Lightroom Grundeinstellungen

Entdecke die Macht des Lightroom Grundeinstellungen Panels (inkl. neuem Struktur-Regler)

Veröffentlicht: 22. Mai 2019

Aktualisiert: 26. September 2020

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Autor: Thomas Jansen

Die Lightroom Grundeinstellungen sind das wichtigste Werkzeug, mit dem Einsteiger und Profis ihre Fotos bearbeiten können.

Lightroom ist für viele Einsteiger erstmal sehr verwirrend. Unzählige Bedienfelder, Schieberegler, Menüs, Tastenkombinationen, Auswahlwerkzeuge machen es auch nicht einfach, dort den Einstieg zu finden. Daher sollte zuerst das Panel mit den Grundeinstellungen beherrscht werden, bevor man in die tieferen Geheimnisse von Lightroom eintaucht.

Update 22.05.2019: Neu mit Lightroom 8.3 kam der Struktur-Regler. Diesen haben wir uns angesehen und die Funktion beschrieben.

Die Schieberegler in diesem Panel dienen zur grundlegenden Entwicklung des kompletten Fotos. In unserem Workflow gehört das Setzen dieser Grundeinstellungen zum ersten Arbeitsschritt nach dem Import und der Auswahl der Fotos.

Sobald man sich an die Funktionen der Regler in den Grundeinstellungen gewöhnt hat, fühlt man sich in Lightroom schnell wie zu Hause und bekommt Spaß an der Arbeit damit. Daher sollte der erste Schritt in Lightroom sein, sich mit den Funktionen der Grundeinstellungen vertraut zu machen. Voraussetzung dafür ist zu verstehen, was die einzelnen Regler eigentlich bewirken. Das möchten wir Euch in diesem Beitrag einmal zeigen.

Das Lightroom Grundeinstellungen Panel

Das Grundlagen Panel ist in drei Bereiche unterteilt:

  • Weißabgleich
  • Tonwert
  • Präsenz

In jedem Bereich finden sich verschiedene Schieberegler um bestimmte Änderungen am Foto zu steuern. Wir selber nutzen die Grundeinstellungen für die meisten Anpassungen an unseren Fotos. Viel mehr, als das Anpassen der Grundeinstellungen, machen wir oft nicht.

Das Grundlagen Panel ist ein wirklich leistungsstarkes und wirksames Werkzeug, um den eigenen Fotos die gewünschte Optik zu geben.

Lightroom: Das Panel Grundeinstellungen

Der Regler Temp.

Manchmal stolpert  man in Lightroom über Abkürzungen, die besonders für Einsteiger verwirrend sein können. Temp steht in diesem Falle nicht für temporär, sondern für die Farbtemperatur beim Weißabgleich.

Mit diesem Regler könnt ihr einstellen, ob die Farbtemperatur des Bildes eher kalt (blau) oder warm (gelb) sein soll. Das Thema Weißabgleich ist ein klein wenig komplexer. Wenn ihr dazu mehr lernen wollt, schaut mal bei Marcs Reisezoom-Blog vorbei, er hat den Weißabgleich dort prima erklärt.

In der Regel treffen die modernen Kameras den Weißabgleich im Automatik-Modus heute sehr genau. Unter besonderen Lichtbedingungen kann es aber vorkommen, dass sich die Kamera für eine falsche Farbtemperatur entscheidet. Ebenso kann es auch sein, dass man einfach den Look des Bildes durch eine Änderung der Farbtemperatur verändern möchte.

Mit dem Regler könnt ihr dem Bild einen blauen oder einen gelben Farbton geben. Bei JPG-Dateien könnt ihr mit dem Schieberegler von +100 (gelb) bis -100 (blau) verändern. Bei RAW-Dateien könnt ihr direkt die gewünschte Farbtemperatur zwischen 2000 (blau) und 50000 (gelb) Kelvin einstellen.

Die genauen Temperaturwerte müsst ihr nicht alle kennen. Es reicht aus, wenn ihr den Regler soweit zieht, bis das Bild einen Look hat, der Euren Vorstellungen entspricht.

Links oberhalb des Reglers findet ihr auch noch ein Pipetten-Symbol. Mit diesem Werkzeug könnt ihr im Foto eine graue/hellgraue Stelle anklicken. Damit errechnet Lightroom dann den passenden Weißabgleich, was erstaunlich gut funktioniert. Und auch der passende Wert für die Tonung wird damit gesetzt, wo wir im nächsten Absatz drauf eingehen werden.

Weißabgleich 4500 KWeißabgleich 6000 K

Der Regler Tonung

Die Tonung gehört zum Abschnitt Weißbereich im Panel Grundeinstellungen. Wenn ihr die Farbtemperatur des Bildes anpasst, kann es passieren, dass das Foto einen leichten Grün- oder Rotstich bekommt. Mit dem Regler Tonung könnt ihr diesen Farbstich korrigieren um ein perfektes Foto zu bekommen.

Der Regler kann zwischen -150 (grün) und +150 (magenta) verschoben werden.

Die Tonung wird auch bei der oben beschriebenen Pipette mit gesetzt. Wenn ihr also unsicher seit, was der richtige Weißabgleich ist, nutzt einfach die Pipette.

Sowohl die Einstellung der Farbtemperatur als auch der Tonung sollten nur dezent eingesetzt werden. Ein heftiges Verschieben der Regler sorgt meistens für ein extrem unnatürliches Bild.

Tonung -25Tonung +25

Der Regler Belichtung

Bewegt diesen Schieberegler einfach mal nach links oder rechts, dann seht ihr schnell, was die Auswirkung ist. Das gesamte Bild wird heller oder dunkler. Dabei geht die Korrektur von -5 (dunkler) bis +5 Blendenstufen.

Histogram Anzeige in LightroomBehaltet bei der Korrektur aber das Histogramm im Auge. Wenn sich die „Berge“ im Histogramm am linken (zu dunkel) oder rechten (zu hell) Rand stapeln, dann ist die Korrektur zu stark. Bei einem perfekt belichteten Bild, sind die Ausschläge im Histogramm über die komplette Breite verteilt.

Wenn ihr den Belichtungsregler verschiebt, achtet auch mal darauf, wie sich das Histogramm verändert. Die „Berge“ verschieben sich nicht gleichmäßig von links nach rechts. Sie scheinen eher an einem Punkt in der Mitte zu hängen und daran hin und her gezogen zu werden. Das liegt daran, dass die Belichtungskorrektur sich hauptsächlich auf die Mitteltöne auswirkt und die anderen Bereiche da dran hängen.

Die Belichtungskorrektur wird häufig eingesetzt, wenn die Kamera einen falschen Belichtungswert gemessen hat oder die Belichtungskorrektur an der Kamera zu einem falschen Ergebnis geführt hat, sprich ein über- oder unbelichtetes Foto.

Die Korrektur der Belichtung wird bei diesem Regler aber über das komplette Foto und über alle Tonwerte angewendet. Weiter unten kommen wir noch zu anderen Reglern, mit denen ihr gezielt Lichter oder Tiefen beeinflussen könnt. Somit ist die Belichtungskorrektur eher der Hammer, mit dem man grobe Änderungen vornimmt. Mit den anderen Werkzeugen operiert man dann eher die Feinheiten heraus.

Belichtungskorrektur -0,5Belichtungskorrektur +1,0

Der Regler Kontrast

Den Regler kennen viele vielleicht vom heimischen Fernseher oder vom Monitor am Computer. Jeder, der da schonmal mit herumgespielt hat weiß, dass das Erhöhen des Kontrastes zu lebendigeren Bildern führen kann. Aber auch hier gilt, wie bei allen Einstellungen, weniger ist oft mehr. Ein zu starker Kontrast kann schnell unnatürlich wirken.

Der Regler gibt Euch die Möglichkeit, den Kontrast im Bild in einem Bereich zwischen -100 (weniger) und +100 (mehr) zu verändern. Beim erhöhen des Kontrastes werden die dunklen Bereiche im Bild dunkler und die hellen Bereiche heller.

Im negativen Bereich ist es dann genau anders herum. Dadurch bekommen die Bilder dann einen sehr soften/schwammigen Look, da es irgendwann kaum noch Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereich gibt.

Die meisten von uns werden wohl eher mit einer Erhöhung der Kontraste arbeiten, um das Foto lebhafter, interessanter zu gestalten.

Kontrast -25Kontrast +25

Der Regler Lichter

Dieser Regler und der nachfolgende Tiefen Regler funktioniert am besten mit RAW-Aufnahmen. In diesem Dateiformat stehen extrem viele Bildinformationen zur Verfügung, mit denen man hier spielen kann. Bei JPG-Bildern kommt es hier schnell zu Tonwertabrissen, also Treppenbildungen in den Flächen des Bildes. Daher nutzen wir fast ausschließlich das RAW-Format zum fotografieren.

Beim Bewegen des Lichter Reglers nach links (bis -100) werden nur die helleren Bereiche des Bildes dunkler. Beim schieben nach rechts (bis +100) werden die hellen Bereiche noch heller.

Diese Korrektur gehört zu den häufigsten Bearbeitungen, die wir an unseren Fotos ausführen. Es ist für die Kamera oft sehr schwierig, helle und dunkle Stellen richtig zu belichten, besonders wenn es bei einem Motiv besonders dunkle und helle Stellen gibt. Hier würde sonst nur ein HDR helfen, also eine montierte Aufnahmen aus mehreren Belichtungen. Oder eben die Korrektur der Lichter (und Tiefen) bei einem RAW-Foto.

Als Beispiel haben wir ein Foto von einer Burg in Schottland, wo man das Problem gut sehen kann. Die Aufnahme ist bei Gegenlicht entstanden, wobei die Sonne ganz leicht durch die Wolken schimmert. Dadurch hat die Kamera das Foto recht dunkel belichtet aber der Himmel ist trotzdem zu hell. Hier die Lichter heruntergezogen und schon sieht der Himmel ganz brauchbar aus. Bei den Tiefen zeigen wir Euch dann, wie das Foto dann richtig perfekt bearbeitet wird.