Neu im Fotorucksack: Die Canon 70D

Veröffentlicht: 27. Januar 2019

1079 Worte- 4.3 Minuten Lesezeit- 10 Kommentare-
Canon 70D

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 27. Januar 2019

Aktualisiert: 15. Januar 2021

10 Kommentare

1079 Worte- 4.3 Minuten Lesezeit- 10 Kommentare-

Die Canon 70D ist in unseren Fotorucksack eingezogen. Warum haben wir uns, als Liebhaber der Sony Systemkameras, nun eine DLSR von Canon gekauft? Das wollen wir mal kurz erklären und über unsere ersten Schritte in der Canon-Kamera-Welt berichten.

Warum plötzlich eine Canon-DLSR?

Kurz: Schuld ist Namibia. Verständlich? Nein? OK, dann die lange Version.

Wir nutzen seit einiger Zeit das Canon 100-400 L V2 Objektiv. Dieses betreiben wir mit einem Adapter von Sigma an unseren Sony-Systemkameras. Dabei setzen wir diese Kombination hauptsächlich bei unseren Tierfotos ein. Gerade für Zoofotos ist das 100-400 eine Top-Linse.

Und für eine Canon-Linse, die über einen Sigma-Adapter an einer Sony-Kamera hängt, funktioniert das Ganze auch ganz prächtig. Es gibt dabei nur eine Schwachstelle, das ist der Nachführ-Autofokus. Dieser bewirkt, dass wir bei einer Serienaufnahme einmal auf ein bewegtes Motiv (Tier) fokussieren und der Fokus dann die Bewegung des Tieres erkennt und zwischen den Aufnahmen den Fokus korrigiert.

Von dieser Technik darf man keine Wunderdinge erwarten, das ist uns klar. Eine gewissen Ausschuss-Quote gehört einfach dazu. Selbst professionelle Sportfotografen, die mit einer teuren High-End-Ausrüstung arbeiten, berichten von 50% Ausschuss. Allerdings ist uns die Quote bei dem Marken-Mischmasch oben ein wenig zu hoch. Es ist nicht so, dass das gar nicht funktioniert. Aber uns schwankt es zu häufig, oft nicht nachvollziehbar.

Jetzt stört uns das bei Zoofotos nicht besonders. Von einem misslungenen Bild geht die Welt nicht unter. Es gibt bestimmt die Möglichkeit für einen weiteren Versuch, das Foto zu bekommen.

Im Sommer fliegen wir aber nach Namibia um dort viele Wildlife-Fotos zu machen. Da wird es dann mit der zweiten Chance ein wenig schwieriger. Situationen in der Wildlife-Fotografie sind oft einmalig und „mal eben“ nach Namibia ist leider auch schwierig.

Wir haben nun überlegt, wie wir unsere Ausrüstung für diese Anforderung verbessern können. Die ideale Lösung wäre der Kauf des Sony 100-400 Objektives. Nur, das hat einen recht stolzen Preis. Also kamen wir auf die Idee, eine Kamera passend zum Objektiv zu kaufen.

Damit wollten wir dann auch nicht zu lange warten. Denn wir würden die Kamera im Urlaub gerne blind beherrschen. Nach Namibia mit einer vollkommen fremden Kamera zu fahren, das wäre keine Option. Lieber testen wir dieser vorher ausgiebig bei unseren Zoobesuchen und gewöhnen uns an die Bedienung.

Warum die Canon 70D?

Klar war, für die Aktion wollen wir eine gebrauchte Kamera kaufen und jetzt keine Unsummen dafür ausgeben. Wir haben dann überlegt, was soll die Kamera können. Wichtig waren uns dabei folgende Punkte:

  • Serienaufnahmen – 10 Aufnahmen pro Sekunde oder mehr wären fein
  • Crop – also einen APS-C-Sensor, denn „mehr Brennweite“ schadet bei Wildlife-Aufnahmen nicht
  • Preis sollte maximal 500 EUR betragen, weniger wäre auch nicht schlimm
  • Die Kamera sollte nicht zu viele Auslösungen haben

Wir haben uns dann mal den Gebrauchtmarkt angeschaut und mit einigen befreundeten Zoofotografen über ihre Erfahrungen gesprochen. Canon ist bei dem Personenkreis sehr verbreitet, so konnten wir genug Meinungen sammeln.

Schnell stellte sich heraus, dass die Canon 70D fast alle unsere Anforderungen erfüllte. Lediglich die Serienaufnahmen, da bietet sie nur 6 Aufnahmen pro Sekunde. Das ist aber immer noch OK und Kameras, die mehr als 10 Aufnahmen schaffen, hätten dann das Budget gesprengt oder wären uns zu alt/gebraucht gewesen.

Am Wochenende haben wir dann eine Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen entdeckt. Eine 70D, mit weniger als 8500 Auslösungen, für 390 EUR. Da haben wir dann zugeschlagen, dass Angebot war perfekt für uns. Also ab nach Düsseldorf, wo wir die Kamera von einem professionellen Fotografen gekauft haben. Bei ihm war die Kamera als 3. oder 4. Body im Einsatz, nur für bestimmte Zwecke, daher auch die geringe Zahl an Auslösungen. Nach einem ausgiebigen Test und einem netten Foto-Talk wanderte die Kamera dann in unseren Fotorucksack.

Die ersten Schritte mit Canon

Nun saßen wir also zu Hause, mit unserer ersten Canon. Wirklich! Wir haben noch nie eine Kamera von denen besessen. Aktuell haben wir ja Sony im Einsatz und zu alten DLSR-Zeiten hatten wir mehrere Nikons.

Der erste Versuch uns mit den Einstellungen der Kamera vertraut zu machen, uns durch die Einstellungen zu arbeiten, endete mit dem Kauf einen e-Books zur Kamera. Die rein fotografischen Einstellungen, also Blende, Belichtungszeit, ISO usw. sind ja klar – das ist an allen Kameras gleich. Aber die anderen Einstellungen zum Setup der Kamera sind halt doch sehr individuell benannt, je nach Hersteller.

Bewaffnet mit dem Handbuch ging es dann besser. Wir haben die Einstellungen mal an unsere Gewohnheiten angepasst, wie wir auch unsere Sonys nutzen. Bei Tierfotos heißt das konkret:

  • Speicherung als RAW
  • Serienfotos High – also maximal 6 Aufnahmen pro Sekunde
  • ISO-Automatik – begrenzt auf ISO 1600
  • Min. Verschlusszeit bei der ISO-Automatik 1/125 Sekunde
  • Automatischer Weißabgleich
  • Autofokus im AI Servo Modus (Nachführ AF)
  • manuelles Einzelfeld AF
  • Belichtungsmessung Mehrfeld
  • Wasserwaage – auch wenn das bei Thomas eh wieder nichts bringt

Fotografiert wird dann im Tv-, Av- oder M-Modus, je nach Situation.

Frage an unsere Zoofotografen- und Wildlife-Fotografen-Leser: Passt das aus Eurer Erfahrung? Für gute Tipps sind wir sehr dankbar.

Wir denken aber, mit diesem Setup nicht komplett daneben zu liegen. Das Setup haben wir uns zur Sicherheit auch noch auf den C-Modus gespeichert – eine gute Erfindung übrigens. Nicht, das Speichern als solches, sondern die Möglichkeit, die gespeicherte Einstellung einfach über das Modus-Wahlrad abrufen zu können.

Überhaupt finden wir die Menüführung in der Kamera, wenn man sie mal auseinander gedröselt hat, recht gut, logisch und übersichtlich. Sehr schön finden wir auch das kleine, zweite Display oben auf der Kamera. Das vermissen wir an unseren Sonys sehr, da wir diese Anzeige noch von unserer alten Nikon D300 kennen.

Jetzt warten wir a) auf etwas Freizeit und Ruhe und b) auf trockenes Wetter um die neue Kamera mal im Zoo zu testen. Die Ergebnisse bekommt ihr natürlich als erstes hier zu sehen.

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Kommentare zu diesem Beitrag

10 Kommentare

  1. Michael 27. Januar 2019 um 13:30 - Antworten

    Muss ich als Canon Fan natürlich sagen: Gute Wahl! .. aber ich hätte trotzdem zur 80D gegriffen, die nur geringfügig teurer gewesen wäre, denke ich. :-P
    In der Usability liegt Canon in meinen Augen btw. immer noch vor Sony und Nikon, auch wenn sie bei technischen Details hinterherhinken.

    Bin schon gespannt, wie euch Afrika als Zoo Fans gefallen wird. Bei mir hat es mein Denken über Zoos komplett verändert.

    Lg Michael

    • Thomas Jansen 27. Januar 2019 um 19:06 - Antworten

      Hi Michael,

      na ja, eine 80D, mit der geringen Anzahl an Auslösungen, hätte fast das doppelte gekostet. Das war es mir aktuell nicht wert. Aber wer weiß, vielleicht werde ich noch Canon-Fan. Allerdings würden mich dann eher die R-Modelle interessieren. Da kannst Du übrigens mal einen Beitrag schreiben, wie sich die alten Objektive mit dem Adapter darauf schlagen. Ganz besonders im Hinblick auf den Nachführ-AF. ;-)

      Sony allerdings bringt im Führjahr eine neue Augenerkennung raus, für den Autofokus. Und das Beste, der soll auch bei Tieraugen funktionieren. Wenn das wirklich wahr wird und dann auch noch funktioniert *hach* – ein Träumchen.

      Afrika wird uns gefallen, da bin ich mir sicher. Wildlife kennen wir ja auch aus den USA. Alleine im Yellowstone haben wir 2 ganze Tage nur mit Tierfotos verbracht. Meine Einstellung zu Zoos hat sich dadurch nicht verändert. Ich halte sie nach wie vor für sehr wichtig, auch für die Arterhaltungsprogramme. Solange der Mensch auf Erden wütet, geht es wohl nicht anders. Unbenommen sind aber Tiere in freier Wildbahn das Schönste, was man erleben kann.

      LG Thomas

  2. Dirk Eisenblätter 27. Januar 2019 um 13:38 - Antworten

    Gute Entscheidung!

    Die 70D war für 3 Jahre mein treuer Begleiter. Viel Landschaft und Tierfotografie damit gemacht und „Fotografieren“ gelernt.

    Die Aufnahmen werden euch qualitativ gefallen, da bin ich mir sicher. Ausschuss bei Serienaufnahmen (relativ oft Vögel im Flug geknipst) ca. 50%.

    Insbesondere der „Build like a tank-Faktor“ wird in Namibia nicht so ganz unwichtig sein. Die Dinger sind einfach unkaputtbar und solide. Ein Eindruck, den ich bei Sony bis heute nicht wirklich habe.

    Das Handbuch braucht man eigentlich nicht, da es m. E. keinen anderen Hersteller gibt, der ähnlich intuitiv zu bedienende Kameras im Angebot hat.

    Sollte jetzt kein Fanboykommentar werden. Sony hat eben ganz klar andere Qualitäten, die Canon wohl nicht so schnell haben wird.

    Liebe Grüße.

    Dirk

    • Thomas Jansen 27. Januar 2019 um 19:00 - Antworten

      Hi Dirk,

      mir hat das Handbuch schon weiter geholfen. Die Menüstruktur war für mich erstmal verwirrend, nicht wegen des Aufbaus, eher kannte ich einige Begriffe aus der Canon-Welt nicht. Da es aber ein kostenloses eBook aus meiner Prime-Mitgliedschaft war, hat es nicht weh getan.

      Jetzt wo einige Begriffe klar sind, erscheint mir alles logisch.

      Wir werden Sony nun nicht den Rücken kehren. Ich halte es nichts von diesem Marken-Fetischismus. Gerade in der Fotografie, die Kameras unterscheiden sich doch nur in der Bedienung und bei kleineren Features. Am Ende machen alle tolle Bilder, egal ob Canon, Sony, Nikon, Olympus oder sonst was darauf steht.

      Zu Beginn meiner Fotografie hatte ich mich mal für Nikon entschieden – nicht weil ich dachte, die Kameras wären besser als Canon. Mir lag sie einfach besser in der Hand. Beim Umstieg auf Systemkameras hat mir Sony am besten gefallen. Aber nicht wegen dem Namen Sony.

      LG Thomas

  3. Lisa 30. Januar 2019 um 17:43 - Antworten

    Hallo Thomas,

    ich kann zur Canon Kamera nichts sinnhaftes beitragen, da ich mit Nikon fotografiere :-) Eure Einstellungen finde ich durchaus nachvollziehbar, ich würde allerdings die Verschlusszeit auf min. 1/500 geben bei Wildlife, gerade wenn ihr mit einem Tele-Objektiv unterwegs seid. Die alte Regel min. Belichtungszeit= Umkehrwert der Brennweite hat trotz Bildstabilisatoren meiner Meinung nach durchaus noch Berechtigung, vor allem bei Tieren in Bewegung. Und erfahrungsgemäß bewegen sie sich draußen deutlich mehr als in Zoos. Über Safari Fotografie habe ich übrigens einen ganzen Artikel geschrieben und ihm kürzlich auch ein Update verpasst. Ihr seid zwar Profis in der Tierfotografie, aber vielleicht findet ihr noch den einen oder anderen interessanten Input für eure erste Safari: https://imprintmytravel.com/fotografieren-auf-safari/

    Liebe Grüße aus Wien

    Lisa

    • Thomas Jansen 31. Januar 2019 um 7:47 - Antworten

      Hi LIsa,

      vollkommen korrekt, wir fotografieren sogar oft mit 1/1000 oder noch kürzer bei Tieren. Das war oben ein wenig unüberlegt den Wert hinzuschreiben, mit dem ich zu Hause getestet habe. Da war zu dunkel für kürzere Zeiten. :-)

      LG Thomas

  4. Sylvi 2. Februar 2019 um 13:09 - Antworten

    Hej Thomas,

    erst dachte ich „Ups, wollte sich der Thomas nicht kamerabody-technisch verkleinern“? Aber die Gründe für den Kauf der Canon sind absolut nachvollziehbar. Ich besitze ja die SLT von Sony Alpha 77 II und habe mir schon überlegt, was ich machen würde, wenn sie mal kaputt ginge. Zumal sie ja auch nicht gerade klein ist und ich derzeit noch die kleine Sony Alpha 6000 und Lumix GX 80 besitze.
    Allerdigs besitze ich für A-Mount mittlerweile einen recht ordentlich Objektiv-Park und würde sie mir daher tatsächlich im Falle eines Defektes wieder kaufen – trotz (oder vielleicht wegen des) großen Bodys. ;-) Aber auch wegen des Serienbildmodus‘ von 12 Bildern pro sec., des Joysticks zum Fokussieren und des – ja den gibt es sogar bei Sony-Kameras – komplett schwenkbaren Displays. ;-)

    Aber jetzt gucke ich mir erst einmal die Zoobilder mit der Canon an und bin natürlich gespannt auf Eure Namibia-Fotos. :-)

    LG Sylvi

    • Thomas Jansen 3. Februar 2019 um 10:52 - Antworten

      Hi Sylvi,

      ich war ja immer dagegen, zwei Systeme zu haben. Aber dadurch, dass ich Objektive mit Canon-Anschluss auch auf der Sony nutze, ist es ja eigentlich nicht so schlimm. ;-) Man erweitert damit seine Möglichkeiten, das ist doch auch spannend.

      LG Thomas

  5. Marcus 3. Februar 2019 um 18:21 - Antworten

    Da bin ich ja mal gespannt auf Eure Erfahrungen.

    Ich besitze zwar noch keine (DSLR)Kamera, aber die 70D hatte ich auch ins Auge gefasst

    • Thomas Jansen 6. Februar 2019 um 12:48 - Antworten

      Hi Marcus,

      bis jetzt sind wir ganz begeistert von der Kamera. So richtig was zum Meckern habe ich noch nicht gefunden. Der erste Bericht mit Bildern ist ja schon online:

      LG Thomas

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