Der USA Alltag… immer für eine Überraschung gut

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  • Schlange stehen

Der USA Alltag… immer für eine Überraschung gut

Von |03.05.2014|Kategorien: Reisetipps USA|Tags: , , |6 Kommentare

Als Europäer kommt man in den USA eigentlich gut zurecht. Natürlich werdet ihr kaum jemanden finden, der deutsch sprechen kann, auch wenn alle einen Großonkel aus Heidelberg haben. Aber mit einfachen englischen Kenntnissen kommt man schon gut über die Runden, auch wegen der Hilfsbereitschaft der amerikanischen Menschen.

Aber ein paar Dinge sollte man schon mal gehört haben, wenn man über den Teich fliegt. Zum Einem um vielleicht ein oder zwei Fettnäpfchen zu vermeiden und zum Anderen um einige „komische“ Dinge da zu verstehen.

Wartelinien sind wie Mauern

Schlange stehen

Schlange stehen

Immer wieder trifft man in den USA auf Linien am Boden oder Schilder, welche einem zum Warten auffordern. Die erste werdet ihr am Airport bei der Einwanderung zu sehen bekommen, später dann im Vergnügungspark am Eingang zum Fahrgeschäft oder auch am Leihwagenschalter.

Kein Amerikaner käme auf die Idee, ohne Aufforderung diese Grenze zu überschreiten – eher würden die da überwintern. Daher, wartet auf die Aufforderung bevor ihr einfach drauf los stürmt.

In dem Zusammenhang, in den USA wird sich genau so artig in die Schlange gestellt wie bei unseren britischen Freunden, auch bei Bussen, Bahnen und Zügen. Und lamentieren, wie „lange das wieder dauert“ hört man eigentlich nur von Touristen, bevorzugt auf deutsch.

Der Amerikaner und sein Smalltalk – ohne geht es nicht

Die Amerikaner lieben den Smalltalk. Egal wo ihr geht und steht – ihr habt ein Gespräch an der Backe (das ist jetzt nicht negativ gemeint). In der Warteschlange im Vergnügungspark, im Flugzeug vor der Toilette, in der Raucherecke vor dem Hotel, die Bedienung im Restaurant – egal, es wird geredet.

Meist geht es dabei um belanglose Dinge wie Wetter oder die nächste Achterbahn. Meist merkt der Gesprächspartner, dass man selber nicht aus den USA kommt. Spätestens dann muss man erzählen das man aus Deutschland kommt. Macht mal aus Spaß eine Statistik wer von Euren Gesprächspartnern Freunde/Bekannte/Familie in Deutschland hat. Ich bin da etwa bei 80%… Macht Euch dabei nicht die Mühe genau zu erklären, wo Euer Kaff liegt wo ihr herkommt. „Near by Munich“ oder „Near by Berlin“ geht immer, auch wenn man wie ich aus dem Ruhrpott kommt. „Near Cologne“ habe ich mir abgewöhnt, da dieses ja wiederum „Near Berlin“ liegt. Wenn man die Dimensionen der USA kennt, dann passt das auch.

Amüsant ist es immer, sich das Smalltalk-Verhalten übertragen auf Deutschland vorzustellen. Nehmen wir mal eine Schlange am Check-In-Schalters eines beliebigen Flughafens. Die Schlange besteht zu 75% aus wichtigen Geschäftsleuten in Einheitsanzügen und grellen Krawatten. Wenn man auf diese Schlange zugeht, werden einem schon Blicke zugeworfen die einem sagen „Geh weg, das ist meine Schlange!“. Am Ende der Schlange angekommen quatscht man direkt seinen Vordermann an „Hey, wie geht es?“. Antwort wäre wohl ein gemurmeltes „Lckmchamrsch“. „Nun, mir geht es auch gut, wo geht es denn hin heute?“. – An diesem Punkt hätte man wohl im Mikrokosmos der Schlange den Rang eines Schwätzers eingenommen und würde in der Schlangen-Community kein Bein mehr auf den Boden bekommen. Der komplette soziale Abstieg mit nur zwei Sätzen. 

Glaubt mir, das ist drüben ein klein wenig anders.

Immer schön höflich sein!

Es herrscht in den USA, in der Regel, ein sehr höflicher Umgang miteinander. Es wird sich auch ständig entschuldigt. Die häufigsten Worte sind daher „Excuse me“. Im Zweifel entschuldigt Euch immer, zur Not auch Vorsorglich, oder schon bevor überhaupt etwas passiert ist.

Begrüßungsfloskeln in den USA

„How are you?“

Diese Floskel bekommt man bei jeder Begrüßung zu hören. Dies ist nun aber nicht die Aufforderung über Eure Bauchschmerzen oder den morgendlichen Durchfall zu plaudern. Eure Antwort sollte stets „Fine, thank you“ sein… auch wenn es Euch noch so dreckig geht. Ein angehängtes „and how are you“ ist übrigens auch nicht unhöflich, muss aber nicht unbedingt sein.

Die Verabschiedung, oft ebenso dramatisch

„Oh, it was nice to meet you! Hope to see you again, soon“ – Nun, mich würde mal interessieren, wie dumm einer gucken würde, wenn ich dann am Abend an seine Tür klingel und ihn begrüße „Hi, here I am – soon!“. Ich glaube, man käme in eine Anstalt.

Nein, dieser Wunsch, einen schnell wieder zu treffen ist nur eine Floskel. Wir sagen ja auch „Auf Wiedersehen“ und wünschen uns oft genug dabei, dieses atmende Wesen nicht wieder sehen zu wollen.

Sprache und Dialekt in den USA

Habt Ihr in der Schule schön, feines Oxford-Englisch gelernt? Fein, vergesst es wieder.

Spätestens nach dem Euch ein Texaner voll getextet hat und ihr die ganze Zeit nur höflich genickt habt ohne auch nur ein Wort zu verstehen werdet ihr leise weinend zusammen brechen. Vergesst es. Labert einfach drauf los, grammatikalisch fast ans deutsche angelehnt und ihr werdet verstanden und es wird auch Euer Versuch geschätzt – und wenn es mal nicht reicht, mit Händen und Füßen geht immer. Weiter kann es Euch passieren, dass ihr auf Amerikaner trefft, die zwar fliessend spanisch oder chinesisch sprechen aber kein Wort englisch. Versucht mal im tiefsten China-Town in San Francisco in einem Kiosk ein Eis zu bestellen. Viel Spaß dabei!

Noch ein paar wichtige Tipps zur Sprache bzw. zu einigen Floskeln, welche man eigentlich immer braucht:

  • Auf „Thank you“ wird „You are welcome“ geantwortet
  • Toiletten heißen „restrooms“ und nicht toilets
  • Urlaub heißt „vacation“ und nicht „holiday“ – letzteres ist ein Feiertag wie Weihnachten
  • Wenn man im Hotel nach einem freien Zimmer fragt, so fragt man nach einem „vacant room“ – Die Frage nach einem „free room“ – also einem kostenlosen Zimmer – wird einem meistens verneint
  • Cola ohne Eis bestellt man mit „No ice, please“
  • „I wolud like…“ ist wesentlich höflicher als „I want…“
  • Wenn man sich in einem Geschäft nur umschauen will, so sagt man „I’m just browsing“
  • Awesome… alles in den USA ist immer awesome… eines der Lieblingsworte aller Amerikaner 😉
  • Auf die Frage, wie man etwas findet mindesten mit „great“ antworten… besser „excelent“ oder einfach „awesome“…
Lockere Kleidung

Lockere Kleidung

Kleidungsknigge – immer locker bleiben!

Kleidung wird völlig überbewertet! Nicht falsch verstehen – Kleidung in den USA ist ein Muß – ohne geht gar nicht in diesem etwas prüden Land. Aber die Zusammenstellung, der Stil oder sonst was ist so was von egal.

Vor allem in der Freizeit gibt es da keine Tabus. Selbst im Casino in Las Vegas kann man getrost im Boxershort mit T-Shirt rein gehen. Die einzigen die sich dafür umdrehen sind Touristen aus anderen Ländern. Genau so kann man aber auch im Abendkleid und Smoking da auftauchen – ist auch egal. Lässigkeit ist cool und angesagt!

Patriotismus in den USA

Fahnenparade Nascar

Fahnenparade während der Nationalhymne!

Der Nationalstolz der Amerikaner auf ihr Land ist allgegenwärtig. Blickt einfach mal vom Hotelzimmer über die Stadt und zählt die USA-Fahnen die ihr sehen könnt. So was sieht man bei uns allenfalls während einer Fußball-WM. Auch die Nationalhymne wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit gespielt. Sei es vor dem Beginn eines Rodeos, vor einem Autorennen, vor einem Baseballmatch – also eigentlich vor jeder großen Veranstaltung.Wir haben sie 2010 sogar vor einer Show in SeaWorld gehört.

Für uns Europäer, besonders uns Deutsche ist das teilweise ein wenig befremdlich aber wir finden das auch irgendwie schön. Ebenso stehen wir immer mit auf, alleine aus Respekt aber auch um nicht doof angeguckt zu werden.

Noch ein Tipp: Solltet Ihr euch als Andenken eine USA-Flagge kaufen – so behandelt diese mit Respekt. Zum Beispiel berührt die Flagge in den USA niemals den Boden – das wäre eine Schande für die Nation. Achtet da ein wenig drauf sonst bekommt ihr schnell böse Blicke!

Trinkgelder in den USA

Neben den Trinkgeldern in den Restaurants gibt man in den USA auch vielen anderen Menschen Trinkgeld, da diese davon leben. Der Kofferträger im Hotel bekommt 1$ pro Gepäckstück und dem Zimmermädchen legt man pro Nacht einen Dollar auf das Waschbecken.

Die Menschen bekommen dort meistens nur ein kleines Grundgehalt und leben von diesen Trinkgeldern, daher – vergesst es nicht. Und lieber mal einen Dollar mehr geben, wenn man sich unsicher ist.

Das sicherste Zeichen dafür, z.B. dem Taxifahrer zu viel Trinkgeld gegeben zu haben ist es, wenn er sich mit den Worten „God bless you“ verabschiedet.

Im z.B. im Restaurant das Trinkgeld schnell auszurechnen gibt es eine nette App, welche ich auf meiner Apps-auf-Reisen Seite beschrieben habe.

Ohne Kreditkarte geht nichts

Ohne Kreditkarte wird man bei einem USA-Urlaub ein Problem bekommen. Bei jedem Einchecken in ein Hotel oder beim Empfang des Leihwagens ist die Vorlage der Kreditkarte ein Muss. Auch wenn die Leistungen bereits bezahlt sind, aber die Karte dient sozusagen als Pfand für Schäden oder zusätzliche Leistungen welche man in Anspruch nimmt. Ein Zimmer bekommt man vielleicht noch ohne Kreditkarte – wir haben das noch nicht probiert, aber auf keinen Fall wird man Euch einen Leihwagen übergeben. Auch sonst kann man in den USA alles mit der Kreditkarte bezahlen. Egal ob es nun der Großeinkauf im Supermarkt ist oder die Flasche Cola im Disney-Park.

Wichtig: Erkundigt Euch vor dem Urlaub, ob Eure Kreditkarte für die Nutzung in den USA aktiviert ist und wo die Grenzen pro Tag/Woche liegen. Es kann sonst passieren, das Ihr morgens eure Disney-Tickets für drei Tage kauft und abends beim Essen ist die Karte gesperrt, da ihr am Tageslimit angekommen seid. In diesem Falle hilft übrigens eine zweite Kreditkarte.

Generell: Man kann auch vieles ohne Kreditkarte mit Bargeld erledigen. Aber spätestens beim Autoverleih oder beim Zimmercheckin wird es dann eng.

Supermärkte in den USA

Leckerchen

Leckerchen

Bei unserem ersten Besuch eines großen Supermarktes habe ich den Drang gehabt meine Einkäufe selber in die Plastiktüten zu packen. Dies brachte mir einen „Einlauf“ der sehr netten Kassierin ein, das sei ihr Job. Und so ist das auch. Die Einkäufe werden entweder von den Kassiererinnen oder den Packern in die Tüten gepackt. Diese erwarten dafür übrigens kein Trinkgeld.

Ansonsten ist ein Besuch einer der großen Supermarktketten in unserem Urlaub Pflichtprogramm. Egal ob Wal-Mart oder Target… es gibt immer was zu kaufen und sei es nur ein Sixpack Mountain Dew für unterwegs.

Beachtet bitte, das bei allen ausgezeichneten Preisen in den USA noch die Steuern (Tax) oben drauf kommen. Egal ob im Supermarkt, im Souvenierladen oder im Restaurant.

Toiletten in den USA – Nein, das ist kein Hochwasser

In unserem ersten USA-Urlaub dachten wir am Anfang immer, die Toiletten wären kaputt. Das Wasser stand fast bis zur Oberkante der Schüssel. Aber, das muss so sein! Fast alle Toiletten in den USA brauchen Hochwasser zum funktionieren. Dazu kommt noch eine weitere Tatsache – es gibt keine WC-Bürsten! Wir haben zumindest noch nie eine gesehen. Wir haben die aber auch noch nicht vermisst, da durch das Hochwasser eigentlich immer alle „Arbeitsspuren“ vernichtet werden bzw. gar nicht erst entstehen. Ein leckeresThema – oder?

 


Das waren mal ein paar Tipps für den USA Alltag. Anregungen, Ergänzungen usw. sind wie immer gerne gesehen.

 

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6 Kommentare

  1. Ann-Bettina 3. Mai 2014 um 9:07 Uhr - Antworten

    Hallo Thomas,
    ein super Artikel 🙂 Sehr informativ und doch locker geschrieben. Da haben die USA wohl positiv auf dich abgefärbt 🙂
    Wünsche euch ein schönes Wochenende
    Ann-Bettina

    • Thomas Jansen 6. Mai 2014 um 9:28 Uhr - Antworten

      Hmnja… man könnte schon sagen, ich mag das Land und die Leute da.

      LG Thomas

  2. Rainer 3. Mai 2014 um 20:55 Uhr - Antworten

    Servus Thomas,

    klasse Bericht! Den Part, was eine Schlange an einem deutschen Flughafen mit lauter Anzugsträgern betrifft, den habe ich mir bildlich vorgestellt. Mich hätte es fast zerrissen vor lachen.

    Grüße aus München

    • Thomas Jansen 4. Mai 2014 um 16:42 Uhr - Antworten

      Rainer… mich auch, schon damals beim schreiben des Artikels. Aber es ist doch so!

      LG Thomas

  3. pete 25. Mai 2014 um 9:05 Uhr - Antworten

    Zufällig auf die Artikel gestoßen. Informativ, korrekt und v.a. witzig – danke und viele weitere Reisen!

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