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Mitte Dezember ist die neue E-Zigarette Juul auf den Markt gekommen. Diese ist in den USA bereits ein Verkaufsschlager. Ein ähnliches System bietet die MyBlu E-Zigarette von Erl. Beide Systeme sind extrem einfach gehalten und damit genau das richtige für mich. Den Urlaub auf Mallorca habe ich dann genutzt, um beide Systeme einmal in Ruhe zu testen.

Rauchfrei durch Dampfen?

Ich rauche seit über 30 Jahren – also seit meiner Jugend. Dabei komme ich durchaus mal auf 2-3 Schachteln am Tag, wenn ich z.B. im Homeoffice arbeite oder am Wochenende.

Mehrere Versuche mit dem Rauchen aufzuhören scheiterten bislang eher kläglich, nach wenigen Tagen oder Wochen.

Vor ein paar Jahren kamen dann die E-Zigaretten auf den Markt. Für mich war das eine große Hoffnung, über den Umweg Dampfen vom Zigaretten-Rauchen wegzukommen. Leider habe ich mit dem E-Zigaretten mehr schlechte als gute Erfahrungen gemacht.

Hauptsächlich ging mir die Husterei auf den Senkel, welche die bisherigen E-Zigaretten bei mir verursacht haben. Dabei habe ich verschiedene Geräte ausprobiert, unzählige Liquids und Nikotinstärken. Aber auch nach Tagen / Wochen verschwanden diese Hustenattacken nicht.

Dazu ging mir die Technik irgendwie auf die Nerven. Wattzahlen, verstellbare Leistungen, mehr Luft oder weniger Luft regelbar. Dazu kamen dann verschmort schmeckende Verdampfer, undichte Tanks die ihren Inhalt überall verteilten und andere Dinge.

Daher bin ich immer wieder bei der normalen Zigarette gelandet. Viele der Probleme habe ich sicherlich selber verursacht, durch eine nicht richtige Handhabung der Geräte.

Was erwarte ich vom Dampfen?

Fangen wir erstmal damit an, was ich beim Dampfen nicht will oder erwarte:

  • Ich will nicht in einer Wolke wie aus einer Dampflok oder einem Industrieschornstein leben.
  • Ich will nichts selber mixen, anrühren, brauen oder neue chemische Verbindungen entdecken, die toll schmecken.
  • Ich will aus dem Dampfen keine Wissenschaft oder ein Hobby machen.

Nein, das will ich Alles nicht. Ich will einfach von den herkömmlichen Zigaretten weg kommen und den Suchtstoff über eine weniger gesundheitsschädliche Weise aufnehmen. Diesen will ich dann schrittweise reduzieren um auf diesem Wege von der Sucht wegzukommen.

Und nein, eine E-Zigarette ist NICHT gesund! Jedem Nichtraucher, sollte man die Finger abhacken, der zur E-Zigarette greift und damit vielleicht den Einstieg in eine Sucht bekommt. Wenn es machbar wäre, dürften E-Zigaretten nur an Raucher verkauft werden – wie das aber kontrolliert werden soll, wüsste ich auch nicht. Ganz ehrlich liebe Nichtraucher, wenn ihr Geschmack im Mund haben wollt, dann lutscht ein Bonbon.

Zurück zu dem was ich vom Dampfen erwarte. Eigentlich nichts anderes als beim Rauchen. In den Laden gehen, eine Packung kaufen, aufmachen, anzünden, rauchen. Ende!

Erfüllen die Juul und die MyBlu diese Ansprüche?

MyBlu - Juul

MyBlu – Juul

Um es vorweg zu nehmen – ja, beide Systeme erfüllen exakt meine Ansprüche an eine E-Zigarette.

Ich gehe in den Laden, kaufe mir die Pods (mit der Auswahl an verschiedenen Geschmacksrichtungen), stecke diese in die E-Zigarette (also den Akkuhalter) und dampfe diese bis der Tank leer ist. Danach entferne ich den leeren Pod und stecke einen neuen rein – fertig.

Dabei muss ich selber nichts nachfüllen, reinigen, mixen, Verdampfer tauschen (diese sind in den Pods integriert). OK, Umwelttechnisch fällt dabei mehr Müll an. Aber das setzte ich nun mal ins Verhältnis zu den mehreren tausend Zigarettenfiltern, die ich nicht mehr produziere. Passt dann schon.

„Echte“ Dampfer sind entsetzt!

Es gibt bzgl. dieser Podsysteme auch aus Dampferkreise ordentlich Kritik. Das sei doch kein echtes Dampfen, das qualmt nicht genug, es erzeugt keinen Flash usw. usf. – blabla. Mal abgesehen davon, wer bestimmt eigentlich was „echtes Dampfen“ ist? Gibt es dafür eine Norm, eine DIN, eine Vorschrift? Jeder soll doch das nehmen und inhalieren, was ihm selber zusagt.

Wie oben schon geschrieben, mein Anspruch ist es nicht, mit dem Qualm der E-Zigarette längere Nachrichten per Rauchzeichen zu übertragen. Ich will einfach nur die verf*ckte Sucht bedienen. Ich muss mich dabei nicht über die Menge des erzeugten Qualms definieren oder andere Defizite ausgleichen. Im Gegenteil, ich mag es dabei lieber etwas dezenter.

Achja, da wären ja noch die Kosten. Ja, diese Systeme mit den Pods sind viel teurer, la eine „normale“ Dampfe, die mit einem beliebigen Liquid befüllt wird. Mich interessiert dieser Vergleich aber nicht. Selbst wenn ich 2 Pods am Tag leer dampfen würde, wäre ich bei rund 6,50 Euro. Jetzt zahle ich zwischen 12 und 18 Euro pro Tag für Zigaretten – dieser vergleich ist für mich relevant.

Daher, jedem das Seine, so wie es ihm gefällt.

Was ist nun besser, die Juul oder die MyBlu?

Hier bin ich noch unentschlossen. Beide Systeme haben Vor und Nachteile, wie ich in den letzten Tagen gemerkt habe:

Juul E-Zigarette – Vor- und Nachteile

Die Juul ist angenehm klein, so klein, dass sie kaum auffällt, wenn man diese in der Hand hält. Das ermöglicht ein sehr dezentes Benutzen der E-Zigarette (was natürlich keine Aufforderung sein soll, diese an Orten zu benutzen, wo das Rauchen verboten ist).

Bei den Liquids gefällt mir der Tabak-Geschmack sehr gut. Das ist das erste Mal, dass ich einen Tabak-Liquid an einer E-Zigarette rauche, der nicht leicht süßlich schmeckt. Dafür ein dickes Plus für die Juul. Weiter habe Creme, Mint und Apfel getestet. Mint würde ich nicht wieder kaufen, die anderen Geschmacksrichtungen waren aber wirklich gut. Nach was Creme wirklich schmeckt? Hm, irgendwas in Richtung Labello-Stift würde ich sagen. Ein wenig undefinierbar aber nicht schlecht.

Schade, dass es von der Juul die Liquids nur mit einer Nikotinstärke (20mg) gibt. Kleinere Dosierungen oder gar Liquids ohne Nikotin werden (noch nicht?) angeboten. Das widerspricht dann meinem Plan, die Nikotin-Dosis mit der Zeit zu reduzieren.

Ja, man kann auch die Pods nachfüllen (Anleitungen gibt es bei YouTube in Massen). Damit könnte man die Konzentration selber bestimmen – aber genau das will ich ja nicht machen.

Mit einem Pod (0,7 ml) bin ich übrigens gut über einen Tag gekommen.

Das Laden der Juul geht flott, etwa eine Stunde, dann ist der Akku voll. Nachteil ist, dass dies nur auf einem USB-Dongle geschehen kann, der in einen USB-Anschluss gesteckt wird und wo drauf dann die Juul per Magnet eingesetzt wird. Das funktioniert im fahrenden Auto nur so mittelprächtig. Ganz besonders, wenn kein waagerechter USB-Anschluss vorhanden ist. Hier wäre eine Lösung mit Kabel deutlich besser. Abhilfe schafft hier aber ein USB-Verlängerungskabel, wo dann der Dock eingesteckt wird.

Der Akku hat bei mir keinen ganzen Tag durchgehalten. Irgendwann am Nachmittag war der immer leer. Das ist natürlich ärgerlich.

Geschmack: Die Juul Liquids sind im Vergleich zur MyBlu ein wenig fad. Ein richtig intensives Geschmackserlebnis liefert die Juul nicht.

MyBlu E-Zigarette – Vor- und Nachteile

Die MyBlu ist ein wenig größer als die Juul. Auch der Tank des Pods ist doppelt so groß (1,5 ml bei der MyBlu, 0,7 ml bei der Juul). Somit reichte ein Pod bei mir locker für 2 Tage.

Insgesamt gibt es 12 Aromen für die Myblu als fertige Pods zu kaufen. Ich habe selber Blue Ice und Mango bisher probiert. Beide sind sehr schmackhaft. Ein großes Plus fährt die Myblu bei der Nikotin-Konzentration ein. Alle Geschmäcker gibt es mit 18, 9 und 0 mg Nikotin. Somit ist ein stufenweiser Abbau der Sucht nach Nikotin denkbar.

Das Laden der MyBlu ist in 20 Minuten erledigt (einfach per Mini-USB). Und ich habe es nicht geschafft, die MyBlu an einem Tag leer zu dampfen. Weder den Akku noch den Pod. Wobei das ein wenig mit Vorsicht zu genießen ist, da ich in den letzten Tagen beide Systeme, also die Juul und die MyBlu, teilweise parallel genutzt habe. Aber die Juul habe ich trotzdem leer gedampft.

Eine kleine Schwachstelle der MyBlu ist es, dass die ab und zu ein wenig Liquid aus dem Mundstück „liefert“. Das schmeckt dann nicht so dolle. Hier muss ich wohl noch an der Zugtechnik arbeiten.

Nachtrag: Das Problem mit dem Liquid im Mund, das Siffen beim Dampfen, liegt definitiv nicht an der Zugtechnik. Egal ob festes oder sanftes Ziehen, egal ob schnell oder langsam, irgendwann kommt Liquid am Mundstück an.

Geschmack: Im Vergleich zu der Juul schmecken die Liquids bei der MyBlu intensiver. Man kann am Geschmack erkennen, welche der Aromen man gerade dampft. Etwas suspekt finde ich den Geschmack des reinen Tabak-Liquids. Ich kann den nicht einordnen, irgendwas mit toter Maus dürfte das sein. Also lecker ist was Anderes.

Verträglichkeit bei mir (rein subjektive Erfahrung)

Ich weiß nicht, woran es liegt – beide Systeme bekommen mir besser als die bisher von mir getesteten E-Zigaretten. Hustenanfälle bekomme ich nur, wenn ich mal unüberlegt den kompletten Mundinhalt wie bei einer klassischen Zigarette schlagartig inhaliere. Wenn ich den Dampf aber langsam und überlegt einatme, dann muss ich hierbei nicht husten. Das war bei allen anderen E-Zigaretten bisher anders gewesen.

Andere Nebenwirkungen, wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen konnte ich nicht feststellen. Auch nicht beim „Dauernuckeln“ am Abend.

Fazit – Juul oder Myblu?

Ich denke, in den nächsten Wochen werde ich beide Geräte erstmal parallel nutzen. Sollte ich dann irgendwann an den Punkt kommen, das Nikotin reduzieren zu wollen, dann bleibt mir ja nur die MyBlu – wenn es bis dahin keine anderen Stärken bei den Juul-Pods gibt.

Beide Systeme bieten wir genau das, was ich erwarte. Ein einfaches System, ohne technischen Schnickschnack, ohne Köpfe und Einstellmöglichkeiten – so wie eine althergebrachte Zigarette auch.

Was mich aber bei beiden Geräten in Summe in wenig enttäuscht, ist das Geschmackserlebnis. Das fand ich bei den „klassichen“ E-Zigaretten deutlich intensiver. Dabei schneidet die Blu besser ab als die Juul. Aber ein intensives Aroma, wie bei anderen E-Zigaretten, konnte ich nicht feststellen. Vielleicht versuche ich die normalen E-Zigaretten später nochmals aus, wenn ich mich mit den hier vorgestellten Modellen an das Dampfen gewöhnt habe und das Dampfen keine Hustenanfälle mehr auslöst.

Hinweis: Beide Geräte, alle Pods habe ich selber gekauft. Es handelt sich hier einfach um einen Erfahrungsbericht, ohne dass ich mit den Herstellern in Kontakt stehen würde oder gar von denen Geld bekommen hätte.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Dampfen? Wären die beiden Pod-Systeme etwas für Euch? Schreibt doch einfach einen Kommentar hier unter den Beitrag.

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