Reisen trotz Corona/COVID-19

Reisen und Coronavirus – Die komplette Übersicht – Fragen, Antworten, News

Kategorie: Rund ums Reisen

Veröffentlicht: 28. Februar 2020

Aktualisiert: 20. September 2020

Kommentare: 20 Comments

Coronavirus und Reisen. Viele Reisende sind verunsichert und haben viele Fragen für ihre anstehenden Reisen oder bei der Planung von zukünftigen Reisen. Geht das überhaupt noch? Wohin kann man noch reisen? Wir hoch sind die Risiken vor Ort? Wie entwickelt sich die Lage in Urlaubsland?

Wir haben in den letzten Wochen viele dieser Fragen über unser Reisebüro bekommen. Mit diesem Artikel versuchen wir so viele Fragen wie möglich zu beantworten.

Bei den Links im Text achten wir darauf, nur seriöse Quellen zu nennen, die nicht Angst und Schrecken durch irgendwelche Clickbait-Schlagzeilen vertreiben. Viel wichtiger sind uns unaufgeregte, sachliche Informationen aus Quellen, die wissen, worüber sie schreiben.

Komplette Überarbeitung wegen der sich ständig ändernden Lage: 03.04.2020

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Coronavirus/COVID-19?

Nein, wir werden das Virus nun nicht erklären. Wir sind schließlich keine Mediziner. Das können andere Stellen viel besser und qualifizierter, die verlinken wir Euch natürlich.

Erstmal vorab, für die Menschen, die gerne Korinthen essen – das Virus heißt Sars-CoV-2, die ausgelöste Atemwegserkrankung COVID-19. Umgangssprachlich werden aber alle möglichen Formen genutzt. Da wir hier keine wissenschaftliche Dissertation schreiben, erlauben wir uns, beim umgangssprachlichen Slang zu bleiben. Jeder weiß, was gemeint ist.

Fest steht aber, das Virus löst eine Atemwegsinfektion aus, wenn es bei einem Menschen ausbricht. Bei 80% nur eine stärkere Erkältung. Wie viele Menschen mit dem Virus um Körper rumlaufen, die gar keine Symptome haben, lässt sich nur schwer ermitteln und in Zahlen fassen. Denn diese Träger werden ja nicht unbedingt getestet, warum auch?

Das Virus ist dabei per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar. Also per Anhusten oder Anniesen. Weiter kann man nicht wohl über eine Schmierinfektion / Kontaktinfektion anstecken. Dabei nimmt man den Virus über die eigenen Hände auf, wenn man Flächen berührt auf denen das Virus sitzt und dann mit den Fingern an Mund, Nase oder Augen geht.

Daher gilt für uns alle, nun auf folgende Dinge zu achten:

  • regelmäßig die Hände waschen (aber richtig) und ggf. desinfizieren
  • Übertreibt es aber nicht mit dem Desinfizieren. Das schädigt die Haut an den Händen und schwächt am Ende das körpereigene Immunsystem.
  • in die Armbeuge niesen oder husten
  • keine Hände schütteln – das ist aktuell NICHT unhöflich, wenn man das verweigert
  • so wenig wie möglich ins Gesicht fassen
  • Knöpfe im Fahrstuhl, Türklinken usw. nicht mit dem Finger drücken. Nutzt dafür den z.B. den Handknöchel oder den Ellenbogen
  • gut lüften
  • überfüllte Räume und Menschenansammlungen generell meiden
  • Bei Verdacht auf eine Infektion, nicht in die Hausarztpraxis rennen und dort im Wartezimmer munter alle anderen Wartenden anstecken. Ruft vorher dort an und besprecht das weitere Vorgehen. Bei schwereren Symptomen ruft den Rettungsdienst oder ein Krankenhaus an. Die wissen, was zu tun ist.
  • Vergesst nicht, Dinge die ihr regelmäßig ins Gesicht haltet, gelegentlich mal zu desinfizieren. Das heilige Smartphone zum Beispiel. Oder den Nuckelaufsatz bei einer E-Zigarette. Das gilt vor Allem dann, wenn ihr draußen unterwegs seid und diese mit schmutzigen Fingern berührt habt.

Das sind einfache sinnvolle Maßnahmen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und um andere Menschen nicht anzustecken, sollte man selber schon erkrankt sein. Diese Maßnahmen machen aber eigentlich immer Sinn, besonders aber zur Grippe-Saison.

Noch etwas zum Thema Mundschutz. Dieser schützt Euch nur wenig vor einer Infektion. Denn so ein Mundschutz müsste dann mindestens dem ffp3 Standard entsprechen. Und selbst dann ist es kein großer Schutz.

Ein Mundschutz kann aber Sinn machen, wenn ihr selber krank seid. Egal ob eine normale Grippe oder Corona, der Mundschutz verhindert, dass ihr beim Husten oder Niesen die Erreger durch die Gegend streut. Hier würden wir uns eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung wünschen. Leider ist es aber so, dass die Träger eines Mundschutzes schnell ausgegrenzt oder als Spinner abgestempelt werden. Hier könnten wir von den Asiaten eine Menge lernen.

Mehr Informationen über das Virus findet ihr bei folgenden seriösen Quellen:

Kann der Sommer das SARS-Cov-2-Virus stoppen?

Experten, wie der Virologe Dr. Drosten von der Berliner Charité, glauben, dass das Virus durch höhere Temperaturen und besonders durch höhere UV-Werte zumindest gebremst wird.

Das wäre ein normales Verhalten von Coronaviren. Damit würde das Virus vermutlich nicht komplett ausgerottet aber in seiner Ausbreitung gebremst. Das gibt dann wiederum Zeit für die Entwicklung eines Impfstoffes und einer medikamentösen Therapie.

Ganz entscheidend dabei sind die höheren UV-Werte und die trockene Luft im Sommer. Denn UV-Strahlen und eine trockene Umgebung mögen Viren gar nicht, wenn sie auf irgendwelchen Oberflächen rumliegen. Und die höheren UV-Werte kommen, durch die Drehung der Erdachse zur Sonne, bereits ab Mitte März. Und die kommen auch durch die Wolken durch.

Wirklich wissen kann es aktuell niemand, wir am allerwenigsten, aber auch Wissenschaftler sind sich da nicht einig in der Einschätzung. Denn das Virus ist neu, in weiten Teilen noch unerforscht. Daher gilt wohl einfach: Abwarten.

Hinweis: Aktualisierungen dieses Beitrages

Wir bemühen uns diesen Beitrag in den kommenden Wochen immer aktuell zu halten, die veröffentlichten Informationen immer auf den neuesten Stand zu bringen und immer neue Fragen unserer Kunden aufzunehmen. Da wir diesen Blog nur nebenberuflich als Hobby betreiben, seht uns nach, dass wir damit mal ein paar Stunden hinter der aktuellen Entwicklung liegen. Wir bemühen uns zwar, neue Erkenntnisse schnell hier einzuarbeiten, trotzdem gehen unsere Jobs nun mal vor.

Aktuelle News zum Thema Corona und Reisen

22.05.2020: Verpflichtende Gutscheinlösung endgültig vom Tisch

Der Zwang für Kunden, Gutscheine für ausgefallene Reisen und Flüge zu akzeptieren, ist nun endgültig vom Tisch. Die Bundesregierung hat ihren Kurs geändert und so soll es bei der Regelung bleiben, dass Veranstalter und Airlines einen Gutschein anbieten dürfe, die Kunden aber auf eine Auszahlung bestehen können.

Eine Neuerung gibt es aber doch in Sachen Gutscheinen. Die Regierung will den Wert der Gutscheine in voller Höhe staatlich absichern. Dies alles ist im aktuellen Kabinetts-Beschluss vom 20. Mai 2020 zu finden.

Weiter ist dort festgelegt, dass die Gutschein bis Ende 2021 gültig sein sollen. Werden diese dann nicht eingelöst, müssten die Veranstalter den Wert in voller Höhe erstatten.

Unklar ist, ob mit diesem Beschluss auch Airlines und somit Flugtickets gemeint sind. Im Beschluss ist nur von Veranstaltern die Rede und es wird Bezug genommen auf die EU-Pauschalreiserichtlinie. Daher interpretieren wir es aktuell so, dass damit nur Reiseveranstalter gemeint sind. In dem Falle wären Gutscheine von Airlines, im Falle einer Insolvenz der Fluggesellschaft, nicht vom Staat abgesichert.

Hier bleibt also noch abzuwarten, was im entsprechenden Gesetzentwurf stehen wird, der nun in Kürze vorliegen soll.

1. Reisen und Coronavirus – aktuelle Fragen

An dieser Stelle sammeln wir mal ein paar aktuelle Anfragen, welche uns im Moment über unsere Reisevermittlung oder über unseren Blog erreichen.

Indirekt gibt es dieses durchaus. Es ist aktuell verboten, aus touristischen Gründen in Hotels zu übernachten. Das kommt einem Reiseverbot, für touristische Reisen, somit sehr nahe. Solltet Ihr einen Tagesausflug machen wollen, ohne Übernachtung, dann ist das in einigen Regionen in Deutschland durchaus machbar. Meidet dabei aber bitte irgendwelche touristischen HotSpots und denkt daran Distanz zu wahren.

Aktuell werden auf nationaler Ebene immer mehr Reisen möglich. Je nach Region sind nun auch Reisen zu touristischen Zwecken wieder erlaubt. Beachtet hier die Informationen der einzelnen Bundesländer.

Das aktuelle internationale Reisewarnung für nicht notwendige, touristische des Auswärtigen Amtes gilt aktuell bis einschließlich 14. Juni 2020.

Soweit der offizielle Teil. Wir lange das Reiseverbot bestehen bleibt, kann aktuell wohl niemand voraussagen. Persönlich gehen wir davon aus, dass als Erstes das Reisen innerhalb Deutschlands wieder zugelassen wird. Später werden dann einzelne Länder folgen, welche die Infektion im Griff haben. Diese müssten dann aber auch eine Einreise aus Deutschland zulassen, denn das ist die nächste Hürde.

Persönlich rechnen wir damit, dass Reisen innerhalb Deutschlands vor dem Sommer 2020 wieder möglich sind. Reisen ins Ausland kommen ebenfalls im Sommer wieder in Betracht – in ausgewählte Länder und unter anderen Bedingungen. Ein unbeschwerter Sommerurlaub, wie man ihn kennt, wird das wohl eher nicht sein. Die Reise wird geprägt sein, von neuen Vorschriften zur persönlichen Distanzierung, Maskenpflichten und anderen Vorgaben.

Eindeutig ja! Wenn wieder gereist werden kann, dann wohl zuerst innerhalb Deutschlands und vielleicht in einige umliegende Nachbarländer. Daher ist dann an diesen Orten mit einer erhöhten Nachfrage zu rechnen. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, bereits jetzt Buchungen für den Herbst oder Spätsommer zu machen. Schaut dabei aber nach Angeboten, die im Fall der Fälle kostenlos storniert werden können.

Es gibt nur noch wenige Fluggesellschaften, die eine Art Notfallflugplan aufrechterhalten. Dabei werden dann bestimmte große europäische Städte weiterhin angeflogen. Beachtet aber, dass es oft nicht möglich ist, in das gewünschte Land einzureisen. Außerdem besteht immer noch eine weltweite Reisewarnung vom Auswärtigem Amt. Reise zu touristischen Zwecken sind verboten, geschäftliche Reisen sind, teilweise unter Auflagen, wohl machbar. Dazu kommt noch, dass man aktuell nach der Rückkehr aus einem Drittland hier in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne muss.

Einige Airlines haben angekündigt, ihre Flugtätigkeiten innerhalb Europas im Laufe des Juni wieder hochzufahren. Inwieweit die Flüge dann für touristische Reisen genutzt werden können, hängt streng von den Vorschriften des Ziellandes ab.

Eure gebuchte Pauschalreise startet im Mai oder Juni? Dann müsst ihr noch Geduld haben. Die Reiseveranstalter stornieren die Reisen immer 2-3 Wochen vor dem Reisetermin. Und auch dann werden die nach Datum der Abreise sortiert abgearbeitet. So kann es passieren, dass ihr erst kurz vor der geplanten Abreise über eine Absage informiert werdet.

Das ist aktuell wohl die am häufigsten gestellte Frage an uns. Eure Reise findet in rund 30 Tagen statt und nun steht die Restzahlung des Reisepreises bei einer Pauschalreise an. Dabei ist es schon absehbar, dass die Reise so nicht stattfinden kann. Müsst ihr jetzt diese Restzahlung leisten?

Leider ja! Denn wenn ihr die Restzahlung nicht ausführt, ist das ein Verstoß gegen die AGB des Reiseveranstalters. Dieser hätte dann das Recht, die Reise kostenpflichtig zu stornieren. Ihr müsstet also die Gebühren zahlen, die auch bei einer Stornierung durch Euch anfallen würden.

Was kann man also machen?

  • Jetzt auf eigenen Wunsch und zu den geltenden Kosten lt. AGB stornieren.
  • Abwarten, ob die Reise vom Veranstalter abgesagt wird und 100% erstattet bekommen.

Bei letzterem Vorgehen besteht die Gefahr, dass man a) nur einen Gutschein bekommt oder b) der Veranstalter in die Insolvenz geht. Bei der Insolvenz hat man als Pauschalreisender allerdings trotzdem Anrecht auf eine Erstattung, durch die Pauschalreisen-Insolvenzabsicherung. Ob die Versicherungssumme bei einem großen Veranstalter aber ausreicht, um alle Anforderungen zu decken, ist mehr als fraglich.

Nein, die Gutscheinpflicht ist endgültig vom Tisch. Die Veranstalter können einen Gutschein anbieten, das ist ihr gutes Recht. Der Kunde muss diese aber nicht akzeptieren und kann auf die Auszahlung des Reisepreises bestehen.

Schwierig zu sagen. Aktuell scheitert es daran, dass man in Holland offiziell als Tourist kein Hotel bekommt. Wie sich die Situation bis Ende Juli entwickelt, kann wohl aktuell keiner vorhersagen.

Wir befürchten, das wird nichts werden. Fachleute sind aktuell skeptisch, dass Fernreisen in 2020 noch durchgeführt werden. Wir selber haben uns innerlich von unserer geplanten USA Reise im September bereits verabschiedet. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Lage bis dahin entwickelt. Wird es ein Medikament gegen Covid-19 geben? Wie entwickeln sich die Fallzahlen in den Zielländern? Wie sieht es im Herbst mit Reisebeschränkungen und Einreiseverboten aus? All diese Dinge sind noch vollkommen ungeklärt.

Aktuell ist an Reisen nach Mallorca nicht zu denken. Die Hoteliers vor Ort rechnen mit einer Öffnung der Hotels frühestens im Juni. Ob das realistisch ist? Das bleibt abzuwarten. Gerade Spanien ist einer der größten Brennpunkte in Sachen Corona. Ganz ehrlich? Nur unsere Meinung: Das wird diesen Sommer nichts mehr werden, vielleicht im Herbst, vielleicht aber auch erst im kommenden Jahr.

Die gleiche Einschätzung gilt übrigens auch für die Kanarischen Inseln, Frankreich und Italien – als beliebteste Reiseziele.

Klare Antwort: Nein! Wenn ihr keine amerikanischen Staatsbürger oder Diplomaten seid, werdet ihr nicht in das Land kommen. Und die Reise endet vermutlich schon hier am Flughafen, da keine Airline euch befördern würde.

So nach und nach kommen die ersten Lockerung, auch beim Reisen sind diese angekündigt.

Wir bekommen aber immer mehr Anfragen von Kunden, die ihre Reisen dann gar nicht antreten wollen.

Beispiel: Reise nach XYZ in Europa gebucht, für den August. Nun zeichnet es sich ab, dass Reisen nach XYZ im Laufe des Juli wieder möglich sein könnten. Was aber tun, wenn man die Reise unter den gegebenen Bediengungen nicht antreten will.

Da wird es schwierig. Wenn es von deutscher Seite keine Reisewarnung mehr gibt, das Zielland touristische Reisen zulässt, wird die Reise wie gebucht stattfinden. Einzelne Leistungen der Reise können sich aber verändern, statt Buffet gibt es Essen von der Karte, Kinderclub gibt es nicht, ebensowenig die Hotel-Disco und andere Dinge. Das sind aber, nach aktuellem Stand, keine Gründe die Reise kostenlos zu stornieren.

Vielleicht ist es nachträglich möglich, den Reisepreis zu mindern. Aber ob das rechtlich durchsetzbar ist? Die Hotels verzichten ja nicht von sich aus auf die Leistungen. Sie bekommen Vorgaben von den örtlichen Behörden, welche sie umsetzen müssen. Somit kann das Hotel und der Reiseveranstalter nichts dafür, dass die Gegebenheit am Reiseort anders sind, als bei der Buchung angegeben.

Solltet Ihr also nicht nach XYZ reisen wollen, unter den Bedingungen, bleiben wohl nur zwei Möglichkeiten. Reise auf eigene Kosten stornieren oder beim Reiseveranstalter nachfragen, ob eine Umbuchung der Reise machbar ist.

2. Coronavirus, COVID-19 – Was passiert mit meiner anstehenden Reise?

Das Coronavirus hat die komplette Reisebranche weltweit durcheinander gewirbelt und dann zum erliegen gebracht. Touristische Reisen sind aktuell unmöglich geworden. Spätestens mit der Reisewarnung vom Auswärtigem Amt, für die ganze Welt, sind davon auch alle Reisepläne in Deutschland betroffen.

Unsere Stammleser wissen, dass wir nebenberuflich auch ein mobiles Reisebüro betreiben. Dort haben wir in den letzten Tagen einen kleinen Einblick in die Sorgen und Fragen rund um das Coronavirus bekommen. Durch die aktuellen Nachrichten herrscht hier viel Unsicherheit. Wir möchten hier ein paar Fragen zu dem Thema beantworten, ruhig, sachlich und mit belegten Quellen von Fachleuten.

Können wir unsere Reisen für Juli, August, September kostenlos stornieren?

Das ist aktuell wohl die häufigste Anfrage, die wir bekommen. Leider müssen wir da immer um Geduld bitten. Die meisten Reisehinweise und Warnungen sind für die Zeiträume März, April und manche auch für den Juni ausgesprochen. Was danach ist, kann aktuell niemand sagen.

Daher werden die Airlines und Reiseveranstalter auch noch keine Stornierungen anbieten. Dafür müsste es ja zum Zeitpunkt der Reise vor Ort zu unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen kommen. Nur kann das aktuell niemand beurteilen, wie es in Land X im Juli aussehen wird. Ebensowenig weiß irgendein Mensch, ob das „Reiseverbot“ Maßnahmen der deutschen Regierung bis dahin Bestand hat.

Und auf Kulanz der Reiseveranstalter zu hoffen ist, realistisch betrachtet, vergebens. Die Veranstalter fahren finanziell gerade auf der letzten Rille. Die können jetzt nicht übermäßig kulant sein, weil denen dazu einfach die Gelder fehlen. Das hat überhaupt nichts mit fehlendem Service zu tun.

Daher kann man aktuell zur raten, etwas abzuwarten. Bei Pauschalreisen wird meistens rund 30 Tage vor der Abreise die Restzahlung für die Reise fällig. Spätestens zu diesem Zeitpunkt solle aber klar sein, ob sich die Lage verbessert hat und eine Chance auf die Reise besteht.

Wer jetzt die Reise, die in mehreren Monaten starten soll, bereits von sich aus Stornieren will, muss wohl die Entschädigungspauschalen lt. AGB der Reiseveranstalter zahlen.

Einige Reiseveranstalter bieten für gewissen Reisezeiträume auch kostenlose Umbuchungen an. Wie lange diese Angebote aber existieren oder angeboten werden, kann aktuell auch niemand sagen.

Kann ich jetzt nach Italien, China, Gran Canaria, Mallorca, etc. reisen?

Update 03.04.2020: Aktuell können keinerlei touristische Reisen in irgendein Land der Welt stattfinden. Die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes macht diese unmöglich. Es wäre aktuell auch kaum möglich, eine Reise durchzuführen, da auch der weltweite Flugverkehr fast komplett zum erliegen gekommen ist.

Reise schon gebucht, aber ich will nicht nach XYZ fahren, ich habe Angst

Update 03.04.2020: Durch die weltweit geltende Reisewarnung hat sich diese Frage erledigt. Aktuell sind Reisen unmöglich. Wie lange diese Regelung gilt, kann aktuell nicht eingeschätzt werden.

Sollte die Reise erst später im Jahr stattfinden, also im Herbst oder Winter, kann dazu noch keine Aussage getroffen werden. Wie sich die Lage weiterentwickelt, ab wann wieder an Reisen zu denken ist und wohin das dann möglich ist, keiner kann es aktuell sagen.

Wann soll ich entscheiden, ob ich die Reise antrete oder nicht?

Update 03.04.2020: Solange die weltweite Reisewarnung gilt, ist an eine Abreise nicht zu denken. Sollte diese irgendwann aufgehoben werden, beachtet trotzdem die aktuelle Entwicklung im Zielgebiet. Es ist durchaus möglich, dass einzelne Gebiete/Länder früher wieder bereist werden können, wie andere Regionen.

Pauschalreise storniert wegen Corona – bekomme ich mein Geld zurück?

Regulär ist es so, dass die Reiseveranstalter, bei einer Absage einer Reise von ihrer Seite aus, Erstattungspflichtig sind. Sie müssen dann den kompletten Reisepreis innerhalb von 14 Tagen zurück überweisen. Reiseveranstalter können eine Reise aus verschiedenen Gründen stornieren. Im Falle der Pandemie handelt es sich um unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände. Wegen dieser Umstände am Zielort ist eine Reise nicht durchführbar.

Aktuelle Ergänzung 03.04.2020 – 14:45Uhr: Die EU-Kommission will eine Gutschein-Lösung, als Ersatz für die Erstattung von abgesagten Reisen, nicht akzeptieren. Hier scheint es in den nächsten Tagen noch spannend weiterzugehen. Mit so einer klaren Absage aus Brüssel hätten wir jetzt nicht gerechnet, da es in anderen EU-Ländern schon praktiziert ist. Es ist aber denkbar, dass für Pauschalreisen diese Regelung trotzdem kommt, in geänderter oder nachverhandelter Version. (Quelle)

Aktuelle Ergänzung 07.04.2020 – 09:45Uhr: Die Gutschein-Lösung ist nun von der Regierung beschlossen. Die Gutscheine sollen durch Bundesmittel gegen Insolvenz abgesichert werden. (Quelle) Da sind wir mal gespannt, wie das aussehen wird. Es machen aber nicht alle Veranstalter bei der Lösung mit. Erst gestern erklärte Alltours, dass stornierte Reisen weiter erstattet werden. (Quelle)

Habt aber ein wenig Geduld, was die Stornierungen und die Gutscheine angeht. Bei den meisten Reiseveranstaltern ist im Hintergrund gerade die Hölle los. Unzählige Anfragen müssen bearbeitet werden, ebenso müssen die massenweise Reise stornieren. Diese Vorgänge werden nach Reisedatum sortiert abgearbeitet. So kann es sein, dass ihr erst wenige Tage vor Eurer geplanten Reise Informationen bekommt.

Einzelleistung Hotel stornieren – bekomme ich mein Geld zurück?

Bei gebuchten Einzelleistungen ist es so, dass diese kostenlos storniert werden können, wenn der Dienstleister seine Leistung nicht erbringen kann. Liegt ein Hotel in einer Quarantäne Zone oder ist wegen Einreisebeschränkungen in das Land nicht erreichbar, so ist eine kostenlose Stornierung machbar.  Allerdings ist es stark davon abhängig, wo das Hotel gebucht wurde. Wurde direkt beim Hotel gebucht, gelten die rechtlichen Bedingungen des Reiselandes. Wurde das Hotel über einen Anbieter (Reiseveranstalter, Hotel-Portal) in Deutschland gebucht, gilt deutsches Recht.

Einzelleistung Flug storniert – bekomme ich mein Geld zurück?

Update 03.04.2020: Normalerweise müssen Flüge, welche von den Airlines storniert werden, erstattet werden. Aber auch für Flüge soll eine Gutscheinregelung kommen, welche jetzt von der Bundesregierung beschlossen wurde. Allerdings stoßen diese Pläne in Brüssel auf Widerstand. (siehe Pauschalreise storniert)

Meine Reise kann nicht stattfinden, ich habe aber trotzdem die Reiseunterlagen bekommen.

Update 03.04.2020: Das verwirrt im Moment viele Reisende. Es steht bereits fest, dass die Reise nicht stattfinden kann. Entweder sind die Hotels noch geschlossen, für das Reiseland besteht ein Einreiseverbot für Deutsche oder die Reise liegt im Zeitraum der ausgesprochenen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Trotzdem versenden die Reiseveranstalter Flugtickets, Hotel-Vouchers und andere Reiseunterlagen für die bevorstehende Reise.

Das liegt einfach daran, dass diese Unterlagen vollkommen automatisiert erstellt werden. Das sind feste Prozesse, welche Datums-gesteuert ablaufen. Diese können offensichtlich nicht so einfach gestoppt werden.

Wir hatten in den letzten Tagen sehr oft den Fall, dass erst die Reiseunterlagen für die Kunden kamen und wenige Tage, manchmal auch nur wenige Stunden, später dann die Stornierung.

Gibt es Schadensersatz für ausgefallene Reisen?

Ja, die Fragen kommen wirklich. Und um es kurzzumachen: wahrscheinlich nicht!

Die meisten Juristen schätzen es aktuell so ein, dass die aktuelle Krise durch die besonderen Umstände als höhere Gewalt einzustufen ist. Daher besteht kein Anspruch auch einen Schadensersatz, der über die Rückzahlung des Reisepreises hinaus geht.

Am Ende werden sich mit dieser Frage aber wohl noch Gerichte beschäftigen müssen.

Ein darüber hinausgehender Schadenersatz steht den Kunden nach Einschätzung der meisten Juristen in der aktuellen Krise wegen der besonderen Umstände, die als höhere Gewalt einzustufen sind, nicht zu. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich um diese Frage in Zukunft noch Gerichte kümmern müssen.

Kunden, die nur Einzelleistungen gebucht haben, können diese kostenlos stornieren, wenn der Dienstleister seine Leistung nicht erbringen kann. Das ist etwa der Fall, wenn ein gebuchtes Hotel in einer Sperrzone liegt oder wegen einer unvorhersehbaren Einreisebeschränkung nicht erreichbar ist. Außerdem müssen Airlines für gecancelte Flüge den Reisepreis zurückerstatten. Trifft dies nicht zu, müssen Kunden mit ihren Vertragspartnern vor Ort verhandeln und auf deren Kulanz hoffen.

Kann ich eine Nur-Hotel Buchung wegen einer ausgefallenen Messe kostenlos stornieren?

Das ist unter Umständen nicht so ganz einfach. Generell fällt eine Nur-Hotel-Buchung nicht unter das Pauschalreiserecht. Somit liegt das Risiko komplett beim Kunden. Auch das Risiko einer abgesagten Messe oder Veranstaltung liegt beim Reisenden.

Sollte die Hotelbuchung im Rahmen eines Event-Paktes zustande gekommen sein. Also ein Angebot des Hotels mit einer Kombination aus Ticket für die Messe und Übernachtung, welches auch als Messe-Aktion beworben wurde, dann sieht es wieder anders aus. In dem Fall entfällt ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsgrundlage (eben die Absage der Messe). Darauf kann sich der Gast dann berufen und kostenlos stornieren.

Liegt das Hotel in einem Quarantäne-Gebiet und kann nicht mehr angereist werden, sieht es wieder anders aus. Dann haben wir wieder die oben genannten unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände, welche die kostenlose Stornierung durch den Veranstalter (hier das Hotel) oder den Kunden rechtfertigen.

Liegt aber nur die Messe im Quarantäne-Gebiet, das Hotel jedoch außerhalb, dann führt es nicht dazu, dass die Zahlungspflicht des Hotelgastes erlischt.

Kompliziert aber hoffentlich einfach erklärt.

Wer zahlt den längeren Aufenthalt in einem Hotel, wenn man dort unter Quarantäne steht?

Auch hier ist die rechtliche Lage wohl nicht eindeutig.

Bei Pauschalreisen ist erstmal der Reiseveranstalter in der Pflicht, die Kosten für Verpflegung, Unterkunft und für die Rückreise zu tragen. Ob sich der Veranstalter anschließend das Geld von der Behörde, welche die Quarantäne angeordnet hat, zurückholen können, das wohl rechtlich noch geklärt werden müssen. (Quelle)

Bei Individualreisen muss man wohl auf eine Kulanz der Airline hoffen, was die verschobene Rückreise angeht. Bei den Hotelkosten geht man davon aus, dass die Hotelbetreiber sich diesbezüglich an die Behörden wenden können, welche die Quarantäne verhängt haben. (Quelle)

Allerdings spielen hier natürlich sehr viele unterschiedliche, regionale Gesetzgebungen eine Rolle.

Wir haben Eintrittskarten für Euro-Disney in Paris, was nun?

Update 13.03.2020: Neben den asiatischen Parks, schließt Disney nun auch seine Parks in Orlando, Los Angeles und Paris ab dem 16.03.2020. Diese sollen bis Ende März geschlossen bleiben. (Quelle)

Solltet ihr Tickets bei Disney direkt online bestellt haben, so könnt ihr diese telefonisch auf einen anderen Termin umbuchen.

Disney Paris veröffentlicht auch aktuelle Informationen zum Thema Corona auf seiner Homepage.

Ich befinde mich noch im Ausland – wie komme ich zurück?

Update 19.03.2020: Solltet ihr Euch noch in einem Land befinden, in der aktuellen Lage, wo es zu Einschränkungen im Flugverkehr oder allgemein gibt, meldet Euch bitte dringend bei der Krisenvorsorgeliste (www.diplo.de/elefand) des Auswärtigen Amtes an. Über dieses System wird aktuell die Rückholung von gestrandeten Reisenden organisiert. Solltet ihr im Rahmen einer Pauschalreise unterwegs sein, wendet Euch an Euren Reiseveranstalter vor Ort.

Corona am Zielort – plötzlich in Quarantäne

So kann es ebenfalls vorkommen, dass Ihr plötzlich selber in Quarantäne seid. Ein Verdachtsfall im eigenen Hotel, auf dem Kreuzfahrtschiff, im Ort kann dafür ausreichen.

Auch in dem Fall heißt es aber Ruhe zu bewahren. Eine Quarantäne ist sicher unbequem aber auch kein Todesurteil. Setzt Euch in so einem Fall direkt mit Eurem Reiseveranstalter und ggf. mit der Airline für den Rückflug in Verbindung und klärt ab, was zu tun ist.

Ein weiterer Kontakt könnte dann die deutsche Botschaft im Reiseland sein. Eine Übersicht über alle deutschen Auslandsvertretungen findet Ihr auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

Zurück in Deutschland – was kann passieren?

Update 09.04.2020: Ab dem 10.04.2020 gilt in Deutschland die Regelung, dass alle Reisende sofort in eine 14-tägige Heimquarantäne müssen, welche aus dem Ausland einreisen. Ausgenommen davon sind nur Berufspendler. Die Einhaltung der Maßnahmen wird überprüft und Verstöße mit hohen Bußgeldern bestraft.

Update 22.05.2020: Die Regelungen mit der 14-tägige Quarantäne ist inzwischen abgeschafft worden.

Kann man Einreisesperren umgehen oder austricksen?

Update 14.03.2020: Ihr werden jetzt vermutlich spontan WTF denken. Yep, genau das haben wir auch getan, als wir diese Frage gestern in einer Reisegruppe bei Facebook gelesen haben. Konkret ging es um die „glorreiche“ Idee, das Einreiseverbot in die USA durch eine vorherige Einreise nach Kanada zu umgehen.

Hier ist der Punkt erreicht, wo wir mal kurz unsachlich werden müssen:

Welchen Egoismus in Reinform muss man haben, um auf so eine kranke Idee zu kommen? Wie wichtig muss das eigene Ich, sein eigenes Vergnügen für einen Menschen sein, um so auf das Allgemeinwohl in der Welt zu schei*en? Er hätte die Reise ja so lange geplant gehabt und darauf gespart. Ja, prima, genauso wie aktuell wohl Millionen von anderen Menschen auf der Welt. Willkommen im Club, trag es mit Fassung, Du Wurm!

Es geht nicht darum, dass ich dieser Fragesteller irgendwo unterwegs anstecken könnte. Das wäre uns vollkommen Wumpe, es könnte uns nicht egaler sein. Aber es war ein junger Mann, der vielleicht selber das Virus in sich trägt, ohne es zu merken. Durch so eine Aktion würde er es dann munter durch die Welt tragen und verteilen. Und das in Zeiten von #stayhome #flatenthecurve. Allein die Idee, sorry, kotzt uns an.

Mal abgesehen davon, scheint dieser noch junge Mensch nicht im Ansatz zu ahnen, welche Konsequenten ihn an der USA-Grenze erwarten würden, wenn das dort auffällt. Und so ganz doof sind die Officers nicht, die da arbeiten.

So, dass musste raus – und nun kehren wir wieder zur gebotenen Sachlichkeit zurück. *durchatme*

Müssen wir noch die Restzahlung für Reisen bezahlen, welche wahrscheinlich nicht stattfinden werden?

Update 29.03.2020: Bei Pauschalreisen ist es üblich, bei der Buchung nur eine Anzahlung zu tätigen und den Rest des Reisepreises etwa 30 Tage vor Antritt der Reise.

Aktuell kommt es zu merkwürdigen Konstellationen bei manchen Reisebuchungen. Ein Anbieter von Club-Reisen hat bereits bekannt gegeben, dass einer seiner Clubs bis Ende April geschlossen ist. Gleichzeitig bekommen die Reisenden, welche Mitte April dort anreisen wollten, die Rechnungen für die Restzahlung.

Viele Kunden fürchten aber nun, diese Restzahlung zu tätigen. Geht der Anbieter Pleite, wäre das Geld erst mal weg. Oder die Reiseveranstalter bewirken in Brüssel wirklich die Möglichkeit, bei einer Stornierung keine Erstattungen mehr zahlen zu müssen, sondern nur noch Gutscheine auszugeben. Das wäre für Familien, die sich jetzt plötzlich mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinandersetzen müssen auch keine befriedigende Lösung.

Nun kommt vermehrt die Frage auf, ob diese Restzahlung getätigt werden muss. Man könne die doch einfach zurückhalten. Das kann man natürlich machen, es besteht dabei aber ein Risiko. Mit der Buchung ist man einen Vertrag mit dem Reiseveranstalter eingegangen und hat deren AGB akzeptiert. Im Falle einer Nichtzahlung des restlichen Reisepreises kann somit der Reiseveranstalter die Reise kündigen und einen Schadensersatz in Höhe der entsprechenden berechnen. Somit würden die gleichen Kosten anfallen, wie bei einer Stornierung durch den Kunden.

Allerdings bieten manche AGB auch den Nachsatz „vorausgesetzt, es läge nicht bereits zu diesem Zeitpunkt ein zum Rücktr