur, das einzelne Werte besonders häufig vorkommen.

Beispiel 3: Mehrere Schwerpunkte

Beispiel 3: Mehrere Schwerpunkte

In diesem Beispiel sind mehrere „Berge“ zu sehen. Einmal im dunklen Bereich durch die Schatten im Bild, wie die dunkle Tür oder die Schatten unter dem Auto und der Strommast rechts. Im Bereich der Mittelwerte ist die Kurve eher flach, da sind also nicht so viele Werte vorhanden. Im helleren Bereich kommen dann wieder ein paar Spitzen dazu, durch den Himmel, dem Schnee auf den echten Bergen und die weiße Fassade.

Das sind alles Histogramme, die gleichmäßig verteilt sind – also eigentlich optimal. Durch die gute Verteilung hat das Bild Kontrast, denn dieser kommt dadurch zustande.

Bei kontrastarmen, also flauen Bildern hat man dagegen ein Histogramm, welches nicht über die gesamte Breite geht.

Beispiel 4: Kontrastarmes Bild

Beispiel 4: Kontrastarmes Bild

Hier gibt es im Histogramm weder dunkle bis schwarze Anteile, noch Lichter oder weiße Informationen. Das Bild ist somit sehr kontrastarm – flau. Aber, wo sollen die bei dieser Nebelsuppe auch her kommen? Das Bild ist somit  nicht falsch belichtet oder unbrauchbar. Die Kontraste kann man später in der Fotobearbeitung einfügen oder aber man lässt das Bild einfach so um die Stimmung vor Ort wiederzugeben, wie sie nun mal war.

Falsch belichtete Bilder

Beispiel 5: Unterbelichtet

Beispiel 5: Unterbelichtet

Bei diesem Bild stapeln sich die Balken im Histogramm an der linken, also der dunklen Seite, ganz besonders am Rand. Das ist somit ein unterbelichtetes Bild. In vielen sehr dunklen Bereichen des Bildes erkennt man keinerlei Strukturen mehr, es sind einfach nur noch schwarze Flächen. In Lightroom kann man sich diese Flächen anzeigen lassen.

Anzeige der schwarzen Flächen in Lightroom

Anzeige der schwarzen Flächen in Lightroom

Die komplett schwarzen Flächen werden hier von Lightroom blau dargestellt. Wenn man im RAW-Format fotografiert hat, dann kann man meistens diese dunklen Bereiche in der Fotobearbeitung aufhellen und bekommt wieder Strukturen zu sehen. Das ist übrigens einer der großen Vorteile des RAW-Formates gegenüber JPG, wo solche Bereiche dann verloren sind.

Schlimmer aber noch sind überbelichtete Bilder, wo man auch oft aus dem RAW-Format nichts mehr retten kann.

Beispiel 6: Überbelichtetes Bild

Beispiel 6: Überbelichtetes Bild

Hier stapeln sich die Werte im rechten Bereich des Histogramms, also im Lichter- und Weißbereich. Solche Bilder sind meistens rettungslos verloren, da in den komplett weißen Bereichen einfach keine Informationen mehr zu finden sind.

Auch die weißen Stellen kann man in Lightroom markieren lassen. Lightroom markiert diese Stellen rot im Bild.

Weiße Stellen in Lightroom markiert

Weiße Stellen in Lightroom markiert

Einige Kameras zeigen euch auch mal Bilder im Display an, wo hellen Stellen plötzlich anfangen zu blinken. Das ist dann eine Warnung der Kamera, welche auf die Stellen im Bild hinweist, wo nur noch Weiß gespeichert wurde. Wenn das nur eine winzig kleine Stelle ist, dann kann man das akzeptieren. Blinkt aber ein Großteil des Bildes, dann sollte man die Belichtungswerte anpassen.

Zusammenfassung

Ihr seht, das Histogramm kann euch schon an der Kamera die Information liefern, ob das Bild vernünftig belichtet ist. Schaut da immer mal drauf und achtet auf die Anzeige des Diagramms.

Vermeidet Bilder, wo sich die Werte im Bild am rechten oder linken Rand stapeln, korrigiert einfach die Belichtung ein wenig und schon habt ihr eine Fehlerquelle für mißlungene Bilder ausgeschaltet.

Bilder, wo nicht die gesamte Breite des Histogramms genutzt werden sind kein Problem. Sie können später in der Fotobearbeitung mit ein wenig mehr Kontrast korrigiert werden.

Wie macht ihr das? Nutzt ihr schon das Histogramm oder war das für euch bisher völlig unbekannt? Kommentare sind, wie immer, sehr gerne gesehen.

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