Zuletzt aktualisiert am 26. Juni 2018 um 9:28

Kanada – ein erstes Fazit. Wir stehen gerade auf einem schönen Campground in Revelstoke, am Rande des gleichnamigen National Parks, hier in British Columbia. Zwei weitere Stationen liegen noch vor uns, auf unserer Reise durch Kanadas Westes. Morgen geht es nach Kelowna, bevor es übermorgen noch in einen kleinen Provincial Park südlich von Vancouver geht. Dort neigt sich unserer wunderschöne Tour dann dem Ende entgegen.

Nur zwei Tage mit richtig schlechtem Wetter - in Kanada wohl eine gute Quote

Nur zwei Tage mit richtig schlechtem Wetter – in Kanada wohl eine gute Quote

Somit ist es an der Zeit, schon mal ein kleines Fazit der Reise zu ziehen. Wir sitzen hier gerade gemütlich draußen, unser Nachbar spielt auf der Gitarre, die ersten Lagerfeuer knistern, und Thomas hat Schreiblaune.

Kanada: Wetter – Jahrezeit – Saison im Mai

Im Vorfeld hatten wir einige Bedenken zu hören und zu lesen bekommen, dass es Anfang Mai in Kanada mit dem Wetter auch fürchterlich in die Hose gehen könnte. Nun, da haben wir auf jeden Fall sehr viel Glück gehabt. Wir hatten bis jetzt ganze zwei Regentage, einen zu Beginn der Reise in Whistler. Dort wurde es dann aber besser, je weiter wir nach Westen gefahren sind. Vorgestern erwischten wir auch noch einen Regentag auf dem Weg vom Banff durch den Yoho National Park. 

Emerald Lake im Yoho National Park - auch bei Regen schön.

Emerald Lake im Yoho National Park – auch bei Regen schön.

Der Rest war meist sonnig oder leicht bewölkt. Tagsüber lagen die Temperaturen meist um die 20 Grad, am Abend wurde es schon mal kühler. Das war aber nicht schlimm, so hatten wir im Wohnmobil sehr angenehme Temperaturen zum schlafen.

Wasserfälle im Yoho National Park

Wasserfälle im Yoho National Park

Die Vorsaison hier haben wir sehr genossen. Es gab nirgendwo ein Problem einen Campground zu finden. An keinen Aussichtspunkt war es zu voll, im Gegenteil. Oft standen wir ganz alleine in der Gegend oder waren alleine auf Trails unterwegs. 

Jetzt zum Long Weekend wird es merklich voller. Hier in Kanada ist am Montag ein Feiertag, da strömen die Menschen in die Natur hinaus. Wir hatten im Vorfeld für diese Tage Campingplätze vorgebucht, was sich auch als klug heraus gestellt hat.

Glacier National Park

Glacier National Park

Im Mai sind auch noch nicht alle Aussichtspunkte zu erreichen. So war z.B. die Straße zum Moraine Lake in Lake Louise noch geschlossen. Dafür hatten wir hier in Revelstoke Glück. Gerade heute öffnete die schöne Meadows-to-the-Sky-Straße, die Gondelbahn und das Visitor Center am Staudamm. Das wußten wir vorher gar nicht, da haben wir wirklich Glück gehabt.

Kanada – Campen, Menschen, Autofahrer

Für uns ist das hier der erste Urlaub in Kanada. Wir waren gespannt, ob das hier so viel anders ist, als in den USA. Ob man Unterschiede spürt, außer das die Entfernungen in Kilometer und die Geschwindigkeiten in km/h angegeben werden.

Wir haben den Eindruck, ja – es gibt einige Unterschiede.

Melli hat einen neuen Freund

Melli hat einen neuen Freund

Die Menschen sind genau so nett, freundlich, hilfsbereit und herzlich wie in den USA. Aber nur so lange, wie sie nicht hinter dem Steuer eines Autos sitzen. In Vancouver hatten wir uns schon über unseren Taxifahrer gewundert – da sag noch mal einer in Thailand sind die Taxifahrer irre. Wie der mit uns vom Flughafen zum Hotel gefahren ist, das hatte schon Renn-Niveau. Nur, alle anderen um uns herum sind genau so gefahren.

Dieser Eindruck bestätigte sich später, als wir mit dem Wohnmobil unterwegs waren. 70 km/h erlaubt – man fährt schon knapp über 80 und wird doch noch überholt, teilweise an haarsträubenden Stellen. Es ist hier, nach unserem bisherigen Eindruck, kein so entspanntes Autofahren wie in den USA – es ist irgendwie stressiger und anstrengender. Wir kannten das bisher nicht, dass von hinten gedrängelt wird, irrsinnig überholt wird, obwohl man selber eigentlich schon zu schnell fährt.

Aber sonst sind die Menschen hier wirklich sehr nett. Auf den Campgrounds wird gewohnt freundlich miteinander umgegangen, ebenso an den Touristenorten, im Supermarkt und wo man sonst mit den Menschen in Kontakt kommt. Dabei scheinen die Kanadier sogar noch ein wenig authentischer rüber zu kommen. Auch dieser in den USA penetrant vorhandene Patriotismus ist hier nicht so extrem vorhanden. Man sieht kaum Fahnen und wird nicht ständig an die Leistungen der Arme erinnert.

Campingplätze liegen auch in Kanada immer an der Bahnlinie

Campingplätze liegen auch in Kanada immer an der Bahnlinie

Mit unserem 30-Fuß Wohnmobil, was wir auch in den USA immer gefahren sind, sind wir hier ein wenig überdimensioniert. Wir mussten in Amerika noch nie so viel rangieren wie hier, noch nie haben wir dort so Probleme gehabt in Orten einen Parkplatz zu bekommen.

30 Fuß Wohnmobil - nicht noch mal in Kanada

30 Fuß Wohnmobil – nicht noch mal in Kanada

Wenn wir noch mal nach Kanada fahren werden wir uns einen Truck-Camper mieten. Wir haben uns so ein Teil bei unserem Vermieter mal angeschaut. Für 2 Personen ist das völlig ausreichend und es ist alles drinnen was man braucht. Generell sollte man hier, mit 2 Personen, ein maximal 25-Fuß Wohnmobil mieten, das reicht und passt auch gut zu den Straßen hier.

Die Campgrounds waren alle in Ordnung. Manch einer schöner, andere weniger – aber so einen richtig schlechten Campground hatten wir auf der Reise nicht. Es sind zur jetzigen Zeit noch nicht alle Campingplätze geöffnet. Das war aber auf unserer Route kein Problem. Unsere Bedenken bzgl. der goßen Campgrounds im Jasper- und Banff National Parks haben sich nicht bestätigt. Sie waren zwar riesig groß aber trotzdem noch ganz nett gestaltet. Auf keinen Fall so schlimm, wie letztes Jahr die riesigen Campgrounds im Yellowstone.

Außerdem liegen auch in Kanada alle Campgrounds in sicht- oder mindestens hörweite einer Eisenbahnlinie. Ohne das Hupen, das Geräusch der Bremsen von kilometerlangen Zügen könnten wir vermutlich gar nicht einschlafen. Aber, das kennen wir so auch aus den USA.

Die Natur in Westkanada

Regenwald im Revelstoke National Park

Regenwald im Revelstoke National Park

Ein absolutes Hightlight hier ist natürlich die Natur. Die wunderbaren Berge der Rocky Mountains, die tollen National Parks – einfach ein Traum. Man findet hier schneebedeckte Gletscher, karge Felslandschaften, tolle Flüsse, kleine und große Seen, Sümpfe und sogar Regenwälder. Langweilig wird das nicht.

Dazu findet man in allen Parks tolle Aussichtpunkte und Wanderwege für alle Bedürfnisse. Selbst für uns Wandermuffel waren viele kürzere Trails dabei, bis 2 oder 3 Kilometer Länge, die gemütlich zu laufen waren.

Auf dem Wanderweg durch die Sümpfe

Auf dem Wanderweg durch die Sümpfe

Entsprechend vielseitig ist auch die Tierwelt. 5 Bären haben wir gesichtet – bis jetzt. Dazu Elche, verschiedene Sorten Rotwild, alle möglichen Hörnchen, Dickhornschafe, Schnecken, Insekten usw. – genug Material für viele Bilder in einem eigenen Beitrag in den nächsten Wochen.

Präriehunde - die sind hier überall

Präriehunde – die sind hier überall

Unser absolutes Lieblingstier sind aber die Präriehunde. Diese findet man hier überall, auf fest jeder grünen Wiese. Einfach mal dort hin setzen und ein wenig warten, irgendwann kommen die Köpfe aus dem Boden und die kleinen Kerle kommen aus ihrem Bau. Dabei sind diese wenig scheu, heute hatte wir die auf dem Schuh sitzen. 

Fazit – Es passt alles in Kanada

Auch wenn wir noch drei Tage vor uns haben, wir können jetzt schon sagen es war ein tolles Erlebnis hier in Kanada. Die Natur ist so überwältigend, die Weite des Landes, ach – einfach alles. Wir werden ganz bestimmt wieder hier hin kommen in den nächsten Jahren.

Aussicht auf den Ort Banff

Aussicht auf den Ort Banff

Mit dem Wohnmobil sind wir auch sehr zufrieden – mal abgesehen von der Größe, aber das sind wir ja selber Schuld. Die Ausstattung, die Qualität und auch die Sauberkeit und der Service bei der Übernahme – das war schon eine andere Liga, wie das was wir bisher kannten.

In den nächsten Wochen werden wir noch viele Einzelberichte über unsere Reise hier veröffentlichen. Dazu müssen wir uns aber erst mal in Ruhe durch viele tausend Bilder arbeiten. Melli hat auf der Reise so richtig ihre Freude an der Fotografie gewonnen. Das Resultat sind nun fast doppelt so viele Bilder wie bei den letzten Urlauben.

Wir werden aber noch detailliert die einzelnen Parks vorstellen, die Tierwelt, einige schöne Orte, Geheimtipps und auch den ein oder anderen Campground. Genug Stoff also für viele interessante Berichte für euch.

Das war ein weiterer, kurzer (hüstel) Zwischenbericht aus Kanada. Wir hoffen, die Fotos und Eindrücke haben Euch ein wenig gefallen. Wie sind eure Erfahrungen mit Kanada, dem Land, den Menschen?

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