Indian Summer in den USA

Reisetagebuch: Indian Summer in den USA

Kategorie: Reiseziele USA

Veröffentlicht: 1. November 2014

Aktualisiert: 8. Oktober 2020

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Autor: Thomas Jansen

Unsere Indian Summer-Reise führte uns in den Nordosten der USA. Von Boston aus ging es die Küste rauf bis zum Acadia Nationalpark und danach wieder nach Süden bis Cape Cod. In unserem Tagebuch berichten wir von dieser schönen Reise mit vielen Eindrücken.

Indian Summer in den USA – Reisetagebuch

Tag 1 – Anreise mit Aer Lingus – Licht und auch Schatten

Wir sind jetzt in Boston angekommen, genauer gesagt in einem schönen, kleinen Vorort mit dem Namen Salem. Schön sah er zumindest im Reiseführer aus und aus dem Flieger vorhin. Als wir gerade angekommen sind, war es leider schon dunkel.

Der erste Tag ist natürlich immer durch die Anreise geprägt. Und für uns ging es mal wieder mit einer neuen Airline in die USA.

Gebucht hatten wir bei Aer Lingus direkt, weil uns die Flugzeiten, der Preis und die Möglichkeit bereits in Dublin die Immigration in die USA zu machen sehr reizten. Nach dem Tag kann man sagen, schlecht war die Idee nicht, aber es gibt auch einige Schattenseiten.

Airbus A330 von Aer Lingus

Airbus A330 von Aer Lingus

Der Online-Checkin bei Aer Lingus funktioniert prima, die Bordkarten für beide heutige Flüge konnte ich gestern bereits zu Hause ausdrucken. Die Gepäckabgabe in Düsseldorf ging sehr schnell und freundlich über die Bühne und auch der Flug nach Dublin war völlig in Ordnung. OK, ich musste für meinen Kaffee an Bord 2,50 Euro zahlen, das hatte mich ein wenig verwundert. Aber leider wird so was auf innereuropäischen Strecken wohl so langsam zum Standard. Dafür war er aber auch lecker.

In Dublin ging es nach der Passkontrolle für Irland vor dem Airport zur letzten Zigarette vor dem langen USA-Flug. Wobei die Strecke von Dublin nach Boston ja überschaubar ist. Danach ging es durch eine gut organisierte Sicherheitskontrolle zurück in den Gatebereich. Dort wird man dann mit zahlreichen Schildern problemlos zu den USA Gates geführt. Die Besonderheit in Dublin und auch in Shannon ist, das die Immigration in die USA bereits hier auf europäischem Boden gemacht wird. Dazu wird das Handgepäck noch einmal durchleuchtet und dann kommt man zu den Officers der Homeland Security. Und das war das erste Mal, das wir nicht warten mussten und direkt zum Officer durchgehen konnten. Dieser stellte die üblichen Fragen, nahm die Fingerabdrücke, Foto und schwups – 2 Minuten später war das Thema durch. Hier für ein ganz dickes Plus für die Idee über Dublin zu fliegen.

Unser Flieger war dann ein Airbus A330, wo wir in Reihe 33 eingezogen sind. Der Flieger machte von innen einen sehr gepflegten Eindruck, die Sitze waren mit einem guten Entertainmentsystem ausgestattet, welches auch viel Auswahl bot.

Landeanflug auf Boston

Landeanflug auf Boston

Leider konnte der Service mit dem tollen ersten Eindruck nicht mithalten. Auf einem 6-stündigen Flug habe ich sage und schreibe eine 150ml Dose Cola bekommen und zwei Kaffee. Das war es zum Thema Getränke. Es lag zusätzlich noch eine Karte aus, mit Dingen, die man an Bord zu trinken kaufen konnte. Nur, es kam keiner mehr vorbei und wenn man in die Küche ging waren dort die Vorhänge zugezogen. Gut, dass wir vorsorglich noch 2 Flaschen Getränke am Airport gekauft hatten.

Beim Essen war es dann bei uns wirklich Licht und Schatten. Ich hatte mir eine Gericht mit Hähnchen vorbestellt. Aer Lingus bietet den kostenpflichtigen Service für 17 Euro in der Economy das Business-Class Essen zu bekommen. Das hat sich gelohnt. Es war sehr lecker, sehr reichhaltig und völlig in Ordnung.

Für Melanie hatten wir ein paar Tage vor dem Flug ihr laktosefreies Essen vorbestellt. Da ist aber wohl mächtig was schiefgelaufen, denn für sie war keines da. Immerhin war die Flugbegleiterin so nett und hat dann aus den zwei vorhandenen normalen Menüs ein passendes zusammen gestellt. Aber, so was darf nicht passieren! Ich stelle mir gerade einen Hardcore-Veganer vor, der dann nur die Auswahl zwischen Beef und Hähnchen hat.

Alles in allem waren wir nicht wirklich zufrieden. Das war auf einem Langstreckenflug mit Abstand der schlechteste Service, den wir bisher erlebt haben. Dabei war das Personal noch nicht mal unfreundlich aber irgendwie lief das auch alles nicht Rund in dem Flieger. Wir hatten manchmal den Eindruck, die sind alle neu im Geschäft und machen das zum ersten mal.

Ein Blick auf Boston

Ein Blick auf Boston

In Boston mussten wir dann noch rund 30 Minuten im Flieger warten, bis wir aussteigen konnten. Der Grund war… irgendein Spaten hat den Not-Aus-Schalter an der Gangway gedrückt und danach musste das ganze System der Fluggastbrücke neu gestartet werden. Dafür musste aber erst mal ein Mensch gefunden werden, der dazu in der Lage war. Na ja, Hauptsache man war schon auf dem Mond.

Als wir dann endlich raus waren, ging es direkt zum Kofferband und dann raus vor die Tür. Klar – schnell eine rauchen und dann mit dem Transferbus zur Mietwagenstation.

Hier teilte man uns dann mit, dass unsere gebuchte Premium Limousine nicht verfügbar ist und man uns „leider“ ein Upgrade geben müsste. Ne, wat tu ich mich ärgern. Wir „müssen“ nun mit diesem Teil durch die Gegend fahren:

Unser Leihwagen GMC Acadia

Unser Leihwagen GMC Acadia

Ein GMC Acadia, passend zu dem Acadia Nationalpark, wo wir in den nächsten Tagen hinfahren werden. Ein hübsches Teil, mit allem Schnickschnack. Fest eingebautes Navi, SAT-Radio, Rückfahrkamera und erst 8000 Meilen auf dem Buckel.

Damit sind wir dann auch schon die ersten 30 Meilen zu unserem Hotel in Salem gefahren. Jetzt gleich wird geschlafen, nach einem kleinen Imbiss von den güldenen Bögen und der ersten Flasche MtnDew. Morgen schauen wir uns dann Boston an, ich freu mich schon darauf.

Tag 2 – Boston und Salem

Heute Morgen sind wir nach Salem gefahren. Das ist der Ort, wo es tatsächlich die einzige Hexenverbrennung in den USA gegeben hat. Die Einwohner dieses Ortes haben dann wohl bei der Erfindung von Harry Potter auf den Straßen getanzt. Ich weiß ja nicht, ob das Thema in dem Ort schon immer in dieser Art behandelt wurde, aber scheinbar hat man nur wenige andere Einnahmequellen.

Nichts gegen ein wenig Touristen Bespaßung, das ist in Ordnung. Aber gefühlte 10 Hexenmuseen, 123 Hexenläden – das ist dann vielleicht doch ein wenig übertrieben.

Witchmuseum in Salem

Witchmuseum in Salem

Dabei hat der Ort so viel mehr zu bieten. Zum einen die wunderbaren Häuser und Gassen…

Salem

Salem

Vielleicht täuscht der extreme Eindruck auch, da es im Moment hier streng auf Halloween zugeht. Da ist es alles ein wenig gruselig geschmückt. Da sieht auch Daves Blumenladen schon mal aus, wie eine Geisterbahn. Aber immer noch besser als die Spinnen beim Nachbarn.

 

Blumenladen in Salem

Blumenladen in Salem

Kürbisköppe, aber nur 3 davon!

Kürbisköppe, aber nur 3 davon!

 

In Salem liegt auch die „Friendship“, welche wir selbstverständlich besichtigt haben.

 

Friendship of Salem

Friendship of Salem

Friendship Bug

Friendship Bug

Danach entschlossen wir uns, da das Wetter noch ein wenig sehr wolkig war, nach Boston reinzufahren und das Museum of Science zu besuchen. Boston fühlt sich, beim Autofahren ein wenig an wie die Schweiz – nur Tunnel.

Welchen Tunnel nehmen wir denn?

Welchen Tunnel nehmen wir denn?

Es geht teilweise kilometerlang durch Tunnel, mit Abfahrten von einem Tunnel in den anderen. Schon spannend, vor allem, weil wegen… in Tunnel gibt es keine Satelliten und das Navi schweigt so vor sich hin. Wenn man dann aus einem Tunnel wieder raus kommt, merkt man ob man richtig gefahren ist. Die Trefferquote lag heute bei 50 Prozent *seufz*.

Irgendwann kamen wir dann aber am Museum an und parkten im dazugehörigen Parkhaus. 23 Dollar für ein Tagesticket ist hier übrigens noch günstig.

Museum of Science in Boston

Museum of Science in Boston

Das Museum ist wirklich toll, kann man nur empfehlen. Man findet dort von moderner Technik, über Dinos, Vorführungen in verschiedenen Themenbereichen, Tierwelt, Natur wirklich alles, wo geforscht wird.

Nicht mehr lebendes Tier...

Nicht mehr lebendes Tier…

...ziemlich lebendes Tier.

…ziemlich lebendes Tier.

 

Besonders gut hat uns die Stromvorführung gefallen. Das knallte und zischte so schön laut.

Blitze machen

Blitze machen

Noch mehr Blitze

Noch mehr Blitze

Zum Sonnenuntergang wurde das Wetter dann richtig toll und von dem Parkhaus des Museums hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Boston. Wir sind dann da noch eine Stunde geblieben und haben drölfzehn Bilder gemacht, es könnten aber auch knapp 200 mehr gewesen sein.

Sunset in Boston

Sunset in Boston

Sunset in Boston, die Zweite...

Sunset in Boston, die Zweite…

Danach ging es dann nach Downtown ins örtliche Hardrock Café… shoppen und essen. Dazu sind wir in ein Parkhaus gefahren und direkt wieder raus. Die wollten pro Stunde *Trommelwirbel* 23 Dollar. Ich glaub es hackt! Ich bin ja im Urlaub bestimmt nicht geizig eingestellt, aber irgendwo ist auch eine Grenze. Wir haben dann, zum Glück, direkt an der Straße einen kostenlosen Parkplatz gefunden. Das ist übrigens hier in Downtown abends, so ab 18 Uhr, kein Problem.

Morgen geht es dann weiter durch Boston!

Tag 3 – Hop on Hop off durch Boston

Heute haben wir uns Boston angesehen. Und was sollen wir sagen? Bisher war San Francisco unsere Lieblingsstadt in den USA. Aber seit heute ist eine neue dazu gekommen. So richtig können wir uns beide nicht entscheiden, welche von den beiden Städten schöner ist – also stehen nun einfach beide auf Platz 1.

Los ging es heute Morgen zur Cambridge Side Galleria – eine Einkaufs Mall im Osten von Cambridge. Dort kann man wunderbar sein Auto parken und bekommt dann 16 Dollar Rabatt auf die Parkgebühren, wenn man dort auch die Hop-On Hop-Off Tour bucht. Somit kostet das Parkticket dann noch 4 Dollar für den ganzen Tag – günstiger geht das eigentlich in Boston nicht.

Hop-On Hop-Off Bus in Boston

Hop-On Hop-Off Bus in Boston

Unsere erste Station war dann der Prudential Tower, genau genommen in die 50. Etage wo eine 360° Aussichtsplattform gibt. Die Aussicht von dort oben ist einfach phänomenal. Selbst Melli ist mit hochgefahren und war begeistert. Eigentlich hat sie es nicht so mit hohen Gebäuden.

Aussicht vom Prudential Tower

Aussicht vom Prudential Tower

Aussicht nach Norden

Aussicht nach Norden

Weiter ging es dann mit dem Bus durch die Stadt. Interessant ist hier die Mischung als vielen alten Gebäuden und modernen Häusern.

Kirche in Boston

Kirche in Boston