Zuletzt aktualisiert am 15. Januar 2018 um 9:52

JT Touristik hat Insolvenz angemeldet – diese Meldung erreichte und vor ein paar Wochen. Und nun ratet mal, mit welchem Reiseveranstalter wir nach Malta fliegen? Na, kommt ihr drauf? Richtig, mit JT Touristik. Wir haben da im Moment einen Lauf, erst Air Berlin nach Florida, Hurricane Irma, nun der komplette Veranstalter der Reise insolvent. Irgendwas ist immer. Das mit den Air Berlin Flügen ist für uns gut ausgegangen und auch JT Touristik hat eine annehmbare Lösung parat.

Pauschalreise ohne Sicherungsschein

Das bei JT Touristik etwas im Argen liegt, ist uns direkt nach der Buchung aufgefallen. Die Reise haben wir als normale Pauschalreise gebucht, also Flüge, das Hotel und den Transfers am Urlaubsort. Nach der Buchung haben wir die Bestätigung der Reise bekommen aber keinen Sicherungsschein.

Dabei muss aber bei einer Pauschalreise immer ein Sicherungsschein vom Reiseveranstalter ausgestellt werden. Mit diesem Sicherungsschein sind die zu erbringenden Leistungen für den Fall einer Insolvenz (des Veranstalters oder eines der Leistungsträgers der Reisebestandteile) abgesichert. In Deutschland ist die Ausstellung des Sicherungsscheines eine gesetzliche Vorgabe für Reiseveranstalter, beim Verkauf von Pauschalreisen.

Im Fall von JT-Touristik hat sich wohl kein neuer Versicherer gefunden, der diesen Sicherungsschein ausstellt und somit die verkauften Pauschalreisen versichert. In diesem Fall darf der Reiseveranstalter kein Geld vom Kunden einziehen. Das hat JT Touristik auch nicht gemacht, wir haben für die Reise keine Anzahlung leisten müssen.

JT Touristik meldet am 29.09.2017 Insolvenz an

Ende September veröffentlichte JT Touristik eine Pressemeldung, in der sie bekannt gaben, dass das Unternehmen ein „Sanierungsverfahren eingeleitet, bei dem der Berliner Reiseveranstalter den Geschäftsbetrieb in Eigenregie und unter Aufsicht eines Sachverwalters fortführen kann.“

Auf gut Deutsch gesagt, sie haben Insolvenz angemeldet. Dabei wurde zudem erklärt, dass alle Reisen bis zum Reisestart 31.10.2017 durch die bisherige Versicherung abgesichert wären. Für Reisen ab dem 01.11.2017 würde man, zusammen mit dem Insolvenzverwalter, nach einer Lösung suchen. Der Reisebetrieb soll aber normal weitergehen.

Reisen bis zum 31.10.2017 abgesichert

Alle Reisenden, deren Reisestart vor dem 01.11.2017 lag, waren also durch einen Sicherungsschein abgesichert. Trotzdem kam es auf diesen Reisen zu Problemen, die man im Netz wunderbar verfolgen konnte. So waren einige Hotelbuchungen storniert, Zimmer nicht gezahlt, so dass die Reisenden vor Ort nochmals zahlen mussten oder sic eine alternative Unterkunft suchen mussten. Es gab aber auch zahlreiche Reisen, wo alles normal funktioniert und alle Leistungen wie gebucht erbracht wurden. 

Da wo es hakte, hat dann die Versicherungsgesellschaft die zusätzlichen Kosten der Reisenden übernommen.

Reisen ab dem 01.11.2017 – was bedeutet das nun für uns?

Aber was ist mit den Reisen, wie unsere eigene, die ab dem 01.11.2017 starten. Wir haben gar keinen Sicherungsschein. Somit würden wir auf zusätzliche Kosten vor Ort sitzen bleiben. Ist z.B. das Hotel nicht bezahlt, müssten wir es aus eigene Tasche zahlen. Darauf wollten wir uns aber nicht einlassen.

Wir haben dann versucht, die Reise außerordentlich zu kündigen, mit der Begründung, dass wir keinen Sicherungsschein haben und JT Touristik im Insolvenzverfahren steckt. Diese Kündigung wurde von JT Touristik abgelehnt mit der Begründung, dass man an einer Lösung für Reisen ab dem 01.11.2017 sucht.

Für uns ist aber klar, die bekommen von uns kein Geld, wenn das nicht abgesichert ist. Wir standen kurz davor, die ganze Sache einem Anwalt zu übergeben, als eine weitere Mail von JT Touristik kam. 

Zahlung erst nach der Reise

In dieser Mail teilte man uns mit, dass es definitiv keinen neuen Sicherungsschein geben wird. Da ohne Sicherungsschein die gezahlten Gelder nicht abgesichert sind und somit eigentlich gar nicht eingefordert werden dürfen, zahlt JT Touristik nun, mit Zustimmung des Insolvenzverwalters, die Kosten der Reise an die Leistungsträger, also die Fluggesellschaft und das Hotel.

Wir selber müssen unseren Reisepreis aber erst nach der Rückkehr von der Reise bezahlen.

Mit dieser Regelungen seien alle Reisen bis zum Ende des Jahres gesichert und werden wie gebucht durchgeführt.

Mit dieser Lösung können wir gut leben. Wir gehen kein Risiko ein, dass wir bereits bezahltes Geld nicht zurück bekommen, sollte zum Beispiel das Hotel auf Malta nicht bezahlt sein. Fallen für uns zusätzliche Kosten an, so werden diese mit dem regulären Reisepreis verrechnet und wir überweisen dann nur noch den Differenzbetrag zum vollen Reisepreis.

Wir gehen jetzt aber einfach mal davon aus, dass die Reise wie geplant und gebucht stattfinden wird. Wir warten im Moment noch auf die geänderten Reiseunterlagen bzw. die geänderte Rechnung, damit wir diesen Vorgang auch schriftlich haben. Die geänderte Rechnung, mit dem Zahlungsziel zum Ende der Reise, ist bei uns eingetroffen. Nun haben wir die Zusage auch verbindlich. Trotzdem werden wir uns vor der Abreise noch schlau machen, ob das Hotel auf Malta auch sein Geld bekommen hat und unser Zimmer zur Verfügung steht. 

Wir freuen uns nun auf unseren Malta Urlaub und hoffen, die kommenden Reisen laufen mal wieder ohne Hurricanes, Fluggesellschaften die ihren Betrieb einstellen oder insolventen Reiseveranstalter ab. Einfach nur eine Reise buchen, drauf freuen und dann den Urlaub geniessen.

Habt Ihr auch schon solche Erfahrungen machen müssen? Wie ist es bei Euch ausgegangen? Schreibt uns gerne Eure Erfahrungen als Kommentar unter diesen Beitrag.

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