Fotografen-Interview 21: Sabine Bassier (Fratuschi)

---Fotografen-Interview 21: Sabine Bassier (Fratuschi)
  • Interview mit Sabine Bassier - Fratuschi

Fotografen-Interview 21: Sabine Bassier (Fratuschi)

Von |2018-10-10T11:04:52+00:0013.09.2018|Fotografen-Interview|3 Kommentare

Zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2018 um 11:04

In unseren Fotografen-Interviews möchten wir Euch regelmäßig tolle Fotografinnen und Fotografen vorstellen. Die meisten werden aus den Bereichen Reise- und Tierfotografie kommen. Da wir aber auch offen für andere Genres sind, schauen wir im Laufe der Serie auch mal über den Tellerrand hinaus. Andere fotografische Bereiche schauen wir uns immer gerne an, auch wenn wir da selber fotografisch nicht unterwegs sind.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen der Interviews und beim Anschauen der tollen Bilder.

Fotografen Interview mit Sabine Bassier

Wer ist denn eigentlich Sabine Bassier?

Ich bin ein Kind des Ruhrpotts und lebe mittlerweile in einem Dorf am Niederrhein.

Nach dem Studium habe ich mich hauptsächlich um meine Karriere gekümmert und erst Ende dreißig die Liebe meines Lebens und meine Leidenschaft für das Reisen gefunden. Seitdem hat sich mein Leben komplett verändert und ich habe Meetings und Excel-Listen hinter mir gelassen. Neben meinem Reiseblog, fertige ich Ringkissen für Hochzeiten an und bin Mitinhaberin einer Weddingplaner Agentur.

Wen und was möchtest Du mit Deiner Webseite erreichen?

In meinem Reisemagazin geht es vor allem um Luxusreisen und exklusive Erlebnisse. Das bedeutet aber nicht Bling Bling oder Chi-chi.  Mein Motto lautet »Luxusreisen ohne Tinnef und Allüren«.

Es geht weniger um Shoppingausflüge oder teure Yachten als eher um atemberaubende Orte und die besten Hotels am Ort.  Ich suche nach ganz besonderen Perlen, wie etwa einem Hotel mit Ausblick auf den Uluru im australischen Outback oder ein Privatkonzert in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Im deutschsprachigen Raum gibt es tendenziell weniger Blogs, die sich mit dieser Nische befassen. Aus meiner eigenen vergeblichen Suche nach diesen Themen, ist mein Blog entstanden.

Wie und wann bist Du das erste Mal mit Fotografie in Berührung gekommen?

Auch erst sehr spät, eigentlich zeitgleich mit der Leidenschaft zu Reisen ist auch das Interesse an Fotografie entstanden.

Ich hatte ein Aha-Erlebnis: In unserem Garten habe ich Schnirkelschnecken entdeckt und mit dem IPhone gefilmt. Spontan kam mir der Gedanke, mir die Kamera meines Mannes zu schnappen. Als ich mir die Fotos später am Computer angeschaut habe, war ich völlig von den Socken. So hatte ich Schnecken noch nie gesehen. Ich konnte eine Art Mimik und sogar so etwas wie Zähne erkennen. Haben Schnecken Zähne? Das Bild ist kein fotografisches Meisterwerk, aber für mich war es ein sehr beeindruckender Moment. Fotografie lässt mich die Welt neu entdecken.

Was war Deine erste Kamera und womit fotografierst Du heute?

Irgendwann habe ich dann die gerade erwähnte Kamera meines Mannes übernommen, eine EOS 6D. Diese und auch die damalige 5D Mark III meines Mannes habe ich sehr geliebt. Die Kameras sind verhältnismäßig anspruchslos und man bekommt fast in jeder Situation – auch auf die Schnelle – ein gutes Foto hin. Aber beide sind auch unfassbar schwer und groß.

Deshalb habe ich mich nach langem Zetern von der Canon getrennt und darf nun eine Fuji X-T2 mein Eigen nennen, die ist viel leichter und passt in meine Handtasche. 

Mein Mann hat sich in den letzten Jahren intensiv in das Thema Fotografie eingearbeitet und unfassbar weiterentwickelt. Mittlerweile fotografiert er mit Leica und Hasselblad. Auch diese nehme ich manchmal in die Hand aber merke dann immer wieder schnell, dass ich einfach nicht der Typ für diese Art Kameras bin. Bei mir muss es flott gehen… Wer sich für die eben erwähnten Kameras interessiert, findet auf meinem Blog Gastartikel meines Mannes über die Leica M und die Hasselblad  X1D.

Wie würdest Du selbst Deinen fotografischen Stil beschreiben und in welchen fotografischen Genres bist Du unterwegs?

Wie sagt man so schön: It´s all about the light.

Ich liebe Lichtstimmungen in den verschiedensten Tönen. Ich habe keinen festgelegten Stil. Ich sehe ein Bild, eine Komposition, einen Ausschnitt und den möchte ich festhalten.

Was ist Dein Lieblingsland oder –ort zum Fotografieren?

Ich fotografiere jeden Tag immer und überall, gerne auch mit dem iPhone. Es kann das Kornfeld um die Ecke im Sonnenuntergangslicht sein, ein kleines mallorquinisches Dorf oder Kängurus in Australien. Doch ganz besonders gerne fotografiere ich die Dünenlandschaften auf Sylt.

Was möchtest Du mit Deinen Fotos erreichen?

Ich möchte Stimmungen einfangen und weitergeben. Ob Hotelzimmer oder Strand, ich versuche, die Atmosphäre des Momentes auf ein Foto zu bannen.

Was würdest du gerne an deiner Fotografie verändern?

Manchmal wünsche ich mir, dass ich mehr Interesse und Disziplin für Kamera- und Fototechnik aufbringen könnte. Vielleicht würden meine Fotos dadurch besser werden. Natürlich kenne ich die Grundregeln der Fotografie und Kameraeinstellungen aber diese nutze ich nur, wenn es wirklich sein muss.

Ich bezeichne mich selbst als Knipserin, weil ich gerne im Automatikmodus fotografiere. Mein Interesse fokussiert sich auf den Inhalt des Bildes.

Was zeichnet für Dich ein wirklich herausragendes Foto aus?

Es muss in mir eine Emotion erzeugen. Immer die gleichen Bilder von den Hotspots der Welt, die von Frauen mit großen Schlapphüten halb verdeckt werden oder langzeitbelichtete Wasserfälle, erzeugen in mir überhaupt nix.

Es muss technisch kein perfektes Bild sein aber es muss mich dazu bringen, dass ich es länger betrachte und darüber nachdenke. Ich möchte Raum für Interpretation in Bildern finden und gedanklich auf eine Reise gehen.

Welcher Fotograf oder Künstler inspiriert dich?

Es gibt so unheimlich viele Fotografen, die brillante Bilder machen. 

Besonders beeindruckt hat mich Sebastião Salgado. Sowohl seine eigene Geschichte als auch seine Bilder (z.B. Genesis) sind mitreißend. Ich empfehle allen Lesern die Dokumentation «Das Salz der Erde«. Aber Achtung, das ist kein gute Laune Film!

Auch Steve McCurrys Bilder imponieren mir immer wieder. Mir fehlt leider das Talent, Menschen zu fotografieren, vermutlich bin ich deshalb immer so sehr fasziniert von seinen Porträts.

Gibt es ein Bild, dass Dir besonders am Herzen liegt? Warum?

Sterne Sylt - Sabine Bassier

Im Januar auf Sylt habe ich mein erstes Astrofoto aufgenommen. Das macht mir Hoffnung für Australien, denn bei unserem letzten Aufenthalt dort hatten wir kein Stativ dabei und konnten diesen unfassbaren Sternenhimmel im Outback nicht fotografieren. Ich möchte ihn so gerne in einem Bild festhalten, denn es gibt kaum etwas was mich so tief ergriffen hat wie dieser Sternenhimmel.

5 Lieblingsbilder von Sabine Bassier

Outback Northern Territory, Australien (Canon EOS 5D Mark III)

Eines der Highlights unserer Down Under Reise war der Sunrise- Helikopterflug über den Uluru, Kata Tjuta und den Kings Canyon. Diese Weite ist unfassbar. Ich freue mich schon so sehr darauf, dass wir bald wieder dort sind.

Levi, Finnisch Lappland (Fuji X-T2)

Zum zweiten Mal schon habe ich am Porsche Camp 4 teilgenommen. Neben dem Fahrtraining auf Eis und Schnee ist dieses Winterwonderland bei Minus 28 Grad wie im Märchen. In der kurzen Zeit, in der es hell ist, kann man teilweise spektakuläre Lichtstimmungen sehen.

Sylt, Deutschland (Fuji X-T2)

Ich bin kein großer Fan von klassischen Strandkorb- oder Leuchtturm-Bildern aber bei dieser Sonnenuntergangstimmung am Roten Kliff konnte ich nicht widerstehen.

Es Capdella, Mallorca (Canon EOS 6D)

Diese Nahaufnahme von Mandelblüten erzeugt in mir immer sofort Sommerstimmung. Ich denke an laue Nächte, den Geruch von Kräutern und das Geräusch von Zikaden.

Sylt, Deutschland (Canon EOS 6D)

Nochmal meine Lieblingsinsel. Der November ist einer meiner favorisierten Monate dort, weil oft Nebel über der Dünenlandschaft liegt. Daran kann ich mich kaum sattsehen.

Alle gezeigten Fotos sind hier mit freundlicher Genehmigung von Sabine Bassier eingestellt. 

Sabine Bassier vom Fratuschi Reisemagazin

Ihr möchtet Sabine auf ihren Reisen und ihren fotografischen Arbeiten im Netz zu folgen? Dann findet Ihr Sabine unter folgenden Links:

Sabine Bassier - Fratuschi

Wir bedanken uns sehr bei Sabine für das Interview. 

Über Kommentare oder Fragen würden nicht nur wir uns freuen, auch Sabine ist neugierig auf Feedback von unserer Lesern.

3 Kommentare

  1. Sabine 13. September 2018 um 19:01 Uhr - Antworten

    Ich habe mich sehr gefreut, dass ich bei eurer Reihe mitmachen durfte! Ich habe in den anderen Interviews so viele tolle Bilder und Blogs entdeckt, eine wunderbare Inspirationsquelle. Ganz herzlichen Dank!
    Lieben Gruß
    Sabine

    • Thomas Jansen 14. September 2018 um 8:55 Uhr - Antworten

      Hi Sabine,

      Danke nochmal. dass Du Dir die Zeit dafür genommen hast.

      LG Thomas

  2. Sandra 21. September 2018 um 16:10 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,

    ein tolles Interview mit einer sehr inspirierenden Reisebloggerin. Ich folge Fratuschi ja schon seit einer längeren Weile, gewisse Dinge wusste ich aber auch noch nicht, wie z.B., dass sie ihre Leidenschaft erst mit Ende 30 entdeckt hat.
    Ich bin ja eher eine Frau des geschriebenen Worts als der Bildsprache (kein Talent zum Fotografieren), aber ich weiß ein gutes Foto durchaus zu schätzen und habe mich direkt in das Sylt-Foto mit den Strandkörben verliebt.
    Tolle Interviewreihe, in der ich leider nie einen Platz finden werde, haha ;)
    Liebe Grüeß,
    Sandra

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