Tierfotos in Photoshop

Fotobearbeitung in der Praxis: Teil 2 – Zoofotos in Photoshop aufgepeppt

Veröffentlicht: 12. Januar 2018

Aktualisiert: 16. Oktober 2020

Kommentare: 10 Comments

Autor: Thomas Jansen

In den letzten Tagen haben wir einige Tierfotos bei Facebook und Instagram gezeigt, die wir etwas aufwändiger in Photoshop bearbeitet haben.

Die Resonanz war ein wenig überraschend. In einigen Kommentare, PNs und Mails wurden wir gefragt, wie denn wohl die Originale aussehen und welche Bearbeitung wir vorgenommen haben. Nun, hier kommt die Auflösung der „Geheimnisse“.

Wir möchten Euch den Vorher-Nachher-Vergleich der Bilder zeigen und ganz grob erklären, was wir damit mit welchem Programm angestellt haben. Und das nicht nur von den 3 Fotos, die wir bereits gezeigt haben. Gestern Abend sind noch weitere 3 Bilder dazu gekommen.

Im Groben haben wir bei allen Fotos den gleichen Workflow verwendet. Die RAW-Entwicklung fand immer in Lightroom statt. In Photoshop haben wir dann die Augen bearbeitet, Dodge&Burn auf das Fell und das Gesicht angewendet, den Hintergrund bearbeitet und ggf. noch Farbstimmungen und Lichtsetzung korrigiert. Zum Schluß erfolgte immer eine abschliessende Bearbeitung in Lightroom mit kleineren Korrekturen des Gesamtbildes, schärfen und unsere geliebte Vignette.

Die Fotos haben ausdrücklich keinen dokumentarischen Charakter. Es ist ein Spielerei um zu sehen, was mit Photoshop machbar ist. Und wir sind weit davon entfernt, Profis in Photoshop zu sein.

Bild 1 – Kleiner Roter Panda aus dem Zoo Duisburg

Roter Panda vorherRoter Panda nachher

Situation vor Ort:

Der kleine rote Panda gehört eindeutig zu unseren Lieblingstieren. Kurz vor Weihnachten hatten wir die Möglichkeit, diesen im Duisburger Zoo mal im Schnee zu fotografieren. Das Dumme war, es war sehr trüb, das Licht miserabel und uns tropfte das Tauwasser von den Bäumen auf den Kopf. Aber mit ordentlich ISO (3.200) waren doch ein paar Fotos von dem kleinen Kerl möglich. Diese Bearbeitung ist von den hier gezeigten die mit den dezentesten Auswirkungen.

Technische Infos:

Das Foto ist mit der Sony Alpha 7 II und dem Sigma 150-600 C Telezoom, mit den folgenden Einstellungen aufgenommen worden.

  • Belichtungsprogramm: Manuell
  • Belichtungsmessung: Mittenbetont
  • Fokusfeld: variabler Einzelpunkt
  • Blende 8,0
  • Belichtungszeit: 1/800 Sekunde
  • ISO 3200
  • Belichtungskorrektur: -0,3
  • Brennweite 180mm

Bearbeitung des Fotos

Ebenen der Panda-BearbeitungRAW-Entwicklung in Lightroom

  • Leichte Belichtungskorrektur (+0,30)
  • Korrekturen der Lichter und Tiefen
  • Klarheit und Dynamik leicht erhöht
  • Dezentes Schärfen

Bearbeitung in Photoshop

  • Rauschen im Hintergrund entfernt
  • Augen ganz leicht aufgehellt
  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen im Gesicht
  • Dodge&Burn Mitteltöne im Fell des Körpers
  • Fotofilter auf den Hintergrund (kälter)
  • Fotofilter auf den Panda (wärmer)
  • Mund noch ein wenig aufgehellt

Abschliessende Bearbeitung in Lightroom

  • Helligkeit nochmal leicht erhöht
  • Sättigung von Rot- und Orangetönen leicht erhöht
  • Schärfen
  • Vignette

Bild 2 – Pelikan im Zoo Duisburg

Pelikan vorherPelikan nachher

Situation vor Ort:

Der Pelikan war das erste Tier, welches uns bei unserem Schneebesuch im Duisburger Zoo vor die Linse kam. Das Licht war ebenso miserabel aber wenigstens nahmen keine Bäume über dem See zusätzlich Licht weg. Dafür schneite es im Moment der Aufnahme heftig, so dass auf dem Originalbild einige Schneeflocken zu sehen sind.

Technische Infos:

Das Foto ist mit der Sony Alpha 7 II und dem Sigma 150-600 C Telezoom, mit den folgenden Einstellungen aufgenommen worden.

  • Belichtungsprogramm: Blendenautomatik
  • Belichtungsmessung: Mittenbetont
  • Fokusfeld: variabler Einzelpunkt
  • Blende 6,3
  • Belichtungszeit: 1/800 Sekunde
  • ISO 400
  • Belichtungskorrektur: -0,6
  • Brennweite 388mm

Bearbeitung des Fotos

Ebenen der Pelikan-BearbeitungRAW-Entwicklung in Lightroom

  • Leichte Belichtungskorrektur (+0,30)
  • Korrekturen der Lichter und Tiefen
  • Klarheit und Dynamik leicht erhöht
  • Dezentes Schärfen

Bearbeitung in Photoshop

  • Schneeflocken im Hintergrund entfernt
  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen im Gesicht und am Schnabel
  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen in den Federn
  • Farben über die hellen, dunklen Stellen der Federn und über den Schnabel gelegt
  • Aufhellen des Pelikikans
  • Abdunkeln des Hintergrundes
  • Color Lookup über das gesamte Foto (Crisp-Warm) mit sehr wenig Deckkraft

Abschliessende Bearbeitung in Lightroom

  • Helligkeit nochmal leicht erhöht
  • Schärfen
  • Vignette

Bild 3 – Schweinsaffe im Zoo Osnabrück

Schweinsaffe vorherSchweinsaffe nachher

Situation vor Ort:

Unser spezieller Freund aus dem Zoo Osnabrück, von dem wir eine ganze Serie von schönen Aufnahmen haben. Er hat ein wenig den Clown gemacht und so sind viele schöne Bilder mit verschiedenen Gesichtsausdrücken mit ihm entstanden.

Technische Infos:

Das Foto ist mit der Sony Alpha 7 II und dem Sony FE 70-200 Telezoom, mit den folgenden Einstellungen aufgenommen worden.

  • Belichtungsprogramm: Blendenautomatik
  • Belichtungsmessung: Mittenbetont
  • Fokusfeld: variabler Einzelpunkt
  • Blende 4,0
  • Belichtungszeit: 1/400 Sekunde
  • ISO 800
  • Belichtungskorrektur: -0,3
  • Brennweite 200mm

Bearbeitung des Fotos

Ebenen der Schweinsaffen-BearbeitungRAW-Entwicklung in Lightroom

  • Leichte Belichtungskorrektur
  • Korrekturen der Lichter und Tiefen
  • Klarheit und Dynamik leicht erhöht
  • Dezentes Schärfen

Bearbeitung in Photoshop

  • Augenweiß weiß gemacht und aufgehellt
  • Sättigung, Helligkeit und Tönung der Augen
  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen im Gesicht um die Konturen ein wenig hervor zu heben
  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen im Fell
  • Farbkorrekturen des Fells ins hell- und dunkelbraune
  • Aufhellen des Affens
  • Abdunkeln des Hintergrundes
  • Color Lookup über das gesamte Foto (Crisp-Warm) mit sehr wenig Deckkraft

Abschliessende Bearbeitung in Lightroom

  • Helligkeit nochmal leicht erhöht
  • Schärfen
  • Vignette

Bild 4 – Präriehund aus dem Naturzoo Rheine

Präriehund vorherPräriehund nachher

Situation vor Ort:

Der erste Zoobesuch im aktuellen Jahr führte uns nach Rheine in den wunderschönen Naturzoo. Putzig wie immer sind dort die Präriehunde ein  sehr schönes Fotomotiv. Besonders wenn die kleinen Kerle ein wenig Winterspeck angesetzt haben, dann sind as richtige kleine Flauschkugeln.

Technische Infos:

Das Foto ist mit der Sony Alpha 7 II und dem Sigma 150-600 C Telezoom, mit den folgenden Einstellungen aufgenommen worden.

  • Belichtungsprogramm: Manuell
  • Belichtungsmessung: Mittenbetont
  • Fokusfeld: variabler Einzelpunkt
  • Blende 6,3
  • Belichtungszeit: 1/1000 Sekunde
  • ISO 1000
  • Belichtungskorrektur: -0,3
  • Brennweite 600mm

Bearbeitung des Fotos

Ebenen der Präriehund-BearbeitungRAW-Entwicklung in Lightroom

  • Leichte Belichtungskorrektur
  • Korrekturen der Lichter und Tiefen
  • Klarheit und Dynamik leicht erhöht
  • Entrauschen
  • Dezentes Schärfen

Bearbeitung in Photoshop

  • Dodge&Burn der hellen und dunklen Stellen im Gesicht und im Körperfell
  • Farbkorrekturen des Fells ins hell- und dunkelbraune
  • leichtes Abdunkeln des hellen Streifens im Nacken
  • Fotofilter warm über den Präriehund
  • Color Lookup über das gesamte Foto (Crisp-Warm) mit sehr wenig Deckkraft

Abschliessende Bearbeitung in Lightroom

  • Helligkeit nochmal leicht erhöht
  • Schärfen
  • Vignette