Zuletzt aktualisiert am 16. November 2018 um 14:17

Nach unseren ganzen Berichten über den Yellowstone Park wird es nun mal Zeit, über den zweiten großen National Park unserer letzten Reise zu berichten – dem Glacier Nationalpark.

Der Glacier liegt im Norden von Montana, direkt an der kanadischen Grenze. Als Waterton Lake National Park gibt es auch einen kanadischen Teil des Nationalparks, den man über einen kleinen Grenzübergang erreichen kann.

Glacier Nationalpark – westlicher Teil

Wir haben den National Park auf der westlichen Seite erreicht und hatten einen Stellplatz auf dem Glacier Campground in West Glacier vorgebucht. Die Buchung haben wir 3 Tage vorher telefonisch durchgeführt, da es in der Woche schwierig war, einen freien Stellplatz in der Nähe der Parks zu finden. Es ging halt auf den 4. Juli zu und gefühlt war halb Amerika mit Wohnmobilen unterwegs.

Als Anreisedatum hatten wir bewusst den 30. Juni gewählt, da ab dem 01. Juli das Shuttle Bus System im Park seinen Betrieb aufnimmt. Dazu aber später noch mehr.

Sacred Dancing Cascade

Sacred Dancing Cascade

Den Nachmittag des Tages haben wir im westlichen Teil des Glaciers verbracht und sind erst ein wenig am McDonald Creek entlang gefahren, wo es einige kleinere Wasserfälle und Stromschnellen zu sehen gibt.

McDonald Falls im Glacier

McDonald Falls im Glacier

Dominiert wird der westliche Teil des Parks vom Lake McDonald. Dieser rund 12 Meilen lange See liegt am Fuße der Berge des Nationalparks. Also wurde es für uns Zeit, mal eine kleine Bootstour zu machen.

Rundfahrtboot auf dem Lake McDonald

Rundfahrtboot auf dem Lake McDonald

Eigentlich wollten wir uns ein kleines Boot mieten und selber fahren. Das war aber leider wegen der Winde an dem Tag nicht möglich. Die nette Dame am Verleih erklärte uns, diese Winde würden so ungünstig stehen, dass Gefahr bestand, mit den nur leicht motorisierten Booten nicht mehr zurück zur Verleihstation zu kommen. Das Risiko wollten wir dann auch nicht eingehen und haben uns lieber Tickets für die einstündige Rundfahrt gekauft.

Gewaltiger Blick vom See auf die Berge

Gewaltiger Blick vom See auf die Berge

Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vom See aus hatte man einen wunderbaren Block auf die Berge des National Parks. Nebenbei bekam man noch eine Menge Informationen zur Pflanzen und Tierwelt im Park durch die Bootsführerin.

Going-to-the-Sun Road – Logan Pass

Am zweiten Tag war dann der Logan Pass unser Ziel – die Going-to-the-Sun Road. Von vielen Reisenden wird die Straße als schönste Straße in den National Parks der USA bezeichnet.

Diese 50 Meilen lange Straße geht quer durch den Park, vom West- bis zum Osteingang und überquert dabei den Logan Pass auf 2026 Metern.

Ein Problem hat man aber, wenn man mit dem Wohnmobil am Glacier ist. Die Going-to-the-Sun Road ist über weite Strecken für Fahrzeuge gesperrt, die länger als 21 Feet und breiter als 8 Feet sind. Da wir mit unserem Wohnmobil beide Werte überschritten mussten wir also einen Alternative wählen.

Wie oben beschrieben, haben wir den 01. Juli als Termin gewählt, da an diesem Tag das Shuttle-Bus-System im Park seinen Betrieb aufnimmt. Wir sind dann früh am Morgen zum westlichen Visitor Center gefahren und haben uns an der Schlange für die kostenlosen Shuttle Busse angestellt. Und eine dreiviertel Stunde später standen wir immer noch da. Die Busse sind recht klein, daher passen nur 18 Leute in so einen Bus. Hochgerechnet auf die Schlange vor uns kamen wir zur Erkenntnis, das wir auch die nächsten 2 Busse fahren lassen mussten und somit nochmals 60 Minuten Wartezeit vor uns hätten. Und wie sieht das dann an den Zwischenstationen aus? Muss man da auch so lange warten? Ne, das konnte es nicht sein.

Tour Busse im Glacier

Red-Bud-Touren im Glacier

Alternativ gibt es noch die Red-Bus-Touren. Diese bieten verschiedene Touren, zwischen 2 und 6 Stunden mit ihren schönen Bussen an. Nur, die sind richtig teuer (eine 4-Stunden Tour sollte 90 Dollar pro Person kosten) und vor allem waren die ausgebucht.

Dann fiel uns noch eine andere Möglichkeit ein. Direkt gegenüber unseres Campingplatzes gab es eine Firma, welche Hubschrauber Rundflüge über den Glacier anbot. Und die hatten auch ein „Rental Cars“ Schild am Zaun hängen. Also rein ins Wohnmobil, kurz aus dem Park raus auf den Highway und schnell einen normalen PKW gebucht.

Unser Leihwagen für einen Tag

Unser Leihwagen für einen Tag

Das ganze ging übrigens richtig flott – kurz Ausweis und Führerschein über die Theke gereicht, Vertrag unterschieben, 64 Dollar gezahlt und schon hatten wir einen PKW und der Logan Pass stand uns offen. Das Wohnmobil konnte übrigens in der Zeit auf dem Gelände der Hubschrauber Firma stehen bleiben. Dabei sollte man nur darauf achten, keine losen Teile außen am Wohnmobil zu haben. Die sechs Hubschrauber flogen recht tief über dieses Gelände hinweg und machten dabei ordentlich Wind.

Nun konnten wir also endlich auf die Going-to-the-Sun Road – und es war wirklich wunderschön dort. Je höher man kam, desto genialer wurden die Aussichten.

Blick von der Going-to-the-Sun Road

Blick von der Going-to-the-Sun Road

Die Straße in an einigen Stellen wirklich ein wenig eng, für amerikanische Verhältnisse. Daher konnten wir das Verbot für Wohnmobile auf der Strecke nachvollziehen. Das wäre an manchen Ecken wirklich sehr eng gewesen, wenn sich da zwei RVs entgegen gekommen wären.

Wasserfall

Wasserfall

Durch die anhaltende Schneeschmelze haben wir noch sehr viele Wasserfälle bestaunen können. Drei Wochen vor unserer Ankunft war der Pass noch gesperrt, da war noch alles voller Schnee.

Ein wunderbare Blick ins Tal

Ein wunderbare Blick ins Tal

Oben auf dem Logan-Pass war dann die Hölle los, da haben wir nur einen kleinen Pipi-Stop gemacht und sind dann auf der östlichen Seite wieder runter ins Tal gefahren. Auch hier durchzogen überall Wasserfälle die Landschaft.

Wasserfälle überall

Wasserfälle überall

Der östliche Teil der Straße war dann leider über eine weite Strecke Baustelle. So konnte man dort kaum die Aussichtspunkte anfahren. Vor allem war ein 10 Meilen langes Stück im Einbahnverkehr, so das man erst mal 20 Minuten warten musste, bis man dann ohne Stopp den Baustellenbereich durchfahren konnte.

Irgendwie ritt uns dann die völlig verrückte Idee, auch den kanadischen Teil des Parks zu besuchen. Also am Osteingang raus auf den Highway und ab nach Norden. Die kleine Grenzstation erreichten wir dann nach etwas über einer halben Stunde Fahrt. Dort war so wenig los, das wir dann ruckzuck in Kanada waren (wieder ein Stempel mehr im Pass).

Willkommen in Kanada

Willkommen in Kanada

Leider war das Wetter auf der östlichen Seite des Glacier richtig schlecht, an dem Tag. Und je weiter wir nach Kanada rein fuhren, desto schlechter wurde es.

Berge im Regen

Berge im Regen

Also entschlossen wir uns, das Vorhaben abzubrechen und auf nächstes Jahr zu verschieben, wenn wir eh in Kanada unterwegs sind. Kurzerhand also drehten wir und kamen bereits nach einer Stunde wieder am Grenzübergang an. Auch die Einreise in die USA war völlig Problemlos – die kennen das dort, dass die Touris mal eben in den kanadischen Teil des Parks fahren.

Riesiger Fuchs mit Beute im Maul

Riesiger Fuchs mit Beute im Maul

Auf der amerikanischen Seite haben wir dann eines der faszinierendsten Tierfotos des Urlaubs schießen können. Genau genommen hat Melanie das durch die Windschutzscheibe gemacht – allen Respekt. Dieser riesige Fuchs lief auf einmal seelenruhig an uns vorbei, mit Beute im Maul. Es sind auf jeden Fall zwei Tiere – aber was für welche?

Kaum über den Logan Pass zurück im westlichen Teil des National Parks war auch das Wetter wieder bombig. Es gab zwar noch Wolken, diese sorgten aber eher für wunderschöne Motive, zusammen mit den Bergen.

Wolken am Berg

Wolken am Berg

An einem Aussichtspunkt haben wir dann Freundschaft geschlossen, mit dieser netten Dame, die sich durch die Touristen mal so gar nicht aus der Ruhe bringen lies.

Rehdame

Rehdame

So langsam ging es für uns wieder abwärts, Richtung West Glacier und zur Vermietstation unseres Autos. Die Investition hatte sich auf jeden Fall bezahlt gemacht. Alleine die Möglichkeit, an wirklich allen Aussichtspunkten halten zu können und in Ruhe die Landschaft zu genießen war es Wert für diesen Tag den PKW genommen zu haben. Die Shuttle Busse fahren nur von den großen Spots zum nächsten und auch die Red Bus Touren haben lange nicht an allen möglichen Stopps angehalten.

Berge und Wolken

Berge und Wolken

Am Highway haben wir dann noch eine interessante Wiese entdeckt. Hier lebte eine Kolonie von Earth-Squirrels.

Earth Squirrel - Alaaaarm

Earth Squirrel – Alaaaarm

Der kleine Kerl hat wirklich konsequent Alarm gegeben, sobald man einen Fuß auf die Wiese gesetzt hat. Und schwups, waren alle anderen Koloniebewohner in ihren Höhlen verschwunden.

Fazit – Glacier ist ein Traum

Einen Besuch im Glacier Nationalpark können wir nur empfehlen. Die tollen Berge, die Seen und Flüße, die Wasserfälle und auch die Tierwelt sind wunderschön zu beobachten. Wir hatten ja nur anderthalb Tage Zeit für den Park, da wir ja zurück in den Yellowstone wollten. In dieser Zeit konnten wir aber in Ruhe die Going-to-the-Sun Road fahren und wirklich alle Aussichtspunkte mitnehmen. Wenn mehr Zeit vorhanden ist, bietet der Glacier noch zahlreiche weitere Möglichkeiten. So gibt es sehr viele Wanderwege, Bootstouren auf allen Seen und noch weitere Bereiche des Parks, im Südosten, die man mit dem Auto erreichen kann.

Das waren unsere anderthalb Tage im Glacier Nationalpark im Schnelldurchgang. Wir hoffen, die Eindrücke und die kleinen Geschichten haben euch wieder ein wenig gefallen.

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Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

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