Rückzahlung Lufthansa

Rückzahlung bei Lufthansa – wie lange dauert das noch?

Kategorie: Rund ums Reisen

Veröffentlicht: 7. Mai 2020

Aktualisiert: 20. Juli 2020

Kommentare: 109 Comments

Wir warten immer noch auf unsere Rückzahlung für die stornierten Griechenland Flüge. Und so ganz langsam fühlen wir uns von Lufthansa veräppelt. Dies haben die gesetzliche Frist für die Rückzahlung nun schon um ein vielfaches übertroffen und wir haben immer noch kein Geld auf dem Konto.

Rückzahlung bei Lufthansa – eine Zusammenfassung

Eigentlich wollten wir von 06. bis 16. April in Griechenland Urlaub machen. Dafür hatten wir uns im November 2019 Flüge gebucht, direkt bei Lufthansa über deren Homepage.

Nun, aus dem Urlaub wurde nichts, da kam eine Pandemie dazwischen.

In den ersten Woche der Krise, wo es so langsam mit den Reiseverboten und Reiseeinschränkungen in den verschiedenen Regionen der Welt los ging, wurde unsere Buchung plötzlich von Lufthansa gesplittet. Wir hatten nun plötzlich zwei Buchungscodes, eine für Melli, eine für Thomas. Das ist prinzipiell nicht schlimm, erschwert aber im Nachgang die ganze Kommunikation, weil alles immer doppelt abgewickelt werden muss.

Stornierung der Flüge Mitte März

Mitte März haben wir dann gesehen, dass bei beiden Buchungen die Flüge als storniert im System standen. Eine Benachrichtigung darüber, per Mail, haben wir nie erhalten.

Ebenfalls wies man uns, auf der Homepage, darauf hin, dass wir für das Guthaben einen neuen Flug buchen könnten. Das wollten wir aber auf keinen Fall, wir wollten unser Geld zurück.

Die rechtliche Lage dazu ist auch eindeutig. Lufthansa kann die Flüge nicht durchführen, also haben die Kunden ein Anrecht darauf, die gezahlten Ticketpreise komplett erstattet zu bekommen. Ein Gutschein kann als Alternative angeboten werden, muss aber vom Kunden nicht akzeptiert werden.

Nur, diese Auszahlung konnte man nirgendwo auf der Homepage der Lufthansa beantragen. Es wurde immer auf die Service-Hotline verwiesen. Die Online-Rückerstattung wurde relativ zeitgleich,von der Homepage der Lufthansa entfernt.

Telefon-Marathon für die Rückzahlung beginnt

Also haben wir einen kleinen Telefon-Marathon gestartet, um bei der Service-Hotline durchzukommen. Dies gelang uns dann auch, nach mehreren Tagen und stundenlangen Wartezeiten in der Warteschleife, am 27. März.

Ein durchaus netter und hilfsbereiter Mitarbeiter am Telefon stornierte dann unsere Flüge und hat auch die Rückerstattung in die Wege geleitet.

Normalerweise wäre Lufthansa dazu verpflichtet, diese Rückzahlung binnen 7 Tagen zu leisten. Der Mitarbeiter wies darauf hin, dass es nun ein paar Tage länger dauern könne. Nun, das haben wir akzeptiert. Wir haben wirklich Verständnis dafür, dass es keine normale Lage ist. Ein paar Tage war aber wohl nett formuliert.

Nun beginnt das Warten auf die Rückzahlung

Nun sind inzwischen sechs Wochen ins Land gezogen, vom Geld auf dem Konto ist keine Spur zu sehen. Inzwischen haben auch einige Freunde/Bekannte und auch Kunden von uns ihre Flüge telefonisch storniert. Eine Online-Stornierung ist immer noch nicht möglich, eben sowenig die Möglichkeit, die Erstattung online zu beantragen.

Einige von diesen Leuten haben am Telefon gesagt bekommen, eine Rückzahlung könne bis zu drei Monate dauern, einige berichten sogar von Aussagen, wo sechs Monate genannt wurden.

Immer mit dem Hinweis, man könne das Guthaben doch auch für neue Flugbuchungen nutzen – was aber keiner der betroffenen Personen wollte.

Geht es nur uns so? Ihr könnt Geld bekommen, irgendwann, wenn wir mal Lust haben, aber ihr könnt ja was Neues buchen. Hier spüren wir doch ein wenig Drang dabei, den Kunden in die gewünschte Lösung zu bugsieren. Das Wort Erpressung würden wir nie in den Mund nehmen, das wäre sicherlich auch falsch.

Aber ein gewisses System scheint schon vorhanden zu sein. Schaut Euch mal die Erfahrungsberichte unserer Leser unten in den Kommentaren an.

Ausreden und Mitteilungen von Lufthansa

Wir haben noch zwei Mails an das Service-Center geschrieben, um mal nachzuhorchen, wann wir unser Geld bekommen werden. Nun, außer irgendwelchen eröffneten Tickets, verbunden mit Standard-Mails, haben wir keine Reaktion bekommen.

Na gut, immerhin wird in allen Mails darauf hingewiesen, dass man doch mit dem Guthaben neue Flüge buchen könnte. *nebenluftzieh*

Interessanterweise kommen die Mails von überall aus der Welt, obwohl wir immer die gleiche Adresse anschreiben. Einmal ist es ein „TCS on behalf of Lufthansa Global Business Services“ in Mumbai, ein anders mal der „Customer Feedback“ aus Frankfurt.

Und natürlich sind alle Mails in Englisch. Logisch für eine deutsche Airline, die mit ihren deutschen Kunden kommuniziert.

Im Netz liest man hier und da Mitteilungen von der Lufthansa. Teilweise offizielle Statements, teilweise aber auch eher inoffizielle Informationen, welche von den Mitarbeitern der Lufthansa abgegeben werden.

Kurzarbeit – daher dauert es

Viele Mitarbeiter der Lufthansa befinden sich in Kurzarbeit, daher dauert die Bearbeitung so lange.

Kurzarbeit? In der Erstattungs-Abteilung bei der Lufthansa? Wirklich?

Schauen wir doch mal auf die Webseite der Bundesagentur für Arbeit, nach den Voraussetzungen, damit Kurzarbeitergeld genehmigt wird.

Die gesetzliche Grundlage bildet der § 95 SGB III. Danach sind diese grundsätzlichen Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. Erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall

Im Bereich Kundebetreuung, Kundenservice, Erstattungen kann bei der Lufthansa aktuell wohl keine Rede von Arbeitsausfall sein. Oder wie erklärt sich sonst die Aussage „very high request volume“ aus einer der Antwortmails?

Nun, wir sind hier keine Experten, es kann durchaus sein, dass das rechtlich in Ordnung ist. Allerdings wirkt es nach Außen ein wenig verwirrend, wenn ein Dienstleister seine vielen Kundenanfragen nicht mehr abarbeiten kann und dann noch Personal zu Hause lässt.

Rückzahlungen werden langsam verarbeitet

Dass die Rückzahlungen so lange brauchen liegt wohl daran, dass diese manuell abgearbeitet werden und es somit, aufgrund der hohen Anzahl an Anträgen, zu Verzögerungen kommen kann.

Please note that due to current situation we are experiencing a very high request volume, which can result in delay in handling your claim.

At the same time, we would like to remind about the possibility to offer rescheduling option for our customers with ticket issued on/before 19 April 2020 – by rebooking on/before 31 August 2020 with new flight dates on/before 30 April 2021.

Die Ergänzung, dass die manuell abgearbeitet werden, haben wir von dem netten Menschen, der unsere Stornierung am Telefon bearbeitet hat. Und da sagen wir mal, wollt ihr uns veräppeln? Wenn das wirklich so ist, ein kleiner Hinweis: Wir leben im Jahre 2020 – es gibt tolle Dinge wie Computer und Systeme zur automatisierten Abarbeitung von Prozessen.

Der Lufthansa geht vielleicht das Geld aus

Ja, das verstehen sogar wir. Aber, liebe Lufthansa, ihr werdet es nicht glauben, vielen Eurer Kunden geht es finanziell auch nicht gerade rosig. Nur haben diese Kunden keine Aussicht, Milliardenhilfen vom Staat zu bekommen.

Und wenn sich Eure Kunden nicht an rechtliche Vorgaben halten, wie z.B. die fristgerechte Zahlung von Geldern, dann bekommen die richtig Ärger. Oder dürfen wir demnächst frei wählen, wann wir unsere Tickets bezahlen – wenn wir noch mal bei Euch buchen würden?

Und genau der Punkt, dass Euch das Geld auszugehen droht, lässt uns auf den Punkt Gutschein zurückkommen.

Warum wollen wir keine Gutschein?

Der Grund dafür ist ganz einfach. Ein Gutschein wäre nach aktuellem Recht nicht gegen eine Insolvenz abgesichert. Sprich, geht Lufthansa pleite wäre das Geld weg! So einfach ist das, und dieses Szenario ist in der aktuellen Krise nicht so ganz weit hergeholt.

Und auch mit einer Umbuchung können wir nichts anfangen. Wir können doch aktuell gar nicht sagen, wann wir wieder und wohin reisen können oder wollen.

Daher ist uns ein Gutschein einfach zu unsicher und eine Neubuchung kommt nicht infrage. Und da es hier nicht um drei Euro fuffzig geht, möchten wir einfach unser Geld zurück, wie es uns rechtlich zusteht.

Nochmal, die Airlines dürfen einen Gutschein anbieten. Dieser muss aber nicht akzeptiert werden. Die EU hat der vorgeschlagenen Gutscheinlösung eine klare Absage erteilt.

Weiterer Verlauf – der Weg zu unserer Erstattung (hoffentlich)

15.05.2020 Weiter keine Reaktion von Lufthansa

Nun sind 10 Tage vergangen, nachdem wir das oben genannte Schreiben, mit Fristsetzung, an die Lufthansa gesendet haben. Was ist danach passiert? Nun, ganz einfach: Nichts! Kein Geld auf dem Konto, keine noch so kleine Reaktion von Lufthansa.

Zusammen mit den Erfahrungen unserer Kunden, Berichten im Netz und dem einstimmigen Tenor aus dem Kommentaren hier unter diesem Beitrag, kommen wir zum Schluss, das Ganze hat System und ist Absicht. Die ganzen Ausreden, die oben zu lesen sind, sind nur vorgeschoben um die Rückzahlung der Kundengelder so lange wie möglich hinaus zu zögern. Und offenbar wird das inzwischen auch von der Lufthansa offen kommuniziert.

Gestern lasen wir zwei Lufthansa-Kunden auf Facebook, denen offen gesagt wurde, es könne Monate mit der Rückzahlung dauern.

Tja, das ist nun den Lohn dafür, gerne etwas mehr für die Tickets zu bezahlen, nicht den günstigsten Anbieter am Markt zu nehmen. Eigentlich erhofft man sich, dafür auch so etwas wie Service zu bekommen. Wenn die wenigstens mit offenen Karten spielen würden und offen kommunizieren würden, dass sie das Geld nicht zurückzahlen (können). Dann wüsste man, wo man dran ist.

Dieses Vorgehen nun ist aber eine Unverschämtheit und hinterlässt auch bei treuen Stammkunden ein Geschmäckle, was nachhaltig wirken wird.

Wir haben nun eine zweite Zahlungsaufforderung, mit einer erneuten Fristsetzung von 7 Tagen, an die Lufthansa gesendet. Sollte diese auch unbeantwortet bleiben, werden wir wohl ein Mahnverfahren eröffnen. Das geht ganz einfach online, unter www.online-mahnantrag.de.

21.05.2020 Mahnverfahren ist beantragt

Lufthansa MahnbescheidNachdem nun auch die zweite Frist zur Zahlung von der Lufthansa gekonnt ignoriert wurde, gibt es nun andere Post – amtliche.

Wir haben online einen Mahnbescheid beim Amtsgericht Hagen beantragt. Schade, dass es so weit kommen musste. Wir sehen es aber nicht mehr ein, dass ein großer Konzern rechtswidrig Kundengelder zurückhält und dafür vom Staat auch noch mit Hilfen in Milliardenhöhe belohnt wird.

Die Kunden haben durch die aktuelle Krise ebenfalls finanzielle und andere Sorgen. Die haben besseres zu tun, als wochenlang ihrem Geld hinterherzurennen, was ihnen rechtmäßig zusteht.

Das Vertrauen in dieses Unternehmen ist für uns nun nachhaltig gestört. Vor Allem, wenn man sieht, wie andere Airlines und Reiseveranstalter durchaus in der Lage sind, Kundengelder aktuell zurückzuzahlen.

25.05.2020 Mail von der Lufthansa

Mail von der LufthansaOh, eine Mail von der Lufthansa. Endlich gibt es unser Geld, dachten wir. Tja, leider haben wir uns da getäuscht.

Wieder mal wird uns bestätigt, dass unsere Anfrage auf Rückerstattung eingegangen ist. Zum wievielten Male jetzt? Und wieder wird uns ellenlang angepriesen, wie toll wir doch jetzt umbuchen könnte. Immerhin muss man nichts mache, um weiter den Anspruch auf Erstattung zu haben. Am Ende folgt dann:

Wir bitten Sie jedoch um Ihr Verständnis, dass es aufgrund der aktuellen Situation zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Rückerstattungsanträgen kommen kann.

In der Zwischenzeit möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Vertrauen in die Lufthansa Group in diesen herausfordernden Zeiten bedanken!

Liebe Lufthansa, nein wir haben kein Verständnis dafür, dass wir so lange auf unser Geld warten müssen, obwohl die Rechtslage hier eindeutig ist. Und auch das Vertrauen hat nachhaltig gelitten.

Was soll überhaupt diese Unsitte, dass eine deutsche Airline deutsche Kunden auf Englisch anschreibt? Es soll durchaus Menschen geben, die dem nicht so mächtig sind und genau deshalb bei einer deutschen Airline buchen. Sorry liebe Lufthansa, so langsam bekommen wir richtig Hals.

12.06.2020 – Einspruch von Lufthansa und eine (!) angekündigte Erstattung

So, wir müssen mal den aktuellen Stand durchgeben. Es wird immer chaotischer.

Am 06. Juni haben wir eine Mail mit Erstattungsinformationen von der Lufthansa bekommen. In dem angehängten Dokument wird die Erstattung eines (!) Tickets angekündigt. Das Geld soll auf die bei der Buchung genutzte Kreditkarte zurück gezahlt werden. Bis heute (12. Juni) ist dort aber kein Geld angekommen.

Und, es ist nur ein Ticket. Wir hatten zwei Athen-Flüge gebucht. Beide in einem Buchungsvorgang mit einer Buchungsnummer. Erst im Rahmen der Umbuchungen zu Beginn der Corona-Krise hat Lufthansa aus dem einen Vorgang zwei gemacht, mit zwei unterschiedlichen Buchungsnummern. Über die Erstattung des zweiten Fluges haben wir noch keine Nachricht bekommen.

Und dann ist da noch unser Mahnverfahren. Wir haben heute einen Brief von Amtsgericht Hagen bekommen, dass die Lufthansa gegen den gesamten Anspruch Widerspruch eingelegt hat. Und das ohne Angaben von Gründen.

Wenn man im Netz recherchiert, gibt es folgende Gründe um gegen einen Mahnbescheid Einspruch zu erheben:

  • Dem Antragsteller die Forderung nicht zusteht.
  • Dem Antragsteller die Forderung nicht in der geltend gemachten Höhe zusteht.
  • Dem Antragsteller die Forderung nicht zum jetzigen Zeitpunkt zusteht.
  • Wenn der Antragsteller eine falsche Person in Anspruch nimmt.

Keiner dieser vier Punkte trifft auf unser Mahnverfahren zu. Das ist eine weitere Unverschämtheit von Seiten der Lufthansa.  Wir überlegen nun noch, wie wir weiter vorgehen werden. Dazu werden wir jetzt auch mal mit unserer Rechtsschutzversicherung und einem Anwalt reden. So langsam haben wir den Papp echt auf.

Funfact am Rande: Wir bekommen nun die ersten Buchungsanfragen in unserem Reisebüro, für Reisen im Herbst oder in 2021. Ein nicht kleiner Teil der Kunden, die selber gerade betroffen sind, haben einen wichtigen Wunsch: Nicht mit Lufthansa. Das ist „leider“ nicht auf allen Strecken machbar, da wo es geht, achten wir natürlich auf diesen Kundenwunsch. Wir glauben, das ganze Verhalten in den letzten Wochen fällt dem Kranich noch böse auf die Füße.

22.06.2020 – Ein halbes Wunder

Ein Wunder ist geschehen, naja zumindest ein halbes Wunder. Wir haben eines der beiden Tickets erstattet bekommen. Das Geld war nun auf dem Kreditkarten-Konto. Allerdings nur das Ticket von Thomas, welches ja auf einen neuen Buchungscode umgebucht wurde. Auf die Erstattung von Melanies Ticket, welches auf dem ursprünglichen Buchungscode weitergelaufen ist, warten wir vergebens weiter.

Von den Mahngebühren war in der Erstattung übrigens auch nichts zu sehen.

Mal schauen, wie wir nun weitermachen. Das besprechen wir jetzt mit einem Anwalt.

05.07.2020 – Mahngebühren erstattet und weiteren Flug storniert

Vor zwei Tagen hatten wir eine Zahlung von 37 EUR von Lufthansa auf dem Konto. Die haben tatsächlich die Gebühren des Mahnbescheides erstattet, dem sie ja widersprochen hatten. Sachen gibts. Schön wäre es noch, wenn auch das zweite Ticket, welches angemahnt wurde, bezahlen würden.

Für unsere September-Flüge in die USA kam Anfang der letzten Woche eine Flugplanänderung per Mail. Dabei ist eine Teilstrecke komplett entfallen (DUS-FRA) und dafür wurde auch keine Alternative, auch nicht per Zug, angeboten. Laut der Mail konnte man nun die Reise so akzeptieren oder gegen Gutschein stornieren.

Melli hat sich dann ans Telefon gesetzt und hatte nach vielen Versuchen und sehr vielen Minuten in der Warteschleife eine nette Mitarbeiterin des Service an der Strippe. Diese hat die Flüge dann storniert, mit dem Hinweis, dass wir die Flugpreise und auch die Sitzplatzreservierungen erstattet bekommen.

Natürlich haben wir auch den Hinweis bekommen, dass die Rückzahlung einige Monate dauern könne. Wir haben die Stornierung zu den Bedingungen akzeptiert aber direkt am Telefon auf eine Auszahlung binnen der gesetzlich vorgeschriebenen sieben Tage verlangt. Sollte dies nicht geschehen, werden wir dieses Mal direkt rechtliche Schritte einleiten. Die wirklich nette Mitarbeiterin, die nun wirklich nichts für das Verhalten der Lufthansa kann, meinte nur, sie werde das vermerken, da es auch unser gutes Recht sei.

Schauen wir mal, wie das mit der zweiten Flugreise und der Erstattung nun weitergeht.

Wir sind nicht allein!

Wir sind mit dem Problem wahrlich nicht allein. Viele unserer Kunden berichten von ähnlichen Problemen. Auch das Netz quillt über von Berichten, wo Kunden wochenlang auf ihr Geld warten, vergeblich. Auch hier in den Kommentaren sammeln sich die Erfahrungen.

Das Flugrechte-Portal Flightright hat in einer Umfrage raus gefunden, dass nur rund 40% der Kunden aktiv eine Erstattung von ihren Airlines angeboten bekamen. Zwei Drittel der Airlines bieten nur eine Umbuchung oder einen Gutschein als Erstattung an, obwohl dies eindeutig rechtswidrig ist.

Lufthansa kommt in der Umfrage ebenfalls nicht gut weg. Rund 90% der Befragten gaben an, bisher noch keine Rückzahlung erhalten zu haben.

Nun mag das vielleicht nicht repräsentativ sein, bei einer Umfrage eines Flugrechteportals nehmen vermutlich eher geschädigte Kunden teil. Trotzdem ist diese Tendenz erschreckend, ganz besonders im Hinblick auf den Ruf der deutschen Vorzeige-Airline.

Auch in der Presse ist das Thema angekommen. Schreibt beispielsweise BR24 über die blockierten Rückzahlungen der Lufthansa.

Rechtliche Möglichkeiten für Betroffene

Sind die eigenen Flüge von der Airline, aufgrund der Corona-Krise, storniert worden, so hat der Kunde das Recht auf eine Rückerstattung der Ticketkosten nach Art. 8 (1) a VO 261/2004.

Allerdings muss diese Rückerstattung vom Kunden aktiv eingefordert werden. Dies kann mithilfe eines Musterbriefes erfolgen, welchen Ihr auf der Webseite der Kanzlei Irion findet. Auch bei der Verbraucherzentrale findet man inzwischen ein Musterschreiben für die Anforderung einer Rückzahlung.

Wichtig ist auch die Fristsetzung der Forderung (7 Werktage).

Nach Ablauf der gesetzten Frist können weitere Schritte eingeleitet werden.

Mail an Lufthansa – an die richtige Adresse

Aktuell 03.06.2020: Als allererstes sollte man mit Lufthansa Kontakt aufnehmen und denen ein klare Zahlungsziel setzen. In den letzten Tagen zeichnet sich ab, dass Mails an die Adresse documentsde@dlh.de erfolgreich sind. Es gibt sogar die ersten Berichte, dass wirklich Geld erstattet wurde.

Nachtrag 23.06.2020: Die genannte Mailadresse funktionierte eine Zeit lang nicht, es kam eine Antwort, dass über die Adresse keine Erstattungen abgewickelt werden. Inzwischen soll es wieder gehen. Zwei weitere Mailadresse sollen wohl auch reagieren: online@booking.lufthansa.com und customer.relations@lufthansa.com.

Klageweg über einen Anwalt

So kann ein Anwalt die offene Summe einklagen.

Prüft dazu mal, ob eine vorhandene Rechtsschutzversicherung den Fall übernehmen würde. Alternativ kann man das Geld auch über eine der Flugrecht-Portale im Netz einfordern. Diese nehmen zwar eine ordentliche Beteiligung aber das ist immer noch besser, wie gar kein Geld zu bekommen.

Paypal Käuferschutz aktivieren

Habt Ihr die Tickets über Paypal bezahlt, könnt ihr dort den Käuferschutz aktivieren und das Geld zurückfordern. Es gibt inzwischen einige Erfahrungsberichte im Netz, dass Kunden über diesen Weg ihr Geld zurückbekommen haben.

Kreditkarte – Chargeback nutzen

Sind die Tickets per Kreditkarte bezahlt, können die Zahlungen dort über das Chargeback-Verfahren zurückgefordert werden. Informationen dazu finden sich auf den Webseiten Eurer Kreditkarten-Unternehmen oder ihr ruft einfach mal dort an. Auch zu diesem Weg gibt es inzwischen positive Rückmeldungen von Kunden.

Mahnverfahren einleiten

Ein Mahnverfahren kann recht einfach unter www.online-mahnantrag.de beantragt werden. Hier besteht allerdings das Risiko, dass Lufthansa Einspruch dagegen einlegt (und ja, das machen die teilweise wirklich) und sich das Verfahren dadurch noch weiter verzögert. Es gibt aber Erfahrungsberichte, wo die Lufthansa zwar Einspruch eingelegt hat, die offene Summe dann aber trotzdem kurzfristig überwiesen hat.

Geld für Werbung ist offensichtlich genug vorhanden

Richtig sauer werden die Kunden übrigens, liebe Lufthansa, wenn man pausenlos mit Werbung bombardiert wird. Dafür ist offensichtlich ausreichend Geld vorhanden.

Egal welches Medium man anschaut, es prasselt Lufthansa-Werbung auf den Leser ein. Ganz besonders gut gefällt uns dabei der Slogan:

Gestalte mit uns die Zukunft des Reisens

Ja, machen wir, aktuell sogar mit unserem Geld. Und das ganz unabhängig davon, ob wir durch die Krise unverschuldet selber in finanzielle Nöte gekommen sind. Selbstverständlich überlassen wir in unserer Großherzigkeit einem riesigen Konzern unser Geld, damit er die Zukunft neu gestalten kann. (/Sarkassmus-Modus wieder aus)

Wünschenswert wäre es, wenn die angesagten Staatshilfen an die Bedingung geknüpft wären, ausstehende Rückzahlungen umgehend durchzuführen. Es kann doch nicht sein, dass ein Konzern anhaltend gegen geltendes Recht verstößt und dafür noch Milliarden-Unterstützung vom Staat bekommt. Mittlerweile unterstützt der Deutsche Reiseverband (DRV) genau diese Forderung.

Staat rettet Lufthansa – ja, nein, vielleicht doch nicht

So, der Staat springt nun mit 9 Milliarden Euro Hilfe zur Seite. Nur zur Einordnung, 9 Milliarden für dein Unternehmen, welches an der Börse „nur“ rund 4 Milliarden Euro Wert besitzt. Dafür bekommt der Staat aber nur 20% Beteiligung, um keine Sperrminorität zu haben, mit der wichtige Entscheidungen blockiert werden könnten.

Und ob es Bedingungen für den Deal gibt? Sicherung der Arbeitsplätze, umgehende Rückzahlung der Kundengelder (!) oder andere Dinge? Noch weiß man nichts genaueres, wir lassen uns mal überraschen.

Nachtrag 27.05.2020: Jetzt geht gerade die Meldung durch die Medien, dass der Lufthansa Aufsichtsrat die Auflagen der EU für eine Staatshilfe zur Kenntnis genommen habe und dem nicht zustimmen könne. Nun sollen, laut Lufthansa, andere staatliche Hilfsprogramme geprüft werden. Mehr Infos: FAZ

Also erst mal zurück auf Start, die Verhandlungen zwischen Lufthansa, Regierung und EU gehen also in die nächste Runde.

Lehren für die Zukunft

Neben der eigenen, persönlichen Erfahrungen sehen wir aktuell auch bei vielen unserer Reisebürokunden, welche Unternehmen schnell und unkompliziert Gelder an ihre Kunden zurückerstatten.

Diese Wahrnehmung wird die Zukunft prägen.

Denn wir werden uns mit Freude an die Unternehmen erinnern, welche nicht mit den Geldern ihrer Kunden spielen. So schafft man sich dann neue Stammkunden oder vergeigt es bei den alten Stammkunden. So einfach ist das, der Markt wird das regeln. Das verstehen dann vielleicht auch die Schlipsträger in den oberen Etagen von Konzernen.

Wir sind nicht so blauäugig zu sagen, wie fliegen jetzt nie mehr mit Lufthansa und verkaufen die auch nicht mehr. Das wäre ja an der Realität vorbei. Aber wenn es Alternativen gibt, auf den gewünschten Routen, dann werden diese von uns wohlwollend geprüft. Sowohl für unsere eigenen Reisen als auch für die Reisepläne unserer Kunden. Wobei wir bereits einige Kunden haben, die jetzt schon sagen, „von denen brauchst Du uns nichts mehr anbieten“.

Facebook Gruppe für Betroffene Kunden

Für betroffene Lufthansa Kunden gibt es nun eine Facebook-Gruppe. Hier können Erfahrungen ausgetauscht werden und ggf. ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt werden: Facebook-Gruppe Recharge

Habt ihr schon Erfahrungen mit Rückzahlungen bei anderen Airlines oder Lufthansa gemacht? Lasst uns gerne einen Kommentar mit Euren Erfahrungen hier.

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