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Am Donnerstag sollte über den Laptop Ban für Flüge in die USA entschieden werden. Welche Geräte davon betroffen sein werden, welche Risiken durch das Verbot von elektronischen Geräten im Handgepäck auftreten und wie man diese verringern kann möchten wir mal kurz zusammen fassen. Natürlich verraten wir Euch auch, welche Auswirkungen der Laptop Ban auf unsere Reisepläne hat.

Mittlerweile kann aber erstmal Entwarnung gegeben werden. Die USA verzichten erstmal auf ein Laptop Verbot auf USA Flügen. Allerdings behalten sie sich vor, die Entscheidung jederzeit zu ändern. In der kommenden Woche sollen weitere Gespräche stattfinden, wo Vertreter der EU und der USA über die Sicherheit im Luftverkehr beraten. Ganz vom Tisch ist das Thema also nicht und daher lassen wir natürlich den Artikel hier stehen.

Laptop Ban – eigentlich ein Electronic Ban

Der Laptop Ban ist eigentlich ein Electronic Ban, denn es sind damit nicht nur Laptops im Flieger verboten. Das Verbot gilt vielmehr für alle elektronischen Geräte, die größer als ein normales Smartphone sind.

Genau genommen sind alle der folgenden Geräte verboten, die z.B. bei Emirates bereits heute aufgelistet sind:

  • Laptops
  • Tablets
  • eReader
  • Fotokameras
  • Portable DVD-Player
  • Spielekonsolen, die größer als ein Smartphone sind
  • Drucker/Scanner

Gerüchten sagen, dass auch große Smartphones wie das iPhone Plus unter das Verbot fallen sollen, da es ja größer als ein „normales“ Smartphone ist. Das ist aber bisher nicht bestätigt, würde aber in die Denkweise passen, dass in größere Geräte auch größere Akkus passen. Ein weiteres Gerücht bezieht sich auf große Kopfhörer, die ja ebenfalls mit Batterien oder Akkus bestückt sind.

Ausgenommen von der Regelung sind übrigens medizinische Geräte, die der Passagier auf dem Flug benötigt.

Wir konnten bei unserer Recherche keine konkrete Angabe zu Objektiven finden. Lt. der Listen bei den verschiedenen, bereits betroffenen Airlines, wurden diese nicht aufgeführt. Auch das wäre aber logisch, da in den Objektiven keine eigene Stromversorgung vorhanden ist und somit kein Risiko für die Sicherheit darstellen sollten.

Übrigens soll der Electronic Ban, nach heutiger Sachlage, nur für Flüge in die USA gelten. Auf den Flügen von den USA weg und bei Inlandsflügen in den USA gilt er nicht. Das könnte aber auch noch kommen, dann für alle Flüge auf der Welt, wenn die ICAO auf die Idee kommt, diese Regelung generell einzuführen.

Was bedeutet das konkret für uns?

Unsere Fotoausrüstung - Übersicht

Unsere Fotoausrüstung auf Reisen

Wir selber sind von diesem Electronic Ban auf unseren Reisen mehrfach betroffen. Ein Notebook nehmen wir seit Jahren nicht mehr mit auf die Reise, da wir ja von unterwegs nicht mehr live schreiben.

Unsere Tablets müssten somit in den Koffer, ggf. unsere Smartphones weil wir die großen iPhone Plus Modell haben. Dazu kommen unsere Noise-Reduction-Kopfhörer, die wir uns extra für Langstreckenflüge gekauft haben, wenn sich das Gerücht bestätigt.

Ganz besonders hart betrifft uns aber das Verbot, Kameras mit in die Kabine zu nehmen. Diese hochwertigen, teuren und auch empfindlichen Geräte sollen wir in den Koffer packen?

Welche Gefahren bestehen bei Geräten im Gepäck?

Bisher wären wir nie auf die Idee gekommen, wertvolle technische Geräte ins Aufgabegepäck zu packen. Dazu lauern auf einer Flugreise einfach viel zu viele Risiken für das Gepäck.

Risiko Gepäckverlust

Es kann durchaus vorkommen, dass das Gepäck nicht zusammen mit dem Passagier am Zielort ankommt. Im besten Fall ist es nur fehlgeleitet worden oder bei einer knappen Umsteigeverbindung stehen geblieben. In dem Falle bekommt der Passagier das Gepäck meistens ein oder zwei Tage später nachgeliefert. Das ist ärgerlich aber man könnte damit leben.

Hier und da verschwindet Gepäck aber auch mal spurlos. Natürlich ist es dann versichert und muss von der Airline ersetzt werden. Nur, erstmal hat man den Ärger am Bein, muss nachweisen welcher Inhalt in dem Koffer war und bekommt dann den Zeitwert erstattet. Und auf der Reise steht man erstmal ohne die technischen Geräte da.

Risiko Schäden am Gepäck

Wer mal gesehen hat, wie mit Gepäckstücken an den Airports auf der ganzen Welt umgesprungen wird, der will da keine empfindlichen technischen Geräte rein packen. Koffer werden geschmissen, fallen gelassen – einfach nicht sanft behandelt. Natürlich, keiner der Mitarbeiter der Bodenabfertigung, will mutwillig irgendwas zerstören. Aber sanft gehen die mit dem Gepäck nicht um.

Wir selber hatten schon mehrfach beschädigte Koffer, wo wir uns ernsthaft gefragt haben, wir geht das?

Risiko Diebstahl

Wir möchten niemanden etwas unterstellen. 99,9% aller Mitarbeiter auf den Airports der ganzen Welt werden nicht auf die Idee kommen, irgendwas vom Gepäck zu stehlen. Aber der restlichen Menge von 0,1% liefert man ein Warensortiment frei Haus.

Wie kann man sich gegen die Risiken des Electronic Ban schützen?

Wir haben uns in den letzten Tagen wirklich viele Gedanken gemacht, wie wir uns gegen die oben genannten Risiken beim Electronic Ban schützen können. Denn wir befürchten, über kurz oder lang wird das internationaler Standard werden. Und selbst wenn das nicht so weit kommt, wir wollen eigentlich nicht auf Reisen in die USA verzichten.

Risiko Gepäckverlust verringern

Die häufigste Ursache für Gepäckverlust sind Pannen, die beim Umsteigen passieren. Somit ist für uns klar, es kommen eigentlich nur noch Direktflüge in Frage. Ok, die kosten meist ein paar Euro mehr und gehen nicht unbedingt von unserem Heimatairport Düsseldorf ab. Für nächstes Jahr haben wir jetzt Flüge nach Las Vegas gebucht, dafür müssen wir dann nach Frankfurt fahren. Damit können wir aber leben.

Risiko Schäden am Gepäck verringern

Hier kann man selber wohl nur wenig machen, als Passagier ist man hier ausgeliefert. Ein Schutz wird es natürlich sein, empfindliche Geräte entweder zu Hause zu lassen oder gut gepolstert in das Gepäck zu verpacken. Besonders empfindliche Geräte wie Festplatten und Fotokameras könnte man in speziell geschützten Koffern transportieren. Nur, diese sind nicht ganz preiswert und müssten als zusätzliches Gepäck aufgegeben werden, was auch kein Schnäppchen ist.

Risiko Diebstahl verringern

Hier hilft eigentlich nur, den Koffer mit TSA-zertifizierten Schlössern zu sichern. Diese helfen auf jeden Fall gegen einfache „mal eben reinschauen“ Langfinger. Die Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen können die Koffer weiterhin öffnen, dafür sind die Schlösser ja gedacht. Und da unsere Koffer bei USA-Flügen schon öfters geöffnet wurden (man findet danach immer einen netten Zettel im Koffer) sind die TSA-Schlösser wohl die einzige Möglichkeit.

Das Einwickeln in Folie, die Nutzung von anderen Schlössern, das zuschweissen oder andere fantasievolle Methoden werden keinen Schutz bieten.

Weitere Bedenken oder Einschränkungen

Neben den Risiken, gibt es natürlich noch weitere Einschränkungen oder Gedanken, die der Electronic Ban nach sich zieht. Die Verfechter des Reisens nur mit Handgepäck werden wohl umdenken müssen.

Für Geschäftsleute kommen da mehrere Punkte zusammen. Viele Firmen erwarten von ihren Mitarbeitern, dass die auf einem Langstreckenflug eine Zeit für die Arbeit nutzen. So wird sich zum Beispiel auf das kommende Meeting vorbereitet. Die Damen und Herren brauchen dafür eigentlich ihr Notebook. Und, was ist mit den IT-Sicherheitsrichtlinien, die in vielen großen und kleinen Unternehmen existieren. Bei meinem Arbeitgeber ist klar geregelt, dass man sein Notebook nicht unbeaufsichtigt lassen darf. Eine Reise im Koffer ist wirklich nicht dass, was unter dem Sicherheitsaspekt sinnvoll ist. Denn neben dem Verlust des Gerätes geht es ja auch im ggf. sensible Daten auf den Geräten. Naja, vielleicht bewegt das die ein oder andere IT dazu, Notebooks endlich komplett zu verschlüsseln.

Worauf wir hinaus wollen, es gibt noch viel mehr Auswirkungen des Bans, als „nur“ den Verlust der Geräte oder einen Defekt.

Unterschiedliche Service-Angebote der Airlines

Fluggesellschaften, die bereits jetzt vom Electronic Ban betroffen sind, bieten inzwischen teilweise den Service an, dass die elektronischen Geräte doch nicht in den Koffer müssen. Die Geräte können am Gate dem Bodenpersonal übergeben werden, kommen dann dort in speziell gesicherte Behälter.

Zitat Emirates Homepage: „If you prefer, you can also carry your devices through security to use up until boarding. You can then hand your devices over at the gate where we’ll package and label them, give you a unique claim tag, and load the devices onto the same flight. On arrival in the US, your devices will be available for pickup from a dedicated area located in the baggage hall.If you prefer, you can also carry your devices through security to use up until boarding. You can then hand your devices over at the gate where we’ll package and label them, give you a unique claim tag, and load the devices onto the same flight. On arrival in the US, your devices will be available for pickup from a dedicated area located in the baggage hall.“

Wir denken, dieser Service wird auch von verschiedenen Airlines in Zukunft angeboten. Ggf. werden diese speziellen Behälter dann auch nicht im Gepäckraum befördert. Denn die Airlines, und auch die Luftsicherheitsbehörden, haben dabei noch andere Bedenken. So ist es wohl keine gute Idee, hunderte von Lithium-Ionen Akkus unbeaufsichtigt im Gepäckraum durch die Gegend zu fliegen, wo keiner mitbekommt, wenn einer davon in Flammen aufgeht. Denn eigentlich ist es, nach aktuellen Vorschriften, sogar verboten solche Akkus im Koffer zu haben – man soll sie im Handgepäck mitführen.

Lassen wir uns USA-Flüge durch den Electronic Ban vermiesen?

Wer uns in Facebook folgt, kennt vielleicht unsere erste Reaktion aus der letzten Woche, als die Nachricht mit dem Electronic Ban durch die Medien ging.

„Das war es für uns, keine USA-Flüge mehr.“ 

Nur, je länger wir darüber nachdachten, desto mehr kamen wir ins grübeln. Melanie hatte sich so gewünscht, ihren runden Geburtstag nächstes Jahr in Las Vegas zu verbringen. Das abzusagen, wäre eine sehr emotionale Sache gewesen. Dazu wollten wir doch endlich mal einen Truck-Camper ausprobieren. Und die Route stand doch auch schon auf einem Zettel.

Trotzdem überlegten wir uns verschiedene Alternativen. Mit dem Wohnmobil durch Spanien, ist doch auch schön. Ja, und wenn dann ICAO ernst macht und den Electronic Ban weltweit einführt? Dann bekommen wir unser Equipment auch nicht risikofrei nach Spanien oder woanders hin.

Dann die Idee, Las Vegas doch schon auf unserer Herbstreise nach Florida mit zu erledigen. Inlandsflüge gesucht, Preise gesehen, vergesst es. Zumal wir uns unsere schöne Florida-Route auch kaputt machen würden.

Am Ende haben wir entschieden, wir lassen uns das Reisen in die USA durch den Electronic Ban nicht vermiesen. Das Laptop nehmen wir schon lange nicht mehr mit, die Tablets und Smartphones werden die Reise im Koffer überleben, so empfindlich sind die nicht. Einzig bei der Fotoausrüstung sind wir noch unschlüssig. Nehmen wir nur die Bridgekamera mit? Sind Objektive auch vom Electronic Ban betroffen? Wenn nicht, dann kommen diese empfindlichen Teile ins Handgepäck und die Kamerabodys fein gepolstert in den Koffer.

Mit dieser Entscheidung haben wir dann schnell unsere Flüge nach Las Vegas gebucht, der frühe Vogel fängt den Wurm. Ok, nicht ab Düsseldorf, sondern ab Frankfurt mit einem Direktflug. So! Dazu haben wir uns wieder für einen Flug in der Premium Economy entschieden. Damit können wir 32 KG Gepäck mitnehmen und das Mehrgewicht durch die Technik im Koffer stört uns auch nicht.

Wir lieben einfach dieses tolle Land, die wunderbaren Landschaften, die faszinierenden Städte und auch die Menschen dort haben uns immer Anlass gegeben, dass wir uns dort sauwohl gefühlt haben. Daher möchten wir auch weiter in unser liebstes Urlaubsland reisen – auch wenn es ein wenig unbequemer wird.

Fazit: Wir lassen uns das Reisen in die USA durch den Electronic Ban nicht vermiesen.

Wir glauben übrigens daran, dass der Ban morgen kommen wird oder in den folgenden Tagen. Sollte wir uns täuschen und der Electronic Ban für uns Europäer doch nicht kommen, dann freuen wir uns riesig, dass wir diesen Artikel überflüssigerweise geschrieben haben.

Wie in der Einleitung schon ergänzt, verzichten die USA aktuell auf einen Electronic Ban für Flüge aus der EU. Daher warten wir mal ab, wie sich das jetzt entwickelt. Die Option haben die USA sich weiter offen gehalten.

Über Sinn und Unsinn dieser Regelung, wenn sie denn kommt, maßen wir uns übrigens kein Urteil an. Wenn die Bedrohungslage wirklich so akut ist, wie behauptet wird, dann sollte die Sicherheit natürlich an erster Stelle stehen.

Wie geht ihr damit um, wenn dieser Laptop-Ban bzw. Electronic-Ban wirklich kommt? Beeinflusst das Eure Reisepläne oder Eure Art zu Reisen? Wir sind gespannt auf Eure Meinungen dazu, die ihr hier gerne als Kommentar schreiben könnt.

Vielen Dank für Deinen Besuch!

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