Datensicherung für reisende, fotografierende Blogger

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  • Unser Sicherungskonzept

Datensicherung für reisende, fotografierende Blogger

Das Thema Datensicherung ist uns in den letzten Wochen immer wieder in den Social Medias über den Weg gelaufen. Wir zeigen euch in diesem Beitrag, welche Überlegungen für eine vernünftige Sicherungsstrategie nötig sind, welche Sicherungsarten es gibt (mit Stärken und Schwächen), geben ein paar Tipps zum Thema Datensicherung und stellen euch unser eigenes Sicherungskonzept für unsere Daten, unsere Fotodateien und unserer Webseiten vor.

Für uns ist Datensicherung nicht nur das Backup der Daten, sondern auch die Verfügbarkeit der Daten bei der Arbeit. Eigentlich und richtigerweise könnte der Beitrag auch „Unser Datenmanagement“ heißen.

Welche Daten fallen bei uns zur Datensicherung an?

Um eine vernünftige Datensicherung planen zu können, solltet Ihr Euch vorab Gedanken machen welche Daten überhaupt zur Sicherung anfallen. Wo produziert ihr Daten, die euch wichtig sind? 

Bei uns fallen folgende Datentypen bei unserer Arbeit an:

  • Privat: Textdokumente, Tabellen, Präsentationen, Mailverkehr
  • Für unser Reisebüro: Textdokumente, Tabellen, Mailverkehr
  • Fotografie: Rohdaten der Kamera
  • Fotografie: Bearbeitete Bilder
  • Fotografie: Lightroom Datenbanken mit Bearbeitungsinformationen
  • Bloggen/Foren: Die ftp-Daten auf dem Server und die Datenbanken
  • Bloggen/Foren: Dokumente auf dem Rechner wie Logos, Vorlagen, Grafiken usw.
  • System: Alle Betriebssystem-, Programmdaten und Einstellungen auf dem Rechner
  • Mobile Systeme: Bilder, Einstellungen

Ihr seht, da kommen bei uns verschiedene Datentypen zusammen und damit auch eine Menge an Daten. Insgesamt sind es bei uns rund 2 Terrabyte. Davon sind rund 1,8 Terrabyte Foto-Roh-Daten aus über 12 Jahre digitaler Fotografie.

Verfügbarkeit der Daten

Die nächste Überlegung bei der Einrichtung eines Datenmanagements ist die Frage: Wie, wann und wo müssen eigentlich die Daten bei der täglichen Arbeit verfügbar sein.

  • Dokumente, Tabellen Präsentationen, privat oder beruflich, brauchen wir auf dem Rechner, wenn sie aktuell sind. Alte Dateien können extern archiviert werden um bei Bedarf noch drauf zugreifen zu können.
  • Von den Roh-Dateien unserer Fotos brauch wir nur die Daten um direkten Zugriff, die noch nicht bearbeitet sind. Rohdaten, von bearbeiteten Shootings können extern abgelegt werden.
  • Unsere bearbeiteten Bilder haben wir gerne dauerhaft im Zugriff, um diese bei Bedarf jederzeit zeigen zu können.
  • Die Sicherungsdateien unserer Webseiten und Foren brauchen wir nur, falls diese zur Wiederherstellung eines Systems benötigt werden. Dann aber sofort.

Daraus haben wir für uns abgeleitet, welche Daten eigentlich auf dem Rechner vorhanden sein müssen und welche Daten auf externen Datenträgern verschwinden können, von wo diese bei Bedarf aufgerufen werden können. Das reduziert die Datenmenge auf dem Rechner natürlich enorm. Und da so ein MacBook nur 512 GB Festplatte hat, müssen wir dabei wirklich haushalten.

Welche Art der Sicherung schützt vor welchen Risiken?

Apple Airport und QNAP NAS

Apple Airport und QNAP NAS

Jetzt gibt es verschiedene Szenarien des Schreckens, wo einem die Datensicherung wenigstens die wichtigsten Daten retten soll. 

  • Verlust und Defekt des Rechners oder der internen Festplatte
  • Befall mit einer Schadsoftware (z.B. Erpressungstrojaner mit Verschlüsselung aller Daten)
  • Einbruch, Diebstahl
  • Brand/Wasserschaden im heimischen Netzwerk
  • Versehentliches Löschen von Daten

Bei all diese Vorfälle kann eine gute Datensicherung vor dem Verlust der Daten schützen. Leider haben aber auch alle Arten der Datensicherungen Schwachstellen. 

Sicherung auf einem NAS

NAS steht für Network Attached Storage. Also für Speicherkapazität im Netzwerk. Dieses System ist ursprünglich dazu gedacht, an einer Stelle im Netzwerk einen zentralen Speicher für alle angeschlossenen Systeme zur Verfügung zu stellen. Eigentlich ist das gar nicht als Backup-Medium erfunden worden und es ist alleine auch nicht als solches zu empfehlen. Es kann aber als Teil eines Sicherungskonzeptes genutzt werden, wenn dabei ein paar Dinge beachtet werden.

Die Sicherung auf dem NAS schützt gegen: 

  • Verlust der Daten auf dem Computer durch Beschädigung, Defekt, Diebstahl des Rechners. Die Daten sind weiter auf dem NAS verfügbar.
  • Versehentlich auf dem Rechner gelöschte Dateien können ebenfalls vom NAS zurück gespielt werden, wenn keine 1:1 Synchronisation eingerichtet ist. 

Die Sicherung auf dem NAS schützt nicht gegen: 

  • Datenverlust durch Brand- Wasserschäden in der eigenen Wohnung. Eine höhere Sicherheit kann aber erreicht werden, wenn das NAS nicht in dem Raum steht, wo in der Regel auch der Rechner steht, sondern in einem anderen Raum, noch besser im Keller oder beim Nachbarn. Dabei erhöht ihr auch den Schutz gegen Diebstahl des NAS bei einem Einbruch in die Wohnung.

Sonderfall Schädlingsbefall: Das NAS kann auch Dateien retten, wenn der Computer durch einen Schädling befallen ist. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Netzlaufwerke nicht dauerhaft mit dem Rechner verbunden sind. Ein Erpressungstrojaner wütet sich durch alle Laufwerke, die er finden kann. Sind die NAS-Laufwerke im Moment des Befalls mit dem Rechner verbunden, dann sind diese ebenfalls vom Trojaner befallen. Daher unser Tipp: Die Laufwerke nur einbinden, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Generell dient ein NAS dazu, Daten mit einer höheren Verfügbarkeit zur Verfügung zu stellen. Durch die Einrichtung im (richtigen) RAID-System kann auch mal eine Festplatte kaputt gehen, ohne dass es zu Datenverlusten kommt. Trotzdem ist ein NAS kein Backup-Medium im eigentlichen Sinne. Daher ist eine zusätzliche Sicherung der Daten des NAS auf externe Datenträger eine gute Absicherung.

Sicherung in der Cloud

Heutzutage ist Cloud-Speicherplatz relativ günstig zu bekommen. Sei es bei Apple, Google usw. – überall bekommt man gute Angebote mit viel Speicherplatz. Wir selber haben uns für den Anbieter Dropbox entschieden, dazu aber später noch mehr. Die Sicherung in die Cloud bietet einen relativ hohen Schutz vor Datenverlust. Allerdings zu dem Preis, dass man seine Daten bei einem Anbieter im Netz lagert. Da muss schon ein gewisses Vertrauen bestehen.

Die Sicherung in der Cloud schützt gegen:

  • Verlust der Daten auf dem Computer durch Beschädigung, Defekt, Diebstahl. Die Daten sind weiter in der Cloud verfügbar. Ihr könnt von jedem beliebigen Rechner auf die Daten zugreifen.
  • Weiter sind die Daten in der Cloud sicher vor Brand- oder Wasserschäden und gegen Diebstahl beim Einbruch in Eure Wohnung geschützt.
  • Je nach Anbieter und Paket habt Ihr auch eine Absicherung gegen versehentlich gelöschte Dateien. Diese können über einen gewissen Zeitraum wiederhergestellt werden.

Die Sicherung in der Cloud schützt nicht gegen: 

  • Gelöschte Dateien werden durch die Synchronisation auch in der Cloud gelöscht. Bei vielen Paketen könnt ihr aber die Dateien auf dem Cloud-Laufwerk wiederherstellen, wenn sich auch aus dem lokalen Papierkorb verschwunden sind.
  • Datenverluste durch einen Schädlingsbefall wie Erpressungstrojaner sind nicht richtig geschützt. Zumindest die mit dem befallenen Rechner synchronisierten Daten werden ebenso befallen sein. Nach der Verschlüsselung auf dem heimischen Rechner werden die befallenen Dateien dann mit dem Cloud-Laufwerk synchronisiert. Hiergegen würde nur der Verzicht auf die Synchronisierung schützen, was aber in der täglichen Arbeit sinnlos wäre. Allerdings ist zu überlegen, ob alle Ordner synchronisiert werden müssen. Wenn Euer Anbieter das Wiederherstellen von alten Dateiständen erlaubt, dann könnt ihr nach einem Schadensfall mit Verschlüsselung die letzten unverschlüsselten Dateien wiederherstellen und habt somit wieder saubere Daten.

Vertrauen in die Anbieter der Clouds: Natürlich sträuben sich immer noch viele Menschen dagegen, ihre Daten in die Cloud zu speichern. Sagen wir mal so, im Gegensatz zu manch Rechner, der noch auf Windows XP im Adminmodus läuft, sind die Daten in der Cloud eher sicherer aufbewahrt. Achtet aber unbedingt darauf, dass die Dateiübertragung zwischen Cloud und Rechner verschlüsselt abläuft. Ebenso könnt ihr bei vielen Anbietern auch die Daten in der Cloud verschlüsselt ablegen. 

Sicherung auf externen Datenträgern (Festplatten, SSD-Laufwerke)

HDD SSD Duplicator Dock - eine Alternative zur Wechselfestplatte mit Gehäuse

HDD SSD Duplicator Dock – eine Alternative zur Wechselfestplatte mit Gehäuse

Ebenfalls sehr sicher ist die Datensicherung auf externe Datenträger wie Festplatten oder SSD-Laufwerke. Beide Medien bekommt man zu vernünftigen Preisen zu kaufen. Allerdings sollte man bei der Lagerung der Datenträger darauf achten, dass sie nicht dauerhaft angeschlossen sind und am besten irgendwo außerhalb der eigenen vier Wände gelagert werden. Wer sich keine (teurer) externen Festplatten mit Gehäuse anschaffen will, dem können wir einen HDD SSD Duplicator Dock (* Amazon) empfehlen. Hier könnt ihr einfach jede SSD- oder HDD-Platte mit eSATA Anschluss einstecken. 

Die Sicherung auf Datenträgern schützt gegen:

  • Verlust der Daten auf dem Computer durch Beschädigung, Defekt, Diebstahl.
  • Befall mit einer Schadsoftware, wenn die Datenträger nicht ständig mit dem Computer verbunden sind und die für den Sicherungsvorgang angeschlossen werden.
  • Einbruch, Diebstahl – wenn die Datenträger an einem anderen Ort gelagert werden.
  • Brand/Wasserschaden im heimischen Netzwerk – wenn die Datenträger an einem anderen Ort gelagert werden.
  • Versehentliches Löschen von Daten auf dem Computer, diese können dann vom externen Datenträger zurück gespielt werden.

Die Sicherung in der Cloud schützt nicht gegen: 

Wenn die Sicherung wie oben beschrieben gemacht wird, der Datenträger nur für die Sicherung angeschlossen wird und idealerweise außerhalb der eigenen vier Wände aufbewahrt wird, werden eigentlich alle Szenarien von der Sicherung auf externen Datenträgern prima abgesichert. 

Der Nachteil bei der ganzen Geschichte ist aber, dass bei dieser Art der Sicherung und Lagerung viel manueller Aufwand nötig uns. Dazu gehört dann eine gewisse Selbstdisziplin um diese Art von Backup regelmäßig durchzuführen. Ganz ehrlich, für uns wäre das nichts, als alleinige Backup-Lösung.

Unser Backup-Konzept – ein Mix aus allen Methoden im Heimnetzwerk

Nun kommen wir endlich zu unserem Backup-System. Wir setzen einen Mix aus allen beschriebenen Methoden ein. 

Unser Sicherungskonzept

Unser Sicherungskonzept

Im Mittelpunkt unseres System steht natürlich unser MacBook, wo wir in der Regel unsere Arbeit erledigen. Dazu haben wir ein SAN Laufwerk im Einsatz, nutzen einen Apple Airport zur Spiegelung unseres MacBooks und die Dropbox als Cloud-Dienst. Bei der Dropbox haben wir einen Pro-Account, womit wir 1 TB Speicher zur Verfügung haben. Zusätzlich haben wir uns noch die „Ulimited Version History“ gegönnt. Dabei werden alle Bearbeitungsstände von Dateien unbegrenzt aufbewahrt, das gilt auch für gelöschte Dateien. Und ja, das haben wir schon genutzt und waren Dankbar dieses Zusatzpaket gebucht zu haben.

Sicherung der Systeme

  • Die Systemdateien und die Inhalte des gesamten Notebooks werden über die Time Machine auf den Apple Airport gesichert. Dabei werden stündliche Backups der letzen 24 Stunden, tägliche Backups des letzen Monats und wöchentliche Backups der letzen 6 Monate gesichert. Die Sicherung erfolgt stündlich, wenn das Notebook im heimischen Netzwerk angeschlossen ist. Damit ist es möglich, das komplette System oder einzelne Dateien auf ein bestimmtes Datum zurück zu setzen.
  • Die Systeme unserer mobilen Geräte sichern wir in die iCloud.

Produktive Daten

Als produktive Daten bezeichnen wir Dateien die wir um täglichen Zugriff benötigen. Das können aktuelle Projekte auf dem Blog sein, Dateien für Webseiten an denen wir arbeiten, privater Schriftverkehr, aktuelle Projektdaten von unserem Reisebüro, die Lightroom-Kataloge, die Postfächer unserer Mailkonten. Also alle Dateien, wo aktuell dran gearbeitet wird.

  • Die produktiven Daten werden mit der Dropbox synchronisiert. Sie sind also gespiegelt auf dem Notebook und in der Dropbox vorhanden. Dadurch können wir auch von unseren mobilen Geräten auf die Daten zugreifen.
  • Jede Nacht synchronisiert sich das Dropbox-Konto automatisch mit unserem NAS. Dies geschieht durch ein Tool auf dem NAS-System.

Archivdaten

Alle oben genannten Dateien, die nicht mehr im Zugriff benötigt werden, werden in eine Partition für Archivdateien auf den NAS verschoben. Das geschieht manuell, indem wir etwa einmal im Monat entscheiden, welche Dateien ins Archiv können. Der Aufwand dafür ist aber recht gering, das dauert vielleicht 20-30 Minuten.

Fotodateien – RAW Daten

Neue Fotodateien sind auf dem Notebook gespeichert. Wenn wir von einer Fototour zurück kommen, dann werden die RAW-Daten auf die Festplatte kopiert. Von dort bearbeiten wir die Fotos dann in Lightroom. Nach dem Bearbeiten der Bilder werden die RAW-Daten auf das NAS kopiert, in eine eigene Partition für Foto-Rohdaten.

  • Die aktuellen RAW-Dateien werden nur durch die Time Machine auf den Apple Airport gesichert.
  • Eine Sicherung in die Dropbox haben wir aufgrund der enormen Datenmengen nicht aktiviert.
  • Wenn die Bilder eines Ausfluges, einer Reise bearbeitet sind, dann werden sie von der Festplatte des Notebooks auf das NAS verschoben.

Sicherung des NAS-Laufwerkes auf externe Datenträger

Durch die genannten Schritte haben wir auf dem NAS Laufwerk 3 Partitionen mit folgenden Daten und Datenmengen.

  • Partition 1: Sicherung des Dropbox-Laufwerkes (ca. 140 GB Daten)
  • Partition 2: Sicherung der Foto-Roh-Daten (ca. 1800 GB Daten)
  • Partition 3: Archivdateien (ca. 100 GB Daten)

Wie oben beschrieben, ist eine Sicherung auf dem NAS nicht die beste Lösung, da eine Absicherung der Daten gegen Feuer oder einen Einbruch in die eigene Wohnung usw. nicht gegeben ist. Daher sichern wir die Daten vom NAS einmal im Monat auf externe Festplatten und lagern diese extern, außerhalb unserer Wohnung.

Die Dropbox-Daten und die Archivdateien können dabei auf eine SSD-Platte mit 1TB Kapazität. Dabei machen wir einfach eine Vollkopie vom NAS auf die SSD-Platte.

Die Foto-Roh-Daten sind auf inzwischen 2 HDD-Platten mit je 1 TB Kapazität verteilt. Hier kopieren wir nur die neu dazu gekommenen Dateien auf die Festplatten.

Unser Backup-Konzept – für unsere Webseiten

Neben diesem Blog haben wir noch unsere Reisebüro-Webseite und zwei Foren im Einsatz. Die Sicherung ist dabei auch recht unterschiedlich, da sich die Daten unterschiedlich ändern. Bei den Foren wird an den ftp-Dateien nur sehr wenig geändert. Im Blog ändern sich diese Daten deutlich öfters, schon alleine durch die häufigen Updates der verschiedenen Plugins.

Die Datenbanken sind in beiden Fällen das Herz der Installation. Hier liegen im Blog alle Beiträge, Kommentare usw. – in den Foren alle Beiträge, die Benutzerkonten und alle Kommunikationsdaten. Daher werden in beiden Fällen die Datenbanken täglich gesichert.

Sicherung der Foren:

  • Tägliche Sicherung der Datenbank und Ablage der Daten in unsere Dropbox.
  • Wöchentliche Sicherung der ftp-Daten und Ablage der Sicherung in unsere Dropbox.

Die Datenbank-Sicherungen werden 2 Wochen aufbewahrt, bevor diese automatisch gelöscht werden. Die ftp-Dateien werden 4 Wochen aufbewahrt.

Sicherung des Blogs und der Reisebüro-Seite:

  • Tägliche Sicherung der Datenbanken und Ablage in die Dropbox.
  • Alle zwei Tage Sicherung der ftp-Daten.
  • Jeden Sonntag zusätzlich eine Komplettsicherung von ftp-Daten und Datenbank.

Die Tagessicherungen der Datenbanken und der ftp-Daten werden 7 Tage aufbewahrt. Die Wochensicherung 26 Wochen. Damit haben wir die Möglichkeit auf jeden Datenbestand des letzten halben Jahres zurück zu greifen.

Warum Sicherung in die Dropbox?

Natürlich macht auch unser Provider regelmäßig Backups von unseren Datenbanken und vom ftp-Bereich unseres Hosting-Paketes. Aber, wir sind gerne selber Herr unserer Daten. Wir möchten an die Backup-Dateien kommen, wenn wir diese benötigen. Und das ohne irgendwo BitteBitte machen zu müssen. Außerdem, was nutzt mir das beste Backup beim Provider, wenn dieser plötzlich aufhört zu existieren. Gut, das ist jetzt sehr theoretisch. Aber nach über 20 Jahren Tätigkeit in der IT haben wir schon viele unmögliche Dinge erleben dürfen.

Daher wollten wir die Daten entweder zu Hause haben oder zumindest bei einem anderen Dienstleister. Denn das beide Anbieter gleichzeitig und unangekündigt den Betrieb einstellen ist wirklich mehr als unwahrscheinlich. Die Wahl viel am Ende auf die Dropbox, weil es einfach völlig unkompliziert funktioniert.

Das Backup-Verzeichnis auf der Dropbox haben wir übrigens nicht mit unserem Notebook synchronisiert, dort benötigen wir die Sicherungsdateien der Webseiten nicht. Durch das automatische Synchronisieren unseres NAS mit der Dropbox kommen die Sicherungen aber trotzdem in unser Heimnetzwerk. 

Tipps zur Datensicherung

Tipps zum Thema Datensicherung

Am Ende möchten wir noch ein paar wichtige Tipps zur Datensicherung geben. Diese beruhen auch auf viele Erfahrungen von Thomas, nach vielen Jahren in der IT und teilweise schmerzlichen Erfahrungen rund um das Thema Datensicherung.

  • Lagert die wichtigsten Daten außerhalb eurer 4 Wände. Sei es bei Freunden/Bekannten oder in einem Bankschließfach. Denn keine Datensicherung hilft euch weiter, wenn die komplette Hütte abbrennt und wirklich alles zerstört ist. Auch eine Sicherung in die Cloud ist keine schlechte Idee.
  • Am besten ist es, immer selber Herr seiner Daten zu sein. Wenn ihr Daten bei einem Dienstleister liegen habt (z.B. Eure Webseiten beim Provider), dann zieht die Backups zu einem anderen Dienstleister oder zu Euch nach Hause. Die Backups beim Webseiten-Provider bringen Euch nicht weiter, wenn es den Provider plötzlich nicht mehr gibt – das ist alles schon vorgekommen. 
  • Apropos Cloud: Oft liest man Bedenken, seine Daten bei einem Dienstleister zu parken und dann noch bei amerikanischen Anbietern. Wir stellen jetzt mal die kühne These auf, dass die Daten da sicherer aufgehoben sind, als auf dem heimischen PC, wenn er womöglich noch im Admin-Modus betrieben wird. Und wenn irgendwelche bösen Menschen unbedingt an Eure Daten wollen (warum auch immer), dann kommen die da dran. 
  • Automatisiert die Sicherung wo es geht. Unsere komplette Sicherung läuft über Scripte, Plugins auf den Webseiten oder über Cronjobs beim Provider weitestgehend automatisch ab. Lediglich das aussortieren von Dateien und die Sicherung des NAS auf die externen Datenträger führen wir manuell durch. So ein Datenmanagement, so eine Datensicherung macht keiner regelmäßig, wenn sie manuell läuft. Dazu fehlt oft einfach die Zeit oder die Lust und schon fängt man an diese zu vernachlässigen.
  • Trennt euch von Daten, die nicht mehr gebraucht werden. Wir durchstöbern etwa einmal im Jahr unsere Daten und löschen Dinge, die kein Mensch mehr braucht. Auch wenn es schwer fällt, die Gefahr unnötige Dateien als Ballast mit über die Jahre zu schleppen ist sehr groß.
  • Testet Eure Backups! Das beste Backup hilft einem nicht weiter, wenn sich die Daten gar nicht zurück spielen lassen. Daher testet die gesicherten Daten, testet mal eine Wiederherstellung. Es ist schon viel zu oft vorgekommen, dass munter Backups erstellt wurden um dann im Ernstfall festzustellen, dass die Daten völlig unbrauchbar waren. 

Welche Geräte setzen wir zu Datensicherung ein?

Hier starten wir mal den Werbeblock. Folgende Geräte setzen wir für die verschiedenen Sicherungen ein (mit Links zu Amazon):

Blick in die Bloggerszene

  • Auch andere BloggerInnen haben ihre Datensicherung bereits auf ihren Seiten vorgestellt. Erst kürzlich hat Marc vom Reisezoom über seine Backups von Fotos und Dateien zu Hause geschrieben.
  • Ellen vom Elmastudio hat bereits vor Jahren eine tolle Anleitung zur Sicherung von WordPress-Blogs geschrieben. Und die Anleitung ist immer noch brandaktuell und besonders für Einsteiger sehr empfehlenswert.
  • Warum ein NAS im Raid kein vernünftiges Backup-Medium ist, erklärt Stefan auf seinem Priotecs-Blog.

Das war ein kleiner *hüstel* Einblick in unsere Datensicherung und unsere Überlegungen beim Aufbau des Konzeptes. Natürlich ist das schon ein wenig über dem normalen Standard – aber das ist vermutlich eine Berufskrankheit von Thomas.

Neu hier im Blog? 

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10 Kommentare

  1. Sarah 26. September 2016 um 22:15 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    Danke für den umfangreichen Input. Ich schiebe das immer noch vor mir her und habe lediglich zwei externe Festplatten, auf denen ich meine Daten sichere. Grundsätzlich bin ich absolut für eine Cloud-Sicherung, da das für mich persönlich nur Vorteile hat. Allerdings passen da – ohne das nötige Kleingeld 😉 – natürlich keine RAW-Dateien rein. Das ist so der Knackpunkt derzeit bei mir.

    Wichtige Daten, z.B. Steuerunterlagen, Versicherungsunterlagen usw. liegen bei mir schon in der Cloud. Der Hauptgrund ist aber eher, dass ich keine Lust habe, in Papier zu suchen.

    Eure Sicherung ist ja wirklich vorbildlich.

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Thomas Jansen 27. September 2016 um 19:19 Uhr - Antworten

      Hi Sarah,

      mit zwei externen Festplatten bist Du auf jeden Fall schon gut aufgestellt. Das mit den RAW-Dateien habe ich mal angefangen und schnell wieder bleiben gelassen. Es ist ja nicht nur der Speicherplatz, es ist auch die Zeit, welche beim Übertragen der Daten drauf geht. Wenn ich von einer Fototour zurück komme, würde die Synchronisation mit der Dropbox jedes mal 2 Tage dauern. 😉

      LG Thomas

  2. Ulrike 28. September 2016 um 6:37 Uhr - Antworten

    Wow! Das ist eine tolle Übersicht! Danke dafür!
    LG
    Ulrike

  3. Sabine von Ferngeweht 28. September 2016 um 23:02 Uhr - Antworten

    Danke für den tollen Überblick! Jetzt habe ich wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich das Thema schon so lange vor mir herschiebe 😉 Zumindest speichere ich das meiste auch schon auf zwei externen Festplatten …

    • Thomas Jansen 30. September 2016 um 9:39 Uhr - Antworten

      Hi Sabine,

      das mit den zwei externen Festplatten ist ja schon gut, damit bist Du weiter wie viele andere. Einfach regelmäßig dran denken und vor allem die Festplatten nach der Sicherung vom Rechner trennen.

      LG Thomas

  4. Christina 30. September 2016 um 9:31 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,
    um das Thema Sicherung müsste ich mich auch mal wieder intensiver kümmern. Danke für die Erinnerung und die hilfreichen Tipps.
    Liebe Grüße
    Christina

    • Thomas Jansen 30. September 2016 um 9:40 Uhr - Antworten

      Hi Christina,

      immer gern geschehen. Ich hoffe die Tipps helfen Dir ein wenig weiter.

      LG Thomas

  5. Marc 3. Oktober 2016 um 20:27 Uhr - Antworten

    Danke für die Verlinkung und ich sehe Mal wieder viele Parallelen!
    Bei den Webseiten ist es bei mir ähnlich, nur dass ich halt Google Drive nutze statt der Dropbox. Zusätzlich dazu wird das Backup dann noch auf den Rechner synchronisiert und von dort wieder auf den NAS. 🙂

    Viele Grüße
    Marc

    • Thomas Jansen 3. Oktober 2016 um 20:47 Uhr - Antworten

      Hi Marc,

      mein NAS unterstützt eine direktes Sync mit der Dropbox, das erspart den Umweg über den Rechner. Stimmt, sonst ist unser Konzept sehr ähnlich.

      LG Thomas

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