Fotografie Grundlagen

Fotografie Grundlagen – Tipps für die ersten Schritte

Veröffentlicht: 26. September 2019

Aktualisiert: 11. November 2020

Kommentare: 26 Comments

Autor: Thomas Jansen

Du bist Fotografie Einsteiger? Dann ist unser kleiner Guide „Fotografie Grundlagen“ genau das Richtige für Dich.

Fotografieren für Anfänger – leicht erklärt!

Du hast eine neue Kamera bekommen oder willst Dich mit einer vorhandenen Kamera intensiver beschäftigen? Du willst aber keine wochenlangen Fotokurse besuchen, seitenlange Beiträge über die Technik bei der Fotografie lesen?

Dann haben wir jetzt den kompakten Schnelleinstieg für Dich.

Auf einer Seite, ganz kompakt, erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um die Fotografie, die wichtigsten Einstellungen Deiner Kamera und Tipps zum Bildaufbau und zur Fotobearbeitung. Für viele Themen haben wir weiterführende Anleitungen, die ihr natürlich bei Interesse lesen könnt. Diese sind in den einzelnen Abschnitten natürlich verlinkt.

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Grundlagen – Fotografieren für Anfänger

Bei diesem Schnelleinstieg in die Fotografie beschäftigen wir uns themenübergreifend mit den Einstellungen. Es ist also egal ob Du Reisefotos, Tierbilder, Flugzeugbilder, Blümchen oder was auch immer fotografieren möchtest. In den Beispielen und Einstellungen geben wir Tipps für viele Situationen. Natürlich hat jedes Themengebiet seine speziellen Kniffe aber für den Einstieg beschränken wir uns mal auf die einfachen Dinge, für Dich als Einsteiger.

Die Themen und Fragen, die wir hier in dem Beitrag besprechen, sind ein Streifzug durch häufig an uns gestellte Fragen in Kommentaren hier auf dem Blog, Mails oder bei Facebook. Ein paar weitere Themen sind durch eine Fragerunde zu diesem Beitrag auf unserer Facebook-Gruppe zusammen gekommen. Gerne nehmen wir weitere Punkte in den Beitrag auf, stellt gerne weitere Fragen in den Kommentaren am Ende des Beitrages.

Dieser Beitrag richtet sich ausdrücklich an Einsteiger in das Thema Fotografie. Klar ist, über jeden einzelnen Punkt könnte man einen eigenen Artikel schreiben. Das haben wir zum großen Teil auch gemacht, die sind dann entsprechend verlinkt und bieten dann weiterführende Informationen.

Was ist die richtige Kamera?

Das ist eine der häufigsten Fragen, die wir gestellt bekommen. Gerade Fotografie ƒ stehen vor einem unendlich großen Angebot an Kameras und verzweifeln. Eine Antwort darauf könnte Bücher füllen oder eigene Artikel hier auf dem Blog.

Kurz gesagt, ihr braucht eine Kamera, die Euren Ansprüchen an die Fotografie genügt. Wollt ihr mehr Landschaften fotografieren oder doch lieber Tiere? Fotografiert ihr nur bei bestem Licht oder auch mal in dunklen Räumen? Bei der Entscheidung zur richtigen Kamera spielen viele Faktoren eine Rolle.

Ein ganz wichtige Frage ist, wie viel Geld steht Euch zur Verfügung und wie viel wollt ihr schleppen. Die größte Flexibilität bieten Euch sicher digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) oder Systemkameras (DSLM). Diese können mit Wechselobjektiven an verschiedene Ansprüche angepasst werden. Diese Flexibilität hat aber ihren Preis. Objektive kosten oft noch mehr, wie die eigentliche Kamera. Das gilt besonders, wenn man vernünftige Objektive haben möchte.

Überlegt Euch auch gut, welche Motive ihr gerne fotografieren wollt. Das spielt eine Rolle bei der Auswahl der Brennweite (des Zooms), den eine Kamera Euch bieten soll. Fotografiert ihr nur Landschaften und ein paar Gebäude, dann seid ihr mit Weitwinkel-Brennweiten bestimmt zufrieden. Wollt ihr aber Porträts, Tiere usw. fotografieren, dann braucht ihr viel mehr Brennweite, also Teleobjektive.

Kleiner und leichter sind Bridge- oder Kompaktkameras. Auch mit diesen „einfachen“ Kameras können erstklassige Fotos geschossen werden. Gute Modelle, die Profiqualität haben, sind dann aber auch nicht mehr preiswerter als DSLR oder DSLM-Kameras. Trotzdem spart man Geld, da keine Objektive zusätzlich gekauft werden müssen. Damit geht natürlich die Möglichkeit verloren, die eingesetzte Optik ideal an die Anforderungen anzupassen.

Die Frage zu beantworten, würde hier den Rahmen sprengen. Für das Thema haben wir aber einige Beiträge hier auf dem Blog, die Euch vielleicht ein wenig bei der Entscheidung helfen:

Wichtig ist, egal was ihr kaufen wollt: Geht in ein Fachgeschäft und schaut Euch die Kamera vorher an. Spielt mit ihr rum, lasst Euch mal das Menü zeigen, die Einstellungsmöglichkeiten. Vielleicht könnt ihr auch mal ein paar Probebilder machen und diese dann am Rechner ansehen. Scheut nicht, Euch vernünftig beraten zu lassen.

Ihr könnt Euch auch Fotos im Netz ansehen, die mit der Kamera Eurer Wahl fotografiert wurden. Bei Flickr gibt es die Möglichkeit, nach Fotos zu suchen, die mit bestimmten Kameramodellen oder Objektiven geschossen wurden. Uns hat das als Kaufentscheidung schon oft geholfen.

Wichtige Einstellungen an der Kamera

Fotografie für Anfänger: Einstellung auf dem Monitor

Egal für welche Kamera ihr Euch nun entschieden habt, herzlichen Glückwunsch zum Kauf.

Nun sitzt ihr mit der neuen Kamera zu Hause, blättert vielleicht durch das Handbuch oder die vielen Einstellungsmenüs Eurer Kamera und versteht nur Bahnhof. Sagen wir mal so, die meisten Kameras sind so eingestellt, dass ein Hobbyfotograf sofort loslegen kann und schöne Fotos machen. Es gibt am Anfang nur wenige Einstellungen, denen ihr in den Menüs Beachtung schenken solltet – später ergeben sich von allein mehr und mehr Fragen und Ansprüche.

Am Anfang stellt aber unbedingt zwei Dinge ein:

Dateiformat RAW oder JPG

Die meisten modernen Kameras bieten Euch die Möglichkeit, die Bilder im RAW- oder im JPG-Format zu speichern. Das sind zwei völlig unterschiedliche Datenformate:

  • jpg-Format: In diesem Format werden die Bilder als fertige Fotos gespeichert. Die Entwicklung Eurer Bilder, von den Sensorsignalen zum fertigen Foto, übernimmt die Software in der Kamera. Ihr habt also am Ende ein fertiges Foto, welches ihr von der Speicherkarte auf den Rechner kopieren könnt.
  • RAW-Format: In einer RAW-Datei werden alle Lichtinformationen gespeichert, die vom Sensor im Moment der Aufnahme aufgezeichnet wurden. Diese RAW-Datei ist keine Bilddatei. Sie beinhaltet einfach nur die Daten, die der Sensor empfangen hat, also die Rohdaten. Diese Rohdaten müssen am Rechner erst, von einer Software, in Bilder umgewandelt werden. Dafür bieten die RAW-Dateien sehr viel mehr Daten, um das Bild zu entwickeln als eine jpg-Datei. Die Möglichkeiten zur Bearbeitung sind viel größer. Das gilt aber auch für die Dateigröße, welche um ein Vielfaches größer ist, als bei einer jpg-Datei.

Kurz gesagt, wenn ihr keine Lust darauf habt, jedes Bild am Rechner zu bearbeiten (zu entwickeln), dann nehmt das jpg-Format. Ihr werdet sonst schnell die Lust am Fotografieren verlieren.

Sollte die Fotobearbeitung für Euch Teils des Hobbys Fotografie sein und ihr gerne das letzte Quäntchen aus den Fotos raus kitzeln wollen, dann ist das RAW-Format für Euch die bessere Wahl.

Seid ihr unentschlossen? Dann könnt ihr oft auch beide Dateiformate speichern. Also eine fertig entwickelte jpg-Datei und die RAW-Datei zusätzlich. Das verbraucht am meisten Platz auf der Speicherkarte, aber ihr habt fertige Bilder im jpg-Format und doch die Möglichkeit, einzelne Bilder später intensiver mit den RAW-Daten zu bearbeiten.

Weitere Informationen zum RAW-Format findet ihr in unserem Beitrag, warum wir auf Reisen nur das RAW-Format nutzen.

Maximaler ISO-Wert

Eine zweite Einstellung, die wir euch für den Anfang ans Herz legen möchten, ist die Begrenzung der maximal eingesetzten ISO-Zahl. Mit der ISO-Zahl wird die Lichtempfindlichkeit des Sensors festgelegt. Nur, je höher die ISO eingestellt ist, desto mehr kommt es zum Bildrauschen.

Macht am Anfang ein paar Testbilder, in einer dunklen Umgebung, mit verschiedenen ISO-Werten. Schaut Euch die Bilder anschließend am Rechner an, so könnt ihr feststellen, ab welchem ISO-Wert das Rauschen im Foto störend wird.

Das variiert von Kamera zu Kamera und ist am Ende von der Größe des verbauten Sensors abhängig. Je größer der Sensor ist, desto weniger Rausch empfindlich ist dieser.

Bei unseren Kameras haben wir folgende Obergrenzen bei der ISO-Zahl eingestellt:

  • Sony Alpha 7 II: ISO1600 (in Ausnahmefällen gehen auch mal ISO3200)
  • Sony Alpha 6000: ISO800
  • Panasonic Lumix FZ1000: ISO800
  • Panasonic Lumix FZ300: ISO640

Gitternetz im Sucher einblenden

Lasst Euch im Sucher ein Gitternetz einblenden. Das gibt es meistens als Unterteilung nach der Drittelregel oder dem Goldenen Schnitt (siehe unten bei Bildgestaltung). Damit habt ihr bereits beim fotografieren einen Blick für den Bildaufbau, um Motive nach der Drittelregel ins Foto zu platzieren. Zusätzlich helfen Euch die Linien, das Bild gerade zu fotografieren.

Weitere Grundeinstellungen an der Kamera

Es gibt, wie gesagt, noch zahlreiche weitere Einstellungen, die ihr an Euren Kameras verstellen könnt. Diese werdet ihr sicherlich, nach und nach kennenlernen (müssen), je weiter ihr Euch mit dem Thema Fotografie beschäftigt. Wer dazu weitere Fragen hat, kann gerne in die folgenden Artikel schauen:

Fotografische Grundlagen der Belichtung

Fotografie für Anfänger: RAW Format: Links RAW Daten - rechts Entwicklung

Ein gut belichtetes Bild hat dunkle und helle Stellen, die aber weder ins Weiße noch ins Schwarze abdriften. Dazwischen sind alle Farbtöne und Helligkeitsstufen verteilt und ergeben ein kontrastreiches Foto. Soweit die Theorie und das Wunschdenken. Dummerweise bieten viele Motive gar keine hellen oder dunklen Stellen. Oder sie bieten direkt beides, z.B. ein dunkler Wald, wo oben der extrem helle Himmel zu sehen ist. Das ist dann für die meisten Kameras nicht mehr darzustellen und es kommt zu Fehlbelichtungen. Entweder ist der Wald unterbelichtet, dafür der Himmel schön zu erkennen. Oder, der Wald ist toll belichtet und der Himmel dafür gnadenlos überbelichtet.

Worauf wir hinaus wollen ist die Frage, welche Faktoren bestimmen eigentlich die Belichtung eines Fotos. Genau genommen, sind es drei Parameter, die im Zusammenspiel die Belichtung bestimmen:

  • Die Belichtungszeit
  • Die Blendenöffnung
  • Die ISO-Zahl als Hinweis für die Lichtempfindlichkeit des Sensors

Diese drei Parameter bilden das sogenannte Belichtungsdreieck bei der Fotografie.

Blende

Die Blende ist eine Art Ring im Objektiv der Kamera, welcher sich öffnen und schließen lässt. Je weiter der Ring geschlossen wird, desto länger braucht eine Lichtmenge, um bis zum Sensor zu kommen. Eigentlich funktioniert die Blende wir ein Wasserhahn, wobei das Licht das fließende Wasser ist.

Fotografie für Anfänger: Offene und geschlossene Blende - Schema

Von einer Offenblende spricht man, je kleiner die Zahl ist. Eine Blende 2,8 ist also viel weiter geöffnet, als eine Blende 22. Das ist oft ein wenig verwirrend für Anfänger.

Neben dem Einfluss auf die Belichtung lässt sich mit der Blende noch die Schärfe im Bild beeinflussen. Und zwar die sogenannte Schärfentiefe, also der Bereich im Foto, der Scharf dargestellt wird. Das lässt sich am besten  an einer kleinen Skizze erklären:

Fotografie für Anfänger: Einfluss der Blende auf die Schärfeebene

Bei diesem Beispiel seht ihr am grünen Balken, welcher Bereich im Foto scharf sein wird. Der Rest, davor und dahinter, wird unscharf dargestellt. Je weiter die Blende nun geöffnet ist (kleine Blendenzahl), desto geringer wird der Bereich im Foto, der scharf sein wird.

Daher wird die Blende gerne eingesetzt, um gezielt Motive vom Hintergrund freizustellen. Das Motiv ist dabei scharf abgebildet, der Hintergrund ist nur noch verschwommen zu sehen. Diesen unscharfen Bereich nennt man dann Bokeh. Und es gibt viele Fotografen, die stehen maximal auf solch ein Bokeh – wir gehören auch dazu. Besonders bei Porträts oder Tieraufnahmen wird dieser Effekt gerne eingesetzt.

Fotografie für Anfänger: Zoofoto

Bei diesem Bild könnt ihr das sehr gut erkennen. Der Kopf, also das Hauptmotiv bei einem Tierfoto, ist scharf. Der Körper des Leoparden ist bereits unscharf und der Hintergrund besteht nur noch aus einem verschwommenen Grün.

Also könnt ihr Euch schon mal merken, bei Porträts, Tierfotos, Motive, die ihr im Vordergrund hervor heben wollt, wählt eine kleine Blendenzahl um diesen Effekt zu erreichen.

Ganz anders sieht das in der Landschaftsfotografie aus. Dort will man ein Bild haben, welches von vorne bis hinten scharf ist. Also wählt man hier eher eine geschlossene Blende. Werte zwischen Blende 8 und 11 sind gerne genommene Einstellungen.

Einen weiteren Einfluss auf die Schärfeebene hat, im Zusammenspiel mit der Blende, aber noch die Brennweite und die Entfernung zum Motiv. Das würde jetzt hier deutlich den Rahmen sprengen, ihr könnt aber unseren Artikel über das Zusammenspiel von Blende, Brennweite und Entfernung zum Motiv gerne nachlesen, wenn Euch das interessiert.

Belichtungszeit

Mit der Belichtungszeit könnt ihr bestimmen, wir lange Licht auf euren Sensor fällt. Das kann von einer tausendstel Sekunde (oder noch kürzer) bis zu mehreren Minuten geschehen. Letzteres kommt aber nur in Ausnahmesituationen vor, z.B. beider Milchstraßenfotografie, einen Themenbereich, den Ihr als Anfänger erst mal umschiffen solltet.

Die Belichtungszeit dient aber auch zur Bildgestaltung. So ist es bei sehr kurzen Belichtungszeiten möglich, Bewegungen im Foto einzufrieren. Wir nutzen kurze Belichtungszeiten gerne um Tiere im Zoo zu fotografieren, die sich nun mal bewegen.

Längere Belichtungszeiten lassen Bilder oft dynamischer erscheinen. Wenn ihr einen Wasserfall fotografiert, dann wirkt das Wasser bei kurzen Belichtungszeiten wie eingefroren. Bei längeren Belichtungszeiten verschwimmt das Wasser im Foto und man kann das „fließen“ förmlich sehen.

Längere Belichtungszeiten werden auch notwendig, wenn das Licht schlechter wird. Dann gehen die Werte schnell in Bereiche, wo man ein Problem bekommt.

Technisch gesehen, sind auch lange Belichtungszeiten kein Problem oder eine Herausforderung an die Kamera. Das Problem liegt dann eher beim Fotografen. Bei langen Belichtungszeiten lässt sich die Kamera nicht mehr ruhig halten, es kommt zu unscharfen Fotos, weil die Bilder verwackelt sind. Als Faustregel kann man sagen, dass alle Belichtungszeiten aus der Hand zu fotografieren sind, die der Brennweite entsprechen.

  • Bei Brennweite 200mm sind Belichtungszeiten bis 1/200 Sekunde aus der Hand zu fotografieren.
  • Bei einer Brennweite von 50mm kann dagegen bis 1/50 Sekunde aus der Hand fotografiert werden.

Das sind natürlich nur grobe Richtwerte, die aber aus der Erfahrung recht gut passen. Mit ein wenig Übung, gehen auch etwas kürzere Belichtungszeiten. Ebenso helfen Euch Bildstabilisatoren, die Eure Kamera oder die Objektive besitzen, die Belichtungszeit zu verlängern.

Am Ende sind aber Grenzen gesetzt und dann braucht ihr ein Stativ, um die langen Belichtungszeiten ohne Verwackeln aufs Bild zu bekommen.

ISO

Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. So, das ist jetzt technisch nicht sauber erklärt, ist aber verständlich. Die wirkliche technische Erklärung wollt ihr nicht lesen.

Merkt Euch einfach, je höher die ISO-Zahl ist, desto mehr Lichtinformationen werden vom Sensor aufgezeichnet. Die Blende könnte also geschlossen werden oder die Belichtungszeit verkürzt werden.

Dummerweise hat der ISO-Wert keinerlei künstlerischen Effekt, den man damit beeinflussen kann. Er hat nur eine recht hässliche Nebenwirkung – das Bildrauschen. Je höher der ISO-Wert eingestellt ist, desto mehr wird am Ende ein Rauschen im Bild zu sehen sein. Besonders betroffen sind davon dunkle Stellen im Foto. Bis zu einem gewissen Punkt stört das nicht weiter. Auch sind die modernen Kameras recht gut darin, dieses Rauschen aus den Bildern zu entfernen (bei jpg-Aufnahmen). Dummerweise geht dieses Entfernen aber immer auf kosten der Schärfe im Bild, die Fotos wirken leicht verschwommen.

Wo die Grenze bei Eurer Kamera liegt, an der die Fotos unansehnlich werden, müsst ihr selber heraus finden. Wie oben bei den Kameraeinstellungen schon erklärt, spielt hierbei auch die Größe des Sensors eine Rolle. Je größer der Sensor ist, desto später tritt dieses Rauschen auf. Dummerweise werden die Kameras auch proportional zur Sensorgröße teurer.

Belichtungsdreieck

Diese drei Parameter – die Blende, die Belichtungszeit und die ISO-Zahl – bilden nun das Belichtungsdreieck.

Fotografie für Anfänger: Infografik Belichtungsdreieck - kleine Version

Um dieses Belichtungsdreieck zu verstehen, kann man sich folgende Situation vorstellen.

Ein Beispielmotiv wäre mit folgenden Werten perfekt belichtet:

  • ISO 100
  • Belichtungszeit 1/100 Sekunde
  • Blende 8

Ändert man nun bei den Einstellungen einen dieser Werte um einen Schritt, z.B. die Blende auf 11, so müsste man einen der beiden anderen Werte ebenfalls um einen Schritt verändern um ein identisch belichtetes Bild zu  bekommen. In dem Beispiel z.B. die Belichtungszeit auf 1/160 Sekunde. Am Ende stehen dann zwei richtig belichtetet Fotos. Durch die unterschiedliche Blende entstehen aber Unterschiede bei der Schärfe im Foto. Und genau diesen Effekt kann man gezielt einsetzen, wenn das Prinzip einmal verstanden ist.

Schaut generell, dass Ihr im Zweifelsfall ein Foto lieber ein wenig unter- als überbelichtet. Dunkle Stellen kann man meistens in der Fotobearbeitung noch ein wenig aufhellen. Überstrahlte, weiße Flecken sind dagegen hoffnungslos verloren und lassen sich nicht mehr retten.

Wichtig zu verstehen ist, dass diese drei Werte immer in Abhängigkeit stehen um ein richtig belichtetes Bild zu bekommen.

Programmautomatiken an der Kamera richtig nutzen

Das Wissen, wie das Belichtungsdreieck funktioniert, hilft Euch nun dabei, die Programme an der Kamera richtig einzusetzen. Für verschiedene Anwendungen machen die verschiedenen Grundprogramme, die Blenden- oder Zeitautomatik, durchaus Sinn. Wir machen fast alle unsere Fotos in einem der beiden Programme. Die Vollautomatik nutzen wir nur sehr selten, da wir dabei zu wenig Einfluss auf die Bildgestaltung mit der Blende haben. Eben sowenig nutzen wir die Motivprogramme, die unsere Kameras anbieten.

ISO-Einstellungen

Bei allen der folgenden Automatiken spielt auch der ISO-Wert eine Rolle. Mittlerweile sind wir dazu übergegangen, den ISO Wert auf Automatik zu setzen und dabei den maximalen ISO-Wert zu beschränken.