Zuletzt aktualisiert am 3. Januar 2018 um 9:26

Eigentlich wollten wir über die Diskussion Pro und Kontra Zoo auf diesem Blog nie was schreiben. Wer uns kennt, wer unseren Blog kennt, der kennt auch unsere Einstellung. Da es aber unter unseren Beiträgen in den Social Medias immer wieder zu Ansätzen kommt, das Thema mit uns diskutieren zu wollen, schreiben wir jetzt diesen Beitrag. Diesen können wir dann bei Bedarf einfach in einen Kommentar setzen.

Wir sind eindeutig Pro Zoo

Wir sind, wie nur schwer an unseren Themen zu erkennen ist, eindeutig Pro Zoos eingestellt. Für uns haben Zoos direkt mehrere Aufgaben:

  • Bildungsauftrag
  • Forschungsauftrag
  • Zootiere dienen als Botschafter für ihre Art
  • Umwelt-, Natur- und Artenschutz
  • Arterhaltung
  • Zucht und Wiederansiedelung von bedrohten Arten

Alle diese Punkte sind für uns sehr wichtig. Dass wir als Besucher die Tiere in den Zoos auch noch so schön fotografieren können, ist ein angenehmer Nebeneffekt der genannten Punkte.

Uns ist bewusst, dass man über jeden dieser Punkte nun stundenlang diskutieren kann. Wir wissen, dass jetzt schon ganz viele Menschen unten ins Kommentarfeld schreiben um einen Punkt nach dem Anderen zu zerpflücken. Nur, es wird bei uns keine Änderung der Einstellung bewirken.

Wir sind relativ intelligente Menschen, wir sind mit fast 50 Jahren auch nicht so ganz ohne Lebenserfahrung und durchaus in der Lage, uns unsere eigene Meinung zu bilden und zu dieser zu stehen.

Warum sind wir Pro Zoo?

Wir wollen auch garnicht auf einzelne Punkte oben eingehen. Ein prägendes Erlebnis möchten wir aber doch erzählen.

Vor ein paar Jahren haben wir das Glück gehabt, am Grand Canyon frei lebende Condore zu sehen. Das war ein sehr schöner Moment, der wirklich Eindruck hinterlassen hat. Wunderbar, wie diese riesigen Vögel durch den Canyon und über unseren Köpfen gekreist sind. Und ja – die schönste Art Tiere zu beobachten ist in freier Wildbahn – das sehen sogar wir so.

Und jetzt kommt das Entscheidende: Ohne die vielen Zoos in den USA hätten wir diesen wunderbaren Anblick niemals erleben dürfen. Die Tiere galten in der freien Wildbahn als vollständig ausgestorben. Nur durch ein gezieltes Zuchtprogramm in den Zoos konnte die Art erhalten werden und führte am Ende zu einer erfolgreichen Wiederansiedlung. Und für so eine Arterhaltung braucht man viele Zoos, sehr viele Zoos (Gen-Pool und so).

Das ist jetzt nur eine Geschichte, ein kleiner Kieselstein der uns Pro Zoo sein lässt. Im Laufe des Lebens sind da natürlich viel mehr Punkte zusammen gekommen, die uns in unserer Meinung gefestigt haben. Nur, ob wir die schreiben oder nicht, es ändert nichts an den Diskussionen. 

Schwarz-Weiß-Denken funktionier nicht – wie überall im Leben

Uns kann man auch kein Schwarz-Weiß-Denken bei der Beurteilung von Zoos vorwerfen. Wenn wir über kleine, ungepflegte nicht artgerechte Gehege stolpern, so wird das von uns auch  kritisch gesehen und entsprechend angemeckert. Nur sind wir hier in Europa auf einem verdammt guten Weg. Die Zoos investieren sehr viel Geld in große, moderne Gehege. Allerdings geht das nicht von Heute auf Morgen.

Und auch sonst gibt es in den Zoos sicherlich noch eine Menge an Verbesserungsbedarf. Wir sind nicht so blauäugig um alles kritiklos toll zu finden. Es ist ja auch nicht alles falsch, was von Zoogegnern an Argumenten kommt. Hier sind die Zoos sicherlich noch gefordert und jeder Zoofreund sollte durchaus kritisch unterwegs sein und Mißstände auch ansprechen. Am besten dann direkt bei den Zoos, die erfahrungsgemäß durchaus offene Ohren haben.

In anderen Ländern sieht das teilweise etwas anders aus. Da werden die Tiere unter unmöglichen Bedingungen gehalten. Da muss auf jeden Fall noch eine Menge geändert werden, denn sowas geht gar nicht. 

Warum wir nicht mehr über das Thema diskutieren?

Ganz einfache Antwort: Es bringt nichts.

Es ist ja nicht so, dass wir diese Diskussion nicht schon drölfzig Mal geführt hätten. Oh jeee, mehr als genug haben wir uns sehr intensiv in die Diskussionen geworfen.

Am Ende ist es aber immer das Gleiche. Beide Seiten rücken keinen Millimeter von ihrem Standpunkt ab. Zugegeben, wir auch nicht. Generell geben sich beide Seiten dabei nichts.

Es werden unzählige Beiträge geschrieben, die Diskussionen rutschen extrem schnell ins persönliche ab, enden oft in üblen verbalen Entgleisungen. Es werden Fakten genannt und genau so werden diese von der Gegenseite zerrissen – ob berechtigt oder nicht. Es werden zwielichtige Organisationen und ihre „Expertisen“ ins Spiel gebracht und so weiter. 

Am Ende hat man sich nicht angenähert, im Gegenteil. Die Gräben in den Köpfen sind tiefer wie vorher. Alle Beteiligte haben kostbare Zeit und Nerven investiert, die ein oder andere persönliche Beleidigung oder Spitze ertragen und was ist das Resultat? Genau, es gibt keines. Die Diskussion endet oder verläuft im Sand und flammt morgen an anderer Stelle wieder auf.

Generell finden wir auch nicht alle Dinge, die von den Zoogegnern kommen, generell falsch. Da sind durchaus berechtigte Kritikpunkte dabei. Aber zugegeben, damit stehen wir oft ganz alleine da und ziehen uns noch den Unmut von Zoo-Freunden zu. Naja, auch damit können wir leben.

Was machen wir stattdessen?

Wir würgen jede Diskussion im Keim ab. Egal ob hier im Blog oder in den Social Medias. Die Betonung liegt dabei auf Diskussion – nicht auf die eigentliche Meinungsäußerung.

Wir hören es schon: Ihr müsst Eure Beiträge ja nicht öffentlich ins Netz stellen, dann gibt es auch keine negativen Kommentare. Ok, Richtig. Im Gegenzug kann man nur sagen, Scroll doch einfach weiter, wenn es Dir nicht passt! Wenn wir jeden Beitrag, den wir doof finden, kommentieren würden – dann hätte der Tag aber zu wenige Stunden. Und das weiter scrollen tut wirklich nicht weh.

Jeder hat das Recht seine Meinung zu haben, jeder soll so leben wie er es will. Und wir halten es auch für wichtig, dass jeder seine Meinung sagen darf – daher haben wir auch gar keinen Stress mit Menschen, die uns sagen, dass sie Zoos doof finden. Das dürfen sie auch unter unseren Blogbeiträgen – wir nehmen es zur Kenntnis und akzeptieren diese Einstellung. Wir würden so einen Kommentar, wenn er halbwegs respektvoll erstellt wurde, niemals löschen oder blöd zurück kommentieren.

Will man uns diese Einstellung, Meinung oder Lebensweise aber als „die einzig Wahre“ aufzwängen, dann steigen wir aus. Eine sachliche Diskussion ist dann meistens nicht mehr möglich.  Werden wir direkt angepamt, gibt es auch Gegenwind. Und in Zukunft den Link zu diesem Beitrag hier.

Meinungsäußerung ok, Missionierung nein Danke!

Womit wir ein richtiges Problem haben, ist die meistens direkt einsetzende Missionierung oder dass man uns ein schlechtes Gewissen einreden will. Da wird man direkt mal als Tierfeind, Tierhasser, Tier-Voyeurist usw. bezeichnet. Man ergötze sich am Leid der Tiere. Die Liste könnten wir jetzt weiter führen, ist es aber auch nicht wert. Nur zur Erinnerung: Wir zeigen Tierfotos aus den Zoos, wir sind keine Großwildjäger, die Elefanten aus Spaß an der Freude abschießen – nur werden wir ungefähr genau so angegangen. 

Aber auch der Hinweis, dass es doch viel schöner ist, die Tiere in freier Wildbahn zu sehen (ein sehr beliebter Einstieg mit dem Ansatz Richtung schlechtes Gewissen), beantworten wir gerne mit „Ja stimmt, ist wirklich so“. Nur ist das meistens nicht Thema unserer Beiträge. Wer ein bisschen sucht, findet auf diesem Blog aber auch tolle Wildlife-Fotos.

Verstehen tun wir das Vorgehen der Zoogegner nicht. Wir gehen zumindest nicht bei Zoogegnern auf die Seite oder schreiben denen auf Social Media, dass wir ihre Meinung doof finden und die sofort in einen Zoo gehen sollen. Auf die Idee würden wir nicht kommen. 

Was erwarten die Zoo Gegner eigentlich? Das wir sagen „Jo, jetzt wo Du es sagst – Zoos sind doof, da gehen wir nicht mehr hin“? Nicht wirklich, oder? Nein, oft haben wir gehört, wir sollen mal nachdenken und uns schlau machen. Das ist dagegen ein guter Vorschlag, den wir bereits seit fast 50 Jahren befolgen. Wir haben uns schlau gemacht, haben viele Pros und Kontras gelesen, haben uns selber ein Bild gemacht – und finden Zoos immer toller. Was denn nun?

Was wir erwarten? Respekt in der Diskussion!

Aber das sind wir beim Punkt Akzeptanz und Respekt: Wir respektieren die Meinung und Einstellung der Zoo Gegner. Wenn die für sich die Entscheidung getroffen haben, dass Zoos eher nicht so töfte sind, dann ist das halt so. Wir sehen unseren Auftrag nicht darin, deren Meinung umzubiegen und die auf die Seite der Zoo-Freunde zu ziehen. Es gibt ja sogar eine Menge Kritikpunkte der Zoogegner, die so falsch nicht sind.

Im Gegenzug erwarten einfach nur Respekt uns gegenüber, wenn unsere Meinung schon nicht akzeptiert wird. Nicht mehr und nicht weniger. Leider bleibt dieser Respekt schnell auf der Strecke, wenn wir klar machen, dass wir die Diskussion nun nicht zum tausendsten Mal führen wollen oder gar versuchen würden unsere Einstellung zu Zoos zu erklären. Egal was man schreibt, was man argumentiert – wir kennen vorab schon die Antworten, die kommen werden. Es ist ja nicht so, dass das sonderlich abwechslungsreich wäre.

Andersrum scheint es aber total Hip zu sein, Menschen die öffentlich zugeben Zoo Freunde zu sein, doof anmachen zu können und in die immer gleichen Diskussionen zu stürzen. Damit scheint man noch auf der Seite der „guten“ „Mehrheit“ zu sein. Uns wundert dann immer, wo die vielen tausend anderen Besucher in den Zoos herkommen und am Eingang an den 36 Gegendemonstranten vorbei laufen.

Ihr merkt, auch wir fangen hier schon wieder an zu argumentieren und ein wenig zu polemisieren. Ja, Asche auf unser Haupt. Auch in den Diskussionen haben wir mehr als einmal die sachliche Ebene verlassen – das geben wir gerne zu. Aber die aufgeheizte Diskussionskultur kann einen schon mal die Contenance verlieren lassen.

Da wir darauf einfach keine Lust haben, das auch nicht unsere Art ist und wir auch keine Zeit dafür haben, nehmen wir uns die Freiheit diese Diskussionen abzuwürgen. Das wurde uns schon als Arroganz ausgelegt. Sorry, aber wer uns kennt weiß, dass wir weit davon entfernt sind Arrogant zu sein. Es dient einfach nur dem Selbstschutz der eigenen Nerven und zum Schutz unserer zeitlichen Ressourcen. Es ist weder persönlich gemeint, noch haben wir etwas gegen den Blog des Kommentierenden noch wollen wir mit Euch nichts zu tun haben. Wir möchten nur die immer gleiche Diskussion nicht immer und immer wieder führen.

Fazit

Ganz ehrlich, wenn ihr Zoos doof findet und Euch unsere Zooberichte wirklich stören, dann seit ihr hier auf dem Blog falsch, zumindest in den Tierberichten. Wir werden die bestimmt nicht vom Blog entfernen, weil sich dadurch einige Zoogegner gestört fühlen. Auch wenn uns das jetzt ein paar Leser kostet, damit müssen wir halt leben.

Wir haben kein Problem mit gegenteiligen Meinungen. Nur bitte, diese dauernde Missionierung nervt einfach. Gerne können wir aber bei einem persönlichen Treffen, Auge in Auge und mit gegenseitigem Respekt stundenlang über das Thema debattieren – aber nicht mehr schriftlich im Netz mit halbwegs fremden Menschen. Wir möchten einfach nicht mehr die Diskussion zum x.-Mal durchkauen. Und das noch mit Menschen, die wir gar nicht kennen.

In unserem privaten Umfeld führen wir die Diskussion gerne, mit Menschen die wir kennen und gegenseitiger Respekt herrscht, auch bei völlig gegensätzlichen Meinungen. Da wird auch hitzig diskutiert aber anschliessend ist auch gut und die Meinung des Gegenübers wird respektiert ohne denjenigen zu verunglimpfen – und man trinkt weiter sein Bier zusammen.

Leider beobachten wir den Diskussionsstil, wo die eigene Meinung als von Gott gegeben angesehen wird, auch in anderen Bereichen des Internets täglich. Es werden keine Standpunkte mehr ausgetauscht, es wir immer mehr versucht anderen die eigene Meinung aufzuzwingen. Wenn es nicht gelingt, dann wird es schnell persönlich und diffamierend. Aber das wäre Stoff für einen eigenen, sehr langen Beitrag. 

Jetzt freuen wir uns natürlich über Eure konstruktiven Kommentare – aber Bitte mit dem angesprochenen Respekt.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

Wir freuen uns riesig über Kommentare unter dem Beitrag oder über das hemmungslose Teilen auf den Social Medias.

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen