Zuletzt aktualisiert am 14. August 2017 um 14:16

Vor einem guten halben Jahr haben wir beschlossen nicht nur selber zu reisen und hier auf dem Blog darüber zu schreiben sondern mit einem mobilen Reisebüro auch selber Reisen zu verkaufen. Nach nun 6 Monaten ist es an der Zeit mal ein kleinen Einblick in unsere Arbeit zu geben und ein erstes, kleines Fazit zu ziehen.

Rückblick

Irgendwann 2014 – wir haben gerade wieder mal einen Abend mit Freunden verbracht. Dabei haben wir denen eine schöne Route durch die USA empfohlen, einen passenden Mietwagen raus gesucht, Flüge empfohlen und auch ein paar Hotels an der Route. Am nächsten Abend meldeten die Freunde sich dann freudestrahlend, sie hatten gebucht und waren total zufrieden und glücklich. Auch das Reisebüro hatte sich gefreut, eine tolle Ausarbeitung, die mussten nur noch abtippen.

Hm, das war nicht das erste mal – so ist das schon ein paar mal passiert in den letzten Jahren. Irgendwie wuchs in uns die Erkenntnis, hier läuft was falsch. Wir machen uns die Mühe und die Arbeit, verdienen tut daran ein fremdes Reisebüro. Das konnte so nicht weiter gehen. Also wuchs mehr und mehr die Idee, die Reisen doch einfach selber zu verkaufen. Natürlich machen wir so Arbeiten gerne, wir wollen dafür auch kein Geld haben von unseren Freunden – nur wenn die die Reisen bei uns buchen, kostet es den lieben Menschen doch nicht mehr als im Reisebüro. Aber die Provisionen für die Reisevermittlung würde dann bei uns landen.

Irgendwann haben wir dann einen guten Freund angesprochen, welcher schon viele Jahre mit einer Reiseagentur nebenberuflich tätig ist. Wir selber haben ja auch jahrelang unsere Reisen bei ihm gebucht. Mein Anruf damals begann mit den Worten:

„Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Dich: Du verlierst jetzt Kunden, dafür bekommst Du sehr nette neue Kollegen.“

Er stellte uns dann den Kontakt zu Amondo her und relativ schnell war alles unter Dach und Fach. Jetzt hatten wir unser eigenes Reisebüro.

Das mobile Reisebüro – wie funktioniert denn das?

Diese Frage hören wir oft, besonders von potentiellen Kunden. Aber auch wir standen am Anfang vor einem riesigen Berg Fragezeichen. 

Ganz viele Fragen wurden uns in zahlreichen Schulungen beantwortet, noch mehr Fragen aber von den netten KollegInnen in unserer Buchungszentrale oder bei der Hotline von Amondo. Wann immer wir da anrufen hat man ein offenes Ohr und auch immer eine Antwort für uns parat. Ohne dieses Back-Office wäre es für Quereinsteiger wie uns extrem schwierig sich in dem Thema zurecht zu finden.

Ebenso müssen wir uns hier an der Stelle unbedingt bei Uwe (huhu) bedanken, der uns wirklich viel geholfen hat und sehr gute Tipps für uns hatte. Das war jetzt ein sehr persönlicher Einwurf – zurück zum Thema:

Im Grunde arbeiten wir wie ein normales Reisebüro, nur halt in der Version 2.0 – wie wir gerne sagen. Wir haben kein Büro, wo die Kunden hin kommen. Wir gehen zu den Kunden oder die Kommunikation läuft komplett per Mail oder telefonisch. Damit sind wir natürlich unabhängig von Orten, von Öffnungszeiten und der Kunde muss nicht auf einen freien Berater warten, nachdem er nach Feierabend ins Reisebüro gehetzt ist.

Dabei sind wir kein Online-Portal. Natürlich kann man bei uns auf der Homepage auch selber alles buchen. Aber, das ist nicht unser Anspruch und auch nicht der Wunsch unserer Kunden. Es wird beraten, es wird kommuniziert und die Buchung nehmen wir am Ende für den Kunden vor. Also genau wie in einem normalen Reisebüro.

Technisch haben wir dabei viele Hilfsmittel, die wir hier im Homeoffice oder beim Kunden vor Ort einsetzen können. Diese Programme oder ähnliche werden auch von den klassischen Reisebüros eingesetzt. 

Ausstattung

Als Software kommen verschiedene Programme zum Suchen von Reisen zum Einsatz, zur Darstellung der Angebote und für die Buchung selber. All diese Programme habt ihr vielleicht schon mal in eurem Reisebüro gesehen, wo die auch bei der täglichen Arbeit eingesetzt werden.

Travelviewer – Pauschalreisen, Hotels, Flüge suchen

Travelviewer

Travelviewer

Mit dem Programm Travelviewer können wir wunderbar Angebote für Pauschalreisen vergleichen. Die Suche beinhaltet eigentlich alle großen Veranstalter für Pauschalreisen, Hotels und Flüge. Über unzählige Filtereinstellungen können wir die Angebote gezielt nach Kundenwünschen filtern und sortieren. 

Bistro – Pauschalreisen, Hotels, Flüge, Ferienhäuser- und Wohnungen suchen

Bistro

Bistro

Bistro bietet im Grund die gleiche Funktion wie der Travelviewer. Nur kann man hier auch noch nach Ferienhäusern und -wohnungen suchen. Und genau dafür setzen wir Bistro dann noch ein, wenn auch selten.

Paxlounge – Angebote auf einer Webseite zur Verfügung stellen

Paxlounge

Paxlounge

Die beiden oben genannten Programme bieten die Möglichkeit, Angebote per pdf-Datei zu erstellen und per Mail zu versenden. Nett, aber nicht perfekt in unseren Augen. Eine tolle Ergänzung ist da schon Paxlounge. Wir können die Angebote aus dem Travelviewer oder Bistro einfach in diese Software übertragen. Dort werden sie dem Kunden dann auf einer persönlichen Webseite angezeigt. Das passt wunderbar in die heutige Zeit und kommt bei unseren Kunden saumäßig gut an. Sie können dann einfach in Ruhe durch ihre Angebote stöbern.

Jack Plus – Buchungssoftware, Preisermittlung

Jack

Jack

Das vierte große Softwarepaket ist das Buchungsprogramm Jack Plus. Ihr findet den Screenshot vielleicht ein wenig – unlogisch, kryptisch, häää? Beruhigt Euch, genau das war unser erster Eindruck davon. Natürlich haben wir dieses Programm oder ähnliche schon x-mal im Reisebüro gesehen aber da muss man ja nicht damit arbeiten.

An dieser Stelle waren (und sind immer noch) die Schulungen Gold wert. Das Schlimme ist, jeder Reiseanbieter hat andere Prozessabläufe in der Software, andere Wege, andere Kürzel – das macht es recht anspruchsvoll. Bei einigen Anbietern, mit denen wir gerne arbeiten, kommen wir mittlerweile sehr gut klar.

Diese Software ist nicht nur zum Buchen von Reisen wichtig – da ist ja meist erst der letzte Schritt. Gerade bei Angeboten für USA-Reisen, die nicht als Pauschalreise gebucht werden, ist diese Software unersetzlich. Denn hier können wir eben die aktuellen Wohnmobilpreise für einen Zeitraum X abfragen, hier können wir die Preise für Bausteinflüge der Veranstalter abfragen, Mietwagenpreise und vieles mehr. Daher ist gerade bei Angeboten für USA Reisen diese Software für uns extrem wichtig.

Die guten alten Kataloge

Kataloge im Regal

Kataloge im Regal

Ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Ausstattung – ganz altmodisch – die guten alten Reisekataloge. Diese können wir über unsere Zentrale bestellen und bekommen die dann ins Haus geliefert. Ok, unser Postbote hasst uns jetzt. Ein Karton mit 30 neuen Sommerkatalogen hat sein Gewicht.

Kataloge Online

Kataloge Online

Aber man kommt ohne nicht wirklich klar. Einfach mal durchblättern, die Beschreibungen lesen und die Hotels kennen lernen. Die verschiedenen Serviceangebote der Anbieter findet man hier ebenso wie z.B. die Buchungskürzel für das Programm Jack für Hotels, Mietwagen usw. und nicht zuletzt die Hinweise, wie was bei welchem Anbieter gebucht werden kann/muss.

Natürlich gibt es fast alle Kataloge auch Online. Diese sind sogar über einen speziellen Anbieter zentral abrufbar. Das ist toll für unterwegs, da kann man dann bequem auf dem Tablet in den Katalogen stöbern. Klappt prima – aber zum täglichen Arbeiten ist uns die Papiervariante irgendwie lieber.

Word, Excel, pdf – manuelle Angebote

Angebote im pdf-Format

Angebote im pdf-Format

Die genannten Programme für die Angebote sind für Pauschalreisen toll. Aber bei individuellen Reisen, z.B. in die USA, da bringen die einen nicht weiter. Hier muss das gute alte Word her halten um am Ende ein individuelles Angebot mit verschiedenen Bausteinen zusammen stellen zu können.

Anders kann man ein Angebot mit verschiedenen Komponenten wie Flüge, Hotels, Mietwagen, Wohnmobil, Ausflüge usw. usf. einfach nicht darstellen. Natürlich ist es recht zeitaufwändig so ein Angebot zu erstellen – uns macht das aber wahnsinnig viel Spaß. Und mit der Zeit hat man eine gewisse Routine, man kenn die Abfragekürzel, die Fahrzeugklassen bei den Mietwagen oder andere Details auswendig, dann geht es deutlich flotter von der Hand.

Geld, Geld, Geld – aber erst in die falsche Richtung

Wir haben uns am Anfang nur ein Ziel gesetzt. Die Kosten durch das Unternehmen am Ende des Jahres wieder rein zu bekommen, nicht dass wir da drauf zahlen müssen. Und Kosten fallen halt an, das lässt sich nicht vermeiden, und zwar für: 

  • Service Center – Kooperation
  • Lizenzen für Jack, Bistro, Paxlounge, GIATA (Kataloge)
  • Versicherungen
  • Steuern (!)
  • Werbemittel
  • Arbeitsgeräte

Da kommt dann schon ein Betrag zusammen, den man erstmal wieder rein bekommen muss. Aber, hier sind wir auf einen guten Weg. Wenn jetzt nicht reihenweise unsere verkauften Reisen storniert werden, dann sind wir schon im Soll.

Kundenaquise

Neben dem finanziellen Aspekt haben wir die ganze Sache von Anfang an einfach mal auf uns zukommen lassen. Wir haben eine Webseite für unser Reisebüro Road-Reisen erstellt und natürlich auch eine Facebookseite. Diese dienen uns als Plattform zur Werbung und natürlich auch zur Kundenaquise.

Die Kundenaquise ist der erste große Schritt und eine große Herausforderung. Wie kommt man die  ran? Natürlich haben wir im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis ordentlich Werbung gemacht – keiner kommt mehr ohne einen Stapel Visitenkarten zum Verteilen aus unserer Wohnung raus. 

Andere Kunden finden wir im Netz. Besonders manche Gruppen in den Social Medias sind wunderbar dafür geeignet potentielle Kunden abzuholen. Das funktioniert auch wirklich gut bisher. Dabei muss man natürlich einen Grat entlang wandern und zwar zwischen interessierte Kunden ansprechen und spammen – das ist wirklich oft sehr schwierig.

Wir verzichten aber bewusst auf aggressive Werbung und das Vollspammen von Gruppen wo das verboten ist. Wir glauben, damit schadet man dem Unternehmen mehr, als das es Kunden bringt. Außerdem nervt es uns selber einfach, wenn wir über so eine unerwünschte Werbung stolpern.

Daher nutzen wir auch diesen Blog hier nur sehr selten um über unser Reisebüro zu schreiben. Das hier ist, nach der Bekanntgabe der Eröffnung, wohl erst der zweite Beitrag zu dem Thema. OK, wir haben ein Logo mit Link in der Sidebar aber sonst wollen wir das hier nicht als reine Werbeplattform „mißbrauchen“. Aber ab und zu mal so eine Statusmeldung, wie diese hier, ist hoffentlich in Ordnung und stört nicht.

Fazit: Erwartungen und Realität 

Mit welchen Erwartungen sind wir und das Geschäft gestartet? Nun, eigentlich erst mal mit sehr Kleinen. Neben dem finanziellen Ziel am Ende des ersten Jahres mit mindestens +/- Null da zu stehen haben wir uns eigentlich keine wirklichen Ziele gesetzt.

Und Stand heute sind wir wirklich zufrieden und unsere Kunden hoffentlich auch. Die Arbeit macht riesig Spaß, lässt sich wunderbar in den Abendstunden erledigen, wo eh nur Unsinn im Fernsehen ist. Das passt also perfekt in einen normalen Arbeitsalltag hinein.

Ob wir damit erfolgreich sind? Das ist eine Frage, die können andere wohl besser beurteilen. Ungefähr 40% unserer Angebote führen auch zu einer Buchung. Der Wert hat uns am Anfang ein wenig erschrocken. Inzwischen wissen wir aber, durch Gesprächen mit KollegInnen, dass das relativ normal ist.

Oft verkaufen wir dann wochenlang keine Reise, dann wieder 3 an einem Tag (erst in dieser Woche). Das Schöne dabei ist, dass wir dabei keinen Druck haben. Wir müssen nichts verkaufen – daher können wir das alles recht locker sehen. 

Natürlich gibt es auch negative Erlebnisse. Kunden, die bei einem 2000 EUR Angebot lieber im Netz buchen, weil sie da 50 EUR (sic!) sparen. Dafür ist dann die stundenlange Arbeit umsonst gewesen. Aber, das ist wohl die heutige Zeit – da muss man mit leben. Und wir sind auch nicht immer die Günstigsten – können nicht jeden Wunsch und jede Preisvorstellung erfüllen. Da mussten wir am Anfang lernen auch mal los zu lassen und klar zu sagen – Sorry, das können wir nicht realisieren. Man kann einfach nicht jeden Wunsch erfüllen. Das ist aber auch nicht schlimm, ich würde bei großen Preisunterschieden auch nicht bei uns buchen – da sind wir dann auch  keinem böse.

Erfreulich ist dann aber die andere Seite, Kunden die bei einem Buchen – ausdrücklich wegen der „freundlichen, netten und kompetenten Beratung“ – und dafür dann gerne mal ein paar Euro mehr ausgeben. Das war jetzt kein Eigenlob – es ist ein Zitat – mehrfach schon gehört.

Natürlich verkauften wir bisher nicht nur Reisen oder Reisekomponenten in die USA. Es sind zwar einige dabei, aber ebenso normale Pauschalreisen, Städtereisen, Nur-Flüge, Nur-Mietwagen, Kreuzfahrten – also ein recht vielseitiges Programm. Außerdem entwickeln wir uns immer mehr zu Spezialisten für Familienreisen. Ich glaube, wir kennen inzwischen alle Rutschen-Angebote in den Hotels der Welt und ebenso Hotels mit Piratenschiffen im Kinderpool. 

Unsere Kunden sind dabei ebenso vielseitig. Freunde, Bekannte und auch völlig fremde Menschen buchen bei uns Reisen. Dabei kamen unsere bisherigen Kunden aus ganz Deutschland verteilt und aus Österreich und aus Luxemburg – das fasziniert uns am meisten.

Und so langsam funktioniert auch die super wichtige Mund-zu-Mund Propaganda. Sätze wie „Wir haben gehört, bei euch kann man…“, „XY erzählte mir, ihr verkauft…“ oder „Schreib mal Melanie und Thomas an, die helfen euch weiter…“ hören und lesen wir in den letzten Wochen öfters – und darüber freuen wir uns riesig.

Wir machen also weiter, den Schritt in diese Tätigkeit haben wir bisher keine Sekunde bereut. Dazu kommt noch, das wir durch diese Tätigkeit viele tolle Menschen kennenlernen durften. Seien es unsere Kunden oder auch unsere netten Kollegen und Kolleginnen bei Amondo. Bei diesen müssen wir ebenfalls mal dringend Danke sagen: Danke für die Geduld mit uns, Danke für die vielen Hilfen von Euch. 

Das war mal ein kleiner Einblick und ein Fazit nach 6 Monaten als Reisebüro 2.0. Das soll jetzt kein Werbebeitrag sein, sondern wirklich mal einen Einblick in die Arbeit als mobiler Reiseberater sein. Naja, ein klein wenig Werbung ist es schon, oder? Ach egal – muss mal sein. Dafür gibt es hier ja sonst keine Werbebeiträge auf dem Blog. ;-)

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Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen