Zuletzt aktualisiert am 14. Juni 2018 um 11:05

Diese Tage musste ich mal wieder diesen Satz lesen „Du bekommst als Reiseblogger doch eh alle Reisen umsonst“. Ja, das ist einer unserer feuchtesten Träume – mehr aber leider nicht. Zusätzlich brandet im Moment mal wieder das Thema Kennzeichnung von Werbung auf. Alles zusammen hat uns dazu bewogen, mal einen Blick hinter die Kulissen eines „normalen“ Reiseblogs zu schreiben.

Werbung kennzeichnen – ein Muß in unseren Augen – aber…

Werbung muss als Solche gekennzeichnet werden. Das ist unsere Meinung und die setzen wir auch auf diesem Blog hier um. Beiträge, für die wir in irgendeiner Form Geld bekommen haben, Reisen die (zum Teil) gesponsert wurden, werden von uns entsprechend gekennzeichnet. Ebenso halten wir es für selbstverständlich unsere Leser über Affiliate-Links zu informieren. Diese sind entsprechend gekennzeichnet und erklärt.

Soweit, so gut – dachten wir bis gestern. Dann stiessen wir auf ein ein Video und zwei Artikel, wo über das Thema „Rechtliche Rahmenbedingungen im Influencermarketing“ gesprochen wurde. Thomas Meyer hat mir dem Dr. Thomas Schwenke über das Thema einen Livechat geführt. Das Video und eine Zusammenfassung davon könnt ihr Euch bei Moks.at und auch bei Dr. Schwenke auf der Seite ansehen.

Soweit waren wir mit den Erkenntnissen aus dem Livechat einverstanden. Wir sind, wie schon geschrieben, auf jeden Fall Verfechter einer transparenten Kennzeichnung von Werbung, damit die Leser wissen woran sie sind.

Ein  Punkt lässt uns aber gezielt aufhorchen und macht uns sehr stutzig:

„Was ist, wenn ich ein Produkt selbst gekauft habe und einen Beitrag darüber mache?

Das ist keine Werbung und muss nicht gekennzeichnet werden. Ist allerdings eine wirtschaftliche Betätigung gegeben (Produkt wird aktiv beworben, nicht einfach nur präsentiert oder das Video wird an das Unternehmen geschickt in der Hoffnung, eine geschäftliche Beziehung aufzubauen), muss eine Kennzeichnung her. Quelle

Moment mal? In dem Moment, wo wir z.B. über ein Hotel berichten (was wir selber bezahlt haben) und das für andere Reisende empfehlen, müssten wir das ja als Werbung kennzeichnen. Oder wir schreiben über einen Zoo (was ja hin und wieder vorkommt), wo wir Eintritt und Reisekosten selber getragen haben, und empfehlen einen Besuch dort? Auch das müsste dann ja als Werbung gekennzeichnet werden. Das kann doch wohl nicht sein?

Eine Rückfrage dazu wurde auf der Seite von Monks von Uschi bereits so beantwortet, dass…

„die Definition „aktive Bewerbung“ irgendwo auch subjektiv und es gibt dafür keine genauen Regelungen, ab wann eine Darstellung werblich ist. Quelle in den Kommentaren.

Also werden sich, über kurz oder lang, die Gerichte damit beschäftigen müssen – da sind wir schon gespannt. So lange bleibt die Auslegung aber offensichtlich eine Grauzone. 

Übrigens, das oben verlinkte Video mit Dr. Thomas Schwenke zu dem Thema ist sehr sehenswert. Ich empfehle wirklich jedem die 70 Minuten zu investieren und sich die Aufzeichnung mal in Ruhe anzusehen. (Ist das jetzt eigentlich Werbung?)

Danke an alle nicht kennzeichnenden „Influenzer“

Natürlich hat das ganze Vorgehen auch einen Grund. Viele Blogger, Instagramer, Youtuber – neudeutsch eben Influenzer genannt – haben in den letzten Monaten eben ihre Werbung nicht oder nur unzureichend gekennzeichnet. Auffallend dabei war, je größer das Sternchen, desto weniger genau nahm man es mit der Kennzeichnung von Werbung. Das hat dann nichts mit Unwissenheit zu tun, es passiert mit voller Absicht.

Da wird die eigene berühmte Person als Kleiderständer bei Instagram gerne dazu genutzt um Produkte gezielt zu platzieren. 

Die Verlockung dazu ist aber auch groß. Wir bekommen in der Woche mehrfach Anfragen für Werbeartikel. Und sehr oft sind diese mit der Bitte verbunden, das dann nicht als Werbung zu markieren. Wir lehnen solche Abfragen generell ab. Wer aber dem Geld oder der kostenlosen Reise, Handtasche, Waschmittel hinterher hechelt, der wird vielleicht irgendwann schwach.

Am Ende müssen aber alle Blogger, Youtuber, Instagramer den Mist auslöffeln, weil Konsumentenschützer zu Recht über diese Praxis meckern. 

Wie läuft das bei uns. Reisen wir nur noch kostenlos?

Hah, schön wäre es – wir würden uns ja nichtmal dagegen wehren, wenn die Möglichkeit das rechtlich sauber zu machen vorhanden wäre.

Von den über 600 Artikeln hier auf dem Blog, von allen Reiseberichten sind im Moment exakt 4 Beiträge aufgrund einer Kooperation entstanden. 

  • Ein Hotelbesuch für 2 Nächte inkl. Vollpension und Getränke in Österreich.
  • Ein Wochenende in Berlin, da haben wir die Hotelübernachtung und die Eintrittskarten für eine Show bekommen.
  • Vier Tage Wales – da waren die Hotelübernachtungen mit Halbpension und die Eintrittsgelder gesponsert. Flüge, Mietwagen, Hotels in England haben wir schön selber bezahlt.
  • Eine gesponserte Reise, eine Städtetrip nach Regensburg.

Das sind unsere gesponserten Reisen in der Gesamtübersicht. Merkt ihr was? Was ist mit Fahrt- bzw. Flugkosten, Mietwagen, Nebenkosten? Richtig! Die zahlen wir auf diesen Reisen alle selber. Wales hatten wir z.B. schon lange gebucht, bevor auf der ITB der Kontakt zustande kam. Nach dem Gespräch haben wir dann nur unsere selbst gebuchten Hotels in Wales storniert und das tolle Angebot von Visit Wales angenommen, das Land in einer Kooperation zu entdecken. 

Das ist jetzt aber kein Jammern, das tun wir gerne. Wir freuen uns schon, wenn Teile unserer Reise ein wenig gesponsert werden. Trotzdem sind alle Artikel, die im Zusammenhang mit diesen Aktionen entstanden sind, als Werbung gekennzeichnet – das ist für uns selbstverständlich.

Alle anderen Reisen, seien es unsere Asien Tripps, unsere USA- und Kanada-Reisen, unsere Zooreisen, Städtetripps sind komplett selber bezahlt. Sämtliche Fotoausrüstung, die wir hier vorstellen und auch empfehlen, haben wir komplett selber bezahlt. Das sind in Summe mehrere zehntausend Euro, die wir aus eigener Tasche bezahlt haben. 

Und da wir jetzt ernsthaft (!) die Frage gestellt bekommen haben, „wie wir denn leben, wie wir unsere Reisen finanzieren“ (sic) – hier die Antwort. Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein, liebe „Ich-sehe-überall-nur-Werbung-Menschen“: Wir gehen arbeiten und verdienen dort das Geld für unsere Reisen. *Bäm* Jetzt seid ihr platt, oder?

Denn, das wird immer unser Motto sein:

Wir bloggen weil wir reisen – wir bloggen nicht um zu reisen.

Auf unseren großen Reisen kommt noch ein weiterer Aspekt dazu. Diese Reisen sind für uns auch Urlaub. Da haben wir nur sehr begrenzt Lust auf Verpflichtungen und Termine. Diese fallen aber an, wenn man in die Reise Kooperationen einbaut. Verpflichtungen gewisse Ort, Sehenswürdigkeiten zu besuchen, Termine zum Schreiben der Artikel oder zum Live-Posten auf Instagram oder anderen Medien. Das wollen wir uns im Urlaub nicht antun, auch wenn wir dabei vielleicht ein wenig Geld verschenken oder selber ausgeben müssen, obwohl das auch gesponsert werden könnte. Termindruck und Stress haben wir zu Hause und auf der regulären Arbeit schon genug.

Wir sind auch in Zukunft offen für Kooperationen mit Reiseanbietern, Regionen usw. Aber nur, wenn die Rahmenbedingungen für uns stimmen. Das bedeutet auch, dass wir gesponserte Reisen in Zukunft weiter kennzeichnen werden, wie wir das bisher gemacht haben. Da ist übrigens ein Grund, weshalb wir einen großen Teil aller Kooperationsangebote ablehnen. Es gibt noch weitere Gründe für uns, die zu einer Ablehnung führen. Aber meistens ist es der Wunsch des Partners, die Berichte nicht als Werbung zu kennzeichnen.

Beitäge, wo wir kein Geld bekommen haben, alle Kosten selber getragen haben, bekommen in der Zukunft eine Offenlegung unten drunter geschrieben. Da weisen wir darauf hin, dass kein Sponsoring stattgefunden hat und wir, trotz Empfehlung des Ortes/ der Sehenswürdigkeit/ des Hotels oder des Wasauchimmer, keine Werbung dafür machen.

Schade, dass man sowas machen muss. Aber wir verstehen natürlich auch die Leserschaft. Verunsichert durch die permanente Schleichwerbung einiger Influenzer werden diese natürlich mißtrauisch und unterstellen gerne, „dass man ja alle Reisen eh umsonst bekommt“. Wenn wir aber an dem Punkt angekommen sind, lassen wir Euch das wissen.

Andere Bloggermeinungen zu dem Thema

Wie ist Eure Meinung zu dem Thema? Habt ihr bei uns das Gefühl, wir würden nicht transparent genug arbeiten? Seid ihr generell skeptischer geworden, bei Empfehlungen durch Blogs oder auf anderen modernen Medien? Lasst uns einfach einen Kommentar hier.

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Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen