Zuletzt aktualisiert am 30. November 2017 um 12:10

Sicherheit auf Reisen – ein Thema, auf das wir immer wieder mal angesprochen werden. Folgende Fragen bekommen wir sehr oft gestellt: Was machen wir mit unseren Wertsachen, wenn wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind? Wo tragen wir unser Geld bei Reisen mit dem Rucksack? Achten wir auf Sicherheitshinweise zu Reisezielen? In diesem Artikel gehen wir auf die Fragen ein und erklären, wie wir das auf Reisen halten.

Was bedeutet Sicherheit für uns auf Reisen?

Wir fühlen uns sicher auf unseren Reisen

Vielleicht sollten wir erstmal erklären, was für uns Sicherheit auf Reisen bedeutet. Generell reisen wir schon mal nicht in Länder, für die es kritische Reisehinweise oder gar Reisewarnungen gibt. Eine unbeschwerte Zeit geniessen, das ist das Ziel unserer Reisen, und dies könnten wir in keiner Krisenregion. Daher informieren wir uns bei neuen Reisezielen immer über aktuelle Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt, wo man wunderbar alle Hinweise und Warnungen für alle Länder der Welt anschauen kann.

Auch bei bekannten Reiseländern schauen wir vor der Reise dort hinein, ob es aktuell irgendwelche Hinweise gibt. Das können auch mal Hinweise zu Ausbrüchen von Krankheiten sein. So gab es vor ein paar Jahren, ein paar Tage vor unserer Reise, einen Hinweis auf Infektionen mit dem Hanta-Virus im Yosemite National Park. Wir haben das vom Start unserer Reise an verfolgt, es ging auch durch die Presse, und haben diesen Park dann kurzentschlossen gemieden.

Dabei sollte jedem klar sein, eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nirgendwo mehr auf dieser Welt. Mit irgendwelchen Wahnsinnigen, die andere Menschen in Unglück stürzen, muss man leider inzwischen überall rechnen. Dadurch lassen wir uns das Reisen aber nicht vermiesen, trotzdem meiden wir natürlich Regionen wo wir vermehrt Angst um unsere Gesundheit oder unser Leben haben müssten. Dabei muss jeder für sich selber den  Kompromiss zwischen Sicherheit und Reiselust finden. Schwarze Listen zu führen oder anderen Ratschläge für gute/schlechte Reiseziele zu geben, das ist nicht unser Ding. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist sehr individuell und somit gibt es kein richtiges oder falsches Reiseziel. Und ganze Länder zu meiden oder von denen abzuraten, nur weil dort z.B. ein anderer Glaube praktiziert wird, ist für uns sowieso undenkbar.

Denkt immer dran, der gefährlichste Ort ist das eigene zu Hause. Dort passieren immer noch die meisten Unfälle. Also, raus aus der Wohnung und die schöne, weite Welt entdecken.

Ein zweiter Punkt ist die Sicherheit auf der Reise. Wir haben wenig Lust auf Einbrüche ins Wohnmobil, Überfälle, Angriffe von Tieren oder anderen Ungemach. Da schützen wir uns mit ein paar Maßnahmen, die wir nachfolgend beschreiben wollen. Vielleicht ist der ein oder andere Tipp für Euch dabei?

Und nicht zuletzt gibt uns eine vernünftige Reisekrankenversicherung ein Gefühl ordentlich abgesichert zu sein. Es kann immer mal ein Unfall passieren, eine Verletzung beim Kartoffelschneiden im Wohnmobil oder man wird von wilden Affen gebissen. Wer einmal mehrere hundert Dollar für ein doofes Rezept in den USA zahlen musste weiß die Absicherung durch eine gute Versicherung zu schätzen, wenn man das Geld anschliessend zurück bekommt. Zumal diese Versicherungen nicht viel Geld kosten.

Sicherheit auf Reisen mit dem Wohnmobil

Sicherheit auf Reisen im Wohnmobil

So ein Wohnmobil ist eine feine Sache und für uns mittlerweile die liebste Art der Fortbewegung auf einer Reise, ganz besonders in den USA oder in Kanada. Dabei hat so ein Wohnmobil, aus Sicherheitssicht gesehen, ein riesiges Problem. So richtig Einbruchsicher sind die nicht.

Natürlich, wir schliessen alle Türen und Klappen an dem Fahrzeug immer ab, wenn wir uns von dem Wohnmobil entfernen. Aber die „Plastikwände“ des Wohnaufbaus schützen nicht so wirklich vor Einbrechern. Ich behaupte mal, wenn die da rein wollen, dann kommen die auch da rein.

Was also tun? Ein paar Tipps, was wir für unsere gefühlte Sicherheit beim Reisen mit dem Wohnmobil machen:

Keine Wertsachen im Fahrzeug offen liegen lassen!

Auf eine Wanderung gehen und das Notebook auf dem Esstisch stehen lassen, dass ist vielleicht keine so ganz tolle Idee. Daher sehen wir zu, dass wir Notebooks, Tablets und andere Wertgegenstände nicht sichtbar im Wohnmobil lagern. Ob man die nun in den Schränken verstaut oder z.B. unter den Matratzen lagert ist wohl egal. Wenn da einer einbricht, der findet die Geräte, egal wo sie sind.

Am sichersten wäre es, alle Wertsachen beim Verlassen des Wohnmobils immer dabei zu haben. Aber diese Idee ist nicht immer realisierbar und bei uns auch nicht erwünscht. Wer geht denn mit einem Rucksack, voll mit Fotokameras, Notebooks usw. im Supermarkt einkaufen? Zumal man diese dort gar nicht mit hinein nehmen darf. Und beim Wandern ist man auch über jedes Gramm froh, was man nicht durch die Gegend schleppen muss.

Für kleinere Einkäufe machen wir es aber oft so, dass nur einer von uns einkaufen geht und der Andere am Fahrzeug bleibt. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man als Paar oder als Gruppe reist.

Kein Geld und keine Papiere im Fahrzeug lassen

Unsere Pässe, Ausweise, Kreditkarten und das Bargeld haben wir aber immer bei uns, wenn wir das Wohnmobil verlassen. Bargeld haben wir eh nicht viel in der Tasche, wenn wir unterwegs sind. Und die anderen Unterlagen sind problemlos am Körper oder im Rucksack zu transportieren.

Wenn ihr die Sachen im Rucksack tragt, dann achtet aber drauf, dass der Rucksack gegen ein schnelles Abreissen vom Körper gesichert ist (Brust- und Bauchgurte schliessen). Das gilt natürlich noch mehr in großen Städten als zum Beispiel auf einem Wanderweg im National Park. Dort einem Dieb über den Weg zu laufen, der einem bei hellen Tageslicht auf einer Outdoor Tour den Rucksack vom Rücken klaut, ist schon arg unwahrscheinlich.

Sicherheit auf Reisen mit dem Mietwagen und Hotels

Sicherheit auf Reisen im Mietwagen

Bei kürzeren Road-Trips nutzen wir immer noch die Kombination Mietwagen und Hotels. Hierbei sind die Maßnahmen nicht so viel anders als beim Wohnmobil. Keine Wertgegenstände offen im Wagen rum liegen lassen, wenn man diesen verlässt, sollte wohl selbstverständlich sein. Die meisten Autos haben einen Kofferraum, wenn man schon Dinge im Auto lässt, dann gehören die da rein. 

Auch hier muss jeder für sich den Kompromiss finden, was er mit sich rum tragen will und welches Risiko er am Ende eingeht, wenn er doch Dinge im Auto zurück lässt. Manchmal lässt es sich ja auch nicht vermeiden. Wir verlassen oft am Morgen ein Hotel, haben dann ein Programm mit vielen Besichtigungen oder Wanderungen am Tag bevor wir am Abend das nächste Hotel am nächsten Ort ansteuern. Und dabei können wir ja über Tag schlecht unsere Rollkoffer mit auf einen Wanderweg nehmen, die müssen dann halt im Auto bleiben. 

In so einem Fall sind aber unsere Rucksäcke schon recht schwer. Denn Notbooks, iPads und andere wichtige Geräte tragen wir dann wirklich mit uns herum. Diese im Kofferraum zu lassen ist uns zu riskant, ganz besonders in Städten.

Apropos Kofferraum. Ein Grund, weshalb wir recht ungerne SUVs mieten ist der Kofferraum. Die meisten Modelle haben keine Abdeckung über der Ladefläche, so kann von außen jeder die Ladung des Fahrzeuges sehen. Und da nutzen auch die meist getönten Scheiben nur wenig. Jetzt prangert Euch natürlich auf dem Bild oben ein schöner SUV entgegen – naja, wir können es halt oft nicht lassen. Das Risiko des sichtbaren Gepäcks ist uns dabei durchaus bewusst.

Wenn wir mal eine längere Zeit an einem Ort bleiben und somit ein Hotelzimmer für mehrere Tage haben, so nutzen wir natürlich auch den vorhandenen Safe um Wertsachen zu sichern. Diesen findet Ihr in den meisten Zimmern oder an der Rezeption der Hotels. Sollte mal kein Safe vorhanden sein, dann nehmen wir die meisten Wertsachen wieder mit auf unsere Touren oder schliessen diese im Kofferraum des Autos ein, wenn wir in ländlichen Gegenden unterwegs sind. Für uns ist dabei die gefühlte Sicherheit höher als die Sachen im Hotel offen liegen zu lassen. Das mag aber jeder für sich entscheiden.

Sicherheit auf Reisen mit dem Zug

Sicherheit auf Reisen im Zug

In Thailand haben wir uns das erste Mal mit dem Zug durch ein Land bewegt und das auch noch mit Rucksäcken, eine weitere Premiere. Der Sicherheitsgedanke spielte vor dieser Reise eine große Rolle bei uns, da wir uns nicht nur in eine völlig unbekannte Kultur begeben haben, sondern auch eine neue Art des Reisens für uns entdeckt haben. 

Dabei war am Ende alles so einfach und mit gesundem Menschenverstand lösbar. Die Rucksäcke haben wir gegen Abreissen gesichert, mit dem einfachen Mittel die Brust- und Bauchgurte zu schliessen. Wertsachen haben wir am Körper getragen, bzw. in den Rucksäcken in Fächern, die mit einem Schloss gesichert waren.

Und diese Rucksäcke haben wir nicht aus dem Auge gelassen, wenn wir im Zug oder am Bahnhof waren. Logisch, dass einer von uns immer beim Gepäck geblieben ist.

Sicherheit auf Reisen mit dem Flugzeug

Sicherheit beim Reisen im Flugzeug

Gar nicht so viel anders sieht das bei uns aus, wenn wir mit dem Flugzeug unterwegs sind. In die Koffer bzw. Rucksäcke, die aufgegeben werden, kommen bei uns keinerlei Wertgegenstände oder technische Geräte. Nicht nur aus Angst vor Diebstahl oder dem Hintergedanken, dass der Koffer mal verloren geht. Nein! Wenn man mal gesehen hat, wie mit den Koffern auf so einem Airport umgegangen wird, da kommt uns kein empfindliches Gerät hinein.

Wertgegenstände haben wir immer im Handgepäck dabei. Das lassen wir am Flughafen dann nicht aus dem Auge. Im Flieger selber sehen wir das recht entspannt – wo soll ein potentieller Dieb denn hin flüchten? Allerdings schauen wir frühzeitig vor der Landung nach, ob noch alle Sachen an dem Platz sind, wo sie sein sollen. 

Unsere Koffer und Rucksäcke, die wir aufgeben, schliessen wir mittlerweile nicht mehr ab. Man könnte sie mit einem TSA-Schloss sichern, klar. Dann können die Sicherheitsbehörden diesen gewaltfrei öffnen, wenn sie den Inhalt kontrollieren wollen (was bei uns regelmäßig passiert). Und sonst? Wer die kriminelle Energie besitzt um Dinge aus dem Gepäck zu klauen, den juckt auch so ein Schloss nicht. Sollen die lieber rein schauen und sich an der schmutzigen oder sauberen Wäsche erfreuen. Technisch finden die eh nichts wertvolleres als ein paar Ladekabel.

Sicherheit gegen Überfälle

Ein Punkt, der uns besonders vor der ersten USA-Reise sehr beschäftigt hat war der Gedanke, was machen wir bei einem Überfall? Darüber liesst man ja Horrorgeschichten im Netz.

Ganz sicher nicht die Helden spielen, dafür fehlt uns die Nahkampfausbildung. Wir haben damals den Tipp bekommen, einfach immer ein klein wenig Bargeld in der Tasche zu haben. Wenn plötzlich ein „gieriger“ Mensch vor einem steht, dann gibt man ihm das Geld und hofft, dass es dann gut ist. Das machen wir bis heute so – und haben es glücklicherweise noch nie gebraucht.

Sicherheit gegen wilde Tiere

Sicherheit beim Reisen mit wilden Tieren

Viel öfters wie Diebe oder andere Schurken haben wir auf unseren Reisen Kontakt mit wilden Tieren gehabt. Seinen es Klapperschlangen im Südwesten der USA, irgendwelche komischen Giftnattern in Thailand oder Wölfe und Bären in Kanada und im schönen Nordwesten der USA.

In kritische Situationen sind wir aber auch dabei niemals gekommen. Auch hier gelten ein paar Sicheheitsregeln, die nicht oft genug wiederholt werden können:

  • Bären und Wölfen sollte man sich nicht näher als 100 Metern nähern.
  • Zu allen anderen großen Tieren (Elche, Hirsche, Rehe, Bisons, Coyoten usw.) sollte man sich nicht näher als 25 Meter nähern.
  • Generell ist das Füttern aller Tiere verboten! Wenn z.B. ein Bär von einem Menschen gefüttert wird, dann ist das sein Todesurteil. Das Tier wird danach immer wieder die Nähe zum Menschen suchen und wird somit zur Gefahr. Es bleibt dann nur noch die Möglichkeit, das Tier in einer Auffangstation zu halten oder zu töten.
  • Generell müssen alle Lebensmittel, Grills, Besteck, Getränke (außer Wasser) und alles was riecht im Auto, im Wohnmobil oder in den geruchsicheren Lebensmittel Containern auf den Campingplätzen aufbewahrt werden.
  • Beim Autofahren in ländlichen Gegenden immer ein Auge auf die Tiere haben. Gerade die Hirsche, die Gabelböcke, Bisons und auch Bären laufen schon mal plötzlich über die Straße.
  • Bei Wanderungen in Bärengebieten niemals alleine unterwegs sein, besser zu zweit oder in kleinen Gruppen und dabei ein wenig Lärm machen.
  • Respekt vor den Tieren und ihren Lebensraum haben – wir sind da nur Gast!

Fazit: Wir fühlen uns sicher auf unseren Reisen

Insgesamt fühlen wir uns immer sicher auf unseren Reisen. Zumindest nicht unsicherer als zu Hause in Deutschland. Eine vollkommene Sicherheit wird man nie und nirgendwo haben, dass sollte jedem bewußt sein. Aber mit kleinen Mitteln, die oft selbstverständlich sein sollten, kann man die gefühlte Sicherheit auf jeden Fall so weit erhöhen, dass man seine Reise geniessen kann.

Mit diesem Beitrag nehmen wir an der Blogparade „Was machst Du auf Reisen um Dich sicher zu fühlen“ vom Roadtrip-Girl teil. 

Wie sind Eure Erfahrungen auf Reisen? Habt ihr noch weitere Tipps, die zur Sicherheit auf der Reise beitragen? Oder habt ihr schon mal unsichere Situationen erlebt?

Vielen Dank für Deinen Besuch!

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Wer schreibt hier?

Wir sind es, Melanie und Thomas. Zwei Reisesüchtige in den besten Jahren, wie man das neuerdings so sagt, also das mit den Jahren. Wenn wir mal nicht reisen, verdienen wir unser Geld zum Reisen und fotografieren uns an den Wochenenden durch die nähere Umgebung. Dabei lieben wir Zoos oder andere Sehenswürdigkeiten rund um unseren schönen, geliebten Ruhrpott.

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