Zuletzt aktualisiert am 12. Oktober 2018 um 11:02

Es wird mal wieder Zeit über aktuelle Dinge zu bloggen. Über Diskussionen bei Facebook (Stammleser ahnen es schon), Werbung und deren Kennzeichnung und welche obskuren Folgen das inzwischen hat, unsere neue Social Media Strategie und über kleinere Veränderungen auf unserem Blog.

Werbung – Kennzeichnung – Diskussionen bei Facebook

Vorweg eines ganz klar: Werbung muss als solche gekennzeichnet werden. Punkt! Da gibt es keine Diskussion drüber. Wir selber haben wenige Kooperationen gemacht, die dazu gehörigen Beiträge sind entsprechend gekennzeichnet. Das ist ingesamt 4 (!) von über 600 Beiträgen.

Dummerweise nehmen das andere BloggerInnen nicht so genau. Besonders gewisse Instagram-Sternchen haben lange Zeit gar nicht gekennzeichnet. Das sorgt verständlicherweise für Unmut und skeptische Leser.

Mittlerweile ist es aber soweit, dass man sich als normaler Reiseblogger erklären muss, wenn man Reisebeiträge teilt. Und das geht in unseren Augen entschieden zu weit. Ein Beispiel haben wir selber diese Woche erlebt. In einer Blogger-Facebook-Gruppe haben wir unseren Beitrag mit den lustigen Urlaubsbildern gepostet. Es folgt dann ein Dialog, bei dem uns fast der Hals geplatzt ist:

  • User X: „Hmm, und wer bezahlt all die Artikel, das steht nicht so dabei, oder hab ich da was übersehen?“
  • Wir: „Wie bezahlen? Was bezahlen? Da ist garnichts bezahlt.“
  • User X: „und wie lebt ihr / wovon macht ihr die Reisen?“

Das ist so ziemlich die dämlichste und unverschämteste Frage, die ich jemals bei Facebook gelesen habe. Zumal dieser User X sich unseren Blog, unsere Berichte und unsere Einstellung zu dem Thema offensichtlich niemals angesehen hat. Weiter ging es um die Kennzeichnung:

  • User X: „…mir ging es auch eher um die (Nicht)Kennzeichnung.“

Was bitte sollen wir kennzeichnen, bei Beiträgen, wo gar nichts gesponsert ist?  Auf einmal sind wir alle in eine Schublade einsortiert. Reisberichte, wo kein Werbehinweis steht, sind also generell verdächtig für Schleichwerbung? Alleine die Tatsache, dass wir Reiseblogger sind, stellt uns unter Generalverdacht, wie auch seine spätere Aussage bestätigt:

  • User X: “ Bei Bloggern schon.“ – Auf die Frage ob es ihm so ungewöhnlich vorkommt, dass man seine Reisen einfach selber bezahlt.

Liebe Freunde mit beschränkter Wahrnehmung: Es gibt rund 2000 deutschsprachige Reiseblog – und nur sehr, sehr wenige davon reisen gesponsert und noch viel, viel weniger können sogar davon leben. Alle anderen Reiseblogger – ihr müsst jetzt ganz tapfer sein – gehen normal Arbeiten, verdienen damit das Geld für ihre Reisen und zahlen diese ganz normal. Ich weiß, dass ist  jetzt hart und lässt Euer Schubladendenken zerplatzen. Und diese Reiseberichte, von selbst finanzierten Reisen, müssen nunmal nicht als Werbung gekennzeichnet werden.

Das sind dann die Auswirkungen von fehlenden Kennzeichnungen, wo wirklich gesponsert wurde. Am Ende greift eine Hysterie um sich und alle werden unter Generalverdacht gestellt. Besonders schlimm dabei sind übrigens andere BloggerInnen. Ob Neid dabei eine Rolle spielt? Das können wir nicht beurteilen aber der Verdacht kommt schon auf.

An anderer Stelle im Netz liest man dann tatsächlich, dass es schon Werbung ist, wenn man als Reiseblogger über eine Region, einen Ort oder ein Land berichtet. Die Fremdenverkehrsvereine usw. würden sich ja darüber freuen. Geht es noch? Wenn so argumentiert wird, dann können wir das Internet abschalten und schreiben alle gar nichts mehr. Wenn wir den Beitrag wiederfinden, dann verlinken wir den auch. Wir hatten den in einem Anfall von heftigen Kopfschütteln schnell wieder geschlossen.

Wir kennzeichnen Beiträge als Werbung, sobald wir eine Gegenleistung bekommen haben. Das kann einerseits Geld sein, logisch, oder? Wir kennzeichnen aber auch, wenn wir von einen Tourismus-Verband oder einem Hotel „nur“ eingeladen wurden ohne das dabei Geld geflossen ist. Die „Vergütung“ bestand dann aus kostenlosen Übernachtungen, Einladungen zum Essen, freien Eintrittsgeldern usw. Den Umfang des Sponsorings beschreiben wir auch ausführlich am Ende der Beiträge. Damit hoffen wir auf der sicheren Seite zu sein und unseren Lesern ausreichend Transparenz zu bieten. Gerade bei der Vergütung mit Sach- oder Dienstleistungen findet man im Netz sehr widersprüchliche Aussagen – aber wir kennzeichnen auch lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Wie gesagt, wir sind absolut dafür, dass Werbung gekennzeichnet werden muss. Wir haben übrigens auch kein Problem mit Werbung auf Blogs, wenn sie gekennzeichnet ist. Wir müssen die ja nicht lesen, wenn es uns nicht interessiert. Bei der momentanen Diskussion darüber, was Werbung ist, können wir aber nur noch mit offenem Mund vor dem Rechner sitzen.

Social Media Strategie

Social Medias – die den „netten“ Diskussionen dort, die teilweise auf einem Niveau ablaufen, wo sich einem die Zehnägel aufrollen, sind ja nur ein Problem. Dazu kommt, dass irgendwelche Algorithmen es immer schwerer machen, unsere Leser dort zu erreichen. Daher haben wir mal darüber nachgedacht, was eigentlich noch Sinn macht.

Generell sind die Social Medias für uns ein Medium, um Leser auf den Blog zu bekommen. Ausnahme hierbei ist vielleicht Facebook, welches wir noch für andere Zwecke nutzen. Aber unter dem Gesichtspunkt haben wir mal unsere Social Media Aktivitäten auf den Prüfstand gestellt.

Instagram

Instagram ist dabei das erste Social Media, wo wir uns zurück ziehen werden. Wir hatten dort in den letzten Monaten vermehrt gepostet um mal zu schauen, was passiert. Gut, die Followerzahlen sind leicht gestiegen, von 800 auf 1100 und ein paar Gequetschte. In der Zeit ist uns auch diese Follow- Unfollow-Unsitte aufgefallen. Diese ganzen Profile, die einem folgen damit man zurück folgt um dann selber nach 1-2 Tagen das Follow wieder aufzuheben. Kindergarten! 

Leser kommen durch Instagram keine auf den Blog, naja nicht ganz, im Oktober waren es ganze 3 – in Worten: Drei! Wow, sensationell.

Für das aktuelle Jahr hatten wir ja versucht, vermehrt an Kooperationen in der Reisebranche zu kommen. Und dabei kommt man ohne Instagram-Profil nicht weit. Da diese Kooperationen, wie schon an andere Stelle geschrieben, nicht unseres sind brauch wir eigentlich das Instagram Profil nicht mehr. Denn bei eventuellen zukünftigen Kooperationen werden wir klar kommunizieren, wer einen Instagram-Sternchen-Influencer sucht, der ist bei uns falsch.

Wir lassen unser Instagram-Profil bestehen, werden da vielleicht auch mal ein Bildchen posten – es wird aber nur noch so nebenbei mitlaufen.

Google Plus

Wir kennen Reiseblogger, die von Google Plus begeistert sind. Sie schwärmen über die Community dort und auch über die Leser, welche darüber auf die Blogs kommen. Wir selber können das aber nicht bestätigen. Das mag aber an uns liegen, dass wir Google Plus nicht richtig bedienen und mit den falschen Inhalten füttern. 

Besucher brachte Google Plus im Oktober ganze 8 auf den Blog. Gut, damit ist es mehr als doppelt so erfolgreich wie Instagram. Aber als Besucherquelle nicht wirklich zu gebrauchen. Daher werden wir unsere Tätigkeit dort dahingehend herunterfahren, dass wir nur noch jeden neuen Artikel einmal dort einstellen. Das soll angeblich gut sein für das SEO des Artikels.

Aus allen Community, Gruppen, Kreise dort werden wir uns verabschieden.

Twitter

Twitter brachte im letzten Monat immerhin 107 Besucher auf den Blog. Na, da sagen wir mal „toll“. Aber für den geringen Aufwand den wir da treiben, jeden Artikel ein- oder zweimal dort zu teilen, ist das schon ok. Twitter war aber schon immer ein „nur so nebenbei“ Medium für uns. Wir nutzen Twitter gerne um bei aktuellen Nachrichten einen Blick rein zu werfen. 

Pinterest

Jaja, Pinterest ist kein Social Media, es ist eher eine bebilderte Suchmaschine. Wir listen es trotzdem mit auf, da es zu unserer Strategie gehört Leser zu gewinnen. Und mit 8000 Leser im letzten Monat ist es weit vorne dabei. Da werden wir natürlich dran bleiben und weiter an unserer Strategie feilen um dort viele Leser zu erreichen.

Facebook

Facebook war in den letzten Monaten konsequent auf dem absteigenden Ast. Die Reichweite der Blogseite ging immer mehr zurück. Egal ob Postings geteilt, Bilder gezeigt wurden oder was auch immer wie versucht haben. Parallel dazu sind die Aufforderungen von Facebook, dass wir für unsere Reichweite zahlen sollen, geradezu explodiert. 

Und nun liest man, dass Facebook damit experimentiert die natürliche Reichweite von Seiten komplett einzuschränken. Soll heißen, Reichweite nur noch gegen Kohle. Nun, aus Sicht von Facebook als Wirtschaftsunternehmen ist es sogar verständlich. Warum sollen die anderen „Unternehmen“ kostenlos Reichweite zur Verfügung stellen. Dumm nur, dass Seitenbetreiber nicht zwangsläufig Unternehmen sind. 

Naja, im Oktober hatten wir dann plötzlich über 11.000 Leser von Facebook auf unserem Blog. Das lag aber nur an einem Artikel von uns, der sich dort recht viral verbreitet hat. Alleine dieser Bericht über das Manöver des Air Berlin Piloten in Düsseldorf hat über 10.000 Leser gebracht. Normal waren es in den letzten Monaten etwas über 1000.

Immer noch besser als Instagram, Google Plus und Twitter in Summe aber nicht mehr das, was es mal war. Daher werden wir dort einiges ändern. Die Anzahl der Gruppen, in die wir unsere Beiträge teilen, werden wir weiter reduzieren. Wir hatten eine Zeit lang mal getrackt, in welchen Gruppen in Teilen überhaupt Leser generiert. Viele waren das nicht, eher ernüchternd wenige Gruppen.

Unsere eigene Seite dort werden wir weiter befüllen wie bisher, denn darüber klappt die Lesergenerierung noch immer, wenn auch nicht mehr in den Maßen wie früher. 

Unsere privaten Profile haben wir in dem Zuge auch mal aussortiert. Sollten also Leser merken, dass wir nicht mehr befreundet sind, so nehmt es bitte nicht persönlich. Aber Profile, wo nur die neuesten Spielstände aus den Facebook-Spielen zu finden sind, finden wir jetzt nicht soooo interessant. Auch „Freunde“, wo wir erstmal länger überlegen mussten „Wer ist das eigentlich?“ machen nicht wirklich Sinn.

Wie sind Eure Erfahrungen mit der Reichweite in den Social Medias und mit dem Umgang dort? Wie seht ihr die Entwicklung bei der Definition von „Werbung“? Fragen über Fragen – ran an die Kommentare.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

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Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

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