TravelTuesday - Eure Reiseziele

#Traveltuesday Hoi An (Vietnam) Tipps von Anika

Die Altstadt von Hoi An

Willkommen beim nächsten Beitrag zum #TravelTuesday. Lehnt euch zurück und genießt einen tollen Bericht von Anika über Hoi An in Vietnam.

Hoi An in Vietnam – das liebste Reiseziel von Anika (Zug nach Irgendwo)

Warum ist Hoi An mein liebstes Reiseziel? Warum sollten wir da unbedingt mal hinreisen?

Hoi An habe ich als die entspannteste Stadt Vietnams kennengelernt. Für jeden mit grundlegenden Vietnamesisch-Kenntnissen ist das wenig überraschend, denn übersetzt bedeutet der Name etwa so viel wie „ruhige Gemeinde“. Da meine Sprachkenntnisse allerdings denen des Durchschnittsdeutschen diesbezüglich nachstehen, war diese Erkenntnis also ziemlich überraschend.

Eigentlich hatte ich nämlich nicht mehr damit gerechnet, in Vietnam überhaupt eine entspannte Stadt anzutreffen. Denn spätestens nach einem halben Tag in Hanoi wird jedem klar, dass es in diesem Land, in dem eine Person ihren sozialen Status von der Lautstärke ihrer Hupe abhängig zu machen scheint, einfach keine Ruhe geben kann. Immer brummt irgendwo ein Motor. Und wenn es mal keine Mopeds in der Nähe gibt, tritt das Schlurfen der Badelatschen, die jeder zweite Vietnamese trägt, in den Vordergrund.

Die Altstadt von Hoi An
Die Altstadt von Hoi An (© Annika von zug-nach-irgendwo.de)

Okay, ganz ruhig ist es Hoi An nun auch nicht. Aber aufgrund der etwas geringeren Dichte an den sonst allgegenwärtigen Mopeds macht sich etwas Entspannung breit. Aber was macht Hoi An nun so besonders? Dass hier nur 80 Prozent aller Verkehrsteilnehmer auf dem Moped sitzen statt sonst 95? Nein, das ist es sicher nicht. Denn wenn es „nur“ um Ruhe ginge, könnte ich euch ebenso meine Heimat in der Grenzregion Vorpommerns empfehlen.

Hoi An ist eine 75.000-Einwohner in der Mitte Vietnams, liegt direkt an der Küste des Südchinesischen Meers und hat keine Großstädte oder Industrie in der unmittelbaren Umgebung. Und weil diese Stadt mitten in der Natur und abseits des Großstadttrubels liegt, herrscht dort eine wunderbar entspannte Atmosphäre, die jeden mitreißt.

Optisch passt sich die Altstadt toll daran an. Die Fassaden fast aller Häuser sind gelb gestaltet, im Untergeschoss befindet sich eine von Hunderten kleinen Schneidereien oder ein Restaurant, darüber wohnen die Inhaber. Zwischen den Häusern steht hin und wieder ein alter Tempel, am Wegrand blühen die knallroten Feuerbäume und überall – also wirklich überall – hängen kleine Laternen in allen Farben, die der Regenbogen zu bieten hat. Und in denen, die ihm fehlen. Man kann sich gar nicht entscheiden, wohin man zuerst schauen soll, denn die vielen Farben rivalisieren spielend um die Aufmerksamkeit aller Betrachter. Ich könnte mich daran jedenfalls nicht satt sehen.

Hoi An bei Nacht
Hoi An bei Nacht (© Annika von zug-nach-irgendwo.de)

Sogar wenn die Sonne abends untergeht und die Altstadt für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, geht das Farbspektakel weiter. Denn dann werden die Laternen entzündet und scheinen an den Häusern, Bäumen, Brücken in der Luft zu schweben. Weil es keine dröhnenden Clubs oder neontafelbehangene Bars, die „Extra strong Cocktails“ bewerben, in Hoi An gibt, bleibt es entspannt in der Stadt. Auf dem Nachtmarkt und in den kleinen Bars tümmeln sich Touristen und Vietnamesen gleichermaßen, niemand verbreitet Hektik und man genießt den Augenblick. Vor allem rund um den Fluss Sông Thu Bồn lässt sich der Abend wunderbar verbringen. Hier kommen alle zusammen – die Farben, die Menschen, die Geselligkeit.

Hoi An ist ein entspannter, bunter Ort und aufgrund seiner einzigartigen Atmosphäre für mich einer der schönsten Orte auf der Welt.

Individuell oder Pauschal – was wäre Dein Rat für die Reise nach Hoi An?

Auch wenn ich selbst in einer kleinen Reisegruppe unterwegs war, kann ich euch eine individuelle Reise nach Hoi An empfehlen. Da im Verhältnis zur Einwohnerzahl viele Touristen hier vorbei schauen, kommt ihr mit Englisch eigentlich sehr gut klar. Ihr könnt vor Ort alles arrangieren und dabei flexibel sein. Und wenn ihr mal einen Tipp braucht oder nicht wisst, wie ihr eine bestimmte Sache organisieren sollt, fragt einfach in eurem Hotel oder Restaurant. Dort kennt mit Sicherheit einer einen, der einen kennt, der euch helfen kann.

Was ist ein unbedingtes Must-See an dem Ort?

Im Reiseführer findet ihr Tipps wie die Chùa Cầu, die japanische Brücke, die die beiden Stadtteile miteinander verbindet oder eine Tauchtour auf Cham Island. Außerdem kommt kein Reiseführer ohne die Empfehlung einer bestimmten Schneiderei, die jeweils definitiv die beste ist, aus.

Aus eigener Erfahrung vor Ort kann ich euch eine Fahrradtour in die Umgebung Hoi Ans empfehlen. Dort könnt ihr euch an Feldern, Palmenwäldern und Flüssen entlang treiben lassen und das einfache Dorfleben beobachten. Ihr taucht ein in die bezaubernde Schönheit Vietnams und könnt die Seele baumeln lassen, weil ihr euch weit abseits der großen Menschenströme befindet und es eigentlich egal ist, was sonst so auf der Welt passiert.

Wunderbare Gegend im Umland Hoi Ans
Wunderbare Gegend im Umland Hoi Ans (© Annika von zug-nach-irgendwo.de)

Und wenn ihr anschließend wieder Lust auf dichtes Gedränge habt, fährt ihr an den Strand, im Idealfall am Wochenende. Nur wenige Ausländer sind hier anzutreffen, denn die meisten sind in ihren Resorts eingesperrt und wagen sich nicht mit den Einheimischen zusammen ins Wasser.

Wer es für ein weltweit allgemein gültiges Verhalten hält, am Strand einen ruhigen Platz zu suchen, an dem noch nicht so viele Leute liegen, bekommt hier eine prägende Lektion in vietnamesischer Kultur geboten. Denn es drängen alle – wirklich alle – auf einen kleinen, vollkommen überfüllten und ohrenbetäubend beschallten Platz am Zugang zum Strand während der restliche Küstenstreifen fast ungenutzt bleibt.

Strand auf Vietnamesisch
Strand auf Vietnamesisch (© Annika von zug-nach-irgendwo.de)

Ein weiteres Must-See (bzw. Must-Do) ist eine Massage. In der Straße Bá Triêu gibt es jede Menge kleine Spas, in denen ihr für kleines Geld Massagen und Anwendungen bekommt. Unbedingt ausprobierend! Es lohnt sich.

Gibt es auch NoGos – also Dinge die man sich sparen kann oder besser lassen sollte?

Das einzige No-Go sind die riesigen, von der Außenwelt abgeschnittenen Resorts an der Küste. Viele davon sind bereits in Betrieb, mindestens genauso viele werden noch gebaut. Sucht euch lieber ein kleines Hotel in der Altstadt. Dort seid ihr näher dran an der Schönheit des Ortes.

Welche kulinarischen Highlight sollte man sich nicht entgehen lassen?

Kulinarische Highlights gibt es genau zwei. Das erste ist ein Kochkurs, bei dem ihr in der Gruppe ein vietnamesisches Menü kocht, das ihr hinterher verspeist. Sehr viele Restaurants bieten diese Kurse an und jedes hat seine eigene Do-it-yourself-Speisekarte. In unserem Restaurant haben wir einen Grünen-Papaya-Salat, eine Geflügelsuppe, Frühlingsrollen und Fisch im Bananenblatt zubereitet und es war wirklich vorzüglich.

Das zweite Highlight habe ich im Restaurant Hoa Vàng Yellow Flower Riverside am Fluss, in der Nähe der Japanischen Brücke gefunden. Dort hatte ich eine Kokos-Chili-Garnelen-Suppe, die in der Kokosnuss auf dem Feuer (zumindest war sie schwarz von unten) zubereitet und serviert wurde. Das beste vietnamesische Essen, das ich je hatte!

Die Menschen in Hoi An – was macht sie zu etwas Besonderem?

Die Vietnamesen sind ein fröhliches Volk, ziemlich schmerzbefreit und immer bemüht, das Beste aus einer Situation zu machen. Die Menschen in Hoi An sind da nicht anders. Wo ein Mitteleuropäer mit einem abgeschlossenen BWL-Studium angesichts von hunderten Schneidereien auf engstem Raum in Schnappatmung verfallen würde, bleibt man in Hoi An ruhig, hält die Umgebung für dieses Gewerbe perfekt, weil es ja schon so viele gibt, und eröffnet eine weitere Schneiderei.

Die Menschen streben nicht nach Reichtum, sie wollen ihre Familien versorgen und das Leben in diesem tollen Land an diesem wundervollen Ort genießen. Wer kann es ihnen verdenken?

Gibt es noch etwas, was Du unbedingt über Hoi An los werden möchtest?

Da ich ziemlich viel reise und schon an ein paar Orten auf der Welt war, kommt es immer wieder vor, dass ich beim Nachrichten schauen aufschreie. „Da war ich schon!“ Ein tolles Gefühl für einen Weltreisenden. Als im November 2013 Bilder von den starken Überschwemmungen Vietnams um die Welt gingen, hat es mir das Herz zerrissen, Hoi An unter Wasser stehen zu sehen. Dass es solche schlimmen Katastrophen auch an diesem paradiesischen Ort geben kann, hat mir einmal mehr die Vergänglichkeit von allen Seins vor Augen gehalten und den Drang, die Welt jetzt und sofort sehen zu müssen weiter gestärkt.

Auch wenn ich seitdem nicht mehr in Hoi An war, bin ich mir sicher, dass die Schäden beseitigt und die Stadt gestärkt daraus hervor gegangen ist. Denn die Vietnamesen machen immer – egal wie – das Beste aus jeder Situation.

Hast Du einen besonderen Reisebericht zu Hoi An verfasst?

Ja, natürlich. Wie auch von meinen anderen Reisen, habe ich meine Erlebnisse in Hoi An in Tagebuchform festgehalten.

Tag 7: Denis und das Gepäck (http://zug-nach-irgendwo.de/tag-7-denis-und-das-gepaeck/) In diesem Beitrag könnt ihr lesen, wie ein Teil unseres Gepäcks nach einer Woche suchen am Flughafen München wiedergefunden wurde und wir nach Hoi An gefahren sind.

Tag 8: Hoi An mit dem Fahrrad, dem Boot und zu Fuß (http://zug-nach-irgendwo.de/tag-8-hoi-an-mit-dem-fahrrad-dem-boot-und-zu-fuss/) An diesem Tag waren wir mit dem Fahrrad in der Umgebung Hoi Ans unterwegs.

Tag 9: Endlich der erste Auswärtspunkt (http://zug-nach-irgendwo.de/tag-9-endlich-der-erste-auswaertspunkt/) An diesem Tag haben wir ein Fußballstadion gesehen, eine Massage bekommen und von den kulinarischen Highlights berichtet.

Tag 10: Von Hortkindern, Hygiene und Bahnschranken (http://zug-nach-irgendwo.de/tag-10-von-hortkindern-hygiene-und-bahnschranken/) Hier lest ihr davon, wie wir Hoi An mit dem Zug verlassen haben.

Wer hat hier geschrieben?

Annika von Zug nach Irgendwo
Annika von Zug nach Irgendwo

Anika, Jahrgang 1989, schreibt seit ihrer ersten großen Zugreise im Jahr 2011 nach Südosteuropa Berichte über ihre Erlebnisse in Tagebuchform, die der Ausgangspunkt für das Blogprojekt zug-nach-irgendwo.de sind. Nebenbei arbeitet sie in Vollzeit, um ihre Freizeit zu finanzieren.

Ihre Wochenenden und Urlaubstage verbringt sie auf der Schiene, im Ausland und auf dem Fußballplatz. Am liebsten natürlich in einer Kombination aus allem. Eine Reiseidee zu finden ist meist kein Problem, denn davon gibt es mehrere tausend. Sich dann für eine zu entscheiden, die in den knapp bemessenen drei Wochen Jahresurlaub realisierbar ist, ist schon eine größere Herausforderung. Zusammen mit ihrem persönlichen Reiseplaner und In-Allen-Lebenslagen-und-auf-allen-Reisen-Begleiter Denis wird es etwas einfacher, aber immer noch nicht wirklich mühelos.

Besonders interessant sind für sie Ziele, die sie noch nicht kennt. Diese sucht sie am liebsten östlich der Oder und in Gegenden, die weiter als einen halben Zugtag entfernt liegen. Glücklicherweise beginnt die Welt erst dort und ist doch rund genug, um auch Amerika in Richtung Osten einzuordnen.

 

„Zug nach Irgendwo“ der Blog von Annika

Zug nach Irgendwo

Zug-nach-irgendwo.de ist ein Blogprojekt, das aus der Dokumentation einer Zugreise durch Südosteuropa begann. Lange Zeit beschränkte sich dieser Blog darauf, persönliche Eindrücke in Tagebuchform wiederzugeben. Seit Ende 2014 arbeitet Autorin Anika daran, weitere Themen rund um das Thema Zugfahren und Reiseziele östlich der Oder zu beleuchten.

Link zum Blog: http://zug-nach-irgendwo.de/

Eine Übersicht über alle veröffentlichten und geplanten Beiträge der Aktion findet ihr auf der Übersichtsseite der Aktion.

Die Urheberrechte für alle Fotos, Screenshots und dem Text liegen bei Annika von Zug nach Irgendwo.

Vielen, lieben Dank an Annika für diesen tollen Bericht. Dieser macht wirklich Lust, mal eine Reise nach Hoi An zu starten.

Danke für das Lesen des Beitrages!
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Über den Autor

Beitrag TravelTuesday

Dieser Beitrag wurde als Gastbeitrag zu der Aktion #Traveltuesday geschrieben. Alle Informationen zum/zur AutorIn findet Ihr oben in dem Artikel.

1 Kommentar

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  • Hallo Annika. Toller Bericht, der auch mich sofort wieder in meine Vietnamzeit eintauchen ließ. Ich schwöre ja seitdem auf Aubergine mit Zitronengras und Chili. …. und vor Ort habe ich einfach den originalen Vietnamese Coffee geliebt. Das kleine Glas, welches sich mühevoll Tropfen für Tropfen aus dem daraufgestellten Aufsatz mit Kaffee füllte. Am Boden des Glases die 1cm dicke Schicht süße Sahne … großartig … doch mittlerweile gibt es das immer seltener dort und die Vietnamesen stellen um auf instant ….brrrr.
    Lg Sandra

    Lg Sandra

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