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Schöne Urlaubsbilder machen – ein Traum von jedem Reisenden.

Bilder von den schönsten Momente, den faszinierenden Orten, von dem spannenden Menschen die man auf einer Reise vor die Linse bekommt. Urlaubsfotos, wo sie Oma zu Hause laut Wow sagt, wenn sie die Bilder sieht. Fotos, wo die Freunde mit Spannung geladen zu den Fotoabenden kommen. 

Der Weg dahin ist gar nicht so schwer. Wir möchten Euch ein paar Tipps geben, angefangen von den technischen Grundlagen der Fotografie, der benötigten Ausrüstung, Tipps für schönere Aufnahmen, Hilfestellung für die Bearbeitung und Auswahl der schönsten Fotos bis hin zur Präsentation der Bilder.

Dabei sprechen wir den Einsteiger an, den ganz normalen Urlaubsfotografen, der einmal oder zweimal im Jahr in die Welt hinaus zieht um im Urlaub seine Bilder zu machen.

Tipps für schöne Urlaubsbilder

Tipp 1: Die Ausrüstung

Wichtig für den Einstieg in die Reisefotografie ist eine Erkenntnis, die bei uns lange gebraucht hat, bis sie im Kopf war.

Für schöne Urlaubsfotos braucht man nicht zwingend die modernste, teuerste Ausrüstung.

Lange haben wir gedacht, nur mit dem feinsten Equipment kann man tolle Bilder machen. Bullshit! Auch mit einer Kamera aus dem unteren oder mittleren Preissegment macht man wunderbare Fotos. Nutz Ihr ein System mit Wechselobjektiven, dann investiert lieber ein wenig mehr Geld in die Objektive.

Aber auch mit guten Kompaktkameras oder Bridgekameras macht ihr tolle Urlaubsfotos, die Euch und Eure Freunde begeistern werden. Denkt immer daran, die Fotokamera ist nur das Werkzeug. 80% des guten Fotos produziert der Mensch am Auslöser durch seine Motivwahl und der Bildgestaltung.

Inzwischen erwischen wir uns auch immer öfters dabei, wie wir einfach Bilder mit dem Smartphone machen. So lange das Licht gut ist und wir nicht zoomen müssen, kommen dabei richtig coole und schöne Bilder bei raus. 

Tipp 2: Finger weg von der Voll-Automatik-Funktion der Kamera

Es ist natürlich verlockend, die Voll-Autmatik der Fotokamera zu benutzen. Zugegeben, die modernen Kameras liefern keine schlechten Ergebnisse, wenn diese Automatik genutzt wird.

Ihr werdet aber viel bessere Urlaubsfotos machen, wenn ihr ansatzweise versteht, was die Kamera gerade macht. Dazu reicht es vollkommen aus, sich kurz mit den Themen Blende, Belichtungszeit, ISO und Brennweite auseinander zu setzen. 

Nun muss man natürlich nicht voll manuell fotografieren, das wäre in den meisten Fällen übertrieben. Aber, mit der manuellen Auswahl der Blende in der Teilautomatik Blendenvorwahl bzw. Blendenpriorität kann die Schärfentiefe im Foto beeinflusst werden. Dabei wird die Blende manuell gewählt und die Kamera stellt dazu eine passende Kombination aus Belichtungszeit und ISO ein.

Alternativ kann es nötig sein, z.B. für sehr schnelle Motive, mit einer sehr kurzen Belichtungszeit zu fotografieren. Dafür bieten Kameras die Teilautomatik Zeitpriorität oder Zeitvorwahl an. Man wählt dabei die gewünschte Belichtungszeit und die Kamera die dazu passende Blende und ISO automatisch.

Mit diesen Teilautomatiken habt ihr bereits großen Einfluss auf die Gestaltung des Bildes. Wir selber schiessen bestimmt 90% unserer Fotos mit diesen beiden Programmen an unseren Kameras.

Das Thema ist gar nicht so kompliziert wie es sich im ersten Moment anhört. Habt ihr aber diese Grundlagen einmal verstanden, dann macht Euch das Fotografieren viel mehr Spaß und ihr habt Einfluss auf das Ergebnis. So bekommt Ihr am Ende ein Foto, wie ihr es haben wollt.

Tipp 3: Zeit nehmen beim Fotografieren

Nehmt Euch ein wenig Zeit, wenn ihr auf Reisen fotografiert. Geht mal um ein Motiv herum, probiert verschiedene Perspektiven aus, testet unterschiedliche Winkel, geht mal in die Hocke um einen anderen Blick auf das Motiv zu bekommen.

So findet Ihr vielleicht einen neuen Blickwinkel von einem bekannten Motiv, den nicht schon tausend andere vor Euch fotografiert haben.

Vergesst um Gottes Willen auch eines nicht: Schaut mal ohne durch den Kamerasucher zu blicken auf die schöne Landschaft oder die Sehenswürdigkeit, an der ihr unterwegs seid. Lasst die Umgebung einfach mal auf Euch wirken und geniesst den Moment. Wenn ihr ein Gefühl für den Ort bekommt, entdeckt ihr auch ganz andere Motive und behaltet Eindrücke im Kopf, die wertvoller sind als jedes Foto.

Tipp 4: Früh aufstehen und spät ins Bett gehen

Das schönste Licht des Tages findet ihr am frühen Morgen, vor oder nach dem Sonnenaufgang. Es lohnt sich unbedingt dafür den Wecker zu stellen und sich auf den frühen Weg zu einer Sehenswürdigkeit zu machen.

Schlafmützen (so wie wir) können natürlich auch die letzten Sonnenstrahlen des Tages nutzen. Ab dem späten Nachmittag, wenn die Schatten länger werden, bis zum Sonnenuntergang bieten sich viele tolle Lichtsituationen, die jedes Urlaubsbild spannender machen.

Wir selber kehren auch zu einem schönen Ort nochmal zurück. Finden wir ein super cooles Motiv, im harten Mittagslicht, so kommen wir oft am Abend nochmal dahin zurück um es bei schönen Licht zu fotografieren. Wenn ihr diese Möglichkeit auf der Reise habt, dann nutzt sie.

Sunset

Tipp 5: Perspektiven oder Details finden

Unter Tipp 3 haben wir es ja bereits angesprochen. Sucht mal nach verschiedenen Perspektiven für ein Foto. Geht mal in die Hocke, legt Euch mal auf den Boden, klettert auf einen Stein (wenn es erlaubt ist), versucht mal von unten nach oben zu fotografieren. Der Fantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Den berühmten Brunnen auf einem Platz hat jeder im vorbei gehen schon fotografiert, aus normaler Augenhöhe. Das Foto, auf dem Boden liegend von unten fotografiert, hat aber bestimmt nicht jeder gemacht.

Nochmal, betrachtet ein Motiv erstmal ohne durch die Kamera zu schauen. Geht mal um das Motiv herum, schaut aus verschiedenen Blickwinkel drauf. Und achtet auch mal auf Details, oft sind diese spannender als das gesamte Motiv.

Tipp 6: Gebt dem Bild Tiefe

Fotografiert ihr eine Landschaft ohne Bezugspunkte im Vordergrund, dann fehlt dem fremden Betrachter hinterher der Bezugspunkt. Er kann z.B. die gewaltigen Ausmasse des Grand Canyons nicht erfassen.

Das ändert sich, wenn auf dem Foto Dinge im Vordergrund zu sehen sind. Das kann ein Stein sein, ein Baum oder nur ein Zweig der ins Bild ragt. Das gibt dem Bild Tiefe, der Betrachter hat einen Bezugspunkt im Foto.

Tipp 7: Schlechtes Wetter ist kein Grund nicht zu fotografieren

Schlechtes Wetter im Urlaub ist immer ärgerlich, das will keiner haben. Aber, auch wenn es regnet und stürmt, es ist überhaupt kein Grund nicht zu fotografieren – ganz im Gegenteil.

Ein Landschaftsfoto mit blauem Himmel ist irgendwie langweilig, das hat doch jeder. Die gleiche Landschaft, mit einem dramatischen Wolkenhimmel, ist doch viel spannender auf dem Urlaubsfoto.

Tipp 8: Keine Angst vor Innenräumen oder schlechtem Licht

Gute moderne Kameras können sehr gut mit schlechtem Licht umgehen.

Einfach ein wenig die ISO-Zahl hochdrehen oder die ISO-Automatik Eurer Kamera nutzen und etwas längere Belichtungszeiten nutzen. Viele moderne Kameras habe zusätzlich Bildstabilisatoren verbaut, die recht lange Belichtungen aus der Hand möglich machen.

Ein Stativ kann eine Hilfe sein, ist aber nicht überall erlaubt. Nutzt alternativ Gegenstände vor Ort als Stativ-Ersatz. Das können Geländer sein, Steine die rum liegen oder andere stabile Gegenstände.

Tipp 9: Nachtaufnahmen sind der Hammer

Nachtaufnahmen sind immer ein Hingucker.

Eine Skyline bei Nacht fotografiert ist ungleich spannender als eine Aufnahme am Tag. Auch hier ist ein Stativ sehr hilfreich bzw. unersetzlich.

Wenn ihr Nachtaufnahmen auf Reisen machen wollt, dann kauf Euch ein leichtes, stabiles Stativ. Das muss keine Unsummen kosten, auch im unteren Preissegment gibt es richtig tolle Reisestative.

Hotel New York bei Nacht

Tipp 10: Keine Scheu Menschen zu fotografieren

Menschen auf UrlaubsfotosDas gilt besonders für exotische Länder, wo man wunderbare Menschen findet, die typische Motive für die Kultur des Landes sind.

Scheut Euch nicht, die Menschen anzusprechen und nach einem Foto zu fragen. Wenn es mit der Sprache nicht klappt, reicht auch schon ein fragender Blick mit dem Zeigen der Kamera. Wir haben es auf unseren Reisen durch die USA, Kanada, Thailand und Kambodscha noch nie erlebt, dass die Menschen nicht fotografiert werden wollten. Ganz im Gegenteil, die haben da oft richtig Spaß dran.

Vergesst nicht, das geschossene Foto anschliessend den Menschen zu zeigen. Daraus entwickeln sich oft sehr nette Unterhaltungen – teilweise mit Händen und Füßen.

Tipp 11: Keine Angst vor der Bildbearbeitung

Scheut Euch nicht, Eure Urlaubsfotos zu bearbeiten. Ganz wichtig ist es, schiefe Bilder gerade zu drehen. Das müssen wir mit fast jedem Bild machen, wir sind zu doof gerade zu fotografieren.

Oft sind es auch die kleinen weiteren Bearbeitungen, die ein Bild richtig spannend machen. Die nachträgliche Auswahl des Bildschnitts, kleinere Änderungen am Kontrast und der Farbsättigung.

Wer keinen Spaß an der Fotobearbeitung hat, der ist mit den kleinen Änderungen und Korrekturen bereits fertig und hat tolle Urlaubsbilder.

Wer aber viel Spaß an der Bearbeitung hat, das vielleicht als Teil der Fotografie sieht, dessen Kreativität ist natürlich keine Grenze gesetzt. Nutzt dann noch das RAW-Format Eurer Kamera (wenn sie es unterstützt) und ihr werdet staunen, was alles aus einem Foto heraus gekitzelt werden kann.

Tipp 12: Sortiert Eure Urlaubsbilder aus und präsentiert diese spannend

Der Albtraum beim Urlaubsbilder ansehen sind unsortierte Fotos, so wie sie aus der Kamera kommen. Gnadenlos jedes geknipste Bild wird dabei gezeigt.  Tut Euch und Euren Freunden, Bekannten, Familien das nicht an, das grenzt an Folter.

Sortiert Eure Bilder aus, nehmt die schönsten Bilder eines Tages um diese zu zeigen, löscht Bilder die Schrott sind. Es wird Euch gedankt, wirklich.

Präsentiert dann Eure schönsten Bilder, und wirklich nur diese, in einem tollen Fotobuch oder in einer Bildschirm-Diashow, bei einem leckeren Abendessen. Erzählt dazu ein paar spannende und lustige Geschichten von Eurer Reise. Zusatztipps: Fettnäpfchen in die man getreten ist oder Reisepannen kommen dabei besonders gut an.

Tipp 13: Nicht zu viel Ausrüstung mitnehmen:

Ein ganz wichtiger Tipp ist es, nicht zu viel Fotoausrüstung mitzuschleppen. Besonders wenn ihr auf Reisen geht, überlegt vorher welche Motive ihr auf der Reise fotografieren wollt. Seid ihr mehr in der Landschaft unterwegs, dann werdet ihr vermutlich andere Objektive brauchen als wenn ihr Tiere auf einer Safari fotografiert. Es kann auch die Kreativität steigern, einfach mal nur eine Festbrennweite oder ein bestimmtes Zoomobjektiv mit auf Tour zu nehmen.

Abendliche Bootsfahrt in Ayutthaya

Tipp 14: Keine anderen Fotografen kopieren

Das Internet bietet die tolle Möglichkeit, sich Fotos von unzähligen tollen Fotografen aus der ganzen Welt anzusehen. Das ist eine super Möglichkeit sich inspirieren zu lassen und Ideen zu sammeln. Macht aber nicht den Fehler, den Stil oder die Arbeit Eures „Vorbildes“ zu kopieren. Entwickelt Euren eigenen Stil, der sich vielleicht aus mehreren Komponenten, von vielen anderen Fotografen zusammen setzt oder auch ganz eigene, neuen Ideen beinhaltet.

Tipp 15: Lasst Fotos entwickeln

Viele Bilder entfalten ihre Aussage erst im Print, in einem Fotobuch oder noch besser großformatig an der Wand. Vergesst die Möglichkeit der Entwicklung und des Drucks in der digitalen Zeit nicht. Und was gibt es schöneres als im Wohnzimmer zu sitzen, umgeben von Urlaubserinnerungen an den Wänden?

Unsere Fotoschule für noch mehr Tipps

Sucht Ihr noch mehr Tipps für die Reisefotografie. Dann schaut Euch auch die anderen Beiträge unserer Fotoschule Reisen an.

 

Für Anregungen, Fragen, Thementipps lasst einfach einen Kommentar hier. Wir nehmen diesen gerne auf und schreiben gerne weitere Tipps und Anleitungen nach Euren Wünschen.

Fotoschule

Dieser Beitrag ist Teil unserer Fotoschule – Tipps und Tricks für schönere Urlaubsfotos. Wenn ihr mehr zu dem Thema lesen wollt, so schaut mal auf der Startseite unserer Fotografie Schule vorbei.

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