Zuletzt aktualisiert am 14. August 2017 um 14:39

Letztes Jahr haben wir unseren ersten Urlaub mit einem Wohnmobil gemacht. Bei der Buchung haben wir ausschließlich auf den Preis geachtet und hatten uns so recht schnell für ein Angebot von Cruise America entschieden.

Ganz entgegen unseres sonstigen Vorgehens, haben wir erst nach der Buchung Erfahrungsberichte über den Vermieter gelesen. Und da haben wir dann doch ein wenig Sorgen bekommen, ob wir die richtige Wahl getroffen haben. Wir fanden viele Berichte mit Schauergeschichten zu dem Vermieter, den Übergabemethoden usw. usf. Das hatte schon fast Bashing Ausmaße.

Cruise America im Valley of Fire

Cruise America im Valley of Fire

Jetzt haben wir bereits unseren zweiten Urlaub mit einem Wohnmobil von Cruise America hinter uns und wir wollen hier mal eine Lanze brechen und unsere durchweg positiven Eindrücke schildern. Ich beschreibe man die beiden Jahre kurz und möchte danach mal auf einige Meckerpunkte aus dem Netz eingeben, die ich so gefunden habe.

1. Jahr – Denver

Gebucht haben wir ein C-30 Modell, also das Größte in der Flotte. Die Preisunterschiede zu einem kleineren Modell waren bei unsere Buchung so gering, das wir uns dafür entschieden haben. In unserem Paket war das „Early Pickup“-, das „Bring the familiy“- Paket, die Küchenausstattung und unbegrenzte Meilen enthalten.

„Early Pickup“ bedeutet, das man das Mobil bereits morgens ab 9 Uhr übernehmen kann und am Abgabetag bis 15 Uhr Zeit hat für die Rückgabe. „Bring the family“ beinhaltet den Transfer vom/zum Hotel an den Übergabetagen.

Südwesten 2013

Südwesten 2013

Am Vortag der Übergabe haben wir telefonisch den Transfer mit der Vermietstation vereinbart. Dies muss man machen, es steht auch in den Reiseunterlagen, da Cruise America ja nicht wissen kann, wo man sich in der Stadt aufhält. Pünktlich um 8:30 Uhr stand dann auch eine Limosine vor dem Hotel und hat uns zu Vermietstation gefahren.

An der Vermietstation stand das Wohnmobil bereits bereit. Das Einführungsvideo mussten wir uns nicht anschauen, da wir versichert haben, das wir das bereits zu Hause gesehen hatten. Es folgte eine ordentliche Übergabe und Einweisung in das Wohnmobil. Außen herum wurde ging es recht flott, da es ordentlich schneite, innen war es ein wenig ausführlicher.

Protokolliert wurden dabei ein kleiner Steinschlag in der Windschutzscheibe, ein Brandfleck auf dem Fahrersitz und natürlich die Füllstände von Benzin, Gas und der Stundenzähler des Generators. Das Wohnmobil selber war etwa ein Jahr alt, hatte 20.000 Meilen auf dem Buckel. Der Innenraum war sauber und ordentlich.

Auf dem Campground

Auf dem Campground

Aufgrund der winterlichen Temperaturen bekamen wir das Wohnmobil mit leerem Wassertank und vielen guten Tipps zum Umgang mit den eisigen Verhältnissen im Wohnmobil. Und nach nur anderthalb Stunden konnten wir das Gelände mit unserem Mobil verlassen.

Im Laufe der 14 Tage hatten wir dann einen Defekt am Wohnmobil. Das Duschwasser lief zum Teil nach außen oder in den Innenraum. Da hatte sich der Abflussschlauch an der Dusche los gerappelt. Ein Telefonat mit der Hotline brachte aber Hilfe. Selber reparieren scheiterte am nicht vorhandenen Werkzeug, also sind wir an dem Tag kurz bei Cruise America in Phoenix vorbei gefahren (lag auf unserer Strecke) und dort wurde der kleine Schaden innerhalb von 30 Minuten behoben und wir haben in der Wartezeit Kaffee bekommen.

Küchenbereich im Wohnmobil

Küchenbereich im Wohnmobil

Die Rückgabe war ebenso unkompliziert. Ein kurzer Gang durch den Innenraum, kurze Aufnahme der Benzin- und Gasstände, Zähler des Stromaggregats abgelesen und die Überprüfung ob die Abwassertanks leer waren. Bereits nach 30 Minuten saßen wir dann schon wieder in der Limosine Richtung Hotel, mit der vollen Kaution auf dem Konto.

2. Jahr – Las Vegas

Auch in diesem Jahr hatten wir das Paket mit „Early Pickup“, „Bring the family“, Küchenausstattung und unbegrenzten Meilen gebucht. Allerdings buchten wir das C-27 Modell, eine Nummer kleiner wie im letzten Jahr. Den Tipp hatte man uns in Phoenix im Vorjahr gegeben. Das 27er gibt es erst seit 1,5 Jahren im Programm, so hat man die Sicherheit ein recht neues Wohnmobil zu bekommen.

Wohnbereich und Fahrerkabine

Wohnbereich und Fahrerkabine

Auch dieses mal stand der Taxifahrer pünktlich vor dem Hotel, wie am Tag vorher telefonisch vereinbart. An der Übergabestation in Las Vegas dann eine kleine Enttäuschung, auf ein C-27 müssten wir noch 2,5 Stunden warten, da aufgrund der großen Nachfrage keines fertig wäre. Die Enttäuschung wurde uns aber genommen, durch das Angebot ein fast neues C-30 zu nehmen, als Upgrade ohne Kosten. Das haben wir dann natürlich gemacht.

Die Übergabe ging flott und routiniert über die Bühne. Mängel wurden, bis auf einen kleinen Kratzer an der vorderen Stoßstange, keine gefunden. Das Wohnmobil hatte auch gerade erst 6.000 Meilen auf dem Buckel.

Dieses mal dauerte es rund 2 Stunden, bis wir vom Hof fahren konnten. Es war aber auch sehr viel los an der Vermietstation. Unser erster Weg führte uns dann, in Begleitung eines Cruise America Mitarbeiters, zur nächsten Tankstelle. Der Tank war extrem leer, und wir haben dort auf Kosten von Cruise America dann für 40 Dollar Sprit mit bekommen. Zurück geben sollten wir das Mobil dann 1/8 voll.

In den zwei Wochen hatten wir keinen einzigen Defekt an dem Mobil. Die Ausstattung war eine Nummer besser wie im Vorjahr, da es sich um eine neue Baureihe handelte. So waren überall im Wohnmobil USB-Anschlüsse zum Laden von Geräten zu finden, die Lüftungsklappen im Dach haben ein neues, besseres System und der Wasseranschluss ist deutlich verbessert worden.

Einen Defekt hatten wir dann doch. Aber nicht am Wohnmobil direkt, sondern am Abwasserschlauch. Dieser hatte was von einem Springbrunnen. Wir haben dann einen neuen Schlauch gekauft und haben die 35 Dollar dafür am Ende anstandslos zurück bekommen.

Die Rückgabe lief ebenso problemlos, wie im Vorjahr. Nur, sie dauerte fast 1,5 Stunden. Wenn bei der Übernahme schon viel los war, so war bei der Rückgabe der Teufel los an der Vermietstation. Mit uns parallel kamen 4 weitere Mobile zurück und gleichzeitig wollten mehrere Urlauber ihr neues Mobil übernehmen. Klar, da waren die 4 Mitarbeite mächtig am rotieren. Aber nach den 1,5 Stunden saßen wir im Taxi zum Hotel und trauerten unserem schönen Wohnmobil bereits hinterher.

Cruise America in Arches Nationalpark

Cruise America in Arches Nationalpark

Das waren unsere Erfahrungen mit Cruise America. Diese sind bisher ausgesprochen positiv. Natürlich, wir haben bisher keinen Vergleich zu anderen Vermietern. Nur, mir fallen keine Dinge ein, welche es rechtfertigen würden 400-800 Dollar mehr auszugeben. Was nutzen mit im 14-tägigen Urlaub hübschere Gardinen oder ein Schlafzimmer mit Lämpchen an der Wand? Wir brauchen ein vernünftiges, sauberes, funktionierendes Wohnmobil. Und wenn mal was nicht funktioniert, dann erwarte ich, das mir geholfen wird. Und all diese Dinge hat Cruise America bei uns erfüllt.

Meckerpunkte aus dem Netz

Jetzt möchte ich noch auf ein paar Dinge eingehen, die ich im Netz gefunden habe oder an der Vermietstation erlebt habe.

Übernahmestation in Las Vegas

Übernahmestation in Las Vegas

„Warum soll ich mein Gas bezahlen, der war doch nicht voll?“ Diese Frage kam letztens von einem Urlauber an der Vermietstation in Las Vegas auf. Er argumentierte, dass der Gasstand ja bei der Übernahme auch nur 80% betragen habe, also könne er es ja mit 50% zurück geben, es wäre ja nicht voll gewesen. Nun, bei der Übergabe bekommt man erklärt, das 80% voll ist. Mehr passt in den Tank nicht rein, es ist ein Gas. Und selbst wenn… wenn ich es mit 80% übernehme und dann mit 50% zurück gebe, dann muß ich die Differenz bezahlen. Aber der Herr wollte sich übelst im Internet über die „Gebaren“ beschweren. *facepalm*

Aus einem Forum: „Der Transfer hat nicht geklappt, keiner hat uns abgeholt“. Auf die Rückfrage, ob man denn den Transfer telefonisch abgestimmt hat, kam nur ein verwundertes „Warum“. Ne, ist klar… bei Cruise America hat man Glaskugeln, da können die sehen, wo gerade welcher Tourist in einem Hotel auf den Transfer wartet.

Aus einem Forum: „Ich musste mir das Video anschauen, das hat so lange gedauert“. Ja, na und? In dem Video bekommt man viele, wichtige Informationen zur Bedienung des Wohnmobils. Und man hat die Möglichkeit, sich das bereits zu Hause im Internet anzusehen. Nur, wenn man behauptet das getan zu haben (wie das holländische Pärchen vor uns in der Station in Las Vegas), sollte man schon die Frage nach der Länge des Videos beantworten können… 

Aus einem Forum: „Ich konnte das Wohnmobil erst um 13 Uhr übernehmen, Frechheit“. Tja, kein „Early Pickup“ buchen und dann rum weinen… wunderbar.

Aus einem Forum: „Nächstes mal buche ich nur noch an einer kleinen Station wie Phoenix, da geht alles schneller“. Das zeigt die Qualität, die manche Beiträge in den Foren haben. Phoenix ist die Zentrale von Cruise America. Ich habe noch die so viele Wohnmobile auf einem Haufen gesehen wir dort. Aber kleine Station…

Aus verschiedenen Foren: „Es klappert hier, es klappert da, es quitscht, usw. usf.“. Hallo? Wir leihen uns hier Gebrauchtgegenstände. Da löst sich mal was, da klappert mal was. Und wenn man auf den Campgrounds mal beobachtet, wie manche Leute mit ihren Leihwohnmobilen umgehen, dann wundert das auch nicht. Auch bei unseren Mobilen klapperten z.B. mal die Dachluken im ersten Jahr. Mit ein wenig Papier und Klebeband war da aber schnell Ruhe!

Bzgl. des Fahrzeugalters der Flotte meine ich auch, es ist günstiger als alle anderen Anbieter, also erwarte ich nicht unbedingt ein nagelneues Fahrzeug. Wir hatten in unseren beiden Urlauben vielleicht Glück mit den recht neuen Wohnmobilen. Aber ich hätte mich auch nicht über ein älteres Fahrzeug beschwert, wenn es technisch in Ordnung ist. In Phoenix erzählte man uns im letzten Jahr, das man bei Cruise America in der Tat ein wenig hinter her hinke, was die Erneuerung der Flotte angeht. Aber man arbeite da intensiv dran und wolle in den nächsten 2 Jahren einen Rundumschlag machen.

Es gibt natürlich auch, bei der größten Verleihfirma, auch berechtigte Kritiken die man im Netz findet. Nur, ich zweifel ernsthaft daran, das bei den anderen Firmen immer alles zu 100% glatt läuft. Aber in einigen Foren und Portalen hat man sich geradewegs auf Cruise America eingeschossen… das kann ich nicht nachvollziehen.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Wohnmobilvermietern in den USA gemacht? Dann her mit euren Kommentaren und Anmerkungen.

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