Luftfahrt

Planespotter – Ein ganz „normales“ Hobby?

Planespotting - Ein normales Hobby?

Wie man an den Themen dieses Blogs erkennen kann, habe ich neben dem Reisen noch ein weiteres Hobby – ich bin Planespotter. Man könnte auch einfach Flugzeugfotograf sagen, hört sich aber nicht so cool an.

Oft werde ich gefragt, warum macht man das, was bringt einem das? Nun, ich finde, die Frage kann man bei jedem Hobby stellen. Ich kann mich z.B. überhaupt nicht für Briefmarken oder Bierdeckel begeistern und käme nie auf die Idee, diese zu sammeln. Anders sieht es da schon bei Flugzeugbildern aus, wo ich mich kaum dran satt sehen kann.

Persönlicher Leidensweg zum Planespotter

Flugzeuge fotografieren in Istanbul - einer der schönten Spotterplätze der Welt

Flugzeuge fotografieren in Istanbul – einer der schönten Spotterplätze der Welt

Flugzeuge und Luftfahrt faszinieren mich schon seit meiner Kindheit. Damals, mit meinen Großeltern und Eltern, auf der alten Besucherterrasse in Düsseldorf – das war einfach herrlich für den kleinen Thomas. Nur leider haben wir damals keine Fotos gemacht, wir waren einfach nur da zum gucken und genießen.

Irgendwann, genau genommen Ende 2006, habe ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera gekauft und bin nach Düsseldorf zum Flughafen gefahren um das gute Stück zu testen. Das war eine doofe Idee… nun bin ich süchtig und fahre immer wieder mal zum Flughafen, wenn es die Zeit zulässt.

Im Laufe der Zeit habe ich nun rund 6.300 Bilder in meiner Sammlung archiviert, von 404 Fluggesellschaften, 3.835 verschiedene Registrierungen, 84 verschiedene Flugzeugtypen – aufgenommen an 22 verschiedenen Airports in der Welt. Das mag jetzt beeindruckend klingen, ist aber recht überschaubar im Vergleich zu anderen Spottern

Spotter bei der Arbeit

Spotter bei der Arbeit

Nur zur Erklärung – die Registrierung ist eine Art „Nummernschild“ eines Flugzeuges. Auf dem Foto ist das z.B. D-ACRM. Diese Nummer ist aktuell immer nur einem Flugzeug zugeordnet. Somit hat man eine Möglichkeit, die verschiedenen Flugzeuge einer Fluggesellschaft zu sammeln.

Woher kommt das Spotten eigentlich?

Nun, im zweiten Weltkrieg haben die Engländer Menschen an der Küste gebeten, die Registrierungen der deutschen Flugzeuge zu notieren, die in das Land einflogen oder es wieder verlassen haben.

Das waren, im Grunde genommen, die ersten Spotter. In England ist auch das Hobby, einfach nur die Registrierungen der Flugzeuge zu notieren, ohne diese zu fotografieren, immer noch sehr verbreitet und beliebt.

Im Laufe der Jahre wurde es dann immer beliebter, auch Fotos von den Flugzeugen zu machen. Und mit der Erfindung der digitalen Fotografie gab es dann einen richtigen Schub für das Hobby. Aber auch heute gibt es noch alte Hasen, die das Hobby mit der analogen Dia-Technik ausführen.

Für mich wäre das, ganz ehrlich, keine gute Idee. Die Filme, die Entwicklung usw., das braucht Zeit und kostet zusätzliches Geld. Dazu müssen die tausenden von Dias dann auch archiviert und verwaltet werden. Da ist mir die digitale Lösung tausend mal lieber. Wobei ich mir allerdings die alten Bilder sehr gerne anschaue, wenn die mal abgescannt im Netz auftauchen.

Es gibt übrigens auch noch Ship- oder Trainspotter – die machen eigentlich nichts anderes, nur eben mit Schiffen oder Zügen.

Was will man als Planespotter eigentlich fotografieren?

MD11 der KLM beim Start in Amsterdam

MD11 der KLM beim Start in Amsterdam

Da gibt es ganz viele verschiedene Motivationen bei den Spottern. Die einen wollen nur Registrierungen abgrasen, die anderen einfach nur schöne Flugzeugbilder, wieder andere nur bei Sonnenschein usw.

Ich persönlich fahre meist spontan zu einem Flughafen und nehme mit, was ich vor die Linse bekomme.

Zu Hause schaue ich dann, ob ich die Registrierung schon habe und freue mich wenn es eine Neue ist. Wenn nicht kommt das Bild trotzdem ins Archiv, wenn es denn schön geworden ist.

Dazu gibt es immer wieder Besonderheiten, die das Objekt der Begierde sind. Das können verschiedene, meist ältere Flugzeugtypen sein oder die sogenannten Sonderlackierungen.

Das sind dann Flugzeuge, die zu einem bestimmten Anlass oder verschiedenen anderen Gründen anders lackiert sind, als die normalen Flugzeuge einer Flotte.

Das Wetter

Bild 7: Zürich im Regen

Bild 7: Zürich im Regen

Das Wetter berücksichtige ich dabei natürlich, wenn ich zu einem nahe gelegenen Flughafen fahre. So würde ich mich bei angesagtem Dauerregen nicht auf den Weg nach Amsterdam oder Düsseldorf machen.

Für Spotterbilder ist Sonnenschein, im Rücken, natürlich die beste Voraussetzung für tolle Bilder.

Anders sieht das bei Ausflügen aus, die lange vorher geplant werden. So haben wir ein bis zwei mal im Jahr ein Treffen von Spottern, die sich aus verschiedenen Foren kennen. Diese finden dann irgendwo in Europa statt und werden meist ein Jahr im Voraus geplant. Da kann es dann passieren, dass das Wetter schlechter ist, wie gewünscht. Nur, dann wird trotzdem gespottet und oft entstehen gerade dann tolle Aufnahmen, so wie die rechts gezeigte Aufnahme aus Zürich im dicksten Regen.

Kameras bei einem Spottertreff

Kameras bei einem Spottertreff

Was braucht man zum Spotten?

Generell natürlich eine Kamera. Hochwertige Bridgekameras sind da gut geeignet für, ebenso Systemkameras oder Spiegelreflexkamera. Wichtig ist, die Kamera muß schnell fokussieren können und ebenso schnell auslösen.

Man fotografiert halt Motive, die sich eventuell mit mehr als 200 Stundenkilometern bewegen. Was man auch nie genug haben kann ist Brennweite. Man kommt halt nicht überall so nah an einen Flieger ran.

Auf Besucherterrassen von Flughäfen ist man mit 50-200mm Brennweite gut beraten, außerhalb am Flughafenzaun braucht man auch schon mal mehr wie 200mm Brennweite.

An einigen wenigen Stellen, in Amsterdam oder Luxemburg kommt man dann so nah an die Maschinen heran, das man schon ein Weitwinkel benötigt. Das ist aber leider die Ausnahme.

Dazu kommt ein Berg Speicherkarten, ein Stativ für Nachtaufnahmen, eine vernünftige und trotzdem leichte Leiter ist auch eine gute Idee. Diese braucht man an einigen Airports, um vernünftig über den Zaun fotografieren zu können.

Wo kann man Spotten?

Leiterneinsatz in Luxemburg

Leiterneinsatz in Luxemburg

In Europa kann man an fest jedem zivilen Airport seine Flugzeugbilder machen. Einige Flughäfen haben Besucherterrassen, andere haben Spotterhügel oder andere Einrichtungen rund um das Flughafengelände.

Dann gibt es auf einigen wenigen Flughäfen sogar die Möglichkeit Spottertouren zu machen. Dabei wird man dann direkt mit einem Bus zu den Fotopunkten auf dem Flughafen gefahren.

Außerhalb von Europa sollte man sich in jedem Land vorher schlau machen, ob das Spotten dort erlaubt ist. In einigen Ländern der Welt wird das als Spionage angesehen und man kann allen Ernstes dafür in den Bau kommen. Daher, immer vorher recherchieren was erlaubt ist und was nicht.

So, ich hoffe, ich konnte euch ein wenig mein Hobby näher bringen. Hat Euch der Artikel gefallen, habt ihr auch ähnliche oder ganz andere Hobbys, dann könnt Ihr hier gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

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3 Kommentare

  • Hallo Thomas,

    auch wenn ich mich wiederhole, finde ich Deinen Beitrag sehr interessant und anschaulich. Besonders gut gefällt mir, dass Du den persönlichen Hintergrund über die Entstehung Deines Hobbys beschrieben hast.
    Jetzt habe ich wieder was dazu gelernt.

    Ich bin ja total beeindruckt von Deinem Foto-Equipment. Damit muss man auch erst einmal umgehen können. Ich habe mich an eine Spiegelreflex-Kamera noch nicht herangewagt, weil ich befürchte, dass ich damit etwas überfordert wäre. 😉

    Lieben Gruß
    Sylvi

    • Mit der Spiegelrefexkamera habe ich mich am Anfang auch schwer getan. Denn es macht wenig Sinn, diese im Vollautomatikmodus zu betreiben, da macht dann eine gute Bridge-Kamera mehr Sinn. Also musste ich mich mit so Themen wie Blende, Belichtunsgzeit, ISO usw. beschäftiegen. Jetzt nach ein paar Jahren ist vieles einfach selbstverständlich geworden aber ich lerne immer noch dazu.

      Übrigens, fein, wenn der Beitrag gefällt. Danke fürs Lob!

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