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Namibia, Afrika, Fotosafari – ein lang gehegter Traum wurde endlich Wirklichkeit. Tierfotos war das Ziel unserer Reise und davon haben wir eine Menge mitgebracht. Bevor wir Euch diese in den nächsten Tagen und Wochen aber zeigen, möchten wir erst mal unsere Reiseroute und einige Infos zu unserer Reise geben.

Damit ihr darauf nicht lange warten müsst, schreiben wir den Bericht gerade im Flugzeug, man hat ja hier sonst nichts zu tun.

Vorab noch ein Hinweis: Ja, 10 Tage sind für Namibia viel zu wenig. Auch ja, wir haben nur sehr wenig von dem Land gesehen. Aber wir waren da um Tiere zu sehen und zu fotografieren. Für tolle Landschaften sind wir nicht dahin geflogen. Unser Reiseschwerpunkt lag bei der Tierwelt und hier sind uns fast alle Wünsche erfüllt worden.

Anreise nach Namibia

Nach Namibia hin und zurück sind wir mit KLM ab/bis Amsterdam geflogen. KLM bietet einen Direktflug über Luanda in Angola an. Dort gibt es eine Zwischenlandung, wobei man im Flieger sitzen bleiben kann.

Auf dem Hinflug wechselte in Luanda auch die Besatzung unseres Airbus A330. Dazu kam eine Putzkolonne an Bord und reinigte den Flieger. Wir konnten aber aufstehen und auch mal an der Tür ein wenig angolanische Luft schnuppern. Das war für uns auch mal eine neue Erfahrung.

Ansonsten verliefen die Flüge ereignislos, bei sehr gutem Service von KLM und sehr vielseitigem Unterhaltungsprogramm an Bord.

Warum eigentlich KLM? Es hätte auch alternative Flüge nach Windhoek gegeben. So fliegt Condor direkt ab Frankfurt, da sagten uns aber die Flugzeiten nicht zu. Ebenfalls direkt geht es mit Air Namibia, ebenfalls ab Frankfurt. Aber nee, irgendwie war uns das nicht koscher. Die haben auch noch einige ältere Flieger in der Flotte und die Bewertungen sind auch nur so halb positiv. Bei den neuen Maschinen setzen die den Dreamliner ein, mit 3er-Bestuhlung am Fenster, auch das versuchen wir zu vermeiden.

Lufthansa, South African Airlines und einige andere Airlines bieten noch zusätzliche Flüge nach Namibia an aber alle mit Umsteigen in Südafrika. Das kam für uns gar nicht infrage, erst über Namibia hinweg fliegen, dann umsteigen und die 2 Stunden wieder zurückfliegen.

So sind wir am Ende bei KLM gelandet, die auch noch mit dem guten, alten Airbus A330 geflogen sind, mit 2er-Sitzen am Fenster.

Wohnmobil – Naja, die rollende Toilette

Wir haben uns für die Reise einen kleinen Allradcamper bei Britz gemietet. Ohje, Britz, werden jetzt einige denken. Auch wir hatten diese Bedenken, sehr große sogar. Denn die Berichte, die man über die Firma im Netz findet, sind fast ausnahmslos schlecht. Wir haben trotzdem Britz gebucht, das die als fast einziger Anbieter Allrad-Camper anbieten, mit Wohnbereich inkl. Toilette. Und das war einer der Wünsche, die Melanie hatte, um mit auf die Reise zu gehen. Also die Toilette für unterwegs, nicht den Wohnbereich.

Daher waren wir sehr gespannt, was uns da vor Ort erwartet.

Und es kam wie so oft, alle schlimmen Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Der sehr kurze Transfer vom Airport zu Vermietstation wurde flott erledigt, nachdem wir uns am Britz-Schalter am Airport gemeldet haben.

Der Papierkram war ein wenig verwirrend. Einige Formulare später, die wir mal unter afrikanischer Organisation verbucht haben, schauten wir uns noch das 10-minütige Sicherheitsvideo an und dann ging es zur Fahrzeugübergabe.

Unser kleiner Camper

Unser Fahrzeug war ein Toyota Hilux, der wegen dem Kastenaufbau aber Navi heißt. Das gute Stück war etwa 2,5 Jahre alt und hatte bei der Übernahme schon 133.000 Kilometer auf dem Tacho.

Technisch war er aber einwandfrei in Ordnung und mal abgesehen von einem kleinen Kratzer an der Frontseite auch in einem optisch guten Zustand. Achja, die Klappe für die Außendusche am Fahrzeug war defekt. Wenn man diese öffnete, fiel einem die ganze Klappe entgegen. Wir dachten, jetzt gibt es eine neue Klappe. Aber mitnichten, das Problem wurde afrikanisch, pragmatisch, mit 5 Schrauben gelöst.

Afrikanische Problemlösung

Der Wohnbereich wirkte bereits ein wenig abgenutzt – das war uns aber egal. Der Kühlschrank und die Toilette funktionierten einwandfrei, das reichte uns.

Die komplette Übergabe, mit Papierkram, dauerte rund 2 Stunden, so konnten wir um 14 Uhr das Britz-Gelände verlassen. Das ganze Prozedere war übrigens sehr freundlich und auch mit viel Lachen und Humor verbunden. Auch dazu hatten wir im Netz viele andere Dinge gelesen, von muffeligen und unfreundlichem Personal, das konnten wir beim besten Willen nicht feststellen.

Auch die Rückgabe am Ende der Reise lief schnell und unkompliziert ab. Und bereits 30 Minuten nach der Rückgabe war die geblockte Summe für die Kaution auf der Kreditkarte wieder freigeschaltet.

Unsere Route durch Namibia

Tag 1 – Fahrt zur Immanuel Wilderness Lodge

Von der Britz-Station am Flughafen von Windhoek ging es durch die Stadt Windhoek nach Norden. Ursprünglich wollten wir in Windhoek übernachten, hatten auch schon ein Zimmer im dortigen Hilton gebucht. Aber irgendwie reizte uns die Stadt in keinster Weise. Also haben wir geschaut und die kleine Immanuel Wilderness Lodge nördlich von Windhoek gefunden, unmittelbar an der Straße Richtung Etosha.

Und damit haben wir alles richtig gemacht. In der Lodge wurden wir sehr freundlich begrüßt und konnten direkt in unser sehr hübsches Zimmer, welches in einem kleinen Haus in einer parkähnlichen Anlage lag, einziehen.

Ein Pool stand zur Verfügung und ein kleines Wildgelände mit Impalas und Perlhühner. Da zu der Anlage auch noch ein Hund und mehrere Katzen gehörten, fühlten wir uns direkt richtig wohl.

Der Besitzer der Lodge ist ein gelernter Koch, der auch schon für Prominente gekocht hat. Dementsprechend klasse war dann unser erstes Abendessen in Namibia.

Immanuel Wilderness Lodge

Tag 2 – Besuch der Cheetah Farm

Der zweite Tag in Namibia führte uns weiter in den Norden bis zur Otjitotongwe Cheetah Farm. Unterwegs haben wir zum ersten Mal getankt und uns mit Vorräten eingedeckt. Das war alles völlig unkompliziert, auch nicht anders wie zu zu Hause.

An der Cheetah Farm kamen wir pünktlich im kurz vor 16 Uhr an, also passend zur Cheetah-Führung.

Über diesen Besuch werden wir noch einen eigenen Bericht schreiben, denn er war es wert. Daher hier nur eine Kurzfassung: Erst gab es Cheetahs zum streicheln und dann Wilde zum bestaunen.

Die Nacht haben wir ebenfalls auf der Cheetah-Farm verbracht. Es gibt dort einen Gästebereich, mit einem kleinen Campground und einigen kleinen Hütten. Eine davon hatten wir gebucht und die war richtig knuffig. Strom suchte man aber vergebens. Es gab zwar elektrisches Licht, für ein paar LED-Lampen in der Hütte, Steckdosen gab es aber keine.

Zum Abendessen ging es dann in zentrale Haus des kleinen Gastbereiches, wo wir feststellten, dass wir an diesem Abend die einzigen Gäste in den Hütten waren.

Zum Abendessen gab es namibische Hausmannskost, von den sehr lieben namibischen Gastgebern. Das war jetzt kein Sterneessen wie am Abend zuvor aber trotzdem genauso lecker.

Für den Rückweg zu unserer Hütte gab es noch ein Windlicht (ganz modern in LED-Ausführung). Das war auch gut so, es war wirklich stockdüster auf dem Gelände.

Otjitotongwe Cheetah Farm
Otjitotongwe Cheetah Farm

Tag 3-7 Etosha National Park

Am dritten Tag ging es dann in das Land unserer Wünsche, hinein in den Etosha National Park und seine Tierwelt.

Die vielen Eindrücke aus dem Park, werden wir auch in mehreren weiteren Berichten ausführlich schildern. Das würde den Rahmen hier mehr als sprengen.

Aber auch hier eine Kurzfassung. Die erste Nacht haben wir in der Okaukuejo Lodge im Park verbracht. Die Verpflegung hier war… naja, man ist nicht verhungert, das war es aber auch schon. Das Zimmer war gut, wir hatten ein kostenloses Upgrade von einem Doppelzimmer auf einen kleinen Bungalow bekommen. Das Wasserloch der Lodge war der Hammer. Am Tag und bei Nacht, dort war richtig leben und wir haben dort fantastische Bilder mit Elefanten und Nashörnern machen können. Das war so beeindruckend, dass wir wirklich ein Tränchen verdrücken mussten.

Die zweite Nacht verbrachten wir in der Halali Lodge. Hier hatten wir ein Doppelzimmer, das war seeeehr einfach aber zum schlafen ausreichend. Das Essen war ein wenig netter anzusehen, wie in der OkaukuejoLodge. Aber mehr Auswahl gab es auch nicht.

Am Ende haben wir 2 Nächte in der Namutomi Lodge im Osten des Parks verbracht. Das war zimmertechnisch die beste Lodge im Park. Wir hatten dort auch nur ein Doppelzimmer gebucht, das war aber richtig fein. Alleine das Bad, mit Außendusche, war wirklich toll. Essenstechnisch war die Namutomi Lodge von allen drei Camps im Etosha am besten. Es gab zwar auch nicht mehr Auswahl am Buffet aber es war optisch alles ansprechender. Am zweiten Abend gab es das Essen dann a la card. Das war dann richtig gut.

Und zwischen den Übernachtungen? Da sind wir von früh am Morgen bis zum Sonnenuntergang durch den Etosha gefahren, von Wasserloch zu Wasserloch, immer unterbrochen von Stopps bei Tiersichtungen auf dem Weg.

Kurz zusammen gefasst, wir kamen uns vor wie in einem Traum. Überall Elefanten, Giraffen, Impalas, Springböcke, Warzenschweine, Nashörner und viele andere Tiere.

Dabei haben wir gar nicht alle gesehen. Wir hatten nur einmal das Glück eine Löwendame zu sehen, immerhin mit 3 kleinen süßen Nachwuchslöwen. Den Papa konnten wir nur sehr weit entfernt unter einem Busch sehen, unfotografierbar. Leoparden haben wir keinen gesehen. Vermutlich sind wir an unzähligen Leoparden und weiteren Löwen vorbei gefahren, die wir einfach nicht entdeckt haben.

Ihr könnt Euch auf jeden Fall in den nächsten Wochen auf einige Berichte mit Tierfotos freuen. Wir müssen noch überlegen, wie wir die Fotos sinnvoll hier zeigen können.

Etosha National Park
Etosha National Park

Tag 8 – Fahrt nach Grootfontain

Irgendwann geht auch die schönste Zeit zu Ende. Also mussten wir den Etosha National Park auch wieder verlassen, mit wirklich schwerem Herzen und Tränen in den Augen.

Da wir den Park am frühen Nachmittag an der östlichen Seite verlassen haben, war Grootfontain der passende Ort für einen Zwischenstopp zur Übernachtung. Wir hatten uns dort im H20 B&B Guesthouse eingemietet. Das Haus gehört einer alten namibischen Familie in der 4. Generation. Und das alte Haus der Familie ist heute das Gästehaus, mit 3 Zimmern. Das ganze Haus ist voll mit Erinnerungen der Familie. Alte Möbel, Bilder, Bücher, Geschirr, eigentlich ist es ein Familienmuseum.

Und der Gastgeber ist an Herzlichkeit kaum zu überbieten.  Zur Begrüßung hat er uns erst mal einen leckeren Kaffee gekocht und dann haben wir ein wenig mit ihm auf der Terrasse gesessen. Leider konnte er uns an dem Abend nicht bekochen, denn er hat eine Rinderfarm und ist gelernter Koch. Aber in einem kleinen Hotel auf der anderen Straßenseite gab es ein fantastisches Restaurant.

Tag 9-10 Otjiwa Safari Lodge

Die letzten 2 Nächte haben wir dann in der Otjiwa Safari Lodge verbracht. Diese liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Windhoek und Etosha, direkt an der Landstraße.

Von Grootfontain aus ging es über gute staubige Landstraßen aber erst mal am Waterberg vorbei. Dort haben wir uns den berühmten deutschen Friedhof angesehen.

In der Safari Lodge wurden wir an der Rezeption direkt mit einer kalten Erfrischung begrüßt, einem kleinen Willkommens-Cocktail. Und dieser nette Eindruck setzte sich in der Lodge nahtlos fort. Das Zimmer war Spitze, mit Blick auf ein natürliches Wasserloch. Das Essen war sensationell gut und die ganze Anlage super gemütlich.

Thomas hat dann am Abend eine Sunset Tour zu den Tieren mitgemacht, während Melanie auf der Terrasse unseres Zimmers den Blick auf das Wasserloch und die Vogelwelt genossen hat. Selber fahren durfte man in der Safari Lodge nicht.

Das Highlight unseres Besuches war dann aber die morgendliche Wanderung zu den Nashörnern. Vor Sonnenaufgang ging es los in den Busch, nur wir beide und ein Guide. Etwa 2 Kilometer vor dem Ort, wo die Nashörner in der Trockenzeit gefüttert werden, haben wir dann den Wagen verlassen uns sind zu Fuß weiter durch die Steppe, begleitet von einem traumhaften Sonnenaufgang. Auf dieser kleinen Wanderung haben wir unendlich viel über die Pflanzen und Tiere gelernt. Das war keine Sekunde langweilig und unser Guide hatte richtig Spaß daran uns die vielen kleinen Wunder der Natur zu zeigen und zu erklären.

Und am Ende standen wir dann plötzlich vor den weißen Nashörnern. Vor uns 6 Tiere, von hinten kamen noch zwei. Und ganz ehrlich, ohne unseren Guide hätten wir richtig Angst bekommen. Denn das rettende Auto war weit weg, nicht zu sehen und wir hätten das alleine niemals wieder gefunden. Das war einfach ein einmaliges Erlebnis.

Namibia Tag 8 und 9
Namibia Tag 8 und 9

Tag 10 – Fahrt zum Flughafen

Am  letzten Tag ging es dann zurück zum Flughafen. Dort kamen wir nach gefühlten 22.000 Termitenhügeln, 8700 Warzenschweinen auf dem Seitenstreifen und gemessenen 1966 Kilometern wieder an.

Namibia Tag 10

Fazit unserer Namibia Reise

Wir schreiben diesen Bericht übrigens gerade im Flugzeug, aktuell haben wir Luanda in Angola gerade verlassen, Zeit den letzten Teil zu schreiben. Danach wird dann ein wenig geschlafen.

Wir haben Namibia vorhin verlassen und waren ein wenig traurig darüber. Das ist für uns aber immer ein gutes Zeichen dafür, dass uns der Urlaub und das Land gefallen haben. Wenn man froh ist, da wieder weg zu kommen, dann war mit dem Urlaubsziel irgendwas nicht in Ordnung.

Namibia hat alle unserer Erwartungen übertroffen. Wir wollten Tiere sehen, wir haben Tiere vor die Linsen bekommen und das in Massen.

Ängste und auch Vorurteile hatten wir – und diese sind größtenteils wie Seifenblasen zerplatzt, wie immer beim Reisen.

Ganz besonders Melanie hatte viele Bedenken vor dieser Reise. Ursprünglich wollte Thomas ja alleine fliegen, bis Melanie von einigen Freunden überzeugt wurde, doch mitzufliegen. Kurzform: Sie hat es nicht bereut. Die Langform findet Ihr in einem eigenen Bericht. Melanie hatte in Namibia die tolle Idee, ihre Geschichte zu dieser Reise in einem eigenen Bericht zu beschreiben. Von diesem „Ich fahre nicht nach Afrika“ über das „hmmm, vielleicht doch“ bis zu den traumhaften Erlebnissen dieser Reise. 

Ob wir wieder nach Namibia fliegen? Wir denken schon. Nicht kurzfristig, wir haben noch viele andere Reiseziele auf unserer Wunschliste, aber zum letzten Mal waren wir sicherlich nicht dort, wenn der liebe Gott das zulässt.

Haben wir Afrika nun kennengelernt?

Nein! Wie denn auch? Wir waren nur in Namibia, einem Land neben über 50 weiteren Ländern in Afrika. Es kann auch keiner behaupten Europa zu kennen, wenn er nur mal einen Trip nach Deutschland gemacht hat.

Zudem haben wir uns auf sehr touristischen Pfaden bewegt. Kontakt zu den Einwohnern hatten wir weitestgehend nur in den Hotels oder Parks, die wir besucht haben. Außerhalb der touristischen Orte beschränkten sich die Kontakte auf die normalen Begegnungen im Supermarkt oder an der Tankstelle.

Allerdings haben wir uns nirgendwo unsicher oder belästigt gefühlt – vielleicht eines der größten Vorurteile, die wir über dieses „Afrika“ im Kopf hatten. Ganz im Gegenteil haben wir eine sehr große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erfahren. 

Aber wir sind weit davon entfernt, uns über die Kultur von Namibia oder ganz Afrika eine Meinung zu bilden. 

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