Klapprad – wieso, weshalb, warum?

Veröffentlicht: 18. Mai 2020

1437 Worte- 5.9 Minuten Lesezeit- 6 Kommentare-
Klapprad - wieso, weshalb, warum?

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 18. Mai 2020

Aktualisiert: 04. Mai 2021

6 Kommentare

1437 Worte- 5.9 Minuten Lesezeit- 6 Kommentare-

Seit ein paar Wochen sind wir stolze Besitzer von zwei Klapprädern, auch Falträder genannt. Wieso, weshalb und warum Klappräder für uns eine tolle Sache sind, welche Räder wir haben und was wir mit denen vorhaben, wollen wir kurz vorstellen.

Klapprad oder Faltrad

Hm, Falträder Klappräder zu nennen löst bei einigen Mitmenschen wohl Schnappatmung aus. Danke an Herbert für den Hinweis, dass manche Mitmenschen da wohl ein wenig bockig reagieren.

Offen gesagt, für uns ist das das Gleiche. Im Vorfeld dieses Beitrages hatten wir mal recherchiert, welcher Begriff wohl häufiger bei Google gesucht wird, schließlich wollen wir ja gefunden und gelesen werden. Und da war, liebe Faltrad-Menschen, der Begriff Klapprad meilenweit vorne.

Wir werden auch in Zukunft beiden Begriffe nutzen, denn solche Wortklaubereien sind uns einfach zu kindisch.

Wie kamen wir auf die Idee mit dem Klapprad?

Thomas war früher ein begeisterter Radfahrer. Zweimal die Woche nach Venlo, nur so aus Spaß am Radfahren, bis zum Nürburgring und zurück, als Jugendlicher war das kein Problem. Sogar ein (Nachwuchs-)Radrennen ist er mal mitgefahren. Und dann kam der Führerschein und das Fahrrad versank in der Vergessenheit.

Da auch Melli früher gerne und viel mit dem Fahrrad unterwegs war, haben wir uns vor ein paar Jahren normale Räder gekauft. Genutzt haben wir die nur sehr selten. Wir wohnen hier auf einem „Berg“, also für Ruhrpott-Flachlandtiroler-Verhältnisse. Hier oben auf dem Plateau kann man ein paar Kilometer im Kreis fahren, das war es aber auch. Will man weiter weg fahren, muss man runter ins Flache. Das ist soweit kein Problem. Dumm ist nur, am Ende muss man wieder rauf auf den Hügel. Und das hat uns oft die Lust daran vermiest.

So sind unsere normalen Räder in den letzten Jahren gepflegt eingestaubt.

blog-klapprad-1

Plötzlich war ein Klapprad in unserem Besitz

Durch ein Erbe sind wir nun in den Besitz einen Klapprades gekommen. Thomas war am Anfang sehr skeptisch, ob das denn was taugt. Aber nach ein paar Probefahrten kam dich sowas wie Begeisterung auf. Das ist stabil, selbst mit der nicht unwesentlichen Zuladung durch Thomas selber. Es hat eine vernünftige 7-Gang-Kettenschaltung und das Beste, das Rad passt zusammengeklappt locker in den Fiesta. Da ist dann sogar noch Platz für ein zweites Faltrad, wie die Teile auch gerne genannt werden.

Schnell war klar, wir brauchen ein zweites Klapprad. Das war zur Hochphase der Corona-Beschränkungen allerdings nicht ganz so einfach. Am Ende haben wir dann bei einem örtlichen Händler eine tolle Beratung bekommen, komplett telefonisch. Dort haben wir das Rad dann auch bestellt und konnten es wenige Tage später abholen. Das war dann ein wenig teurer, als es im Netz zu bestellen. Allerdings war es fahrbereit, getestet und die tolle Beratung sollte auch honoriert werden.

Bei der Abholung hatten wir das erste Klapprad schon im Kofferraum liegen. Und siehe da, auch das zweite Rad passte prima mit in den Fiesta. Für kommende Reisen mit dem Auto ist auch noch ausreichend Platz für Gepäck und, ganz wichtig, eine Kühltasche. Klar, die Rückbank muss umgeklappt sein, sonst geht das nicht. Aber da wir eh nur zu zweit durch die Gegend fahren passt das schon.

Welche Klappräder haben wir nun?

Thomas radelt auf einem Dahon Klapprad

Thomas radelt auf dem geerbten Dahon-Klapprad durch die Gegend. Dabei handelt es sich um das Dahon Sport, mit 7-Gang-Kettenschaltung. Unten haben wir das Nachfolgemodell mal zu Amazon verlinkt, nur für den Fall, dass ihr auf den Geschmack kommt.

Das Dahon Rad hat nur 20 Zoll große Reifen, dadurch lässt sich das Rad sehr kompakt zusammenfalten. Beim Fahren ist das teilweise ein wenig gewöhnungsbedürftig. Durch die kleinen Reifen ist das Rad auf losem Untergrund ein wenig schwammig zu fahren. Wenn man sich dran gewöhnt hat, geht es aber prima.

Das Zusammenfalten ist schnell, mit wenigen Handgriffen erledigt. Ebenso schnell geht der Aufbau, am Beginn einer Tour. Das Rad wiegt rund 14 Kilogramm, kann also einfach ins Auto geladen werden ohne große Anstrengungen.

Melli radelt auf einem Tern Klapprad

Für Melli haben wir das Tern Node D7 gekauft. Der große Unterschied zum Dahon-Rad sind die größeren Reifen. Mit 24 Zoll sind die für ein Faltrad sogar ungewöhnlich groß. Auseinandergeklappt sieht es fast wie ein normales Fahrrad aus.

Der Vorteil der großen Reifen ist beim Fahren zu spüren, das Rad fährt deutlich ruhiger als das Dahon mit den kleineren Reifen.

Allerdings nimmt das Rad zusammengeklappt deutlich mehr Platz weg. Ob wir zwei davon in den Fiesta bekommen würden? Hm, es wäre eng und vermutlich bei jeder Tour mit nerviger Fummelei beim Einladen verbunden. Mit rund 14 Kilo ist das Tern auch ein wenig schwerer als das Dahon Rad aber immer noch gut zu tragen.

Zubehör für die Klappräder

Natürlich musste auch ein wenig Zubehör für die Räder her. So haben wir nun zwei Lenkradtaschen, eine davon mit Fach für das Smartphone. Bei dem geerbten Rad fehlten zudem Licht und eine Klingel, beides haben wir inzwischen angebaut.

An dem Dahon Rad war auch noch ein Tacho installiert. Der war aber bedienungstechnisch ein wenig wirr, also haben wir den entsorgt. So ein Teil braucht auch heute keiner mehr, die App auf dem Smartphone liefert doch alle wichtigen Daten.

Apropos Apps, da haben wir in den letzten Wochen einige ausprobiert. Am Ende sind wir nun bei Komoot gelandet. Das wurde uns schon am Anfang empfohlen, trotzdem haben wir einige andere Apps getestet. Schlecht waren die alle nicht. Was uns am Ende von Komoot überzeugt hat, war die einfache Routenplanung. Viele tolle Strecken von Anderen findet man in vielen Systemen. Will man aber seine eigenen Routen vorab am Rechner planen, stoßen viele Programme an ihre Fähigkeiten. In Komoot geht das sehr einfach und intuitiv und nach dem Speichern hat man die geplante Route direkt auf dem Smartphone zur Navigation bereit stehen.

Irgendwie ist das eine tolle Sache. Als wir zuletzt „richtig“ geradelt sind, gab es noch nicht mal vernünftige Smartphone, geschweige denn Routenplanungs-Tools mit Navi-Funktion. Ja, es ist eine Zeit lang her.

Was machen wir nun mit den Klapprädern?

Am Wedau Stadion

Im Moment genießen wir es einfach, nach Feierabend oder am Wochenende irgendwo in die Natur zu fahren. Das schöne Wetter motiviert uns zusätzlich und oft suchen wir Stellen auf, wo es nicht ganz so voll ist. Also am Wochenende würden wir jetzt nicht unbedingt um den Baldeneysee fahren wollen, mal ganz abgesehen von Corona – das wäre uns auch in normalen Zeiten zu voll dort.

Wir entdecken aktuell unheimlich viele schöne Ecken hier im Ruhrpott und am Niederrhein. Natürlich kennen wir viele der Orte, aus alten Zeiten. Aber irgendwie haben wir es sonst im Alltagsstress und bei unserem Reiseprogramm gar nicht mehr dahin geschafft. Für uns ist das eine der positiven Seiten der Corrona-Krise, man lernt wieder zu schätzen, welche schöne Orte direkt vor der Haustür liegen.

Neue Kategorie Klapprad-Blog hier auf dem Blog

Da wir inzwischen auch die Fotokamera auf unseren Radtouren dabei haben und ein ausgewachsenes Mitteilungsbedürfnis (Blogger halt), werden wir über die schönsten Touren immer wieder mal auf dem Blog berichten.

Dabei gibt es dann schöne Fotos zu sehen, ein paar Bilder und Eindrücke von der Tour und natürlich eine kurze Beschreibung zum nachfahren. Das lässt sich mit Komoot ja sehr einfach verlinken.

Wer allerdings Touren mit 50, 70 oder 100 Kilometer erwartet, der wird eher enttäuscht werden. Wir mögen es halt ein wenig gemütlicher. 10, maximal 20 Kilometer, mit Fotopausen, Dampf-Stopps sind doch auch was, oder?

Mit dem Klapprad auf Reisen? Aber sicher!

Das Dahon Klapprad zusammengefaltet

Das Dahon Klapprad zusammengefaltet

Aktuell zeichnet es sich ab, dass wir vermehrt Urlaub mit dem Auto in Deutschland oder im europäischen Ausland machen werden. Und dabei werden uns die Klappräder auf jeden Fall begleiten. Die sind doch prima dazu geeignet, am Urlaubsort ein wenig rum zu radeln.

Wie oben schon geschrieben passt auch noch Gepäck in unseren Fiesta, wenn die beiden Räder eingeladen sind. Also stören die nicht weiter und werden uns auf jeden Fall begleiten. Im Herbst geht es wohl an die Nordsee, das wird dann die erste Reise mit den Rädern sein. Wir freuen uns schon drauf.

Das war unsere kurze Erklärung, warum wir uns für Klappräder entschieden haben. Habt ihr noch Fragen zu den Rädern oder andere Anmerkungen? Dann schreibt gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag.

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Kommentare zu diesem Beitrag

6 Kommentare

  1. Seh-N-Sucht 18. Mai 2020 um 12:03 - Antworten

    Das mit dem Klapprad finde ich spannend – das ist bestimmt auch in der Bahn einfacher mitzunehmen als ein normales Rad. So kann man dann größere Gebiete erkunden als bisher zu Fuß. Im Notfall darf man bestimmt auch schieben – ich kann mich noch sehr gut an eine Tour Richtung Kettwig und von dort über die Brücke und auf der anderen Ruhr-Seite Richtung Ratingen erinnern – die Männer nannte es glaube ich ESEL – ich hätte genau diesen gerne gehabt für die „leichte“ Steigung, dafür wird man schon nach wenigen 100 Metern mit einer tollen Sicht belohnt ;-)

    Vielleicht müssen wir unsere Räder ja mal wieder in Richtung alte Heimat transportieren und dort eine Runde drehen ;-) – Wenn dann aber nur unter der Woche, seit Corona ist ja gefühlt jeder in der Natur.;-)

    Herzliche Grüße
    Birgit

    • Thomas Jansen 18. Mai 2020 um 22:36 - Antworten

      Hi Birgit,

      den Esel als „leichte“ Steigung zu bezeichnen, ist aber gewagt. Früher bin ich den 5x am Tag gefahren, heute würde ich es einmal in 5 Tagen machen wollen.

      Ob die Klappräder auch in die Bahn dürfen, keine Ahnung. Wir sind eh wenig mit dem ÖPNV unterwegs und aktuell schon mal gar nicht.

      LG Thomas

  2. Michael 18. Mai 2020 um 19:51 - Antworten

    Mit dem Gedanken an ein Klapprad gespielt habe ich auch schon mal. Es gab da vor einem Jahr mal eine Werbeaktion des VRR, weil das Rad (zusammengeklappt) in der Bahn (RE, RB, S-Bahn) mitgenommen werden kann, ohne extra zu zahlen. Das gesponsorte Rad, sah aber irgendwie ein bisschen knapp aus, für jemanden der rd. 1,80 m groß ist. Die größeren Räder scheinen mir da schon besser zu gefallen. Jetzt noch die Vorrichtung für einen Akku ;-) aber das würde das Rad vermutlich nicht nur verteuern, sondern auch wieder schwerer machen.

    LG Michael

    • Thomas Jansen 18. Mai 2020 um 22:34 - Antworten

      Hi Michael,

      es gibt inzwischen auch Klapp-E-Bikes. Nachdem wir aber die Preise gesehen haben, war das Gewicht für uns uninteressant.

      LG Thomas

  3. herbb 24. Mai 2020 um 23:05 - Antworten

    Hallo ihr zwei Faltradradler.
    Bitte mal ganz schnell aussprechen und dabei nicht auf die Zunge beißen. Nochmals ganz langsam zum Mitschreiben. (Falt-Rad-Radler).

    Habt ihr jetzt auch ein zu heiß gewaschenes Rad zu Hause oder habt ihr den Kinder im Kindergarten das Spielzeug weggenommen. Wenn ihr noch ein paar andere Sprüche von lieben Mitmenschen zu diesem Thema lesen wollt, dann schaut doch mal bei meinem Liebling vorbei.

    Was mich wundert ist das der Begriff „Klapprad“ noch keinen Shitstorm ausgelöst hat. Ich musste in meiner Naivität und jugendlichem Leichtsinn feststellen, dass sich ein paar Hardcore-Falter über den angeblich abwertende Begriff „Klapprad“ ganz schön aufregen können.

    Viel Spaß mit eurem Kleinen.

    Liebe (gefaltete) Grüße
    Herbert

    • Thomas Jansen 25. Mai 2020 um 8:01 - Antworten

      Moin Herbert,

      jo, das mit Falt- und Klapprad haben wir inzwischen auch mitbekommen. Die Kategorie werden wir wohl auf Faltrad umbenennen.

      Den Beitrag hier lassen wir so. Das Warum ist vielleicht interessant. Da wir selber unsicher waren, haben wir für diesen Beitrag wirklich mal eine SEO-Analyse gemacht, spricht nachgeschaut, was wird öfters bei Google gesucht. Und da lag das Klapprad um Welten vorne. Der normale Mensch scheint also Klapprad zu sagen.

      LG Thomas

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