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Fotos gerade ausrichten – ein Must-Do!

Von |2019-01-08T18:13:47+00:0010.11.2018|Fotoschule Reisen, Fotobearbeitung Tipps|2 Kommentare

Zuletzt aktualisiert am 8. Januar 2019 um 18:13

Auch wenn man keine Fotobearbeitung mag – das gerade Ausrichten von Fotos ist aber ein unerlässliches Must-Do für jeden Fotografen.

Wir stöbern ja unendlich gerne durch das Netz und schauen uns Fotos von anderen FotografInnen an. Und auch in den social Medias werden wir mit Fotos bombardiert. Dabei sind oft wunderschöne Fotos, auch von „Gelegenheitsknipsern“ oder von anderen Hobbyfotografen. Leider sehen wir aber auch sehr oft Fotos, die zwar ein tolles Motiv und sogar einen ansprechenden Bildaufbau zeigen, die aber total schief sind.

Da läuft dann das Meerwasser aus einer Seite aus dem Bild heraus oder ganze Wälder kippen um. Dabei ist es gaaanz einfach, sowas zu korrigieren. Das geht sogar am Smartphone ganz einfach.

Warum Bilder gerade ausrichten?

Kurzform: Weil es aus einem Knipsbild ein Foto macht. Einer der ersten Schritte zum richtig guten Foto.

Langform: Das menschliche Auge und die „Bildverarbeitung“ im Kopf nimmt ein schiefes Bild direkt als „falsch“ wahr. Der Eindruck des Fotos wird sofort mit „da stimmt was nicht“ assoziiert. Daher fällt es den meisten Menschen direkt unangenehm auf, wenn ein Foto schief ist. Dabei muss diese „Schiefe“ gar nicht extrem ausgeprägt sein. Und gerade Fotografen neigen dazu, ein schiefes Fotos direkt als „Knipsmachwerk“ abzustempeln. Und das passiert nicht ganz zu Unrecht.

Schiefes Meer

Wir können das auch – schiefes Meer direkt aus der Kamera – ihr seht ja, was dann passiert.

Daher, dreht Eure Fotos gerade – das ist die erste Voraussetzung für ein ansprechendes Foto.

Einfachste Lösung: Gerade Fotos fotografieren!

Die Lösung aller Probleme wäre es ja, direkt alle Fotos so zu fotografieren, dass da nichts korrigiert werden muss. Moderne Kameras bieten dafür auch Hilfswerkzeuge an.

So bieten einige Modelle eine Wasserwaage, die im Sucher oder auf dem Display angezeigt wird. Diese zeigt dem Fotografen an, wann die Kamera gerade zum Horizont ausgerichtet ist. 

Bei anderen Kameras, auch Smartphones, kann oft ein Gitternetz eingeblendet werden. An dieses Gitternetz kann das Foto dann ausgerichtet werden.

Probleme beim Ausrichten der Kamera beim Fotografieren

Diese Techniken helfen dabei, die Fotos direkt gerade zu fotografieren. Allerdings klappt das in der Praxis trotzdem nicht immer. Wir selber produzieren auch mit diesen Hilfsmitteln immer noch viele schiefe Bilder.

Gerade bei Schnappschüssen bleibt oft nicht die Zeit, die Kamera erstmal gerade auszurichten. 

Zudem ist die Genauigkeit der Hilfsmittel so eine Sache. Wenn im kleinen Kamera-Display der Horizont an einer Hilfslinie ausgerichtet wird, kann es aussehen, als ob es gerade ist. Wenn das Foto dann auf einem großen Monitor angesehen wird, stellt man oft fest, dass der eine Grad Abweichung an der Kamera nicht sichtbar war, in der großen Ansicht dann aber sehr wohl zu sehen ist.

Und oft hat man keine Bezugslinie im Motiv, an dem man das Bild ausrichten kann. Ein Vogel, der im Blätterwald eines Baumes sitzt, da wird es eng mit der Ausrichtung am Horizont. Hier hilft dann aber die Wasserwaage im Kamera-Display. Oder man orientiert sich beim Fotografieren an den Beinen des Vogels, welche meistens senkrecht zur Erdachse stehen sollten. Irgendwie findet man immer was – zur Not auf den eigenen Eindruck verlassen. Wenn das Bild schief wirkt, dann ist es das (meistens) auch. 

Trotzdem sollten diese Hilfsmittel in der Praxis genutzt werden. So vermeidet man auf jeden Fall die komplett schiefen Fotos. Denn unser Gleichgewichtssinn sorgt zwar (meistens) für einen aufrechten Gang. Bis zu den Händen, welche die Kamera halten, reicht er aber meistens nicht.

Wann ist ein Foto gerade?

Eine wichtige Frage ist  ja immer noch, wann ist ein Foto eigentlich gerade ausgerichtet?

Ganz einfach ist das bei Fotos zu erkennen, wo der Horizont als gerade Linie zu sehen ist. Idealerweise mit dem Meer im Hintergrund. Die Erdkrümmung lassen wir jetzt mal außen vor. Wenn der Horizon in diesen Bilder exakt waagerecht ist, dann ist das Foto gerade ausgerichtet. Und bei solchen Fotos fallen schiefe Fotos auch direkt extrem auf.

Bilder mit Horizont

Horizont gerade ausgerichtet
Horizont kippt 0,5° nach links
Horizont kippt 1° nach links

Der sichtbare Horizont verrät die kleinsten Fehler bei der Ausrichtung. Das erste Bild ist richtig ausgerichtet, mit waagerechtem Horizont. Beim nächsten Bild kippt der Horizont nur um 0,5 Grad nach links, beim nächsten Bild im 1 Grad. Das ist wirklich nicht viel, fällt aber direkt ins Auge.

Bilder mit festen Bezugslinien

Bei anderen Fotos, wo der Horizont oder andere Motive nicht so feste Bezugslinien liefern, fallen so geringe Abweichungen nicht unbedingt auf.

Solche festen Bezugslinien für das Auge findet man in verschiedenen Formen. Allerdings selten in der Natur, mit Ausnahme des Horizont über dem Meer. Denn wie sagte Herbert Knebel schon so schön? Die Natur kennt keinen rechten Winkel. Trotzdem bieten Bäume und Pflanzen oft einen Bezug, um Fotos gerade zu drehen. Viele Pflanzen, wie eben Bäume oder auch Kakteen, tendieren dazu, relativ senkrecht in die Höhe zu wachsen. Und ein Waldfoto, wo alle Bäume 10 Grad nach links kippen, sehen halt merkwürdig aus.

Bezugslinien können zum Beispiel Häuser im Bild sein, die meistens recht gerade gebaut sind – von irgendwelchen Lehmhütten oder Wellblechkonstrukten mal abgesehen. Auch Laternen oder andere feste Gegenstände können solche Bezugslinien liefern. Aber Vorsicht, solche Dinge stehen nicht immer exakt senkrecht.

Häuserreihe ausgerichtet
Häuserreihe kippt 1 Grad nach rechts
Häuserreihe kippt 2 Grad nach rechts

Die Häuserreihe oben kann nicht am Horizont ausgerichtet werden, da dieser von den Bergen im Hintergrund verdeckt ist. Also wurden das erste Bild in der Reihe an den senkrechten schwarzen Rahmen des orangenen Hauses ausgerichtet. Dazu können bei Gebäuden wunderbar vorhandene Strukturen genommen werden. Das können Fensterreihen sein, Balkone oder eben solche Malerarbeiten. Dabei müsst ihr Euch ein wenig darauf verlassen, dass die Architekten und Maler sauber gearbeitet haben.

Nehmt zum Ausrichten auch immer eine senkrechte Linie – und zwar nahe an der Bildmitte. Waagerechte Linien ermöglichen oft keine saubere Ausrichtung, wenn das Motiv nicht exakt im 90° Winkel fotografiert wurde (Stichwort Fluchtpunkt – vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den Kunstunterricht).

Und nahe der Bildmitte sollte die Linie liegen, weil es durch Aufnahmewinkel und Verzerrungen des Objektives am Rand zu stürzenden Linien kommen kann – daran auszurichten wäre eine schlechte Idee.

Ausrichtung von Weitwinkelaufnahmen

Weitwinkel ausgerichtet
Weitwinkelaufnahme an der falschen Linie ausgerichtet
Weitwinkelaufnahme entzerrt

Besonders bei Weitwinkelaufnahmen besteht schnell die Gefahr, die Bilder falsch auszurichten. Hier treten die stürzenden Linien bis nahe an die Bildmitte auf.

In dem Beispiel oben wurde das erste Foto an der senkrechten Linie des kleinen Balkons, von dem weißen aus oben auf dem Berg, ausgerichtet. Das zweite Foto wurde an der Hauskante des rechten Hauses ausgerichtet. Dieses ist nun gerade, dafür kippen die Gebäude links extrem nach rechts und das weiße Haus oben droht vom Hügel zu rutschen.

Bei Weitwinkelaufnahmen kann es sogar Sinn machen, die stürzenden Linien von einer Fotobearbeitung komplett entfernen zu lassen. Das Ergebnis seht im im dritten Foto. Wir wollten das an dieser Stelle nur mal erwähnt haben. Das macht aber nicht immer Sinn, da es Bilder auch oft unnatürlich erscheinen lässt. Aber dieses Entzerren ist mal einen eigenen Beitrag wert.

Bilder ohne Bezugslinien ausrichten

Dann gibt es noch Fotos, die eigentlich keine festen Bezugslinien liefern. Das sind oft Aufnahmen von irgendwelchen Details oder Motiven, wo im Hintergrund kein Bezug zur Umwelt zu sehen ist. Dann bleibt eigentlich nur noch die Möglichkeit, sich auf sein Gefühl zu verlassen. 

 

Teide gerade ausgerichtet
Teide schief

So ist das erste Bild vom Teide ausgerichtet, das zweite dagegen kippt um 5 Grad. Woher wir das wissen? Weil wir die Situation vor Ort gesehen haben. Ein Ausrichten des Fotos ist ein wenig schwierig. Kein Horizont, meine Gebäude, Nebel im Bild. Einzig und alleine der krumme Kaktus könnte einem helfen, das Bild gerade auszurichten. Ansonsten muss man sich einfach auf sein Gefühl verlassen.

Oft weiß man selber, was sein kann und was nicht. Das geht uns oft bei unseren Tierfotos so. Hier mal ein Beispiel.

Erdmännchen ausgerichtet
Erdmännchen schief

Wir haben in unserer Zoo-Fotografen-Karriere gefühlt tausende Erdmännchen-Fotos gemacht und stundenlang vor den Gehegen der putzigen Tiere gesessen. Daher wissen wir, die Wächter stehen immer mit senkrechtem Oberkörper in der Gegend rum. Die würden niemals so schräg stehen, wie auf dem zweiten Foto zu sehen ist.

Auch solche Erfahrungen helfen Euch dabei, Fotos gerade auszurichten.

Fotoregel: Richte Deine Bilder gerade aus!

Beherzigt also die Fotoregeln und richtet Eure Bilder gerade aus. Die Betrachter Eurer Fotos werden Euch dankbar sein

Und wisst ihr, was das Schönste an solchen Regeln ist? Wenn man sie beherrscht, kann man sie auch wunderbar brechen!

Papagei - fast um 30° gedreht
In einer Ruine in Schottland

Es kann durchaus sinnvoll sein, Fotos eben nicht gerade zu fotografieren oder auszurichten. Den Papagei haben wir fast um 30° nach links gedreht. Dadurch kommt der Kopf und der Körper besser ins Bild. Störend ist die Drehung nicht, da keine Bezugslinie zu sehen ist, ab der man die Drehung erkennen kann.

Auch die Aufnahme aus der Ruine in Schottland ist mit Absicht so gedreht. Die Säule, die eigentlich senkrecht steht, führt hier aber mit seinen Linien das Auge des Betrachters zu den Konturen an der Decke. In beiden Fällen ist die Drehung also ein absichtliches Stilmittel. Allerdings passt das nicht bei allen Fotos. Sehr gut funktioniert das mit Fotos, wo klare Linien zu sehen sind, die man durch die Drehung noch betonen möchte. Experimentiert damit auch mal rum, oft sind es dann genau diese Fotos, die ein Wow beim Betrachter auslösen.

Fazit: Dreht Eure Fotos gerade, das erfreut den Betrachter

Dreht Eure Fotos gerade, richtet sie so aus, dass man nicht auf den ersten Blick sieht, dass sie schief sind. Dafür braucht man auch keine aufwendige Fotobearbeitungs-Software. Das geht mit den Bordmittel von Windows oder dem Mac und auch auf dem Smartphone kann das Ausrichten meistens mit der Standard-App zum Bilder ansehen erledigt werden.

Die Betrachter Eurer Bilder werden es Euch danken und Eure Fotos in Zukunft noch lieber anschauen.

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Fotografie Schule für Reisefotos

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2 Kommentare

  1. Bernhard 14. November 2018 um 11:32 Uhr - Antworten

    Guter Artikel. Bei dem Satz „Wenn man sie beherrscht, kann man sich auch wunderbar brechen!“ musste ich lachen., Das sollte doch wohl eher „kann man sie auch wunderbar brechen“ heißen ;)

    • Thomas Jansen 14. November 2018 um 23:12 Uhr - Antworten

      LOL – Danke Bernhard. Das übersieht man auch beim 100. Korrekturlesen.

      LG Thomas

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