Reisethemen Allgemein

Die Ferien meiner Kindheit

In der Eifel - natürlich im Regen

Wie war das eigentlich früher, als Kind, in den Ferien. Wie sind wir damals gereist, wo und wie haben wir zu der Zeit Urlaub gemacht. Was hat uns das Reisen gebracht, hat es uns etwas für das Leben mit gegeben?

Ich habe den Beitrag gerade mal ein wenig aufgefrischt und ein wenig ergänzt für die tolle Blogparade von family4treavel

Die ganz frühen Jahre

Ich hatte zweifelsohne das Glück in einem Elternhaus aufzuwachsen, wo das regelmäßige Reisen ein fester Bestandteil war. Ganz früh ging es schon nach Mallorca und nach Rumänien an die Küste. Leider habe ich da weder Erinnerungen dran, noch ein Foto hier rum liegen. 

Das erste richtige Bild was ich hier gefunden habe ist von einem Ausflug in die Eifel. Da war der Kleine 3 Jahre alt.

In der Eifel - natürlich im Regen
In der Eifel – natürlich im Regen

Später ging es dann nach Holland an den Strand, ich glaube es war in Wassenaar in Südholland. Schöne mit Mama und Papa am Strand, damals war ja noch richtig Sommer. Und Quallen gab es, eine ganze Menge sogar. Wir haben die als Kinder dann in Eimern gesammelt, sehr zur Begeisterung meiner Eltern, wenn wir mit dem vollen Eimer ankamen. 

Am Strand von Wassenaar
Am Strand von Wassenaar

Und natürlich durfte auch der Urlaub auf dem Bauernhof nicht fehlen. So richtig mit Kühen, Schweinen und einem Traktor. Hier habe ich persönlich aber einen Bezug zum Landleben, den Tieren und der Natur bekommen. Als reines Großstadtkind waren Kühe ja fast so exotisch, dass man sie im Zoo erwartete.

Auf dem Bauernhof in Todtnauberg (Schwarzwald)
Auf dem Bauernhof in Todtnauberg (Schwarzwald)

 

Prägende Reisen

Etwas später folgten dann zwei Reisen, die mächtig Eindruck hinterlassen haben.

Meine Patentante stammt gebürtig aus dem Banat in Rumänien. Nach den Kriegswirren hat sich ihre Verwandtschaft in alle Himmelsrichtungen verteilt. Einige blieben in Rumänien, andere gingen nach Ungarn, ein Onkel nach Australien und meine Tante kam nach der russischen Kriegsgefangenschaft nach Deutschland.

Einmal im Jahr ging es dann auf Verwandtenbesuch – und auf zwei Reisen durfte ich dabei sein. Bei der ersten Reise ging es nach Rumänien – und das hat mächtig Eindruck hinterlassen. Gewohnt an westliche Standards kam ich damals in ein Land wo tiefster Kommunismus herrschte und gerade auf dem Land auch tiefe Armut. Wir wurden von den Verwandten dort aufgenommen und in der folgenden Woche durch das ganze Dorf gereicht. Überall Essen und Trinken – bis zum „geht nicht mehr“. Dabei hatten die Leute dort selber kaum etwas, die wenigen Haustiere wurden geschlachtet um den Besuch aus dem Westen satt zu bekommen. Elektrischer Strom – ja, den gab es, so zwei bis drei Stunden am Abend. Toilette? Ja, im Garten im Häusschen (Loch im Boden – Brett drüber – fertig).

Familienfoto mit dem reichen Onkel aus Australien
Familienfoto mit dem reichen Onkel aus Australien

Ein Jahr später ging es dann nach Ungarn, wo auch ein Teil der Verwandtschaft heimisch geworden war. 50 Kilometer südlich vom Plattensee, in einem kleinen Dorf wohnten wir eine Woche – zusammen mit dem Onkel aus Australien, der zu der Zeit auch dort war. Im Vergleich zu Ungarn war es aber schon recht luxuriös. Es gab schon eine richtige Toilette im Haus, mit Wasserspülung – wie uns ganz stolz gezeigt wurde. Das Essen war der Knaller aber besser noch war der Wein vom eigenen Anbau. Aber auch in Ungarn wurde man mal wieder geerdet. Der heimische Lebensstandard hatte plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Diese beiden Reisen haben mir in jungen Jahren mal gezeigt, wie verdammt gut es einem zu Hause ging, in welchem privilegierten Luxus wir leben dürfen.

Die ersten Roadtrips waren Watertrips

Irgendwann kamen meine Eltern, zusammen mit ihren Freunden, auf eine tolle Idee. Man könnte doch in Holland mal ein Boot mieten und zusammen mit den Kindern dort Urlaub auf dem Schiff machen.

Ein Boot in Holland
Ein Boot in Holland – das erste war der Countryman

Es folgten ein paar Jahre, wir wir zu sechst auf den Flüssen und Sehen im holländischen Friesland unterwegs waren. Das waren wunderbare Urlaube. Den ganzen Tag mit dem Boot unterwegs, am Abend dann irgendwo an einer Wiese angelegt, Grill raus und relaxen. Schwimmen konnte man direkt im Fluß, Fußball spielen auf der Wiese, zwischen den Kühen. 

Grill an!
Grill an!

Vielleicht sind die Urlaube auf dem Schiff schuld daran, das mir das Reisen mit dem Wohnmobil heute so gut gefällt. Im Grunde ist es das gleiche, man schafft nur mehr Strecke und nachts wackelt es nicht so.

Dies ist das Thema einer Blogparade, welche auf dem Lars.Friedrich.Blog gestartet wurde. Ich finde die Idee mal so richtig klasse. Eine schöne Motivation mal durch die alten Fotos und Erinnerungen zu wühlen.

Das waren mal ein paar Eindrücke von den Reisen meiner Kindheit. Für Fragen, Anregungen einfach einen Kommentar hinterlassen!

Danke für das Lesen des Beitrages!
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Ganz besonders ans Herz legen möchte wir die Reiseberichte unserer Rundreisen, unsere Reisetipps und die Fototipps für schönere Urlaubsbilder. 

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Über den Autor

Thomas Jansen

Thomas, 68er Jahrgang, aus dem schönen Mülheim an der Ruhr im Ruhrpott. Zusammen mit der besten Ehefrau der Welt auf Reisen. Und sonst?
Arbeiten // Fotografieren // Bloggen // Spotten // Slotten // Lesen

26 Kommentare

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  • Was ein schönes Thema… ich glaub, ich geh auch mal auf die Suche nach alten Ferienfotos. Bei mir wurde im übrigen der Reisevirus auch von meinen Eltern vermittelt. Sie selbst reisten schon zu Beginn der 50er Jahre mit Zelt und Busreisegruppe nach Italien und haben auch später mit Kindern eigentlich immer Reisen möglich gemacht. Hach…. Erinnerungen werden wach.

    • Hi Ulrike,

      schon gesehen und kommentiert bei Dir. Das macht wirklich Spaß in den alten Fotos zu blättern. Dabei sind mir auch noch zwei oder drei Ideen für zukünftige Beiträge gekommen. 😉

      LG Thomas

  • Toller Blogpost und vor allem tolle Fotos mit Einblick in die 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrtausends 😉 – wie sich das anhört ^^
    Ja, ich erinnere mich auch noch an die Familienurlaube, die aber nicht so regelmäßig stattfanden. Nicht jedes Jahr waren wir in den Sommerferien verreist und meistens waren wir in Hotels, obwohl wir Kids damals sicherlich gerne campiert hätten. Aber das wollten wiederum unsere Eltern nicht…
    Viele Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

    • Hi Salvia,

      das mit dem Jahrtausend, da hast du Recht, wirklich ein komischer Gedanke. Wenn man dann dran denkt, wie anders das Leben damals war – kein Internet, kein Handy – dann war es wirklich eine andere Zeit.

      LG Thomas

  • Na das ist ja ein wundervolles Thema.
    Und super geschrieben!

    Wir haben zu Pfingsten etwas Ähnliches gemacht.
    Ich komme ursprünglich aus Berlin und Umgebung. Nun, da ich mit meiner eigenen Familie (Freund und Baby) in NRW wohne, wollte der Mann natürlich Familie und meine Wurzeln kennenlernen.
    Also haben wir Pfingsten in Berlin verbracht, die Familie besucht und Plätze besichtigt die in meiner Kindheit wichtig für mich waren. Und wir waren in dem Dorf in dem ich aufgewachsen bin.

    Wirklich Urlaub habe ich als Kind nie gemacht. Schade.
    Das wird mit meinem Sohn definitiv anders.

    Liebe Grüße
    Janni

  • Hach, ich habe ja wirklich ein Faible für solche älteren Fotos! Herrlich 🙂 Die Autos im Hintergrund auf dem Bauernhof-Foto sind auch toll!

    LG Sarah

  • Ein Klasse Thema. Auch ich erinnere mich gerne an die Urlaube mit meinen Eltern. Aber wir blieben immer in Deutschland. In der Anfangszeit im Zelt und später dann in speziellen Unterkünften vom Beamtenbund. War aber alles Klasse. Viele Bilder habe ich davon allerdings nicht.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
    lg Karin

  • Hallo Thomas,

    gottchen wie süß du bist beim ersten Bild unter dem Regenschirm. Ich denke die Reisen in der Kindheit prägen einen schon und lassen das Fernweh-Gefühl erst wirklich zu im „höheren“ Alter 😉
    Wir waren jedes Jahr in Italien *gg* Hausmeisterstrand. Doch da war es noch nicht überfüllt, sehr schön und sauber. Das Wasser klar und warm. Ich kann mich auch noch erinnern, mein Bruder und ich mussten immer ein gelbes Capy aufhaben, damit meine Eltern uns im Wirr-Warr wieder finden. Dort habe ich auch mit 3 Jahren das Schwimmen gelernt und zum halben Fisch geworden 😉
    lg Tanja und danke für den nostalgischen Bericht und die kurze Reise zurück

  • Hej Thomas,

    ich liebe solche Beiträge und mir selber hat die Blogparade auch viel Spaß gemacht. Deine Bilder sind echt klasse – nicht per Lightroom und Photoshop aufgepimpt haben sie einen ganz besonderen Flair.

    Jeder Urlaub war irgendwie toll für mich. Fremde Landschaften, Menschen und ungewohntes Essen kennenlernen macht einfach Spaß.

    Schade, dass damals viel seltener fotografiert wurde. D. h. eigentlich besitzt mein Vater ein Riesendepot an Dias, aber die kann man nicht mal eben so anschauen. Aber immerhin – ein paar vergilbte Bilder konnte ich auch noch ausgraben, die ich irgendwann einmal eingescannt hatte. 😉

    Lieben Gruß
    Sylvi

    • Hi Silvy,

      der Großteil der alten Bilder liegt auch noch bei meinen Eltern – da muss ich mich mal durchwühlen. Es sind mir ja noch zwei, drei Ideen für zukünftige Beiträge beim Schreiben gekommen.

      LG Thomas

  • Mir macht es Spaß die alten Bilder zu betrachten und das was erlebt wurde spannend zu verfolgen.
    Toll das es noch so schöne Dinge von damals zu erzählen gibt! 🙂

  • Ein tolles Thema, Bericht und Fotos Klasse. An die ersten Urlaubs an die ich mich noch erinnern kann, waren in Kellenhusen an der Ostsee und Reischach in Südtirol, sowie in Stöttham am Chiemsee. Ich schaue mir immer wieder mal die Fotos an, da kommen immer sehr viele Erinnerungen hoch.
    LG
    Elke

  • Hallo Thomas,
    Nein bin noch nicht zurück, liege heute mal schon am Morgen ganz faul am Strand. Das W-LAN klappt hier im Hotel und auch im Ort ganz gut, und das auch umsonst 🙂 Wann geht es bei Euch los?
    LG
    Elke

  • Danke fürs Mitmachen! Und was für eine wahnsinnig interessante Reisebiografie, schon in so jungen Jahren! Rumänien in den 70ern (?), was für eine Erfahrung!

    • Hi Lena,

      gern geschehen. Und ja, Rumänien war wirklich eine Erfahrung. Das wirkt auch bis zum heutigen Tag nach. Immer wenn mal wieder darüber meckert, wie „schlecht“ doch alles ist, was alles besser sein könnte, kramt man die Erinnerungen aus. Dann weiß man wieder zu schätzen, wie gut es uns geht.

      LG Thomas

Über uns

Hier schreiben Melanie und Thomas - zwei reisesüchtige Menschen aus dem Ruhrpott. Mehr Informationen findet Ihr auf der Über uns Seite.

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