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Einsteiger in die Fotografie stehen oft vor einen riesigen Berg an Fragezeichen. Blende, ISO, Belichtungszeit – was ist das eigentlich alles? Stehen diese Dinge alle in einem Zusammenhang, auf dem Weg zum korrekt belichteten Bild?

Ja, das tun sie und zwar in dem bekannten Belichtungsdreieck. Das zeigen wir euch mal, zusammen mit ein paar Erklärungen in einer Infografik. Es ist unserer erste, selbst erstellte Infografik und wir sind schon sehr gespannt, wie diese bei euch ankommt.

Das Belichtungsdreieck – die drei Eck-Parameter

1 – Die Blende

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv. Je weiter diese Blende geöffnet ist, desto mehr Licht kann in einer fest gelegten Zeit auf den Sensor fallen. Stellt Euch das vor, wie einen Wasserhahn – je weiter dieser geöffnet ist, desto mehr Wasser kommt z.B. pro Minute in der Badewanne darunter an.

Die Öffnung der Blende wird mit der Blendenzahl angegeben. Eine geöffnete Blende hat z.B. den Wert f2,8 – eine geschlossenere Blende z.B. f16. Also merken: Je größer die Blendenzahl, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt pro Zeit auf den Sensor.

Allerdings beeinflusst die Blende auch die Schärfentiefe im Bild. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto kleiner ist die Ebene im Foto, die Scharf dargestellt wird. So kann es bei einem Portrait vorkommen, dass bei Blende f2,8 nur die Nasenspitze der abgelichteten Person scharf ist, Augen und Ohren sind schon außerhalb der Schärfeebene. Bei Blende 16 würde dann der komplette Kopf, von der Nasenspitze bis hinter die Ohren, scharf sein. Das ist jetzt natürlich nur ein gaaaanz einfaches Beispiel.

Eine zu weit geschlossene Blende dagegen kann zu einer Beugungsunschärfe führen. Ganz, ganz, ganz einfach erklärt: Bei einer stark geschlossenen Blende wird das Licht an den Lamellen der Blende gebrochen und trifft falsch auf den Sensor. Dadurch kommt es dann zu den Unschärfen im Foto. Das war jetzt wirklich ganz einfach erklärt. 

Die Einstellung der Blende  kann gezielt zur Bildgestaltung eingesetzt werden. Wollt ihr eine Person oder einen Gegenstand scharf im Vordergrund, vor einem verschwommenen, unscharfen Hintergrund abbilden, so nehmt dafür eher eine offene Blendeneinstellung (kleine Blendenzahl). Diese Unschärfe im Hintergrund nennt man auch Bokeh – vielleicht habt ihr das schon gehört. Wollt ihr ein Landschaftsfoto von vorne bis hinten scharf stellen, so bietet sich eher eine geschlossene Blende (große Blendenzahl).

2 – Die Belichtungszeit

Die Belichtungszeit regelt die Zeitspanne, in der beim Auslösen Licht auf den Sensor fällt.

Lange Belichtungszeiten werden eingesetzt, wenn es entweder zu dunkel für kürzere Belichtungszeiten ist oder wenn man bestimmte Effekte erzielen möchte. Das beste Beispiel dafür sind immer Wasserfälle. Fotografiert man diese mit 1/2000 Sekunde, also einer sehr kurzen Belichtungszeit, dann friert die Bewegung des Wassers ein. Im Detail kann man dann jedes einzelne Tröpfchen sehen. 

Bei einer längeren Belichtungszeit, sagen wir mal 1/20 Sekunde, sieht man von dem Wasser am Wasserfall keine Details mehr. Es ist nur noch ein verwaschener, dynamischer Bereich zu sehen – so macht man das fliessende Wasser auf dem Foto sichtbar.

Für lange Belichtungszeiten empfiehlt sich die Benutzung eines Statives. Denn ab einer gewissen Belichtungszeit, kann man aus der Hand keine scharfen Fotos mehr machen. Als Faustregel gilt hier, dass ihr etwa die eingesetzte Brennweite aus der Hand fotografieren könnt. Bei 200mm Brennweite wären das also 1/200 Sekunde – bei 50mm Brennweite dann 1/50 Sekunde. Bei Kameras oder Objektiven mit Stabilisatorsystem und ein wenig Übung geht es aber auch ein wenig länger.

3 – Der ISO Wert

Der ISO Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors (ganz vereinfacht ausgedrückt). Je höher der ISO Wert ist, desto mehr Licht zeichnet der Sensor bei gleicher Blende und Belichtungszeit auf.

Allerdings kommt bei hohen ISO Werten das Bildrauschen ins Spiel, das wäre ja sonst auch zu einfach. Moderne, hochwertige Kameras können aber hohe ISO Werte ganz ordentlich darstellen. Bei APS-C-Kameras sollten Werte bis 800, bei Vollformat Kameras sogar bis 3200 oder 6400 machbar sein. 

Bis zu welchem ISO Wert Eure Kamera brauchbare Bilder macht, probiert einfach selber mal aus. Fotografiert in einer dunklen Umgebung mit verschiedenen Werten und schaut anschliessend am Rechner, ab welcher ISO Einstellung das Rauschen störend wird. Ganz wichtig ist es, am Rechner zu schauen – die Anzeige in der Kamera ist viel zu klein, da sieht man das Rauschen nicht unbedingt.

Warum ergeben diese 3 Parameter das Belichtungsdreieck?

Um ein perfekt belichtetes Fotos zu bekommen, spielen diese drei Werte zusammen. Nehmen wir mal an, ein Motiv ist mit folgenden Einstellungen perfekt belichtet:

  • Blende f8
  • Belichtungszeit 1/200 Sekunde
  • ISO 100

Wenn wir jetzt einen der drei Werte verändern, müssen wir die einen anderen oder die beiden anderen Werte anpassen um wieder ein perfekt belichtetes Foto zu bekommen. Stellen wir z.B. die Blende von der letzten Einstellung auf f5,6 um, so müssten wir nur halb so lange belichten um auf die gleiche Belichtung zu kommen:

  • Blende f5,6
  • Belichtungszeit 1/400 Sekunde
  • ISO 100

Deswegen spricht man vom Belichtungsdreieck – diese drei Werte stehen in einem festen Zusammenhang, auf dem Weg zu richtig belichteten Foto.

Infografik Belichtungsdreieck – große Version

Die große Version der Infografik enthält neben der grafischen Darstellung des Belichtungsdreieck noch ein paar Erklärungen zu den einzelnen Parametern.

Infografik Belichtungsdreieck

Infografik Belichtungsdreieck

 

Infografik – kleine Version

Die kleine Version der Infografik beschränkt sich  auf die grafischen Darstellung.

Infografik Belichtungsdreieck - kleine Version

Infografik Belichtungsdreieck – kleine Version

Gerne dürft ihr die Infografiken auch auf eurem Blog oder eurer Webseite einbinden. Verlinkt dann bitte die Grafik oder einen beistehenden Text zu dieser Seite hier.

Download als PDF-Datei

Hier könnt ihr die beiden Infografiken als pdf-Datei herunterladen.

Unsere erste Infografik. Wir sind schon ganz gespannt auf euer Feedback dazu. Hilft Euch die Grafik, Gefällt die euch, könnte man was verbessern, fehlt was oder ist sie in Ordnung. Einfach einen Kommentar mit eurer Meinung hier hinterlassen.

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Dieser Beitrag ist Teil unserer Fotoschule – Tipps und Tricks für schönere Urlaubsfotos. Wenn ihr mehr zu dem Thema lesen wollt, so schaut mal auf der Startseite unserer Fotografie Schule vorbei. 

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