Die Canon 70D ist in unseren Fotorucksack eingezogen. Warum haben wir uns, als Liebhaber der Sony Systemkameras, nun eine DLSR von Canon gekauft? Das wollen wir mal kurz erklären und über unsere ersten Schritte in der Canon-Kamera-Welt berichten.

Warum plötzlich eine Canon-DLSR?

Kurz: Schuld ist Namibia. Verständlich? Nein? OK, dann die lange Version.

Wir nutzen seit einiger Zeit das Canon 100-400 L V2 Objektiv. Dieses betreiben wir mit einem Adapter von Sigma an unseren Sony-Systemkameras. Dabei setzen wir diese Kombination hauptsächlich bei unseren Tierfotos ein. Gerade für Zoofotos ist das 100-400 eine Top-Linse.

Und für eine Canon-Linse, die über einen Sigma-Adapter an einer Sony-Kamera hängt, funktioniert das Ganze auch ganz prächtig. Es gibt dabei nur eine Schwachstelle, das ist der Nachführ-Autofokus. Dieser bewirkt, dass wir bei einer Serienaufnahme einmal auf ein bewegtes Motiv (Tier) fokussieren und der Fokus dann die Bewegung des Tieres erkennt und zwischen den Aufnahmen den Fokus korrigiert.

Von dieser Technik darf man keine Wunderdinge erwarten, das ist uns klar. Eine gewissen Ausschuss-Quote gehört einfach dazu. Selbst professionelle Sportfotografen, die mit einer teuren High-End-Ausrüstung arbeiten, berichten von 50% Ausschuss. Allerdings ist uns die Quote bei dem Marken-Mischmasch oben ein wenig zu hoch. Es ist nicht so, dass das gar nicht funktioniert. Aber uns schwankt es zu häufig, oft nicht nachvollziehbar. 

Jetzt stört uns das bei Zoofotos nicht besonders. Von einem misslungenen Bild geht die Welt nicht unter. Es gibt bestimmt die Möglichkeit für einen weiteren Versuch, das Foto zu bekommen.

Im Sommer fliegen wir aber nach Namibia um dort viele Wildlife-Fotos zu machen. Da wird es dann mit der zweiten Chance ein wenig schwieriger. Situationen in der Wildlife-Fotografie sind oft einmalig und „mal eben“ nach Namibia ist leider auch schwierig.

Wir haben nun überlegt, wie wir unsere Ausrüstung für diese Anforderung verbessern können. Die ideale Lösung wäre der Kauf des Sony 100-400 Objektives. Nur, das hat einen recht stolzen Preis. Also kamen wir auf die Idee, eine Kamera passend zum Objektiv zu kaufen.

Damit wollten wir dann auch nicht zu lange warten. Denn wir würden die Kamera im Urlaub gerne blind beherrschen. Nach Namibia mit einer vollkommen fremden Kamera zu fahren, das wäre keine Option. Lieber testen wir dieser vorher ausgiebig bei unseren Zoobesuchen und gewöhnen uns an die Bedienung.

Warum die Canon 70D?

Klar war, für die Aktion wollen wir eine gebrauchte Kamera kaufen und jetzt keine Unsummen dafür ausgeben. Wir haben dann überlegt, was soll die Kamera können. Wichtig waren uns dabei folgende Punkte:

  • Serienaufnahmen – 10 Aufnahmen pro Sekunde oder mehr wären fein
  • Crop – also einen APS-C-Sensor, denn „mehr Brennweite“ schadet bei Wildlife-Aufnahmen nicht
  • Preis sollte maximal 500 EUR betragen, weniger wäre auch nicht schlimm
  • Die Kamera sollte nicht zu viele Auslösungen haben

Wir haben uns dann mal den Gebrauchtmarkt angeschaut und mit einigen befreundeten Zoofotografen über ihre Erfahrungen gesprochen. Canon ist bei dem Personenkreis sehr verbreitet, so konnten wir genug Meinungen sammeln.

Schnell stellte sich heraus, dass die Canon 70D fast alle unsere Anforderungen erfüllte. Lediglich die Serienaufnahmen, da bietet sie nur 6 Aufnahmen pro Sekunde. Das ist aber immer noch OK und Kameras, die mehr als 10 Aufnahmen schaffen, hätten dann das Budget gesprengt oder wären uns zu alt/gebraucht gewesen.

Am Wochenende haben wir dann eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen entdeckt. Eine 70D, mit weniger als 8500 Auslösungen, für 390 EUR. Da haben wir dann zugeschlagen, dass Angebot war perfekt für uns. Also ab nach Düsseldorf, wo wir die Kamera von einem professionellen Fotografen gekauft haben. Bei ihm war die Kamera als 3. oder 4. Body im Einsatz, nur für bestimmte Zwecke, daher auch die geringe Zahl an Auslösungen. Nach einem ausgiebigen Test und einem netten Foto-Talk wanderte die Kamera dann in unseren Fotorucksack.

Die ersten Schritte mit Canon

Nun saßen wir also zu Hause, mit unserer ersten Canon. Wirklich! Wir haben noch nie eine Kamera von denen besessen. Aktuell haben wir ja Sony im Einsatz und zu alten DLSR-Zeiten hatten wir mehrere Nikons.

Der erste Versuch uns mit den Einstellungen der Kamera vertraut zu machen, uns durch die Einstellungen zu arbeiten, endete mit dem Kauf einen e-Books zur Kamera. Die rein fotografischen Einstellungen, also Blende, Belichtungszeit, ISO usw. sind ja klar – das ist an allen Kameras gleich. Aber die anderen Einstellungen zum Setup der Kamera sind halt doch sehr individuell benannt, je nach Hersteller.

Bewaffnet mit dem Handbuch ging es dann besser. Wir haben die Einstellungen mal an unsere Gewohnheiten angepasst, wie wir auch unsere Sonys nutzen. Bei Tierfotos heißt das konkret:

  • Speicherung als RAW
  • Serienfotos High – also maximal 6 Aufnahmen pro Sekunde
  • ISO-Automatik – begrenzt auf ISO 1600
  • Min. Verschlusszeit bei der ISO-Automatik 1/125 Sekunde
  • Automatischer Weißabgleich
  • Autofokus im AI Servo Modus (Nachführ AF)
  • manuelles Einzelfeld AF
  • Belichtungsmessung Mehrfeld
  • Wasserwaage – auch wenn das bei Thomas eh wieder nichts bringt

Fotografiert wird dann im Tv-, Av- oder M-Modus, je nach Situation.

Frage an unsere Zoofotografen- und Wildlife-Fotografen-Leser: Passt das aus Eurer Erfahrung? Für gute Tipps sind wir sehr dankbar.

Wir denken aber, mit diesem Setup nicht komplett daneben zu liegen. Das Setup haben wir uns zur Sicherheit auch noch auf den C-Modus gespeichert – eine gute Erfindung übrigens. Nicht, das Speichern als solches, sondern die Möglichkeit, die gespeicherte Einstellung einfach über das Modus-Wahlrad abrufen zu können.

Überhaupt finden wir die Menüführung in der Kamera, wenn man sie mal auseinander gedröselt hat, recht gut, logisch und übersichtlich. Sehr schön finden wir auch das kleine, zweite Display oben auf der Kamera. Das vermissen wir an unseren Sonys sehr, da wir diese Anzeige noch von unserer alten Nikon D300 kennen.

Jetzt warten wir a) auf etwas Freizeit und Ruhe und b) auf trockenes Wetter um die neue Kamera mal im Zoo zu testen. Die Ergebnisse bekommt ihr natürlich als erstes hier zu sehen.

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