Zuletzt aktualisiert am 25. Juni 2018 um 19:28

Och nö, nicht noch ein Instagram-Bashing-Beitrag. Jaja, ich weiß, die schiessen im Moment wie Pilze aus dem Boden. Da ich aber in verschiedenen Diskussionen rund um Instagram nicht immer den gleichen Roman schreiben will, wird es Zeit, meine Einstellung zu diesem *hüstel* Social Media mal niederzuschreiben. Das ganze mit einer gesunden Portion Selbstironie! Natürlich ist das alles maximal Subjektiv, besonders meine Tipps, welchen Profilen ich gerne folge.

„Nicht erfolgreich“ bei Instagram – das hat Gründe

Bunte Instagram Timeline - so wird das nichts

Bunte Instagram Timeline – so wird das nichts

Schaut man sich verschiedene „Ratgeber“ für einen erfolgreichen Instagram-Auftritt an, wird schnell klar, warum ich da „keinen Erfolg“ habe.

„Überlege bei jedem Foto, ob es zu dem Stil Deiner bisherigen Bilder passt.“

Bäm – schon verloren. Die Welt, in der ich Fotografiere, ist meistens bunt – mit ganz verschiedenen Farben. Manchmal ist sie auch grau, mal hell, mal dunkel. Und entsprechend sieht auch meine Timeline aus. Sie ist ein Streifzug durch meine fotografische Tätigkeit, mit allen Facetten und meinen Stilen, die durchaus variieren können

„Wähle einen simplen, cleanen Hintergrund mit weißen, hellen, pastellfarbenen Tönen.“

Ähm, ja, wie jetzt? Geht nicht! Soll ich demnächst eine Hintergrundszene im Zoo bei den Tieren aufbauen? Soll ich beim Sonnenaufgang an einem Tempel warten, bis der Himmel schön hell ist? Neee, finde ich doof, mach ich nicht!

„Wähle einen einheitlichen Filter!“

Das ist gut, das mache ich. Mein einheitlicher Filter ist der „gar-kein-Filter“. Den nutze ich konsequent auf allen meinen Bildern. Endlich mal einen Punkt, den ich befolge. Aber mal im ernst, diese ganzen Instagram-Filter sind doch übel, aus fotografischer Sicht. 

„Selfies sind das Salz in der Suppe!“

Da bin ich komplett raus. Ich mag keine Selfies und ich mag auch keine Profile bei Instagram, die sich als Reiseprofile präsentieren, man aber die schönen Ecken der Welt nicht sehen kann, weil konsequent einer im Weg rum steht. 

„Bleib bei einem Thema!“

Schon wieder dumm gelaufen. Ich behandle auf meinem Blog verschiedene Themen, auch mein Leben ist recht vielseitig und so sieht auch mein Profil bei Instagram aus. Reisebilder, gemischt mit Tierfotos und die Kaffeetasse vom Frühstück kann auch mal dazwischen rutschen. Tja, ich könnte dafür jetzt zwei oder mehr Instagram-Accounts führen, dazu fehlt mir aber die Lust und die Zeit.

Fazit: Ich bin definitiv nicht Instagram-Massen-Kompatibel. Mit so vielen nicht eingehaltenen Regeln wird das nichts mit einem „erfolgreichen“ Instagram Account. Ich habe aber keine Lust, mit meinem Profil in der Masse der einheitlich gestalteten Sternchen-Profile unterzugehen.

Aber: Was ist denn eigentlich erfolgreich bei Instagram? Ich habe, trotz der vielen stylistischen Vergehen, trotzdem Follower dort – dabei spielt die Zahl der Follower nur eine untergeordnete Rolle für mich. Diese Follower scheinen mir ehrlich zu folgen, weil sie meine Bilder mögen. Hm, eigentlich nicht schlecht oder? Dagegen folge ich fast ebenso vielen Profilen zurück. Nicht weil sie mir folgen, nicht weil ich bei verschiedenen der beknackten Follow-4-Follow-Runden mitgemacht habe. Nein, ich folge denen einfach, weil mir ihre Bilder gefallen.

Dabei sind das oft Profile, die selber kaum Follower haben. Denn gerade dort findet man viele tolle Fotografen, die wunderbare Fotos zeigen, die eben nicht dem Einheits-Brei bei Instagram und eine Welt zeigen, die es real gar nicht gibt. Dafür sehe ich, beim durchscrollen meiner Timeline, eine farbenfrohe, abwechslungsreiche Welt voller Bilder. Meine Timeline ist bunt, abwechslungsreich und beinhaltet oft richtige fotografische Perlen – und das ganz ohne Pastellfarben.

Vielleicht bin ich also doch erfolgreich bei Instagram, aber aus einer anderen Sicht gesehen. Weg vom Instagram-Mainstream, der so einheitlich wie langweilig ist. 

Instagram und die Follower

Warum nutzen Blogger Social Medias? Ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen und bei mir ist ganz klar der Fokus darauf gerichtet, Leser auf den eigenen Blog zu bekommen. Dummerweise bekomme ich von Instagram genau 0-5 Leser im Monat. Das Elend fängt ja schon damit an, dass man bei den Fotos dort keine Links setzen kann. Damit fällt Instagram als Besucherquelle für den Blog komplett raus.

Daher habe ich für mich entschlossen, Instagram als reine Fotoplattform zu nutzen. Ein Medium, wo ich meine Bilder zeigen kann, abseits vom Blog. Dabei sind wir dann Follower-Zahlen auch relativ egal. Das zeichnete sich monatelang dadurch aus, dass ich mir die Zahl der eigenen Follower nur angeschaut habe, wenn ich das Media-Kit für den Blog aktualisiert habe, denn Firmen stehen ungemein auf Instagram (warum auch immer).

Durch die Diskussionen in den letzten Wochen, habe ich aber mal so ein Tool auf dem Handy installiert, wo man das Verhalten der eigenen Follower ein wenig aufgeschlüsselt bekommt. Dieser Anfall von Neugierde brachte einige Erkenntnisse zum Mikrokosmos Instagram. Da wird gefolgt und entfolgt was das Zeug hält. 80 % aller neuen Follower entfolgen einen oft nur Stunden später. Mir ist klar, dass dahinter oft Robots stecken, dass die Instagramer das nicht alleine und zu Fuß machen. Daher bin ich auch ein großer Freund davon, dass Instagram gegen die verschiedenen Robot-Systeme vorgeht und diese sperrt. 

Ziel scheint es dabei zu sein, ein Profil zu bekommen, welches tausende von Followern hat und selber nur ein paar hundert anderen Accounts folgt. Das soll wohl suggerieren, dass das Profil wahnsinnig interessant ist, praktisch eine Berühmtheit, an der man nicht vorbei kommt. Man könnte auch unterstellen, dass sich die Instagramer selber einen Dreck um die Fotos anderer Menschen, ihrer Follower, kümmern – das würde ich aber nieeemals tun.

Davon ausgegangen, dass die Follower alle echt sind (nicht lachen, mein Glaube an das Gute im Menschen ist grenzenlos), erklärt das auch, warum ich mit 1000 Followern so dahin dümpel. Mein Profil ist nicht massentauglich bei Instagram, spricht offensichtlich keine große Zielgruppe an – und das ist gut so. 

Übrigens, diese K/H-Profile (tausende Follower (K), nur hunderten (H) aber selber folgen) machen rund 90% der Folgen-/Entfolgen-Vögel aus. Daher, ich folge da nicht mehr zurück, aus Prinzip. Selbst wenn mir die Bilder gefallen würden, was aber zu 99% nicht der Fall ist, weil Einheitsbrei… ihr wisst schon. 

Warum bin ich noch bei Instagram

Wenn man sich von dem Gedanken gelöst hat, Instagram als Social Media zu betrachten und die Hoffnung damit Leser auf den Blog zu bekommen, dann fängt es wieder an Spaß zu machen. Als reine Bilderplattform, mit seiner eigenen Blase an Profilen, denen man folgt weil einem die Bilder gefallen. Weiter haben ich mich schon lange davon verabschiedet, Erfolg über Follower-Zahlen zu definieren. Und nirgendwo trifft das mehr zu, als bei Instagram – was oft nur eine große Scheinwelt vermittelt. Nicht nur bei den zahlreichen gestellten Bildern und dem damit vermittelten Lebensgefühl, nein auch bei den Followerzahlen.

Mehrmals stand ich kurz davor, den Instagram-Account komplett zu löschen. Dieses Folgen-Entfolgen-Spiel geht mir auf die Nüsse. Der Algorithmus, der mir vorschreibt was ich wann zu sehen bekomme, gehört abgeschafft. Trotzdem bin ich noch da und stöbere am Abend gerne durch meine Timeline oder durch bestimmte Hashtags und finde da immer wieder schöne, wunderbare Fotos von tollen, meist unbekannten Menschen. 

Tipps für einen Instagram-Account, dem ich folgen würde

Jetzt werden einige Instagram-Profis und Ratgeber vermutlich Schnappatmung bekommen. Aber ich selber folge vielen Profilen, die folgende fürchterlichen Tipps erfüllen:

  • Zeige Bilder, wie sie Dir gefallen und nicht wie einige Instagram-Gurus es vorschreiben. Die Welt ist bunt, lebhaft, abwechslungsreich und besteht nicht aus Pastellfarben und überbelichteten Himmeln.
  • Zeige Motive, die Dir Spaß machen und Dir gefallen. Sind es verschiedene Themengebiete? Egal, trotzdem zeigen.
  • Du arbeitest gerne mit verschiedenen Fotostilen, mal schwarz-weiß, mal HDR, mal Sepia? Du magst Street-Fotografie ebenso wie Landschaftsfotografie? Zeige Deine Vielfalt, stehe dazu.
  • Zeige auch mal Dinge, die nicht schön sind.
  • Packe nicht auf jedes Foto Dein Gesicht. Ehrlich, das will niemand sehen!
  • Fotos, auf denen man Deinen Rücken sieht, sind ja auch so ein Renner. Aber, muss es auf wirklich jedem Foto sein? Irgendwann lutscht sich jeder Trend mal aus.
  • Es stört gar nicht, wenn Du selber vielen anderen Accounts folgst. Es zeigt mir, dass Du an der Community interessiert bist, dass Du auch gerne Fotos anderer ansiehst und Dein Profil nicht nur der Selbstdarstellung dient.
  • Genauso wenig ist eine geringe Followerzahl ein Hinweis auf schlechte Qualität der Bilder.

Generell folge ich nur Profilen, wo mir die Bilder gefallen. Natürlich schaue ich mir jedes Profil an, welches mir neu folgt. Wenn mir die Bilder dort gefallen, dann folge ich auch gerne zurück. Wenn die Fotos mir aber nicht zusagen, dann gibt es auch keinen Klick auf Follow. Genauso wenig erwarte ich das von den Menschen, denen ich folge. Folgt mir bitte nur, wenn Euch meine Bilder gefallen. Wenn nicht, dann lasst es bleiben, auch wenn ich euch folge.

[Update 18.06.2018] 

Instagram Accout gelöscht

Die Bloggerin Vreni hat sich wegen Instagram eine einstweilige Verfügung eingefangen. Sie hat in ihren Beiträgen dort Marken markiert, obwohl das keine Werbung im eigentlichen Sinne war. Sie hat die Produkte selber gekauft und mit der Markierung nur ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen.

Und in einem ersten Gerichtsurteil wurde diese einstweilige Verfügung nun bestätigt. Rechtskräftig ist das noch nicht, da Vreni in die nächste Instanz gehen will. Dafür mal ein dickes Danke, dass sie diesen weg geht, der für viele BloggerInnen richtungsweisend sein wird.

Ich selber habe aber inzwischen wenig Hoffnung, das nachfolgende Instanzen anders entscheiden werden. Man kann es auch knapp zusammenfasse: Alle bekloppt geworden!

Wenn ich jedes Produkt- oder Firmenerwähnung als Werbung markieren muss, wird doch die ganze Werbekennzeichnung ad absurdum geführt. Kein Mensch kann dann noch erkennen, was wirklich ein werblicher Artike ist und was einfach nur ein Test oder eine Empfehlung ist.

Ich hatte bei Instagram bei fasst allen Fotos die Kameras getaggt, mit denen die Fotos aufgenommen wurden. Somit tauchten überall die Hashtags Panasonic oder Sony auf. Und deswegen hätte ich da jetzt alle Beiträge als Werbung kennzeichnen müssen? Die können mich mal. Ich habe den ganzen, teuren Krempel aus eigener Tasche bezahlt, keinen Cent habe ich von den Firmen bekommen.

Also war jetzt einfach die logische Konsequenz, mein Konto dort zu löschen. Wie weiter oben zu lesen ist, hatte ich eh schon ein recht gespaltenes Verhältnis zu Instagram. Das war jetzt der Auslöser, um sich endlich von dieser Plattform zu trennen.

Jetzt weißt Du, wie und warum ich Instagram nicht mehr nutze. Jetzt interessiert mich Deine Meinung zu dieser Plattform? Hau in die Tasten und lass einen Kommentar hier, das würde mich sehr freuen.

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