Welchen Führerschein braucht man für ein Wohnmobil in den USA oder Kanada?

----Welchen Führerschein braucht man für ein Wohnmobil in den USA oder Kanada?
  • Über 6 Tonnen - ein C30 Wohnmobil

Welchen Führerschein braucht man für ein Wohnmobil in den USA oder Kanada?

Von |2017-08-14T14:29:25+00:0007.07.2016|Reisetipps USA|22 Kommentare

Zuletzt aktualisiert am 14. August 2017 um 14:29

Führerschein für das Wohnmobil, welchen braucht man in den USA oder Kanada? Ist das Wohnmobil fahren mit Klasse B möglich?

Im Moment herrscht ein wenig Aufregung auf dem Reisemarkt. Der DRV (Deutscher ReiseVerband) überraschte in den letzten Wochen mit einer Mitteilung zum Thema Führerscheine beim Mieten eines Wohnmobils.

In dem zweiseitigen Schreiben heißt es, das Inhaber von Führerscheinen der Klasse B nur noch Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen anmieten dürfen. „Dies ist insbesondere eine im Hinblick auf die Anmietung von Campern in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland wichtige Einschränkung“ – heißt es weiter. 

Wie reagieren die deutschen Reiseveranstalter?

Alle waren nun gespannt, wie denn die deutschen Reiseunternehmen reagieren werden. Und genau diese Reaktion verwirrt Touristiker und Reisende noch mehr.

Über 6 Tonnen - ein C30 Wohnmobil

Über 6 Tonnen – ein C30 Wohnmobil

DER Tour und die Camperbörse setzen diese Regelung um. Kunden wurden angeschrieben und auf das Problem aufmerksam gemacht. Ihnen wurde angeboten, die Buchungen innhalb von 14 Tagen kostenlos stornieren zu können, wenn sie nur die neue Klasse B besitzen. Beim Besitz der alten Klasse 3, welche das Führen von Fahrzeugen bis 7,49 Tonnen zulässt, ist alles kein Problem.

Andere Reiseveranstalter folgen der Maßnahme aber nicht. So haben sowohl FTI als auch CANUSA bekannt gegeben, dass dieser Hinweis sie selber überrascht habe und er nicht umgesetzt wird. Auch mit den hauseigenen Versicherungen sei das geklärt worden, dass es zu keinerlei Problemen im Schadensfall kommen wird.

„Die Beschränkung auf 3,5 Tonnen gilt nur innerhalb der Europäischen Union“ sagt ein Sprecher von FTI. Außerhalb der EU, also z.B. in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland dürfen sehr wohl schwerer Fahrzeuge bewegt werden. Ein Risiko, den Versicherungsschutz zu verlieren, sieht man bei FTI übrigens nicht: „Das haben wir mit unseren Vermietern und unserer Versicherung abgeklärt. Der Schutz im Falle eines Unfalls besteht weiter“, stellt der Sprecher klar.

Beide Unternehmen habe somit auch bis heute keine Änderung an ihren Mietbedingungen vorgenommen.

Neuerungen ab 01.09.2016 – es wird noch komplizierter 

Um es jetzt ganz kompliziert zu machen, sind für die Winter- und Sommersaison 2016/2017 die Regelungen wieder geändert worden. Das generelle Verbot, Wohnmobile nicht mehr mit Klasse B buchen zu dürfen hat wohl doch zu viele Kunden gekostet. Jetzt haben fast alle Veranstalter in Kanada komplett zurück gerudert und in den USA gibt es nur noch eine Beschränkung bei der Anmietung in Nevada.

Neuregelung Führerscheine bei deutschen Reiseveranstaltern – Anmietung in den USA

Hier eine Übersicht der aktuellen Regelungen für das meist gebuchte C-Klasse-Wohnmobil:

  • DER-Tour: Alle C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden. Außer in Nevada, hier wird Klasse 3 oder C1/C benötigt.
  • Camperbörse: Alle C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden. Außer in Nevada, hier wird Klasse 3 oder C1/C benötigt.
  • Meiers Weltreisen: Alle C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden. Außer in Nevada, hier wird Klasse 3 oder C1/C benötigt.
  • ADAC-Reisen: Für alle Wohnmobile C-Klasse wird der Führerschein Klasse 3 oder C1/C benötigt.
  • FTI, TUI, CANUSA: Hier reicht für alle C-Klasse Modelle der Führerschein Klasse 3 oder B.

Ebenso kompliziert ist die Regelung bei den großen Mobilen der A-Klasse:

  • DER-Tour: A-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gebucht werden. In Nevada benötigt man aber Klasse 2 (!) oder C.
  • Camperbörse: Alle C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden. Außer in Nevada, hier wird Klasse 3 oder C1/C benötigt.
  • Meiers Weltreisen: A-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gebucht werden. In Nevada benötigt man aber Klasse 2 (!) oder C.
  • ADAC-Reisen: Für die A-Klasse wird immer die Klasse 2 (!) oder C benötigt.
  • FTI, TUI, CANUSA: Hier reicht für alle A-Klasse Modelle der Führerschein Klasse 3 oder B.

Wir konnten in den Mietbedingungen der Veranstalter keine Information finden, ob man mit einem Wohnmobil, welches man mit Klasse B in z.B. Kalifornien angemietet hat, dann auch nicht nach Nevada fahren darf. Daher können wir im Moment nicht sagen. ob die Regelung ausschliesslich für die Anmietung gilt oder auch ein durchfahren des Bundesstaates nicht erlaubt ist. Wir werden uns dazu aber noch schlau machen.

Neuregelung Führerscheine bei deutschen Reiseveranstaltern – Anmietung in Kanada

Hier ist, bis auf eine Ausnahme, nun wieder alles beim alten und es kann jedes Fahrzeug mit Klasse 3 oder B gemietet werden.

  • DER-Tour: Alle A-Klasse- oder C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden.
  • Camperbörse: Alle A-Klasse- oder C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden.
  • Meiers Weltreisen: Alle A-Klasse- oder C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden.
  • ADAC-Reisen: Für alle Wohnmobile C-Klasse wird der Führerschein Klasse 3 oder C1/C benötigt. Für A-Klasse-Modelle werden die Klassen 2 (!) oder C benötigt.
  • FTI, TUI, CANUSA: Alle A-Klasse- oder C-Klasse-Modelle können mit Klasse 3 oder B gefahren werden.

Damit ist die Verwirrung nun komplett! Wir empfehlen zur Buchung dringend, diese Regelungen zu beachten. Es kann durchaus sein, dass ihr sonst Probleme bei einem Fahrzeugschaden bekommt. 

Wie reagieren die Wohnmobilvermieter?

Sowohl Cruise America, Road Bear und Apollo in den USA als auch Fraserway in Kanada weisen in ihren Mietbedingungen bisher weiter darauf hin, das für deutsche Mieter die Führerscheinklassen B oder 3 vollkommen ausreichend ist.

In den Ländern gelten die dort gesetzlich vorgeschriebenen Gewichtsgrenzen zum Führen einen Fahrzeuges.

In den USA und Kanada sind das z.B: 11,9 Tonnen mit einem Führerschein für PKWs. Darüber hinaus kennt man in den USA auch nur noch Führerscheine für gewerbliche LKWs (Trucks) und Motorräder. Eine kleinere Staffelung der Gewichte gibt es dort gar nicht. 

Welche Auswirkungen hätte die Umsetzung?

Schauen wir uns doch mal, am Beispiel von Cruise America die Gewichte der angebotenen Fahrzeugtypen an.

Wohnmobil Gewichte bei Cruise America

Wohnmobil Gewichte bei Cruise America

Hier sieht man, selbst das kleinste Modell wiegt bereits über 4 Tonnen. Es wäre für Reisende, mit Führerscheinklasse B, nicht mehr möglich ein Wohnmobil aus der C-Klasse zu buchen. In den USA gibt es kaum Anbieter, die kleinere Modell anbieten. In Kanada, Neuseeland und Australien gäbe es die Möglichkeit, sich einen Campervan zu mieten, aber auch hier sollte man dann auf die angegebenen Gewichte schauen.

Kurz gesagt, hier würde für die Tourismusbranche ein Markt weg brechen, ebenso für die Anbieter von Wohnmobilen in den USA, Kanada und den anderen Ländern. Für viele Reisende würde der Traum vom Urlaub mit der grenzenlosen Freiheit Wohnmobil platzen.

Führerschein Wohnmobil: Wie geht es nun weiter?

Hier können wir nur mutmaßen und unsere eigene Einschätzung schreiben. 

Im Moment scheint sich abzuzeichnen, dass das Problem offensichtlich von einer Versicherung ausgeht, welche mit DER Tour und der Camperbörse zusammen arbeitet. Weitere deutsche Anbieter und die Wohnmobilfirmen selber folgen dem Hinweis nicht, dort scheint es auch keine Probleme mit den Versicherungen im Schadensfall zu geben.

Es bleibt nun abzuwarten, wie es weiter gehen wird. Vielleicht gibt es bald plötzlich eine neue Zusatzversicherung für Fahrer mit Führerscheinklasse B, vielleicht machen aber auch die Vermieter entsprechend Druck und diese Regelung wird hinfällig.

Fakt ist, seit der Einführung der neuen Führerscheinklassen in Deutschland 1999 hat es bis heute keine Probleme bei der Anmietung von schweren Wohnmobilen in den Ländern gegeben. Auch nach intensiver Suche in vielen Foren, Fachseiten, Touristikseiten konnten wir keinen beschriebenen Fall finden, wo die Versicherung nach einem Unfall oder Schaden Probleme wegen der Führerscheinklasse gemacht hat. Auch einen Fall, wo ein  Fahrverbot wegen Fahrens ohne Führerschein ausgesprochen wurde, konnten wir nirgendwo finden.

Sollte einer unserer Leser so einen Fall kennen, dann würden wir uns auf einen Hinweis dazu freuen.

Im Moment würden wir jedem Reisenden empfehlen, bei den Unternehmen zu buchen, die in Ihren Mietbedingungen ausdrücklich schreiben, dass Klasse B ausreichend ist. Allerdings würde man im Moment mit dem Risiko leben müssen, dass sich das in den nächsten Wochen vielleicht ändert. 

Wir halten euch hier auf dem Laufenden, wenn es neue Erkenntnisse gibt.

Ergänzung 09.12.2015: Auch TUI-Camper als Vermittler sieht keinen Anlass, dass man mit Klasse B die Wohnmobile in den Ländern nicht fahren darf: http://www.tuicamper.com/infos-tipps/wohnmobil-fuehrerschein/

Ergänzung 07.07.2016:  Wir waren diese Woche auf einer Infoveranstaltung von FTI. Dort haben wir nachgefragt, ob auch bei FTI-Camperbuchungen eine Einschränkung zu erwarten sei. Dies wurde ausdrücklich vernein. Bei FTI kann man weiter alle Camper im Programm mit Klasse 3 oder B  anmieten und fahren. Für uns ist das prima, weil wir über unser Büro auch FTI verkaufen können.

 

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr schon mal Probleme mit dem Wohnmobil bzw. eurem Führerschein gehabt? Über euere Erfahrungen in den Kommentaren würden wir uns sehr freuen.

22 Kommentare

  1. Petra 2. Dezember 2015 um 13:28 Uhr - Antworten

    Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht -.-

    • Thomas Jansen 2. Dezember 2015 um 14:35 Uhr - Antworten

      Besser hätte man es nicht zusammen fassen können, Petra ;-)

      LG Thomas

  2. Carolin von Caros Küche 5. Dezember 2015 um 9:53 Uhr - Antworten

    Oh, das ist ja total spannend. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem Führerschein Klasse B überhaupt sowas großes hätte anmieten dürfen. Da wird der Gedanke an so eine Reise ja richtig attraktiv … :)

  3. Patrick 9. Dezember 2015 um 22:44 Uhr - Antworten

    Hoch lebe die Welt der Bürokraten :)
    Hatte dieses Jahr glücklicherweise noch keine Probleme beim RV Anmieten in Kanada. Hab da grade noch mal nachgeschaut und bei den Reiseunterlagen ist nicht mal nen Gewicht aufgeführt. Nur die Länge des Fahrzeugs. Sehr speziell…

    • Thomas Jansen 10. Dezember 2015 um 8:06 Uhr - Antworten

      Moin Patrick,

      die Gewichtsangaben findet man auch nur sehr selten. Die oben gezeigten habe ich aus dem Betriebshandbuch für die RVs von Cruise America gefunden, wovon es auch eine Online-Version gibt.In den Beschreibungen bei verschiedenen Anbietern habe ich vergeblich gesucht.

      LG Thomas

  4. David 25. April 2016 um 17:33 Uhr - Antworten

    Da schießt sich die Camperbörste leider ins eigene Bein, werden wohl über einen anderen Anbieter buchen!
    Welche Vermittlung würdet ihr empfehlen?? :)

    • Thomas Jansen 25. April 2016 um 18:12 Uhr - Antworten

      Hi David,

      ich schreibe Dir gleich eine Mail. Es gibt alternative Anbieter, wo wir auch gerne für Euch schauen können. Wir haben ja auch ein Reisebüro ;-)

      LG Thomas

  5. Kate 7. Juli 2016 um 12:44 Uhr - Antworten

    Hi Thomas, wo hast du die aktuellen Mietbedingungen der Camperbörse vom 28.06.2016 gefunden?

    • Thomas Jansen 7. Juli 2016 um 13:45 Uhr - Antworten

      Hi Kate,

      ich finde es nicht mehr. Danke für den Hinweis. Vielleicht hatte ich ein altes Dokument erwischt. Jetzt steht in den aktuellen Bedingungen wieder, Klasse 3 oder C1 erforderlich. Wobei die sich da selber widersprechen. Denn ein C30 wiegt, beladen und je nach Ausstattung, mehr als 7,5 Tonnen. Den dürfte man dann, nach deren Argumentation, auch nicht mit Klasse 3 fahren. https://www.camperboerse.de/reisetipps/usa/camper-ratgeber

      Danke auf jeden Fall fürs Nachfragen, den Absatz oben habe ich mal schnell wieder durchgestrichen.

      LG Thomas

  6. Amelie 22. Oktober 2017 um 17:08 Uhr - Antworten

    Guten Tag,
    Haben sie mittlerweile in Erfahrung bringen können, ob man Nevada mit dem Wohnmobil durchfahren darf, wenn man dies in Kalifornien anmietet?

    • Thomas Jansen 24. Oktober 2017 um 8:13 Uhr - Antworten

      Hi Amelie,

      nein, nichts konkretes. Ich habe bisher aber noch von keinen Fällen gehört, wo das zu Problemen geführt hat.

      LG Thomas

  7. Rosch 12. November 2017 um 10:46 Uhr - Antworten

    Ich möchte ein ​Wohnmobil mieten in der Schweiz. Hat jemand bereits Erfahrungen mit dem Portal *** (Spam entfernt) gemacht?

    • Thomas Jansen 12. November 2017 um 11:08 Uhr - Antworten

      Hallo lieber Rosch,

      hm, netter Versucht. Vielleicht wäre ich sogar drauf reingefallen, wenn Du nicht eine Mailadresse mit der gleichen Domain wie die beworbene Seite angegeben hättest. Ok, ich hätte den Links sowieso gelöscht, käme mir aber etwas weniger verarscht vor.

      So, und am Ende noch ein kleiner Tipp: Linkbuilding über Kommentare ist sowas von 2012.

      LG Thomas

  8. Maximilian 11. März 2018 um 22:48 Uhr - Antworten

    wollte grad bei camperboerse buchen (LA nach Vegas) und stolpere dann im letzten Schritt über den Hinweis, dass ich dafür mindestens Klasse 3 benötige und Klasse B nicht ausreicht…

    weiß jemand, warum das speziell für NEVADA gilt? Hat speziell Nevada da irgendwelche Beschränkungen, welche die anderen amerikanischen Bundesländer nicht haben?

    • Thomas Jansen 12. März 2018 um 19:53 Uhr - Antworten

      Hi Maximilian,

      eine verlässliche Aussage, warum das in Nevada so ist, habe ich noch nirgendwo bekommen.

      LG Thomas

  9. Marlies 13. März 2018 um 20:01 Uhr - Antworten

    Bezieht sich das Problem vielleicht nur auf die Anmietung IN Nevada, nicht aber auf die Durchfahrt durch Nevada? Hat da jemand evtl. eine Antwort?

    • Thomas Jansen 15. März 2018 um 17:29 Uhr - Antworten

      Hi Marlies,

      auch das ist eine gute Frage. Ich vermute, es geht nur um die Anmietung. Ich habe zumindest noch von keinem Fall gehört, wo Leute wegen des Führerscheins bei der Durchfahrt in Nevada Probleme bekommen haben.

      Ich übernehme in 4 Wochen selber ein Wohnmobil, in Nevada. Da werde ich mal versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen.

      LG Thomas

  10. Maximilian 15. März 2018 um 18:32 Uhr - Antworten

    Hallo Marlies,
    Hallo Thomas,

    laut camperboerse ist das Problem einfach, dass Nevada der einzige Bundesstaat ist, in dem ausgestellte Führerscheine eine Gewichtsbegrenzung kennen (was sonst in Rest-USA nicht der Fall ist).

    Aufgrund dieses Umstandes könnte es laut camperboerse möglicherweise zu Problemen kommen, falls es zu einem gravierenden Unfall käme. Die „Gegenseite“ (Unfallgegner) könnten sich dies zu Nutzen machen und argumentieren, dass der Fahrzeugführer aufgrund der Gewichtsbeschränkung gar nicht zum Führen des WoMos befugt gewesen wäre.

    Letztlich handelt es sich da – nach meiner Meinung – um eine rein versicherungstechnische Frage. Will man also riskieren, dass man mit dem WoMo einen großen Haftpflichtschaden auslöst, der dann am Ende von der Versicherung nicht gedeckt ist. Man stelle sich nur vor, man fährt z.B. versehentlich in eine Menschenmenge und verletzt / tötet viele Menschen.

    Die Schadensersatzklage möchte ich (nach US-amerikanischem Recht) nicht gegen mich ausfechten müssen. Wir haben uns daher jetzt entschieden, einen Mietwagen zu nehmen und auf das WoMo zu verzichten (schweren Herzens).

    Nach Aussage von camperboerse hat das zwar noch nie zu Problemen geführt…aber ich möchte nicht unbedingt der erste sein.

    Ich würde nur dann ein WoMo in Nevada mit Klasse B mieten, wenn mir der Vermieter / Vermittler zweifelsfrei bestätigt, dass alle möglichen Schäden im Rahmen der Versicherung auch mit Klasse B abgedeckt sind. Sofern sich die Versicherung klar dazu bekennt, damit kein Problem zu haben, wäre das OK – aber da scheint es aktuell keine Übereinkunft zu geben.

    Viele Grüße
    Maximilian

    • Thomas Jansen 15. März 2018 um 19:23 Uhr - Antworten

      Hi Maximlian,

      und genau diese Tatsache, dass es ein Versicherungsproblem ist, habe ich auch im Verdacht. Allerdings ist es dabei so, dass es sich teilweise ja um deutsche Versicherungen handelt, wenn man von Deutschland aus über einen der hiesigen Veranstalter bucht. Und die scheinen das Problem zu sein.

      Interessant ist in dem Zusammenhang ja noch, dass wenn man direkt bei den Firmen in den USA bucht, das alles kein Problem ist.

      Camperboerse hat übrigens Unsinn erzählt. Auf der Webseite des Department of Motorvehicles Nevada sind die Führerscheinklassen aufgelistet. Selbst der einfache, nicht kommerzielle, Führerschein (Class C) erlaubt dort das Führen von Fahrzeugen bis 26.000 Pounds – also 11,9 Tonnen. Daran liegt es definitiv nicht!

      Quelle: http://www.dmvnv.com/nvdl.htm

      LG Thomas

  11. Maximilian 16. März 2018 um 9:01 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    laut camperboerse handelt es sich nicht um deutsche Versicherungen, sondern um amerikanische.

    Laut camperboerse hätten diese „signalisiert“, dass sie mit dieser Problematik kein Problem hätten – was auch immer das heißen mag. Ich jedenfalls für meinen Teil würde nur dann mit dem WoMo nach Nevada fahren, wenn die Versicherung das vor Anmietung auch zweifelsfrei = schriftlich zusagt, dass auch in Nevada mit Klasse-B-Führerschein volle Deckung besteht.

    Dass es bei Direktbuchung in USA „kein Problem“ ist, würde ich nicht sagen – ich kann / darf ja auch über camperboerse buchen. Die wollen halt die Haftung dafür nicht übernehmen, falls was passiert und weisen vorab darauf hin, was auch OK ist.

    Andere deutsche Veranstalter tun das nicht – da kann ich auch problemlos buchen, genauso wie „direkt“ bei den ausländischen WoMo-Vermietern. Ob es dann in einem Schadenfall Probleme gibt oder nicht, hat damit allerdings ja nichts zu tun.

    Die Gewichtsbeschränkung in Nevada ist in der Tat sehr großzügig bemessen. Aber ich glaube darum geht es nicht – wenn ich einen deutschen Klasse 3 Führerschein hätte, dann dürfte ich ja auch bis 7,5t fahren. Es geht speziell darum, dass für den deutschen Klasse B Führerschein eine Gewichtsbeschränkung von 3,5 tonnen gilt und eventuelle Unfallgegner (respektive auch die Versicherung) darauf plädieren könnten, dass damit die Erlaubnis zum Führen größerer Fahrzeuge gar nicht bestand.

    Alles in allem eine sehr unbefriedigende Situation – ich verstehe auch nicht, warum man da vonseiten der deutschen Reiseveranstalter nicht auf die Versicherungen zugeht und versucht, dieses Problem im Sinne der Klasse-B-Fahrer zu lösen. Evtl. auch über eine deutsche Zusatzdeckung o.Ä.. Ich denke es wäre für jeden Klasse-B-Fahrer OK, wenn er z.B. für diese Zusatzdeckung dann ein paar Euro am Tag extra zahlen müsste.

    Viele Grüße
    Maximilian

    • Thomas Jansen 16. März 2018 um 9:32 Uhr - Antworten

      Hi Maximilian,

      aber die 3,5 Tonnen Beschränkung müsste ja dann in den kompletten USA zu Bedenken führen und nicht nur in Nevada.

      BTW: Nach meinen Informationen ist das eine US-einheitliche Regelung, dass der normale „PKW“-Führerschein bis 11,9 Tonnen gilt. Ich habe natürlich nicht jedes der 50 Bundesländer kontrolliert. Ich erinnere mich aber an eine Aussage, dass das eine Bundesvorgabe ist. Die Differenzen in den Bundesstaaten liegen mehr bei LKW-Führerscheinen bzw. Führerscheine zur Nutzung von gewerblichen Fahrzeugen, Schulbusse usw.

      Mit kein Problem bzgl. der Anmietung in den USA meine ich, die wissen garnicht wovon wir hier reden. Ich hatte mich letztens mit einer Dame von Cruise Amerika auf einer Messe darüber unterhalten. Die konnte das überhaupt nicht nachvollziehen.

      Du hast aber auf jeden Fall Recht, die Situation ist unbefriedigend und verwirrend. Ich werde in 4 Wochen ja in die USA reisen, und eben in Nevada ein Wohnmobil übernehmen. Mal schauen, ob die da vor Ort mehr wissen. Ich bin eh fein raus, ich habe noch die gute, alte Klasse 3.

      LG Thomas

  12. […] In Kanada gibt es die Einteilung in Führerscheinklassen nicht, wie das in Deutschland der Fall ist. Hier darf mit dem normalen Führerschein ohne Weiteres ein Fahrzeug über 3,5 Tonnen gefahren werden. Vor einiger Zeit war es mal im Gespräch, dass alle mit dem deutschen Führerschein Klasse B kein Wohnmobil mehr in Nordamerika mieten dürfen – da sogar das Kleinste Model mehr als 3,5 Tonnen wiegt. Dies hatte anscheinend versicherungstechnische Gründe. Inzwischen hat sich dieser Wirbel aber wieder gelegt und die meisten Anbieter vermitteln auch wieder/weiterhin kanadische Wohnmobile an Führerscheinbesitzer der Klasse B. Da das Thema immer mal wieder präsent ist, würde ich vor Abschluss des Vertrags unbedingt noch einmal beim Vermittler oder auch der Vermietstation selbst nachfragen. Einen sehr guten Überblick in diese regelmäßige Diskussion findest du bei unseren Bloggerkollegen vom Reisen-Fotografie-Blog im Beitrag: „Welchen Führerschein braucht man für ein Wohnmobil in den USA oder Kanada?“ […]

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