RAW Format: Links RAW Daten - rechts Entwicklung

Ist das RAW Format auf Reisen die richtige Wahl?

Veröffentlicht: 11. Juni 2016

Autor: Herr Tommi

Wir fotografieren auf Reisen nur im RAW Format. Was das RAW Format eigentlich ist, warum wir das nutzen, welche Vor- und Nachteile zum JPG-Format bestehen – all diese Dinge möchten wir Euch in diesem Artikel erklären. Dabei kommen wir zu dem Ergebnis, dass das RAW Format nicht für jeden Reisenden das richtige Dateiformat beim fotografieren ist. Wer keinen Spaß an der Fotobearbeitung (Entwicklung) hat, wer Lightroom oder Photoshop nicht mag – für den ist das RAW Format keine gute Wahl. Für Fotografen, die die Fotobearbeitung als Teil der Fotografie sehen ist das RAW genau das Richtige.

Dateiformate in Fotokameras – RAW vs. JPG – wo ist der Unterschied?

Die meisten modernen Kameras bieten Euch zwei verschiedene Dateiformate zum Speichern Eurer Aufnahmen an. Einmal das allseits bekannte und beliebte JPG Format, mit denen Bilddateien gespeichert werden. Alternativ kann man die Bilder im RAW Format speichern. Dabei werden die Rohdaten des Bildes gespeichert, praktisch ein digitales Negativ. Einige Kameras bieten zusätzlich die Möglichkeit, beide Formate parallel zu erstellen.

Was speichert die Kamera im RAW Format?

Bei der Aufnahme eines Bildes in der Kamera treffen Lichtinformationen auf den Sensor der Kamera. Beim RAW Format werden genau diese Informationen abgespeichert. Dies geschieht ohne Veränderung der Werte, es findet dabei keine „Entwicklung“ des Fotos in der Kamera statt. Daher ist eine RAW Datei kein Bild. Es ist eine Datei, welche die Farb- und Helligkeitswerte jedes einzelnen Pixels enthält und einige Informationen der Kamera. Zum betrachten, anschauen und zur Bearbeitung der Informationen braucht man eine Software, welche aus diesen Informationen ein Bild macht. Dieses kann man dann bearbeiten und anschliessend als Foto speichern, meist im JPG Format.

Die Dateien sind, im Vergleich zu Fotodateien, riesig groß. So kann eine RAW Datei schnell bis zu 40 Megabyte groß sein.

Was mach die Kamera beim JPG-Format?

Bei der Aufnahmen des Fotos werden die gleichen Lichtinformationen aufgenommen, die auf den Sensor der Kamera treffen. Die Software der Kamera entwickelt aus diesen Informationen ein Foto und speichert dieses als fertiges Bild im JPG Format ab. Dabei wird der Weißabgleich gesetzt, Farbräume werden festgelegt, das Foto wird geschärft – also all die Schritte, die man für ein schönes Foto braucht. Die meisten Kameras machen das so gut, dass dabei fast immer ein tolles, ansprechendes Bild heraus kommt.

Durch die Speicherung im JPG Format sind die Dateien deutlich kleiner als RAW Dateien. Das kommt durch die geringere Anzahl an Informationen und durch die Komprimierung des JPG Formats.

Warum im RAW Format fotografieren?

Ihr habt gerade gelesen, dass am Ende immer ein JPG Bild als Ergebnis raus kommt. Entweder direkt aus der Kamera oder über die Entwicklung der RAW Datei am Computer. Warum soll man also den „Zwischenschritt“ über das RAW Format gehen?

Interessant wird das RAW Format in dem Moment, wenn ihr Bilder bearbeiten wollt. Dabei meinen wir jetzt nicht kleinere Korrekturen im Bild, wie gerade drehen oder kleine Änderungen an der Belichtung. Das geht auch mit einer JPG Datei. Vielmehr sind damit Bearbeitungen gemeint, wo ihr komplett den Einfluss auf das fertige Bild selber in die Hand nehmen wollt. Dazu habt ihr im RAW Format viel mehr Informationen in der Bilddatei. Die Belichtung lässt sich über mehrere Stufen korrigieren. Ihr könnt einen Kontrastumfang erzeugen, den ihr mit keinem JPG als Ausgangsbild erreichen könnt. Durch die Bearbeitung und die Komprimierung der JPG Bilder in der Kamera fehlen schlicht und ergreifend viele Informationen im Bild, welche für eine intensive Bearbeitung möglich sind.

So hat man, zum Beispiel, beim JPG Bild maximal 16,8 Millionen Farbwerte im Bild gespeichert. Beim RAW Format sind es dagegen über 4 Billionen Farbstufen. Ähnlich verhält es sich mit den Tonwerten (256 vs. 16384). Nun machen wir uns nichts vor, das menschliche Auge kann das alles nicht erkennen. Aber bei der Bearbeitung der Bilder stehen einem viel mehr Informationen zur Verfügung, mit denen man am Bild arbeiten kann. Möchte man den Himmel in einem Foto verändern, z.B. mehr Kontrast zufügen, kommt es beim JPG Format schnell zu Tonwertabrissen. Das sind Linien, die dann zwischen den einzelnen Blaustufen im Himmel entstehen. Das wird einem bei einer RAW Datei so schnell nicht passieren (es sei denn, man übertreibt die Bearbeitung maßlos).

RAW Format: Links RAW Daten - rechts Entwicklung

Links RAW Daten – rechts Entwicklung

Gerade bei komplizierten Lichtbedingungen ist das RAW Format Gold wert. Bei dem Bild war der recht dunkle Wald im Vordergrund, der helle Wasserfall im Hintergrund. Bei einem JPG Bild, mit der Entwicklung in der Kamera, wäre die Gefahr groß gewesen entweder einen zu hellen Wasserfall oder einen zu dunklen Wald zu haben. Die Korrektur des Bildes wäre, aufgrund der komprimierten Daten, sehr schwierig bis unmöglich geworden. Beim der RAW Aufnahme ist der Wald auch viel zu dunkel, wie auf der linken Seite zu sehen ist. Aber, alle Informationen des Sensors sind in der Datei vorhanden. Es war hier also möglich, den Wald aufzuhellen ohne dass es zu Tonwertabrissen oder anderen „Schäden“ am Bild gekommen ist.

Anforderungen beim RAW Format

Wir hatten kurz überlegt, die Überschrift „Nachteile des RAW Format“ zu wählen. Das wäre aber nicht richtig gewesen. Denn die scheinbare Nachteile entpuppen sich bei der Bearbeitung auf jeden Fall als Vorteil.

Spezielle Software erforderlich

Werkzeuge für die RAW Bearbeitung

Werkzeuge für die RAW Bearbeitung

Für das Anschauen und die Bearbeitung der RAW Dateien braucht ihr spezielle Software. Ein einfaches Betrachten der Bilder über den Dateiexplorer oder mit den Bordmitteln von Windows ist oft nicht möglich.

Wir selber nutzen für die Bearbeitung der RAW Daten Lightroom und/oder Photoshop. Es gibt aber noch zahlreiche Alternativen dazu, in alle Preisklassen oder auch kostenlos.

Viel Speicherplatz

Die erste Anforderung hatten wir oben bereits erwähnt. Die RAW Dateien sind riesig groß. Sie können 10-20 mal größer sein, wie ein vergleichbares JPG Foto. Und gerade auf Reisen ist das eine riesige Anforderung. Es müssen ausreichend Speicherkarten dabei sein und viel Festplattenplatz für die Sicherung der RAW Dateien. Eine Sicherung über die Cloud ist mit RAW Dateien praktisch unmöglich, gerade wenn man viel auf öffentliche und oft langsamere WLAN Verbindungen angewiesen ist. Auf einer Reise kommen beim RAW Format schon einige Gigabyte an Daten zusammen.

Alle Bilder müssen bearbeitet werden

RAW Format: Links das RAW aus der Kamera - Rechts die Entwicklung

Links das RAW aus der Kamera – Rechts die Entwicklung

Wer sich zum ersten mal RAW-Dateien seiner Kamera auf dem Rechner anschaut, ist meistens ernüchtert. Die Bilder wirken blass, flau und unscharf. War man von den farbenfrohen JPG Bildern seiner Kamera noch so begeistert, schaut man hier erstmal entsetzt auf den Bildschirm. Es sind ja keinerlei Entwicklungsprozesse, hin zu einem schönen Bild, in der Kamera vorgenommen worden. Da muss man selber Hand anlegen und zwar ausnahmslos bei jedem Bild.

Diesen Aufwand sollte man nicht unterschätzen. Einfach mal eben die Bilder aus der Kamera kopieren und der Verwandtschaft die schönen Urlaubsfotos präsentieren – das könnt ihr mit RAW Dateien vergessen. In der Regel passen wir bei unseren Bildern folgende Dinge bei der Entwicklung an:

  • Belichtung
  • Tiefen
  • Lichter
  • Kontrast
  • Farbe Dynamik
  • Klarheit
  • Schärfen

Dazu kommt dann natürlich ein schöner Bildschnitt. So müssen wir eigentlich jedes Bild gerade ausrichten. Trotz eingeblendetem Raster beim Fotografieren sind viele Bilder bei uns schief.

Die Entwicklung richtet sich dabei nach den persönlichen Vorlieben. Wir selber stehen auf dunkle, kräftige Farben mit viel Kontrasten und auch eine Vignette ist oft bei unseren Entwicklungen zu sehen. Das ist natürlich alles Geschmacksache, wobei es mit den RAW Dateien gerade möglich ist, so ziemlich jede Vorliebe auch zu erfüllen.

Man kann sich die Bearbeitung mit Voreinstellungen vereinfachen, welche z.B. beim Import der Daten nach Lightroom angewendet werden. Damit können aber nur Standardwerte gesetzt werden, welche aus der Erfahrung zum Kameratyp passen. Das erspart einem am Ende aber nicht die Bearbeitung der Einzelbilder. Nur der erste Eindruck ist schon mal ein wenig freundlicher.

Für wen ist das RAW Format der richtige Dateityp?

Sagen wir es mal so: Wer keine Lust auf Bildbearbeitung am Computer hat, wer sofort nach einer Reise seine Bilder zeigen möchte, wer sich nicht mit riesig großen Rohdaten rumschlagen will – der sollte die Finger vom RAW Format lassen. Zugegeben, gute und moderne Kameras machen tolle JPG Bilder, wo man oft auch nicht viel nachbearbeiten muss um wirklich schöne Bilder zu bekommen. Dazu bieten viele Kameras noch verschiedene Entwicklungseinstellungen an, speziell für Landschaftsaufnahmen, für Portraits oder Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Aber, man hat die Entwicklung einfach nicht selber in der Hand. Man muss mit dem Ergebnis aus der Kamera zufrieden sein, Korrekturen sind nur im begrenzten Umfang möglich.

Wer aber gerne mit Lightroom und Co. arbeitet, wer auch die letzten Reserven aus einem Foto heraus holen möchte, wer bei schwierigen Lichtsituationen auf der sicheren Seite sein will – für den ist das RAW Format genau das richtige Format. Die größere Menge an Informationen in der Datei ermöglicht dabei wunderbare Möglichkeiten, die mit einem jpg einfach nicht gegeben sind.

Eigentlich ist das wie früher, bei der analogen Fotografie. Die meisten Fotografen haben ihre Filme nach der Reise in ein Labor geschickt und haben von dort fertige Bilder zurück bekommen. Sozusagen die JPG Lösung der analogen Fotografie. Ambitionierte Fotografen dagegen haben ihre Bilder in der Dunkelkammer selber entwickelt und dabei Einfluss auf das Ergebnis genommen. Das ist heute die Arbeit mit den RAW Dateien in der Fotobearbeitung.

Das war unsere Erklärung zum Thema RAW Format beim fotografieren. Ihr seht, es ist nicht für jeden sinnvoll sich mit dem Format zu beschäftigen und seine Bilder damit zu erstellen.

Wie sieht das bei Euch aus? Nutzt Ihr RAW oder ist euch der Aufwand einfach zu hoch? Über Kommentare zu dem Thema würden wir uns sehr freuen, wie immer hier auf dem Blog.

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38 Kommentare
  1. Sarah 11. Juni 2016 um 9:57

    Hallo Thomas,

    genau die Frage habe ich mir auch schon mehrfach gestellt, weil der Aufwand die RAW-Dateien alle zu bearbeiten wirklich sehr hoch ist. „Zeig mal eben die Fotos“ ist halt einfach nicht. Ich sehe es aber so, dass man einfach Potential vergeudet, wenn man nur in jpg fotografiert. Man kann aus den Bildern dann einfach nicht so viel herausholen und dann ärgere ich mich hinterher. Von daher fotografiere ich auch ausschließlich in RAW.

    Ich will aber auch nicht ausschließen, dass sich das irgendwann mal ändert. Die Technik wird ja immer besser und die Qualität der Bilder, die bei jpg da raus kommt, ist je nach Kamera schon wirklich richtig gut, so dass man da abwägen muss, ob sich der Aufwand tatsächlich lohnt.

    Viele Grüße
    Sarah

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 10:43

      Moin Sarah,

      die Qualität der jpg Bilder ist wirklich gut. Trotzdem nimmt man sich viele Möglichkeiten bei einer späteren Bearbeitung. Das gegeneinander abgewogen hat uns immer wieder zum RAW Format geführt.

      Und dass man die Bilder nicht sofort zeigen kann, zwingt einen ja auch dazu, sich mit den Bildern und der Auswahl intensiver zu beschäftigen.

      LG Thomas

    • Steven 16. Mai 2017 um 9:57

      „Zeig mal eben die Fotos“ geht schon. Zum einen kann Windows 10 RAW-Fotos anzeigen, zum anderen gibts auch kleine Tools, die die JPG-Previews aus Raws extrahieren können. Dann hat man mit einem Klick innerhalb von Sekunden JPGs, die man jedem zeigen kann, auf Blogs hochladen, per Mail an Freunde schicken, etc.
      Die sind groß genug zum Zeigen.

      • Thomas Jansen 17. Mai 2017 um 8:53

        Hi Steven,

        die Tools kenne ich auch. Zufrieden gestellt haben die mich aber nicht, da dort keine oder wenige Möglichkeiten zur Entwicklung gegeben sind. Bisher konnte mich davon keines überzeugen.

        Wenn es mal dringend ist, fotografieren ich parallel in JPG und RAW oder nutze die Möglichkeit in der Kamera schnell eine RAW-Entwicklung zu machen. Dabei wird auch ein jpg erzeugt.

        LG Thomas

  2. Melli 11. Juni 2016 um 11:06

    super Beitrag, das lässt mich nochmal darüber nachdenken, ob ich nicht doch zum raw Format wechseln sollte, gerade wenn ich eure Vorher/Nachher Bilder anschaue
    bisher fotografiere ich nämlich nur in jpg, zum einen wegen Speicherplatzproblemen und zum anderen weil ich kein vernünftiges Programm habe um Raw Dateien zu bearbeiten
    normalerweise bin ich mit meinen Bilder eigentlich ganz zufrieden, aber gerade bei so dunkel/hell Situationen macht Raw doch Sinn
    liebe Grüße

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 11:17

      Moin Melli,

      haben mir gerade mal kurz die Bilder auf Deinem Blog angesehen. Die sehen total schön aus – wenn Du soweit damit zufrieden bist, dann ist doch alles in Ordnung. Es stimmt aber, bei Bildern mit hohen hell/dunkel Differenzen wirst Du viel Freude an RAW haben. Bzgl. der Software schaue zum Einarbeiten und Testen doch mal, ob Du nicht irgendwo ein günstigtes, gebrauchtes Lightroom bekommst. Es muss ja nicht die neueste Version sein.

      LG Thomas

  3. Petra 11. Juni 2016 um 11:27

    Danke für die Erklärung :) Ich wusste, dass RAW die Rohdatei ist, wäre bei der späteren Sichtung aber ganz schön enttäuscht gewesen und hätte gedacht, dass ich was falsch gemacht habe.
    Kann es eigentlich sein, dass jeder vernünftige Fotograf seine Bilder generell nachbearbeitet? Ich dachte immer, ein Profi drückt auf den Auslöser, seine Kamera ist perfekt eingestellt und dann ist das schon fertig. War wohl ein wenig blauäugig von mir?! Ups …

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 11:31

      Moin Petra,

      ja, ich behaupte mal, jedes Foto von einem Profi oder einem ambitionierten Hobbyfotografen ist bearbeitet. Oft reichen ja kleinste Korrekturen aus. Ein wenig den Schnitt optimieren, gerade drehen und kleinere Korrekturen am Weißabgleich oder den Kontrasten. Das machen wir z.B. auch bei Bildern, die wir dann doch mal in jpg erstellen (also so 100 Aufnahmen im Jahr). Bei den RAWs muss man zwangsläufig mehr machen. Aber, das macht genau so viel Spaß wie das eigentliche Fotografieren – mir jedenfalls.

      LG Thomas

      • Petra 11. Juni 2016 um 12:20

        Okay … Ich wollte heute abspacken. Jetzt werde ich mich wohl mit Bildbearbeitungsprogrammen beschäftigen ?
        Ich muss echt noch so viel lernen, verdammt ?

      • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 17:43

        Tja, dann mal ran – Du weißt ja, wo Du fragen kannst.

        LG Thomas

  4. Horst Schulte 11. Juni 2016 um 12:13

    Danke für diesen erneut hochinteressanten Beitrag. Seitdem ich Lightroom einsetze (davon habe ich hier das erste Mal gelesen) weiß ich erst, was man aus Fotos herausholen kann. :-)

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 17:43

      Hallo Horst,

      wow, dann bewegen wir ja richtig was hier. :) Dein Kommentar war übrigens nicht im Spam, sondern normal in der Moderation. Hat mal etwas länger gedauert mit der Freischaltung, wir waren feiern.

      LG Thomas

      • Horst Schulte 12. Juni 2016 um 12:11

        Witzig. Wir waren gestern auch feiern. Eine Hochzeit. Ein schönes Fest. :-) Hoffe, Ihr hattet auch Spaß.

        LG Horst

      • Thomas Jansen 13. Juni 2016 um 13:45

        Hi Horst,

        jo, nett war es. War eine Kombifeier aus 70. und 75. Geburburtstag plus goldene Hochzeit bei einem Pärchen. Entsprechend war es sehr fröhlich. :-)

        LG Thomas

  5. Michael 11. Juni 2016 um 13:52

    Ich muss sagen, ich bearbeitete die meisten meiner Fotos einfach im JPEG Format. Nur die besten oder eben die mit den schwierigsten Lichtverhältnissen bearbeite ich aus dem RAW Format heraus. Daher auch mein Tipp: Einfach immer in beiden Formaten die Bilder abspeichern lassen. Die meisten Kameras sollten das unterstützen. So kann ich immer aufs RAW Format zurückgreifen, wenn nötig, muss es aber eben nicht automatisch auch tun.
    Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Bearbeitung eines Fotos im RAW Formaet einfach deutlich länger dauert. In der Regel mache ich aber sehr viele Aufnahmen und die Bearbeitung von 80% der Fotos muss einfach schnell gehen. Da finde ich ein gering komprimiertes JPEG völlig ausreichend, dessen Ausgangssituation einfach schon sehr gut anzuschauen ist. Da brauche ich dann keine 60 Sekunden zum Nachbearbeiten in meinem normalen Workflow.
    Erst wenn ich merke, dass die Qualität oder die Bildinformation nicht ausreicht, gehe ich zurück auf Los und wähle das gleiche Bild im RAW Format aus, um es zu bearbeiten.

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 17:45

      Hi Michael,

      beide Formate speichern kann natürlich eine Idee sein. Wir selber machen es nicht – da wir am Ende doch immer die RAWs genommen haben.

      Generell brauche ich für ein normales Foto auch nicht mehr als 60-120 Sekunden für die normale Entwicklung. Dadurch, dass viele Werte beim Import nach Lightroom bereits von einem Preset gesetzt werden beschleunigt sich der Workflow enorm.

      LG Thomas

  6. Anke 11. Juni 2016 um 16:39

    Ich fotografiere nur in RAW (beim Umstieg bin ich damals parallel gefahren, um eben doch „mal schnell“ was zeigen zu können). Inzwischen nur noch RAW, aus vielen Gründen:
    – Bearbeitung gehört für mich dazu und macht einfach riesig Spaß
    – ich erlebe die Reise digital ein zweites Mal
    – ich kann punktuell nacharbeiten (schärfen, betonen, abdunkeln etc) und habe keine kameraseitige Standardentwicklung
    – ich kann ein Bild (gerne bei Sonnenauf- und untergängen) einfach in unterschiedlichste Stimmungen tauchen – und das verlustfrei
    – ich beschäftige mich intensiv mit der Bildauswahl und quäle niemanden durch 1.500 Fotos-an-einem-Abend-Bildershows

    Lustig, vor wenigen Tagen wurden wir das gleiche von einem ambitionierten Fotgrafie-Einsteigerpaar am Moraine Lake gefragt. Mit Stativen, Filtern und Co wirkten wir für die beiden kompetent um die Frage zu beantworten ;-) Gerade das Thema Speicherplatz haben wir angesprochen. Die gute Frau hatte eine 4 GB Karte in ihrer Kamera… Das wird eng ;-)

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 17:48

      Hi Anke,

      da ticken wir genau gleich, wieder mal. ;-)

      4GB Karten gibt es bei uns gar nicht mehr. Unsere sind 32 bzw. 64GB groß, damit kommen wir ganz gut klar.

      Das ist auch witzig, ich werde auch oft angesprochen von anderen Fotografen und das meistens, wenn man mit Stativ und Filter arbeitet. Das schein einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

      LG Thomas

  7. Rainer 11. Juni 2016 um 17:24

    Servus,

    ich nutze seit 2007 ausschließlich das RAW Format. Über die Gründe brauche ich ja nichts mehr schreiben. Denke zu Thema hast Du schon alles gesagt.

    Gestern war zufällig RAW vs. JPG bei uns in der Arbeit ein Thema.

    Früher war ja noch der Speicherplatz ein Thema. Bei den heutigen Preisen der Festplatten kann man diesen aber getrost vernachlässigen. Für die meisten Hobbyfotografen in meinem Umfeld ist tatsächlich der Aufwand das größte Problem. Und die meisten wissen gar nicht, was dieses RAW eigentlich ist.

    Hier mal meine Gedanken zum Zeitaufwand. Als ich mit meiner ersten DSLR los zog kam ich mit vielen Fotos nach Hause. Hier ein Foto, dort noch ein Schnappschuss usw. Kommt man heim hat man zig Fotos auf der Festplatte. Nach meinem ersten Urlaub mit der DSLR hatte ich plötzlich um die 3000 Bilder auf einer Festplatte liegen. Und jedes will bearbeitet werden! Das hat sich zum Glück geändert.

    Mir stellt sich die Frage, ob ich mit einer DSLR so viele Fotos machen muss? Und komme ich nach einer mehrwöchigen Reise heim werde ich sicherlich nicht alle Fotos bearbeiten. Eher das Gegenteil ist der Fall. Seit ein paar Jahren fotografiere ich mit der DSLR so, als wäre es eine analoge Kamera. Natürlich probiere ich mehr aus, daheim am Rechner wird aber gnadenlos gelöscht. So blieben nach meinem letzten Londontrip um die 50 digitalen Fotos übrig. Und 50 Fotos bearbeiten ist eine sehr übersichtliche Sache. 2 – 3 Minuten, länger darf die Bearbeitung für ein Foto nicht dauern. Zumindest nehme ich mir nicht mehr Zeit dafür. Und ein total versautes Fotos kann man halt nicht mehr „schön“ bearbeiten.

    lg
    Rainer

    • Thomas Jansen 11. Juni 2016 um 17:51

      Hi Rainer,

      vollste Zustimmung. Bei einem Großteil der Bilder, die wir bearbeiten, dauert es nicht wirklich lange. Einige wenige Bilder werden etwas intensiver bearbeitet, aber auch das dauert meistens nicht länger als 5-6 Minuten. Und von vielen tausend Bildern einer Reise schaffen es am Ende meist nur 200-400 in eine „Diashow“ für die übliche „Wir gucken Urlaubsbilder“-Runde.

      LG Thomas

  8. Tanja 12. Juni 2016 um 10:01

    Hallo Thomas,

    eine tolle Erklärung. Ich muss gestehen ich habe mich mit RAW nie wirklich anfreunden können. Wenn ich RAW fotografiere, dann nur gleichzeitig auch JPG. Aus Speicherplatz-Gründen wechsel ich auch manchmal nur in den JPG-Modus. Wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, dann wieder um. Die Bearbeitung ist wirklich nicht außer Acht zu lassen, wo man beim JPG mal eben ein Foto hochladen kann, ist das bei einer RAW-Datei leider nicht möglich. Ein toller, aufklärender Bericht.

    Viele Grüße,
    Tanja

  9. Tanjas Bunte Welt 12. Juni 2016 um 15:03

    Hallo Thomas,
    auf Reisen gibt es bei mir auch nur RAW. Wenn es etwas für den Blog ist oder einfach Schnappschüsse, dann nehme ich jpeg. Egal was, ich bearbeite beides nach. Manchmal braucht man aber fast nichts machen, außer der Sättigung. Jeder hat dann noch seinen eigenen Stil und so entstehen viele schöne Bilder. Die Zeit ist nur enorm, für die Bearbeitung.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Thomas Jansen 13. Juni 2016 um 13:46

      Hi Tanja,

      selbst bei Schnappschüssen mache ich inzwischen RAW. Ausnahme: Ich fotografiere mit dem Smartphone, was bei Schnappschüssen inzwischen recht häufig passiert, da gibt es natürlich nur JPGs.

      LG Thomas

  10. Seh-N-Sucht 14. Juni 2016 um 10:19

    JPG ist wie wenn ich mir einen Ferrari kaufe und ihn drosseln lasse. Wozu dann Ferrari – dann tut’s auch die Ente … fährt auch … Mal eben zeigen ging früher auch nicht – da musste der Film zur Entwicklung. Gute Dinge brauchen halt Zeit, das ist mit dem Braten genauso wie mit Fotos – man kann ihn in den Schnellkochtopf schmeißen, aber er schmeckt dann auch so…

    Und wenn man partout JPGs braucht und das auch noch superschnell, dann kann man beides machen lassen und später die wichtigen Fotos noch mal gut nacharbeiten. Oder ich entwickel alle RAWs mit einem Preset und habe auch in kurzer Zeit JPGs – auch nichts anderes als JPGs aus der Kamera – hat nur den Vorteil, dass ich das RAW habe.

    Die meisten Leute haben früher ihre Filme ins „Massenlabor“ gebracht. Das ist auch nicht anders als JPG aus der Kamera. Da wurde ein Durchschnitt zur Entwicklung ermittelt und dann der komplette Film so ausbelichtet. Wer ein Foto wirklich gut haben wollte, hat es zur Handentwicklung gegeben. Und das brauchte auch genauso lange wie heute RAWs entwickeln.

    Die Software für die Entwicklung geht vielleicht auch nicht vielen leicht von der Hand. Das muss man auch erst mal lernen. Und damit es gut wird braucht es auch ein bisschen Erfahrung. Daher ist JPG für die Leute, die sich nicht gerne an die Bea setzen eine gute Alternative.

    Für mich persönlich ist Bea genauso kreativ wie fotografieren an sich und ich möchte die Bea nicht mehr missen, denn damit hat man sooooo viele Möglichkeiten. Daher keine Frage – immer nur RAW!!!

  11. Christian 3. Juli 2016 um 19:11

    Hallo Thomas,

    gute Erläuterung zum Thema JPG vs RAW. Ich fotografie selbst nur in RAW. Ich kann mich damit abends stundenlang beschäftigen, wenn ich vor den Bildern sitze und versuche den Moment noch besser hervorzuheben. Aber eben mal Bilder zeigen, ist wie du schon schreibst, leider nicht drin. Da müssen sich Freunde und Verwandschaft immer erstmal gedulden ;)

    Viele Grüße
    Christian

  12. atti 2. August 2016 um 14:37

    Auf jeden Fall RAW only. Oft muss es schnell gehen und dann erwische ich nicht direkt die richtige Einstellung und dank dem RAW Format kann ich im Nachhinein noch ein paar Details wieder zurückholen, die ich bei einem JPEG Bild einfach verloren hätte.
    Und da ich meine Bilder eigentlich immer bearbeite (mal mehr, mal weniger) speichere ich nur RAW und nicht noch zusätzlich JPEG, da ich den Platz für mehr RAW Bilder brauche ;-)

    • Thomas Jansen 2. August 2016 um 15:40

      Hi Atti,

      genau meine Einstellung, jedes freie Kilobyte für RAWs nutzen!

      LG Thomas

  13. carima 12. August 2016 um 9:23

    Hallo Thomas,
    durch Zufall bin ich auf diese Seiten und den für mich hochinteressanten Artikel gestoßen. Ich würde mich als ambitionierte Hobbyfotografin (mit Potential nach oben:-) ) bezeichnen. Wir starten in Kürze in unseren Jahresurlaub (SüdWesten der USA). Ich bin nun doch ins Grübeln gekommen, die Bilder statt bisher nur im jpeg auch im raw-Format aufzunehmen. Meine Frage: große Speicherkarten ist klar…aber gibt es Empfehlungen oder worauf sollte ich achten? Ein Abspeichern im PC wird unterwegs nur bedingt gehen, also bleiben die Fotos erstmal auf den Karten bis wir wieder zurück sind. Und…wieviel Aufnahmen passen – erfahrungsgemäß – auch eine 64gb-Karte?
    VG

    • Thomas Jansen 12. August 2016 um 9:48

      Hallo Carima,

      das hängt natürlich stark von der Auflösung Deiner Kamera ab und von den Größen der RAW-Dateien. Bei meiner Sony passen rund 2000 Bilder auf eine 64 GB Karte. Die Kamera hat eine Auflösung von 24 Megapixel und eine RAW-Datei ist so um die 25 MB groß.

      Ich würde auf jeden Fall ausreichend Karten mitnehmen, habe selber immer 8 Stück zwischen 64 und 128 GB dabei. Diese mache ich niemals voll. Ich wechseln die dann alle 2-3 Tage, so dass ich über die Reise verteilt alle Karten einsetze. Sollte dann mal eine Karte kaputt gehen, sind nicht alle Bilder weg. Das passiert zwar sehr selten, kann aber vorkommen. Deswegen habe ich mir auch die Sicherung aufs Notebook angewöhnt.

      Dann wünsche ich auf jeden Fall mal einen schönen Urlaub in der schönsten Ecke der USA.

      LG Thomas

      • carima 12. August 2016 um 10:37

        Danke für die umgehende Antwort…
        Bei den Speicherkarten gibt es ja eine Riesenauswahl von verscheidenen Anbietern…da wäre das Sparen vielleicht am falschen Platze…gibt es Empfehlungen aufgrund von guten Erfahrungen?

      • Thomas Jansen 12. August 2016 um 11:05

        Hi Carima,

        ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Karten von Kingston gemacht. Dabei achte ich auch auf die Geschwindigkeit der Karten. 60-90 MB/Sekunde sollte es schon sein, mehr ist natürlich auch nicht schlimm. Du bekommst sonst ggf. Probleme bei Serienaufnahmen, weil die Kamera es nicht schafft, die Bilder schnell genug auf die Karte zu schreiben. Und das kopieren auf den Rechner geht auch spürbar schneller mit flotten Karten.

        LG Thomas

  14. carima 12. August 2016 um 11:18

    Prima,
    ganz herzlichen Dank,
    LG carima

  15. Anita 9. September 2016 um 6:56

    Hallo! Danke für den tollen Beitrag! Ich verwende nur die JPG-Dateien, da ich kein Programm habe, um RAW-Dateien bearbeiten zu können. Ich bearbeite auch grundsätzlich alle Fotos, die ich für meinen Blog verwende. Welches Gratisprogramm könnt ihr empfehlen? Ich würde gerne einmal schauen, was ich aus meinen Fotos noch durch das RAW-Format herausholen könnte, mag mir aber nicht deshalb eine Photoshop Lizenz kaufen. LG aus Kärnten, Anita von http://www.gailtalontour.com

    • Thomas Jansen 9. September 2016 um 9:02

      Moin Anita,

      hm, war bei Deiner Kamera keine Bearbeitungs-Software dabei? Damit sollte man dann auch die RAW-Dateien entwickeln können. Kostenlos fällt mir dazu Gimp ein, was aber nicht einfach „mal eben“ zu bedienen ist. Photoshop Elements und Lightroom sind ggf. sehr günstige Alternativen. Es muss ja nicht die neueste Version sein, so bekommt man einen Lightroom 6 Version oft für ein paar EUR im Netz.

      LG Thomas

      • Heinz 22. Mai 2017 um 12:19

        Ich verwende das kostenlose, sehr gute Programm RAW Therapee, gibts hier kostenlos für annähernd alle Betriebssysteme: http://rawtherapee.com

  16. Horst 7. Januar 2017 um 20:49

    Servus Thomas!

    Klasse Beitrag! Ich stelle auch eher hohe Ansprüche an meine Bilder und will mir am Ende offen halten, das RAW Format zumindest parat zu haben. Deshalb lasse ich meine Bilder immer in JPG & RAW speichern.

    Aber: bisher habe ich nur einmal mit dem RAW Format gearbeitet, weil mir das in der Regel viel zu aufwändig ist. Ich bin da mit den Möglichkeiten von JPG und dem PlugIn meiner Bildbearbeitung (Corel Paintshop & Perfectly Clear) sehr zufrieden.

    Have fun
    Horst

  17. Steven 16. Mai 2017 um 10:01

    Ich fotografiere ausschließlich im RAW-Format und ärgere mich, wenn ich jemand anderem die Kamera gebe für paar Fotos und er dann auf Automatik stellt und in JPEG fotografiert. Für meinen Workflow machts keinen Unterschied ob JPG oder RAW, ich bearbeite eh beides mit Lightroom. Zum Publizieren muss man dann natürlich alles exportieren, was bei großen Mengen ne Weile dauert, aber ich bin ja nun auch kein Paparazzi, bei dem es um jede Sekunde geht und das Foto zur Redaktion muss, bevor jemand anderes seins hinschickt.

    • Thomas Jansen 17. Mai 2017 um 8:55

      Hi Steven,

      genau meine Einstellung, ich muss nicht zwingend und schnell Bilder ins Netz stellen. Ich habe alle Zeit der Welt und die nehme ich mir auch. Nach einer Reise kann es Wochen dauern, bis alle Bilder entwickelt sind.

      LG Thomas

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