matomo

Flugmanöver zum Abschied von Air Berlin – Einstellung des Verfahrens!

  • Air Berlin Landung in Düsseldorf

Zuletzt aktualisiert am

Beim letzten Langstreckenflug von Air Berlin, einem Flug von Miami nach Düsseldorf, entscheidet sich die Besatzung zu einem tollen Flugmanöver. In der Presse und in den Kommentarspalten drehen dann einige Menschen vollkommen ab. So viele Facepalms, so viel Nuhr-Zitate, kann man gar nicht verteilen.

Jetzt ist auch das Urteil vom Bundesaufsichtamt für Flugsicherung zu diesem Vorfall veröffentlich worden. Die Piloten und die Fluglotsen haben sich völlig korrekt verhalten. Es gibt also keinerlei Konsequenzen und das Verfahren wird eingestellt.

Was ist passiert?

Am 16. Oktober landete der letzte Air Berlin Langstreckenflug am frühen Morgen in Düsseldorf. Aus Miami kommend war es somit der letzte Flug einer Ära in der deutschen Luftfahrtgeschichte.

Die Piloten entschlossen sich, dieses Ereignis mit einem Flugmanöver zu ehren. Dabei wurde ein sogenannter Low-Pass geflogen, also ein tiefer Überflug über die Landebahn. Danach wurde mit einer Linkskurve eine Platzrunde eingeleitet. Dabei flog der Airbus A330 eine Kurve über das Flughafengelände, rund im den Tower, ging wieder in den Steigflug und landete nach Abschluss der Platzrunde ganz normal und sicher in Düsseldorf.

Dieses Manöver ist, technisch gesehen, nichts anderes wie ein vorher festgelegter Landeabbruch mit dazugehörigem Go-Around, also dem Durchstarten. Ein Manöver, welches am Tag x-fach auf der ganzen Welt geflogen wird. Zu besonderen Anlässen, wie z.B. dem Erstflug eines Flugzeuges, dem letzten Flug einer Airline usw., ist es durchaus üblich, solche Manöver zu fliegen.

Natürlich wird so ein Manöver nicht „einfach so mal eben“ geflogen. Das muss vom Tower, von den Fluglotsen genehmigt werden. Dann ist es aber ein Prozedere, welches jeder Verkehrspilot im Schlaf fliegen kann. Das Prozedere des Durchstartens wird übrigens vor jeder Landung im Cockpit durchgesprochen.

Im Falle des Air Berlin Überfluges wurde die erste Landung wohl wegen „nicht näher bezeichnete Fahrwerksproblemen“ abgebrochen (Quelle: Aero-Magazin – Beitrag leider nicht mehr erreichbar). Danach kann durchaus ein „dichter“ Vorbeiflug am Tower zur Kontrolle des Fahrwerkes erfolgen.

Für die Passagiere ist es weder gefährlich noch sonderlich unangenehm. Es geht halt einfach irgendwann wieder nach oben, statt zu landen. Im Fall von Düsseldorf zwischen drinnen noch ein Stück auf niedriger Höhe. Nach Infos von Menschen, die im Flieger waren, wurden die Passagiere über das Manöver vorab informiert und sie haben den Überflug in geringer Höhe durchaus genossen.

Die Route des Durchstartens geht normalerweise geradeaus, über das Ende der Landebahn, bis zu einem Wegpunkt abseits des Airports. Von dort wird dann in die Platzrunde für eine erneute Landung eingeschwenkt. Trotzdem war der Überflug über das Terminal nicht ungewöhnlich. Diese Route gehört zum VFR-Verfahren (Sichtflug). Die kann man in Düsseldorf auch regelmäßig beobachten. Wenn z.B. die alte JU-52 zu Rundflügen unterwegs ist, so wird genau diese Route geflogen. Nur wirkt es optisch, bei einem Airbus 330 ein klein wenig anders.

Durch die Meldung der „Fahrwerksprobleme“ kommt es jetzt natürlich zu einer Untersuchung durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) (Quelle: Aero-Magazin – Beitrag leider nicht mehr erreichbar). Ein Sprecher von Air Berlin sagte dazu die Unterstützung zu und dass es sich „um ein Durchstartmanöver in vorgeschriebener Höhe in Absprache mit dem Fluglotsen“ handelte. Natürlich muss das LBA so einen Fall immer aufarbeiten.

Diese Aufarbeitung des Vorgangs durch das Luftfahrt-Bundesamt führt auch dazu, dass die Besatzung suspendiert wurde und im Moment von Air Berlin nicht eingesetzt wird. Das ist bei Untersuchungen durch das LBA ein ganz normales Vorgehen und hat nichts mit einer (Vor-) Verurteilung oder der Zuweisung einer Schuld zu tun.

Was machen die Medien?

Und nun kommen die Medien ins Spiel. Die Bild spricht von einem „waghalsigen Manöver„. Der Express ist sich nicht zu blöde zu fragen „War das Absicht?„. Nein, lieber Express – dem Pilot ist beim Landen die Kippe runter gefallen. Als er sich bückte, um sie wieder aufzuheben, kam er an den Steuerknüppel und die Maschine zog nach links.

Iss Quatsch, ne? Merkt Ihr selber, ne?

Und selbst einen Tag später kommt keine Ruhe rein, offensichtlich ist die Klickgeilheit der Redaktionen noch nicht gestillt.

Ein stellvertretende Chefredakteur der RP erhebt sich zum Wächter der Luftfahrt. Er fabuliert in seiner „Meinung“ darüber, dass „Wenn Piloten aber von den vorgeschriebenen Standardverfahren abweichen, ist das fahrlässig und inakzeptabel“. Soweit hat er sogar recht. Dumm ist nur, ein Low-Approach und ein Go-Around sind Standardverfahren in der Luftfahrt. Wann, wo und wie diese angewendet werden, hat wohl kaum ein Schreiberling einer Zeitung zu bewerten bzw. zu beurteilen.

Anstatt die besondere Bedeutung der Aktion zu beschreiben wird mit reisserischen Überschriften völliger Unsinn vermittelt. Und da vermutlich die meisten Leser wieder mal nur die Überschriften lesen, setzen sich die schlimmsten Szenarien in die Köpfe der Menschen.

Und das merkt man auch in den Kommentarspalten im Netz.

Kommentare bei Facebook und den Medien

Die Videos von dem Manöver verbreiteten sich in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer, sie gingen richtig viral. Das zog natürlich entsprechend viele Kommentare an.

Man muss keine Ahnung vom Fliegen oder der Luftfahrt haben. Das ist nichts schlimmes, tut nicht weh. Was man aber machen kann, ist einfach mal die Klappe zu halten, wenn man keine Ahnung hat. Aber das fällt vielen generell schwer, besonders in den Sozialen Medien und in den Kommentarspalten von Zeitschriften.

Da wird der Lizenzentzug für die Piloten gefordert (weil sie ein genehmigtes Manöver geflogen haben). Andere philosophieren darüber, was alles hätte passieren können. (Nunja, vermutlich genau so viel wie bei jedem anderen Landeanflug oder Landeabbruch auch, genau genommen nix.) Wieder andere sehen das Vertrauen in die Sicherheit der Luftfahrt beschädigt. (Ich selber bin ja froh, dass es Piloten gibt, die solche Standard-Manöver fliegen können.) Der Hammer war aber, dass einer schrieb, dass solche Manöver nach 9/11 nun wirklich nicht sein müssen. (WTF?) Und die Spitze war der Ruf, den Piloten wegen Körperverletzung anzuzeigen, wegen der Kräfte die beim Durchstarten auf den Körper einwirken. (Dann zeige ich demnächst jeden Straßenbahnfahrer an, die Kräfte die auf meinem Körper beim Bremsen einwirken sind unerträglich).

So viele Facepalm-GIFs gibt es gar nicht, wie man sie dort verteilen möchte.

Und nichts anderes macht Sinn. Kommt man mit nüchternen Fakten setzt prompt das Gepöbel ein. Auch kein neues Phänomen – kennen wir inzwischen alle.

Liebe Kommentarspaltenbeschreiber – alle mal tief durchatmen. Der Pilot hat ein genehmigtes Manöver geflogen, welches in solchen Situationen (letzter Flug einer Airline o.ä.) durchaus üblich ist. Keiner war in Gefahr, weder die Passagiere noch Menschen am Boden. Wir müssen jetzt auch nicht alle sterben. Gönnt den Mitarbeitern von Air Berlin doch diese Geste als Andenken für ihre einstmals tolle Airline. Eine Ehrenrund zum Abschied halt.

Alles Gute für die Mitarbeiter von Air Berlin

Unsere eigenen Erfahrungen mit Air Berlin in den letzten Wochen und Monaten, sei es als Reisende oder als Reiseverkäufer waren eher „geht so“. Trotzdem wünschen wir den  Mitarbeitern von Air Berlin alles Gute für die Zukunft. Jeder von Euch hat einen neuen, sicheren Job verdient. Für das Chaos konntet ihr meistens selber gar nichts und sicherlich entsprach das auch nicht Euren Vorstellung.

Entscheidung des Bundesaufsichtamt für Flugsicherung (BAF)

Nachtrag 18.12.2017: Das Bundesaufsichtamt für Flugsicherung hat sich in den letzten Wochen mit dem Vorfall beschäftig. Heute wurde das Ergebnis der Untersuchungen veröffentlich. Und wie wir nicht anders erwartet hatten, hat das Amt keine Beanstandungen an dem Manöver geäußert. Auf der Webseite des BAF findet man folgende Passage in der Veröffentlichung:

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat seine Untersuchungen zum Durchstartmanöver eines Luftfahrzeugs der Air Berlin am Flughafen Düsseldorf abgeschlossen. Zusammenfassend kommt das BAF zum Ergebnis, dass alle entsprechenden Freigaben vorlagen und seitens der Flugsicherung alle sicherheitsrelevanten Vorgaben eingehalten wurden. Es wurde zudem kein Tatbestand für eine Ordnungswidrigkeit im Luftverkehr festgestellt, die zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens führen würde.

Fakt ist, die Piloten haben den geplanten Tiefanflug frühzeitig angekündigt, die Fluglotsen der Flugsicherung waren also informiert. Auch die ungewöhnliche Route über das Terminal verstiess nicht gegen luftrechtliche Vorschriften.

Somit ist das Verfahren abgeschlossen und eingestellt worden.

(Quelle: https://www.baf.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2017/20171214_AirBerlin_GoAround_DUS.html)

Wir finden es richtig, dass jeder Vorfall im Luftverkehr untersucht wird. Von der daraus resultierenden Sicherheit profitieren wir alle, die gerne fliegen. Aber ebenso richtig ist es, keine Unsicherheit dahin zu interpretieren, wo selbst für die Fachleute keine zu sehen ist.

Jetzt wünschen wir den Piloten alles Gute für das weitere Berufsleben und auch den Fluglotsen, die ja ebenso im Auge der Ermittlungen standen. Schön zu sehen, dass alle Beteiligten offensichtlich nicht falsch gehandelt haben.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

Unsere Themenbereiche auf dem Blog:

Reisen • Fotografie • Tierfotografie
FlugzeugfotografieDampfenBloggen und Leben

Verpasse keinen neuen Beitrag mehr – abonniere jetzt unseren Newsletter.

Fotoschule

Fotografie Schule für Reisefotos

Brandneue Beiträge auf dem Blog

Newsletter des Reisen-Fotografie Blogs

Wir bieten Dir die Möglichkeit, per Mail über neue Beiträge auf dem Blog informiert zu werden. Dazu kannst Du einfach unseren Newsletter abonnieren. Du bekommst dann automatisch eine Mail, wenn wir einen neuen Beitrag veröffentlichen. Selbstverständlich kannst Du dieses Abo jederzeit wieder kündigen, ein Link dazu findest Du in jeder Mail des Newsletters.

Trage für ein Abo einfach Deinen Namen und Deine Mailadresse hier in das Formular ein und klicke auf „Abonnieren“. Du bekommst danach eine Mail an die eingetragene Adresse. In der Mail findest Du einen Link, mit dem Du die Anmeldung nochmals bestätigen musst.

Beachte dazu bitte auch unsere Datenschutzerklärung.

Anmeldung zum Newsletter







30
Hinterlasse einen Kommentar

20 Kommentatoren
neueste älteste
Willy

Ich finde es schade, dass die Airberlin insolvent ist. Ich bin gerne diesem Unternehmen geflogen.
Preis – Leistung war immer Super und das beste war das Schokoladen Herz. Wird es von der Lufthansa auch übernommen?

LG der Willy

Thomas

Halo Willy,

bisher ist keine Anfrage bei Lindt eingegangen. Aber es wird tatsächlich häufig bei uns Angerufen um zu Fragen ob man die herzen auch kaufen kann.

Viele Grüße,

Thomas

Lieber Thomas,
wie wohltuend, Dein Beitrag!
Manchen Kommentatoren und schlimmer noch vielen Journalisten scheint manches Mal jeder gesunde Menschenverstand abhanden zu kommen. Jetzt mal ehrlich: wenn der Tower selbst filmt und ins Netz stellt, wenn der Pilot ganz sicher einen neuen Job will (oder nicht verlieren will) – ja dann war doch sofort sonnenklar: das ist ein genehmigtes Manöver. Und durchstarten, das hat wohl jeder Vielflieger schon einmal mitgemacht, kommt so selten ja gar nicht vor. Standard eben.
Aber anscheinend verkaufen sich nur Dramen, Skandale und bad news…

Lieber Thomas,
es ist ganz toll, was Du schreibst und auf jeden Fall berechtigt! Doch für mich wäre so ein Durchstarten die Hölle. Mein allererster Flug brachte ein unangekündigtes Durchstarten mit sich. Da ich damals noch sehr unter Flugangst litt, war das nicht besonders gut für mich und meine Nerven. Ganz ehrlich: auch wenn ich heute keine schlimme Flugangst mehr habe, würde ich so ein Manöver nicht wollen auf einem meiner Flüge.Angekündigt und genehmigt oder nicht.
Da bin ich wirklich dafür, dass man auch die Reaktionen von empfindlicheren Menschen berücksichtigt.
Aber für blöde FB-Kommentare ist das noch lange kein Anlass.
LG
Ulrike

Ich bin da ganz bei Ulrike… mag ja sein, dass es nicht gefährlich war (kann ich nicht beurteilen), aber für mich wäre es auch die Hölle, egal ob angekündigt oder nicht. Niemand, der unter Flugangst leidet, hatte die Wahl vorher auszusteigen. Jemand, der schnelle Fahrgeschäfte fürchtet, möchte ja auch nicht ungefragt in eine Achterbahn mit vielen Loopings gesetzt werden. Ist auch nicht gefährlich ;). Nur mal so als Vergleich. Sicherlich gibt es viele tausend Mal wichtigere Themen, über die man sich aufregen könnte und sollte, aber ganz richtig finde ich es trotzdem nicht, dass das Manöver so durchgeführt wurde.

Leute sind generell eher blöde. Der Ansicht war ich schon immer…
Ich hab aber tatsächlich überhaupt nix davon mitbekommen :D

„Mach n Mikro auf und wir klatschen…“ Das ist sicherlich das ATC Kommentar für gefährliche, ungeplante Manöver ?.
Schade um die Airline, ich bin immer gerne damit geflogen. Und ich bin auch dafür, dass das Schokoherz in Blau- Gelb ( oder hellblau- Pink) weiter existiert.

Danke schön,
dieses Video läßt Tränchen fließen und Gänsehaut entstehen! Tschüß Air Berlin, alles gute den tollen, immer freundlichen, hilfsbereitesten Mitarbeitern meiner Lieblingsairline.

Mit Euch bin ich mit meinen Baby’s viel geflogen. Mit und durch Euch habe ich mich (nach Unfall) auch irgendwann wieder getraut mit Rolli zu fliegen. Ohne Euch in HAM wird es echt schwierig alleine an Board zu kommen ?.

Wünsche jedem einzelnen Mitarbeiter einen fairen neuen Arbeitsplatz und alles alles gute für die Zukunft ??

Herzliche Grüße

Rainer

Servus,

das Video aus dem Tower ist klasse. Richtig elegant!

Ansonsten stimme ich dir mit deinem Artikel voll und ganz zu! Was soll passieren? Nix!!!!! Aber es gibt bei uns halt immer ein paar Schlaumeier und Oberlehrer die die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben!

Grüße aus MUC

Rainer

Tja so is das eben in unserer schnelllebigen Zeit. Die Medien müssen mit reißerischen Titeln auf sich aufmerksam machen und der mündige Bürger nimmt sich morgens nicht mehr die Zeit, das Hirn hochzufahren.

Ich finde es schade, dass Air Berlin jetzt verschwindet. Die letzten 10 Jahre verbrachte ich bestimmt 75% meiner Flugzeit bei denen. Über die Jahre hat es zwar nachgelassen, im großen und ganzen war ich aber zufrieden.

Schade …

Michael

Das Durchstartmanöver passiert aber nicht x-mal am Tag nur 60 Meter über dem Flughafendach. Genau genommen war es ein gefährlicher Eingriff in den Flugbetrieb. Sollte man nicht vergessen. So toll diese Aktion auch für Air Berlin Fans sein mag … rechtlich ist das ’ne völlig andere Geschichte.
Macht man als Passagier am Flughafen oder im Flieger einen falschen Scherz, wird man sofort in die Mangel genommen. Da sollte dies auch für eine Cockpitcrew gelten, die eigenmächtig über ihre Flugrouten entscheidet. Wenn alle Air Berliner am Boden und auch die Paxe in der Kabine von dem Manöver wußten, warum der Kapitän dieses nicht als solches beim Tower angemeldet, sondern fälschlicherweise einen Notfall gemeldet? Das Durchstarten hätte dann auch völlig anders aussehen müssen und – wie bereits geschrieben – keine 60 Meter über dem Flughafendach. Es soll auch Leute am Boden gegeben haben, die davon nichts wußten und wenn denen dann eine Maschine in dieser Höhe über den Kopf donnert, schieben die gleich Panik wegen eines potentiellen 9/11. Soweit hat der Kapitän offenbar nicht gedacht, was ihn wiederum untauglich für seinen Job macht. Da gibt es absolut nichts zu feiern.

Hallo Thomas!

Herzlichen Dank für den Bericht!

Ich habe bei dem Film einen Gänsehaut bekommen! Großartiges Manöver, wunderbar anzusehen!

Wünsche allen AirBerlin-Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft!

Liebe Grüße,
Natascha

Martina

Hi, Michael. Solche Kommentare können die Air-Berliner jetzt überhaupt nicht gebrauchen. Ich kann mich in die Leute rein versetzen. Und es ist zum Weinen wie mit ihnen umgegangen wird. Da werden die Rosinen rausgepickt und über den Rest wird überhaupt nicht verhandelt. Eine Schande ist das.

Hi Thomas,

du sprichst mir aus der Seele.
Was manche Printmedien, Facebooknutzer etc. so über das Durchstartemanöver geschrieben haben… zum gruseln.

Ich habe selbst einen Pilotenschein (wenn auch nur eine Privatpilotenlizenz) und habe „dieses waghalsige Manöver“ selbst schon in Düsseldorf gemacht.
Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine gute Übung für den Ernstfall. Außerdem spart man als Hobbypilot die Landegebühr: man kann den Anflug und die Landung üben und startet dann halt kurz vor dem Aufsetzen durch. ;)

Die Leute sollen nicht immer soviel meckern, sondern die Videos einfach mal genießen, schließlich sieht man sowas nicht alle Tage. ;)

Viele Grüße
Nico

Vanessa

Hallo ihr beiden,

der Artikel ist wirklich super geschrieben! Ich hab ihn auch gleich auf meiner Facebookseite geteilt und er kommt gut an…

Liebe Grüße

Vanessa

Gestern noch über den Vorfall im Radio gehört – Naja, fast: „Bleiben sie dran in, ner halben Stunde erfahren sie wieso die Gäste einer Maschine von Air Berlin bibbern mussten“ -> Kurz gegoogelt. 1,2 Artikel angeschaut. Mir an den Kopf gefasst und die Tabs wieder geschlossen. „Pilot drehte Ehrenrunde beim letzten Air Berlin Flug“. Thats it. Keine Toten, Keine Pew-Pew Laser. Keine Explosionen. Kein Michael Bay.

Schade für die Fluggesellschaft – hoffe deren Mitarbeiter finden alle ne sichere Arbeitsstelle bei Lufthansa. Sollte aber klappen… An Ryanair möcht ich mal garnicht denken…

Lars Henseleit

Um mal ein paar Begriffe zu ordnen: Lowpass = Tiefüberflug in Flugkonfiguration. Go-Around = Landeabbruch in Landekonfiguration (Klappen und Fahrwerk draussen). In diesem Falle war es ein Go-Around oder auch Missed Approach. Rechtlich btraucht man für einen Missed Approach keine Genehmigung, denn wenn ein Grund dafür vorliegt, muss die Entscheidung dafür innerhalb von Sekunden erfolgen. Somit verstreicht zuviel Zeit bis zum einholen der Genehmigung bis zum Einleiten des Missed Approach Verfahrens (bzw. Go-Arounds). Das Go Around Proceedure für das ILS 23L in Düsseldorf sieht folgendes vor: Climb straight ahead to D2.0 DUS, then turn right onto 040° to BOT NDB climbing 4000′. Also was war es denn nun? Eigentlich nichts halbes und nichts ganzes. Es war ein Zwischending zwischen Go-Around (weil Landekonfiguration) und Low-Pass (weil nicht veröffentliches Missed Apch Procedure und vorherige Genehmigung des Towers). Wie auch immer. Ich finde das ganze eine gelungene Aktion und ein würdiger Abschluss in Düsseldorf. Aber ich möchte hier nur mal mit einem Vorurteil aufräumen: Für einen Go-Around braucht man keine extra Freigabe. Diese Freigabe ist mit der Landefreigabe automatisch erteilt und liegt im Ermessen der Piloten. Wenn einer der Piloten oder auch der Tower Go-Around schreit, dann wird dieser ohne wenn und aber eingeleitet. Gleiches gilt bei einem Windshear escape proceedure, der Unterschied hierbei ist, das man keinem veröffentlichtem Missed Apprch folgen muss, denn hier geht es nur um das nackte Überleben. Windshear proceedure: Full Throttle, initial Pitch 20-30°, Stick Shaker Speed, no configuration changes. https://www.youtube.com/watch?v=FxXwqAm1a-Y

Paul

Thomas. Wie kann es eigenmächtig gewesen sein, wenn das vom Tower so genehmigt wird, bzw. ja sogar genehmigt werden muss? Und das ist, wie schon von anderer Stelle erklärt, kein selten genommenes Mittel in DUS, die Flieger über das Terminal hinweg zu schicken, damit der Anflug schnell wieder frei für den nächsten ist

Sabrina

In dem Zusammenhang ist es sehr kurz gedacht, dass sich „Ahnung haben“ ausschließlich auf die Technik der Fliegerei beschränkt und dass jeder, der davon nur durchschnittlich viel habe, die Klappe beim Hinterfragen halten müsse.
Ja, es ist unbestritten, dass das kein gefährliches Manöver war. Zweifelsfrei! Und auch dass der Anlass dafür gegeben war und jedem Beteiligten die Freude daran zu gönnen ist.

Genauso unbestritten ist aber die Existenz von Flugangst unter Passagieren und Ängste von ahnungslosen Zuschauern am Boden. Nach 9/11 und Germanwings wahrscheinlich noch mehr als früher. Ich kenne kaum einen Flug, in dem nicht zwei Leute Start und Landung sichtbar nur unter extremem psychischen Druck, der nicht selten in Panik ausartet, ertragen. Bei einem Durchstartmanöver mit zweitem Landeanflug habe ich die glücklicherweise noch nicht erlebt.
Gab es diese Pappenheimer auf diesem Flug zufällig nicht? Oder haben sie dem Manöver wirklich persönlich zugestimmt? Gab es keine panischen Schreie im Hintergrund des Videos aus dem Terminal, wo Gäste den Flieger auf sich zukommen sahen und nicht so gut informiert und in Fliegerei geschult waren wie die applaudierende Tower-Crew?

Aus meiner Sicht hätte man es einfach öffentlich ankündigen können (nicht nur spontan mit dem Tower absprechen), so hätte man sich den ein oder anderen Pulsausschlag und die Untersuchungskosten des LBA gespart und hätte mit einem erwarteten Besuch von Schaulustigen auch noch die Bühne bekommen, die diese Situation verdient hat. So wären alle glücklich(er) geworden.

Ein arrogantes „Ich fand das toll und weil ich weiß wie man einen Papierflieger baut habt ihr alle die Schn… zu halten“ finde ich in dem Fall nicht zielführend. Es hat noch nie geschadet, das Große Ganze zu betrachten. Wer mal als Arachnophobe im Zooladen ungefragt eine dicke Vogelspinne auf die Schulter gesetzt bekommen sollte und danach vom Experten abgewatscht wird, dass die nur in einem von 5Mio. Fällen beißen würde und er sich mangels Ahnung darüber nicht zu beschweren habe, weiß wie es gemeint ist. ? Eine Gefährdung findet eben manchmal zu einem bestimmten Zeitpunkt nur im Kopf statt.

Rainer

Servus,

war ja nicht anders zu erwarten, als dass dieses Verfahren gegen alle Beteiligten eingestellt, bzw. nach einer Prüfung gar keine Verfahren eingeleitet wurden. Aber Hauptsache die Nation hatte mal wieder einen Aufregen. Und klar, jeder der schon mal ein Flugzeug gesehen hatte, durfte mitreden!

Grüße aus MUC
Rainer