Fotoschule - Fotoausrüstung Tierfotografie

Unsere Fotoausrüstung für die Tierfotografie

Veröffentlicht: 4. Mai 2020

Aktualisiert: 15. Juli 2020

Kommentare: 31 Comments

Unsere Fotoausrüstung für die Tierfotografie hat sich in den letzten zwei Jahren stark verändert. Daher wird es Zeit, die Zusammenstellung einmal zu überarbeiten. Wir zeigen Euch hier unsere aktuelle Ausrüstung, welche wir für Tierfotos nutzen und wann wir welche Kombination aus Kamera und Objektiv einsetzen.

Bei den Kameras setzen wir neben den Systemkameras von Sony inzwischen auch wieder eine digitale Spiegelreflex-Kamera ein. Das hat sich einfach so ergeben. Bei den Objektiven ist natürlich die Brennweite ein entscheidender Faktor. Davon kann man bei der Tierfotografie nie genug haben. Dazu sollten die Objektive schnell fokussieren können und sauber im Nachführ-Autofokus arbeiten, um Tiere in Bewegung gut fotografieren zu können. Aber Brennweite ist nicht alles, das Objektiv sollte schon tragbar sein, besonders wenn man den ganzen Tag damit unterwegs ist.

Die letzte Variante des Berichtes bezog sich noch allein auf die Zoo-Fotografie. Spätestens mit unserer Namibia-Reise haben wir aber auch unser Herz für die Wildlife-Fotografie entdeckt. So wandern wir heute auch mal durch die Ruhrwiesen und versuchen einige heimische Tiere vor die Linse zu bekommen. Daher haben wir den Titel auf Tierfotografie erweitert.

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Unsere Kameras für die Tierfotografie

Bei den Kameras setzen wir Systemkameras von Sony ein und eine digitale Spiegelreflex-Kamera von Canon. In den letzten Jahren waren wir eigentlich komplett auf Systemkameras unterwegs. Unser Lieblings-Objektiv, das Canon 100-400, haben wir mit einem Adapter an den Sonys betrieben. Das funktioniert auch prima, bis auf eine kleine Einschränkung. Der Nachführ-Autofokus, welcher bei bewegten Motiven den Fokuspunkt auf dem Tier behält, arbeitet an dem Adapter nur so mittelmäßig zuverlässig. Im Zoo stört uns das nicht weiter. Da können wir nächste Woche noch mal hinfahren, wenn ein Foto nichts geworden ist. Nach Afrika geht das nicht mal eben so.

Also suchten wir eine Lösung, wo der Nachführ-AF sauber funktioniert. Dabei stand entweder der Kauf des Sony 100-400 Objektives zur Wahl oder eben eine passende Kamera zum Canon-Objektiv. Letzteres war dabei die günstigere Lösung, und wir entschieden uns für den Kauf der Canon-Kamera. Dabei haben wir aber auf die bewährte Spiegelreflex-Lösung gesetzt, da uns die Systemkameras von Canon nicht wirklich überzeugt haben.

Systemkameras von Sony

Von den Sony-Systemkameras haben wir zwei Stück im Einsatz. Nachdem wir lange die Sony Alpha 6000 im Einsatz hatten, haben wir 2019 auf die Sony Alpha 6300 (* Werbung) gewechselt. Die Alpha 6000 war uns ein treuer Wegbegleiter und wir hätten sie niemals abgegeben, wenn sie den Phasen-AF unterstützt hätte. Diesen benötigen aber einige Objektive, die wir mit dem MC-11 Adapter auf den Kameras betreiben. Da die Alpha 6300 diesen AF-Modus unterstützt, wurde es Zeit für ein Update.

Im Vollformat setzen wir die Sony Alpha 7 II (* Werbung) ein. Durch den fehlenden Crop-Faktor haben wir damit zwar weniger Brennweite zur Verfügung. Dafür kann die Alpha 7 II bei schlechten Lichtverhältnissen punkten. Aufnahmen bis ISO 3200 und 6400 sind durchaus brauchbar, das Rauschen hält sich im erträglichen Rahmen.

Digitale Spiegelreflex-Kamera von Canon

Vor dem Namibia-Urlaub haben wir uns die Canon 80D (* Werbung) gekauft. Die tolle Kamera haben wir gebraucht gekauft, von einem Profi-Fotografen. Eigentlich war der Plan, diese nach dem Urlaub wieder zu verkaufen. Nun, das haben wir auch getan. Allerdings waren wir von der Canon, den Ergebnissen und dem Handling so begeitert, dass wir weiter eine Canon Kamera im Fotorucksack haben wollten.

Also haben wir uns die Canon 5D Mark IV (* Werbung) gegönnt. Und diesen Kauf haben wir bis heute nicht bereut. Mittlerweile ist die Kamera zum Standard bei Tierfotos bei uns geworden. Ganz besonders dann, wenn diese zusammen mit dem Canon 100-400 Objektiv zum Einsatz kommt.

Melanie beim Versuch, weiter an den Adler heran zu kommen.

Objektive für die Tierfotografie

Für die Tierfotografie nutzen wir verschiedene Objektive, die wir je nach Anforderung und Situation einsetzen. Im Terrarium braucht man eher ein anderes Objektiv, wie in der afrikanischen Steppe. Im Zoo gibt es andere Anforderungen, als im Aquarium.

Daher haben wir einen kleinen Pool an Objektiven, die wir natürlich nicht nur für Tierfotos nutzen. Beim Kauf der Objektive ist uns natürlich die Brennweite wichtig, gerade für Zoo- und Wildlife-Fotos kann man davon nicht genug haben. Allerdings sollte das Objektiv noch nutzbar sein.

Zwischendurch hatten wir mal ein Sigma 150-600mm Objektiv. Das ist ein tolle Linse, mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit aber den ganzen Tag durch den Zoo zu laufen, das hat uns keinen Spaß gemacht. Das gute Stück war uns einfach zu schwer. In der Vorbereitung unserer Namibia-Reise haben wir in einem Safari-Park auch mal getestet, wie man mit diesem Klotz aus dem Auto fotografieren kann. Danach war dann klar, das Teil kommt weg. Lieber etwas weniger Brennweite, dafür kann man aber mit dem Objektiv den ganzen Tag vernünftig arbeiten.

Ein weiteres Kriterium für ein Objektiv ist ein schneller Autofokus. Gerade bei Tieraufnahmen muss es oft schnell gehen, um eine besondere Situation einzufangen. Wenn dann der Fokus erst eine oder zwei Sekunden durch die Gegend pumpt, ist das für uns nicht hinnehmbar.

Weniger wichtig ist uns aber die Lichtstärke des Objektivs. Mit den modernen Kameras kann man guten Gewissens auch höhere ISO-Werte nutzen. Diesen Kompromiss gehen wir gerne ein, da lichtstarke Objektive, mit den gewünschten Brennweiten, ein Vermögen kosten.

Sony E-Mount Objektive für die Tierfotografie

Für den Sony E-Mount Anschluss nutzen wir folgende Objektive für die Tierfotografie.

In Aquarien, Terrarien oder bei kleinen Tieren in der freien Natur setzen wir das Sony SEL-90M28G G Makro (* Werbung) Objektiv ein. Diese lichtstarke Linse ist ein Traum für Makro-Fotos, also von den kleinen Dingen auf der Welt.

Dazu haben wir noch ein Reisezoom, welches sich wirklich gut für Tierfotos eignet. Das Sony SEL-24240 Weitwinkel-Zoom (* Werbung) Objektiv ist ein toller Allrounder. Und auf einer Crop-Kamera, wie der Sony Alpha 6300, kommt man auch auf eine Brennweite von 360 mm. Dazu ist es dann prima dafür geeignet auch mal die komplette Szenerie zu erfassen. Melli hat damit wunderbare Landschaftsaufnahmen in Namibia gemach oder mal eine komplette Ansicht eines Wasserlochs.

Canon Objektive für die Tierfotografie

Hier ist natürlich unser Canon EF 100-400mm F4.5-5.6L IS II USM (* Werbung) das Maß aller Dinge. Egal ob im Zoo oder Wildlife, diese Linse bewältigt alle Anforderungen. Es hat eine Top-Abbildungsleistung, einen superschnellen Fokus – das Teil macht einfach Spaß. Das gute Stück kann aber auch kleine Dinge, die recht nah sind, wunderbar fotografieren. Durch die kurze Naheinstellgrenze von 0,98 Metern sind auch tolle Insekten- und Blümchenaufnahmen möglich.

Eine weitere Linse mit Canon Anschluss ist unser Sigma 24-105mm F4,0 DG OS HSM Art (* Werbung). Diese Linse haben wir uns nicht für Tierfotos gekauft. Sie ist mehr als Immerdrauf-Objektiv für unsere Reisen gedacht. Wenn wir dann aber mal spontan in einen Zoo oder ein Aquarium gehen, nutzen wir diese Linse, wenn wir keines der anderen Objektive dabei haben. Und dabei hat uns diese Linse auch noch die enttäuscht.

Nashörner

Technisches Zubehör für die Tierfotografie

Ganz ohne weiteres Zubehör geht es bei uns auch nicht. Ein vernünftiges Stativ, externe Lichtquellen, Adapter und einen Extender setzen wir noch zusätzlich ein.

Den Sigma Mount Converter MC-11 (* Werbung) nutzen wir, um Objektive mit Canon-Anschluss auf den Sony-Systemkameras einsetzen zu können. Bis auf den Nachführ-Autofokus funktioniert das auch prächtig.

Um auf der Canon 5D mehr Brennweite zu bekommen, setzen wir dort den Canon Objektiv Extender EF 1.4x III (* Werbung) ein. So machen wir aus dem Canon 100-400 Objetiv ein 140-560mm Objektiv. Der Preis dafür ist eine Blendenstufe weniger Licht. Damit können wir aber gut leben.

Als Stativ nutzen wir das Manfrotto MT190XPRO3 Aluminium Stativ mit 3 Segment (* Werbung). Das Teil ist robust, steht stabil und trägt auch problemlos unserer schwerste Kamera-Objektiv-Kombination.

Blitzen bei Tieren ist doof. Aber ab und an braucht man etwas mehr Licht, aus einer externen Quellen. Dafür setzen wir inzwischen eine LED Lampe ein. Entschieden haben wir uns für die Neewer 176 LED 5600K Ultra hell dimmbar auf Kamera Videoleuchte mit 1/4 Zoll Gewinde für Canon Nikon Pentax Panasonic Sony andere DSLR Kameras (* Werbung). Die ist günstig, leicht und mach sehr viel Licht.

Oma Flo

Welche Kombination aus Kamera und Objektiv setzen wir bei der Tierfotografie ein?

Sehr oft werden wir gefragt, wann wir eigentlich welche Kombination aus Kamera und Objektiv einsetzen. Nun, die eine Patentlösung gibt es nicht. Wir spielen auch oft rum, versuchen verschiedene Kombinationen aus. Aber am Ende haben sich die nachfolgenden Kombis als praktisch erwiesen. Manchmal müssen wir aber auch tricksen. Eben dann, wenn wir beide Fotografieren wollen, dann müssen wir was passendes aus dem Fotorucksack zusammenstellen. Daher stehen bei einigen Lösungen auch zwei verschiedene Kombis.

Kamera/Objektiv im Zoo

  • Kamera: Canon 5D Mark IV
  • Objektiv: Canon 100-400 EF
  • Extender: 1,4-fach bei Bedarf
  • Kamera: Sony Alpha 6300
  • Objektiv: Sony SEL 24-240

Kamera/Objektiv Wildlife

  • Kamera: Canon 5D Mark IV
  • Objektiv: Canon 100-400 EF
  • Extender: 1,4-fach bei Bedarf
  • Kamera: Sony Alpha 6300
  • Objektiv: Sony SEL 24-240

Kamera/Objektiv im Terrarium oder Aquarium

  • Kamera: Sony Alpha 7 II
  • Objektiv: Sony SEL 90 Macro
  • Licht: LED Lampe bei Bedarf

Kamera/Objektiv Haustiere

  • Kamera: Canon 5D Mark IV
  • Objektiv: Sigma 24-105 Art
  • Licht: LED Lampe bei Bedarf
  • Kamera: Sony Alpha 6300
  • Objektiv: Sony SEL 90 Macro
  • Licht: LED Lampe bei Bedarf

Kamera/Objektiv Garten oder Park – kleine Tierchen

  • Kamera: Sony Alpha 7 II
  • Objektiv: Sony SEL 90 Macro
  • Licht: LED Lampe bei Bedarf
  • Kamera: Canon 5D Mark IV
  • Objektiv: Canon 100-400 EF
  • Extender: 1,4-fach bei Bedarf
  • Licht: LED Lampe bei Bedarf

Wie gesagt, die Kombis sind nicht in Marmor gemeißelt. Spielt auch selber mal mit verschiedenen Kombis aus Eurer Ausrüstung rum. Man ist oft überrascht, was mit verschiedenen Objektiven möglich ist.

Auch hier sind zwei grüne Mambas zu sehen

Fazit – wir sind mit unserer Ausrüstung zufrieden

Wir sind mit unserer Ausrüstung für die Tierfotografie mehr als zufrieden. OK, es ist so eine Fotografenkrankheit, immer noch mehr oder was Besseres haben zu wollen. Aber bei unserer aktuellen Ausrüstung hält sich das wirklich in Grenzen. Aber wehe, es kommt mal ein Lottogewinn. *grins*

Denkt aber am Ende immer daran, die Ausrüstung ist nur das Werkzeug. Das gute Foto macht immer noch der Fotograf, hinter der Kamera. Allerdings ist der Punkt Brennweite bei der Tierfotografie wirklich ein Ausrüstungsmerkmal, wo es fast keine Kompromisse zu gibt. Natürlich kann man am Ende noch einen Crop, also einen Ausschnitt, aus dem Foto machen. Aber das ist, gerade Wildlife, trotz der großen Brennweite schon oft nötig.

Das war also unsere Fotoausrüstung für die Tierfotografie. Bei Fragen, Anmerkungen schreibt uns gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag.

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