Zuletzt aktualisiert am 3. Dezember 2018 um 10:00

Wir lieben Road-Trips, von einem Ort zum nächsten fahren, unterwegs tolle Sehenswürdigkeiten bestaunen. Aber genauso gerne machen wir Städtetrips, mit Sightseeing, Museumsbesuchen, Freizeitparks besuchen und noch vieles mehr. Nur eines mögen wir gar nicht, tagelang an einem (bestimmt wunderschönen) Strand zu liegen und nichts zu tun. Immer wieder werden wir dann gefragt, wo bleibt denn da die Erholung? Von morgens bis abends unterwegs, Fotos machen, die Fahrerei, ein scheinbar volles Programm auf der Reise.

Für uns ist das trotzdem pure Erholung. Wie wir das hinbekommen, möchten wir Euch in diesem Beitrag einmal vorstellen.

Individuelles empfinden von Erholung

Zuerst sei gesagt, dass Erholung wohl bei jedem Menschen anders aussieht. Der Eine kann sich nur erholen, wenn er 2 Wochen komplett abschaltet. Einfach am Strand oder am Pool liegen. Nichts tun, sich bedienen lassen, einfach abschalten. Für uns ist ein Badeurlaub inzwischen ein Alptraum. Früher, da haben wir dass selber gemacht. Schön 14 Tage im All-Inklusive-Hotel in der Türkei. Nichts machen, außer in der Sonne brutzeln und zu den Mahlzeiten mal von der Liege aufstehen. 

Heute nehmen wir uns immer wieder vor, mal einen Strandtag einzulegen, wenn wir an irgendwelchen Gewässern unterwegs sind. Das geh meistens eine Stunde gut, dann wird uns beiden langweilig. Es reicht dann ein Blick und die Klamotten werden zusammengepackt und ab ins Auto, irgendwas anschauen.

Erholung auf dem Road-Trip, einer Rundreise oder einem Städtetrip

Es gibt keine ultimative Anleitung für Erholung im Urlaub. Dafür sind wir Menschen einfach zu individuell. 

Jeder sollte das machen, was ihm Spaß macht. Alles wozu man überredet werden muss, ist schon eine schlechte Voraussetzung für Erholung. Das ist übrigens auch der Grund, warum wir niemals mit anderen Menschen in Urlaub fahren. Schon die möglichen Diskussionen über das „was machen wir heute“ würde den Erholungseffekt zerstören. Bei uns beiden kommt so eine Diskussion extrem selten auf, da wir sehr ähnlich ticken. Wenn überhaupt, dann haben wir bei der Planung mal Differenzen über Dinge, die wir uns ansehen wollen.

Wie Road-Trips, Rundreisen und Städtetrips für uns, trotz aller Aktivitäten, maximal erholsam sind, möchten wir Euch nachfolgend mal erklären.

Tipp 1 zur Erholung – Reisen übers Jahr verteilen

Bei uns stellt sich eine spürbare Erholung schon am zweiten oder dritten Tag einer Reise ein. Und ja, die hält auch ein wenig an, wenn wir wieder in den Wahnsinn des Alltags nach einer Reise eintauchen.

Daher teilen wir unseren Urlaub, der auch nur 30 Arbeitstage im Jahr beträgt – man mag es nicht glauben – geschickt über das Jahr verteilt auf. Dabei versuchen wir natürlich, die effektive Zahl an freien Tagen für die Reise, durch das geschickte Ausnutzen von Feiertagen und Brückentagen, ein wenig zu erhöhen.

So schaffen wir es pro Jahr 2-3 längere Reisen (bis 15 Tage) und zusätzlich noch ein oder zwei Kurztrips zu planen. Diese verteilen wir meist so über ein Jahr, dass zwischen den einzelnen Reisen nie mehr als 3-4 Monate liegen.

Uns persönlich bringt das mehr Erholung, als wenn wir eine 5-wöchige Reise machen würde und dann 11 Monate durcharbeiten müssten. Auch das ist natürlich sehr individuell. Wir kennen Menschen, bei denen ist das anders rum – da sie erst nach einer Woche im Urlaub wirklich abschalten können.

Tipp 2 zur Erholung – eine gute Reiseplanung

Und bei dem Thema Planung sind wir schon beim ersten Schritt für eine erholsame Reise angekommen. Wir lieben perfekt durchgeplante Reisen. Manch ein Individualreisender wird jetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen und sich entsetzt abwenden. Man kann doch einen Road-Trip nicht von vorne bis hinten durchplanen – doch, kann man.

Unsere ersten Trips haben wir auch noch sehr locker geplant. Flüge, Mietwagen und die erste Nacht vorgebucht. Und dann sind wir einfach drauf losgefahren. Und am Abend ging es dann los, Hotels suchen – in so Städten wie New Orleans, Houston oder Los Angeles ist das aber kein Spaß. Die Wege sind nicht zu unterschätzen, die Preisspannen noch weniger. So ist es mehrfach vorgekommen, dass wir völlig genervt in eher *hüstel* schlechten Hotels gelandet sind oder alternativ in sehr teuren Häusern. Wir haben dann schnell gemerkt, das ist nichts für uns – da haben wir keine Lust zu.

Seitdem buchen wir neben den Flügen, dem Mietwagen und dem ersten Hotel auch alle anderen Hotels vor, die an unserer geplanten Route liegen. Bisher konnten wir immer gut abschätzen, wie lange wir an einem Ort bleiben wollen. Allerdings buchen wir die Hotels so vor, dass diese bis zum Anreisetag kostenlos storniert werden können. So erhalten wir uns die Flexibilität auf der Reise.

Wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, sehen wir das ein wenig lockerer. Campgrounds buchen wir eher nicht vor, es sei denn wir wollen irgendwo mitten in einem Nationalpark übernachten. Dann geht es oft nicht anders, da diese Plätze sehr früh ausgebucht sind. Bisher haben wir auch an jedem Ort einen Campground gefunden, ganz ohne großen Stress.

Für uns ist die Reiseplanung eine Art Leitfaden, an dem wir dann entlangfahren. Wir wissen, auch wenn wir später am Abend am Zielort ankommen, dort wartet ein reserviertes Zimmer auf uns. Die Planung einer solchen Route kann aber Wochen dauern und wird dabei mehrfach komplett umgekrempelt. Für uns ist diese Planung aber ein Stück Urlaub und macht riesig Spaß.

Tipp 3 zur Erholung – vernünftige Flüge

MD11 der KLM beim Start in Amsterdam

Unsere Reisen beginnen und enden meist mit recht langen Flügen. Uns solche Langstreckenflüge sind nervig, das kann man auch nicht schönreden. Oft genug fragen wir uns nach vier oder fünf Stunden, warum tun wir uns das eigentlich hier an? Du könntest jetzt schon auf den Kanaren sein und hier ist noch nicht einmal Halbzeit.

Mittlerweile buchen wir nicht mehr die billigsten Flüge, um im Wettstreit „wer hat den Billigsten“ weit vorne zu liegen. Viel wichtiger sind uns die Fluggesellschaft, die Bestuhlung der Flieger (wir mögen keine 3er-Sitze) und gute Verbindungen. Wenn es finanziell machbar ist, nehmen wir lieber den Direktflug. Umsteigen möchten wir, wenn es nicht anders geht, maximal einmal auf der Strecke.

Dazu haben wir die höherwertigen Economy Klassen für uns entdeckt. Bei einer Economy-Comfort, die zum Beispiel von Delta angeboten wird, hat man wenigstens einen höheren Sitzabstand zum Vordermann. Bei Produkten wie die Premium Economy bei Lufthansa sind die Sitze auch noch breiter, haben vernünftige Armlehnen und eine Fußstütze. Kleinigkeiten, die aber das Wohlbefinden im Flieger deutlich steigern. So haben wir beide, auf unserem Flug von Bangkok nach Frankfurt in der Premium Eco, erstmals in einem Flugzeug schlafen können.

Trotzdem bleiben die langen Flüge für uns der anstrengendste Teil bei unseren Reisen. Möge doch endlich mal jemand das Beamen erfinden.

Tipp 4 zur Erholung – ein vernünftiger Mietwagen

Auch beim Mietwagen buchen wir nicht nach dem Motto „Hauptsache billig“. Selbstverständlich buchen wir nur Tarife, mit allen nötigen Versicherungen und, ganz wichtig, ohne irgendwelche Selbstbeteiligungen. Damit ist man mit den formellen Dingen schon mal auf der sicheren Seite.

Beim Fahrzeug selber gönnen wir uns auch gerne ein wenig „Luxus“. Einen Road-Trip mit einem untermotorisierten Kleinwagen, das wäre vielleicht ökologisch sinnvoll. Nur, da so ein Road-Trip aus ökologischer Sicht eh Wahnsinn ist, kommt es auch nicht mehr auf den Mietwagen an. Also wählen wir meistens einen kleinen SUV oder einen größeren PKW, der ein bisschen mehr Fahrkomfort bietet. Schließlich sind wir oft mehrere tausend Kilometer damit unterwegs und die sollen Spaß machen.

Tipp 5 zur Erholung – bei einem Road-Trip muss das Fahren Spaß machen

Zufahrt ins Monument Valley

Zufahrt ins Monument Valley

Wir fahren auf unseren Road-Trips gerne mal 2000 bis 3000 Kilometer in 14 Tagen. Wenn einem dabei das Autofahren keinen Spaß macht, dann ist ein Road-Trip vielleicht die falsche Art zu reisen.

Bei uns ist die Rollenverteilung relativ einfach. Thomas fährt für sein Leben gerne Auto. Er kann stundenlang hinter dem Steuer sitzen und dabei total entspannen. Selbst in den teilweise chaotischen Großstädten auf unseren Reisen, bringt ihn beim Fahren nichts aus der Ruhe.

Allerdings ist Thomas der schlechteste Beifahrer der Welt. Eine Stunde auf dem Beifahrer-Sitz und die Erholung ist kaputt. Das liegt nicht an der Fahrweise von Melanie, das ist bei jedem anderen Fahrer so, wo er rechts sitzen muss.

Melanie ist dagegen die perfekte Beifahrerin. Man wird wunderbar mit Essen und Getränken versorgt, sie macht tolle Fotos während der Fahrt, die Musik wird geregelt. Das klappt alles prima, wenn sie nicht gerade eingeschlafen ist. 

Praktisch bei unserer Rollenverteilung ist, wir sparen uns meist die Gebühr für den zusätzlichen Fahrer. 

Ihr seht, es ist bei der Fahrerei wichtig, dass man sich einig ist. Ständiges Genöhle über die Fahrweise, Streitereien über die Strecke oder wer nun fahren darf, das trägt nicht zur Erholung bei.

Tipp 6 zur Erholung – Reisekomfort auf Rundreisen ohne Auto

Wenn mir mal nicht mit dem Auto unterwegs sind, zum Beispiel auf unseren Asien-Reisen, gönnen wir uns auch oft die komfortableren Reisemittel. Wir fahren kurze Strecke in Thailand gerne mal in der 3. Klasse im Bummelzug. Das macht sogar richtig Spaß und man taucht ein Stück weit in das Leben der Einheimischen ein. Auf langen Strecken bevorzugen wir dann aber doch lieber den Schnellzug in der 1. oder 2. Klasse. Oder wir nehmen direkt das Flugzeug, wie auf unserem Trip von Bangkok nach Angkor Wat.

Auf Strecken, die mit dem Zug nur umständlich oder mit weiten Umwegen zu fahren sind, haben wir uns auch schon den privaten Shuttle gegönnt. Das kostet ihn Thailand kein Vermögen und war wirklich komfortabel.

Tipp 7 zur Erholung – Vernünftige Hotels

Wir brauchen die Hotels auf unseren Rundreisen meistens nur zum Schlafen, da wir den ganzen Tag unterwegs sind. Das wir irgendwelche Freizeiteinrichtungen des Hotels, wie zum Beispiel den Pool, nutzen, kommt eigentlich nie vor. Daher stellen wir an die Hotels keine großen Ansprüche. Was uns wichtig ist, sie müssen sauber sein und ein Bad mit eigenem WC ist Pflicht.

Die Hotels müssen bei unseren Road-Trips nicht unbedingt super zentral liegen. Wir sind gerne bereit ein paar Meilen zu fahren um zu den Sehenswürdigkeiten zu kommen.

Etwas anders sieht das bei uns auf Städtetrips aus, wenn wir kein Auto dabeihaben. Dann nehmen wir doch gerne zentral gelegene Hotels, die recht gut am öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind. Luxus muss es hier auch nicht unbedingt sein. Wobei, so eine Suite – die wir als Upgrade in Bangkok bekommen haben – die hatte schon was.

Was wir aber nicht mehr machen, ist das billigste Hotel am Ort zu buchen. Damit sind wir mehrfach ein kleines Bisschen auf die Nase gefallen. Wir erinnern uns mit Grauen an das günstigste Hotel in Miami Beach. Wir wollten ja nach dem Flug nur eine Nacht irgendwo schlafen. Das lag dann in einem Viertel, wo wir eigentlich das Auto nicht verlassen wollten, an der Rezeption war offensichtlich einer am Kiffen (der Geruch) und im Zimmer haben wir das Licht ganz schnell wieder ausgemacht, war besser so.

Tipp 8 zur Erholung – Zeit lassen und nicht alles sehen wollen

Bis jetzt haben wir nur über die logistischen Dinge gesprochen, Flüge, Mietwagen, Planung und Hotels. Was aber für uns sehr wichtig ist, ist die Einstellung zum Reisen und die eigene Erwartung. Hier liegt für uns das größte Erholungs-Potential. 

Auf unseren ersten Road-Trips haben wir noch den Fehler gemacht, möglichst viel in kurzer Zeit sehen zu wollen. So kam es wirklich vor, dass wir eine Sehenswürdigkeit frühzeitig verlassen haben um bloß noch die Nächste zu schaffen. Auf einer anderen Tour haben wir über 5000 Kilometer in 14 Tagen gefahren um viele verschiedene Ort zu sehen. Dabei sind wir vermutlich an unzähligen schönen Orten einfach nur vorbeigefahren.

Heute planen wir unsere Reisen eher nach dem Motto, Weniger ist Mehr. Natürlich sind die Zettel, mit sehenswerten Orten, immer noch sehr voll. Aber wir versuchen nicht mehr, diese mit aller Gewalt „abzuarbeiten“. Lieber genießen wir einen Ort, der uns gut gefällt, intensiver und lassen dafür zwei andere ausfallen. So haben wir wenigstens einen Grund, da nochmals hin zu fahren.

Auch bei unseren Routen achten wir darauf, dass die Entfernungen nicht zu groß sind. Komplette Tage auf Highways versuchen wir zu vermeiden. Das funktioniert nicht immer, schon alleine wegen der Entfernungen in den USA oder in Kanada. Aber wo es geht, vermeiden wir es einfach.

Es gibt auch Tage, wo wir nach ein oder zwei besichtigten Orten einfach keinen Bock mehr haben. Dann setzen wir uns halt vor das Wohnmobil und genießen einfach die Zeit oder bleiben an einem schönen Ort einfach mal zwei Stunden sitzen und schauen uns eine faszinierende Aussicht an. Es kommt sogar vor, dass wir bei einem Städtetrip den Nachmittag im Hotelzimmer faulenzen und in der „wertvollen Zeit“ ein Mittagsschläfchen machen. Ja, warum denn auch nicht? Es ist schließlich Urlaub.

Wir bekommen heute immer wieder Planungen unter die Nase gehalten, für Reisen, aus denen wir drei Urlaube machen würden. Wir können es ja verstehen, wenn man zum ersten Mal in die USA fährt, ist die Versuchung groß möglichst viel in den zwei oder drei Wochen sehen zu wollen. Aus eigener Erfahrung können wir aber nur sagen, die Erholung bleibt dabei ein wenig auf der Strecke.

Wir sind sicherlich weit davon entfernt, uns als (Achtung Modewort) Slow-Traveller zu bezeichnen. Aber sagen wir mal, wir sind vernünftiger geworden.

Tipp 9 zur Erholung – Aber das machen doch alle!  *seufz*

Overview Zion National Park

Es gibt immer wieder kleine Diskussionen, warum wir an Ort A nicht Tätigkeit X gemacht haben, machen doch alle dort. Nun, das ist relativ einfach, wir sind nicht Alle und wir hatten da keine Lust drauf.

Wir sind zum Beispiel keine Wandervögel. Lange Wanderungen, die mehr als 4 oder 5 Kilometer gehen, vermeiden wir beide. Ganz besonders, wenn diese noch lange bergauf gehen. Und trotzdem gefällt uns zum Beispiel der Zion Nationalpark gut. Auch wenn wir nicht zum Angels Landing hochkraxeln.

Im Moment planen wir, für 2019, unsere erste Afrika-Reise. Dabei schwanken wir noch zwischen Namibia und Südafrika. Dabei wird der Fokus eindeutig darauf liegen, möglichst lange in Gebieten zu sein, wo wir tagelang wilde Tiere fotografieren können. Auch hier hörten wir schon, dann müsst (!) ihr Euch aber auch Stadt X und Y anschauen. Nee, müssen wir nicht – wir wollen Tiere gucken und keinen Städtetrip machen. (An die hier mitlesenden Reiseblogger, die wir in den letzten Tagen mit Fragen zu den beiden Ländern löchern, ihr seid nicht gemeint!)

Unser Tipp an alle Leser: Macht auf Eurer Reise euer eigenes Ding. Es ist vollkommen uninteressant, was andere meinen machen zu müssen. Natürlich soll man sich Tipps von anderen holen, die sind oft Gold wert. Aber macht einfach nur das, was Euch auch Spaß macht.  Solltet ihr gerne wandern, dann macht einen Wanderurlaub. Reist ihr gerne in Gruppen, dann macht eine Gruppenreise. Liegt ihr gerne den ganzen Tag am Pool oder am Strand – dann macht das. Der Urlaub ist die kostbarste Zeit des Jahres. Erfüllt Euch im Urlaub Eure Wünsche – nicht die anderer Menschen.

Tipp 10 zur Erholung – Nicht jedes Foto muss geknipst werden oder perfekt sein.

Dieser Tipp wirkt auf einem Blog, wo es auch um die Reisefotografie geht, ein wenig deplatziert. Aber Ihr werdet es nicht glauben, wir ziehen auch mal ohne Fotokamera um den Hals los und geniessen einfach die Momente und Eindrücke ohne dabei durch den Sucher zu gucken. Und für den ein oder anderen Schnappschuss reicht dann auch mal das Smartphone, damit kann man inzwischen richtig tolle Fotos machen.

So kommt es auch bei uns tatsächlich vor, dass wir zu Hause merken, das wir von verschiedenen Situationen gar keine Fotos haben. Naja, die Welt ist dadurch noch nicht untergegangen.

Wir nehmen uns immer wieder vor, tolle Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge zu fotografieren – also theoretisch, in der Planung, wirklich. Am Ende scheitert es dann oft an den unchristlichen Zeiten, wo die Sonne über den Horizont kommt oder wieder dahinter verschwindet. Morgens ist es meistens schon hell, wenn wir die Augen aufmachen. Und am Abend, nach dem leckeren selbstgegrillten Steak, vor der restlichen Glut im Grill, gemütlich vor dem Wohnmobil sitzend? Dann noch zum tollen Sunset-Point laufen oder gar fahren? Ochnöö, hier am Grill ist auch gemütlich. 

Dass wir uns für einen Sonnenaufgang den Wecker stellen, ist uns genau einmal am Angkor Wat passiert. Nur da kam auch unser TukTuk-Fahrer mitten in der Nacht zu unserem Hotel, den konnten wir ja schlecht sitzen lassen. Und gelohnt hat es sich auch, keine Frage. Aber sonst vermeiden wir eigentlich das Thema Wecker weitestgehend auf unseren Reisen, zumindest für ein Foto.

Tipp 11 zur Erholung – Auf der Reise, den Tag so nehmen wie er kommt

Emerald Lake im Yoho National Park - auch bei Regen schön.

Gerade am Monument Valley angekommen und es schüttet aus Kübeln. Die Wetter-App verspricht auch für die kommenden Tage auf der geplanten Route keine Besserung.

Darüber könnte man sich nun ärgern, da freut man sich so lange darauf und dann spinnt das Wetter – zum aus der Haut fahren, oder? Nööö, wie würde der Kölner sagen, et is wie et is. Wenn wir uns jetzt aufregen würden, würde das Wetter auch nicht besser werden. Und Fotos, mit dicken Regenwolken über dem Monument Valley sehen cool aus und die hat nicht jeder.

Es ist ja nicht so, dass jede Reise von vorne bis hinten auf einem rosa Blümchenteppich liegt und nichts schiefgehen kann. Sei es die undichte Dusche, aus der sich das Duschwasser im ganzen Wohnmobil verteilt. Oder der Blechschaden am Mietwagen, weil es auf Malta halt überall eng ist. Schnee am Grand Canyon oder in Denver, wobei die Wasserschläuche draußen am Wohnmobil einfrieren. Das Hotel in Dover, welches uns trotz bestätigter Buchung gar nicht kennt. Irgendwas ist immer.

Da kann man sich jetzt drüber aufregen. Man kann es aber auch mit einer großen Portion Humor als gegeben hinnehmen. Wir versuchen jeden einzelnen Tag unserer Reisen, so zu nehmen wie er kommt. Oft klappt alles reibungslos, hin und wieder geht auch kräftig was schief. Ist halt einfach so – jedes Aufregen würde nur die Erholung kaputt machen, müssen wir als nicht haben.

Tipp 12 zur Erholung – Offen für Neues sein

Wir haben zu Beginn unserer Reise-Karriere viel zu oft und zu lange darüber nachgedacht, was uns im „neuen“ Land wohl erwartet. Selbst vor unserer ersten Asien-Reise haben wir wochenlang darüber gegrübelt, was wir uns da angetan haben, besonders beim Essen. Am Ende haben wir uns offenen Herzens auf den Weg gemacht und schnell gemerkt, alle Bedenken waren Unsinn. Heute ist gerade das Essen für uns ein Grund nach Asien zu reisen.

Oft hatten wir bei neuen Reisezielen viele Bedenken im Kopf. Dabei ist das komplett falsch. Irgendein schlauer Mensch hat mal gesagt, „Reisen zerstört Vorurteile“. Und da ist viel Wahres dran.

Natürlich machen wir uns bei ganz unbekannten Gegenden vorher im Internet ein wenig schlau, besonders bei anderen Reisenden. Dabei geht es um einfach Dinge wie die Infrastrukturen vor Ort, Straßenverhältnisse oder um wichtigere Dinge wie die Sicherheit in dem Zielland. Wenn wir uns dann aber auf den Weg machen versuchen wir jedes neue Reiseziel ganz offen und ohne Vorurteile zu besuchen. Wir freuen uns auf fremde Kulturen, neue Gerüche, spannende Menschen, Landschaften und Eindrücke.

Wenn wir voller Bedenken in ein Land fahren würden, dabei immer auf das Eintreffen einer Katastrophe warten würden, die wir mal irgendwo über das Land gelesen haben, dann würde die Erholung da kräftig drunter leiden.

Tipp 13 zur Erholung – Träume erfüllen und die Vorfreude

Tempelaffe in Angkor Wat

Für uns ist es ganz wichtig, und trägt somit auch zum Erholungseffekt bei, dass wir uns auf unseren Reisen Träume erfüllen. Wir beide haben davon noch eine ganze Menge, Orte die wir auf dieser schönen Welt mal sehen können. In einem Menschenleben ist das vermutlich garnicht zu schaffen.

Gerade unseren Reisen zum Yellowstone, nach Angkor Wat oder auch nach Las Vegas gehören eindeutig in die Kategorie der erfüllten Träume. Auch unseren geplanten Reisen nach Schottland und nach Afrika werden einen Traum erfüllen. 

Alleine die Planung und die Vorfreude auf diese Reisen, lässt den ein oder anderen dunklen Moment im Alltag schon wieder ein wenig heller erscheinen. Und damit trägt auch die Vorfreude auf kommende Reisen bei uns zur alltäglichen Erholung bei.

Tipp 14 zur Erholung – Nach der Reise locker bleiben.

Die Gefahr nach dem Urlaub, direkt wieder in den Alltagsstress zu verfallen ist sehr groß. Klar, beruflich bleibt einem oft nichts Anderes über, als direkt vom ersten Arbeitstag an voll da zu sein. Aber bei der Nachbereitung der Reise sind wir vor Jahren noch richtig in Stress gekommen. Dabei können die Urlaubsfotos doch auch nach 3 Monaten noch gezeigt werden. Diese müssen nicht zwei Tage nach der Reise sortiert und bearbeitet für die Verwandtschaft bereit liegen – eine gute Auswahl für eine spannende Präsentation braucht sowieso Zeit.

Auch unsere Reiseberichte können auch in mehreren Wochen noch gelesen werden. Es ist doch auch viel schöner über längere Zeit was zum Schreiben zu haben, als alle Berichte innerhalb von einer Woche abzuarbeiten.

Wir versuchen nach jeder Reise, es erstmal ein wenig langsamer angehen zu lassen. Aber klar, irgendwann ist man wieder im Alltagstrott drinnen. Spätestens dann wird es Zeit, sich auf die nächste Reise vorzubereiten, sich auf neue Ziele zu freuen.

Tipp 15 zur Erholung – Allgemeine Reisetipps für eine gelungene Reise

Vor Jahren hatten wir meine Liste mit kurzen Tipps für eine Reise hier veröffentlicht. Zeit die mal wieder raus zu kramen. Wir nutzen all diese Punkte heute noch um eine schöne, spannende und erholsame Reise zu erleben.

  • Erwarte niemals, das im Gastland alles so ist wie in Deutschland.
  • Reise mit offenen Augen durch die Welt.
  • Sei offen, neue Dinge zu lernen
  • Verurteile nichts! Sag lieber: „Interessant, erzähl mir mehr…“
  • Lerne zumindest ein paar Grundlagen in der Sprache des besuchten Landes. Begrüßungen, Verabschiedungen, ein Getränk bestellen… das in der Landessprache gemacht ist auch eine Form des Respekts gegenüber der dort lebenden Menschen.
  • Gute Manieren sind universell und auf der ganzen Welt gültig – nutze sie.
  • Beschimpfe niemals Leute, die dich nicht verstehen. Und peinlich wird es, wenn sie Dich doch verstehen.
  • Beklage Dich in fremden Länder niemals darüber, das dort kein deutsch gesprochen wird. Denk kurz drüber nach, wo du gerade bist.
  • Feilschen um Preise ist in manchen Ländern Tradition und muß praktisch sein, aber…
  • Beim Feilschen nicht übertreiben. Umgerechnet 1 Euro kann in anderen Ländern sehr viel wert sein.
  • Respektiere Sitten, Gebräuche und Umgangsformen in fremden Ländern.
  • Party muß manchmal sein, aber auch hierbei auf kulturelle Unterschiede Rücksicht nehmen.
  • Hinterlasse einen guten Eindruck in dem Land und den dortigen Menschen.
  • Genieße auch Dinge, die vom Massentourismus erschlossen sind. Finde dort vielleicht einen anderen Blickwinkel. Denn oft hat es Gründe, warum so viele Menschen dorthin wollen.
  • Reise so, wie du dich wohl fühlst. Alle Tipps und Tricks sind toll, aber am Ende muß DIR DEINE Reise gefallen.
  • Starte so jung wie möglich mit dem Reisen.
  • Höre nicht auf Miesepeter, die dir ein Reiseziel vermiesen wollen oder dieses schlecht reden. Fahre hin und mach dir dein eigenes Bild.
  • Probiere viele lokale Gerichte beim Essen.
  • Nimm unkomfortable Dinge hin… es bildet und lässt einen wieder Dinge schätzen, die sonst selbstverständlich sind.
  • Frage um Hilfe, wenn es notwendig ist – zur Not mit Händen und Füßen.
  • Habe keine Angst davor, respektvoll NEIN zu sagen.
  • Wenn Du einen einheimischen Schnaps angeboten bekommst, der böse Geister verjagt – habe keine Angst JA zu sagen.
  • Rede mit den Einheimischen, sei freundlich dabei. Du kannst dabei eine Menge lernen.
  • Nutze lokale Verkehrsmittel.
  • Mache jeden Tag eine Sache, vor der Du eigentlich Angst hast.
  • Teile Deine Erlebnisse mit anderen Reisenden – Du wirst nicht mehr alleine sein.
  • Besuche lokale Feste, Feiern, Prozessionen usw.
  • Informiere Dich über den Glauben in dem besuchten Land. Du musst ihn ja nicht annehmen, aber du verstehst vielleicht manche Dinge besser.
  • Verlasse Dich nicht blind auf die moderne Technik. Es gibt noch Ecken auf der Welt, ohne Netz.
  • Bleibe länger an dem Ort, wo es dir gefällt.
  • Genieße auch Tage ohne feste Planung und nimm ihn, wie er kommt.
  • Beschütze Deinen Reisepass wie ein wertvolles Familienerbstück.
  • Benutze eine Reisekrankenversicherung… das ist nicht uncool oder spießig.
  • Lerne auf Toiletten zu hocken, ohne sie zu berühren. Du wirst es brauchen!
  • Wenn Dir irgendwas überhaupt nicht gefällt… dann ändere Deinen Reiseweg.
  • Nehme negative Dinge so gelassen wie möglich – auch diese gehören zu einem perfekten Urlaub dazu.
  • Bereite Dich, vor der Rückreise, auf einen umgekehrten Kulturschock vor.
  • Nein, Du kannst die meisten Dinge nicht mit nach Hause nehmen. Aber die Eindrücke, Erinnerungen, Gefühle…
  • Hinterlasse nur Fußabdrücke auf gekennzeichneten Wegen.

Zusatztipps als Reiseblogger

Wir Reiseblogger sind ja noch ein ganz spezielles Völkchen. Am besten ständig online, keinen Moment der Reise nicht in Bildern oder Texten festhalten. Tipps, Tricks und Erfahrungen sammeln, die man später an andere Reisende weitergeben kann. Und das Alles am besten live von der Reise und idealerweise noch als Kooperation mit einem Unternehmen. Und genau davon sind wir inzwischen weg gekommen, unserer Erholung hat das alles nicht gut getan.

Tipp 16 zur Erholung – Keine Berichte mehr live von den Reisen

Für uns war es ein großer Schritt in Richtung Erholung, nicht mehr live auf dem Blog von unseren Reisen zu berichten. Damit haben wir uns unnötigen Stress gemacht. 

Abends im Hotel angekommen ging es los, Fotos von der Kamera auf den Rechner kopieren. Drei bis fünf Bilder raussuchen, diese bearbeiten. Versuchen über die lahmarschigen Hotel-WLANs die Fotos irgendwie ins Internet hoch zu laden. Dann natürlich noch einen Bericht über den Tag schreiben. Und dass alles flott, wir wollen ja noch zum Abendessen. 

Das haben wir so einige Jahre praktiziert. Jeden Tag im Urlaub, jeden Abend der gleiche Stress. Bis wir uns irgendwann gefragt haben, sind wir eigentlich bekloppt? Die Berichte kamen bei den zu Hause gebliebenen zwar gut an, aber es kratzte doch spürbar am Erholungseffekt.

Also beschlossen wir vor ein paar Jahren, nicht mehr live von der Reise zu berichten. Und das war eine richtig gute Entscheidung. Am Ende war der abendliche Ich-muss-berichten-Stress weg. Auch unseren Reiseberichten hat das sehr gut getan. Wir schreiben die heute nach der Reise, nicht mehr als Tagebuch, sondern über einzelne Orte auf unseren Reisen. Die Fotos können wir in Ruhe aussuchen und bearbeiten, die Texte werden viel ausführlicher und zusätzlich mit recherchierten Informationen aufgefüllt. Am Ende stehen viel hochwertigere Texte im Blog, die auch Infos für andere Reisende bieten und damit viel besser ankommen.

Die alten Texte findet ihr aber alle noch auf dem Blog. Wir können uns davon einfach nicht trennen, da hängt doch das Herz dran, auch wenn die heute so nicht mehr schreiben würden. Ihr könnt die Texte noch in unseren Reiseberichten finden. Bis zu unserer Indian Summer Tour 2014 haben wir live berichtet.

Wir stressen uns auch nicht mehr damit, Eindrücke über Facebook und Co. zu teilen. Wenn es gerade passt, teilen wir da gerne mal ein paar Bilder vom aktuellen Ort oder Tag. Haben wir kein Netz oder einfach keine Lust, dann lassen wir es einfach bleiben. Auch wenn ihr keinen Reiseblog habt, die Welt dreht sich auch weiter, wenn ihr mal das Notebook im Hotel lasst und das Smartphone ausschaltet.

Tipp 17 zur Erholung – Keine Reise-Kooperationen mehr

Auch dieser Punkt ist sehr Reiseblogger-spezifisch, für unsere Erholung (und darum geht es ja hier) aber sehr wichtig. Wir werden keine Kooperationen mehr mit Destinationen, Hotels oder anderen Tourismus-Unternehmen eingehen. Wir haben das im letzten Jahr mal ausprobiert und waren dabei recht erfolgreich. Unsere Reisen nach Regensburg und Wales fanden im Rahmen von Kooperationen statt. Beide haben wir auf der ITB letztes Jahr gepitcht und waren, in der Zusammenarbeit mit den Agenturen und Tourismusverbänden, sehr angenehm. Da können wir nicht meckern, das waren Kooperationen die auf Augenhöhe stattfanden.

Für beide Reisen hatten wir dann ein volles Programm bekommen. In Regensburg war unsere Zeit sehr gut durchgeplant worden, in Wales hatten wir eine riesige Liste mit sehenswerten Orten entlang unserer Route. Diese mussten wir nicht alle besuchen, konnten uns frei entscheiden – trotzdem war auf der Reise immer ein „Muss“ im Hinterkopf. Thomas bekam am vorletzten Tag eine Erkältung, so richtig mit Fieber, und hätte eigentlich ins Bett gehört. Stattdessen sind wir durch die Gegend gefahren und haben ein paar Orte von der Liste besucht. Ohne die Kooperation hätten wir das definitiv nicht gemacht.

Ebenso mussten wir auf einmal bei Facebook posten, wir mussten nach der Reise darüber berichten. Überall, wo bei unseren anderen Reisen ein „kann“ stand, stand nun plötzlich ein „muss“. Das ist ja auch richtig so, denn die Kooperationspartner will ja Leistungen sehen, wenn er schon die Reise oder Teile davon bezahlt.

Am Ende waren das zwei schöne Reisen, wir haben viele tolle Dinge gesehen und erlebt. Aber es war keine Erholung, es fühlte sich anders an. Es war einfach Arbeit, logisch. Man erfüllte die Anforderungen einer Kooperation.

Das mag für Reiseblogger, die das beruflich machen und davon leben müssen, eine tolle Sache sein. Für uns sind unsere Reisen aber eine Zeit, in der wir uns erholen wollen und auch müssen. Und das funktioniert bei uns nicht, wenn da ständig dieses „muss“ im Hinterkopf rum schwirrt. Daher haben wir beschlossen, solche Kooperationen nicht mehr oder nur in sehr begrenztem Umfang anzunehmen. Für einen Wochenendtrip, wie unsere Reise nach Berlin, ist das sicherlich mal eine schöne Sache. 

So, jetzt seid Ihr dran. Was sind Eure Tipps für erholsame Urlaubstage? Was haben wir vergessen zu erwähnen? Schreibt uns einfach einen Kommentar mit Euren Tipps.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

Melanie und Thomas auf Reisen