Fehler beim fotografieren, die man vermeiden sollte

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  • Kleiner Panda

Fehler beim fotografieren, die man vermeiden sollte

Fehler beim Fotografieren sind völlig normal. Es gehört einfach dazu, dass Bilder auch mal mißlingen. Verwackelt, über- oder unterbelichtet, unscharf – all das passiert immer wieder und in den Zeiten der digitalen Fotografie tut es auch nicht weh. Trotzdem ärgern wir uns selber immer wieder darüber, weil es meistens unser Fehler war, dass das Foto nichts geworden ist. In den seltensten Fällen war die Kamera schuld. 

Daher möchten wir heute ein paar Tipps geben, wie Du einige Fehler beim fotografieren vermeiden kannst.

Typische Fehler beim Fotografieren

Nachfolgend findest Du ein paar typische Fehler. Einige davon passieren uns selber, immer wieder mal – meistens wenn man sie gerade gar nicht gebrauchen kann. Aber es wird besser mit der Zeit – niemand ist perfekt aber man kann dran arbeiten.

Falsches Fokussieren vermeiden

Achte beim fotografieren unbedingt auf die Fokussierung – also das Scharfstellen. Stellt die Kamera auf das gewünschte Motiv scharf? Und, je weiter Du die Blende geöffnet hast, desto wichtiger ist dieser Punkt. Denn die Schärfeebene im Bild wird immer kleiner, je weiter die Blende offen ist. 

Kleiner Panda

Kleiner Panda

Das ist besonders wichtig bei Portraits oder bei Tieraufnahmen, wo die Schärfe ja möglichst exakt auf den Augen und dem Gesicht liegen sollte. Ein Beispiel dafür ist der kleine rote Panda. Die Schärfe sollte bei diesem Bild auf den Augen/dem Gesicht liegen und nicht auf den Bäumen im Hintergrund oder dem Baumstamm.

Bei vielen Kameras kann man den Fokuspunkt selber bestimmen. Dazu wird Dir im Sucher das Fokusfeld angezeigt. Achte dann darauf, dass das gewünschte Motiv auch von diesem Feld erfasst wird. Schwieriger ist es, wenn die Kamera sich die Fokuspunkte über ein großes Feld selber sucht. Da hast Du dann nur wenig Einfluss darauf, welches Element im Bild als Fokuspunkt genommen wird. Daher ist dieser Modus nicht wirklich zu empfehlen, normalerweise kannst Du das aber in den Grundeinstellungen deiner Kamera anpassen.

Die Schärfe und den Fokus könnt ihr bei digitalen Kameras direkt am Bildschirm kontrollieren. Aber Achtung, das ist nun mal nur ein kleiner Bildschirm und der zeigt nicht die grauenhafte Wahrheit. Uns passiert es heute immer noch, dass wir am kleinen Monitor kontrollieren, es für gut befinden und zu Hause, am 27″ Monitor, kommt dann die Ernüchterung.

Angst vor hohen ISO-Zahlen

Kugelfisch im Kölner Aquarium

Kugelfisch im Kölner Aquarium mit ISO 1600

Das Licht ist nicht optimal, Blitzlicht ist verboten – wie in vielen Museen, Kirchen oder Aquarien – und das  Stativ liegt mal wieder zu Hause und langweilt sich? Dann rauf mit der ISO-Zahl um an vernünftig belichtete Bilder zu kommen. Immer wieder liest man, das Fotografen sich nicht trauen, mehr als ISO 200 zu nutzen – das ist Unsinn. 

Eine Hohe Iso-Zahl verhilft Dir zu kürzeren Verschlusszeiten und damit zu scharfen, nicht verwackelten Bildern (siehe auch Belichtungsdreieck). Die Nebenwirkung der hohen ISO-Zahl ist aber das gefürchtete Bildrauschen.

1/50 - f8 - ISO 3200 - 210 mm

Pandabär in Duisburg mit ISO 3200

Moderne Kameras erzeugen sehr gute Bilder bis ISO 3200 oder sogar bis ISO 6400. Spitzenmodelle können mittlerweile sogar bis ISO 32000 genutzt werden, ohne dass das Rauschen im Bild störend ist. Zumal man das Rauschen in der Fotobearbeitung wieder entfernen kann.

Teste mit Deiner Kamera mal aus, wie hoch Du mit der ISO-Zahl gehen kannst, bis das Rauschen wirklich störend wird. Und dann nutze die Möglichkeit in Zukunft, sie wird Dir viel mehr Möglichkeiten geben, bei schlechtem Licht trotzdem tolle Bilder zu machen.

Bildstabilisator auf dem Stativ nutzen

Du hast ein Stativ dabei, dann nutze es. Mache dabei aber nicht den größten Fehler, den man bei der Verwendung eines Stativs machen kannst, den Bildstabilisator zu nutzen.

Schalte unbedingt den Bildstabilisator an der Kamera und/oder am Objektiv aus, wenn Du ein Stativ benutzt!

Durch das Stativ steht die Kamera fest, es braucht also keinen Stabilisator mehr. Und die Benutzung des Stabilisators auf dem Stativ führt sogar zu unscharfen Bildern. Der Antrieb/Motor des Stabilisierungssystems arbeitet gnadenlos weiter, das System versucht Bewegungen auszugleichen, die es gar nicht gibt. Dadurch entstehen wieder minimale Bewegungen, die dann für ein unscharfes Bild sorgen.

Zu lange Belichtungszeiten nutzen

Eine häufige Ursache für unscharfe Bilder, sind zu lange Belichtungszeiten. Dadurch kommt es zum Verwackeln der Bilder oder sich bewegende Motive werden unscharf. Das verhinderst Du durch eine kurze Belichtungszeit. Es gibt eine Faustregel, die ganz gut funktioniert.

Beim Fotografieren sollte die Belichtungszeit nicht länger sein, als die eingesetzte Brennweite.

Fotografierst Du mit 50 Millimeter Brennweite, so sollte die Belichtungszeit bei max. 1/50 Sekunde liegen. Bei 200 Millimeter Brennweite dann also bei 1/200 Sekunde. Besser ist es noch, ein wenig Reserve mit drauf zu packen – bei den genannten Beispielen wären das dann 1/60 und 1/250 Sekunde. Damit bist Du auf der sicheren Seite.

Beim Einsatz eines Bildstabilisators kann es auch mal ein wenig länger sein, da kann man 1-2 Blendenwerte in der Belichtung gewinnen.

Eingefrorene Bewegung bei 1/320 Sekunde

Eingefrorene Bewegung bei 1/320 Sekunde

Eine gute Belichtungszeit, um z.B. Bewegungen von Menschen im Bild einzufrieren ist 1/320 Sekunde oder kürzer. Für sehr schnelle Motive, z.B. beim Rennsport, können oft auch noch kürzere Belichtungszeiten nötig sein. Im obigen Beispiel reichte aber die 1/320 Sekunde – das Auto ist scharf, die Reifen und der Hintergrund verschwommen – das war auch so gewollt. Bei einer Belichtungszeit von 1/2000 Sekunde wären auch die Bewegungen der Reifen eingefroren und der Hintergrund wäre auch nicht verwischt.

Beim Laufen fotografieren

Ich kann es nicht, beim Laufen fotografieren. Es geht einfach nicht. Die eigene Bewegung überträgt sich auf die Kamera und damit sind Verwacklungen vorprogrammiert. Daher, nimm Dir Zeit und Ruhe um etwas zu fotografieren. Bleib stehen und halte die Hände ruhig beim Auslösen. Denk vor dem Auslösen ein, zwei Sekunden nach. Und auch nach dem Auslösen, reiß nicht direkt die Kamera runter. Warte noch eine Sekunde, damit vermeidest Du es,die Kamera (meist unbewusst) zu früh zu bewegen.

Und selbst wenn es mal nur ein Schnappschuss sein soll – bleib dafür stehen, sonst wird das nichts.

Die Einstellungen der Kamera nicht überprüfen

Ein Fehler, der uns selber noch oft passiert. Am Abend noch im Museum mit ISO 6400 fotografier und am nächsten Tag, bei herrlichstem Sonnenschein, macht die Kamera plötzlich komische Dinge. Belichtungszeiten von mehreren 1000/Sekunden, überbelichtete Bilder oder andere Phänomene. 

Gut, solche krassen Fehler fallen einem schnell auf. Aber wenn genau in dem Moment das Tier im Zoo das ultimative Motiv geboten hat, bevor es wieder für die nächsten 10 Stunden in seine Höhle verschwindet, ist das schon maximal ärgerlich.

Daher, überprüf vor jeder Fototour ob die Grundeinstellungen der Kamera zu den anstehenden Bedingungen passt.

  • Ist die ISO-Zahl richtig eingestellt bzw. der Automatikbereich der automatischen ISO-Wahl?
  • Sind die Akkus geladen? Auch einen Blick auf die Ersatzakkus werfen.
  • Liegt eine Speicherkarte in der Kamera und ist da genug freier Platz drauf?
  • Ist der Stabilisator aktiv – muss er es sein (Stativ)?
  • Ist das Richtige Belichtungsprogramm an der Kamera eingestellt?
  • Sind die Linsen der Objektive sauber?
  • Sind alle Objektive in der Fototasche, die benötigt werden?

Das sind mal ein paar Tipps, wo Du vor einer Fototour drüber schauen solltest. Die Liste kann, nach eigenen Erfahrungen, auch weiter wachsen.

Nur den Automatik Modus benutzen

Gerade als Anfänger neigt man dazu, den Automatikmodus der Kamera zu nutzen. Ist ja einfach, einfach draufhalten und abdrücken, die Kamera übernimmt den Rest. 

Leider verschenkt man dabei sehr viel Potential für bessere, besondere Bilder. Du hat keinen Einfluss auf die Belichtung, auf die Schärfe im Bild auf die Bildgestaltung. Daher, arbeite Dich in die Grundlegenden Techniken der Fotografie ein, spiele doch einfach mit verschiedenen Einstellungen rum, schau was passiert wenn man z.B. die Blender manuell verstellt.

Wir haben hier auf der Seite einige Tipps, welche gerade für Anfänger tolle Anregungen um Ausprobieren liefern und ein wenig die technischen Grundlagen der Fotografie übermitteln.

Wenn Du Dir ein wenig technisches Basiswissen angeeignet hast, wirst Du nie wieder den Automatikmodus an deiner Kamera nutzen wollen. Natürlich geht am Anfang einiges in die Hose, so manches Bild wird einfach Müll sein – aber was soll es? In den Zeiten der digitalen Fotografie kostet das doch kein Geld mehr.

Bildgestaltung ist kein Hexenwerk

Das Motiv immer in der Mitte des Bildes? Kann man machen, ist aber nicht schön. Schau Dir mal richtig gute, faszinierende Bilder an. Da ist das Hauptmotiv nur recht selten mitten im Bild zu finden.

Valley of Fire - Kakteen mit roten Felsen

Valley of Fire – Kakteen mit roten Felsen

Oft ist es schöner, wenn das Motiv ein wenig links oder rechts im Bild zu sehen ist oder man kann mit Diagonalen und Linien im Bild spielen. Dafür muss man aber schon bei der Aufnahme ein wenig nachdenken. Dabei kannst Du Dir z.B. verschiedene Raster in Deinem Sucher an der Kamera einblenden lassen. Diese Linien teilen das Bild in drei Bereiche auf. Versuche doch mal die Motive auf eine der Linien zu legen und nicht in die Mitte.

Etwas mehr zum Thema Bildgestaltung findest Du natürlich auch auf unserer Seite. Schau Dir diese Tipps mal an, setze diese um und freue Dich über schöne Bilder, die sich damit schon ein wenig von der Masse absetzen. Denn gute Bilder sind keine Frage der eingesetzten Technik, diese ist nur ein Werkzeug. Mindestens 85% eines guten Bildes produziert der Mensch hinter der Kamera.

Fotobearbeitung übertreiben

Keine digitale Fotografie in RAW ohne Fotobearbeitung. 

Zu dieser Aussage stehen wir, es geht nicht ohne Bearbeitung. Die Fotobearbeitung ist das, was früher das Fotolabor und die Entwicklung war. Nicht umsonst sind in der digitalen Bildbearbeitung die Begriffe oft die Gleichen wir früher im Labor.

Setze aber die Bearbeitung mit Bedacht und diskret ein. Typische Schritte für eine einfache Bearbeitung sind:

  • Bild gerade drehen
  • Ausschnitt festlegen, optimieren
  • ggf. den Weißabgleich anpassen
  • Kontraste anpassen
  • Farben anpassen
  • Schärfen

Diese Punkte sind die rudimentären Dinge, die man mit jedem Bild machen sollte. Aber, wie schon gesagt, dezent. Es soll am Ende keine abgebildete Farbexplosion dabei raus kommen, die mit den ursprünglichen Motiv nichts mehr zu tun hat. Ok, es sei denn, das ist Dein Stil und Deine Vorstellung von Bildern, dann ist es auch in Ordnung.

Gerade beim Schärfen von Bildern werden aber oft Fehler gemacht. Gerade Bilder die im RAW-Format aufgenommen wurden müssen aber geschärft werden, da sie als Rohdaten aus der Kamera kommen. JPG-Dateien sind meistens bereits von der Kamera geschärft.

Das Schärfen sollte immer als letzter Arbeitsschritt erfolgen und dabei mit viel Fingerspitzengefühl vorgegangen werden.

Nicht geschärft - geschärft - überschärft

Nicht geschärft – geschärft – überschärft

Bei diesem Bild kann man sehen, was mit dem Fehler beim Schärfen gemeint ist. Der linke Teil ist überhaupt nicht nachgeschärft, es ist ein Blick auf die Rohdaten, wie sie aus der Kamera kommen. Der mittlere Bereich ist normal geschärft, am besten sieht man das an der Schrift, welche hier klare Kanten hat. Der rechte Teil ist bewusst mal total überschärft. Dabei kommt dann zu weißen Kanten an der Schrift und an den Fenstern. Schau Dir auch mal die Wiese unten an, das ist auch das Ergebnis der Überschärfung.

Einen eigenen Beitrag zum Thema Schärfen von Bildern wird es hier demnächst auch noch geben.

Daher, bei allem was Du an den Bildern bearbeitest, weniger ist oft mehr wenn Du ein natürliches Ergebnis erreichen möchtest. Bildbearbeitung muss ein, aber übertreib es nicht.

Das waren mal ein paar Tipps, wie Du Fehler beim fotografieren und bei der Fotobearbeitung vermeiden kannst. Vieles ist einfach Gewöhnung- und Übungssache, die irgendwann in Fleisch und Blut übergeht.

Hast Du noch weitere Tipps oder Fragen zu dem Thema? Dann würden wir uns über einen Kommentar sehr freuen.

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19 Kommentare

  1. Heike 16. März 2016 um 16:22 Uhr - Antworten

    Doch noch was gelernt, danke 🙂 . Das man beim Stativ keinen Bildstabilisator einsetzten sollte und dass RAW-Bilder von Natur aus nicht so scharf sind wie JPEGs, war mir neu.

    Bzgl. der Isozahl habe ich etwas andere Erfahrungen gemacht. Bis ISO 400 kein Problem, ISO 800 geht auch noch, aber danach wird’s wirklich rauschig…

    Zwar mache ich an meinen Bildern natürlich manchmal auch Anpassungen, aber ich würde es nicht als Muss bezeichnen, sondern für mich ich die Bildbearbeitung in erster Linie eine Folge der „Schlamperei“ beim Fotografieren bzw. unvollständigen Kenntnis der Kamera. Oft hätte man schon beim Fotografieren auf den optimalen Ausschnitt, den richtigen Weißabgleich und einen geraden Horizont achten können…

    Macht ihr eigentlich immer RAW-Fotos?

    Viele Grüße,
    Heike

    • Thomas Jansen 16. März 2016 um 20:19 Uhr - Antworten

      Hallo Heike,

      ja, das schreibe ich gleich oben noch dazu – das kommt nicht richtig rüber – wir machen ausschliesslich RAW-Bilder – und da ist die Nachbearbeitung ein Muss. Der komplette „Entwicklungsprozess“ aus der Kamera fehlt ja. Daher auch keine Schärfung, out of the Cam bei RAWs.

      Das mit dem Rauschen ist natürlich von der Kamera abhängig. Bei meinen Nikons konnte ich bis 800 und 1600 hoch gehen, bei der Sony jetzt bis 3200. Selbst 6400 liefert noch akzeptable Ergebnisse.

      LG Thomas

      • Heike 17. März 2016 um 9:20 Uhr

        Hallo Thomas,

        ich habe eine Nikon, das wird es erklären… Hmmz. Früher war ich mit Nikon immer zufrieden, aber scheinbar bieten die anderen Hersteller jetzt teilweise mehr Leistung…

        Viele Grüße,
        Heike

      • Thomas Jansen 17. März 2016 um 14:28 Uhr

        Hallo Heike,

        das hat mit dem Hersteller aber nichts zu tun. Ich hatte vor der Sony selber Nikon-Kameras und auch dort wurde das Rauschverhalten immer besser. Ging es bei der D80 noch so eben bis ISO800 waren es bei der D90 schon ISO1600 und bei der D300 war es sogar bis ISO3200 halbwegs erträglich.

        LG Thomas

  2. Rainer 16. März 2016 um 18:36 Uhr - Antworten

    Servus,

    guter Beitrag!

    Es gab zwei Fehler, die ich in meiner Anfangsphase machte, die hier nicht stehen, ich aber gerne weitergeben will.

    Keep it simple! Früher hatte ich mich extrem viel mit der Technik beschäftigt. Was ist auf dem Markt, was gibt es für Kameras, was braucht man für Objektive usw. Das hatte dann zur Folge, dass ich immer ewig viel Fotozeug dabei hatte und gar nicht so recht wusste was ich eigentlich verwenden soll. Ich war einfach zu viel mit solchen Sachen beschäftigt, anstatt mich mit dem Motiv auseinanderzusetzen.

    Eine Kamera, eine Festbrennweite auf der Kamera, einen zweite Festbrennweite in der Hosentaschen! Das muss reichen. Bin ich mit der analogen Kamera unterwegs habe ich in der zweiten Hosentasche noch ein oder zwei Filme! Ich interessiere mich auch nicht für jeden Menüpunkt den die Kamera so im Display anzeigt. Blende einstellen, ISO Zahl einstellen und gut ist. Fokussiert wird manuell. So Punkte wie D Lightning und was es da alles gibt, die interessieren mich nicht mehr.

    Ein Fehler den ich früher auch viel machte, war der, dass ich mir Fotos von anderen Fotografen ansah und dann das selbe Foto genau so machen wollte. Das funktioniert so gut wie nie! Man hat eine andere Ausrüstung, die Lichtsituation ist eine völlig andere oder man hat einfach schlichtweg nicht das Können für eine bestimmte Aufnahme.

    Das waren noch zwei kleine Tips von mir.

    lg
    Rainer

    • Thomas Jansen 16. März 2016 um 20:25 Uhr - Antworten

      Hi Rainer,

      wieder zwei sehr gute Tipps von Dir. Das mit der Technik hatte ich am Anfang auch. Ich habe mir ständig Gedanken gemacht, welche Technik ich noch nicht habe. Irgendwann lagen dann hier 7 Objektive, 2 Blitzsysteme, 2 Bodys – und ich hatte gar keinen Bock mehr, das alles durch die Gegend zu schleppen.

      Jetzt haben wir uns gesund geschrumpft, 1 Body, 3 Objektive – wo von ich aber maximal 2 ständig brauche. Einfach mal mit dem zufrieden sein, was man hat und daran denken, dass es nicht die Technik ist, die die guten Bilder macht. Gut, mit Festbrennweiten kann ich mich immer noch nicht anfreunden – da muss ich mich noch selber mal überreden und eine testen.

      Das mit dem Abschauen habe ich auch schon lange aufgegeben. Natürlich schaue ich mir unendlich gerne tolle Bilder von anderen Fotografen an. Ich bin aber völlig davon weg, diese Bilder dann nachmachen zu wollen. Wie Du schon richtig schreibst, man findet niemals die gleichen Bedingungen vor – und vom Können will ich gar nicht erst reden.

      LG Thomas

      • Rainer 17. März 2016 um 20:22 Uhr

        Servus,

        ich hatte eine Festbrennweite auch immer vermieden. Als ich bei einem Trip nach London am Flughafen feststellte, dass ich nur eine 50mm Festbrennweite in der Tasche hatte, und mein Zoom offenbar daheim rumlag, war ich gezwungen bei diesem 5 Tages Trip nur mit diesen 50mm auszukommen.

        Und siehe da, ich fand es wesentlich entspannter nur mit einer Festbrennweite Fotos zu machen. Allerdings war ich mit den 50mm nicht immer ganz glücklich. Also kaufte ich mir noch eine 35mm Festbrennweite. 95 % meiner Reisefotos entstehen mittlerweile mit diesen 35mm die restlichen 5 % mit den 50mm. Analog fotografiere ich ausschließlich mit 35mm. Man entwickelt für Festbrennweiten relativ schnell ein Gefühl. Und wie gesagt, ich finde es wesentlich entspannter nur mit einer Kamera und einem leichten Objektiv durch die Gegend zu laufen. Leih dir mal eine aus und laufe eine Woche bei dir daheim rum und mache Fotos! Du wirst begeistert sein.

        lg
        Rainer

      • Thomas Jansen 17. März 2016 um 20:30 Uhr

        Hi Rainer,

        hm, wird meine „Will-ich-mal-testen“-Liste schon wieder länger? Du bist schuld!

        LG Thomas

  3. Marc 16. März 2016 um 22:59 Uhr - Antworten

    Mal wieder ein sehr guter Beitrag.
    Was mir ständig passiert: ich vergessen den Stabi nach dem Einsatz auf dem Stativ zu aktivieren! Das hat mir schon öfter tolle Fotos versaut. Auf dem Display sieht alles schick aus, zu Hause sehe ich dann aber die minimale Bewegungsunschärfe und könnte kotzen. Mit aktiviertem Stabi wäre das nicht passiert.
    Aber das ist ähnlich wie der von dir beschriebene Fauxpas mit dem hohen ISO-Wert vom Vortag. Das kenne ich übrigens auch … 🙂

    Viele Grüße,
    Marc

    • Thomas Jansen 17. März 2016 um 7:56 Uhr - Antworten

      Hi Marc,

      das ist mir auch schon passiert, deswegen steht das auch oben in der kleinen Vorbereitungsliste. Bei der Sony ist es aber besser geworden, da fällt das doch auf, wenn im Sucher das Bild nicht „schwimmt“, man also die Arbeit des Stabilisators nicht sehen kann. Bei der Nikon ist mir das oft nicht so extrem aufgefallen und man musste es auch noch an jedem Objektiv immer kontrollieren.

      LG Thomas

  4. Ulrike 17. März 2016 um 8:35 Uhr - Antworten

    Toll!
    Wieder was gelernt!
    Warum macht Ihr eigentlich ausschließlich RAW-Fotos?
    Beste Grüße
    Ulrike

    • Thomas Jansen 17. März 2016 um 14:27 Uhr - Antworten

      Hi Ulrike,

      das im Detail zu erklären ist ein eigener Blogbeitrag – der auch schon in Planung ist. Die Kurzfassung lautet: Man kann viel mehr aus den Fotos heraus holen, da in den RAW-Dateien viel mehr Informationen gespeichert sind. Nachteil: Die Dateien sind riesig groß und die Bilder müssen bearbeitet werden.

      LG Thomas

  5. Bee 17. März 2016 um 19:21 Uhr - Antworten

    Sehr, sehr schön Thomas. Die letzten Monate habe ich mich ja intensivst mit dem Thema Fotografieren beschäftigt. Irgendwie wurde ich ja mit meiner alten Nikon nicht so warm, mit der neuen Canon bin ich in Null Komma Nichts in den manuellen Modus gewechselt. Genial an meiner Kamera finde ich, den Touchscreen für das Setzen des Fokuspunkts. I love it.

    Ich ertappe mich allerdings dabei, dass ich denke, dass ISOs über 800 zu vermeiden sind. Zwischenzeitlich fotografiere ich nur noch in RAW und entwickele in LR, wobei ich da nur an der Oberfläche der Möglichkeiten kratze. Weißabgleich ist für mich noch ein Phantomwort 🙂

    Liebe Grüße, Bee

    • Thomas Jansen 17. März 2016 um 20:29 Uhr - Antworten

      Hi Bee,

      so einen Touchscreen habe ich auch mal getestet, an einer Kamera von einem Bekannten. Prinzipiell eine schöne Sache aber beim Blick durch den Sucher habe ich mit meiner dicken Nase immer was verstellt. Wirklich! Nicht lachen bitte.

      Weißabgleich ist auch noch so ein Thema, was ich noch auf der Todo-Liste habe – kommt noch.

      LG Thomas

      • Bee 17. März 2016 um 23:04 Uhr

        …glaube ich dir genau so. Man kann ihn aber auch einklappen bzw umdrehen, so dass man mit der Nase nicht was verstellt 🙂 🙂

  6. Peter Ehrlich 18. März 2016 um 9:09 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,
    das ist ein guter Beitrag. An was man alles so denken muss, vor dem eigentlichen fotografieren. Da laufen Prozesse, wie Bildgestaltung, Einstellungen an der Kamera, Belichtung, Tiefenschärfe fast gleichzeitig ab. Hat man Zeitdruck, weil das Motiv verschwindet, passieren die meisten Fehler. Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, habe ich lausige Modells. Ehe ich richtig in Stellung gegangen bin … na ja, ich verbuche das dann als sportliche Leistung.
    Meine meisten Fehler passieren, wenn ich Grundeinstellungen beim fotografieren, wie Weißabgleich oder ISO-Wert nach dem Foto nicht wieder auf vertraute Grundwerte zurücksetze. Das betrifft meist den ISO-Wert. Mein persönlicher Piep liegt zwischen 200 und 400.
    Ich bin mit einem Zoomobjektiv 28 – 105 unterwegs. Weniger ist für mich mehr. Damit kann ich auch schneller ein Motiv einfangen und es passieren weniger Fehler. Gut vorbereitete Fotos sind bei mir die Ausnahme.
    Meine Bilder speichere ich in RAW und JPEG ab. Alle Voreinstellungen, wie Schärfen o.ä. Schalte ich am Fotoapparat aus. Kleine Änderungen mache ich bei den JPEG’s, für größere Korrekturen habe ich das RAW-Format.
    Viele Grüße
    Peter

    • Thomas Jansen 18. März 2016 um 9:16 Uhr - Antworten

      Moin Peter,

      da arbeiten wir fast identisch. Auch mein Lieblingsobjektiv ist eines im mittleren Brennweitenbereich. Wobei auf Reisen mittlerweile auch oft ein Weitwinkel-Zoom zum Einsatz kommt.

      Das Speichern in RAW und JPG habe ich eine Zeit lang auch mal gemacht. Irgendwann haben mir aber die jpg-Dateien aus der Kamera gar nicht mehr gefallen und da habe ich es dann abgeschaltet. Bei meiner Sony habe ich es aber noch nicht probiert – sollte ich vielleicht mal machen, auch wenn dadurch der Speicherbedarf noch mehr ansteigt.

      LG Thomas

  7. Luisa 20. März 2016 um 19:08 Uhr - Antworten

    Danke für den Beitrag Thomas, man sieht dass du dich in der Materie auskennst.
    Ich möchte mir bald eine Kamera zulegen, leider weiß ich überhaupt nicht wo ich da ansetzen soll, was ist da wichtig, worauf muss man achten, ab welchen Preisen fangen die guten Geräte an usw.? Hast du da eventuell paar Tipps für mich oder andere Beiträge von dir die dazu Hilfe bieten?

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