Falschmeldungen im Netz – Gegenrede und dickes Fell entwickeln

Veröffentlicht: 29. Dezember 2020

3246 Worte- 13 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-
Falschmeldungen im Netz

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 29. Dezember 2020

Aktualisiert: 15. Januar 2021

3 Kommentare

3246 Worte- 13 Minuten Lesezeit- 3 Kommentare-

Überall im Netz, ganz besonders in den Social Medias und in den Kommentarspalten der Medien, stolpert man über Hass, Hetze, Falschmeldungen und offenen Lügen. Wie gehen wir damit um, wie kann man sich verhalten um den Unsinn nicht unwidersprochen stehen zu lassen ohne sich aufzureiben? Wir haben uns, praktisch als Neujahrsvorsatz, eine Strategie überlegt.

Corona offenbart menschliche Abgründe

Eigentlich wollten wir zu dem Thema, abseits unserer Monatsrückblicke, nichts mehr schreiben. Wer uns kennt weiß aber, dass solche Vorsätze gelegentlich wie Seifenblasen zerplatzen. Nachdem nun neben den Wutbürgern, den Corona-Leugnern, den Masken- und Maßnahmen-Verweigerern, den generellen Impfgegnern nun auch noch die Impfneider dazu kommen, müssen wir unsere eigene Strategie im Umgang mit solchen Kommentaren ändern. Es werden einfach zu viele, wobei sich die eigentliche Anzahl vermutlich nicht geändert hat. Die Schnittmenge, der oben genannten Gruppen ist recht groß.

Wir haben dazu gestern bei Facebook zwei Kommentare geschrieben. Einmal auf Thomas Profil und auf der Seite einer Stadtverwaltung. Da die Resonanz darauf dermaßen positiv war, haben wir uns entschlossen, das hier auf dem Blog ein wenig ausführlicher zu schreiben.

Oft wird man als vernünftiger Mensch, der vor diesem neuen Virus eine gehörige Portion Respekt hat und sich Sorgen um die eigene Gesundheit und die von Freunden und Angehörigen macht, als Panikmacher bezeichnet. Wenn man sich dann vor Augen hält, dass dieser Vorwurf oft von Menschen kommt, die selber Angst vor 5G-Strahlen, Masken, Impfungen, Reptiloiden, Migranten, Chemtrails und einer Diktatur haben, könnte man fast drüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

Diese vielen Schwurbler zehren zunehmend an den Nerven und werden zur Belastung. Zumindest dann, wenn man so einen Unsinn nicht unwidersprochen stehen lassen kann und der Reflex zu antworten, einfach zu groß ist. Oft verstrickt man sich dann in unendliche Diskussionen mit diesen Diskussionen. Das macht aber keinen Sinn. Dazu später im Beitrag mehr.

Was sind eigentlich Schwurbler?

Wir haben für diesen Beitrag überlegt, wie wir die Maßnahmen- und Maskenverweigerer, Corona-Leugner und -Verharmloser, Impfneider, Fake-News-Verbreiter, Hetzer und andere Gestalten unter einen Hut bringen können. Dazu brauchten wir einen Begriff, der handlich ist und gängig ist. Und da hat sich Schwurbler eben angeboten. Dieser Begriff hat sich in den Social-Medias zur Bezeichnung dieser Personengruppen schon durchgesetzt.

Inbegriffen sind damit auch die ganzen „Erwachten“, „Querdenker“ (oft auch Leerdenker genannt), die ganzen selbstständig denkenden Menschen und kritischen Betrachtern. Also alle diese Mitbürgerinnen und Mitbürger, die blind irgendwelchen Ober-Schwurblern hinterherrennen, jeden noch so abstrusen Unsinn von denen teilen, und denen dann noch Geld spenden. Eine Userin bei Twitter nannte es letztens die Leerdenker-Sekte. Und mit Blick auf die Gelder die da an einzelne „Querdenker“ fließen, ist der Begriff vielleicht nicht verkehrt.

Umgang mit Falschmeldungen – Strategie und Ziel

Wie nun also mit den Schwurblern und deren Falschmeldungen umgehen? Dazu muss man sich vorher mal überlegen, was will man eigentlich erreichen. Es ist illusorisch zu glauben, die Schwurbler von wissenschaftlichen Fakten zu überzeugen. Der Zug ist abgefahren, diese Menschen sind meist hoffnungslos im Meinungsbild ihrer Verschwörungsblase gefangen. Für wissenschaftliche Tatsachen, egal aus welcher seriösen Quelle die stammen, sind die nicht mehr erreichbar.

Trotzdem sollte der Unsinn, der von denen geschrieben wird, nicht komplett unwidersprochen bleiben. Denn es lesen ja nicht nur die Schwurbler und die Leute mit, welche dagegen anreden. Es geht darum, mit der Gegenrede die vielen stillen Mitleser zu erreichen. Wenn da auch nur ein Leser dabei ist, der noch aufnahmefähig ist für sachliche Informationen, und der so vor dem Sumpf der Schwurbler gerettet werden kann, dann ist es den Aufwand wert.

Daher kann es Sinn machen, zu einer Falschmeldung einfach ein paar seriöse Fakten im Kommentar zu hinterlassen und den restlichen Sermon der Schwurbler einfach zu ignorieren.

Nicht jede kritische Stimme ist ein Schwurbler!

Aber Vorsicht. Nicht jede kritische Stimme ist ein Schwurbler. Es gibt durchaus berechtigte, kritische Stimmen. Menschen, die einzelne Maßnahmen der Regierung im Umgang mit der Pandemie kritisieren. Menschen die in großer Not sind und darauf hinweisen, dass in ihrem beruflichen Umfeld gerade das Chaos herrscht. Menschen, die Angst um die Zukunft haben.

Und diese Menschen schreiben, in ihrer Not, oft unbedachte Dinge, die vielleicht unglücklich formuliert sind. Diese dann in die Schwurbler-Ecke zu stellen ist auch nicht richtig. Leider beobachten wir das in letzter Zeit sehr häufig. Klar, viele Mitmenschen sind durch die Schwurbler-Kommentare aktuell schnell getriggert, da zählen wir uns durchaus dazu. Die Emotionen kochen dann schnell hoch und man verurteilt Menschen, die es vielleicht nicht wirklich böse meinen. Und bei solchen Menschen kann eine sachliche Diskussion sehr fruchtbar und respektvoll sein, wenn die ersten Emotionen raus sind. Auch wenn beide Seiten am Ende mit unterschiedlichen Meinungen auseinander gehen, so bleibt doch auf beiden Seiten etwas zum Nachdenken, hoffentlich.

Die Schwurbler machen es einem aber auch nicht einfach. Sie kapern beispielsweise gerne gut gemeinte Aktionen. So gibt es bei Facebook dieses Profilbanner „Ohne Kunst wird es still!“. Eine sehr schöne Aktion, um auf die Not in der Künstler- und Veranstaltungsbranche hinzuweisen. Leider kapern die Corona-Verharmloser oft genau dieses Banner, um ihrem Geschwurbel einen einen positiven Touch zu geben. Wenn man mal durch die Profile klickt, dann hat dieser Banner recht häufig das Stay-Awake-Banner ersetzt.

Schwurbler im Netz erkennen

Wie kann man denn nun einen Schwurbler von einem Menschen unterscheiden, der nur seine Not ausdrücken möchte?

Am einfachsten ist es natürlich, wenn man regelmäßig in einem Bereich mitliest. Liest man aktuell zum Beispiel viel auf den Seiten einer Stadtverwaltung die Neuigkeiten zur Corona-Lage, dann kennt man nach ein paar Tagen die Menschen, welche da nur den Lauten machen. Menschen, die nur provozieren und fragwürdige Behauptungen aufstellen.

Bannerbilder als Deppen-Indikator

Ein weiterer Indikator sind die oben genannten Banner auf den Profilbildern. Da gibt es einige Banner, die mit großer Sicherheit einen Treffer auf der Schwurbler-Skala bescheren:

  • StayAwake
  • Masken weg für alle
  • Lockdown sofort stoppen
  • Gib Gates keine Chance

Das sind nur vier Beispiele, welche aktuell sehr verbreitet sind. Wir persönlich sind für diesen Service sogar recht dankbar. Man weiß direkt, mit wem man es zu tun hat und was einen erwartet. Und die Trefferquote liegt bei 100 Prozent.

Bestimmte Begriffe in den Beiträgen

Manche Schwurbler machen es einem auch einfach, wenn sie bestimmte Begrifflichkeiten in ihren Beiträgen verwenden:

  • Schlafschafe
  • Systemlemminge
  • Corona-Jünger
  • Merkel-Diktatur
  • Systemmedien
  • Meinungs-Diktatur

Auch das sind nur wenige Beispiele. Aber bei solchen Worten im Beitrag könnt ihr fast sicher sein, dass eine Diskussion mit den Menschen reine Zeitverschwendung ist.

Profile anschauen

Wenn Ihr unsicher seid, ob ein User dem Schwurbelwahnsinn erlegen ist, dann kann sich ein Blick auf das Profil des Users lohnen. Viele Schwurbler bieten den tollen Service, alles öffentlich zu posten. Wenn dann auf dem Profil die üblichen Fake News geteilt werden, Quellen wie KenFM genutzt werden, irgendwelche Hass- und Hetze-Memes zu sehen sind, dann habt ihr schnell einen Überblick darüber, wessen Geistes Kind derjenige ist.

In dem Zusammenhang achtet mal auf folgende Dinge. Oft bekommen die Beiträge auf den Profilen keinerlei Interaktion. Kommentare sucht man meist vergebens und die Like-Zahlen liegen, wenn überhaupt vorhanden, im einstelligen Bereich. Und das bei oft vielen hundert Followern.

Zudem haben viele Schwurbler-Profile einen ähnlichen Aufbau. Hundebilder sind da beispielsweise sehr oft zu finden (Nein, das soll nun nicht heißen, dass Hundehalter Schwurbler sind). Irgendwie komisch, oder? Bei Twitter sind es oft User, die 0-10 Abonnenten haben, keine eigenen Tweets und Benutzernamen nach dem Muster Klaus21342123 – also Namen und eine Zahlenkolonne dahinter.

Es wird vermutet, das viele Schwurbler mit Fake-Profilen unterwegs sind. Solche Indikatoren sprechen oft (nicht immer) dafür, genau so ein Profil entdeckt zu haben.

Falschmeldungen identifizieren

Auch wir stehen oft vor der Frage, ob eine geteilte Meldung nun echt ist oder wieder nur Geschwurbel. Es gibt einige Möglichkeiten, das zu erkennen. Finden sich im geteilten Beitrag, die oben genannten Begriffe, wie zum Beispiel „Systemlemming“, dann ist es einfach zu identifizieren.

Oft ist es aber nicht so einfach. Ein weiterer Hinweis kann die Quelle sein. Wird ein Beitrag der blauen Partei geteilt, dann muss man den schon mit Vorsicht, ob seines Wahrheitsgehaltes betrachten. Gleiches gilt für unseriöse Quellen wie KenFM, Russian Today oder (ja, wirklich) die Bild-Zeitung.

Oft kann es auch helfen, die Schlagzeilen mal bei Google einzugeben und nachzuschauen, ob es Beiträge auf den Seiten der Faktenchecker dazu gibt. Davon gibt es einige, zum Beispiel:

Ihr werdet auf diesen Seiten fast alle üblichen Fake News finden und deren Faktencheck. Es ist nun nicht so, das täglich neue dazu kommen. So kreativ sind die Schwurbler nicht. Die wiederholen ja eher gebetsmühlenartig die gleichen, falschen Meldungen. Das geht sogar so weit, dass unter einem Faktencheck bei Facebook, wo eine Lüge entlarvt wurden, genau in den dazugehörigen Kommentaren, die gleiche Lüge wieder verbreitet wird. Ok, das ist schon preisverdächtig dumm.

Macht Euch mal Schlau!

Wie oft habt Ihr schon in so einer Diskussion den Satz „Mach Dich mal schlau“ gelesen? Und das natürlich entweder ohne Quellen („Google doch mal“) oder Links zu irgendwelchen dubiosen Quellen. Vermutlich sehr oft, wir können es nicht mehr zählen.

Jetzt kommt aber das Dumme an der Sache. Wir haben uns schlau gemacht. Auch wir haben, gerade zu Beginn der Pandemie, all diese Videos von Wordag, Bhakdi, Schiffmann und Co (nachfolgend WoBhaSchi genannt). auf Youtube gesehen. Und ja, sie gaben einem das Gefühl, das mit der Pandemie ist doch alles nicht sooo schlimm, wie es in den Medien rüber kommt. An dieser Stelle hören dann offensichtlich viele Menschen mit dem „schlaumachen“ auf. Die sagen, das ist alles nicht so schlimm, also ist es nicht schlimm und die Maßnahmen sind vollkommen überzogen.

Dummerweise gehört zum Schlaumachen noch ein wenig mehr dazu. Wir haben uns weitere Quellen angesehen. Nein, nicht nur Drosten und Lauterbach. Es kamen noch einige wissenschaftliche Magazine dazu und auch so manche Studie. Ok, die sind teilweise nicht einfach zu lesen, ganz besonders die Details, wenn man nicht vom Fach ist. Was aber oft verständlich ist, ist das Fazit einer solchen Studie, bzw. die Zusammenfassung.

Und all diese Informationen ließen die Aussagen der oben genannten WoBhaSchi-„Experten nicht so ganz glaubhaft erscheinen. Wenn man dann noch die fachliche Qualifikation von WoBhaSchi und anderen, richtigen Experten miteinander vergleicht, bleibt eigentlich kein Spielraum mehr um diesen „Experten“ zu glauben. Nachfolgend zeigte sich dann auch, dass Drosten und Co. mit vielen Vorhersagen richtig lagen. Das war bei den WoBhaSchis nicht unbedingt der Fall. Trotzdem rennen denen immer noch mehr als genug Menschen hinterher.

Dabei wird Drosten z.B. immer vorgeworfen, dass er zu Beginn mit dem Tragen von Masken eher nicht so richtig lag. Dabei wird allerdings gerne vergessen, dass Herr Schiffmann zu Beginn der Pandemie, in einem seiner ersten Videos dringend zum Tragen von Masken aufrief. Also der Schiffmann, der später tote Kinder erfand und massenweise Masken-Atteste ausstellte um die ganzen Weicheier vor einem harten Hinter-der-Maske-Erstickungstot zu retten.

Das Ganze zeigt schön, dass es mit dem „Erwachen“ so eine Sache ist. Nur erwachen und dann mit nur einem offenen Auge durch die Gegend zu rennen, ist nicht unbedingt die beste Idee.

Umgang mit Falschmeldungen

Was nun tun, wenn man über so ein Geschwurbel stolpert. Die große Masse der Internetuser ignoriert diesen Unsinn. Das ist sicherlich keine schlechte Idee. Denn wie hieß es schon in den frühen Jahren im Netz? „Don’t feed the Troll“. Also fütter die Trolle nicht mit Aufmerksamkeit, denn nichts anderes wollen die.

Nun ist es aber so, dass die alten Trolle einfach nur frech, unverschämt und nervig waren. Aktuell verbreiten die aber Falschmeldungen, welche durchaus gefährlich sind. Das dann zu ignorieren kann ein Weg sein. Nur besteht dann die Gefahr, dass ein unsicherer Mensch vorbei surft und das für die Wahrheit hält.

Gegenrede

Daher halten wir es durchaus für angebracht, diesen Falschmeldungen zu widersprechen. Allerdings sind Kommentare wie „Bist Du doof“ in Richtung des Schwurblers nur wenig zielführend. Denn damit bekommt er Aufmerksamkeit und sein Beitrag Reichweite. Ja, wir haben das jetzt einige Wochen/Monate teilweise selber so gemacht. Aber damit hat man schnell eine Diskussion am Bein, die nichts bringt.

Besser ist es, zu dem Schwurbler-Beitrag einen kleinen Kommentar zu hinterlassen, der wissenschaftliche Fakten beinhaltet, am besten mit einem Link zu einer seriösen (!) Quelle.

Damit bleibt der Unsinn nicht unwidersprochen und der vorbei surfende, unsichere Leser hat einen Gegenpol zur Meinung des Schwurblers.

Danach ignorieren – ein dickes Fell entwickeln

Ihr müsste Euch klar sein, dass als Reaktion dann eine Antwort des Schwurblers kommt, welche Euch und die geteilte Meldung herabwürdigt. Die Meldung ist sicherlich „von oben gesteuert“ oder, noch schlimmer, von den „Systemmedien“ arrangiert. Natürlich werdet Ihr selber beschimpft oder als „Systemlemming“ oder „Schlafschaf“ bezeichnet.

Und jetzt kommt die Königsdisziplin: Das müsst Ihr ignorieren, einfach nicht darauf reagieren. Ja, das fällt uns auch schwer.

Der Schwurbler will Euch aber nerven, er will Euch in eine fruchtlose Diskussion verstricken, er will weitere Themen- und Nebenkriegsschauplätze eröffnen. Und warum? Reichweite! Denn durch die angeregte Diskussion rutscht der Thread im Algorithmus immer weiter nach oben, wird relevanter.

Das ist aber verschwendete Zeit. Ihr werden den Schwurbler nicht bekehren oder zum Nachdenken bringen. Ein weiterer Schlagabtausch ist daher reine Zeitverschwendung und eskaliert meistens auf persönlicher Ebene.

Mit dem Setzen der Fakten, idealerweise mit Link, habt Ihr Euer Ziel aber schon erreicht. Ihr habt einen Gegenpol zur Falschmeldung gesetzt. Also lasst den Schwurbler am Rad drehen und zieht weiter durch das Netz.

Melden

Viele Social Medias bieten auch die Möglichkeit, Fakenews oder Falschmeldungen zu melden. Auch wenn man oft das Gefühl hat, da passiert nichts, lohnt sich so ein Klick durchaus. Oft wird erst nach einer größeren Anzahl geprüft und gehandelt.

Natürlich, dadurch bekommt Ihr von den Trollen noch das Prädikat „Meldemuschi“, damit kann man aber leben. Außerdem ist es anonym, keiner wird je erkennen, wer einen Beitrag gemeldet hat.

Blocken

Als letzte Konsequenz könnt ihr besonders nervige Gestalten durchaus blocken. Das lohnt sich auch bei Usern, welche keine Falschmeldungen selber verbreiten, sondern immer nur in laufende Diskussionen einsteigen, nur provozieren, beleidigen und sonst nichts beizutragen haben.

Beim Blocken lesen wir oft den Einwurf, man würde sich damit eine Meinungsblase aufbauen. Das ist aber falsch, das funktioniert nicht. Kleines Beispiel? Wir haben bei Twitter inzwischen 40.000 Accounts blockiert. Und trotzdem sind wir weit weg von einer Meinungsblase. Denn die Schwurbel-(Fake)Accounts wachsen offensichtlich auf Bäumen. Es kommen täglich neue dazu, welchen ihren Müll dort verbreiten.

Bei Facebook blocken wir ein wenig defensiver. Das sind hauptsächlich die Menschen, welche selber gar nichts beitragen und selber nur rumpöbeln.

Ultima Ratio – Anzeigen

Sollte es mal zu persönlich werden, Beleidigungen offen ausgesprochen werden und es sogar zu Drohungen kommen, bleibt noch der Weg der Anzeige. Das geht inzwischen bequem online, bei einer der zahlreichen Online-Wachen der Polizei.

Dies sollte aber wirklich der letzte Schritt der Eskalation sein. Bedenkt dabei eines, spätestens wenn es zu einem Verfahren kommt, seid ihr nicht mehr anonym. Wenn der gegnerische Anwalt Akteneinsicht verlangt, dann hat er Eure Daten.

Trotzdem kann es irgendwann zu einem Punkt kommt, wo es keinen anderen Weg mehr gibt. Wir haben das selber bisher einmal gemacht, das Ermittlungsverfahren läuft noch. Wichtig ist übrigens noch, sichert die Beweise. Screenshots sind da ein Mittel. Und wenn ihr Freunde habt, die Euch helfen wollen, bittet auch die, den Vorfall durchzulesen und Screensshots als Beweise zu sichern. Diese könnt Ihr dann als Zeugen angeben.

Liebe Erwachte, ein Wort an Euch

Liebe kritische, selber denkende, erwachte Menschen in diesem Land. Bevor Ihr uns jetzt mit Eurem Hass überschüttet, ein paar Worte an Euch. Wir sind uns sehr sicher, dass viele von Euch im normalen Leben, gar keine unsympathischen Menschen seid. Das wissen wir deshalb, weil wir einige von Euch persönlich kennen (um so erschreckender ist es aber, auf welchen Weg die abgebogen sind).

Viele von Euch haben sicherlich große Sorgen und Nöte, ob der aktuellen Situation im Land und auf der ganzen Welt. Seien es Zukunftsängste, Jobverlust, Insolvenz des eigenen Betriebes oder andere Sorgen.

Warum um Himmels willen geht Ihr dann nicht offen damit um? Kritisiert einzelne Maßnahmen, schreibt über Eure Nöte, seid ehrlich und benehmt Euch wie normale Menschen?

Warum diese Lügen, dieses Verdrängen von Tatsachen, dieses anbeten von alternativen Fakten? Damit beraubt Ihr Euch doch jeder Grundlage, dass man Euch ernst nimmt. Lebt Ihr wirklich in dem Glauben, eine Mehrheit widerzuspiegeln? Das seid Ihr nicht, nicht ansatzweise. Ihr bekommt sicherlich innerhalb Eurer Blase eine Menge Zuspruch. Zuspruch, den ihr woanders nicht bekommt. Aber befriedigt das am Ende des Tages?

Wir finden einen kritischen Umgang mit der aktuellen Situation durchaus wünschenswert und auch wichtig. Aber doch bitte auf dem Boden von Tatsachen und mit gegenseitigem Respekt.

Beispiel Impfgegner. Wir haben gar keinen Stress damit, wenn Menschen sich nicht impfen lassen wollen. Auch die Bedenken zu einem völlig neu entwickelten Impfstoff können wir, zum Teil, durchaus nachvollziehen. Ihr werdet lachen, die haben wir selber. Nach dem Lesen einiger wissenschaftlicher Publikationen und Aufklärungsberichten von Ärzten, haben wir uns für eine Impfung entschieden, wenn wir dran sind. Wenn ihr dagegen seid, und Euch nicht impfen lassen wollt, dann ist das Euer gutes Recht – und das ist gut so. Aber warum wollt Ihr anderen Menschen, mithilfe von Lügen und Falschmeldungen, vom Impfen abhalten? Was bringt Euch das? Gehen wir mal davon aus, die Impfung funktioniert, dann solltet Ihr als Impfverweigerer doch sogar dafür sein, dass sich möglichst viele andere Menschen impfen lassen.

Und ja, uns ist bewusst, dass wir mit manchen Formulierung in diesem Beitrag durchaus auch polarisieren. Das Recht nehmen wir uns nach dem Genuss von fast einem Jahr mit Beschimpfungen und Beleidigungen durchaus mal raus.

Schaltet doch einfach mal zwei Gänge runter und kommt wieder auf eine Ebene des Meinungsaustausches an.

Mut schöpfen – es ist nur eine laute Minderheit

Bei all dem, liebe normalen Menschen, denkt immer an eines: Es handelt sich bei den Schwurblern auf den Social-Medias und in den Kommentarspalten nur um eine laute Minderheit. Das belegen alle seriösen Umfragen, die es zu den Themen rund um Corona gibt. Die meisten Menschen im Land befürworten die Maskenpflicht, sie befürworten die Maßnahmen und auch die Impfbereitschaft ist nicht so dramatisch schlecht.

Diese Schwurbler sind einfach nur laut in den Medien. Unter vielen Kommentare wähnen die sich in der Mehrheit. Das endet dann darin, dass sie „Wir sind das Volk“ grölend durch die Straßen ziehen. Das entspricht aber nicht den wirklichen Tatsachen.

Und das kann man sogar in den Social-Media-Kommentare sehen. Es wird oft zu wenig kommentiert, was aber funktioniert, das Liken. Achtet mal auf den Unterschied bei den Likes, Schwurbler-Kommentar und die Gegenreden dazu. Oft haben die sachlichen Gegenargumente viel mehr Likes, als der ursprüngliche Kommentar mit der Falschmeldung.

So, das musste zu dem Thema nochmal raus, sonst wären wir geplatzt. Jetzt wenden wir uns wieder den schönen Dingen des Lebens zu. Der Postbote hat ein paar neue Spiele gebracht. Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt bitte alle Gesund.

Vielen Dank für Deinen Besuch

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3 Kommentare

  1. Martin 29. Dezember 2020 um 12:23 - Antworten

    Danke für diesen Artikel! Es wurde wirklich alles gesagt, was man dazu sagen sollte. Auch ich habe dazugelernt – denn auch ich lasse mich bei entsprechenden Kommentaren gerne mal zu einer sarkastischen Bemerkung hinreißen. Ab sofort gibt’s einen Link und dann ist Funkstille. Diese fruchtlosen Diskussionen, wo fleißig de-railt wird, mit Nebelkerzen geschmissen und diskreditiert wird, hängen mir auch zum Hals raus. Fakten hinwerfen und dann links liegen lassen. Genau so.

    Nochmals danke!

  2. Petra Sturk 30. Dezember 2020 um 18:37 - Antworten

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Was mir schwerfällt, ist mit den Lachsmileys bei den ganzen Meldungen über Tote und Erkrankte umzugehen. Das hat nichts mehr mit „falsch abgebogen“ zu tun, da fehlt schlicht der moralische und ethische Kompass. Und diese Zeitgenossen machen mir wirklich Angst.

    • Thomas Jansen 30. Dezember 2020 um 19:07 - Antworten

      Hi Petra,

      ja, diese Lachsmileys-Setzer unter Todesmeldungen sind noch eine besondere Gattung. Diesen Abschaum blockiere ich konsequent weg. Da ist alles verloren.

      LG Thomas

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