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Der Besuch des Jasper National Park in Alberta war eines der Highlights auf unserer Kanada Reise. Wunderbare Landschaften, bunte Seen, tolle Wasserfälle und viele Tiere haben wir hier in drei Tagen zu sehen bekommen. Natürlich waren wir auch auf dem Icefield Parkway unterwegs und sind auf dem Gletscher des Columbia Eisfeld herum gelaufen, haben den Maligne Lake und andere Seen gesehen und sind todesmutig auf einen Skywalk gegangen.

Jasper National Park Kanada – mit dem Wohnmobil – ein Reisebericht

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Stellplatz auf dem Whistler Campground in Jasper

Wir haben den Jasper National Park am Abend mit unserem Wohnmobil erreicht, am Vormittag hatten wir noch den Wells Gray Provincial Park besucht. Zu unserer Reisezeit, Mitte Mai, waren nur zwei der ingesamt 12 Campgrounds im Jasper geöffnet. Der Whistler Campgorund, unmittelbar beim Ort Jasper gelegen und der Icefield Center RV Park. Letzterer ist aber eigentlich nur ein großer Parkplatz am Columbia Icefield, so haben wir uns für den Whistler Campground entschieden. Von der Lage her ist er ideal, da er relativ zentral im Park liegt. Einen Stellplatz haben wir ohne Probleme bei der Ankunft für 3 Nächte bekommen, sogar Full-Hook-Up, mit Strom, Wasser und Abwasser. Der Campground ist riesig groß. Trotzdem ist er geschickt aufgeteilt, so dass man von der Masse an anderen Campern gar nicht so viel mit bekommt.

Icefield Parkway – Berge, Wasserfälle Gletscher

Der Sunwapta River, parallel  zum Icefield Parkway

Der Sunwapta River, parallel zum Icefield Parkway im Jasper National Park

Der Icefield Parkway gilt als einer der schönsten Straßen der Welt. Er führt von Jasper bis nach Lake Louise im Banff National Park, über 230 Kilometer lang, durch die wunderbare Berglandschaft der kanadischen Rocky Mountains. Wir sind diese an unserem ersten Tag, direkt am Vormittag bis zum Columbia Icefield gefahren.

So haben wir uns die Aussicht vorgestellt.

So haben wir uns die Aussicht vorgestellt. Road Trip in den Rockys.

Nur unterbrochen von ein paar Fotostops, an verschiedenen Haltepunkten direkt an der Straße. Wenn man vom Columbia Icefield den Parway weiter Richtung Süden fährt, erreicht man nach ein paar Kilometern den Banff National Park. Das musste aber noch ein paar Tage warten und hier im Blog wird der Park natürlich auch seinen eigenen Bericht bekommen.

Columbia Icefield

Blick über die Ebene vor dem Columbia Icefield

Blick über die Ebene vor dem Columbia Icefield im Jasper National Park

Am Columbia Icefield sind wir dann in das Besucherzentrum gegangen. Hier gibt es, neben einem Restaurant und einem riesigen Souvenirladen die Möglichkeit die Tickets für die Icefield Tour zu kaufen. Wir haben uns dann für ein Kombiticket entschieden, mit dem wir folgende Leistungen in den nächsten Tagen inklusive hatten:

  • Icefield Tour am Columbia Icefield
  • Skywalk in der Nähe des Columbia Icefield
  • Bootsfahrt auf dem Maligne Lake
  • Fahrt mit der Banff-Gondola

Für Interessierte, das ist alles Bestandteil des Ultimate Explorer Passes. Der Preis liegt bei 150 CAD für Erwachsene und bei 75 CAD für Kinder.

Blick auf das Columbia Icefield

Blick auf das Columbia Icefield

Wir sind dann vom Visitor-Center mit einem normalen Bus zum Umsteigeplatz gefahren worden, wo man in die Busse mit den riesigen Reifen umsteigt. Diese Teile sind mächtig beeindruckend. Aber, der Weg auf den Gletscher führt über eine sehr steile Kiespiste und dann im weiteren Verlauf den Gletscher hinauf, über Eis. Eigentlich klar, mit einem normalen Bus ist das nicht machbar.

Mit diesem Bus, mit Monsterreifen geht es auf den Gletscher

Mit diesem Bus, mit Monsterreifen geht es auf den Gletscher

Oben auf dem Gletscher was dann voll, richtig voll. Wir mögen uns nicht ausmahlen, wie das in der Hauptsaison da aussieht. Trotzdem war es unheimlich spannend, mal auf über 100 Meter dicken Eis zu stehen, welches mehrere tausend Jahre alt ist. 

Schmelzwasser auf dem Gletscher und viele Menschen

Schmelzwasser auf dem Gletscher und viele Menschen

Unser Maskottchen in diesem Urlaub hat uns natürlich begleitet

Unser Maskottchen in diesem Urlaub hat uns natürlich begleitet

Eis, Schnee, Berge... wunderschön

Eis, Schnee, Berge… wunderschön

Trotz der vielen Menschen, wir haben die dreiviertel Stunde genossen, die wir dort oben waren. Das Wetter war dazu auch ein Traum. Aber gerade wegen dem Sonnenschein wollten wir auch nicht länger bleiben. Merke: Einen Gletscher bei Sonnenschein ohne Sonnenbrille zu betreten, ist keine tolle Idee.

Melanie überlegt, ob die Reifen auch was für ihren Mini wären...

Melanie überlegt, ob die Reifen auch was für ihren Mini wären…

Also haben wir uns in einen der Busse gesetzt, die zurück Richtung Visitor Center fuhren. Auf dem Weg kamen uns wieder zahlreiche Busse entgegen, die neue Touristen auf den Gletscher brachten. Es ist wirklich eine Massenabfertigung, trotzdem lohnt es sich, das mal mitgemacht zu haben. Wir haben es auf keinen Fall bereut.

Gegenverkehr auf dem Gletscher

Gegenverkehr auf dem Gletscher im Jasper National Park

Glacier Skywalk im Japser National Park

Der normale Bus fuhr dann aber nicht direkt zurück zum Visitor Center, sondern direkten Weges zum Glacier Skywalk. Nun, so ein Skywalk ist unser beiden Albtraum. Wir hätten uns nie träumen lassen, so ein Ding mal zu betreten.

Glacier Skywalk

Glacier Skywalk mit einem wahnsinnigen Ausblick auf die Rocky Mountains

Der Skywalk hängt rund 280 Meter über dem Canyon und hat, natürlich, einen Glasboden. Gebaut wurde der Skywalk erst 2014, ist also noch relativ neu. Wir haben wohl ein paar Minuten an der Kante gestanden und zu unseren Füßen gesagt: „Geht da jetzt drauf!“. Und ja, wir haben es beide gemacht – war ja schließlich bezahlt. Und nein, wir sind nicht dabei gestorben, nur ein wenig – und nach uns musste der Angstschweiss weg gewischt werden.

Auf dem Glacier Skywalk

Auf dem Glacier Skywalk

Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, nur auf einer Glasscheibe über so einen Canyon zu laufen. Dabei wackelt die komplette Konstruktion auch noch, durch den Wind und die vielen Menschen da drauf. Ob wir das nochmal machen würden? Keine Ahnung.

Melanie auf dem Skywalk - bloß nicht nach unten schauen

Melanie auf dem Skywalk – bloß nicht nach unten schauen

Vom Skywalk aus ging es dann mit dem Bus zurück zum Visitor Center. Nach einer schönen, warmen Tasse Kaffee ging es dann wieder auf den Icefield Parkway zurück Richtung Jasper. Natürlich haben wir dann auf dem Rückweg auch die tollen Wasserfälle mit genommen.

Tangle Creek Falls

Tangle Creek Fall

Tangle Creek Fall

Tangle Creek Fall Detail

Tangle Creek Fall Detail

Der Tangle Creek Fall liegt direkt am Icefield Parkway, auf einer bergigen Strecke in einer Kurve. Man fährt da also schnell dran vorbei, also Augen auf. Der Tangle Creek Fall fällt über mehrere Stufen über insgesamt 35 Meter in die Tiefe. Das war auf jeden Fall schon mal ein schöner Einstieg für die kommenden Wasserfälle des Tages.

Sunwapta Falls

Sunwapta Falls

Sunwapta Falls

Kurz darauf erreichten wir die Sunwapta Falls, welche uns wirklich fasziniert haben. Für uns war es auf jeden Fall der schönste Wasserfall im Jasper Nationalpark.

Vom Parkplatz aus führt der Weg zuerst über eine Brücke von der die Wasserfälle wunderbar von oben betrachtet werden können. Seitlich des Wasserfalls geht zusätzlich ein nicht befestigter Weg runter, den man unbedingt hinab gehen sollte. Hier kommt man zur oberen Ebene des Flusses und steht hautnah an der starken Strömung.

Sunwapta Falls auf Flusshöhe

Sunwapta Falls auf Flusshöhe

Fels in der Strömung

Fels in der Strömung

Athabasca Falls im Jasper National Park

Athabasca Falls

Athabasca Falls

Die Athabasca Falls sind nicht minder beeindruckend wie die Sunwapta Falls. Ganz im Gegenteil! Auch hier hat man die Möglichkeit, die Wasserfälle über verschiedene Wege aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu bestaunen. Über verschiedene Wege und Brücken kommt der Besucher zu viele verschiedene Aussichtsplattform an den Wasserfällen. So besteht die Möglichkeit die Wasserfälle in verschiedenen Perspektiven zu bestaunen.

Gegen Abend waren wir dann wieder auf unserem Campground in Jasper. Die Eindrücke des Tages mussten erstmal verarbeitet werden. Das Erlebnis auf dem Gletscher, die tollen Aussichten und die Wasserfälle waren einfach ein Traum. 

Maligne Canyon im Jasper National Park

Der zweite Tag führte uns dann in den Maligne Canyon, im nordöstlichen Bereich des Jasper National Parks. Ein erster Aussichtspunkt verschaffte uns schon mal einen wunderbaren Blick über Teile des National Parks.

Ausblick über den Jasper National Park

Ausblick über den Jasper National Park

Im Gegensatz zum Icefield Parkway und zum Gletscher war hier überhaupt kein Betrieb. An diesem schönen Aussichtspunkt waren wir ganz alleine, weit und breit keine andere Menschenseele. Auch den restlichen Tag über haben wir vereinzelt mal ein paar andere Reisende getroffen aber kein Vergleich zu dem Treiben oben am Gletscher.

Medicine Lake

Medicine Lake

Medicine Lake – auch im Gegenlicht schön

Der erste See, auf den man im Maligne Canyon trifft, ist der Medicine Lake. Der sieben Kilometer lange See hat die Besonderheit, dass er keinen sichtbaren Abfluss hat. Das hat ihn bei den Ureinwohnern zu einem mystischen Ort gemacht. Forscher haben aber heraus gefunden, dass der Fluß über ein unterirdisches Flusssystem abläuft. 

Resultat eines Waldbrandes 2015

Resultat eines Waldbrandes 2015

Im Frühjahr 2015 hat es in der Gegend sehr heftig gebrannt. Ein riesiges Feuer hat dabei große Waldflächen im Maligne Canyon zerstört. Die Narben sieht man dort heute überall.

Maligne Lake

Maligne Lake

Maligne Lake

Der Maligne Lake ist der größte See im Jasper National Park. Er erstreckt sich rund 20 Kilometer tief in den Maligne Canyon hinein und ist im Schnitt 100 Meter tief. Ein Badesee ist es aber nicht, die Wassertemperatur liegt auch im Sommer nicht höher als 4°, durch das zufliessende Schmelzwasser der umliegenden Gletscher.

Boathouse am Maligne Lake

Boathouse am Maligne Lake

Eines der bekanntesten Fotomotive, das Bootshaus, findet man hier am Maligne Lake. Klar, das Foto mussten wir natürlich auch machen, bevor es auf auf ein Boot ging. Aber nichts mit paddeln, wir haben uns lieber von einem Schnellboot über den See fahren lassen.

Mit Speed über den Maligne Lake

Mit Speed über den Maligne Lake im Jasper National Park

Mit der Bootsfahrt hatten wir riesiges Glück. Eigentlich fängt der Betrieb der Boote erst Ende Mai an. Durch das schöne Wetter wurde der Fahrbetrieb aber bereits drei Wochen früher gestartet. Uns war das natürlich sehr recht.

Ziel der Fahrt ist übrigens die kleine Insel Spirit Island, im südlichen Teil des Sees. Hier darf man dann auch aussteigen und in Ruhe ein paar Fotos machen.

Zwischenstop auf Spirit Island

Zwischenstop auf Spirit Island

Nach der Fahrt haben wir im Restaurant noch eine Kleinigkeit gegessen. Wenn ihr mal da seid, das Chili ist mehr als zu empfehlen.

Tiere im Jasper National Park

Natürlich sind uns in den zwei Tagen auch zahlreiche Tiere vor die Linse gekommen. Kleine Hörnchen, Spinnen im Netz, Wapiti Hitrsche, Vögel, eine Menge Schmetterlinge (wo wir in Kanada gar nicht mit gerechnet hätten), viele Dickhorn Schafe, eine Elchdame und zwei Braunbären. Hier mal eine kleine Zusammenstellung der Bilder.

Bei Tiersichtungen ist immer ein wenig Vorsicht geboten. Hier möchten wir auf einen Artikel aufmerksam machen, den wir im Zusammenhang mit unserem Besuch im Yellowstone geschrieben haben, wo wir ein paar Sicherheitshinweise für den Umgang mit Tieren in ihrem Zuhause geschrieben haben.

Am folgenden Tag haben wir dann den Jasper verlassen und sind rüber in den Banff National Park gefahren – doch das ist einen weiteren Beitrag wert.

Informationen zum Jasper National Park

Jasper National ParkAllgemeine Informationen:

  • Land: Kanada, Alberta
  • Lage: Nordwestlich von Calgary in den Rocky Mountains
  • Größe: 10.878 km2
  • Gegründet: 1907
  • Eintritt: Erwachsene 9,80 CAD, Senioren 8,30 CAD, Kinder 4,90 CAD pro Tag
    Jahrespass für alle kanadischen National Parks: Einzelperson 67,70 CAD – Familie 136,40 CAD
    Der Jahrespass rechnet sich, wenn man auf einer Reise mehr als 7 Tage in National Parks verbringt.
  • Campgrounds für RVs: 12 Stück (von Mitte Mai bis Ende September)
  • Hotels/Lodges: im Ort Jasper findet man zahlreiche Hotels
  • Homepage: http://www.pc.gc.ca/eng/pn-np/ab/jasper/index.aspx
  • Tipps bei Tripadvisor: https://www.tripadvisor.de/Tourism-g154917-Jasper_National_Park_Alberta-Vacations.html
  • Wandern: Zahlreiche Trails für alle Ansprüche stehen im Park zur Verfügung und führen einen teilweise hoch in die Rocky Mountains oder zu versteckten kleineren Wasserfällen. 

Weitere Reiseberichte rund um den Jasper National Park

Wir sind ja wahrlich nicht die einzigen Reiseblogger, die im Jasper unterwegs waren. Daher noch ein paar Lesetipps:

Das war unser Reisebericht mit Eindrücken aus dem Jasper National Park. Hoffentlich haben wir einen kleinen Eindruck von diesem wunderbaren Park geben können. Eure Meinungen, Eindrücke, Fragen könnt ihr gerne hier in einem Kommentar hinterlassen, das würde uns sehr freuen.

 

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