Trinkgelder in den USA – Tipps für den richtigen Tip

Veröffentlicht: 15. Dezember 2017

1275 Worte- 5.1 Minuten Lesezeit- 6 Kommentare-
Trinkgelder in den USA - Tipps für den richtigen Tip

Autor: Thomas Jansen

Veröffentlicht: 15. Dezember 2017

Aktualisiert: 15. Januar 2021

6 Kommentare

1275 Worte- 5.1 Minuten Lesezeit- 6 Kommentare-

Trinkgelder in den USA, ein Thema was für USA-Neulinge oft unbekannt und meistens auch recht erschreckend ist. In Restaurants werden die Preise in den Speisekarten immer ohne Steuern und Trinkgelder angegeben. Am Ende wird der Restaurantbesuch dann spürbar teurer wenn noch 7% Steuern und 20% Trinkgeld auf den Preis gerechnet werden. Wir möchten Euch zeigen, wofür in den USA wieviel Trinkgeld angemessen ist.

Warum Trinkgelder in den USA üblich sind?

Jobs in der Gastronomie und anderen Dienstleistungsbereichen werden in den USA nur mit einem recht geringen Grundgehalt bezahlt. Die Menschen sind also auf die Trinkgelder der Gäste angewiesen, um selber über die Runden zu kommen und am Ende des Monats ihre Kosten zahlen zu können.

Dabei wird ein gewisses Trinkgeld pro Branche erwartet. Ein Aufrunden auf die nächste 0, wie bei uns üblich, ist in den USA nicht gerne gesehen.

Es gibt aber unterschiedliche Erwartungen an ein angemessenes Trinkgeld, je nach Branche und Dienstleistung. Diese haben wir weiter unten mal aufgelistet.

Trinkgelder in Bar oder per Kreditkarte?

In den USA wird viel mit Kreditkarte bezahlt. Es ist durchaus üblich, auch das Trinkgeld auf die Kreditkarten-Abrechnung zu zahlen.

Wird zum Beispiel die Restaurant-Rechnung per Kreditkarte gezahlt, so gibt es auf dem Beleg noch ein Feld, wo manuell der Tip (eben das Trinkgeld) und die Gesamtsumme eingetragen werden kann. Dort tragt ihr Euren Tip in Höhe von 15-20% auf den Nettopreis (ohne Steuern) ein.

Achtung: Achtet beim Schreiben darauf, eine Eins als I zu schreiben und nicht als 1. Der Querstrich bei der Eins wird in den USA als 7 gesehen. So wird dann schnell aus einem Trinkgeld von 10 US$ eine Abbuchung von 70 US$.

Ganz moderne Restaurants haben inzwischen auch Terminals, mit denen ihr bezahlt und nichts mehr auf Papier bezahlt. Auch hier gibt es ein Eingabefeld, wo ihr das Trinkgeld eintippen könnt oder ein Auswahlbutton, wo ihr die Trinkgelder je nach Prozent-Betrag auswählen können.

Solltet Ihr das Trinkgeld lieber in Bar geben wollen, so streicht die beiden Felder auf jeden Fall durch! So wird verhindert, dass dort nachträglich noch etwas eingetragen wird.

Wie ihr unten sehen werdet, ist oft die Rede von Trinkgeldern im 1-2 US$ Bereich. Wir decken uns daher vor der Reise mit einem kleinen Bündel 1 US$-Scheinen ein, die wir für die Trinkgelder nutzen.

Pflichttrinkgelder in manchen touristischen Hochburgen

In manchen touristischen Hochburgen ist es uns schon passiert, dass das Trinkgeld bereits auf der Rechnung stand. Achtet, besonders in Florida, ob auf der Rechnung schon “Tip is included” steht. Üblich, aber bei uns weniger bekannt, ist auch der Begriff „gratuity“. In dem Fall müsst ihr natürlich kein Trinkgeld mehr zusätzlich geben.

Dies kann auch geschehen, wenn man in größeren Gruppen Essen geht. Auch hier kann es, überall in den USA, passieren, dass der Tip bereits auf der Rechnung steht.

Solltet Ihr mit dem Service nicht zufrieden gewesen sein, so dürft ihr diese Position natürlich von der Rechnung streichen lassen oder nach unten korrigieren. Keiner kann Euch zwingen, diesen vorgegebenen Betrag zu zahlen, wenn ihr das nicht wollt.

Leider haben aber viele Restaurants in Florida sehr schlechte Erfahrungen mit dem Zahlen von Trinkgelder gemacht. Gerade europäische Touristen, die oft zum ersten Mal in den USA sind und dabei in Florida landen, kennen die dortigen Trinkgelder eben noch nicht.

Wieviel Trinkgelder wofür?

Hier möchten wir Euch mal einen Überblick geben, wieviel Trinkgeld für welche Dienstleistungen in den USA üblich sind.

  • Concierge: Der Concierge im Hotel wird für Restaurantbuchungen, Vermittlung von Eintrittskarten usw. ein Trinkgeld zwischen 2 und 5 US$ erwarten. Bei besonders kostspieligen Dingen aber auch gerne 10-20 US$.
  • Casino – Barkeeper: Hier sind 1S$ pro Getränk üblich.
  • Casino – Bedienpersonal der Slot-Machines: Im Fall eines größeren Gewinns an den Slot-Machines, der vom Personal ausgezahlt wird, ist ein Trinkgeld von 1-2% des Gewinns nicht unüblich.
  • Casino – Dealer/Croupier: Die Kartengeber und Croupiers in Casinos bekommen 5 US$ in Bar oder in Spielgeld des Casinos. Dies geschieht übrigens beim hinsetzen am Spieltisch.
  • Casino – Kellner: Die Getränkekellner erhalten 1 US$ pro gebrachtem Getränk.
  • Doorman am Hotel: 1 US$ für Hilfestellungen wie Gepäck tragen, Tür aufhalten, Schirm schützend halten oder andere nette Dienste
  • Eisenbahn – Nachtschaffner: 3-5 US$ pro Person
  • Gepäckträger am Flughafen: 1 US$ pro Gepäckstück
  • Gepäckträger im Hotel: 1 US$ pro getragenen Gepäckstücks. Dies natürlich nochmal, wenn er am Ende des Aufenthaltes die Koffer wieder aus dem Zimmer raus trägt.
  • Kreuzfahrt Kabinenpersonal: 5-7% des Reisepreises pro Woche.
  • Kreuzfahrt Kellner: Hier sind 3 US$ pro Person und Tag üblich.
  • Taxifahrer: 10-15% des Fahrpreises, mindestens aber 2-3 US$. Bei besonderen Hilfestellungen, wie Koffer tragen oder ähnliches, dürfen es auch 20% sein.
  • Limosinenfahrer: Bei der Fahrt mit der Luxus- oder Stretchlimosine sind 20% Trinkgeld angemessen.
  • Restaurants Diners: In den Diners ist das mit dem Trinkgelder unterschiedlich. Allgemein Üblich ist es aber, hier nach dem Frühstück 1-2 US$ pro Person auf den Tisch zu legen oder in ein Glas für Tips zu werfen, welches an der Kasse steht. Wenn wir selber unsicher sind, achten wir einfach darauf, was die anderen Gäste machen, die vor uns zahlen.
  • Restaurants Fast Food: Bei McDonalds, Burger King und Co. sind Trinkgelder nicht üblich.
  • Restaurants mit Self-Service: In Restaurantketten, die mit Selbstbedienung arbeiten (Buffet-Restaurants), ist es üblich am Ende pro Person 1-2 US$ auf den Tisch zu legen.
  • Restaurants mit Voll-Service: In Restaurants sind 15-20% des Rechnungsbetrages üblich. Wenn man ganz besonders zufrieden war, ist eine höhere Summe natürlich gerne gesehen – 25% sind hier aber das Maximum. War man mit dem Service komplett unzufrieden, dann kann es auch weniger als 15% sein oder eben auch gar kein Tip. Uns selber ist das bei allen USA-Reisen aber erst einmal passiert.
  • „Schausteller“ auf der Straße: Egal ob in Las Vegas oder in Hollywood, irgendwann trifft man auf die Menschen in irrwitzigen Kostümen auf den Straßen. Für ein Foto mit den „Schauspielern“ sind in der Regel 2 US$ angemessen.
  • Shuttlefahrer am Flughafen oder vom Hotel: 1 US$ pro Gepäckstück, wo er/sie mitgeholfen hat.
  • Supermarkt: Sollten Euch die Einkäufe im Supermarkt in Tüten gepackt werden, so ist hier kein Trinkgeld zu geben. Sollten Euch aber die Einkäufe bis ins Auto gebracht werden, sind 1-2 US$ durchaus angemessen.
  • Tankwart beim Full-Service: In einigen Städten und Gemeinden dürfen Autofahrer nicht selber tanken. Dies erledigt aus Sicherheitsgründen ein ausgebildeter Tankwart. Diese erwarten auch kein Trinkgeld. Bei uns wurde dies bereits abgelehnt, mit dem Hinweis, dass das bereits im Preis enthalten ist.
  • Tour Guides: Reiseleiter oder Guides bei gebuchten Touren und Stadtrundfahrten bekommen üblicherweise 1 US$ pro halben Tag.
  • Valet Parking: Hier sind 2-5 US$ üblich, die bei der Rückgabe des Wagens an den Fahrer gegeben werden.
  • WC-Personal: Hier ist es üblich zwischen 25 Cent und einem Dollar zu geben.
  • Wellness: Bei Spa Anwendungen wie Pediküre, Friseur, Maniküre usw. sind 10-15% nicht ungewöhnlich. Bei Massagen werden eher 15-20% gegeben.
  • Zimmermädchen: 1-2 US$ pro Nacht. Dieses Geld entweder auf das Kopfkissen legen oder im Bad, neben das Waschbecken. In manchen Hotels gibt es auch extra beschriftete Briefumschläge für das Trinkgeld.
  • Zimmerservice (Essen): Lasst Ihr Euch das Essen im Hotel per Zimmerservice bringen, sind die gleichen 15-20% Trinkgeld üblich, wie im normalen Restaurant.

Achso, noch ein Hinweis. Bitte bei Polizeikontrollen kein Trinkgeld geben oder mit Geldscheinen „locken“. So lustig das jetzt klingt, das gilt als Bestechung und kann richtig teuer und unangenehm werden.

Habt Ihr noch Fragen oder Anmerkungen zum Thema Trinkgelder in den USA? Dann lasst doch einfach einen Kommentar hier.

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6 Kommentare

  1. Myriam 15. Dezember 2017 um 23:14 - Antworten

    Na ihr beiden, ihr ward wohl oft im Casino, dass ich da so genau Bescheid wisst. ^^ Ich muss ehrlich gestehen, dass ich in solchen Dingen total schlecht bin, weil ich mir da keinen Kopf drum mache. Mehr als nur Aufrunden gebe ich aber schon als Tip. Es ist sehr traurig, dass die Leute in der Tourismusbranche das Trinkgeld beim Gehalt mit einkalkulieren. Eigentlich müssten die Angestellten einen höheren Lohn erhalten. Als ich die paar Monate in Irland war, hab ich, glaub ich mich zu erinnern, nicht viel tip gegeben, weil das da wieder nicht üblich ist.

    LG Myriam

    • Thomas Jansen 16. Dezember 2017 um 9:03 - Antworten

      Hi Myriam,

      das hier gilt natürlich nur für die USA, in anderen Ländern gelten natürlich andere Tip-Regeln. Und in den USA ist es leider so, dass die Leute nur ein geringes Grundgehalt bekommen und eigentlich vom Trinkgeld leben. Daher war es uns auch wichtig, darüber mal aufzuklären. Man sollte es einfach vor der Reise wissen, dass dafür ein paar Euro eingeplant werden.

      LG Thomas

  2. Washington 1. August 2018 um 9:50 - Antworten

    Wenn man kontinuierlich das tipgeben boykottiert, wird sich endlich etwas an den Gehältern in USA ändern. Kurze Durststrecke, dann haben es auch die letzten Arbeitgeber verstanden, dass man nicht mit niedrigen Preisen wirbt und dann man das doppelte Zahlen muss.

    • Thomas Jansen 3. August 2018 um 21:22 - Antworten

      Hallo,

      aha, und wenn wir Touristen das boykottieren ändert aich was daran? Ich glaube eher, es würde maasiv unserem Ruf schaden und es gäbe noch mehr Zwangstrinkgelder, wie es z.B. in Florida schon öfters vorkommt.

      Das ist eine Sache, die müssen die Amis unter sich klären. So lange muss ich als Tourist halt damit leben. Und das Doppelte musste ich noch in keinem Restaurant bezahlen. Das Tax und Tipps oben drauf kommen, weiß ich zudem vorher.

      LG Thomas

  3. Steffi 10. März 2020 um 16:32 - Antworten

    Hallo Ihr Lieben,

    ich reise dieses Jahr das erste Mal in die USA.
    Ich bin ein Fernreiser, war Dezember 19 / Januar 20 auch wieder in Australien unterwegs. Daher bin ich eigentlich ganz gut aufgestellt was Kreditkarten angeht. Meine Frage wäre, ich hätte mir vor Ort am ATM Bargeld für Trinkgelder und den Notfall gezogen.
    Da ich jetzt aber schon ganz oft gelesen habe, dass das Trinkgeld geben bereits am Flughafen oder gar bei Anreise im Hotel anfällt bin ich etwas verunsichert. Ich hätte mir vor Ort nach Ankommen einen ATM gesucht…und dann ergibt sich daraus noch gleich eine zweite Frage. :)
    Da ich ja noch nie in den USA war und man anscheinen viele Dollarscheine braucht, kann man sich am ATM die Scheinwahl aussuchen oder wie komme ich an die vielen Dollars? :D
    Entschuldige falls das eine dumme Frage ist – das erste Mal halt.
    Voller Vorfreude verbleibe ich

    mit ganz lieben Grüßen

    Steffi

    • Thomas Jansen 10. März 2020 um 17:21 - Antworten

      Hi Steffi,

      wir nehmen immer ein paar 1-Dollar-Scheine von hier aus mit in die USA. Entweder haben wir noch welche von der letzten Reise über oder wir besorgen uns die über unsere Bank. So 20-30 Scheine und dort können wir dann auch gezielt 1-Dollar-Scheine bestellen.

      Vor Ort an den Automaten gibt es eher nur Scheine ab 10 Dollar aufwärts. Zur Not vor Ort etwas Geld am Automaten holen und dann eine Kleinigkeit kaufen (Flasche Wasser) und fragen ob man 1-Dollar-Scheine als Wechselgeld bekommt.

      LG Thomas

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