Tierfotografie - Tipps und Tricks

Unsere Fotoausrüstung für die Zoofotografie

Sony Alpha 6000 mit dem SEL70200

Wir möchten Euch unsere Fotoausrüstung für unsere Zoofotos vorstellen. Bei uns kommt eine Systemkamera und gar nicht so große Brennweiten, wie manche vermuten, zum Einsatz. Denn im Gegensatz zu einigen anderen Fotografen meinen wir, riesige Brennweiten müssen nicht unbedingt sein, bei der Zoofotografie. Warum das so ist und warum uns die Ausrüstung vollkommen ausreicht, erklären wir in diesem Beitrag. 

Fotoausrüstung im Wandel der Zeit

Die alte Fotoausrüstung von Nikon

Bis vor zwei Jahren hatten wir eine sehr gute DSLR-Ausrüstung von Nikon. Als Kamerabodys waren die Nikon D300 und die Nikon D90 im Einsatz. Der Objektivpark war entsprechend umfangreich. Für die Zoofotografie hatten wir dabei das Nikon 80-200mm F2.8D IF-ED AF* und das Sigma 50-500mm F4,5-6,3 DG OS HS* im Einsatz. Damit waren wir sehr gut aufgestellt für tolle Tierfotos und auch sehr zufrieden mit den Ergebnissen.

Jetzt machen wir aber nicht nur Tierfotos, im Gegenteil war das zu dieser Zeit eher die Ausnahme. Die Leidenschaft hat sich eigentlich erst in den letzten zwei Jahren richtig entwickelt. In erster Linie hatten wir unsere Kameras auf Reisen dabei, um dort anständige Fotos zu machen, die auch auf unserem Reiseblog zu sehen sind. Und für diese Touren, wo wir auch recht viel unterwegs waren, störte uns einfach das Gewicht.

Die neue Fotoausrüstung von Sony

Sony Alpha 6000 mit dem SEL70200
Sony Alpha 6000 mit dem SEL70200

Daher haben wir vor zwei Jahren beschlossen, die komplette Nikon-Ausrüstung zu verkaufen und auf eine Systemkamera umzustellen. Wir haben uns dabei für die Sony Alpha 6000* entschieden und das bis heute keine Sekunde bereut. Natürlich brauchten wir auch dafür Objektive, die unseren Ansprüchen genügen. Für die Zoobilder hatten wir zu beginn das Sony SEL55210 F4,5-6,3* im Einsatz.  Das war aber von Anfang an nur ein Kompromiss aus Preis und Brennweite. Das Objektiv war nicht wirklich schlecht aber bei Brennweiten über 150/160mm wurden die Aufnahmen doch zusehend schlechter.

Vor ein paar Wochen haben wir uns dann einen Traum erfüllt und uns das Sony SEL70200G – 70-200mm F4. G OSS* gegönnt. Das war eine tolle Investition und das Objektiv wird nun unser Standardobjektiv für Zooaufnahmen sein. Für unsere Reisen haben wir noch weitere Objektive, vom Weitwinkel bis zum Standardzoom, die spielen aber für die Zoofotografie nur eine untergeordnete Rolle.

Eines der ersten Bilder mit dem SEL70200 im Zoo Duisburg
Eines der ersten Bilder mit dem SEL70200 im Zoo Duisburg

Ungewohnt waren beim Umstieg auf die Systemkamera dann der digitale Sucher und die Haptik der Kamera. Besonders wenn der Umstieg von einer Nikon D300 mit Batteriegriff erfolgt, fühlt sich die Kamera am Anfang extrem klein an. Aber, es ist reine Gewöhnungssache, ebenso der digitale Sucher. Dieser war wirklich eine Umstellung, heute wollen wir ihn nicht mehr missen.

Natürlich sind die 200mm Brennweite, die durch den Crop-Faktor der Sony Alpha 6000 zu 300mm werden, nicht immer ausreichend. Daher suchten wir noch eine Lösung um in Ausnahmefällen eine noch größere Brennweite zu bekommen. Und, ein Makroobjektiv wäre auch nicht schlecht, es gibt ja auch sehr kleine Tiere zu bestaunen und zu fotografieren. Nur, beides hätte seinen (ordentlichen) Preis gehabt.

Hier sind wir dann den Kompromiss eingegangen, beide Anforderungen mit einer Bridgekamera zu erfüllen.

Die Zweitkamera von Panasonic

Panasonic Lumix FZ300
Panasonic Lumix FZ300

Bei der Zweitkamera haben wir uns für die Panasonic Lumix FZ300* entschieden. Warum?

Die Brennweite bis 600mm war ein ordentliches Argument für die Kamera. Weiter war die Möglichkeit von RAW-Dateien entscheidend, eine tolle Makrofunktion und -fähigkeit und am Ende das gesamte Preis-/Leistungsverhältnis.

Wir setzen die Kamera gerne als Zweitbody ein, wenn wir beide zusammen fotografieren, für Makroaufnahmen von Blumen und Insekten und natürlich für Wildlife-Aufnahmen auf unseren Reisen.

Gewicht reduziert – Ziel erreicht

Mit der Umstellung von der DSLR Ausrüstung auf die Systemkamera haben wir unser ursprüngliches Ziel, die Reduzierung des Gewichts im Fotorucksack, erreicht. Hier mal ein Vergleich beider Ausrüstungen, bezogen auf den Einsatz im Zoo:

Gewicht DSLR Ausrüstung:

  • Nikon D300: 925 Gramm
  • Nikon D90: 650 Gramm
  • Nikon 80-200 Tele: 1275 Gramm
  • Sigma 50-500 Tele: 1970 Gramm
  • Summe: 4790 Gramm

Gewicht der neuen Ausrüstung:

  • Panasonic Lumix FZ300: 691 Gramm
  • Sony Alpha 6000: 344 Gramm
  • Sony SEL70200: 840 Gramm
  • Summe: 1875 Gramm

Das bedeutet, wir haben bei einem Zoobesuch 2915 Gramm weniger zu schleppen, fast 3 Kilogramm. Und das bei gleichbleibender Qualität. Es ist nun nicht so, dass die Sony Alpha 6000 schlechtere Bilder macht als die Nikon D300. Eher im Gegenteil, die Sony liefert schon fantastische Ergebnisse ab. Und auch die Bridgekamera erfüllt durchaus unsere Ansprüche, solange das Licht ausreichend ist. Bei schlechten Licht hat die Sony die Nase weit vorne.

Beide Kameras können zusätzlich bequem über die Schulter getragen werden, mit dem passenden Riemen. Wir nehmen kein Stativ mit in den Zoo, außer wir sind am späten Abend dort. Bei dem alten Sigma war immer ein Stativ angeschraubt, sei es ein Tripod oder ein Einbein. Das Gewicht wollten wir nicht die gesamte Zeit in der Hand halten oder am Hals hängen haben (Nackenschmerzen lassen grüßen).

Warum reicht uns diese Ausrüstung für Zoofotos?

Makar in Duisburg mit 200mm Brennweite
Makar in Duisburg mit 200mm Brennweite

Einige ambitionierte Zoofotografen werden sich jetzt abwenden und darüber zetern, wie man mit so „kleinen“ Brennweiten denn vernünftige Aufnahmen machen kann. Ohne 600mm Festbrennweite, am besten mit 2-fach-Konverter, mit Stativ und Fernauslöser.

Nun, man kann natürlich mit so einer bombastischen Ausrüstung fotografieren, keine Frage. Für uns ist das aber nichts.

Stativ – nur wenn es nicht anders geht

Ein Stativ nervt einfach nur, es muss ja mit durch die Gegend getragen werden. Dann aufgebaut, abgebaut – womöglich zwischen vielen anderen Besuchern, die dann genervt sind (teilweise zurecht). Wir sehen auch bei Tageslicht keinen Sinn dabei. Beide Kameras verrichten dort auch ohne Stativ ihren Job, die Belichtungszeiten sind ausreichend kurz. Zur Not wird mit der Blendeneinstellung und der ISO-Einstellung nachgeholfen um auf vernünftige Belichtungszeiten zu kommen.

Dazu kommt, die meisten Tiere fotografieren wir in Bewegung – was soll mir da ein Stativ bringen, es behindert doch nur die Bewegung der Kamera.

Natürlich nutzen wir gerne Stative. Bei Fotoevents im abendlichen Zoo, bei Langzeitbelichtungen usw. – wir sind nicht generell dagegen, um das noch klarzustellen. Nur bei normalen Zoofotos erschließt sich uns der Sinn nicht, außer für das Abstützen des 5 Kilo schweren Objektivs.

Brennweite – Alles kann, nichts muß!

Die Lumix im Einsatz - eher bei den nahen, kleinen Dingen
Die Lumix im Einsatz – eher bei den nahen, kleinen Dingen

Das Thema Brennweite ist auch so eine Sache. Wir haben mit der Bridge eine Kamera, welche gerechnet aufs Kleinbild 600 Millimeter Brennweite liefert. Nur, das nutzen wir (fast) nie. Die Kamera setzen wir eher für Nahaufnahmen von kleineren Tieren ein, zum Beispiel in einem Reptilienhaus. Die Makrofunktion hilft uns an der Stelle sehr. Auch bei Wildlife-Aufnahmen auf unseren Reisen nutzen wir die Brennweite sehr gerne. Es ist dabei aber auch nicht erstrebenswert, dass der Braunbär auf der Wiese viel näher ran kommt.

Im normalen Zoo arbeiten wir mit dem 70-200mm Telezoom, gerechnet aufs Kleinbild sind das 105-300mm Brennweite. Und damit kommen wir prima zurecht. Es gibt natürlich Situationen, da reicht die Brennweite nicht aus, keine Frage.

Wenn der kleine Hase hinten im Gehege hoppelt, in 100 Metern Entfernung, dann bekommen wir diesen nicht zufriedenstellend und bildfüllend auf das Foto. Und? Dann machen wir eben kein Foto! Der Hase kommt aber bestimmt irgendwann nach vorne gehoppelt. Ein wenig Geduld und schon ist die Chance für ein schönes Foto da, auch mit der „kleineren“ Brennweite. Und wenn der Hase sich entschließt, an dem Tag nicht zu hoppeln, dann gibt es auch kein Foto von dem Hasen. So einfach ist das Ganze!

Andererseits gibt es Momente, wo die 70mm am unteren Ende schon zu lang sind. Gerade in Zeiten der Glasscheiben in den Zoos, wo der Fotograf teilweise auf wenige Zentimeter an die Tiere ran kommt. Oder bei großen Gehegen, wo durch pfiffige Ideen beim Bau der Abstand zum Tier auch nur 2-5 Meter beträgt. Und da stehen dann wirklich noch Leute, mit der 600mm Festbrennweite (plus Konverter), mit dem Stativ und fotografieren das sich bewegende Tier. Da frage ich mich immer, was zum Teufel knipsen die da? Eine Augenwimper?

Aber, wir wollen nicht lästern, jeder soll sein Hobby so betreiben, wie er es für richtig hält.

Uns reichen die 200 (300) Millimeter einfach aus. Wir haben lieber ein hochwertiges 200mm Objektiv, als eine Preiswertlösung mit 400mm oder mehr Brennweite, wo dann aber die Abbildungsqualität schlecht ist.

Zur Not können wir bei der Sony auch noch einen Bildausschnitt in der Entwicklung wählen, ohne dass die Qualität des Fotos darunter leidet. Damit haben wir noch ein wenig Spielraum bei der Brennweite, die wir in der Bildbearbeitung raus kitzeln können. Aber, das Thema Bildbearbeitung wird seine eigenen Beiträge noch bekommen.

Fazit – unsere Fotoausrüstung passt zu uns

Tigermama Dasha im Zoo Duisburg
Tigermama Dasha im Zoo Duisburg

Zusammengefasst können wir sagen, unsere Fotoausrüstung passt zu uns und unseren Anforderungen. Neben einer leichten Ausrüstung für unsere Reisen haben wir ausreichend Equipment um auch bei unseren Zootouren zufrieden nach Hause zu kommen, mit vielen schönen Bildern.

Wir wären aber keine richtigen Fotografen, wenn wir nicht auch eine ellenlange Wunschliste hätten. Nur, das kostet alles ein Menge Geld. Am Ende trösten wir uns immer mit den Worten, dass ein gutes Foto in erster Linie mal vom Fotografen gemacht wird. Die eingesetzte Technik ist dabei „nur“ das Werkzeug.

Nun würde uns natürlich Eure Meinung interessieren. Mögt ihr lieber längere Brennweiten bei der Zoofotografie, nutzt ihr öfters ein Stativ oder geht ihr eher mit uns konform? Über einen Kommentar mit Eurer Meinung würde uns sehr freuen.

Danke für das Lesen des Beitrages!
Wir zwei beiden im Arches NationalparkÜber einen Kommentar würden wir uns riesig freuen! Ihr dürft den Beitrag auch sehr gerne über Eure Social Media Kanäle teilen. Beides zaubert uns immer ein Lächeln ins Gesicht.

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4 Kommentare

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  • Hallo,
    Jau, ihr habt recht, weniger ist oft mehr.
    Ich fahr mit mit dem 70-200er an ner Canon APS-C auch immer sehr gut bei ’nem Zoobesuch.
    Einmal hatte ich das 150-600 dabei, das war aber eigentlich schon Overkill, bei der Naheinstellgrenze
    und dem Maßstab den man letztlich auf dem Foto hat.
    Der Vergleich mit der Augenbraue war in dem Kontext klasse 🙂 !
    Schöne Grüße !

    • Hi Nobby,

      Danke für Deinen Kommentar und Besuch hier. Bzgl. Augenbraue, ist doch wahr – was sonst fotografieren die da?

      Übrigens, ich schau ja immer erstmal auf die verlinkten Blogs in den Kommentare – so von wegen Spam-Kommentare. Dabei habe ich Deinen Blog jetzt entdeckt – da gehe ich jetzt weiter Bilder gucken, der erste Einblick war schon klasse!

      LG Thomas

  • Moin,
    ich finde die Kombi auch gut geeignet für die Zoofotografie. Meistens sind 300mm völlig ausreichend. Als früherer Canonier habe ich mit meiner 7D das 70-200mm IL genutzt. Nach meinem Umstieg auf die Sony A7M2 adaptiere ich die Linse mittels Metabones IV Adapter oder nutze das Sony FE 70-300mm. Ein Stativ nutze ich bei meinen Zoobesuchen nie. Wenn ich mal ein wenig mehr Brennweite benötige kommt die Sony RX10M3 zum Einsatz.

    ciao
    Ben